Tagebuch
Stand: 10.04.2019 Hauptseite / Home


Fr 01.02.2019
Heute sind die 3 Girls vor mir auf. Ich warte bis sie mit dem Frühstück fertig sind. Sobald ich erscheine verschwinden sie und waschen nicht einmal ihr Geschirr. Sie packen und verschwinden ohne sich zu verabschieden. Etwas anderes hätte mich auch gewundert. Nach dem Frühstück organisiere ich meine Daten wie jedes Monatsende. Efraim wünscht sich im Aryaduta Medan zu übernachten, die haben einen schönen Pool. Es ist chinesisches Neues Jahr und er hat Schulfrei. Ich buche 2 Nächte für ihn und Maria. Heute scheint die Sonne. Ich gehe oben ans andere Ende der Stadt, dann zurück unten den Hafen entlang. Dort interessiere ich mich für eine Boots-Tour, kostet 2040 ARS = 54 CHF. Der Tax-Free-Shop ist zwischen 13h und 16h geschlossen, und das an einem Touristen-Ort. Ich kaufe meinen Whisky darum im Supermarkt. Auf dem Weg dahin taucht Marcelos Hund auf und kommt eine Weile mit mir. Um 14.30h bin ich zurück. Brühwi meldet sich, sie kommen schon morgen Abend mit ihrer Kreuzfahrt in Ushuaia an. Mal sehen ob wir uns treffen. Später korrigiert er sich, sie kommen erst wie geplant am Sonntagmorgen an. Sie haben dann eine Bahnfahrt ans Ende der Welt gebucht. Wir werden und nachher treffen. Das von Marcelo empfohlene Restaurant ist eher ein Take Away. Ich gehe wieder ins "Maria Lola", da ist es zwar etwas teurer, aber auch viel schöner und besser. Mein "Bife Chacarero" ist sehr gut. Heute genehmige ich mir ein Dessert. "Manzana Filo", Apfel im Schlafrock ist auch sehr gut. Um 23h bin ich zurück.

Sa 02.02.2019
Vor dem Frühstück muss ich Milch einkaufen. Nach dem Frühstück erledige ich die Wäsche. Die Maschine braucht 2½h bis sie fertig ist. Ich erledige diverse Kleinigkeiten, lade einige Sachen um im Auto usw. Es kommen neue Gäste, Dirk aus Deutschland und Nina aus Frankreich reisen zusammen durch Südamerika. Beim Apero sitzen wir zusammen und erzählen. Zum Nachtessen gehe ich ins "Bodegon Fuegino", ein kleines schönes Restaurant. Am Nebentisch sitzen Berndt und Martin aus Deutschland. Sie sind mit Mietmotorrädern unterwegs. Wir reden und trinken Bier, bis sie uns rauswerfen, es ist 00.45h und sie schliessen.

So 03.02.2019
Nach dem Frühstück heisst es wieder einmal Packen. Um 11.30h verabschiede ich mich und fahre los zu meinem neuen Hotel. Das habe ich schon lange vorher gebucht, weil ich dachte, dass es schwierig sei ein Hotel in der Hochsaison zu finden. Nach 5 Minuten bin ich da. Eine Gruppe holt ihr Gepäck, das sie während ihrer 25 tägigen Antarktis-Tour hier deponiert hat. Die sind 200km zu Fuss und auf Skiern unterwegs gewesen. Brühwi und Uschi sind heute Morgen pünktlich um 08.00h in Ushuaia angekommen. Ihr Plattenbau-Hausboot versperrt die halbe Aussicht. Sie machen zuerst eine Fahrt mit dem Mini-Zug zum "Fin del Mundo" (Ende der Welt). Wir treffen uns um 14h und suchen zuerst eine Apotheke, sie husten beide. Am Sonntagnachmittag ist aber fast alles geschlossen. Im Supermarkt kaufen sie noch einige Sachen ein, dann setzen wir uns ins Restaurant "El Mercado". Ich überrede sie zu Empanadas, damit sie wenigstens etwas typisch Argentinisches gegessen haben. Dazu lokales Bier. Um 18h gehen sie zurück aufs Schiff und ich zurück in mein Neues Zuhause. Da treffe ich Stefan aus Deutschland, wir haben zusammen Apero. Er will den Super Boule anschauen, ich gehe zum Nachtessen. Das "Paso Garibaldi" ist ein kleines Restaurant. Mein "Gnoggi Ossobuco" schmecken sehr gut, dazu ein Glas Wein. Das billigste Nachtessen bis jetzt in Ushuaia, 750 ARS. Um 22.30h bin ich zurück.
(1.3km, 5 Minuten unterwegs und 5km zu Fuss)

Mo 04.02.2019
Das Frühstück ist schön angerichtet, aber nicht reichhaltig. Ich esse nur Toast und trinke Kaffee. Nachher hole ich meinen Tisch aus dem Auto. In meinem Zimmer hat es weder Stuhl noch Tisch. Aber es ist ein kleines, schönes Zimmer. Erledige das "Büro". Um 14h mache ich mich auf den Weg um Brühwi zu treffen. Ich gehe die Uferpromenade entlang. Das Wetter ist unglaublich, 25C°, kein Wind und blauer Himmel. Das gab es hier seit 30 Jahren nicht mehr, sagen die Einheimischen. Ich habe leider die SD-Karte der Kamera im Computer stecken lassen, darum kann ich nur mit dem Mobile fotografieren. Um 15h treffe ich Brühwi im "El Mercado". Er hat hier alle Updates für sein Notebook erledigt. Wir reden und trinken Bier bis Uschi kommt. Um 20.30h sind wir zum Nachtessen im "Maria Lola", ich habe reserviert. Das Essen ist wie immer sehr gut. Um 23h bin ich zurück. Brühwi wird morgen früh um 06.00h ablegen und nach Punta Arena weiterfahren.

Di 05.02.2019
Nach dem Frühstück plane ich etwas an der Weiterreise. Um 13.30h fahre ich los. Via alten Flugplatz fahre ich zum Internationalen Flugplatz. Unterwegs stoppe ich einige Male um Fotos zu machen. Der Himmel bedeckt sich langsam aber stetig. Es ist aber immer noch 23C° warm. Bernard landet pünktlich. Ich kaufe noch 4 Liter Ballentines für 1824 ARS = 50 CHF im Taxfree Shop ein. Zu Hause setzen wir uns in den Garten und geniessen die vermutlich letzten warmen Stunden. Stefan setzt sich auch zu uns. Zum Nachtessen gehen wir ins nahe "Kalma Resto", das zweitbeste Restaurant in Ushuaia. Das Essen und der Service sind gut, aber man bezahlt das auch. Da wir nicht das Gourmet-Menü bestellen, kommen wir noch glimpflich davon. Mein Patagonia Steak ist gut, kostet aber 820 ARS, was hier sehr teuer ist. Nach 22h sind wir zurück.
(16km zum Flughafen und zurück)

Mi 06.02.2019
Nach dem Frühstück gehen wir zum Hafen. Von da fährt ein Bus in den National Park. Der kostet 700 ARS, dann kommen noch 490 ARS für den Eintritt dazu, das sind zusammen mehr als 30 CHF! Wir starten die Wanderung beim "südlichsten Postamt der Welt". Auf der Karte geben sie 4h, auf dem Wegweiser 3h Wanderzeit für die 8km an. Der Weg ist meist gut und führt meistens die Küste entlang. Dadurch geht es aber auch immer auf und ab um die Klippen. Die Umgebung ist sehr schön und urchig, könnte ebenso im Engadin sein, nur dass wir hier am Meer sind und nicht an einem See. Der Wald hält den Wind ab. Wir erreichen das Ziel nach etwas mehr als 3h, 5 Minuten nachdem unser Bus weggefahren ist. Der nächste fährt erst in 2h. Aber wir haben Glück. Die Konkurrenz nimmt dich mit, wenn sie noch freie Plätze haben. So können wir nach ½h mitfahren und müssen nicht 2h warten. Zurück in Ushuaia suchen wir zuerst ein warmes Restaurant mit kaltem Bier. Zu Hause sitzen wir mit Stefan zusammen. Er wird nach seiner Kreuzfahrt eine Tante in Bolivien besuchen. Vielleicht treffe ich ihn irgendwo wieder. Zum Nachtessen gehen wir ins "Volver". Da erleben wir asiatischen Selfie-Kult in Reinkultur. Am Nebentisch haben sie Riesen-Krappen bestellt. Die sind mit gestreckten Beinen etwa 50cm im Durchmesser. Wenn das Essen schön angerichtet serviert wird, packt die Frau die Krappe an zwei Beinen und hält sie hoch, damit der Mann ein Foto machen kann. Die Sauce vertropft den ganzen Tisch. Alle schauen ziemlich erstaunt dem unglaublichen Schauspiel zu. Ich teile mit Bernard eine gute Paella.
(13km zu Fuss)


Do 07.02.2019
Zwei Girls aus Rumänien sind neu im Zimmer neben mir eingezogen. Sie arbeiten bei Qatar Airlines und sind mal schnell für 10 Tage in Argentinien unterwegs. Mehr Ferien bekommen sie nicht am Stück. Nach dem Frühstück verabschieden wir uns von Stefan, er startet heute seine Antarktis-Kreuzfahrt (11 Tage, 9000 CHF), und gehen dann gegen 10h zum Hafen. Die Bootstour startet um 10.30h. Wir sind 11 Personen. Es ist ziemlich kalt. Während der Fahrt zum Leuchtturm stoppen wir bei einer kleinen Insel mit Seelöwen. Beim Leuchtturm hat es viele Kormorane und die Insel ist total verschissen, ganz weiss. Auf dem Rückweg legen wir auf der Isla H an. Die heisst so, weil die beiden kleinen Inseln bei Ebbe verbunden sind und aussehen wie ein H. Bei Flut sind sie getrennt. Es ist eine schöne Rundwanderung von 1km. Es gibt schöne Pflanzen die in dieser harten Umgebung überleben, viele verschiedene Moose. Nach 1h sind wir zurück auf dem Boot und fahren zurück nach Ushuaia. Auf dem Heimweg kaufe ich Souvenirs für Maria ein. Nachher genehmigen wir uns ein Bier in einer schönen geheizten Bar. Zurück zu Hause versuche ich die Fähre zu reservieren. Das Reservieren klappt, aber die Bezahlung mit Kreditkarte klappt nicht. Ich suche eine Unterkunft in Porvenir für Samstag. Von da geht die Fähre nach Punta Arena. Zum Nachtessen wollen wir ins "Paso Garibaldi", das ist aber voll. Im wie ein Gefängnis dekorierten "Viejo Lobo" finden wir dann einen Platz. Der Linsen-Eintopf schmeckt sehr gut.
(37km mit dem Boot und 4km zu Fuss)

Fr 08.02.2019
Unser Airbnb in Porvenir ist bestätigt. Nach dem Frühstück heisst es wieder einmal packen. Ich versuche noch meine Reservation für die Fähre zu klären. Unsere Gastgeber müssen an eine Veranstaltung un verabschieden sich. Um 11.15h fahren wir los. Es hat wenig Verkehr und kaum Wind. Auf dem Paso Garibaldi stoppen wir kurz um die Aussicht zu geniessen. Dann geht es weiter, hinunter zum Lago Fagnano, dem grossen See. Über eine ungeteerte Strasse fahren wir ans Ufer am Ende des Sees und machen da einen kurzen Stopp wie bei der Hinfahrt. Es windet schon wieder deutlich stärker. Über die Nebenstrasse fahren wir bis Tolhuin, dem einzigen grösseren Ort auf der Strecke. Wir essen ein Sandwich und trinken etwas. Nach 40 Minuten fahren wir weiter. Es beginnt zu regnen und der Wind wird immer stärker. Nach etwa 1h erreichen wir den Atlantik und es stürmt wieder gewaltig. Um 15.30h sind wir in Rio Grande. Das Hotel Villa ist sehr einfach und das Internet funktioniert nicht richtig. Das brauchen wir aber, denn nun beginnt ein Hin und Her mit dem Airbnb von morgen in Porvenir. Die wollen nun plötzlich Bargeld, weil ihre Karte nicht funktioniere. Schlussendlich breche ich das ganze ab und benachrichtige Airbnb. Die reagieren prompt und nach 30 Minuten ist meine Buchung storniert und der ganze Betrag gutgeschrieben. Dafür muss ich jetzt eine neue Unterkunft suchen. Ich finde dann auch eine und wir können den Apero geniessen. Gegen 21h gehen wir ins Restaurant, da habe ich schon beim letzten Aufenthalt in Rio Grande gegessen. Bernard ist Forelle und ich ein Lomo Mostaza. Beides schmeckt gut. Bernard geht um 22h ins Bett, ich esse noch ein Dessert. Um 23h bin ich auch im Bett.
(214km, 4h¼h unterwegs)

Sa 09.02.2019
Vor dem Frühstück führe ich mein Tagebuch nach. Das Frühstück ist mickrig. Das Hotel ist auch sonst kein Lichtblick, alles ist abgenutzt. Dafür sind 1700 ARS = 45 CHF viel zu viel. Gegenüber im Casino habe ich für ein viel schöneres Zimmer und einem guten Frühstück 2300 ARS = 60 CHF bezahlt. Maria teilt mir mit, dass Paul in Medan sei und ihr meinen Ring weggenommen habe, wie immer dies möglich sein kann. Ich bin stinksauer. Um 10h fahren wir los. Zuerst zum Tanken, dann der Küste entlang nach San Sebastian. Nach 1¼h sind wir am argentinischen Zoll. Da geht es sehr schnell, nach 10 Minuten ist alles erledigt. Die erste ungeteerte Strecke bis zur Grenze ist 10km lang. Auch am chilenischen Zoll geht es schnell. Nach 15 Minuten ist auch hier alles erledigt, inkl. Kontrolle meiner Ladung. Nun geht es weiter auf der neuen Beton-Strasse. Es stürmt wieder wie blöd. Nach 40km erreichen wir die Abzweigung nach Porvenir. Da das Wetter gut ist, machen wir den Umweg zur Kolonie der Königs-Pinguine. Da ich schon da war, spare ich mir die 18 CHF Eintritt und warte windgeschützt an der Sonne bis Bernard zurückkommt. Nach 45 Minuten fahren wir weiter. Ich habe das Gefühl, dass die Strasse heute in viel schlechterem Zustand als das letzte Mal. Auch die Strasse nach Porvenir ist nicht geteert, aber zumindest am Anfang in besserem Zustand. Wir kommen zügig voran. Es geht meistens die Küste entlang und hat kaum Verkehr. Die Minibusse fahren meist ohne zu verlangsamen an dir vorbei. Das hasse ich, weil ich keinen Stein in meiner Windschutzscheibe will. So beginne ich so lange wie möglich in der Mitte zu fahren und sie so zum Verlangsamen zu zwingen. Gegen Schluss wird die Strasse teilweise sehr ruppig. Um 15.30h erreichen wir Porvenir. Die letzten 100km ungeteerte Strasse haben wir mit einem Schnitt von 60km/h geschafft. Aber die grosse Herausforderung wartet erst jetzt auf uns. Die Pension Hain die wir gebucht haben finden wir nicht und niemand kennt sie. Die angegebene Adresse existiert nicht. Dafür finden wir das Büro der Fähre nach Punta Arena und können die Überfahrt für morgen buchen. Sie versuchen auch die Pension unter der angegebenen Nummer zu erreichen. Gleich gegenüber ist das Hotel España, da haben sie 2 Zimmer und wir bleiben. Die ganze Übung hat etwa ¾h gedauert. Ich informiere die Pension und Booking.com, dass sie die Buchung kostenlos stornieren sollen. Nachher gehen wir zum Geldautomaten. Bernard lässt sich 200'000 CLP auszahlen und bezahlt dafür 4900 CLP Automaten-Gebühr. Im Hotel trinke ich mein Ankunfts-Bier und Bernard isst einen Riesen-Burger. Nachher gehen wir in einen Laden um einzukaufen. Ich kaufe einen Adapter für die chilenischen Stecker, die sind gleich wie in Italien. Zum Nachtessen bleiben wir im Hotel. Das Essen ist gut. Für mich ein "Lomo Mignon", ein Filetstück mit Speck umwickelt. Um 23h bin ich im Bett.
(262km davon 140km ungeteert, 5½h unterwegs)

