Tagebuch
Stand: 31.01.2019 Hauptseite / Home


Do 03.01.2019
Vor dem Frühstück lade ich noch die Bilder auf OneDrive und gehe dann Brot einkaufen. Ich warte mit dem Frühstück, bis die Familie fertig ist. Nachher stelle ich meinen Reisebericht fertig. Vivian will mir heute einen Platz zum Autowaschen und einen Coiffeur zeigen. Ihr Papierkram mit dem Verkauf ihres Elternhauses zieht sich länger hin als erwartet. Erst um 15h fahren wir los. Zuerst geben wir das Auto ab, dann gehen wir zu Fuss zum Coiffeur. Das ist weiter wie erwartet. Vivian wartet während sie mir die Haare schneiden. Sie erzählt ihnen meine halbe Lebensgeschichte. 350 ARS (9 CHF) kostet das Ganze. Zurück fahren wir mit dem Bus. Meine Auto ist noch nicht fertig. Sie geben sich alle Mühe den Schlamm zu entfernen. Nach ½h ist es soweit, mein Auto sieht für 650 ARS aus wie neu, jedenfalls fast. Zuhause arbeite ich weiter am Reisebericht. Ich bringe ihn aber nicht fertig wie geplant. Vivian lädt mich zum Nachtessen mit der Familie ein. Ich spendiere eine Flasche Wein.
(2.6km, 10 Minuten unterwegs und 1.5km zu Fuss)

Fr 04.01.2019
Vor dem Frühstück packe ich und bringe einen Teil bereits ins Auto. Dann gehe ich Brot einkaufen und geniesse mein letztes Frühstück in Buenos Aires. Maria kommt bereits mehr als eine Stunde früher in Medan an. Gut für sie, aber Jet Star ist wirklich eine Scheiss-Fluggesellschaft. Denn wir wurden darüber nicht informiert. Abschied von Vivian, sie wird mich vermissen meint sie. Sie muss vor meiner Abfahrt gehen. Ich packe den Rest zusammen und verabschiede mich von Martha und gebe ihr 500 ARS fürs Wäsche machen. Um 11h fahre ich los. Das Navi führt mich mitten durch die Stadt. Es geht zügig vorwärts, erst auf der Avenida Corrientes vor dem Obelisk stockt der Verkehr wegen einer Baustelle. Ich brauche für die 1.5km 20 Minuten. Dann geht es wieder zügig weiter. Um 12h bin ich auf der Autopista RN1. Am Anfang hat es viel Verkehr. Auf der Autovia RP2 nimmt der Verkehr dann immer mehr ab. Nach 200km mache ich um 14.15h bei Castelli eine Pause und tanke. Kurz nachher verlasse ich bei Dolores die Autobahn und fahre via Ruta Provincial 63 (RP63) zur Ruta Provincial 11 (RP11). Dieses Stück ist nur 2-spurig und in ziemlich schlechtem Zustand. Die RP11 ist dann wieder 4-spurig. Später wechsle ich auf die RP56 und komme bei Pinamar wieder zurück auf die RP11. Die ist ab hier nur noch 2-spurig. Es hat aber kaum Verkehr. Kurz nach 17h erreiche ich Mar de las Pampas. Das Airbnb von Dario ist ein verwinkelter Bau mit mehreren Ferienwohnungen. Die Parterre Wohnung gefällt mir nicht, weil man da ausgestellt ist. Er gibt mir eine Wohnung im 3.Stock. Über 2 steile, schmale Wendeltreppen muss man hochsteigen. Dafür hat man dann Aussicht in den Wald. Der ganze Ort liegt in einem Kiefern-Wald und ist auf Sand gebaut. Keine Strasse ist geteert. Entgegen den Angaben gibt es kein Frühstück. Ich muss es selbst einkaufen. Ich mache mich auf den Weg Richtung Strand. Alle Häuser sind im Wald versteckt. Es gibt keine grossen Gebäude. Ich find nur einen Maxi-Kiosk und beschliesse zuerst den Strand zu besuchen. Den erreicht man über eine hohe Sanddüne. Auf der andern Seite gibt es einen endlosen Sandstrand. Es weht ein kühler kräftiger Wind. Niemand ist im Wasser. Sie vermieten hier Strand-Hütten um sich gegen den Wind zu schützen. Die stehen in Reih und Glied, erinnern mich an Rimini. Ich geniesse mein Ankunfts-Bier auf der Windgeschützten Terrasse. Auf dem Rückweg kaufe ich im Maxi-Kiosk Milch und Butter. Mehr haben sie nicht. Sie sagt mir wo ich einen Mercado finde. Ich gehe zu Fuss hin und finde dort alles was ich brauche. Insgesamt bin ich 3.9km zu Fuss unterwegs. Maria ruft an, sie kann nicht schlafen. Um 21h gehe ich gleich nebenan ins Restaurant "La Cocina Del Colo Y Ale". Mein Rindsfilet mit Pilzen schmeckt gut, dazu eine 375ml Flasche Elementos, mein quasi Hauswein.
(396km, 6¼h unterwegs und 3.9km zu Fuss)

Sa 05.01.2019
Beim Frühstück machen gibt es technische Probleme. Es dauert eine Weile, bis ich merke, dass die Kochplatte erst heizt wenn der Timer nicht auf Null steht! Nach dem Frühstück ist "Büro" angesagt. Reisebericht fertig stellen, Route planen usw. Um 15h bin ich fertig und verschicke die E-Mails. Dann gehe ich an den Strand. Heute ist es wärmer als gestern. Die Leute gehen nun auch ins Wasser. Ich gehe etwa 2km dem Strand entlang Richtung Süden. Der ist wirklich fast überall voll. Es ist ja auch Hochsaison. Nur ein kurzes Stück hat es keine Häuser hinter den Dünen. Sonst sieht man immer Gebäude hinter den Dünen. Zurück bei "meinem" Strandzugang genehmige ich mir ein Bier. Zurück zu Hause Duschen und Apero. Zum Nachtessen gehe ich ins "Puerto Pampa", eine schöne Pizzeria. Es ist warm genug um draussen zu sitzen. Die Pizza ist gut, selbst die Chica ist zu gross. Zum Abschluss gibt es sogar einen richtigen Grappa.
(6km zu Fuss)

So 06.01.2019
Es regnet, kein Grund um früh aufzustehen. Nach dem Frühstück plane ich meine weitere Reise. Ich muss Gas geben um am 3.Februar in Ushuaia zu sein. 100km pro Tag reichen nicht. Ich buche ein Zimmer in Tres Arroyos und frage ein Zimmer in Bahía Blanca an. Gegen 15h gehe ich wieder an den Strand. Es ist bewölkt, darum hat es viel weniger Leute als gestern. Ich gehe etwa 2km dem Strand entlang, diesmal nach Norden. Hier hat es erst nach 2km Häuser hinter den Dünen die man sieht. Beim Strandzugang das schon traditionelle Bier. Zurück zu Hause buche ich alle Unterkünfte bis Puerto Madryn, das sind 1317km in 6 Tagen. Das dauert fast bis 20h. Nach dem Apero gehe ich nochmals ins "Puerto Pampa". Ich habe gestern gesehen, dass sie Gulasch mit Spätzli haben. Das schmeckt nicht schlecht, dazu ein Bier. Um 22h bin ich zurück.
(6km zu Fuss)

