Tagebuch
Stand: 01.06.2019 Hauptseite / Home


Do 11.04.2019
Nach dem Frühstück organisiere ich meine Daten, solange ich noch gutes Internet habe. Es sind mehrere Gigabyte Daten die im März entstanden sind. Vor allem weil Bernard mit seiner Kamera viele Bilder gemacht hat und diese meist etwa 7MB gross sind. Meine sind nur halb so gross. Ich beschäftige meine Computer damit bis am Abend. Um 14h mache ich mich per Metro auf den Weg ins Zentrum. Maria will unbedingt einen Kühlschrank-Magnet aus Santiago. Das ist gar nicht so einfach, denn es gibt hier kaum Souvenir-Shops. Ich muss erst einen Polizisten fragen. Der verweist mich auf den nahen Markt. Und tatsächlich, da finde ich neben den Fischen einen Stand der Magnete verkauft. 1600 CLP = 2.40 CHF kostet mich der Spass, habe aber ½h gesucht dafür. Auf dem Weg zurück zum Plaza de Armas kaufe ich ein Brot. Es sieht schön aus, ist aber süsses Maisbrot. Auf dem Platz setze ich mich auf eine Bank und geniesse das Maisbrot und die Stimmung hier. Mit Bernard konnte man das nicht machen, es war meist zu kalt und vor allem war das für ihn verlorene Zeit. Nach 1h fahre ich mit der Metro zurück. Zuhause kaufe ich noch 2 dieser günstigen Grants-Whiskys und richtiges Brot ein. Meine 10 Gigabytes Daten sind inzwischen hochgeladen. Stefan hat meine Ersatz-SIM-Karte bekommen, aber es ist zu spät um noch eine Übung zu starten. Dafür bestelle ich zum 4.Mal das gleiche Handy bei Digitec. Stefan wird es dann zusammen mit der neuen SIM-Karte an Maria schicken. Sie wird es dann nach Peru bringen. Ziemlich kompliziert, aber der einzige Weg. Apero auf dem Balkon. Es ist Zeit weiter zu reisen, in spätestens einer Woche wird der Sonnenuntergang nicht mehr vom Balkon aus sichtbar sein. Zum Nachtessen gehe ich nochmals in "Fegal". Ich esse eine chilenische Variante des Gordon Bleu, sehr gut, dazu Kartoffelstock.

Fr 12.04.2019
Heute stehe ich früher auf. Nach dem Frühstück packe ich zusammen und aktiviere ein Daten-Paket auf meiner argentinischen Nummer. Um 09.30h fahre ich los. Es ist neblig und hat sehr viel Verkehr. Mit der Zeit nimmt der Verkehr auf der Ruta 5 northe ab. Nach 45km verlasse ich die Autobahn und fahre auf der Landstrasse ein Stück bis zur Ruta 57, die Autopista Los Libertadores. Die Sonne scheint und es ist viel angenehmer zu fahren. Es geht nun in die Anden, immer leicht bergauf. In Rio Blanco auf etwa 1400müM tanke ich. Es geht nun steiler bergauf. Es hat immer wieder sehr langsame Lastwagen, die kann man aber meistens nach kurzer Zeit überholen. Es geht durch Galerien und Tunnels durch eine schöne wilde Gegend. Zum Abschluss geht es auf 10km über etwa 40 Spitzkehren von 2230 auf 2860 müM. Unglaublich wie sie diese Strasse in den Hang gebaut haben, da ist die Tremola am Gotthard nichts dagegen. Bis zum Scheiteltunnel auf 3200müM geht es nochmals ziemlich steil bergauf. Kurz vor dem Tunnel kann ich einen langsamen Lastwagen als letzter überholen und habe so meine Ruhe im 2-spurigen 3km langen Tunnel. Die Zollabfertigung findet erst auf der argentinischen Seite statt. Der Polizist sagt mir nach 25km. Es geht nun bergab durch ein weites Tal. Nach 15km kommt ein Zollgebäude, aber keine Barriere. Ich fahre weiter da es ja 25km sein sollen. Aber da ist nichts. Ich frage nach und man schickt mich zurück. Da reihe ich mich mit 20 Minuten Verspätung in die Wartekolonne ein. Man muss hier mit dem Fahrzeug anstehen, nicht wie sonst üblich das Auto parkieren. Es geht unglaublich langsam. Um 15h habe ich es nach mehr als 2h geschafft. In Argentinien haben sie keine Zeitumstellung, darum ist es hier jetzt bereits 16h. Ich habe damit gerechnet, dass ich um 17h in Mendoza bin. Das klappt jetzt natürlich überhaupt nicht mehr. Die Strasse ist meist gut und der Verkehr ist gering. Ich komme zügig voran. Die Gegend ist sehr schön, Hochgebirge, aber das über 150km! Immer dem Rio Mendoza entlang. Weite Täler, enge Schluchten und kaum Siedlungen. Nach 1h erreiche ich Uspallata, der erste Ort auf 1900müM. 50km weiter erreiche ich den Stausee von Potrerillos. Die letzten 70km sind nun eher flach, es geht durch die grosse Ebene in der auch Mendoza liegt. Da hat es dann richtig viel Verkehr. Um 18.30h bin ich am Ziel und kann mein Auto direkt vor dem Haus parkieren. Gerardo der Vermieter kommt vorbei. Etwas später ist auch Vivian da, sie besucht mich für 3 Tage hier in Mendoza. Gerardo will nicht aufhören mit Vorschlägen. Endlich nach einer halben Ewigkeit kann ich Vivian richtig begrüssen. Zum Nachtessen gehen wir gleich gegenüber ins "Patrona". Mein Osso Bucco mit breiten Nudeln ist gut, aber eine ziemlich kleine Portion. Zurück sind wir um 22h. Vivian geht gleich schlafen. Wir haben getrennte Schlafzimmer. Ich erledige noch etwas "Büro" und gehe dann auch bald schlafen. Ich schlafe schlecht, es ist warm und man hört den Verkehr ziemlich gut.
(392km, 8h unterwegs)