So 10.02.2019
Maria versucht mich zu erreichen, ich nehme nicht ab. Das Frühstück ist auch hier mickrig. Wir können es gemütlich nehmen, die Fähre geht erst um 13.00h. Um 11h fahren wir los. Es stürmt wieder wie blöd. Zum Glück gibt es ein modernes Abfertigungsgebäude. Drinnen sind die Stein-Bänke beheizt! Die Fähre kommt pünktlich an. Sie ist viel grösser als erwartet. Die Passagiere müssen getrennt vom Fahrer an Bord gehen. Bernard will ein Foto machen, wenn ich auf die Fähre fahre. Aber er verpasst mich, weil ich bereits als drittes Fahrzeug einfahren kann. Er merkt erst wenn die Fähre ablegt, dass ich schon lange an Bord bin. Der Platz den ich ausgesucht habe ist nicht wie erwartet in Vorwärtsrichtung, weil die Fähre wendet und wir darum rückwärtsfahren. Kaum sind wir aus dem Hafen lässt der Kapitän die Türen nach vorne wegen Sturm schliessen. Die Wellen sind vielleicht 2m hoch. Zusammen mit dem Sturm wird das Schiff heftig durchgeschüttelt. Der Kapitän versucht die Wellen zu Umfahren, das gelingt aber nur teilweise. Nach 2h stürmischer Überfahrt können wir die Fähre als erste verlassen. Im zweiten Anlauf finden wir auch unsere Unterkunft und es klappt wieder nicht! Sie haben nur ein Zimmer, wir haben aber 2 Zimmer reserviert. Wenigstens helfen sie uns eine andere Unterkunft zu finden. Das " Hostal Doña Calletana" ist ziemlich einfach und teuer 35'000 CLP/Nacht und Zimmer (53 CHF). Aber wir bleiben und richten uns ein. Ich buche ein Airbnb in Puerto Natales für 3 Nächte und hoffe, dass die 3. Buchung in Chile diesmal klappt. Apero in meinem Zimmer, Bernard trinkt auch Whisky, als Medizin gegen seine Erkältung. Zum Nachtessen gehen wir ins "Luna". Bernard hat das ausgesucht. Es ist eine Touristen-Beiz aus dem Lonely Planet und voll. Wir müssen etwa 15 Minuten anstehen. Mein "Plateada al Merlot con Risotto" kommt kalt. Ich gebe es zurück. Es ist nicht schlecht, aber teuer. Mein Teil kostet 22'000 CLP, das sind 33 CHF, das teuerste Essen seit meiner Abreise aus der Schweiz! Um 23h bin ich im Bett.
(17km im Auto und 39km mit der Fähre, 5h unterwegs)

Mo 11.02.2019
Das Frühstück ist mittelmässig. Nur Nescafé oder Tee und Toastbrot. Wenigstens gibt es je 1 Scheibe Käse und Schinken und ein kleines Rührei dazu. Bernard will ein Museum besuchen. Ich erledige die Planung. Die von Bernard vorgeschlagene Pinguinera existiert nicht mehr. Zum Glück merke ich das bevor wir dorthin gefahren sind. Es wäre 70km ungeteerter Umweg gewesen. Maria macht Telefon und WhatsApp-Terror. Ich schreibe ihr, dass sie eine Woche lang über all ihre Lügen zu Paul, Alain und vieles mehr nachdenken soll und wir dann vielleicht wieder reden. Am Nachmittag gehen wir in die Stadt um SIM-Karten zu kaufen. Für 3000 CLP = 4.50 CHF bekommen wir eine von Entel. Die sollen die beste Abdeckung haben. Nachher kaufen wir ein für das Frühstück in Puerto Natales und schlendern durch das Zentrum. Es ist kühl, auch wenn es kaum windet. Im "Lomito's" kehren wir ein und essen etwas, dazu ein Bier. Auf dem Rückweg beginnt es wieder zu winden. Wir setzen unsere Planung für Torres del Paine fort. Es soll da eine neue Strasse geben findet Bernard heraus, resp. die vorher gesperrte sei wieder offen. Apero im Zimmer alleine. Zum Nachtessen gehen wir ins Restaurant "Okusa", das haben wir gestern gesehen und es hat gute Bewertungen. Auch hier hat es Gruppen, aber wir finden einen Platz im sehr schönen und gemütlichen Restaurant. Mein Lomo de Cerdo ist sehr gut. Um 22.30h machen wir uns auf den Heimweg.
(5km zu Fuss)

Di 12.02.2019
Nach dem Frühstück packen wir und fahren um 10.15h los. Am Anfang ist der Wind kein Thema, aber kaum aus der Stadt geht es los. Die Prognose für heute ist 80-94km/h Windgeschwindigkeit! Und die bekommen wir voll ab, natürlich nie von hinten, immer von vorne oder seitlich. Wenn er von vorne kommt muss ich herunterschalten in den 4.Gang um eine Geschwindigkeit von 80km/h zu halten. Geht es bergauf, schaffe ich selbst das nicht. Die Gegend ist leicht hügelig und unbewaldet. In der Nähe von höheren Hügeln ist der Wind manchmal etwas schwächer. Um 13h machen wir beim Rio Rubens eine Pause und essen etwas. Nach ¾h geht es weiter. Um 14.45h erreichen wir Puerto Natales. Da wir erst um 16h angemeldet sind, fahren wir zur Tourist-Information um nachzufragen ob die von uns ausgesuchte Strasse in den Nationalpark offen ist. Sie ist offen. Nachher gehen wir einkaufen für die nächsten Tage. Um 16h sind wir beim Airbnb. Nach kurzer Zeit erscheint der Vater von Omar und lässt uns ins Haus. Es ist ein neues kleines Haus mit allem was an braucht und zwei Schlafzimmer im 1.Stock. Wir richten uns ein. Zum Nachtessen gehen wir ins "Base Camp", das ist aber voll. Im Cafe Kaiken gleich nebenan haben sie Platz. Mein Steak mit Spiegelei schmeckt sehr gut. Um 23h sind wir zurück.
(250km, 4½h unterwegs)


Mi 13.02.2019
Wir stehen etwas früher auf und machen unser Frühstück selbst. Wieder einmal Käse usw. Um 9.30h fahren wir los. Zuerst zum Tanken, dann auf der Ruta 9 Richtung Norden. Nach 20km zweigen wir auf die Y150 ab. Die war einmal gesperrt, darum haben wir nachgefragt. Bis zum "Cueva Del Milodon" ist sie nun durchgehen betoniert, aber noch nicht ganz fertig. Nachher folgt ein ziemlich langes ungeteertes Stück. Es hat relativ viel Verkehr in unserer Richtung. Die Strasse führt vorbei an schönen Seen und das Panorama wird immer eindrücklicher. Gegen 11.30h sind wir beim Eingang zum Torres Del Paine National Park. Bis wir ein Ticket haben dauert es mehr als 20 Minuten, länger als die Einreise nach Chile! Es kostet 21'000 CLP = 32 CHF, ein stolzer Preis. Wir haben uns entschieden zum Lago Grey zu fahren. Um 12.30h sind wir da, ziehen unsere Wanderschuhe an und ziehen los. Zuerst über eine wackelige Hängebrücke über den Rio Grey, dann durch einen sehr schönen Wald. Sobald wir aus dem Wald an den Strand kommen sind wir dem Wind ausgesetzt und der geht mit 70km/h oder sogar mehr. Es haut einen fast um. Die Attraktion hier sind die Eisberge die der Wind vom 14km entfernten Grey Gletscher hierher treibt. Wir haben Glück es hat mehrere ziemlich grosse Exemplare. Der Wind ist so stark, dass wir zeitweise von der Gischt der Wellen nass werden. Es gibt einen Aussichtspunkt auf einem Felsen. Da hat man eine schöne Aussicht über den See und den fernen Gletscher. Aber der Wind ist hier noch extremer. Auf dem Rückweg hinter dem Felsen ist es dann fast windstill und darum auch warm. Laut Prognose haben wir den besten Tag erwischt. Gestern war es schlecht und morgen soll es auch wieder schlecht werden. Man könnte für 70 USD eine Bootstour machen. Aber das Boot ist schon weg wenn wir ankommen und hat uns so den Entscheid abgenommen. Nach 2h sind wir zurück. Meine Schuhe haben die Wanderung knapp überlebt, aber ich kann sie wegwerfen weil sich die Sohle löst. Der Weichmacher ist raus darum bricht der Schaum zwischen Schuh und Sohle. Das ist mir auch in Australien mit dem gleichen Model passiert. Auf ein Bier verzichten wir, 2dl kosten 4500 CLP = 7 CHF! Für den Heimweg suchen wir uns eine andere Strasse aus. Die Strasse ist am Anfang schlecht, wird mit der Zeit immer besser. Dafür wird man durch ein fantastisches Panorama entschädigt. Zwei Mal geraten wir in einen Sandsturm. Beim Zweiten wir man Auto mit grobem Sand gefüllt. Das habe ich noch nie erlebt. Ab dem Lago Sarmiento ist die Strasse dann wieder mit Belag. Nur ein Stück weit sind sie am Bauen und man fährt etwa 15km weit auf einer provisorischen Strasse. Um 18h sind wir zurück in Puerto Natales und kaufen noch ein. Um 18.30h sind wir zu Hause. Duschen und Wäsche waschen. Um 21h zum Nachtessen ins "Base Camp". Diesmal haben sie Platz. Die Pizza ist sehr gut. Gegen 23h sind wir zurück.
(269km, davon etwa 100km ungeteert, 6½h unterwegs und 5.5km, 2½h zu Fuss)

Do 14.02.2019
Nach dem Frühstück buche ich in El Calafate ein Hotel. Der Ort ist teuer und ziemlich ausgebucht. Es stürmt und ist wechselhaft, manchmal regnet es, aber meist nur kurz und nicht stark. Nachher erledige ich das "Büro". Am Nachmittag gehen wir ins Zentrum zum Einkaufen und etwas Essen. Die Restaurants hier sind sehr teuer, mein Bier kostet 2800 CLP = 4.20 CHF. Mein Versuch Geld zu beziehen scheitert auch heute, der Automat quittiert meine Ansinnen mit einem "Blue Screen". Nachher schauen wir uns nach einem Restaurant fürs Nachtessen um und holen Bernards Wäsche aus der Wäscherei. Er hat der Waschmaschine nicht getraut. Zum Nachtessen gehen wir ins "Raices de Chiloe" das hat uns am Nachmittag am besten gefallen. Unser Lamm Stew ist zwar kein Stew, aber trotzdem sehr gut. Zudem ist es eines der billigeren Restaurants hier, wir bezahlen 30'000 CLP für beide zusammen. Um 23h sind wir zurück.

Fr 15.02.2019
Nach dem Frühstück heisst es wieder einmal packen. Um 10.45h fahren wir los. Zuerst zum Tanken. Dann bis Villa Dorotea an der chilenischen Grenze. Die Abfertigung dauert nur 15 Minuten. Dann geht es weiter bis Valdelen, argentinischer Zoll und Skigebiet. Da dauert es schon länger, aber nach 25 Minuten haben wir auch das geschafft. Nach Rio Turbio erreichen wir die berühmte RN40. Durch Hügel geht es nun zügig weiter bis Esperanza. Wir haben ausnahmsweise Rückenwind und das nicht zu knapp. Ich fahre 90km/h und die Wolken überholen mich! Um 14h sind wir da und machen eine Pause von 40 Minuten. Kaum gestartet, funktioniert meine Elektronik nicht mehr. Ich muss sie deaktivieren damit wir weiter fahren können. Vermutlich hat sich eine Verbindung gelöst bei den vielen Vibrationen der letzten Tage. Weiter geht es ab jetzt mit Seiten- oder Gegenwind. Zeitweise stürmt es so, dass ich im 4.Gang knapp 70km/h schaffe. Auch weil es bis auf 800müM hoch geht. Um 16h sind wir beim Mirador El Monito. Da geht die Strasse steil von 800 auf 200müM hinunter und man hat eine wunderbare Aussicht. Beim Lago Argentino verlassen wir die RN40 und fahren dem See entlang nach El Calafate. Um 17h sind wir beim Hotel Rincón del Calafate. Das Einchecken dauert ewig. Unsere Zimmer sind sehr schön und wir richten uns ein. Nachher das obligate Ankunfts-Bier im Hotel. Das Restaurant ist entgegen den Angaben zum Nachtessen nicht geöffnet. Wir gehen zu Fuss ins Zentrum. Das erste Restaurant ist voll und zu laut. Wir finden in der Nähe das "Casimiro Bigua". Das ist zwar teurer aber ruhig und schön eingerichtet. Mein Gulasch mit Spätzli ist gut, nur das Fleisch ist zu hart. Um 23h sind wir zurück. Im Zimmer höre ich Feuerwerk. Ich gehe nach draussen, da ist tatsächlich ein grosses Feuerwerk, weil ein Festival stattfindet. Die Musik haben wir im Zentrum gehört.
(352km, 6¼h unterwegs)

Sa 16.02.2019
Um 08.30h zum Frühstücksbuffet. Das beste bisher in Argentinien. Um 10.15h fahren wir los. Dem Lago Argentina entlang mit viel Gegenwind. Um 11h erreichen wir den Eingang zum Parque Nacional Los Glaciares. Pro Person sind 700 ARS (20 CHF) fällig. Bis zum Perito Moreno Gletscher sind es noch 28km. Das Wetter wird immer schlechter. Am Ziel regnet es und der Wind geht mit bis zu 80km/h. Vom Parkplatz gehen wir auf dem Küstenweg zum Gletscher. Der sieht auch bei schlechtem Wetter sehr eindrücklich aus, je näher man kommt. Vor einigen Monaten ist die Eisbrücke eingestürzt. Im Moment kann das Wasser frei zirkulieren. Der Gletscher wird aber die Lücke wieder schliessen. Dann kann sich das Wasser bis 20m hoch stauen, bis es wieder einen Weg durch das Eis findet und die Brücke erneut gebildet wird. Nach 1¼h haben wir die gut 2km Wanderung geschafft. Das Restaurant ist voll, wir fahren mit dem Shuttle-Bus zum Parkplatz zurück. Da gibt es auch ein Restaurant. Es hat weniger Leute, aber das Bestellen ist so langwierig, dass wir trotzdem ewig auf unser Essen und Trinken warten. Um 14.30h fahren wir zurück. Kaum aus dem National Park, scheint die Sonne wieder. In El Calafate will ich tanken. Bei YPF nehmen sie entgegen früheren Erfahrungen hier keine Kreditkarte. So fahren wir zu einer anderen Tankstelle. Da hat es eine lange Kolonne. Ein netter Unbekannter sagt uns, dass wir für Diesel nicht anstehen müssen, sondern direkt zu Säule fahren können. Und er hat Recht. Der starke Gegenwind kostet einige Liter mehr als üblich. Ich verbrauche 16 Liter pro 100km. Zurück im Hotel geniesse ich ein Vollbad. Es beginnt nun auch hier zu regnen. Im Hotel empfehlen sie uns ein nahegelegenes Hotel zum Nachtessen. Das "El Alambique" ist ein sehr schönes Restaurant und für hiesige Verhältnisse günstig. Mein Schweinsbraten schmeckt sehr gut. Um 23h sind wir zurück.
(157km, 3¼h unterwegs, 3km zu Fuss)

So 17.02.2019
Wir geniessen nochmals das Frühstücks-Buffet. Das Bezahlen beim Check-Out zieht sich wieder in die Länge. Ich verbiete ihm die Geheimnummer meiner Kredit-Karte im Computer einzugeben und sage ihm dass das nicht nach Vorschrift von Visa sei. Er gibt schlussendlich 999 ein, was das System auch schluckt. Um 10.30h fahren wir los, nachdem ich die Sicherheits-Elektronik deaktiviert habe. Es ist bewölkt und regnet immer wieder, aber es hat kaum Wind. Ein völlig neues Fahrgefühl in Argentinien. Via RP11 fahren wir zur RN40. Es hat kaum Verkehr. Zuerst fahren wir dem Lago Argentino entlang, dann folgen wir mehr oder weniger dem Rio Leona und erreichen schliesslich den Lago Viedma. Es ist leicht hügelig. Unterwegs machen wir mehrere Foto-Stopps. Beim letzten gibt es eine Fuchs-Familie. Die Jungen rühren sich nicht von der Stelle während die Eltern weg sind. Das letzte Stück führt dem Lago Viedma entlang. Ich habe erwartet, dass wir bergauf fahren müssen, aber es ist mehr oder weniger flach bis nach El Chaltén, das auf 400müM liegt. Der Ort wurde erst 1985 gegründet um Präsenz zu markieren. Der Grenzverlauf ist hier umstritten. Um 13.30h sind wir bei der Hosteria Los Ñires. Wir können sofort einchecken und richten uns ein. Internet gibt es nur im "Restaurant". Da wird auch das Frühstück serviert, aber keine andere Mahlzeiten. Mein Ankunfts-Bier bekomme ich aber. Gegen 16h gehen wir zur Tourist-Information. Die nehmen uns da gleich die Entscheidung an welche Tour wir morgen machen sollen, denn eine der beiden ist gesperrt wegen zu viel Wasser im Fluss. Bernard will noch zu einem Aussichtspunkt wandern. Ich verzichte, weil es immer wieder regnet. Auf dem Rückweg inspiziere ich einige Restaurants. Überzeugt hat mich nur eins, das "La Senyera". Da gehen wir in strömendem Regen dann auch hin. Mein Bife Chorizo ist sehr gut. Um 23h sind wir zurück. Ich schlafe nicht gut, weil in der Nähe meines Zimmers die Heizung ziemlich laut ist.