Mo 07.01.2019
Frühstück, dann Packen. Um 11h fahre ich los, wieder einmal auf der falschen Seite. Ist mir schon lange nicht mehr passiert. Ab in die Pampa. Es ist hier wirklich sehr flach. Sobald die Strasse in Küstennähe ist, hat es Bade-Orte. Es wird immer nebliger. Um 12.45h bin ich mitten in Mar del Plata. Eine grosse Stadt mit grossem, hässlichem Strand. Da ist Rimini direkt schön. Ich brauche fast 1h für die 30km. Nachher wird der Nebel noch dichter und man sieht von der Gegend nichts mehr. Vor Miramar hat es einige riesige Ferien-Siedlungen, die am verfallen sind. Um 14h bin ich am Ziel. Fran empfängt mich strahlend. Ich richte mich ein, dann trinke ich mein Ankunfts-Bier im Garten. Es ist immer noch neblig, wenn ich zum Strand gehe. Der ist gar nicht schön, mit hässlichen Hochhäusern im Hintergrund. Daneben ist Rimini direkt ein Traumstrand! Ich sehe mir noch die Fussgängerzone an. Dort kaufe ich mir einen Hotdog und gehe zurück. Zum Apero sitze ich mit Fran zusammen und wir reden über unsere Reisen. Seine Mutter setzt sich auch zu uns. Wenn Fran weggeht, sitze ich noch eine Weile mit seiner Mutter zusammen. Sie kann nur spanisch, aber es klappt irgendwie schon mit der Verständigung. Zum Nachtessen gehe ich ins Parrilla "Lo de Jorge Rivarola", das hat mir Fran empfohlen. Asado mi russischem Salat schmeckt gut. Um 23h bin ich im Bett.
(145km, 2¾h unterwegs und 5km zu Fuss)

Di 08.01.2019
Nach dem guten Frühstück packe ich und verabschiede mich von Fran und seiner Mutter. Um 10.45h fahre ich los. Es ist heute sehr stark windig, dafür hat es keinen Nebel mehr und die Sonne scheint, zumindest teilweise. Die Gegend ist sehr flach, eben die Pampa. Via RP78 und RP88 fahre ich nach Quequen-Necochea. Die Gegend ist von vielen riesigen Feldern geprägt. Die Getreidefelder sind schon fast alle abgeerntet, aber noch nicht alle, darum hat es viele Lastwagen unterwegs die die Ernte zu den Silo-Anlagen bringen. Es gibt aber auch Mais- und Sonnenblumen-Felder von unvorstellbarer Grösse. In Necochea mache ich nach 2h eine Pause. Ich tanke und esse eine Empanada. Die restlichen 140km auf der RN228 bis Tres Arroyos sind geprägt durch starken Wind und riesige Felder. Gegen 14.30h bin ich am Ziel. Mein Zimmer ist klein, aber nicht schlecht und das "Frühstück" das sie bereitstellen ist ein Witz. 2 Madeleines, 1 Beutel Milchpulver, 1 Beutel Fertigkaffee und ein 1 Tee-Beutel. Darum heisst es "Breakfast included"! Ich werde etwas einkaufen gehen für das Frühstück. Ich hole meine Kühlbox aus dem Auto um Käse, Bier usw. im Kühlschrank zu lagern. Dann richte ich mich ein und erledige das "Büro". Um 17h gehe ich Einkaufen und mache eine kleine Besichtigungs-Tour. Nichts Besonderes, ausser dass sie hier eine Kirche haben, die eher aussieht wie eine Moschee. Apero im Zimmer. Zum Nachtessen gehe ich in den "Club Quilmes", der wurde mir empfohlen. "Lomo de Cerdo" schmeckt sehr gut und ist sogar richtig gut gewürzt, dazu Frites und einen Tomatensalat mit viel Zwiebeln. 490 ARS inkl. Wein, Bier und Trinkgeld. Eines der günstigsten Essen bisher.
(241km, 3½h unterwegs und 3.7km zu Fuss)

Mi 09.01.2019
Ich erwache in der Nacht, weil ein Gewitter niedergeht. Am Morgen regnet es immer noch. Ich bereite mein Frühstück im Zimmer zu. Nur um das Ei weich zu kochen, gehe ich in die Küche. Ist ein bisschen eng, aber es geht und schmeckt vor allem. Um 10.15h fahre ich los. Der Regen hat aufgehört, dafür geht wieder ein starker Wind. Es ist weiterhin sehr flach mit vielen abgeernteten Getreidefeldern. Ich komme mir vor wie in einem Getreidefeld grösser als die Schweiz! Bei Coronel Dorrego stoppt mich die Polizei bei einer Strassenkontrolle. Sie wollen nur meinen Ausweis sehen und wissen was ich transportiere. Da ich nur Reisender bin, kann ich gleich wieder weiterfahren. Allerdings vergesse ich wieder einmal den Sicherheits-Schalter und die Elektronik stoppt mich zuverlässig nach exakt 5 Minuten. Gegen Ende wird es etwas hügelig. Alle paar Kilometer geht es etwa 20m hinunter, dann gleich wieder hinauf. Kurz vor Bahía Blanca gibt es einen Lastwagenstau. Unglaublich viele Lastwagen fahren zum Hafen oder kommen von da. Es müssen hunderte sein. Kurz vor 13h bin ich bereits in meiner Airbnb-Unterkunft. Beim Einparken beschädige ich meine neue Tropfkante an einem Baum der in die Strasse hinaus reicht. Die Bleche bewähren sich bestens. Muss sie später wieder richten. Mein ursprünglich gebuchtes Einzelzimmer geht zur Strasse. Zum Glück ist das Doppelzimmer frei und ich kann nach hinten hinaus schlafen. Da gibt es einen schönen Garten und es ist viel ruhiger. Ich richte mich ein und trinke mein Ankunfts-Bier auf dem kleinen Balkon. Dann erledige ich das "Büro". Danach repariere ich den "Dachschaden". Apero auf dem Balkon. Sonia meint ich soll doch zu ihr runter in den Garten kommen. Wir unterhalten uns so gut es geht mit meinen minimalen Spanisch-Kenntnissen. Das nächste Restaurant ist die Pizzeria Tomasito. Da gehe ich hin. Die Pizza hat einen dicken Brotboden und sehr viel Käse. Mit Rohschinken ist sie aber nicht schlecht, nur wie immer viel zu gross. Den Schinken esse ich allen, vom Boden nur etwa die Hälfte. Zum Glück gibt es gutes Weizenbier von der eigenen Brauerei zum runterspülen. Es ist kühl geworden. Ich lasse das Fenster nur einen Spalt breit offen in der Nacht.
(196km, 2½h unterwegs)

Do 10.01.2019
Am Morgen regnet es und ist kalt. Zum wie üblich mickrigen Frühstück hole ich Milch und Brot aus dem Auto. Um 10.15h fahre ich los. Im Zentrum tanke ich noch voll. Es hat viele Lastwagen unterwegs. Die fahren aber zum Glück alle auf der RN22 Richtung Westen und nicht auf die RN3 Richtung Süden. Es windet wieder stark, dafür ist der Himmel blau, zumindest am Anfang. Kalt ist es, max. 20C°! Die Strecke ist nun abwechslungsreicher. Es hat kleine Hügel und nicht mehr die riesigen Felder. Es gibt da eine neue Regel nach Murphy, die besagt, dass der Wind immer von der Seite oder von Vorne kommt, nie von hinten! Das gilt vermutlich für Velofahrer noch mehr als für Lastwagenfahrer. Manchmal muss man sich richtig konzentrieren wegen der Wind-Böen. Zwei Mal gibt es Quarantäne-Kontrollen. Fleisch, Früchte und Pflanzen dürfen nicht transportiert werden! Ich habe nur einen Apfel dabei, und den verschweige ich. Der Himmel ist immer mehr bewölkt. Bei Villalonga mache ich nach 2½h Fahrt eine Pause. Die Empanadas sind nicht gut. Nach ½h fahre ich weiter. Es beginnt nun sogar zeitweise zu regnen und es ist kalt. Ich heize, damit ich nicht friere. Zum ersten Mal sehe ich einen funktionierenden Windpark. Eigentlich verwunderlich bei so viel Wind und Platz wie sie hier haben. Die Bewölkung löst sich langsam auf. Wenn ich in Viedma ankomme, ist der Himmel blau. Um 15h bin ich bei meiner neuen Unterkunft. Ein cooles Studio. Und kühl ist es auch. Bevor ich den Ort erkunde, ziehe ich lang Hosen, Socken und ein Unterleibchen an. Es ist nur 20C° "warm". Ich gehe zum grossen Fluss, dem Rio Nero. Ich bin nun nicht mehr in der Provinz Buenos Aires, sondern in Rio Nero. Auf dem Rückweg besichtige ich die Kathedrale "Catedral Nuestra Señora de la Merced" und kaufe ein, Grundnahrungsmittel wie Brot, Milch, Joghurt, Käse und Bier. Zu Hause erledige ich noch das "Büro", dann gibt es Apero. Das Restaurant für das Nachtessen das ich mir ausgesucht habe hat Betriebsferien, das nächste ist auch geschlossen, das dritte passt mir nicht. Ich lande schlussendlich im "La H es Muda". Ein Restaurant mit Indoor-Kinderspielplatz. Dementsprechend hat es viele Kinder. Das Essen haut mich nicht vom Stuhl. Zurück im Studio habe ich den WC-Türgriff in der Hand. Der Designer hat gute Arbeit geleistet, die Handwerker und der Einkäufer überhaupt nicht. Alles ist billig und erst noch schluderig verarbeitet.
(282km, 4½h unterwegs und 3km zu Fuss)