Mo 18.02.2019
Nach dem mittelmässigen Frühstück kann ich mein Zimmer wechseln. Danach starten wir um 09.45h zu unserer Bergtour zur Laguna Torre. Wir haben Riesenglück, der Himmel ist blau, kaum eine Wolke, nur die Gipfel hüllen sich in Wolken. Es hat ziemlich viele Leute unterwegs. Um 11h sind wir beim "Mirador del Cerro Torre" dem vorerst höchsten Punkt. Nachher geht es wieder bergab auf der ehemaligen Seitenmoräne des Glaciar Grande und nachher flach. Nach etwa einer Stunde erreichen wir den tiefsten Punkt vor dem nächsten Anstieg auf die Moränen die die Laguna Torre staut. Um 13h sind wir am Ziel mit vielen andern. Wir haben alte Brötchen und Käse mitgenommen. Das schmeckt jetzt ausgezeichnet! Nach einer Stunde machen wir uns auf den Rückweg. Um 16.30h sind wir zurück. Das Bier schmeckt heute sehr gut. Ich buche noch die nächsten Unterkünfte. Die warme Dusche danach ist sehr angenehm. Zum Nachtessen wollen wir nochmals ins "La Senyera", das ist aber voll, so suchen wir etwas anderes. Im "Maffia" finden wir was wir wollen. Der Tisch bei der Tür ist nicht optimal, weil es wieder zu stürmen beginnt. Meine Lasagna ist sehr argentinisch, viel Fleisch, wenig Teigwaren. Da das Fleisch nicht gehackt, sondern gewürfelt ist, schmeckt es ganz anders. Nicht schlecht, aber eben keine Lasagna wie erwartet. Um 23h bin ich todmüde im Bett. Es stürmt die ganze Nacht.
(19km, 550m Anstieg, 6¾h unterwegs)

Di 19.02.2019
Nach dem Frühstück packen wir zusammen und fahren um 10h bei strömendem Regen los. Zum Glück haben wir ausnahmsweise Rückenwind. Nach 1h erreichen wir die RN40. Die ist am Anfang gut und geteert. Aber nach 80km endet die gute Strasse abrupt. Für die nächsten 72km sollen Bauarbeiten im Gange sein. Wir sehen genau einen Arbeiter! Die Strasse ist vor allem am Anfang zeitweise schlammig. Zum Glück regnet es nicht mehr stark, sonst wäre das eine einzige Rutschpartie. Gegen Schluss scheint sogar die Sonne. Wir machen eine kurze Pinkelpause. Nach 1¼h haben wir es geschafft. Bei der Abzweigung der RP29 wird die RN40 wieder eine schöne Strasse. Es stürmt immer noch, meist von hinten. Selbst wenn ich 90km/h fahre überholen mich die Wolkenschatten. Um 14h sind wir am Ziel in Gobernador Gregores. Die Wohnung ist gross, aber sehr spärlich eingerichtet. Wir richten uns ein und fahren dann zum Tanken und Einkaufen. Sie haben wieder einmal nur den teuren Diesel. Die Läden sind alle geschlossen. Wir müssen später nochmals los. Wir erledigen das "Büro". Es stürmt immer noch gewaltig, 74km/h gemäss Wetterbericht. Um 17.30h kommt die Vermieterin vorbei und wir fahren mit ihr zu ihrem Laden um mit Kreditkarte die Wohnung zu bezahlen. Sie macht mit uns eine Tour durch den Ort und zeigt uns diverse Läden und Restaurants. Zurück zu Hause, fahren wir mit meinem Auto zum Einkaufen. Zum Nachtessen wollen wir in die Pizzeria la Carreta. Die ist aber geschlossen. Gleich daneben liegt das "La Rosa" ein kleines Restaurant mit nur 2 Tischen. Meine Pizza Milanese ist sehr speziell. 4 Milanese(Schnitzel) auf einem mit Schinken belegten Pizzaboden, darauf Pommes. Das alles mit Käse überbacken und zuoberst ein Spiegelei. Die Media-Grösse ist immer noch viel zu grosse. Am Nebentisch sind junge Franzosen, der eine isst unsere Resten mit Vergnügen. Es stürmt die ganze Nacht weiter.
(298km, 4h unterwegs, davon 72km ungeteert 54km/h)

Mi 20.02.2019
Wieder einmal ein "richtiges" Frühstück. Um 10.30h fahren wir los. Gleich zu Beginn haben wir Gegenwind mit dem bekannten Effekt, dass ich im 5.Gang die Geschwindigkeit nicht halten kann und im 4.Gang fahren muss. Bis zum ersten Halt nach 120km und 1½h bleibt das mehrheitlich so. Ziemlich mühsam und laut. Wir werden richtig durchgeschüttelt, obwohl die Strasse eigentlich gut ist. Beim "Las Horquetas" machen wir eine Pause und trinken etwas. Nachher ändert die allgemeine Richtung und wir haben Rücken- oder Seitenwind. Nur noch ganz selten Gegenwind. Es ist angenehm ruhig zum Fahren, dafür lässt die Strasse manchmal zu wünschen übrig. Die Gegend gleicht manchmal einer Mondlandschaft. Wie unwirklich. Offenbar gibt es hier Gold und evtl. Bauxit. Die Hügel sind jedenfalls manchmal rot. Um 15.30h erreichen wir Perito Moreno und tanken da. Bis Los Antiguos sind es noch knapp 60km. Wieder mit vollem Gegenwind dem Lago Buenos Aires entlang. Unser Airbnb ist wie schon bald üblich in Südamerika nicht da wo angegeben. Sie holen uns ab und zeigen den richtigen Weg. Dafür ist es sehr schön und gut eingerichtet. Es gibt alles ausser Ablage-Möglichkeiten, aber auch das ist hier normal. Wir beschliessen noch 2 zusätzliche Nächte in Los Antiguos zu bleiben. Unser Airbnb ist aber ausgebucht. Ich finde ein anderes in der Nähe und buche es. So haben wir genug Zeit um unsere weiter Reise über die "Carretera Austral" zu organisieren und planen. Wir machen unsere Wäsche. Zum Nachtessen empfehlen sie uns das "Rastro del Choike". Das ist ein Hit. Die Menu-Karte wird täglich neu auf einem Karton geschrieben, keine Preise. Unser "Banderole de Cerdo" schmeckt sehr gut und es gibt diverse Beilagen, die wir hier noch nie hatten, z.B. Randen. Alles zusammen mit Wein und Bier kostet einfach 1000 ARS, ohne Aufschlüsselung. Am Nebentisch sitzt ein Paar aus Österreich, die essen schon zum zweiten Mal hier und sind auch begeistert. Sie haben ein einjähriges Sabbatical und bereisen die Welt.
(416km, 6h unterwegs)

Do 21.02.2019
Meine Wäsche ist bereits trocken ich falte sie zusammen und bereite das Frühstück. Bernard will ausschlafen, so esse ich allein. Nachher stehen diverse "Büro-Arbeiten" auf dem Plan. Am Nachmittag will Bernard Geld wechseln und wir wollen einkaufen. Im "Viva el Viento" können wir Geld wechseln zu einem sehr guten Kurs 18.00 CLP/ARS. Der aktuelle Interbank-Kurs ist 16.55 CLP/ARS. Ich kann sogar mit Visa-Karte bezahlen, dafür will er allerdings 10%. Das ist immer noch günstig, weil sie auch in Chile etwa 7 CHF Automaten-Gebühr verlangen. Die Läden sind wie üblich geschlossen am Nachmittag. Wir steigen zum Mirador Uendeunk hoch. Von da hat man eine gute Aussicht über den Ort und in die Berge. Bernard will auch zum See. So marschieren wir los. Es ist weiter als er gedacht hat. Sie haben auch hier eine schöne Promenade dem Ufer entlang gebaut. Beim Mirador Del Lago sieht man den See wie der Name schon sagt. Von da geht es zurück ins Dorf. Unterwegs kaufen wir noch Brot ein. Im Supermarkt in der Nähe unseres Zuhauses kaufen wir den Rest. Der "kurze" Spaziergang war doch 7km lang. Ich ersetzte noch einen Kabelbinder der Abdeckung. Er hat den Sturm nicht überlebt. Ich muss feststellen dass das Reserve-Motoren-Öl ausgelaufen ist, weil der Kanister undicht ist. Eine Riesen-Sauerei. Ich reinige den Boden so gut es geht. Der Staub wir den Rest besorgen, hoffe ich. Zum Nachtessen gehen wir nochmals ins "Viva el Viento". Der Hund des Hauses lässt sich nicht davon abbringen mit uns zu kommen. Er kommt bis zum Restaurant. Jemand lässt die Tür offen, und schon sitzt er unter unserm Tisch und lässt sich erst mit Hilfe von Bernard wieder ins Freie befördern. Ich bestelle ein Bandiola de Cerdo mit Beilage. Das Fleisch ist gut, die Beilage kommt Reklamation nie. Dafür bekomme ich beim Bezahlen dann eine Reduktion. Um 23h sind wir zurück. Der Hund ist auch da und erwartet uns wie üblich mit der Türvorlage im Maul.
(8.5km zu Fuss)

Fr 22.02.2019
Spätes Frühstück, dann packen. Um 11h fahren wir zu unserer neuen Unterkunft, es sind 160m! Wir richten uns ein und heizen das Haus. Das wurde offenbar eine Weile nicht benutzt. Es ist ziemlich gross. Ich plane die Teilstrecken für die Carretera Austral. Es gibt auch hier nicht so viele Orte mit Übernachtungsmöglichkeiten, zudem müssen wir mindestens einmal die Fähre benutzen. Da die Strasse meist nicht geteert ist, will ich die Tagesstrecken kürzer halten. Ich versuche eine Unterkunft in Puerto Rio Tranquilo zu finden. In Booking.com und Airbnb gibt es da nichts. Wir bekommen aber keine Antwort. Am Nachmittag gehen wir einkaufen. Ich kaufe 2 T-Shirts für Maria und Efraim. Heute wird die Gewerbeschau mit Mate eröffnet, wir sind live dabei! Nachher gehen wir Brot und Eier usw. einkaufen. Die Eier überleben den Transport in Bernards Tasche angeschlagen. Von einer Unterkunft bekommen wir Antwort und reservieren nach langem hin und her 2 Zimmer. Er will eine Anzahlung. Ich schreibe ihm, dass ich in Argentinien bin und es Freitagnachmittag ist. Darauf bekomme ich keine Antwort mehr. Mal schauen ob es klappt. Ich stelle fest, dass an der Hinterachse auf jeder Seite ein Lichtleiter herunterhängt, vermutlich für das ABS. Ich habe aber kein ABS. Die haben sich offenbar durch die Vibrationen aus ihrer Halterung gelöst. Zum Nachtessen gehen wir nochmals ins "Rastro del Choike". Diesmal bestellen wir Ossobuco mit Beilagen. Die Portion ist riesig und es schmeckt wieder alles sehr gut. Weil der Chef schon weg ist, müssen wir bar bezahlen, diesmal 1200 ARS für alles.

Sa 23.02.2019
Nach dem Frühstück buche ich die Unterkünfte für die Nächsten zwei Orte. So haben wir fast eine Woche Ruhe. Ich reinige noch die Scheiben, dann ziehen wir los ins Dorf und enden nochmals bei der Gewerbeschau. Ich esse ein "Choripan", Chorizo-Wurst mit Brot. Später finden wir noch ein Restaurant mit Terrasse. Da es kaum windet geniessen wir die Sonne und das Bier im Freien. Auf dem Rückweg kaufen wir nochmals Brot und ein Ersatz-Ei. Zum Nachtessen gehen wir ins "Viva el Viento". Ich bekomme mein Bife de Chorizo wieder ohne Beilage. Während ich warte kommt der Chef vorbei und ich erzähle ihm die Geschichte. Nach einer Weile kommt er wieder vorbei und stellt fest, dass ich immer noch kein Essen habe. Er verschwindet in der Küche und kommt wenig später zurück, entschuldigt sich und meint, dass ich mein Essen nicht bezahlen müsse. Etwa 10 Minuten später bekomme ich endlich mein Nachtessen. Es schmeckt sehr gut und das gratis. Um 23.30h sind wir zurück.

So 24.02.2019
Vor dem Frühstück führe ich noch mein Tagebuch nach. Das habe ich vor lauter Planung vernachlässigt. Um 10.30h fahren wir los. Bereits nach wenigen Minuten sind wir beim argentinischen Zoll. Nach 8 Minuten ist alles erledigt und wir können weiter fahren. Unterwegs zum nahen chilenischen Zoll beginnt es doch tatsächlich zu schneien. Während einigen Metern ist alles weiss gezuckert. Beim chilenischen Zoll geht es heute viel länger wie sonst. Sie nehmen es sehr genau mit der Kontrolle. Mein Motorrad finden sie allerdings auch hier nicht. Nach 30 Minuten geht es weiter. Am Ende von Chili Chico endet auch die geteerte Strasse. Am Anfang ist die Strasse sehr gut präpariert. Aber nach etwa 30km ist Schluss damit. Die Strasse führt den Lago Buenos Aires(ARG) / Lago General Carrera Lake(CHL) entlang zur Carretera Austral. Dies ist der zeitgrösste See in Südamerika. Die Aussicht ist z.T. phänomenal. Es wird nie langweilig. Dazu trägt auch die Strasse das ihre bei. Sie ist zwischendurch ziemlich schlecht und geht mal steil bergauf, dann gleich wieder bergab mit vielen Kurven. Es gibt sogar Spitzkehren. Nach 120km und 4h Fahrt machen wir in Puerto Guadal eine halbstündige Pause. Da treffen wir ein Paar aus der Schweiz unterwegs haben wir schon ein Schweizer Auto gesehen. Die Strasse ist inzwischen wieder besser geworden. Aber sobald wir die Carretera Austral erreichen ist Schluss damit. Die ist in sehr schlechtem Zustand und hat ziemlich viel Verkehr. Vor allem die vielen Rippenstrecken nerven. Und die sind fast durchgehen. So macht das Fahren keinen Spass. Nach 50km erreichen wir Puerto Rio Tranquilo. Da steht der nächste Frust an. Das gebuchte Hotel hat die Zimmer weggegeben weil wir keine Anzahlung gemacht haben. Das haben sie mir aber nicht mitgeteilt. Ich knalle die Tür zu dass die ganze Hütte wackelt und gehe. Bernard bleibt noch lange, ich weiss auch nicht wofür. Ich habe inzwischen einen Tipp bekommen. Da ist es aber auch voll. Die geben Bernard einen Tipp, er geht dorthin, ich gleich nebenan in die Hosteria Costanera. Volltreffer, sie haben 2 schöne Zimmer mit Bad zum gleichen Preis wie der Idiot von vorher. Sie organisieren sogar um, damit wir wie geplant 2 Nächte bleiben können. Nach dem sehr teuren Ankunfts-Bier (4500 CLP = 6.50 CHF) gehen wir auf einen Rundgang. Auf dem Parkplatz am Strand stehen 3 Schweizer Camper und einer aus dem Schwarzwald. Eine richtige Schweizer-Invasion! Zum Nachtessen bleiben wir im Hotel. Mein Lamm-Stew ist zwar wieder kein Stew, aber es schmeckt sehr gut. Dazu kann ich meinen angebrochenen Wein aus dem Auto trinken.
(181km, 6¼ h unterwegs, bis auf die ersten 16km alles ungeteert)

Mo 25.02.2019
Das Frühstück ist nicht schlecht. Nachher gehen wir eine Bootstour zu den "Cavernas de Marmol" (Marmor Höhlen) organisieren. Wir haben Glück, wir können gleich mit dem nächsten Boot mitfahren. Der Preis ist bei allen gleich, 10000 CLP = 15 CHF/Person. Um 10.15h fahren wir los. Ich bin froh, habe ich das warme Innenfutter in die Jacke eingesetzt und die Skimütze angezogen. Es ist nur 8C° "warm" und der Fahrtwind kühlt zusätzlich. Nach ¼h erreichen wir die ersten Höhlen. Sie sind schön, aber nicht überwältigend. Dafür einen Umweg von 250km zu machen lohnt sich nicht. Für uns liegen sie am Weg, weil alle Fähren bis Anfang März ausgebucht sind und wir sowieso um den See herum fahren müssen. Man kann die Höhlen nur vom See her sehen. Da wir noch vor dem Mittag da sind, ist das Licht sehr gut. Entsprechend werden viele Fotos geschossen. Nach ¾h geht es wieder zurück. Es windet etwas stärker, darum spritzt es etwas, aber man wird nicht wirklich nass. Um 11.30h sind wir zurück. Bei einer Tasse heissem Nescafé setze ich die Planung fort. Das empfohlene Hotel in Puyuhuapi ist voll. Sie empfehlen uns das "Comuy-Huapi", da buche ich über Booking.com. Als nächstes die Fähre von Chaiten nach Quellon, das klappt sogar. Zum Schluss eine Wohnung in Chaiten. Nachher machen wir einen Rundgang durch den Ort. Die haben hier Preise wie in Zürich, eine Crêpe und einen Nescafé für 6.50 CHF an einem Imbiss-Stand im Freien. Ich ziehe noch die losen Schrauben nach und befestige die Undefinierten Lichtleiter mit Kabelbinder. Dabei stelle ich fest, dass hinten links an der Bremse der Staub leicht ölverschmutzt ist. Das muss ich weiter beobachten. Zurück im warmen Hotel noch etwas "Büro". Zum Apero ein kühles Bier aus dem Auto. Zum Nachtessen sucht Bernard ein Restaurant. Da gehen wir dann hin. Das "Carretera Austral" ist nicht geheizt. Der Kellner serviert in der Windjacke. Mein Lomo mit Kartoffeln schmeckt sehr gut, kostet aber auch viel (12'000 CLP = 18 CHF). Auch das Glas Wein ist sehr teuer (3000 CLP = 4.50 CHF). Das ganze Essen kostet umgerechnet mehr als 30 CHF. Hoffentlich wird es ab morgen besser.