Fr 11.01.2019
Das Frühstück kochen klappt wunderbar. Um 10.30h fahre ich los. Es hat wenig Verkehr, aber viel Wind. Nach 50km beginnt das langweiligste Stück meiner bisherigen Reise. Für 110km und 80 Minuten geht es einfach gerade aus. Nur etwa in der Hälfte gibt es eine Rechts- und gleich nachher eine Links-Kurve. Entweder um die Leute wach zu halten oder weil sich die Strassenbauer verschätzt haben. Kurz vor dem Ziel, will ich in San Antonio Oeste tanken, aber es hat mir zu lange Warteschlangen. In Las Grutas gibt es auch eine Tankstelle aber die wollen Bargeld. Ich verzichte. Die Residencial Choele Choel ist einfach, aber mit einem gewissen Charme. Ähnlich einem Motel. Es gibt nur 9 Zimmer, alle ebenerdig. Ich richte mich ein und trinke das obligate Bier. Nachher mache ich mich auf den Weg zum Strand. Ich bin ziemlich überrascht. Es ist ein richtiger Ferienort, und der ist voll. Der Strand liegt unterhalb von etwa 20m hohen Klippen. Im Moment ist eine Flut von 7.5m und der Strand ist darum schmal und unglaublich dicht belegt. Ich komme zu Fuss manchmal kaum durch. Bei Flut kann man nicht den ganzen Strand entlang gehen. Zwischendurch muss man hoch auf die Strasse. Beim Hauptzugang genehmige ich mir ein Bier und schaue dem Treiben zu. Zurück gehe ich durch die Fussgängerzone. Zurück plane ich meinen Besuch in Puerto Madryn. Peter der Bruder von Martin, bei dem ich dort wohnen werde war früher Reiseleiter und macht mir einige Vorschläge. Ich will die Tour auf die Halbinsel Valdes nicht mit meinem Auto machen, denn es sind etwa 400km! Für 2250 ARS kann ich gerade mal den Diesel bezahlen den ich dafür brauche. Er reserviert für mich eine Tour. Apero auf der Terrasse des ehemaligen kleinen Restaurants. Es sind noch vier Paare hier die zusammen gehören. Sie haben es lustig und kochen in der Küche. Der Besitzer hat mir angeboten für mich etwas zu kochen. Das Bife de Chorizo ist sehr gut. Dazu einen Tomatensalat mit viel Zwiebeln. Brot habe ich selbst noch genug von gestern. Um 22h verschwinden alle und ich gehe auch schlafen.
(189km, 1¼h unterwegs und 3km zu Fuss)


Sa 12.01.2019
Um 8h stehe ich auf und wecke den Besitzer, damit ich in die Küche kann. Er bereitet Kaffee für alle zu. Die andern bewundern mein Frühstück mit Brot, Käse, Butter, Ei und Joghurt. Sie essen nur etwas Süsses, dazu Mate oder Kaffee. Ich packe zusammen und bezahle Essen und Trinken. 490 ARS für ein grosses Bife de Chorizo, Tomatensalat und 2 grosse Dosen Bier. Um 10.30h fahre ich los. Zuerst zur Tankstelle. Weil ich bar bezahlen muss, tanke ich nur 20 Liter. Am Ortsausgang nehme ich ein Paar  mit. Sie wollen nach Mendoza. Nach 30km steigen sie bei der Abzweigung der RN23 aus. Heute hat es in beiden Richtungen viel mehr Verkehr als gestern. Der Wind ist nicht so stark wie gestern, oder kommt vielleicht ausnahmsweise von hinten. Aber 2 Mal erfasst mich eine starke Böe von der Seite, ich fahre fast auf die Gegenseite. Nach 1¾h erreiche ich Sierra Grande. Da hat es wirklich richtige Berge und vor allem eine Tankstelle. Ich stelle mich in die Warteschlange. Nach 12 Minuten merke ich, dass sie an diesen Säulen nur den teueren Diesel verkaufen. Für den billigen muss ich zu den Lastwagen-Säulen. Da gibt es überhaupt keine Warteschlange. Nach gut 20 Minuten fahre ich weiter. Die Berge hören gleich nachher wieder auf und es ist wieder flach mit kleinen Hügeln wie bisher. 30Km vor Puerto Madryn gibt es einen ziemlich grossen Windpark. Um 14.30h bin ich am Ziel. Das Airbnb von Martin ist ein schönes Haus, innen und aussen. Adriana, die Frau von Martin zeigt mir das Haus. Später kommt Peter der Bruder von Martin dazu. Er hat für mich eine Tour auf der Halbinsel Valdez reserviert. Er spricht gut Deutsch. Die Familie ist 1952 nach Argentinien gezogen. Er gibt mir noch ein paar Tipps und erreicht sogar, dass ich die Tour erst am Montag im Büro des Veranstalters mit Kreditkarte bezahlen kann. Ich mache noch etwas "Büro". Nachher gehe ich zum Strand. Es windet wieder und es ist Ebbe, der Strand sehr breit. Auch hier ist die Flut 5m höher als die Ebbe. Am Pier liegt ein grosses Kreuzfahrt-Schiff. Ich gehe etwa 1km den Strand entlang. In "Coral" suche ich mir einen windgeschützten Tisch, bestelle Weisswein und geniesse die Aussicht. Für den sehr kleinen Wein (187ml) verlangen sie 160 ARS, da werde ich nicht wie geplant zum Nachtessen gehen. Zu Hause ziehe ich wieder warme Kleider an, denn es ist weniger als 20C° warm. Nachtessen im "Oliva Negra". Der Tagesteller schmeckt sehr gut, "Chuleta de Cordero" (Lammkotelett) an Rotwein-Sauce mit Kartoffelstock. Der Heimweg ist kurz aber kalt.
(268km, 4h unterwegs und 5km zu Fuss)

So 13.01.2019
Aufstehen um 06.30h! Frühstück mit selbst gebackenem Brot. Aber auch hier gibt es Pulvermilch. Ich denke nicht daran, dass ich eigene Milch im Kühlschrank habe. An den Käse aber schon, denn es gibt nur Konfi und Süsses. Um 07.40h werde ich abgeholt. Wir fahren noch zu 3 anderen Orten um Leute abzuholen. Unter anderen auch Doris & Jürg aus Zürich. Wir fahren am grössten Aluminium-Werk von Argentinien vorbei. Da liegen Maste und Propeller für mehrere Windturbinen bereit. Nun ist auch klar wieso es hier so ein grosses Umspannungswerk hat und der Windpark gehört zum Alu-Werk. Um 9h der erste Stopp beim Informations-Zentrum beim Istmo Carlos Ameghino. Der nächste Halt ist beim Punta Piramides. Da hat es Seelöwen. Die sind relativ weit weg, weil wir oben auf der 50m hohen Klippe sind. Ein schöner Platz. In Puerto Piramides ist der nächste Halt. Wir trinken etwas, dann geht es weiter. Kurz nach Puerto Piramides endet die geteerte Strasse. Ab jetzt nur noch Naturstrasse, die allerdings sehr breit und in gutem Zustand ist. Nur die üblichen Rippen stören manchmal. Nach Punta Delgada sind es knapp 60km. Doris und Jürg übernachten hier. Nach dem ziemlich teuren Mittagessen steigen wir über eine Treppe die Klippe hinunter zu den See-Elefanten. Nur die Weibchen sind hier und häuten sich. Die See-Elefanten gibt es nur hier auf der Peninsula Valdes und in der Antarktis. Weiter geht es zum Punta Cantor (28km). Dort beginnt die Lagune Caleta Valdés, da gibt es auch See-Elefanten. Etwa 2km weiter ist der Punta Cero, da gibt es ein kleine Kolonie Magellan-Pinguine, für mich der Hauptgrund für diese Tour. Man kann ganz nahe an sie ran. Dann geht es ohne Halt zurück. Bis zum Ende der ungeteerten Strecke sind es nochmals 70km, d.h. total 160km ungeteerte Strasse. Ein kurzer Stopp beim Informations-Zentrum, dann zurück nach Puerto Madryn. Um 18h sind wir zurück. Ich werde vor der Haustür ausgeladen. Adriana ist hier. Ich sage ihr, dass ich eine Nacht bei ihnen zu Hause wohnen werde, dann trinke ich ein Bier im schönen Garten. Eine Familie aus Italien kommt an. Sie haben ein sehr ehrgeiziges Reisprogramm. Zum Nachtessen gehe ich ins "Yoaquina" gleich neben dem "Coral" das ich boykottiere. Es liegt am Strand. Es hat viele Familien. Mein Lomo Yoaquina schmeckt sehr gut, obwohl es mehr als "a punto" gegart ist. Der Wein ist auch hier teuer, dafür kann ich sogar das Trinkgeld mit der Kredit-Karte bezahlen. Um 23h bin ich zurück.
(374km, 10h unterwegs mit dem Tour-Bus und etwa 5km zu Fuss)


Mo 14.01.2019
Zum Frühstück gibt es heute leider kein selbstgebackenes Brot. Nachher plane ich meine weitere Route bis Ushuaia. Die Teilstrecken werden grösser sein als erwartet, darum bin ich zu früh dran. Ich muss an einigen Orten länger bleiben. Martin ist zurück, er bestellt mir in Camarones telefonisch ein Hotelzimmer für 2 Nächte im "Indalo Inn". Die habe ich per E-Mail angefragt, aber keine Antwort bekommen. Ich frage noch 2 Airbnb in Comodoro Rivadavia an. Weil ich aber noch nicht sicher bin ob ich eine oder 2 Nächte in Camarones bleibe, reserviere ich noch nichts. Ich fahre zum Büro des Tour-Organisators Puma und bezahle die Tour von gestern. Auf dem Rückweg tanke ich noch. Am Nachmittag kommen neue Gäste, der Freund des einen studiert in Zürich, da muss natürlich ein Foto von meinem Auto her. Bevor wir zu Martin und Adriana fahren, trinke ich noch ein Bier mit Martin. Um 19h fahren wir los. Nach 10 Minuten sind wir da. Ein schönes Haus, Martin hat es selbst gebaut als er in der Krise im Jahre 2001 keine Arbeit hatte. Ich spendiere meinen Wein zum Nachtessen. Die Italiener sind auch eingeladen. Da sie aber nicht erreichbar waren, haben sie schon Fleisch eingekauft. Das bringen sie mit. Martin kocht sehr gute Kartoffel-Scheiben mit viel Zwiebeln. Darauf werden am Schluss die Fische gegart. Schmeckt sehr gut. Dann natürlich auch das mitgebrachte Fleisch vom Grill. Die Italiener verabschieden sich um 23h. Adriana gibt uns noch ein selbstgemachtes Souvenir, ein Schaf aus Holz und Fell. Sie ist eine vielseitige Künstlerin und verkauft auch an bekannte Souvenir-Geschäfte. Ich sitze noch bis nach Mitternacht mit Martin zusammen.
(11km Fahrt)

Di 15.01.2019
Um 9h gibt Frühstück, wieder mit selbstgebackenem Brot. Martin & Adriana müssen Arbeiten. Um 10.30h fahre ich los. Zwischen Puerto Madryn und Trelew ist die Autovia RN3 fast durchgehend 4-spurig, nur etwa 300m fehlen auf der Strecke, aus was für Gründen auch immer. Etwa in der Hälfte gibt es eine grossen Windpark und ein Gefängnis. Da stört beide nicht! Bis Trelew hat es ziemlich viel Verkehr, nachher kaum mehr. Dafür hat es jetzt nur noch 2 Spuren und oft Spurrillen von den schweren Lastwagen. Zusammen mit dem heftigen Seitenwind macht es das fahren manchmal ziemlich anspruchsvoll. Ein Windstoss ich auch Schuld, dass ich wieder einmal eines meiner Abdeckbleche verliere. Zum Glück hat es wenig Verkehr und ich kann das Blech aufheben, bevor das nächste Auto kommt. Die Ecken haben gelitten. Nach etwa 200km und 2¾h Fahrt mache ich eine Pause und esse ein heisses Sandwich. Nach 20 Minuten fahre ich weiter. 46km weiter verlasse ich die RN3 und fahre auf der RP30 bis nach Camarones. Es ist jetzt viel angenehmer zum Fahren. Es hat keine Spurrillen und vor allem habe ich jetzt Rückenwind. Um 15h bin ich beim Hotel Indalo Inn. Mein Zimmer ist klein, aber nicht schlecht. Ich richte mich ein und trinke mein Ankunfts-Bier. Um 18.30h erkunde ich das Dorf. Es gibt noch viele alte Blech-Häuser und einen Hafen. Am Hafen haben sie eine kleine Promenade gebaut. Sie bauen auch schöne neue Strassen. Nach ½h bin ich zurück. Apero im Zimmer mit Aussicht auf die grosse Bucht. Nachtessen im Hotel, es ist das einzige Restaurant vermute ich, darum hat es relativ viele Leute. Zur Vorspeise Rohschinken mit russischem Salat, dann ein Kalbs-Kotelett mit Frites. Beides schmeckt gut. Dazu eine Flasche Shiraz für 150 ARS (4 CHF)! Ich trinke "nur" die halbe Flasche. Den Rest behalte ich für morgen. Um 23h bin ich im Bett. Es stürmt wieder heftig.
(322km, 4½h unterwegs und etwa 2km zu Fuss)

Mi 16.01.2019
Es stürmt ziemlich heftig. Das Frühstück ist typisch argentinisch, nur Süsses. Aber wenigstens ist das Brot gut und ich bekomme sogar einen zweiten Kaffee. Um 10.30h fahre ich los. Die ganze Strecke ist ungeteert. Es ist eine schöne Strecke, sie führt dem Meer entlang zu den vielen schönen Buchten. Nur die berüchtigten Rippen stören das Vergnügen ein wenig. Der Wind ist stürmisch und kühl. Heute muss man keinen Eintritt bezahlen, weil die Parkwächterin keine Tickets hat! Ich bin ganz alleine bei der Pinguinera. Es hat einen Metall-Steg der durch das Gebiet führt. Die Magellan-Pinguine haben bereits fertig gebrütet. Die Jungen sind schon fast so gross wie die Eltern, nur grau. Die lassen sich überhaupt nicht stören. Sie haben Bruthöhlen gegraben. Es sind einige hundert die hier brüten. Nach ½h kommen ein Auto und ein Camper an. 6 Leute "stören" die Ruhe. Auf dem Rückweg fahre ich zum von der Parkwächterin empfohlenen Aussichtspunkt. Die Aussicht ist sehr schön und der Wind noch stürmischer als unten in der Bucht. Wäre der Wind nicht, könnte man in den verschiedenen Buchten baden. Es ist aber zu kalt. Um 13.30h bin ich zurück. Im Restaurant esse ich eine kalte gefüllte Rindsroulade mit Kartoffelsalat. Da es im meinem Zimmer keinen Tisch hat und im Hotel nur ein ganz kleiner vorhanden ist, hole ich meinen Tisch aus dem Auto und erledige diverse "Büro-Arbeiten". Der Nachmittag ist im Nu vorbei. Apero im Zimmer. Zum Nachtessen bleibe ich im Hotel. Heute gibt es Milanese Completo. D.h. mit Spiegelei und Frites, dazu einen Tomatensalat mit viel Zwiebeln und den Rest des Weines von gestern. Es ist hier unglaublich trocken. Laut Wetterbericht ist es um 22h 16.5C° "warm" und hat eine Luftfeuchtigkeit von 32%. Am Morgen war sie sogar nur 20%. Im Zimmer ist es 22C° und noch trockener. Das merkt man in der Nase und den Augen. Um 23h bin ich im Bett.
(63km, 3h unterwegs)