Di 26.02.2019
Heute gibt es zum Frühstück für jeden eine Portion Käse, Schinken und Salami. Nachher zusammenpacken. Um 10.00h fahren wir los. Die Strasse ist am Anfang besser als der Schluss vor zwei Tagen. Sie sind am Arbeiten. Aber nach kurzer Zeit ist es wieder ruppig, das typische Waschbrett-Muster tritt in regelmässigen Abständen auf. Die Strecke führt jetzt weg vom See durch schöne Täler. Die Aussicht ist leider oft durch die Staubwolken der Autos getrübt. Nach 2h erreichen wir den Rio Ibanez. Es hat weniger Verkehr und man kann die Aussicht geniessen. Wir stoppen an einem Aussichtspunkt. Dabei stelle ich fest, dass mein linkes Hinterrad fast keine Luft mehr hat. Zu alldem hat mein hydraulischer Wagenheber kein Öl mehr drin, alles ausgelaufen in den letzten Jahren. Wir sind auf die Hilfe von Fremden angewiesen. Nach etwa ¼h stoppt ein Pickup-Fahrer und hilft uns mit seinem hydraulischen Wagenheber. Es gibt noch eine kritische Situation, weil wir trotz Radkeil ein Stück zurück rutschen. Bis jetzt haben wir keinen Wind gehabt, aber jetzt natürlich schon. Nach 1h können wir weiter fahren. Kurze Zeit später erreichen wir eine Baustelle. Da müssen wir ziemlich lange warten, aber es lohnt sich, denn nach der Baustelle beginnt bereits die neue Beton-Strasse, 13km früher wie erwartet. Nach 272km Rüttelstrasse eine Erlösung. Es geht nun auf einer guten Strasse über mehrere Pässe bis auf knapp 1100müM hoch. Nachher erreichen wir das breite Tal des Rio Simpson. Es ist eine hügelige Landschaft wie in den Voralpen. Gegen 15.30h sind wir in Coyhaique. Wir gehen einkaufen und geniessen ein Bier im Freien. Es ist angenehm warm. Nach 1h fahren wir zu unserer Unterkunft. Die Dame die uns das Haus öffnen sollte ist nicht da, obwohl wir unsere Ankunftszeit per SMS geschickt haben. Erst nach einem Telefonat erscheint sie. Die SMS hat sie gar nicht gelesen. Es ist ein kleines gemütliches Haus mit 2 Schlafzimmern im oberen Stock. Und es hat eine Waschmaschine, das nützen wir sofort aus. Bis zum Nachtessen ist die Wäsche fertig. Zu Fuss gehen wir zur "La Taberna D'Olbek", eine Gasthausbrauerei etwas ausserhalb in einem Wäldchen gelegen. Sie ist cool eingerichtet. Mein Burger Taberna ist gross und gut. Das Bier schmeckt auch sehr gut. Gegen 23h sind wir zurück.
(218km, 107km davon ungeteert, 6½h unterwegs, davon je 1h für Reifenpanne und  Einkaufen)


Mi 27.02.2019
Wir schlafen aus. Das Frühstück mit Gruyère-Käse aus Chile, auf der Verpackung ist aber Emmentaler abgebildet. Er schmeckt verblüffend gut. Nachher fahren wir in die Stadt um meinen Reifen zu reparieren. Wir kurven etliche Kilometer durch den Ort, bis wir die offenbar einzige Firma finden die das kann. Der Mann ist ziemlich wortkarg, macht seine Job aber sehr professionell. Erst beim Aufpumpen spricht er zum ersten Mal und will den gewünschten Druck wissen. Das zweite Mal ist die Preisbekanntgabe, 10'000 CLP, das sind 15 CHF. Nachher fahren wir in den Ort. Ich will bei Entel mein Telefon registrieren lassen, damit es nicht nach 30 Tagen blockiert wird. Das dauert eine Ewigkeit weil es kompliziert ist und die Dame das noch nie gemacht hat. Bernard geht inzwischen Einkaufen. Nachher gehen wir in ein kleines Restaurant auf eine Suppe für Bernard und ein Bier für mich. Auf dem anschliessenden Rundgang versuche ich bei verschieden Banken mit der Postcard Bargeld zu beziehen. Erfolglos, mit der Maestro-Karte funktioniert es ohne Probleme. Auch hier verlangen sie etwas mehr als 7 CHF Automaten-Gebühr, aber wenigstens kann man 200'000 CLP = 300 CHF abheben. Um 15.30h sind wir zurück und ich erledige diverse "Büroarbeiten". Zum Nachtessen wollen wir in ein nahegelegenes Restaurant gehen. Auf TripAdvisor ist es vermerkt, aber sonst nirgends, das ist ein Hinweis, dass etwas nicht stimmt. Und so ist es auch. Niemand kennt dieses Restaurant. Zu Fuss machen wir uns auf den Weg in die Stadt. Das von Bernard angepeilte Restaurant "Mamma Gaucha" ist bummsvoll. Wir gehen gleich gegenüber ins "Chilenko" da gibt es Platz. Bald wissen wir auch wieso. Ein Steakhouse dem das Fleisch ausgeht! Meine Pizza ist nicht schlecht, aber alles ist teuer. Zurück fahren wir mit dem Taxi für 1500 CLP = 2.30 CHF.
(11km zur Reifen-Reparatur usw. und 3.5km zu Fuss zum Nachtessen)

Do 28.02.2019
Nach dem Frühstück, packen, Scheiben reinigen, dann fahren wir um 10.30h los. Zuerst zum Tanken. Kurz nach dem Ort erreichen wir eine lange Baustelle und müssen lange warten bis wir weiter fahren können. Bei Alto Baguales bleiben wir auf der geteerten Nr.240 und fahren nicht auf die originale Nr.7, denn die ist ab hier nicht geteert. Wir fahren dem Rio Simpson entlang durch ein schönes Tal bis zur Abzweigung der X50 bei El Balseo. Ab jetzt hat es kaum mehr Verkehr. Man hat das Gefühl, man sei im Hochgebirge, dabei ist man nur wenige hundert Meter über Meer. Bei Villa Manihuales machen wir eine Pause und Essen etwas. Nach ½h fahren wir weiter. Nach 181km Fahrt erreichen wir die Abzweigung nach Puerto Cisnes. Ab hier ist die Carretera Austral wider Erwarten nicht geteert. Wenigstens ist sie in einigermassen gutem Zustand. Wir stoppen kurz beim "Salto El Condor", einem kleinen Wasserfall. Der nächste Stopp beim "Bosque Encantado", da wollte Bernard ursprünglich eine 3h-Wanderung einlegen. Wir sind spät und das Wetter ist nicht gut. Zudem hätte ich auch gar keine Lust nach dieser Anstrengung nochmals Auto zu fahren. Kurz nachher erreichen wir die Passhöhe auf 522müM. Der nächste Halt beim "Salto Padre Garcia". Den erreicht man nach einem kurzen schönen Fussmarsch. Nachher erreichen wir den "Fiordo Queulat", wir sind am Pazifik angelangt. Puerto Natales hat zwar auch eine Verbindung zum Pazifik, aber eine sehr verschlungene. Die Strasse ist zwischendurch wieder geteert. Es folgt noch ein kurzer ungeteerter Abschnitt. Nach 16h erreichen wir Puyuhuapi. Unsere Unterkunft hat unsere Zimmer eher zufällig noch frei gehalten. Wir sind die einzigen Gäste. Die Zimmer sind OK, aber viel zu teuer 40'000 CLP = 60 CHF/Nacht und Zimmer. Das Internet ist hier sehr gut. Beim Ankunftsbier beginnt es zu regnen. Zum Nachtessen gehen wir ins nahe "Mi Sur". Da gibt es nur etwa 5 verschiedene Hauptspeisen. Mein Eintopf mit Mais und Fleisch schmeckt gut, ist aber mit 8000 CLP doch sehr teuer. Es scheint, dass alle Touristenorte in Chile sehr teuer sind.
(237km, davon 37km ungeteert, 5½h unterwegs)

Fr 01.03.2019
Vor dem Frühstück gratuliere ich Küde zum Geburtstag. Das Frühstück ist mickrig und der Raum ist kaum geheizt. Da das Internet gut ist, erledige ich nun alle datenintensiven Arbeiten. Ich muss auf meinem Notebook Daten freischaufeln, weil der Speicher bald voll ist. Das Wetter ist neblig und kühl, 12C° laut Prognose. Da kann man ruhig drinnen an der Wärme bleiben. Am Nachmittag machen wir einen Rundgang durch den Ort. Zurück im Hotel gibt es keinen Strom. Der ganze Ort ist ohne Strom. Meine Daten werden nicht alle synchronisiert. Wenn der Strom zurück ist, muss ich nochmals neu anfangen. Das klappt dann aber gut, dank schnellem Internet. Die ersten drei Restaurants die wir besuchen wollen sind geschlossen und das am Freitagabend! So landen wir wieder im "Mi Sur". Mein Lomo mit Beilage (Hirse?) schmeckt sehr gut. Am Nebentisch sitzt ein Paar aus der Schweiz mit einer kleinen Tochter. Wir unterhalten uns kurz. Ihre Mutter ist aus Chile und führt in Puerto Montt das "Hostal Suizo".


Sa 02.03.2019
Nach dem Frühstück erledige ich noch alle Telefonanrufe weil das Internet so gut funktioniert. Gegen 11.15h fahren wir los. Um nach ½h sind wir am Ziel, dem "Parque Nacional Queulat". Nun geht es zu Fuss weiter. Am Anfang steigt der Weg ziemlich steil bergauf. Es ist sehr feucht, der Weg ist schmal und z.T. rutschig. Der Urwald ist sehr schön mit vielen grossen Farnen und Bäumen. Alles ist moosbedeckt. Nach dem 1.Mirador wird es etwas flacher. Nach 1¼h erreichen wir den "Mirador Ventisquero Colgante". Wir sind nicht alleine, etwa 10 andere Leute sind auch hier. Auch Pia und Phillip, die Schweizer von gestern Abend sind mit ihrer kleinen Tochter hier. Die Aussicht auf den Hängegletscher und den Wasserfall daneben ist super. Bernard hat Glück. Der Nebel lichtet sich und wir sehen den ganzen hängenden Teil des Gletschers. Sonst hätte er mir das Nachtessen bezahlen müssen, so war die Abmachung. Nach ¼h machen wir uns auf den Rückweg. Um 15h sind wir beim Auto und fahren zurück Richtung Puyuhuapi. An der Hauptstrasse machen wir eine Pause in einem kleinen Restaurant. Da hat es viele Autostopper. Wir nehmen 5 von ihnen mit, hinten auf der Ladefläche. Zurück im Hotel, zuerst eine warme Dusche, dann etwas "Büro". Zum Nachtessen wollen wir ein anderes Restaurant berücksichtigen, aber keine Chance, alle sind geschlossen. So landen wir wieder im "Mi Sur". Wenn ich an einem Tisch frage, ob es noch 2 freie Plätze habe, sagt mir ein älterer Herr vom Nebentisch, dass sie gleich gehen werden. Er fragt mich auf Englisch woher ich komme. Aus der Schweiz antworte ich und er gibt mir Antwort in perfektem Schweizerdeutsch. Er ist in Chile aufgewachsen, aber seine Eltern waren Schweizer. Zum Essen ist die Auswahl nicht gross, so bestelle ich nochmals das gleiche wie gestern.
(47km mit dem Auto und 7km mit 330 Höhenmetern zu Fuss)

So 03.03.2019
Ich bin der Ansicht, dass es 07.30h ist wenn ich erwache und nehme es gemütlich. Bernard klopft an die Tür und geht zum Frühstück. Da merke ich, dass ich eine Stunde falsch lag, es ist bereits 9h. Zum Frühstück gibt es ausnahmsweise Rührei. Nachher zusammenpacken, nach 10.30h fahren wir los. Kurz nach dem Dorfende ist die Strasse nicht mehr geteert, aber in recht gutem Zustand. Es regnet und ist kalt. Nach 14km ist das ungeteerte Stück zu Ende und wider Erwarten kommt auch keines mehr. Es gäbe schöne Berge zu sehen, aber die Wolken hangen tief. Wir kommen zügig voran, es hat kaum Verkehr. In Villa Santa Lucia machen wir eine Pause. Nachher kommt ein Stück Strasse das durch ein Tal führt, das 2017 von einer Schlammlawine zerstört wurde. Da ist die Strasse nicht so gut, aber der Rest der Strecke ist wieder gut. Wir erreichen Chaiten bereits um 14h, viel früher wie erwartet. Unsere Wohnung liegt mitten im Ort. Bald stürmt und regnet es. Wir erledigen unser "Büro". Das Internet ist auch hier sehr gut. Zwischendurch gehen wir mal kurz einkaufen, sind aber bei dem miesen Wetter schnell wieder zurück. Zum Nachtessen gehen wir in die "Pizzeria Reconquista". Die Pizza ist sehr gut. An der Wand hängen Erinnerungen an die Zerstörung des Ortes durch den Ausbruch des nahen Vulkanes in Jahr 2008.
(188km, davon 14km ungeteert, 3½h unterwegs)

Mo 04.03.2019
Spätes Frühstück, denn es regnet und ist kalt. Nachher planen wir die nächsten Strecken und buchen die Unterkünfte in Quellon und Castro. Gegen 14h wollen wir zur Bank um Geld zu beziehen. Die Bank schliesst um 14h, aber sie lassen uns schon 5 Minuten vorher nicht mehr an den Geldautomaten! So richtig guter Service der "Banco Estado". Nachher erkunden wir den kleinen Ort, natürlich bei Regen. An der Strand-Strasse kehren wir ein. Alles was Bernard bestellen will haben sie nicht. Ich muss mein Bier alleine trinken. Auf dem Rückweg kaufen wir Brot ein. Hier bekommt Bernard endlich seine heisse "Schoggi", er isst dazu noch ein Stück Torte. Ich gehe währenddessen einkaufen. Verlängerungskabel finde ich keines, aber Nature Joghurt und Camembert. Wenn Bernard zurückkommt gehen wir im Laden gleich unterhalb die Wohnung bezahlen. Dabei schliessen wir aus Versehen den Schlüssel ein. Kein Problem, im Laden haben sie einen zweiten Schlüssel. Die Wohnung ist sehr teuer, das habe ich beim Buchen gar nicht bemerkt, 212 USD für 2 Nächte und so gut ist sie nun auch nicht. Zum Nachtessen gehen wir ins "El Rincon Del Mate", eigentlich ein Zelt, aber sie haben Heizpilze. Mein Burger mit Blaukäse schmeckt gut. Dazu wie immer Rotwein.

Di 05.03.2019
Aufstehen vor 7h! Maria musste Mama ins Spital bringen und ist nun sehr traurig. Nach dem Frühstück packen wir zusammen und fahren um 08.45h zur Fähre. Die steht schon bereit, aber es dauert bis um 09.30h bis wir auf die Fähre fahren können. Alle müssen sich rückwärts einreihen. Mir teilen sie ein Platz am Rande zu, da gibt es aber einen Vorsprung und ich muss bis auf wenige Zentimeter heranfahren. Ein ziemlich doofer Entscheid und ich fluche auch entsprechen, was Bernard strahlend auf einem Video verewigt. Pünktlich um 10h legen wir ab. Nach einer Weile stelle ich fest, dass wir nicht in die erwartete Richtung fahren. Nach 2h Fahrt machen wir eine 90° Richtungs-Änderung und fahren nun doch in Richtung Quellon. Offenbar wollte der Kapitän so den Wellen von der Seite ausweichen. Im Windschatten der Insel Talcan sind sie nicht so hoch und nachher kommen sie von hinten. Dafür sind wir einen grossen Umweg gefahren. Nach 6h erreichen wir Quellon, wir sind 104km gefahren, statt 85km wie geplant. Es stürmt und regnet immer wieder, so auch bei unserer Ankunft. Unsere Wohnung liegt nicht weit vom Hafen. Wir richten uns ein und gehen dann einkaufen. Bernard will trotz Regen noch einen Rundgang machen, ich gehe auf die Suche nach einem Verlängerungskabel. Ich finde ein 10m-Kabel. Das halbiere ich und versehe es mit einer Schweizer-Steckdose. Zum Nachtessen hat Bernard eine Beiz in der nähen gesehen. Da gehen wir hin. Es ist kühl, aber das Essen ist gut und billig. Mein Schweinsfilet schmeckt gut. Das günstigste Essen seit langem. Inkl. 2 Glas Wein und ein Mineralwasser kostet es 7000 CLP = 10 CHF.
(3km mit dem Auto und 104km mit der Fähre, 7½h unterwegs)

Mi 06.03.2019
Mama geht es wieder besser, auf jeden Fall lachen alle wenn ich anrufe vor der Weiterfahrt. Heute ist Regen und Sturm angesagt. Und so ist es denn auch. Wegen den Wolken und dem Regen sieht man kaum etwas. Nach einer Stunde erreichen wir eine Baustelle. Da warten wir 15 Minuten bis wir weiter fahren können. Mitten in der Baustelle müssen wir nochmals 13 Minuten warten. Für 4.6km brauchen wir 35 Minuten. Wir entschliessen uns nach Chonchi zu fahren. Das ist ein kleines Hafenstädtchen mit einer der berühmten Holzkirchen. Die haut mich aber nicht vom Hocker. Sie ist schön, aber keinen Umweg wert. Wir essen etwas und gehen dann hinunter zum Hafen. Ausnahmsweise scheint die Sonne. Es ist ein schöner Ort. Bevor wir zurück beim Auto sind beginnt es wieder zu regnen. Irgendetwas ist passiert, denn im Ort geht der Feuerwehr-Alarm los und unterwegs nach Castor kommen uns mehrere Krankenwagen mit Blaulicht entgegen. Um 14.30h sind wir bei unserem Airbnb. Ein kleines neues Häuschen. Wir richten uns ein und ich parkiere mein Auto um. Dabei zeigt Bernard wieder einmal sein Können und lässt mich ins Bord fahren. Schon in Chaiten hat er die Dachrinne nicht rechtzeitig gesehen und mich nicht gewarnt. Wenn mir jemand hilft, verlasse ich mich darauf und kontrolliere nicht alles. Bei Bernard muss ich das wohl ändern. Schon in Indien ist das passiert. Nachher gehen wir in die nahe Stadt zum Einkaufen. Es ist eine lebendige Stadt mit vielen Geschäften. Zum Nachtessen habe ich das "Sabores De Mi Tierra" ausgesucht. Das liegt unten am Meer und steht auf Pfählen, ein "Palafito", wie sie es hier nennen. Der Kellner ist Kubaner und hat dort auf der französischen Botschaft gearbeitet. Er kann gut Französisch und einige Brocken Deutsch. Mein Schweins-Rack mit Kartoffel-Stock ist sehr gut.
(90km, 3½h unterwegs)

Do 07.03.2019
Frühstück nach 9h, Bernard kommt sogar erst um 10.30h. Es ist kühl und bewölkt. Ich beginne mit den Vorbereitungen für meinen neuen Reisebericht. Die Fotos zuerst neu nummerieren, dann aussortieren was ich zeigen will. Bernard geht am Nachmittag in die Stadt zur Wäscherei und zum Einkaufen. Wenn er zurück kommt bin ich mit den Fotos und dem Grundgerüst fertig und lade alles ins Netz. Zum Nachtessen hat Bernard das Restaurant "Rapa Nui" ausgesucht. Es ist ziemlich teuer, aber mein Entrecôte ist riesig und gut. Bernard gibt oft mir das Geld zum Bezahlen, aber meist gibt er weniger Trinkgeld als die üblichen 10% und ich stehe dann als knauserig da. Heute sage ich ihm das. Er meint man muss nicht 10% geben, was auch stimmt, aber dann soll er es auch selbst bezahlen.