Do 17.01.2019
Nach dem Frühstück packe ich zusammen und reinige die Scheiben am Auto. Um 10.45h fahre ich los. Der erste Stopp bei der Tankstelle auf der RN3. Die haben nur noch den teureren Diesel, darum tanke ich nur 20 Liter. Die Strasse liegt nun auf 400müM und steigt langsam an bis 600müM. Man sieht immer wieder Täler wie Canyons, aber die Strasse bleibt meistens oben. Zu sehen gibt es nicht viel ausser Buschland. Der Wind und die Spurrinnen sind auch wieder da. 40km vor dem Ziel geht es dann plötzlich ziemlich steil bergab. Comodoro Rivadavia ist eine Erdöl-Stadt und liegt am Meer. Mein Airbnb liegt am anderen Ende der Stadt. Ich richte mich ein und geniesse mein Bier im Garten und rufe wieder einmal Markus und Stefan an. Ich kann meine Wäsche zum Waschen geben. Der Vorteil der trockenen Luft zeigt sich in einer sehr kurzen Trockenzeit. Zum Apero ist alles bereits trocken. Ich buche noch die nächsten 3 Übernachtungsorte. Micaela hat mir das "Borrego" fürs Nachtessen empfohlen. Ich schaue im TripAdvisor nach und mache mich auf den Weg. Nach 1.7km bin ich am angegebenen Ort, aber das Restaurant nicht. Ich muss 1.3km zurück marschieren! Es ist eine Bier-Bar mit 10 verschiedenen Bieren ab Zapfhahn, cool eingerichtet, aber ein bisschen zu laut. Der Hamburger haut mich nicht vom Hocker. Nach Hause sind es dann nur noch 800m, d.h. ich habe einen Umweg von 2.2km gemacht!
(264km, 3 ¾ h unterwegs und 3.8km zu Fuss)

Fr 18.01.2019
Um 9h Frühstück, nichts Besonderes, aber ich habe ja meinen Käse dabei und kann es etwas aufpeppen. Um 11.45h fahre ich los. Zuerst zum Walmart zum Einkaufen. Ich finde alles was ich will. Am längsten dauert es bis ich bezahlen kann. Nach ¾h geht es weiter. Paulina hat mich vorgewarnt und sie hatte Recht. Die Strasse nach Caleta Olivia ist sehr schön von der Gegend her, aber in einem sehr schlechten Zustand. Eine neue Strasse ist im Bau, aber niemand arbeitet, vermutlich ist das Geld ausgegangen. Sie führt meistens direkt die Küste entlang. Kaum habe ich die Stadt verlassen, kurz vor der Grenze zur Provinz Santa Cruz, gibt es eine Polizei-Kontrolle. Diesmal muss ich ins Büro und meine Papiere mitbringen. Da aber der Computer nicht funktioniert, schickt er mich nach 10 Minuten weiter. Kurz vor 14h erreiche ich mein Airbnb in einem ziemlich komischen Quartier. Ich habe kaum Platz zum Parkieren. Aber innen sieht es ganz schön aus. Das obligate Ankunfts-Bier trinke ich zusammen mit Paulina in der Küche. Sie redet gerne und viel und lädt mich zum Nachtessen ein. Gut habe ich eine Flasche Wein gekauft. Nachher richte ich mich ein. Ich buche noch ein Hotel in Río Gallegos und ein Airbnb in Ushuaia. Ich werde schon eine Woche früher dort sein wie erwartet. Apero im schönen kleinen Garten mit Hund und Katze. Eine Freundin von Paulina kommt zu Besuch. Sie bleibt auch zum Nachtessen. Die Pizzas sind sehr gut, besser als in mancher argentinischen Pizzerias. Um Mitternacht bin ich im Bett.
(78km, 2¼h unterwegs)

Sa 19.01.2019
Frühstück erst um 09.30h. Wenn ich fertig bin, taucht auch Paulina auf. Wir sitzen im Garten und reden über dies und das während sie frühstückt.
Es ist warm und windig. Im Garten sitzen wir unter dem Aprikosenbaum am Schatten. Es gibt auch noch einen Pfirsichbaum, beide voll Früchte. Um 14h setze ich meine Planung fort. Es fehlen noch 2 Unterkünfte bis Ushuaia. Die eine in Primavera in Chile hat mir weder auf das Kontaktformular noch auf die E-Mail geantwortet. Ich finde heraus, dass sie auf WhatsApp sind und versuche es so. Siehe da, nach 30 Minuten habe ich die Unterkunft gebucht. Sie ist zwar teuer, aber die einzige die ich finde am Weg, die andern brauchen alle einen Umweg von etwa 90km. Der kostet auch. Vor allem weiss ich nicht wie lange der Grenzübertritt und die Fähre über die Magellan-Strasse dauert. Bis zum Hotel "Hosteria Tunkelen" sind es nur 40 Minuten von der Fähre. Das Hotel in Rio Grande wieder in Argentinien buche ich auch noch. So sind alle Unterkünfte bis Ushuaia reserviert. Nachher geniesse ich den Garten. Paulina kommt nicht wie versprochen zum Nachtessen zurück. Ich hole eine Rösti aus dem Auto und geniesse sie mit Spiegeleiern und Brot. Um 23h bin ich im Bett.

So 20.01.2019
Frühstück um 8h, dann packen. Es stürmt wieder gewaltig. Beim Scheiben waschen werde ich sandgestrahlt. Kurz vor 10h fahre ich los. Das Navi führt mich über eine Kiesstrasse. Im Nachhinein stelle ich fest, dass das schon der vernünftigste Weg war. Am Anfang geht es der Küste entlang, nachher hoch auf das Plateau. Die Vegetation ist nun sehr karg. Keine Büsche mehr, nur noch Grasbüschel. Für Abwechslung sorgen die Kurven und kleinen und grossen Täler die man durchquert. Der blaue Himmel bedeckt sich langsam. Nach 200km beginnt es sogar zu regnen. Um 13.30h halte ich in Tres Cerros an zum Tanken und etwas zu essen. Es gibt nur die Tankstelle und ein Hotel. Nach ½h fahre ich weiter. Es regnet nun immer leicht. Ich denke die Spurrillen die es hier auch immer wieder hat können zum Problem wegen Aquaplaning werden. Aquaplaning ist kein Problem, aber die Guanacos (Lama Art) und andere Tiere sind das Problem. Die kommen bei Regen zur Strasse und trinken das Wasser aus den Spurrinnen! Ich muss mehrere Male ziemlich stark bremsen deswegen. Der starke Wind hat zwei Kabelbinder des anderen Abdeckblechs gekillt. Das Blech hält aber bis zum Ziel. Ich muss sie erneuern und werde gleich noch eine "Wegflieg-Sicherung" konstruieren. Um 15.45h bin ich am Ziel in Puerto San Julián. Das Hotel "Hosteria Posada Drake" sieht gut aus. Ich habe ein 4-Bett-Zimmer. Es regnet immer noch und ist kühl. Ich verschiebe die Reparatur auf morgen. Das Ankunfts-Bier entfällt, weil es zu kalt dafür ist. Ich richte mich ein. Apero im Zimmer. Um 20.30h mache ich mich auf den Weg zum Nachtessen. Natürlich beginnt es jetzt wieder zu regnen. Das empfohlene "Naos" ist sonntags geschlossen. Weil es inzwischen heftig regnet, gehe ich gleich nebenan ins "Al Carajo Pub". Es ist geheizt und hat ziemlich viele Gäste. Der Burger ist einer der besten bisher. Alles stimmt, das Brot die Füllung und die Pommes. Inzwischen stürmt und giesst es wie blöd. Um 22h beschliesse ich trotzdem zurück ins Hotel zu gehen. Die Strassen sind teilweise überflutet. Ich habe Cortex-Schuhe, aber das nützt nichts, wenn das Wasser oben hinein läuft. Im Hotel fragen sie mich ob ich geschwommen sei, so nass war ich. Ich hänge alles zum Trocknen auf und gehe schlafen. In Puerto San Julián landete Hernando de Magallanes Ende März 1520 und blieb den ganzen Winter bis August 1521. Während dieses Aufenthaltes, beeindruckt von der Fülle der Einheimischen, gab er ihnen den Namen von Patagonen, mit denen später die gesamte Region bezeichnet werden sollte.
(350km, 5h unterwegs und 1.4km zu Fuss)

Mo 21.01.2019
Das Frühstück ist überraschend gut. Nachher begutachte ich das Abdeckblech. Zu meiner Überraschung ist nur ein Kabelbinder kaputt. Ich ersetze ihn und sicher die beiden Abdeckbleche noch mit einer Schur, damit sie beim nächsten Mal nicht wegfliegen. Ich wische noch den vielen Sand vom Sturm in Caleta Olivia aus dem Fahrzeug. Es ist unglaublich. Nachher packen. Dies ist das erste Haus in Argentinien mit Doppelverglasung. Um 10.45h fahre ich los, zurück auf die RN3. Es scheint sogar die Sonne. Die Spurrinnen sind weg, der Wind ist immer noch da und die Guanacos auch. Man muss immer auf der Hut sein, vor allem wenn es eine Gruppe ist und sie auf beiden Seiten der Strasse sind. Bei einem Aussichtspunkt halte ich an. Gran Bajo de San Julian ist eine Tiefebene von 30km Durchmesser. Der tiefste Punkt ist 107m unter dem Meeresspiegel. Man hat hier einen guten Überblick. Nach kurzer Zeit fahre ich weiter. Die Bewölkung nimmt wieder zu. Nach 135km verlasse ich die RN3 und fahre auf der RN288 nach Puerto Santa Cruz. Um 13.15h bin ich am Ziel. Muss noch warten bis Dante mit den Schlüsseln kommt. Er zeigt mir auf einer Karte wo die Läden und Restaurants sind und empfiehlt mir einen Ausflug zur "Pinguinera Punta Entrada". Es ist ein kleiner Bungalow mit allem was man braucht. Vor allem mit Heizung. Die läuft auf Hochtouren weil es keine Doppelverglasung hat und auch Türen und Fenster undicht sind. Der Wind pfeift durch den neuen Bungalow. Ich richte mich ein. Nach 17h gehe ich einkaufen. Zuerst sehr gutes Brot, dann in den Supermarkt. Neben dem täglichen kaufe ich noch Sachen für den Fall, dass ich mit dem Essen wieder einmal versetzt werde, wie Suppen, Spaghetti, Thon usw. Nach 1h bin ich zurück. Ich habe noch einen Umweg zum Kies-Strand gemacht. Wenigstens scheint jetzt die Sonne wieder, aber der Wind ist immer noch stark, über 50km/h und das immer! In Böen sicher mehr. Apero auf dem Sofa. Gegen 21h mache ich mich auf den Weg zum Nachtessen. Dante hat mir das "Barbas" empfohlen. Es hat ziemlich viele Gäste. Mein Bife de Chorizo ist gut, dazu Pommes und ein Salat. Um 23h bin ich zurück.
(163km, 2½h unterwegs und 3km zu Fuss)

Di 22.01.2019
Heute gibt es ein Frühstück mit allem, auch mit Schinken und Konfi, Himbeer natürlich. Es stürmt immer noch mit 55km/h, aber die Sonne scheint bei 12C°. Um 11.15h fahre ich los. Es stürmt wie blöd. Die Strasse führt meist direkt dem Meer entlang, unterhalb der Steilküste. Nach 20 Minuten bin ich in Punta Quilla. Da am Tor zum Hafen, sagt man mir, dass ich erst um 16h zu den Pinguinen kann. Davon habe ich nirgends etwas gelesen. Es ist vermutlich wegen den Gezeiten. Es ist Flut, 12m höher als bei Ebbe! Mir bleibt nichts anderes übrig als umzukehren. Auf dem Rückweg ein kurzer Stopp, aber da sind nur Enten, keine Pinguine. Es bläst mich fast von der Strasse. Um 12h bin ich wieder zurück. Am Nachmittag lege ich mir selber ein Ei. Mein CyberGhost VPN-Client auf dem Notebook meldet, dass ich auf die neue Version updaten soll. Was ich auch mache, weil das Internet hier ziemlich gut ist. Hätte ich lieber bleiben lassen, denn nachher funktioniert weder die alte noch die neue Version. Ich übe, bis ich um 21h zum Nachtessen gehe. Die "Hosteria" hat mir Dante empfohlen. "Lomo con Champignon" schmeckt sehr gut, dazu Papas Español und Tomatensalat. Um 23h bin ich zurück.
(32km, ¾h unterwegs)

Mi 23.01.2019
Nach dem Frühstück heisst es packen. Um 10.30h verabschiede ich mich von Dante und fahre los. Via RN288 zur RN3. Es ist bedeckt und der Wind kommt ausnahmsweise meistens von Hinten und ist auch nicht so stark wie auch schon. Auf den ersten 200km gibt es kaum ein Haus, dafür sehr viele Guanacos und kaum Verkehr. Das erste Mal halte ich bei einer Polizei-Kontrolle. Die schauen die Papiere an und wissen nicht was es ist. Nach 2 Minuten geht es weiter. Ab nun hat die Strasse für die nächsten 30km Strassenlampen bis nach Río Gallegos! Um 13.45h bin ich beim Hotel Sehuen. Mein Zimmer ist noch nicht bereit. Ich sitze bei der Rezeption und trinke mein Ankunfts-Bier. Ein Italiener setzt sich zu mir. Er ist mit dem Motorrad von Ecuador bis Ushuaia unterwegs. Er hinkt, weil er unterwegs einmal auf einer unbefestigten Strasse gestürzt ist. Ich zeige ihm mein Auto. Nachher kann ich das Zimmer beziehen und richte mich ein. Ich bringe mein CyberGhost zum Laufen, indem ich von OpenVPN auf IKEv2 umstelle, das ist mit unterwegs in den Sinn gekommen und ab Version 7 möglich. Zum Nachtessen gehe ich ins "Bartolo", das hat man mir im Hotel empfohlen. Das "Ojo Mostaza" schmeckt gut, dazu Kartoffelschnitze und einen Tomatensalat. Um 23h bin ich zurück.
(257km, 3¼h unterwegs)

Do 24.01.2019
Das Frühstück ist nicht üppig. Dank Brot und Streichkäse vom Nebentisch bin ich am Schluss doch satt. Nach 10h mache ich mich auf den Weg zum einzigen Wechselbüro der Stadt. Es ist nur 3 "Quadras" (Strassenkreuzungen) entfernt. Es sieht sehr geschlossen aus. Ich will schon weiter gehen, da öffnet ein Mann die Tür. Für 4000 ARS bekomme ich 68'000 CLP, das sind etwa 100 CHF. Nachher erkunde ich die Stadt. Der San Martin Park ist eine der Top-Sehenswürdigkeiten, ein kleiner Park. Sonst gibt es nicht viel zu sehen. Ich beschliesse zum Hafen am Río Gallegos zu gehen. Da gibt es einen anderen Park und ein Kriegs-Museum, das lasse ich aber links liegen. Es windet wieder stark. Der Weg zum Hafen ist so fast ein Krampf. Am Hafen liegt ein alter Schlepper auf Grund und die Kohleverlade-Anlage rostet vor sich hin. Um 12.15h bin ich zurück im Hotel. Plane die Routen für die nächsten beiden Tage mit zwei Grenzübertritten, morgen von Argentinien nach Chile und am Samstag wieder zurück nach Argentinien. Nachher gehe ich Einkaufen. Es stürmt mit 70km/h, das macht überhaupt keinen Spass mehr. Die Böen hauen dich fast um. Bin schnell wieder zurück. Zum Nachtessen gehe ich gleich neben dem Restaurant von gestern. Das "La Lechuza" wurde mir auch vom Hotel empfohlen. Das "Cordero Patagonio" ist wieder einmal nicht was ich erwartet habe. Lamm habe ich erwartet, aber nicht so zubereitet. Es ist lange gegart, das Fleisch fällt vom Kochen, aber nicht gewürzt und die mitgelieferte Wein-Sauce ist sehr süss, ich verzichte auf sie. Die Kartoffelschnitze sind gut. Um 23h bin ich zurück.
(7km zu Fuss)