Fr 08.03.2019
Nach dem Frühstück mache ich weiter am Reisebericht und setze alle Ortsnamen ein. Gegen 14h fahren wir los nach Cucao. Da gibt es einen grossen See, den Lago Cucao und einen langen Sandstrand. Hier soll es an 300 Tagen im Jahr regnen. Wir haben Glück, heute scheint die Sonne vom blauen Himmel und es ist 18C° warm. Aber es geht ein kühler, kräftiger Wind. Wir stehen nun direkt am Süd-Pazifik. Auf dem Rückweg trinken wir im Restaurant "El Arrayán" ein Bier. Die Strasse bis zur Ruta 5 ist fast durchgehen neu geteert, eine Freude hier zu fahren. Und das bei Sonnenschein durch eine sehr schöne Gegend. Um 18h sind wir zurück. Im Zentrum schlage ich Bernard vor seine Wäsche abzuholen und Einkaufen während ich zur Tankstelle fahre. Aber er will nicht, weil sie ihm gesagt haben um 18.30h. Um 19h geht er dann zu Fuss in die Stadt und kommt ohne seine Wäsche zurück, die Wäscherei war geschlossen! Zum Nachtessen gehen wir ins "Pomodoro", eine italienische Beiz mit einer aufgestellten Kellnerin. Meine Pizza "Al la Mama" ist sehr gut.
(116km, 4h unterwegs)

Sa 09.03.2019
Nach dem Frühstück geht Bernard seine Wäsche abholen. Wir packen dann zusammen. Zuerst bringen wir die Kühlbox und die "Fresskiste" zur Strasse. Ich will mein Auto näher zum Haus umparkieren. Beim Rückwärtsfahren stoppe ich kurz, weil jemand mich etwas fragt. Dann fahre ich weiter. Bernard steht plötzlich neben mir und meint ich hätte soeben die "Fresskiste" überfahren. Die stand vorher auf der anderen Strassenseite. Er hat sie während dem kurzen Stopp mit laufendem Motor und eingelegtem Rückwärtsgang hinter das Auto gestellt. Manchmal habe ich das Gefühl er lebt in einer anderen Welt! Ich bin ziemlich sauer. Die Kiste ist kaputt und eine Tomatensauce auch, sonst haben wir Glück gehabt. Vor allem meine "Kaffee-Maschine" hat es überlebt. Nach 11h fahren wir dann endlich los. Zuerst tanken, dann auf der Ruta 5 sur weiter. Wir fahren durch eine schöne hügelige Landschaft. Aber die interessiert Bernard nicht. Er versucht die ganze Zeit irgendwelche 50-100km weit entfernte Berge zu fotografieren. Um 12.30h sind wir in Ancud. Zuerst gibt es beim Einchecken etwas Konfusion. Zum Glück taucht der Chef auf und Checkt uns ein. Wir bekommen sogar einen reservierten Parkplatz. Da bringen wir mein Auto hin. Er ist zwar nahe beim Hotel aber kompliziert zu erreichen. Nachher gehen wir zum nahen Hafen. Dort trinken wir etwas. Dann trennen sich unsere Wege. Bernard will unbedingt ins Museum und zu einem Mirador, um die weit entfernten Berge zu fotografieren. Ich gehe zu zwei spanischen Festungen, resp. deren Ruinen. Die alte Festung "Fuerte San Antonio" liegt oben auf dem Hügel, da gibt es nicht viel zu sehen. Die neue liegt unten am Meer. Da hat man eine schöne Aussicht. Zurück zum Hafen und von da der neuen Uferpromenade entlang. Schlussendlich bin ich auf dem "Plaza de Armas", dem zentralen Park nahe beim Hotel. Ich kaufe mir ein Bier und schaue dem Treiben zu. Es hat viele Leute und viele Verkaufsstände. Einer vermietet sogar "Töggeli-Chäschte". Nach einer Weile taucht auch Bernard auf. Wir geniessen die warme Sonne. Gegen 18h sind wir zurück im Hotel und ich erledige mein "Büro". Ich synchronisiere die Zeiten der Kameras neu, resp. ermittle die Korrektur für Bernards Kamera, weil er nicht will, dass seine Kamera-Zeit justiert wird, wieso auch immer. Zum Nachtessen gehen wir ins Restaurant "Club Social Baquedano". Ein schönes, aber teures Restaurant. Mein Lomo mit Kartoffelstock ist sehr gut. Die Bedienung dafür sehr schlecht. Zuerst bringt sie mein Mineralwasser nicht, dann vergisst sie den nachbestellten Wein und schlussendlich warten wir ewig auf unsere Rechnung. Am Schluss gehen wir an die Bar und bezahlen dort. Diesmal gibt es auch von mir kein Trinkgeld.
(82km, 1½h unterwegs und 4km zu Fuss)

10.03.2019
Das Frühstück ist besser als erwartet, es gibt sogar ein Rührei wenn man will. Kaffee gibt es dafür nur als Nescafé. Bernard geht in Museum, das war gestern geschlossen. Unsere Ansichten über Sinn und Zweck dieser Reise gehen da zunehmend auseinander. Für ihn sind Museen und Wanderungen das wichtigste, für mich überhaupt nicht. Ich erreiche endlich das "Hostal Suizo". Pia nimmt selbst das Telefon ab. Sie haben Zimmer mit Bad ab 21'000 CLP. Wir werden morgen dort vorbeischauen. Wenn Bernard zurück kommt habe ich mein Büro erledigt. Maria hat mich wieder einmal angelogen, Alain war doch in Medan als ich sie fragte. Darum nehme ich ihre Anrufe für eine Weile nicht mehr ab. Gegen 13.45h machen wir uns auf den Weg zur Pinguinera von Punihuil. Der Weg dahin ist landschaftlich sehr schön und die Strasse gut. Um 14.15h sind wir am Strand von Punihuil. Die nächste Bootstour startet um 14.45h, so haben wir noch Zeit dem Strand entlang zu spazieren. Da gibt es mehrere Restaurants und Anbieter von Bootstouren zu den 3 kleinen vorgelagerten Inseln wo Pinguine und Kormorane leben. Um keine nassen Füsse zu bekommen, werden wir mit einem hohen Karren zum Boot geschoben. Das funktioniert sehr gut. Auf der 30-minütigen Tour für 7000 CLP sehen wir 3 kleine Pinguin-Kolonien und viele Kormorane. Hier leben Magellan- und Humboldt-Pinguine in der gleichen Kolonie, was sonst nicht vorkommt. Zurück am Strand genehmigen wir uns ein Bier und eine Empanada. Nach 16.15h fahren wir zurück. Zum Sonnenuntergang gehen wir zur Hafenpromenade. Es ist kühler wie erwartet. Nachher gehen wir ins nahe "Kuranton" das ist der Name einer Spezialität hier, Muscheln, Wurst, Speck, Kartoffeln usw. Bernard isst das, ich ein "Lomo a lo pobre". Das schmeckt sehr gut, dazu einen guten Wein.
(51km, 1¼h unterwegs und eine Bootstour)

Mo 11.03.2019
Nach dem Frühstück packen wir zusammen. Beim Check-Out gibt es Probleme mit der Umrechnung. Schlussendlich können wir mit der Kreditkarte in USD bezahlen, wie es bei der Buchung angegeben wurde. Um 10.30h fahren wir los. Kurz nach Ancud fahren wir vom Sonnenschein in den Nebel. Nach ½h erreichen wir die Fähre in Chacao. Kaum an Bord, fährt sie schon los. Nach ½h erreichen wir wieder das Festland bei Pargua. Ab hier sind es 63km bis Puerto Montt. Auf einer 4-spurigen Autobahn. Die kostet allerdings 2050 CLP = 3 CHF. Um 12.45h treffen wir beim Hostal Suizo ein. Walter empfängt uns strahlend in breitem Berndeutsch. Unsere Zimmer sind klein aber herzig. Wir richten uns ein und ich führe eine Diskussion mit Maria über ihre Lüge. Bernard geht in die Stadt um ein Museum zu besuchen. Die Sonne kommt hervor. Ich spaziere zum Mercado Angelmo. Auf dem Weg dorthin hat es der Hauptstrasse entlang unzählige Souvenir-Shops die sogenannte Handarbeiten verkaufen. Auch der Mercado ist voll und ganz auf Touristen abgestimmt. Den eigentlichen Fischmarkt verpasse ich, dafür komme ich in den Genuss eines nicht alltäglichen Schauspiels. Ein Angestellter bringt Fischabfälle. Ich sehe zuerst nur die Möwen und frage mich was da los ist. Doch dann kommt ein riesiger Seelöwen-Bulle ziemlich schnell die Rampe hoch, um der erste beim Abfall zu sein! Er lässt sich durch nichts beirren und schnappt sich seinen Teil. Der Angestellt schmeisst den Rest ins Meer und dort geht der Kampf unter etwa 10 Seelöwen weiter. Der Bulle bleibt derweil liegen, umgeben von Leuten und Autos. Erst nach etwa 10 Minuten macht er sich auf den Weg zum Wasser, bleibt aber auf halben Weg an der Sonne liegen. Auf dem Weg zurück kaufe ich einen Käse ein. Kurz bevor ich zurück bin dann noch Brot usw. für das Frühstück. Ich bin gerade rechtzeitig zurück um einen Teil meines Aperos an der Sonne zu geniessen bevor sie hinter dem Berg verschwindet. Zum Nachtessen hat uns Martin zwei Restaurants empfohlen. Das erste ist geschlossen, das "Pa Mar Adentro" ist dann offen. Es ist teuer, da wurden wir vorgewarnt. Dafür ist es schön eingerichtet und geheizt! Unser Lachs mit Wurst und mit Käse überbacken schmeckt sehr gut. Zurück zu Hause genehmige ich mir noch ein Glas Wein als Schlummi. Walter setzt sich zu mir und hilft die Flasche zu leeren. Erst um Mitternacht bin ich im Bett.
(94km mit dem Auto und 5km mit der Fähre, 2¼h unterwegs und 5km zu Fuss)

Di 12.03.2019
Zum Frühstück muss ich das Ei in der "Camp-Kitchen" kochen, nur da gibt es einen Herd. Es ist wieder neblig, Bernard geht nach Angelmo. Ich bleibe zu Hause und erledige das "Büro". Ich buche ein Airbnb in Puerto Varas  und später eine andere Unterkunft in Valdivia über Booking.com, da will Bernard hin, weil sein Bruder ihm das empfohlen hat. Am Nachmittag gehen wir zusammen dem Meer entlang ins Zentrum. Ausser einen schwimmenden Plattenbau (Kreuzfahrt-Schiff) gibt es nicht viel zu sehen, auch die Sonne lässt sich nicht sehen. Auf dem Rückweg gehen wir einkaufen. Bernard will ums Verrecken nur seine Seife bezahlen, weil es zu kompliziert sei wenn er alles bezahlt und dann die Seife abziehen muss. Schlussendlich stell ich den Korb hin und gehe nach Hause. Er kommt später nur mit seiner Seife und meint ich sei ein sturer Bock. Dafür geht er dann später nochmals zum Einkaufen. Zum Nachtessen gehen wir in die "Cirus Bar". Die ist ziemlich voll. Es gibt Live-Musik, ein Mann singt lokale Lieder und spielt dazu auf seiner Guitarre. Mein "Chuleta a lo pobre" ist gut, mit zwei riesigen Schweinskoteletts. Zum Abschluss versuchen wir einen Pisco, wir waren der Ansicht, dass wir nun Grappa oder etwas Ähnliches bekommen. Der erste ist eher wie ein Likör, der zweite schon besser, aber immer noch süsslich. Dafür stimmt die Menge, etwa 2dl! Wir finden den Heimweg trotzdem.

Mi 13.03.2019
Nach dem Frühstück packen wir zusammen. Ich wasche wieder einmal die Scheiben, Bernard bezahlt die Rechnung. Walter lädt uns zur Hausbesichtigung ein. Seine Frau ist Kunstmalerin, "Rossy" ist ihr Künstlername. Sie zeigen uns das ganze Haus, das sie 1984 gekauft haben und dann nach und nach Aus- und Umgebaut haben. Rossy ist im Nachbarshaus aufgewachsen und dann später mit Walter in die Schweiz gezogen. Später sind sie hierher ausgewandert, das hat aber nicht so richtig geklappt weil es hier keine Arbeit gab für Walter. Er ist zurück in die Schweiz um Geld zu verdienen. Darum leben sie seit damals immer im jeweiligen Sommer in der Schweiz oder in Chile. Um 12.15h fahren wir los. An der Stadtgrenze geraten wir in einen Stau. Ein Kühllastwagen ist umgekippt. Die Polizei ist vor Ort, verhindert aber nicht, dass die Leute die Ladung plündern. Viele sind mit riesigen Fischen unterwegs nach Hause. Wir haben für 500m etwa 10 Minuten gebraucht. Später streikt mein Navi, es verliert die gespeicherte Route. Da es nicht weit ist finden wir den Weg auch ohne. In Puerto Varas parkieren wir und erkunden den Ort zu Fuss. Im "Tropera" gibt es mein Ankunftsbier. Punkt 15h sind wir wie abgemacht im Airbnb von Denise. Der Bungalow ist klein, aber sehr schön eingerichtet. Da es eine Waschmaschine hat waschen wir unsere Kleider. Währenddessen erledige ich das "Büro". Maria hat sich seit gestern nicht mehr gemeldet. Sie will mir unbedingt nicht sagen, dass Alain in Medan ist. Ich weiss es aber, weil ich ein Bild gesehen habe. Zum Nachtessen gehen wir ins "Costumbrista", Denis bringt uns ein Stück weit mit dem Auto, den Rest gehen wir zu Fuss. Mein Braten mit Kartoffeln schmeckt sehr gut. Zurück fahren wir mit Uber für 1500 CLP = 2.20 CHF.
(32km, 1¼h unterwegs)

Do 14.03.2019
Spätes Frühstück, nachher "Büro" und Diskussion mit Maria. Bevor wir losfahren können wir unsere gewaschenen Kleider zum Tumblern geben. Um 13h fahren wir los, gemütlich dem Lago Llanquihue entlang. Es ist schönes Wetter. Zuerst fahren wir zum "Volcan Osorno". Die Strasse hinauf auf den Vulkan ist sehr gut und die Aussicht ist atemberaubend. Nur die Spitze des Vulkans hüllt sich in Nebel. Beim "Centro Ski Volcan Osorno" parkieren wir auf knapp 1200 müM. Von da gehen wir zu Fuss etwa 500m. Von dort können wir den höchsten Punkt auf 2650müM zeitweise durch den Nebel sehen. Auf dem Rückweg kehren wir gleich unterhalb in der Skihütte "Teski" ein. Auf dem Heimweg machen wir noch einen Abstecher zu den "Saltos Del Petrohue". Die sind beim jetzigen Wasserstand nicht sehr eindrücklich, dafür teuer, 4000 CLP Eintritt/Person plus 1000 CLP für den Parkplatz. In Puerto Varas gehen wir noch einkaufen. Zu Hause liegt unsere Wäsche getrocknet bereit. Zum Nachtessen gehen wir diesmal den ganzen Weg zu Fuss. Im "Club Aleman" gibt es für mich das erste Cordon Bleu seit meiner Abreise Ende September. Es ist eines der teuersten Nachtessen in Südamerika. Zurück wieder mit Uber. Bernard ist beeindruckt wie gut das funktioniert. Kaum bestellt, schon steht er da.
(145km, 4h unterwegs und 5.3km zu Fuss)