Fr 25.01.2019
Frühstück um 8.30h, diesmal bekomme ich 3 Stück Brot und bestelle zusätzlichen Streichkäse. Um 10h fahre ich los, zuerst zum Tanken. Es windet nicht mehr ganz so stark wie gestern, dafür ist es nur 9C° "warm". Nach 60km und 1h Fahrt, mache ich einen Abstecher zur "Laguna Azul", das ist ein Vulkan-Krater-See. Es stürmt ziemlich heftig und der See ist nicht blau (Azul) sondern grau, weil es leicht bewölkt ist und die Sonne eben jetzt verschwindet. Um 11.30h bin ich am argentinischen Zoll und halte kurz an. Meine Papiere muss ich aber erst beim chilenischen Zoll vorweisen, die arbeiten hier vorbildlich zusammen. 5 Minuten später bin ich da und parkiere mein Auto um die Papiere bearbeiten zu lassen. Das geht sehr schnell. Zuerst den argentinischen Ausreise-Stempel, beim Schalter 2 die Fahrzeugpapiere für Argentinien abgeben, am Schalter 3 die Einreise-Papiere für das Auto und beim Schalter 4 die Papiere für die Quarantäne. Fertig. Noch auf die Toilette und durch die Kontrolle des Fahrzeugs für die Einreise, der will 2 Boxen anschauen, dann fahre ich los. Das ganze hat 30 Minuten gedauert. David aus Bari/Italien macht Autostopp. Ich nehme in mit. Die Fahrt bis zur Fähre dauert 40 Minuten. Dort müssen wir in einer Kolonne warten. Am Morgen seien die Fähren wegen des Sturms nicht gefahren erzählt David. Bis wir auf der Fähre sind dauert es ½h. Die Überquerung der Magellan-Strasse dauert etwas mehr als 30 Minuten. Kurz vor dem Verlassen fragen sie nach dem Ticket. Ich muss es an Bord kaufen und bar bezahlen (20300 CLP = 1355 ARS = 30 CHF). Um 14h sind wir in Tierra Del Fuego (Feuerland). David findet niemanden der weiter als ich fährt, so steigt er wieder bei mir ein. Nach 40km bin ich am Ziel in Cerro Sombrero. David steigt auf der Hauptstrasse aus, bis zur "Hosteria Tunkelen" sind es nur noch 600m. Mein Zimmer ist noch nicht bereit. Ich trinke mein Ankunfts-Bier im Foyer. An der Rezeption ist niemand mehr, so gehe ich nach einiger Zeit nachschauen ob mein Zimmer im Nebengebäude fertig ist. Es ist, ich richte mich ein. Das Zimmer ist nicht schlecht, aber 60 CHF mit Gemeinschafts-Bad ist sehr viel. Sie nützen es voll aus, dass es hier sonst weit und breit keine Unterkunft gibt. Das Internet funktioniert nur bei der Rezeption. Ich erledige das "Büro" und lege mich nachher etwas hin. Zu tun gibt es hier nichts und die Umgebung erkunden macht bei diesem starken Wind keinen Spass. Apero im Zimmer. Zum Nachtessen ins Hotel-Restaurant. Das Tagesmenu ist Suppe, Fisch in Alu-Folie gedünstet mit einer Kartoffel und Tomatensalat, zum Abschluss ein Dessert. Der Fisch ist gut und sogar gewürzt! Es ist eine Gruppe von "Viva Expeditions" hier. Die sind mit einem zum Bus umgebauten Lastwagen hier. Die andern Gäste sind alles Mitarbeiter von Bau- und Öl-Firmen. Ausser Walter, der kommt aus Österreich und ist mit dem Motorrad unterwegs. Wir lernen uns nach dem Nachtessen kennen und trinken zusammen eine Flasche Wein. Das geht bis nach Mitternacht.
(173km, 4½h unterwegs, 5km mit der Fähre)

Sa 26.01.2019
Um 08.30h Frühstück mit Walter. Nachher packen. Um 9.45h fahre ich los. Walter fährt Richtung Norden nach Puerto Natales, ich Richtung Süden. Die Strasse ist sehr gut, zwar eine Betonstrasse, aber neu und gut gebaut. Nach knapp 80km und einer Stunde Fahrzeit, verlasse ich die Betonstrasse um zum "Parque Pinguino Rey" in der "Bahía Inútil" zu gelangen. 15km ungeteerte Strasse. Die "Viva Expeditions" kommt mir entgegen. Nach 20 Minuten bin ich da. Zum ersten Mal treffe ich auf Leute aus der Schweiz, die mit dem eigenen Landrover unterwegs sind. Wir besuchen zusammen die Königs-Pinguine. Hier ist die einzige Kolonie dieser Art in Argentinien. Leider ist man ziemlich weit weg, 50 – 100m. Es geht ein kalter Wind, ziemlich ungemütlich. Auch hier ist der Preis unverschämt hoch, sie verlangen 12'000 CLP = 18 CHF Eintritt. Nach 40 Minuten fahre ich weiter, zurück auf die Beton-Strasse. Hier gibt es viel Weideland mit richtigem grünem Gras. Es hat sogar vereinzelt Kühe. Die letzten Kilometer der Betonstrasse sind noch im Bau. Die Zollstation erreiche ich über eine Behelfs-Strasse. Um 12.30h bin ich da und habe das Pech, dass neben der "Viva Expeditions" noch ein zweiter Bus kurz vor mir angekommen ist. Es hat eine ziemlich lange Kolonne. Trotzdem bin ich nach 30 Minuten fertig am chilenischen Zoll. Bis zum argentinischen Zoll sind es 14km und 15 Minuten Fahrt auf einer ungeteerten aber sehr breiten Strasse. Hier geht es schneller, weil nur die "Viva Expeditions" da sind und sie mehrere Schalter haben. Nach 10 Minuten bin ich durch und fahre weiter Richtung Rio Grande. Die RN3 führt der Küste entlang. Die ist hier flach, das Hinterland ist leicht hügelig. Nach 80km erreiche ich Rio Grande um 14.30h. Das Status Hotel Casino ist ziemlich gross. Ich bekomme für 60 USD eine schöne grosse Suite. Ich parkiere mein Auto um und richte mich ein. Das obligate Ankunfts-Bier gibt es an der Bar neben dem Spielsalon. Das kühle windige Wetter hält mich von einer Erkundungstour ab. Verschicke eine WhatsApp mit den Königs-Pinguinen. Auch zum Nachtessen bleibe ich im Hotel. Das Lomo a la Mostaza schmeckt gut. Dazu gibt es kugelförmige Croquetten und einen riesigen Tomaten-Salat als Vorspeise. Um 23h bin ich im Bett.
(244km, 4¾h unterwegs)