Fr 15.03.2019
Nach dem Frühstück heisst es wieder packen. Um 11.15h verabschieden wir uns und fahren los. Nur ein kurzes Stück auf der Autobahn Ruta 5 Sur, dann dem Lago Llanquihue entlang bis nach Frutillar. Die Fahrt ist sehr schöne. Der Ort soll der "Deutscheste" Ort in Chile sein. Er kommt mir überhaupt nicht Deutsch vor. Das gilt wohl nur für Leute die noch nie in Deutschland waren. Nach ½h fahren wir weiter, zurück auf die Autobahn. Da kommen wir zügig aber teuer vorwärts. Insgesamt bezahlen wir für etwa 120km 5600 CLP = 8.40 CHF. In der Nähe von Osorno machen wir eine Pause von ¾h. Bis die Empanadas von Bernard kommen dauert es ewig. Kurz bevor wir die Autobahn verlassen, tanken wir zu einem rekordtiefen Preis. 599 CLP/Liter = 0.90 CHF. Die letzten 60km geht es durch ein Tal mit viel Wald. Darum sind viele Holztransporter unterwegs. Um 16h sind wir in Valdivia und checken im "Borde Rio" ein. Eine Art Motel, mitten im Zentrum. Wir haben eine Cabaña mit 2 Schlafzimmern für uns. Das Ankunftsbier trinken wir am Plaza de la Republica an der Warmen Sonne. Es ist zum ersten Mal seit langem 25C° warm! Zurück gehen wir dem Ufer des Rio Valdivia entlang zurück. Gleich neben dem "Borde Rio" gibt es einen neuen Supermarkt. Da kaufen wir ein, inkl. Whisky. Zum Nachtessen gehen wir ins "La Ultima Frontera". Das haben wir auf den Heimweg gesehen. Es ist ein "In-Lokal". Mein Kebap ist zwar ein Köfte, schmeckt aber sehr gut. Das Lokale Bier dazu natürlich auch. Zurück zu Hause erledige ich noch das "Büro" und telefoniere wieder einmal mit Maria.
(211km, 4¾h unterwegs)

Sa 16.03.2019
Spätes Frühstück. Um 13.30h machen wir uns auf den Weg zum Hafen. Heute ist es 25C°, für morgen ist Regen angesagt. Darum wollen wir heute auf eine Bootstour gehen. Wenn wir am ersten Ort nachfragen heisst es, dass das Boot gerade jetzt ablegt. Sie sagt uns aber mit Augenzwinkern, dass weiter hinten die Konkurrenz ist. Dort wollen sie auch gleich ablegen, warten aber unsere Entscheidung ab. Wir entscheiden uns für sie. Es kostet 20'000 CLP = 30 CHF inkl. Essen und z'Vieri. Nur die Getränke müssen wir extra bezahlen. Kaum drin, legen sie ab. Den Anfang der Fahrt verpasse ich, weil der Kellner mir alles auf Englisch erklärt. Zuerst passieren wir den Rio Cau Cau. Nach ½h erreichen wir den Rio Cruces. Das Mittagessen wird serviert, Lachs mit Reis, schmeckt nicht schlecht. Es geht nun weiter Richtung Pazifik. Vorbei an riesigen Holz-Schnitzel-Bergen, die werden mit Lastkähnen nach Coral gebracht und dort auf grosse Frachter umgeladen. Im Moment auf ein Schiff aus Hongkong mit dem Namen "Medan Express". Gegen 16h erreichen wir Coral. Da gibt es eine alte spanische Festung, die besuchen wir. Nicht mehr viel zu sehen für 700 CLP. Nach 1h geht es weiter zur Insel Mancera. Da gibt es nochmals eine spanische Festung. Auch nicht viel davon zu sehen. Aber die Aussicht ist beide Mal schön. Auf dem Rückweg wird der z'Vieri serviert. Ein Thon-Sandwich und ein Rahmkuchen, dazu Pulverkaffee. Nachher setze ich mich auf die Terrasse und geniesse ein Glas Weisswein an der Sonne. Um 19h sind wir zurück. Zum Nachtessen gehen wir nochmals ins "La Ultima Frontera". Bernard isst nichts mehr, ich einen Hotdog. Der Chilene an unserem Tisch spricht zuerst kein Wort, nachher dafür umso mehr. Beim Weggehen spricht uns ein chilenisches Paar an. Sie haben 20 Jahre in Zürich gelebt und sind vor 20 Jahren hierher zurückgekommen. Sie sprechen immer noch sehr gut "Züri-Dütsch".
(49km Bootstour, 5h unterwegs und 5km zu Fuss)

So 17.03.2019
Es ist bewölkt und kühl, kein Grund zum früh aufstehen. Nach dem Frühstück plane ich die Weiterreise und buche eine Unterkunft in Pucón. Bernard will ein Museum besuchen. Sicher ohne mich. Später kommt die Sonne hervor. Ich erledige noch einige Telefonate, dann gehe ich zum Hafen. Da suche ich den sonnigsten Tisch und genehmige mir einen Weisswein zum Apero. Gegen 18h taucht Bernard auf und wir geniessen die Sonne zu zweit, flüssig und real. Zum Nachtessen gehen wir ins "Cafe de Luis", da hatten wir unser erstes Bier. Es ist eines der wenigen Lokale die jetzt offen sind. Mein Sandwich mit Gemüse und Rindfleisch schmeckt sehr gut. Um 22h schmeissen sie uns raus. Zuhause schreibe ich noch mein Tagebuch und telefoniere mit Maria.

Mo 18.03.2019
Nach dem Frühstück packen wir und fahren gegen 11.15h los. Zuerst durch die Stadt, dann dem Rio Cruces entlang. Eine schöne Gegend, leider kein Foto, weil Bernard lieber Strassenschilder fotografiert statt Landschaften. Auf dem Weg zur Ruta 5 fahren wir durch eine leicht hügelige Landschaft. Auf der Ruta 5 geht es zügig bis nach Loncoche weiter. Es gibt nur eine Zahlstelle unterwegs. Das System ist nicht logisch, man bezahlt gleichviel, ob man schon lange auf der Autobahn ist oder erst eine Einfahrt früher eingefahren ist. Es gibt beim Einfahren kein Ticket. Nachher geht es auf der Landstrasse durch eine schöne Landschaft weiter bis nach Villarrica. Dort gehen wir zum Lago Villarrica und spazieren ein wenig dem Ufer entlang. Es ist ein sehr touristischer Ort mit zum Teil riesigen Hotelbauten. Jetzt ist die Saison vorbei, darum hat es nicht mehr so viele Gäste. In der Vizenta Trattoria kehren wir ein. Der Kellner kann gut Englisch und quatscht uns den Kopf voll. Nachher gehen wir noch Einkaufen. Nach 1¾h fahren wir weiter. Das Seeufer ist bis Pucón fast durchgehen bebaut, Feriensiedlungen usw. Auch Pucón ist ein Touristen-Ort. Unser Airbnb liegt etwas weg vom Zentrum. Wir finden es auf Anhieb, obwohl die Angaben nicht genau sind. Die Wohnung ist klein und gemütlich. Ganz durchgestylt. Wir richten uns ein und ich plane die nächsten Tage. Bernard will unbedingt am Lago Conguillio zur Laguna Captren wandern. Die liegen im Parque Nacional Conguillio, da soll es einen Regenwald geben. Airbnb gibt es da nur eines, aber auf Booking.com finde ich eine Unterkunft in Melipeuco vor und eine in Curacautin nach der Wanderung. Bis ich fertig gebucht habe regnet es. Bernard will nicht mit Uber zum Nachtessen fahren, so gehen wir im Regen zu Fuss ins "Andiamo". Meine Tomaten-Spaghetti mit Fleisch sind gut, aber teuer. Auch der Wein kostet viel. Beim Bezahlen merke ich, dass ich mein Portemonnaie zu Hause gelassen habe. Bernard leiht mir 30'000. Die 6000 Rückgeld stecke ich in die Brusttasche. Zu Hause sind sie weg, vermutlich heruntergefallen wenn ich die Karte auf meinem Telefon konsultiert habe. Die Noten sind hier plastifiziert und glatt, darum rutschen sie gerne weg. So wird es das teuerste Nachtessen in Chile bis jetzt, 36 CHF wären es gewesen, 45 CHF sind es am Schluss.
(157km, 4¼h unterwegs)

Di 19.03.2019
Nach dem späten Frühstück steht "Büro" an. Am Nachmittag fahren wir zum Volcan Villarrica, zumindest ein Stück hoch. Der hüllt sich aber in Wolken. Bei der ersten Sessellift-Station auf 1230müM fahre ich nicht mehr weiter. Wir sind schon fast im Nebel und die Strasse wird noch schlechter. Bernard muss natürlich noch wandern. Während ich warte, kommt ein Tessiner mit einem riesigen MAN-Truck. Wir reden eine Weile, dann fährt es doch noch bis zur Mittelstation auf 1429müM. Bernard kommt nach ½h zurück, hat aber nicht mehr gesehen als von meinem Standort. Auf dem Rückweg kehren wir kurz vor dem Beginn der geteerten Strasse ein. Um 16.45h sind wir zurück. Wie erwartet sieht man den Vulkan eine Stunde später von unserem Haus her. Der Nebel liegt aber immer noch etwa bei der Mittelstation, warten hätte also auch nichts gebracht. Bernard geht einkaufen, zu Fuss, weil er sonst zu wenige Kilometer hat. Zum Nachtessen gehen wir ins "Bovinos". Mein Filet Mignon mit Kartoffel-Gratin ist sehr gut und sehr teuer. Der Preisrekord von gestern wird pulverisiert, obwohl ich ein Glas Wein weniger trinke, kostet es mich 31'295 CLP = 47 CHF! Wir wussten ja, dass Pucón der teuerste Ort in Chile ist, aber so teuer haben wir es doch nicht erwartet. Bernard verzichtet aus Protest auf Fleisch, kommt aber trotzdem auf 30 CHF. Wenn wir zurück sind, stelle ich fest, dass die Heizung nicht mehr funktioniert. Kein Brennstoff mehr. Ich schreibe ein WhatsApp, und 5 Minuten später haben wir wieder Brennstoff.
(34km, 2½h unterwegs, davon 13km ungeteert)

Mi 20.03.2019
Am Morgen gibt es blauen Himmel und der Vulkan steht ohne ein Wölklein da! Nach 11.15h fahren wir los. Zuerst dem See entlang nach Villarrica zum Tanken. Nachher weist mich das Navi auf einen längeren Weg als ursprünglich geplant. Wir fahren einen Umweg von 32km. Dafür ist die Strasse gut. Hier gibt es viel Land- und Forstwirtschaft. Es ist ziemlich flach. Unterwegs sehen wir auch Haselnuss-Plantagen. Je näher wir Melipeuco kommen, umso höher werden die Berge und das Tal wird enger. Unsere Unterkunft Hostal Turismo Allipén finden wir auf Anhieb, obwohl sie auch diesmal falsch angegeben wurde. Es ist ein kleines Guesthouse. Wir sind die einzigen Gäste. Das Ankunftsbier gibt es im "Los Troncos". Ich gehe vorab hin, weil Bernard unbedingt einen Schlüssel zum Abschliessen seines Zimmers will. Ich gehe nachher nur noch etwa 500m weiter ins "Terrazas de Melipeuco". Da trinke ich ein schlechtes lokales Bier. Bernard muss noch seine Kilometer machen. Er kommt später zurück und trinkt den Rest meines Biers, weil ich inzwischen ein Glas Rotwein bestellt habe. Im Guesthouse gibt es erst am Abend Internet. Ich kann das Büro auch ohne erledigen. Die Besitzerin kommt nach Hause, sie arbeitet auf der Gemeinde. Sie stellt uns ihr Datenpacket auf dem Handy zur Verfügung. Ich suche eine Unterkunft nahe Los Angeles. Da will Bernard aber nicht hin. Er will am liebsten direkt nach Santiago fahren. Seine Patagonien-Reiseführer sind hier fertig. Auf dem Lonely Planet gibt es nicht viele Angaben bis Santiago. Ich möchte aber noch nicht nach Santiago, es sind immer noch etwa 700km und es gibt Weinbau-Gebiete und die Küste. Vielleicht ist es besser er nimmt den Bus und ist in einem Tag in Santiago. Zum Nachtessen gehen wir nochmals ins "Los Troncos". Es gibt gutes geräuchertes Schweinefleisch mit Kartoffelstock. Die Preise sind wieder normal.
(151km, 2½h unterwegs)

Do 21.03.2019
Es ist sehr kalt im Haus. Das Frühstück ist gut, nur der Nescafé ist fehl am Platz. Um 11h fahren wir los. Kurz vor dem Parque Nacional Conguillio treffen wir auf den ersten Lava-Strom des Volcan Llaima. Die ersten 12km bis zum Eingang des sind geteert. Nachher geht es meist holprig weiter. Der Eintritt kostet 9000 CLP für uns beide. Wir kurven mehrmals durch Lava-Ströme, erkalteten natürlich! Beim Mirador Laguna Arcoiris halten wir an. Bei der Laguna Conguillio fahren wir zum Ufer. Der See ist aber enttäuschend, niedriger Wasserstand und keine Schönheit. Zu Fuss geht es nun auf dem Sendero Los Carpinteros weiter. Der führt durch einen schönen Wald mit knorrigen Bäumen. Bernard ist meist weit hinter mir, wieso weiss ich eigentlich auch nicht. Er ist ja der grosse Wanderer. Ganz am Anfang begegnen wir 3 jungen Frauen, nachher haben wir den Wald für uns. Etwa in der Hälfte gibt es die "Araucania Madre", ein alter grosser Baum. 1800 Jahre alt, 50m hoch und einen Durchmesser von 2.20m. Nach 2h bin ich am Ziel, der Laguna Captren. Es sind gut 6km mit 250m Aufstieg und 123m Abstieg. Bis Bernard kommt dauert es ½h. Wir beschliessen den Rückweg auf der Strasse zu gehen. Etwa in der Hälfte nehmen uns 2 Frauen auf der Ladefläche ihres Pickups mit. Beim Losfahren haben wir Glück. Ich denke Bernard wird noch seinen Rucksack hinter verstauen und lasse die Tür offen. Er nimmt ihn aber in die Kabine. Beim Rangieren machen uns die Frauen auf die offene Tür aufmerksam. Sonst hätten wir bei den kommenden ruppigen Steilstrecken vermutlich unser Gepäck verloren! Zuerst geht es durch den Wald bis zur Laguna Captren, die wir schon kennen. Nachher durch mehrere Lava-Ströme. Diesmal beginnt die geteerte Strecke leider nicht beim Parkeingang. Erst nach gut 36km beginnt der Teer. Der wird aber noch zwei Mal durch Baustellen von total 6km unterbrochen. D.h. 42km ungeteerte Strassen. Nach 17.15h sind wir in Curacautin. Das Hostal Epu Pewen ist einfach aber gut. Wir haben unseren Bungalow hinter dem Haupthaus. Wir stellen das Gepäck ins Haus und gehen einkaufen. Vor dem Ankunfts-Bier bringe ich das Gekaufte zurück. Nachher richten wir uns ein. Zum Nachtessen gehen wir ins "Fogón del Cordobes". Chorrillanas ist eine lokale Spezialität mit Rind- und Poulet-Fleisch, Wurst, Zwiebeln, Käse und Spiegelei auf Papas Fritas. Eine riesige Portion für 2 Personen und sehr gut. Ein günstiger Abend, 20'000 CLP für zwei inkl. Getränke. Wir beschliessen eine Nacht länger hier zu bleiben.
(70km, davon 42km ungeteert, 6¼h unterwegs, davon 3¾h zu Fuss für 8.8km)

Fr 22.03.2019
Ausschlafen, nachher "Büro". Bernard macht einen Vorschlag wie wir nach Santiago weiterreisen. Der ist aber wie nicht anders zu erwarten der schnellste Weg mit Tagesstrecken zwischen 200 und 300km, mit nur 2 Stopps. Ich beginne meine Variante mit mehreren Stopps auszuarbeiten. Ich will zumindest noch an die Küste. Bis ich das alles beisammen habe dauert es eine Weile. Bernard verabschiedet sich um auf seine Kilometer zu kommen. Später gehe ich auch aus dem Haus und suche mir einen sonnigen Tisch gleich gegenüber dem Park. Dort geniesse ich ein Glas Weisswein. Nach einiger Zeit kommen neue Gäste, und wo kommen sie her? Natürlich aus der Schweiz! Zuerst sind sie mit sich selbst beschäftigt, später kommen wir ins Gespräch und ich setzte mich zu ihnen. Es sind die Eltern und Schwiegereltern des jungen Paares. Die Eltern des Mannes leben nun in Chile, die Mutter stammt aus der Gegend. Nach einiger Zeit taucht auch Bernard auf. Er will aber noch zuerst einkaufen. Die Schweizer verabschieden sich. Nach einer ziemlich langen Zeit mache ich mich auch auf den Heimweg. Im Park kommt mir dann Bernard entgegen und ist erstaunt, dass ich nicht mehr in der Beiz bin. Zuhause erläutere ich ihm meine Pläne. Er will nicht an die Küste, darum werden wir uns spätestens in Santa Cruz trennen. Er wird von da direkt nach Santiago fahren. Zum Nachtessen gehen wir nochmals ins "Fogón del Cordobes". Mein Lomo mit Pommes schmeckt sehr gut, dazu einen Tomatensalat.

Sa 23.03.2019
Nach dem Frühstück packen wir zusammen. Um 11.30h geht es los. Zuerst auf der Landstrasse bis Victoria durch eine hügelige Gegend mit Forst- und Landwirtschaft. Dann auf die Autobahn Ruta 5 Sur, die nennen sie hier auch Panam. Das Wetter wird immer besser und wärmer. Um 13.24h überqueren wir den Rio Bio Bio und verlassen damit Patagonien. Ich bin total 72 Tage in Patagonien gewesen, wenn man Feuerlande dazu zählt, was je nach Definition nicht ganz korrekt ist. Wir tanken zu einem Rekordtiefen Preis von 580 CLP/Liter = 0.85 CHF auf der Autobahn. Im Gegensatz zur Schweiz ist es hier auf der Autobahn in der Regel billiger als daneben. Beim "Salto Del Laja" machen wir eine Pause. Es ist ein etwa 20m hoher schöner Wasserfall mit vielen Souvenir-Shops. Es ist Wochenende, darum hat es sehr viele Leute. Nach einer Stunde fahren wir weiter. Um 16.15h sind wir in Chillán. Das Hotel Chillán Sur finden wir auf Anhieb. Nur das Parkieren ist ein Problem. Die Zimmer sind eigentlich Bungalows und gut, mitten im Zentrum. Nachdem ich das Auto parkiert habe suchen wir einen Platz für das Ankunftsbier. Gleich gegenüber dem Plaza de Armas werde ich fündig. Das Bier "Wanderslust" schmeckt sehr gut, wir müssen noch ein zweites trinken. Auf dem Platz ist eine Sportveranstaltung im Gange. Zu sehen gibt es nichts, aber die Musik ist sehr laut. Hoffentlich nicht bis spät in die Nacht. Zum Nachtessen empfiehlt man uns das "Fuente Alemana". Das "Bife a lo pobre" schmeckt gut und die Portion ist nicht so riesig wie auch schon. Das Lokal selbst ist aber ziemlich Fast-Food-mässig. Am Schluss sitzen wir ganz alleine im hinteren Teil.
(271km, 4¾h unterwegs)

So 24.03.2019
Frühstück erst um 10h, Bernard kommt sogar jetzt noch zu spät. Es gibt nur Pulverkaffee, dafür zwei Spiegeleier. Um 12h machen wir uns auf den Weg zum Markt. Der eine Teil ist eine grosse Halle, da wird fast nur Fleisch verkauft. Viele Geschäfte sind geschlossen am Sonntag. Der andere Teil besteht aus kleinen Läden. Auch da sind die meisten geschlossen, aber davor sind kleine provisorische Stände aufgebaut. An einer Ecke ist ein schöner Gemüse- und Früchtemarkt. Wir schlendern noch etwas durch das Quartier und wollen Kaffee kaufen. Überall das gleiche Bild, 20 Sorten Pulverkaffee und nur 2,3 richtigen Kaffee. Und der ist dann teuer, min. 3000 CLP/250g = 4.50CHF. Auf dem Heimweg kehren wir beim Park nochmals ein und geniessen ein Bier resp. heisse Schoggi an der Sonne. Zurück zu Hause erstelle ich die prov. Abrechnung für Bernard und plane die nächsten Tage. Ich buche ein Hotel in Talca für morgen. Telefoniere noch mit Stefan und Markus. Zum Nachtessen gehen wir ins "Donatello", eines der wenigen Restaurants die heute Abend geöffnet sind. Meine Pizza Donatello Media ist gross und gut. Ich kann Bernard ein Stück abgeben, er hat nur eine kleine bestellt und die ist wirklich klein.

Mo 25.03.2019
Frühstück um 9h, nachher packen. Um 11.15h können wir losfahren, nachdem es beim Bezahlen noch Diskussionen über den Preis gegeben hat. Ein Zimmer mit Doppelbett und einem Bett kostet mehr als ein Zimmer mit 3 Betten? Nach wenigen Kilometern verlassen wir die Autobahn Ruta 5 sur, müssen aber bereits 600 CLP bezahlen. Das chilenische System der Autobahngebühren ist total unlogisch. Es hängt überhaupt nicht mit den gefahrenen Kilometern zusammen, denn beim Einfahren wird man nicht registriert. Wenn man Pech hat und gerade die letzte Einfahrt vor der Zahlstelle nimmt, bezahlt man genau gleich viel wie derjenige der 100km auf der Autobahn war! Die Fahrt geht nun auf Nebenstrassen weiter. Es ist hügelig und hat viele Nutz-Wälder. Die werden grossflächig gefällt und dann wieder aufgeforstet. Es hat kaum Verkehr, und wenn, dann sind es Holztransporte. Nach 2¼h sind wir in Cauquenes. Wir machen ½h Pause und trinken etwas. Es ist warm und der Himmel ist wolkenlos blau. Sehr angenehm, fast wie in Südfrankreich. Es gibt jetzt immer mehr Reb-Kulturen. Kurz vor Talca müssen wir nochmals ein Stück auf die Ruta 5. Da hat es viel Verkehr. Mein Navi will mich auf der Autobahn links abbiegen lassen. Wir müssen eine Zusatzschleife über die nächste Ausfahrt machen, dafür umfahren wir die Zahlstelle und müssen keine Gebühr bezahlen. Um 15.15h sind wir am Ziel. Das "B&B Stella Bordestero" besteht aus mehreren Bungalows. Wir haben 2 gebucht und wie üblich ist nur eines reserviert. Das es aber keine Gäste hat, ist es diesmal kein Problem. Wir bekommen 2 Bungalows beim Pool im hinteren Bereich. Da funktioniert allerdings das Internet nicht. Nach einigem hin und her, versuche ich den Router zu hacken. Das funktioniert und ich bring das Internet zum Laufen. Das Ankunftsbier geniessen wir am Pool. Bernard will Zigaretten einkaufen, findet aber keinen offenen Laden. Ich geniesse derweil die Ruhe am Pool. Zum Nachtessen gehen wir ins nahe "La Cocina de Ramses", ein peruanisches Restaurant. Mein "Estafado de la Casa", ein Eintopf mit Kartoffelstock schmeckt sehr gut.
(224km, 4h unterwegs)

Di 26.03.2019
Meine SIP-App funktioniert seit etwa 2 Wochen nicht mehr. Ich habe Zoiper kontaktiert, aber keine nützlichen Antworten bekommen. Gestern habe ich meinen Provider kontaktiert. Der teilt mir mit, dass er die neuste Version von Zoiper blockieren musste, weil sie mit Verbindungsaufrufen bombardiert wurden. Vor und nach dem Frühstück bin ich damit beschäftigt meine Geräte auf eine andere App umzustellen. Nachher plane ich die Weiterreise. Bernard wird am Samstag definitiv alleine nach Santiago reisen. Ich werde einige Tage an die Küste fahren, dort soll es zwar kühl sein, aber ich will trotzdem hin. Am Nachmittag gehen wir ins Zentrum, Einkaufen und Restaurants suchen. Es ist warm bei wolkenlosem Himmel. In einem Gartenrestaurant geniessen wir ein Bier unter einem riesigen Kastanienbaum. Zum Nachtessen gehen wir ins nahe "Loba", ein schönes Restaurant mit gedecktem Innenhof. So können wir im Freien essen und Bernard darf ausnahmsweise rauchen im Restaurant. Mein Filet Mignon schmeckt sehr gut, das bisschen Gemüse dazu ist ein Witz.

Mi 27.03.2019
Zum Frühstück hat es wieder keine Milch, in weiser Voraussicht haben wir gestern welche gekauft. Um 11h fahren wir los, unsere letzte gemeinsame Etappe. Nach wenigen Kilometern verlassen wir die Autobahn und fahren auf der Landstrasse weiter. Es ist hügelige und ziemlich trocken, erinnert ein wenig an Südfrankreich im Herbst. Die Laubbäume beginnen die Blätter zu verfärben. Es gibt hier grosse Nutzwälder und entsprechend viele Holztransporter. Der Verkehr ist im Allgemeinen aber schwach. Zwischen Parronal und Lolol fahren wir durch ein grosses Waldbrand-Gebiet, da hat vor ein paar Jahren ein Grossfeuer gewütet. Zwischen Lolol und Santa Cruz besuchen wir das Weingut "Viña Santa Cruz". Ziemlich gross, mit eigener Gondelbahn zum Haus-Observatorium und eigenem Automuseum. Das besuchen wir jedoch nicht. Die Privat-Führung kostet 12'000 CLT/Person = 18 CHF und ist das Geld nicht wert. Unser Führer zieht eine grosse Show ab. Die Führung durch die Produktion fällt ziemlich kurz aus, nachdem ihm Bernard gesagt hat, dass ich schon selber in der Weinproduktion gearbeitet habe. Beim Degustieren geht dann die Show weiter. Da ich noch fahren muss, darf ich nicht zu viel trinken. Nach einer Stunde fahren wir weiter. Um 15h sind wir am Ziel in Santa Cruz. Wir richten uns ein. Das Haus ist alt, aber mit einfachen Mitteln stilistisch aufgewertet. Das Badezimmer ist ausserhalb des Hauptgebäudes. Nach 17h machen wir uns auf den Weg ins nahe Zentrum. Wir kaufen ein und Bernard will die Touristen-Information besuchen. Die ist aber bereits geschlossen. Auf dem Rückweg sehen wir uns das "Boulevard de la Viña" an. Die gibt es mehrere Restaurants. Es ist sehr schön am Ortsrand gelegen mit Aussicht in die umliegenden Berge und Reben. Ideal um den Apero zu geniessen. Zum Nachtessen gehen wir dann nochmals ins gleiche Restaurant, das "La Casita de Barreales". Mein "Lomo Saltado" schmeckt sehr gut. Fleischstreifen mit Gemüse, dazu Reis.
(142km, 4h unterwegs)

Do 28.03.2019
Der Morgen ist kühl und neblig, kein Grund um früh aufzustehen. Das Haus hat keine Heizung. Als erstes zünde ich am Gasherd alle Flammen, damit es wenigstens etwas wärmer wird. Gestern war es 27C° und heute Morgen ist es etwa 9C°. Ich esse alleine Frühstück weil Bernard ausschlafen will. Er steht erst nach 10h auf. Ich suche und reserviere mein Hotel in Pichilemu, das ist ein Surfer-Paradies an der Küste. Bernard geht in die Stadt und kommt kurz geschoren zurück. Am Nachmittag wollen wir eine Tour durch das Weingut "Laura Hartwig" machen. Das erreichen wir nach einem kurzen Fussmarsch von etwas mehr als einem Kilometer. Führungen gibt es nur auf Voranmeldung. Sie zeigen uns aber trotzdem kurz den Weinkeller. Es ist ein sehr schönes Gebäude und wir degustieren unseren Wein auf der Veranda. Davor bewässern sie das Polofeld mit unglaublich viel Wasser. Nach etwa 1h machen wir uns auf den Rückweg. Zu Hause öffnen wir alle Türen und Fenster, damit das Haus aufgewärmt wird für die Nacht. Ich erledige mein "Büro" und geniesse nachher den Apero während Bernard sein Wäsche abholt und Brot kaufen geht. Wir fragen nach einer Heizung, denn am Morgen ist es kalt im Haus. Hugo wird eine Elektroheizung für uns organisieren. Zum Nachtessen gehen wir in den "Club Unión Social Santa Cruz". Zum draussen sitzen ist es zu kühl. Mein "Lomo a lo pobre" ist nicht so gross wie üblich. Dafür habe ich dann noch Platz für einen Dessert. "Puré de castañas" ist sehr süss und erinnert nur entfernt an unser Vermicelles. Kaum sind wir zu Hause bringt uns Hugos Vater die gewünschte Heizung. Wir testen sie aus und finden heraus, dass die Steckdose in der Küche schlecht angeschlossen ist und darum Wasserkocher, Kaffeemaschine und Mikrowelle schlecht funktionieren. Mit meinem neuen Verlängerungskabel können wir das Problem umgehen.
(4km zu Fuss)

Fr 29.03.2019
Heute Frühstück mit Spiegelei, weil die gekauften Eier klein und sehr zerbrechlich sind. Ich habe 1h vorher die Heizung gestartet, darum ist es jetzt angenehm warm. Heute lichtet sich der Nebel bereits kurz nach 11h. Ich plane meine weitere Reise ab Santiago und buche dort ein Airbnb für 8 Nächte. Bernard besucht wieder einmal ein Museum. Schlussendlich verbringe ich den ganzen Tag vor dem Computer. Zum Apero geniesse ich die letzten Sonnenstrahlen in der Einfahrt. Heute lädt mich Bernard zum Nachtessen ein. Wir entscheiden uns für die "Envero Taberno & Parrilla", die hat gute Bewertungen. Wir werden aber enttäuscht. Es ist sehr teuer und wir haben schon viel besser gegessen. Das Risotto ist zwar gut, aber das Fleisch könnte besser sein und auch mehr bei diesem Preis. Bernard bezahlt 60'000 CLP = 90 CHF und wir haben entgegen unseren Gewohnheit nur ein Bier und ein Glas Wein getrunken. Das holen wir auf dem Heimweg nach im "Larry". Da gibt es die doppelte Menge Wein für weniger als den halben Preis! Zum Abschluss genehmigen wir uns noch einen Pisco. Der schmeckt gut und es gibt viel.

Sa 30.03.2019
Heute ist Bernard früh dran. Bereits um 08.30h sitzen wir beim Frühstück. Nachher packen wir zusammen. Ich wasche noch die Scheiben für das Abschiedsfoto mit Bernard. Er verabschiedet sich nach 53 Tagen/5227km und fährt mit dem Bus nach Santiago. Dort werden wir uns vielleicht nochmals treffen. Um 11.15h fahre ich los. Zuerst säumen viele Reben den Weg. Später Obstplantagen und am Schluss Wald, der hier intensiv genutzt wird. Um 12.45h bin ich in Pichilemu. Das "Hostal Dolegant Pichilemu" ist klein und der Empfang ist herzlich. Mein Zimmer ist ziemlich klein und kühl. Mein Ankunftsbier trinke ich im Innenhof. Der ist gemütlich eingerichtet und die Sonne scheint. Nachdem ich mich eingerichtet habe, gebe ich die Wäsche zum Waschen für 1500 CLP/kg. Dann mache ich mich auf einen Rundgang durch den Ort. Es soll die Surfer-Metropole der Welt sein. Der Strand wäre eigentlich schön, aber es ist viel zu kalt, etwa 16C°. Einige unentwegte sind trotzdem am Surfen. Die Wellen sind 2-5m hoch. Ich gehe bis zum Aussichtspunkt "La Puntilla" den Strand entlang. Von da weiter hinten zurück. Nach einer Stunde bin ich zurück und klemme mich hinter den Computer. Bilder aussortieren und nummerieren. Ich ziehe die Fleece-Jacke an zum Arbeiten weil es auch im Haus kalt ist. Die Mitarbeiter essen etwas und geben mir auch davon etwas ab. Mais im Maisblatt gekocht, schmeckt gut. Das Internet funktioniert nicht mehr. Darauf entscheide ich mich für den Kauf eines "Elektro-Öfeli". Ich brauche etwa ½h um ein Geschäft zu finden. Dort haben sie dann dafür eine riesige Auswahl. Meine Wahl fällt auf ein Modell für 10'600 CLP = 15 CHF. Auf dem Rückweg kaufe ich noch eine Flasche Grants Whisky für umgerechnet 12 CHF. Mein Zimmer fühlt sich geheizt sofort viel wohnlicher an. Das Internet von Movistar soll im ganzen Ort nicht funktionieren. Zum Nachtessen gehe ich ins "La Pica Del Negro", das haben sie mir im Hotel empfohlen. Das "Chuleta a lo pobre", 2 Schweins-Koteletts mit Spiegelei und Pommes, schmeckt gut. Dazu wie üblich Wein und Mineral. Alles zusammen für 12'400 CLP = 18 CHF, was für ein Unterschied zu gestern!
(92km, 1½h unterwegs und 5km zu Fuss)

So 31.03.2019
In der Nacht hat es mehrere Gewitter gegeben. Frühstück gibt es erst ab 09.30h, es ist ziemlich einfach. Nur Brot mit Käse und Konfi, dazu Fruchtsalat und ein Joghurt. Wenigstens bekomme ich für den Nescafé warme Milch. Das Internet funktioniert immer noch nicht. Ich mache weiter mit meinem "Büro" und hoffe dass es bald wärmer wird. Gegen 17h gehe ich an den Strand und oh Wunder, die Sonne setzt sich durch. Es sieht sofort alles viel schöner aus. Von überall her strömen die Surfer an den Strand. Ich gehe wieder bis "La Puntilla". Da gibt es ein schönes Restaurant mit Terrasse und Aussicht auf den Strand. Ich geniesse ein Bier an der Sonne. Zurück im Hotel schnappe ich meine Kamera und den Whisky und gehe zum Sonnenuntergang nochmals zurück zum "La Puntilla". Mein erster Sonnenuntergang im Pazifik seit 3 Jahren Amerika. Es ist aber ziemlich kalt. Zum Nachtessen gehe ich ins "Docas", das haben sie mir im Hotel empfohlen. Das Chorrillanas schmeckt sehr gut, besser als das letzte Mal.
(5km zu Fuss)

Mo 01.04.2019
Nach dem Frühstück klemme ich mich hinter den Computer um herauszufinden wie Maria am besten nach Peru kommt. Über Australien/Neuseeland wäre theoretisch schneller, ist es aber nicht weil die Anschlüsse für den Rückflug überhaupt nicht passen. Die beste Variante scheint KLM ab Kuala Lumpur via Amsterdam anzubieten. Bis ich alles geklärt habe ist es bereits Abend. Dazwischen taucht einmal die Chefin auf und ist erstaunt, dass ich noch eine Nacht länger bleibe. Am Abend klingelt ein Paar und möchte hier übernachten, aber ich bin alleine im Haus. Sie rufen die auf der Visitenkarte angegebene Nummer an. Sie können aber nicht bleiben, das Hotel ist offenbar geschlossen und ich der letzte Gast! Zum Nachtessen gehe ich nochmals ins "Docas". Diesmal esse ich "Shawarma", etwas Ähnliches wie Dürüm-Kebap mit Pommes. Schmeckt auch sehr gut und ist einmal etwas ganz anderes.