So 27.01.2019
Das Zimmer ist ziemlich laut in der Nacht, man hört dauernd irgendwelche Tische die verschoben werden. Ich bin früh wach und erledige das "Büro". Das erste Mal, dass ich erlebe, dass VPN-Verbindungen im Internet blockiert sind. Das Frühstücks-Buffet ist relativ reichhaltig. Es gibt sogar Schinken und Käse und gute Brötchen. Süsses hat es noch viel mehr, aber das ist nicht mein Ding. Nachher gehe ich zur Rezeption und frage nach einem anderen Zimmer. Nach 12h ziehe ich um und richte mich wieder ein. Um 13.45h starte ich zu einem Spaziergang. Unten am Strand gibt es so etwas wie eine Promenade. Die Sonne scheint und es stürmt mit mehr als 55km/h, bei 16C°. Es hat ziemlich hohe Wellen. Der Wind geht Richtung Meer, sonst könnte man hier nicht spazieren ohne nass zu werden. Es ist gerade Flut, +8 m. Nach dem Kriegs-Denkmal für die Malvinas (Falkland) kehre ich um. Die Stadt liegt etwa 15m höher als der Strand. Oben trinke ich im Cafe Martinez einen guten und teuren Kaffee für 100 ARS. Auf dem Heimweg schau ich noch ein paar Restaurants für das Nachtessen an und hole ein Langarm-Hemd aus dem Auto. Ab jetzt ist vermutlich Schluss mit kurzen Hemden, Hosen und Flip-Flops. Die Temperaturen werden kaum mehr 20C° erreichen. Nach 2h bin ich zurück. Ich geniesse ein Vollbad und ziehe die warmen Kleider an. Zum Nachtessen gehe ich ins Hotel Villa gleich gegenüber. Das hat eine sehr private Atmosphäre. Im Fernseher läuft Fussball und der Besitzer fiebert mit den Kunden mit. Mein Lomo al Roquefort schmeckt gut. Zum Dessert ein Flan, schmeckt auch gut. Mein neues Zimmer ist richtig ruhig, etwas kleiner als die Suite vorher, aber gut. Nur die Klima-Anlage zum Heizen ist geräuschvoll, aber man kann sie abstellen, was ich mache.
(5km zu Fuss)

Mo 28.01.2019
Das Frühstück ist gut wie gestern. Packen, dann fahre ich um 10.30h los. Zuerst zum Tanken, dann zurück auf die RN3. Der Wind ist wieder ziemlich stark. Zum Glück habe ich ihn zeitweise im Rücken. Am Anfang ist es flach und hat viele Weiden. Nach etwa 50km geht es ins Landesinnere. Jetzt hat es niedrige Bäume, ziemlich knorrig, wie bei uns im Aletsch-Wald. Mit der Zeit werden sie höher und das ist gut so, denn sie halten den Wind ab. Am Lago Fagnano mache ich eine kurze Pause. Es stürmt. Der See ist 100km lang und etwa 5km breit. Ab jetzt kommen wir in die Berge! Was für ein Unterschied zum Rest der RN3. Eine richtige Pass-Strasse bis auf über 400müM. Auf dem Paso Garibaldi halte ich kurz an um ein Foto zu machen. Der Schnee liegt etwa 500m höher. Nachher geht es wieder hinunter. Es gibt sogar ein Ski-Gebiet mit Sesselliften. Gegen 14h erreiche ich Ushuaia. Die Stadt gewinnt keinen Schönheits-Wettbewerb. Mein Airbnb ist sehr einfach, aber es gefällt mir und vor allem ist es geheizt! Es ist knapp mehr als 9C° und windet mit mehr als 44km/h. Ich richte mich ein und trinke mein Ankunfts-Bier. Es ist kalt genug aus dem Lastwagen! Dies ist nun der südlichste Punkt meiner Reise, ab nun geht es nordwärts. Seit Buenos Aires habe ich 3891km zurückgelegt und eine Tour von 374km gemacht. Ich war also 4264km unterwegs. Der Vater von Marcelo zeigt mir stolz seine Waffen-Sammlung. Da gibt es sogar ein uraltes Maschinen-Gewehr! Er will mir einen Dolch schenken, aber ich lehne dankend ab. Dafür bekomme ich eine Tasse des New York Police Departements. Ich gehe zum Einkaufen. Mein Zuhause ist oben, d.h. 50m höher als die "Unterstadt". Sieht fast aus wie in San Francisco. Auf dem Rückweg gehe ich ein Stück dem Meer entlang. Macht keinen Spass, es stürmt ziemlich heftig. Nach etwa 1h bin ich zurück. Der Vater von Marcelo geht, lässt aber den Hund hier. Der hält mich alle 15 Minuten auf Trab, mal rein, mal raus. Zum Nachtessen gehe ich ins "Hostal del Bosque", ein schönes aber ziemlich teures Restaurant. Die Auswahl ist klein, aber mein "Lomo del Bosque" mit sowas Ähnlichem wie Kartoffel-Gratin schmeckt sehr gut. Um 22h mache ich mich auf den Heimweg. In der Nähe des Hauses kommt mir der Hund wedelnd entgegen. Keine Ahnung wie er aus dem Garten gekommen ist. Da es leicht regnet, ist er froh wieder ins Haus zu können, wie ich auch. Ich habe die Elektro-Heizung in meinem Zimmer eingestellt, nun ist es viel zu warm.
(215km, 3½h unterwegs)

Di 29.01.2019
Punkt 08.30h ist das Frühstück wie abgemacht bereit. Marcelo hat keinen Kaffee und keine Milch mehr. Kein Problem, das habe ich. Schlussendlich ist alles komplett, inklusive Ei. Zur Ergänzung habe ich noch meinen Käse und mein Joghurt. Es ist grau und kalt, max. 8C° und regnet immer wieder. Einmal hagelt es sogar. Ich klemme mich hinter den neuen Reisebericht, das beste was man tun kann bei diesem Wetter. Zwischendurch kommt die ganze Familie, Marcelo mit Vater und Sohn. Der Vater will mir wieder einen Dolch schenken. Sein Enkel klärt mich auf, dass er Alzheimer habe und sich deshalb nicht mehr erinnere. Er war früher ein hohes Tier bei der Polizei. Es kommen drei junge Israelinnen, sie werden 3 Nächte bleiben. Sie ignorieren mich vollkommen. Wenn ich mich vorstelle mit meinem Namen vorstelle, geben sie mir knapp die Hand, aber nennen ihre Namen nicht. Nach 21h gehe ich zum Nachtessen in die Pizzeria "Doña Lupita". Es hat bis weit herunter geschneit, die Waldgrenze liegt hier bei 500 - 600müM, und da ist es weiss! Ich bestelle eine grosse Pizza "Jamón y huevo", kleine gibt es hier nicht. Ein Paar aus Deutschland setzt sich zu mir an den Tisch. Wir haben ein gutes Gespräch und sie helfen mir die Pizza fertig zu essen. Um 23h bin ich zurück.

Mi 30.01.2019
Marcelo kommt nicht, so mache ich mir einen Kaffee und warte. Die 3 Girls stehen auf und sprechen nur mit mir wenn sie etwas brauchen. Marcelo hat sich verschlafen und lädt mich dafür zum Nachtessen ein. Ich gehe in die nahe Bäckerei und kaufe gutes frisches Brot und mache mir mein Frühstück selbst. Die 3 Girls haben in einer Nacht eine ganze Rolle Toilettenpapier verbraucht, am Morgen ist die Toilette verstopft, das kümmert sie aber nicht. Zum Glück verschwinden sie bald grusslos. Ich klemme mich wieder hinter den Reisebericht. Zwischendurch erscheint Marcelo. Die Einladung gilt für morgen. Den ganzen Tag ist es kalt und es regnet immer wieder kurz. Kein Grund nach draussen zu gehen. Zum Nachtessen gehe ich ins nahe "Maria Lola". Dies ist ein sehr schönes kleines Restaurant mit fantastischer Aussicht. Es ist ziemlich laut weil zwei Gruppen hier essen. Mein "Bandiola de Cerdo"(Schweins-Rollbraten)ist sehr gut, dazu gibt es Süsskartoffel-Stock. Nach 22h bin ich zurück. Die Girls haben das Badezimmer und den Gang unter Wasser gesetzt, aber das kümmert sie nicht. Diesmal lass ich es bleiben wie es ist.

Do 31.01.2019
Heute hat sich Marcelo nicht verschlafen. Er serviert ein wunderbares Frühstück. Für morgen bereitet er einen Brotteig vor. Es wird selbstgebackenes Brot geben. Ich klemme mich wieder hinter den Reisebericht. Die Girls wollen zum Glaciar Martial, Marcelo bringt sie zum Start des Fusswegs. Er fragt mich ob ich mitfahre. Da gibt es einen stillgelegten Sessellift. Bis zum Gletscher ist es etwa 2h zu Fuss. Nachher geht es weiter im Text. Dazwischen kocht Marcelo Nudeln und lädt mich ein. Um 16h bin ich fertig und verschicke die E-Mails.