Di 02.04.2019
Zum Frühstück hat es heute keine Milch mehr. Ich hole meine aus dem Auto, aber die scheidet, sobald ich sie erwärme. Darum gehe ich Milch einkaufen und kann dann in aller Ruhe frühstücken. Nachher packe ich zusammen. Kurz bevor ich losfahre erscheint doch noch jemand. Ich bezahle mein Bier vom Samstag und verabschiede mich. Später merke ich, dass ich die Wäsche nicht bezahlt habe, habe aber kein schlechtes Gewissen. Um 12h fahre ich los. Zuerst den gleichen Weg durch die Wälder zurück. Nach 35km biege ich in die I80 ab. Es hat nun kaum mehr Verkehr. Die Strasse ist gut und führt vorbei an verschiedenen Obst-, Oliven- und anderen Plantagen. Es ist eine Ebene auf etwa 200müM. Litueche ist der einzige grössere Ort auf der Strecke. Vor Rappel geht es steil bergab. Im Ort kommt mir eine lange Auto-Kolonne entgegen, eine Beerdigung. Kurz vor dem Ziel, in Navidad (Weihnachten) halte ich an und kaufe Brot. Käse haben sie nur Mozzarella. Beim Weiterfahren finde ich noch einen Supermarkt. Da kaufe ich noch richtigen Käse und Joghurts ein. Ich habe Glück, gleich hinter mir schliessen sie den Laden. Mein Bungalow ist sehr gut, nur etwa 400m vom Strand entfernt. Ich sehe das Meer von meiner Terrasse aus zwischen den Häusern hindurch. Der Nebel hat sich zum Glück aufgelöst. Ich geniesse mein Ankunftsbier auf der Terrasse an der Sonne. Nachdem ich mich eingerichtet habe gehe ich an den Strand. Der ist riesig und kein Mensch. Nur ein paar Möwen versuchen Krabben zu fangen. Ich gehe etwa 1.5km dem Strand entlang Richtung Norden und wieder zurück. Kaum bin ich zurück, ist auch der Nebel wieder da. Das Internet funktioniert nur im Restaurant gut, bei mir kommt und geht es, obwohl ich meinen Repeater an einem Verlängerungskabel ausserhalb unter dem Dach installiert habe. Zum Nachtessen habe ich einen lokalen Fisch mit Reis vorbestellt. Zum Apero starte ich die Gas-Heizung und geniesse die Wärme. Es ist hier viel angenehmer als im letzten Hotel. Um 20h gehe ich zum Nachtessen. Der Fisch schmeckt nicht schlecht, aber ich bin ja kein Fischliebhaber. Dazu gibt es noch viel Salat. Ich bin offenbar auch hier der einzige Gast. Bereits um 22h bin ich im Bett.
(98km, 2¼h unterwegs und 3km zu Fuss)

Mi 03.04.2019
Spätes Frühstück. Es hat Nebel und alles ist nass. Nachher repariere ich zuerst einmal die WC-Spülung, die stellt nicht ganz ab. Dann erledige ich diverse Büro-Arbeiten. Es ist wieder neblig, keine Sonne weit und breit. Aber im Haus ist es gemütlich warm. Ich buche mein Airbnb in Mendoza. Ich werde von Santiago direkt nach Mendoza fahren. Das sind 371km und der höchste Punkt liegt im "Túnel del Cristo Redentor" auf 3209müM. So hoch wie kein Pass in Europa. Unterwegs gibt es fast keine Übernachtungs-Möglichkeiten. Um 16h gehe ich doch noch an den Strand. Bin wieder fast allein, weit weg sehe ich jemanden. Diesmal gehe ich etwa 1.5km Richtung Süden. Manchmal schafft es die Sonne für ein paar Sekunden durch die Wolken resp. den Nebel. Zum Nachessen gibt es Fleisch mit Gemüse ähnlich wie Ratatouille und Bratkartoffeln. Eigentlich wäre alles sehr gut, nur das Fleisch ist so zäh wie noch nie in Südamerika.
(3km zu Fuss)

Do 04.04.2019
Nach dem Frühstück bezahle ich 87'887 CLP = 132 CHF für alles, inkl. Essen und Getränke. Ich muss noch eine App installieren, damit ich zur Überbauung in Santiago Zutritt bekomme. Um 11.30h fahre ich los. Zuerst bis Rapel den gleichen Weg zurück. Von da geht es kurzweilig Richtung San Antonio. Es gibt vor allem Landwirtschaft unterwegs. Einmal fahre ich durch ein ziemlich frisches Waldbrand-Gebiet. Nach etwa 50km komme ich auf die Ruta 66. Sie heisst auch "Ruta de la Fruta". Es gibt viele grosse Obstplantagen und auch viel mehr Verkehr als bisher. Kurz vor San Antonio nehme ich eine Abkürzung zur Ruta 78 "Autopista del Sol". Die restlichen 96km sind nun fast alle auf der Autobahn. Erst die letzten 5km sind normale Strassen. Um 14.15h bin ich am Ziel. Es ist eine riesige Überbauung mit 7 Hochhäusern, jedes 24 Stockwerke hoch. Ich bin früher dran als erwartet, darum dauert es eine Weile, bis Leticia mit dem Schlüssel auftaucht. Das Studio liegt im 3.Stock und hat einen kleinen Balkon mit Sicht auf den Pool und die Grünfläche. Es ist ziemlich klein, aber gut eingerichtet. Nur einen Tisch hat es keinen. Den hole ich aus dem Auto und richte mich ein. In einer Bäckerei gehe ich einkaufen und erlebe eine Überraschung. Hier in Santiago gibt es meistens nur gesalzene Butter. Vorher gab es das fast nie. In einem kleinen Laden finde ich dann aber doch noch ungesalzenen, allerding ein grosses und teures Stück. Apero auf dem Balkon mit Sonnenuntergang zwischen den Häusern. Zum Nachtessen gehe ich ins nahe "La Galucha", ein peruanisches Restaurant. Es ist klein und cool eingerichtet mit sehr aufmerksamem Personal. Mein "Cachiche" schmeckt sehr gut. Es ist ein Risotto gekocht mit Rotwein. Dazu Zweibel-Schnitze, Tomaten- und Filet-Stücke.
(177km, 2¾h unterwegs)

Fr 05.04.2019
Ich schlafe aus. Alles ist gut, ausser dass der Kühlschrank ziemlich auf läuft und relativ laut ist. Maria hat mit der Lehrerin abgeklärt ab wann Efraim in die Ferien kann. Ab 6.Juni sei das möglich, nicht ab 30.Mai wie früher gesagt. Ich verbringe die nächsten Stunden damit die Flüge zu buchen. Bei KLM ist das kein Problem aber bei AirAsia klappt es mit dem bezahlen auf dem PC nicht. Nach 5 Fehlversuchen probiere ich es mit der App auf dem Tablet und sie da, es funktioniert! Ich wunder mich ab dem hohen Preis von 315 USD für den Flug nach Kuala Lumpur. Der Rückflug kostet dann nur 118 USD. Ich frage Maria ob da ein Feiertag sei, sie weiss es nicht. Ich aktualisiere meinen Feiertags-Kalender für Indonesien und siehe da, es ist Idul Fitri, das Ende des Ramadan! In ganz Indonesien ist die Woche vom 3.-7.Juni alles geschlossen, also auch die Schule von Efraim! Und das weiss seine Lehrerin nicht, unglaublich. Ich werde aber nicht mehr umbuchen. Es hat den Vorteil, dass ich eine Woche länger unterwegs sein kann bis Cusco/Peru. Da werde ich mein Auto abstellen und nach Lima fliegen um Maria & Efraim abzuholen. Zusammen werden wir dann noch Cusco fliegen, dann Machu Picchu besuchen und zusammen mit dem Auto zurück nach Lima fahren. Ich hole meine Sommersachen aus dem Auto und ziehe mich um, es ist etwa 30C° warm. Ich gehe zum Einkaufen in einen Supermarkt, der ist den weiten Weg aber nicht wert. Zurück zu Hause, gehe ich noch zur Metro-Station um die "bip-Karte" die mir Leticia gegeben hat aufzuladen. Noch etwas "Büro", dann Apero auf dem Balkon. Gegen 20h mache ich mich auf den Weg zum Nachtessen mit Bernard. Mit der Metro bis Santa Ann und dann zu Fuss zum Restaurant "Juan y Medio". Bernard ist schon da, er wohnt in der Nähe, darum kennt er es. Wir bestellen "Lentjas con Longaniza", das Tagesmenue. Es ist ein guter Linseneintopf mit Wurst. Nach dem Bezahlen wollen wir noch in eine Bar auf ein Pisco. Es kommt aber nicht so weit, weil wir einen Schnaps nach Wahl spendiert bekommen. So bleiben wir sitzen bis es für mich Zeit ist auf die letzte Metro. Bernard bringt mich hin und wir verabschieden uns. Nur leider fährt die letzte Metro nicht. Das Taxi vor der Station will mich auch nicht nach Hause fahren. Darum nehme ich den Bus. Ich muss einmal umsteigen, aber auch da kommt der letzte Bus nicht. Man sagt mir wo der nächste Bus fährt. Ich muss etwa 15 Minuten warten. Dann kommt ein bumsvoller Bus, die Leute streiten ums Aus- und Einsteigen. Vor mir gibt es eine Rempelei. Ich schaffe es glücklich in den Bus. Das Glück ist aber gleich verflogen, denn mein Handy ist weg! Das muss bei der Rempelei passiert sein. Ich fluche innerlich und muss nun schauen, dass ich am richtigen Ort aussteige. Zum Glück kenne ich denn Strassennamen. Ich steige tatsächlich am richtigen Ort aus. Der Portier lässt mich zum Glück in die Überbauung ohne meine App auf dem Handy. Dann klemme ich mich hinter den Computer und lasse alle Daten auf dem Handy löschen. Ob das klappt, weiss ich nicht. Offenbar ist es ausgeschaltet. Dann sind wenigstens die Daten einigermassen sicher. Sicherheitshalber wechsle ich die Google- und Microsoft-Passworte. Dann nehme ich mein Ersatz-Handy in Betrieb. Dabei stelle ich fest, dass die OneDrive-App auch nach dem Passwort-Wechsel immer noch Zugriff hat. Ziemlich Scheisse ist das. Ich spiel noch etwas herum um eine Lösung für WhatsApp zu finden. Die gibt es aber ohne alte Nummer nicht. Ich sperre die Swisscom-SIM-Karte. Und teile Stefan das Malheur mit. Ich denke, dass er am Arbeiten ist, aber es ist Samstag, das habe ich vergessen. Telefoniere noch über Skype mit Maria. Um 5h bin ich im Bett, aber ans Schlafen ist nicht zu denken, auch weil sie im Haus irgendwo eine Party feiern.

Sa 06.04.2019
Ich döse vor mich hin. Um 8h stehe ich wieder auf und ärgere mich weiter. Ich nehme WhatsApp mit meiner Indonesischen Nummer wieder in Betrieb. Weil auf diesem Handy die App schon benutzt habe, kommen wenigstens wieder die alten Daten zum Vorschein. Falls Stefan eine Ersatz-SIM bekommt, können wir zusammen wahrscheinlich via Telefon die neusten Daten wieder aufs Handy bekommen. Frühstück gibt es keines, ich habe keinen Hunger. Ich mach mich auf den Weg um eine neue SIM-Karte zu bekommen. Am Samstag ist das nicht einfach, weil viele Geschäfte ohne die Uni-Studenten nicht offen sind. Ich finde nach einigem Suchen doch eine. Das aktivieren schaffe ich zusammen mit der Dame am Empfang. In der nahen Apotheke! kann ich mein Guthaben aufladen und dann ein Daten-Packet aktivieren. Ich teile die neue Nummer meinem Vermieter mit, damit er eine neue Einladung generieren kann. Das klappt aber auch nicht auf Anhieb. Eigentlich wollte ich heute an meinem Reisebericht arbeiten. Den Apero kann ich dann einigermassen geniessen auf meinem Balkon. Zum Nachtessen gehe ich wieder ins "La Galucha". Diesmal gibt es "Lomo saltado" auch wieder sehr gut, mit selbst gemachten dicken Kartoffel-Chips. Um 21h bin ich zurück und gehe bald ins Bett. Schlafe schnell ein, obwohl überall Partys im Gang sind.

So 07.04.2019
Ich erwache um 8h. Ich bin irritiert, denn mein Handy zeigt eine andere Zeit an. Nach kurzer Recherche finde ich heraus, dass gestern um 22h die Sommerzeit zu Ende ging. Nach dem Frühstück stelle ich alle meine Uhren um. Dann beginne ich endlich mit den Arbeiten an meinem neuen Reisebericht. Ich verschicke eine E-Mail, dass es bis auf weiteres keine WhatsApp-Nachrichten geben wird und mein Bericht in einigen Tagen fertig sei. Bis am Abend steht das Gerüst, die Bilder sind ausgesucht und eingebettet. Was fehlt sind die Ortsangaben und die Kommentare. Ich gehe Brot und Milch einkaufen, danach Apero auf dem Balkon. Das Nachtessen ist ein Problem, alle Restaurants in der Nähe sind geschlossen. Nur ein chinesischer Take Away hat offen. Da hole ich mir Schweinefleisch im Wok gebraten mit Reis und esse es auf meinem Balkon. Nicht schlecht, sehr viel Fleisch, aber fast kein Gemüse.

Mo 08.04.2019
Nach dem Frühstück klemme ich mich wieder hinter den Reisebericht. Bin bis 16h voll dran. Dann gehe ich einkaufen. Brot, Bier und Whisky. Meinen Lieblings-Whisky bekomme ich hier die 350cl-Flasche für 3000 CLP. Ich kaufe gleich 3 Stück, denn das ist extrem günstig, 13 CHF/Liter. Zurück schreibe ich eine E-Mail an PostFinance, weil meine Ersatzkarte noch nicht gekommen ist und die angegebene Telefon-Nummer nicht mehr funktioniert weil geklaut. Kaum bin ich fertig, ruft Mario der Portier an, die Ersatz-Karte ist angekommen. So schreibe ich nochmals eine E-Mail. Apero auf dem Balkon, Whisky habe ich jetzt genug. Zum Nachtessen gehe ich ins nahe "Fegal". "Costillar a lo pobre" das sind Spare-Rips ist gut und viel.

Di 09.04.2019
Heute ist es kühl, ideal um an meinem Reisebericht zu arbeiten. Ich arbeite bis 16h, dann gehe ich einkaufen. Der Apero findet heute nicht auf dem Balkon statt, weil es zu kalt ist. Zum Nachtessen gehe ich wieder ins "La Galucha". Diesmal esse ich einen guten Hamburger. Bernard ist heute zurück in die Schweiz geflogen. Er hat sich vorher nicht mehr gemeldet.

Mi 10.04.2019
Nach dem Frühstück stelle ich den Reisebericht fertig und verschicke die E-Mails. Nachher gehe ich einkaufen und fahre dann mit der Metro ins Zentrum. Um 14h bin ich beim Plaza de Armas. Da schaue ich mich um und besuche dann die Parroquia Del Sagrario, die grosse Kathedrale. Weiter geht es durch die Fussgängerzone. Ich folge einfach den Leuten und lande schlussendlich auf der andern Seite des Rio Mapocho in einem Gebiet mit vielen kleinen und grossen Märkten. Da gibt es alles zu kaufen, von Blumen bis Blechwaren. Die Läden ziehen sich noch weiter der Strasse Santa Filomena entlang. Mein Ziel der Parque Metropolitano de Santiago. Bevor ich den erreiche sehe ich einen Coiffeur. Ich lasse mir die Haare schneiden (8000 CLP = 12 CHF). Er ist Syrer und spricht auch englisch. Nach ½h geht es frisch geschoren weiter. Im Park gibt es einen Funicular, eine Standseilbahn. Als Pensionierter kostet mich die Fahrt auf den Cerro San Cristobal nur 1000 CLP. Auf 864müM gibt es eine riesige Marien-Statue und eine gute Aussicht auf die Stadt. Von der anderen Seite ist der Berg durch eine Gondelbahn erschlossen. Nach einem Rundgang gehe ich zu Fuss über den Sendero Zorro Vidal den Berg hinunter. Nach ½h habe ich ein Bier verdient. Zu Fuss zur Metro-Station Baquedano. Es ist jetzt 18h, Stossverkehr, aber kein Problem nach Hause zu kommen. Die Züge halten nicht auf allen Stationen, ich muss den mit den Grünen Lampen nehmen. Miando muss wieder einmal ins Spital wegen Erschöpfung. Zum Nachtessen gehe ich wieder ins "Fegal". Heute gibt es 2 Schweins-Koteletts mit Pommes, dazu einen Tomaten-Salat. Im Fernseher läuft wie gestern ein Spiel des Copa Libertadores. Die Leute fiebern mit. Zurück zu Hause wasche ich noch meine Wäsche in der Waschmaschine.
(10km zu Fuss unterwegs)