Sa 13.04.2019
Nach dem Frühstück beschliessen wir nach Chacras de Coria zu fahren. Da war Vivian mit ihrer Familie und es hat ihr sehr gefallen. Es ist ein kleiner ruhiger Ort. Wir spazieren durch die schönen Alleen und trinken beim Plaza General Espejo etwas. Nachher fahren wir weiter zum Stausee "Embalse Potrerillos". Es ist eine schöne Strecke ohne Verkehr. Unterwegs sehen wir ein Schweizer-Nest mit mehreren Restaurants. Wir setzen uns ans Ufer und schauen den Surfern zu. Den See habe ich schon bei meiner Fahrt nach Mendoza gesehen. Zurück in Mendoza parkiere ich mein Auto auf einem bewachten Parkplatz. Zum Nachtessen wollen wir ins "Azafran" gehen, das hat uns der Vermieter empfohlen. Wir setzen uns und studieren das Menu und beschliessen nicht hier zu essen, denn es ist extrem teuer. In der Nähe finden wir das "Estancia la Florencia". Da ist das Essen nicht einmal halb so teuer und mein Filet an Senfsauce ist gut. Zum Schluss liegt noch ein guter Pisco drin.
(97km und 5km zu Fuss)

So 14.04.2019
Heute steht ein Besuch im Weingut von Dieter Meier von Yellow auf dem Programm. Sie haben uns auf 15.30h bestellt. Es ist riesig. Das Restaurant Ojo de Agua das zum Gut gehört ist klein und unauffällig. Für die Degustation müssen wir 140 CLP bezahlen. Dafür können wir 6 verschiedene Weine probieren. Immer ein normal gefülltes Glas. Wir sitzen unter einem schönen Baum mitten in den Reben. Dummerweise bin ich mit dem Auto da und muss mich etwas zurück halten. Nachher setzen wir uns an den Teich und geniessen die Sonne und reden. Zum Nachtessen gehen wir ins "Fuente y Fonda". Ein Tip von einer Freundin von Vivian. Hier werden alle Speisen in einem Bräter serviert und sind immer für 2 Personen. Unsere Schweins-Koteletts mit Süsskartoffel-Stock sind gut, aber viel zu viel. Zum Glück sind wir früh gegangen, denn wen wir nach Hause gehen ist das Restaurant voll. Ich schlafe so gut wie schon lange nicht mehr.
(75km und 3km zu Fuss)

Mo 15.04.2019
Nach dem Frühstück suche ich eine Unterkunft in San Juan. Nachher gehen wir zu Fuss zum Park Independencia. Da setzen wir uns auf eine Bank und schauen den Leuten zu. Ein kleiner Junge spielt mit den Grossen Fussball. Nach etwa 1h verschieben wir uns in ein Boulevard-Restaurant und trinken etwas. Vivian möchte in den Parque General San Martin. Da gehen wir denn hin. Der Park ist riesig und hat auch einen See. Da setzen wir uns ans Ufer. Gegen 16h machen wir uns auf den Heimweg. Es geht eine Weile bis wir ein Taxi anhalten können. Zurück zu Hause buche ich meine Unterkunft in San Juan und Vivian packt schweren Herzens ihre Sachen. Ihr Taxi zum Flughafen holt sie um 17.30h ab. Es waren schöne 3 Tage mit ihr. Ich plane meine nächsten Stationen. Das ist nicht so einfach, weil die Oster-Feiertage anstehen. Es geht schneller vorwärts wie geplant. Auch gut, dann habe ich genügend Zeit um nach Cusco zukommen. Vivian wird mich vielleicht in La Paz besuchen. Da ist sie aufgewachsen. Ich buche noch die nächsten Stationen in Las Floras (ARG) und Vicuña (CHL). Dazwischen liegt der Paso de Agua Negra auf 4780müM. Zum Nachtessen gehe ich ins "Cristobal". Da gibt es ein Menu mit Bife Cristobal, einem Glas Wein und Dessert für 390 ARS und es ist gut. Zurück zu Hause noch etwas "Büro".
(6km zu Fuss)

Di 16.04.2019
Nach dem Frühstück packe ich zusammen, dann gehe ich zum Parkplatz. Da wasche ich zuerst meine Scheiben und fahre dann zum Haus. Ich kann das Auto im Parkhaus nebenan stehen lassen bis ich meine Sachen eingeladen habe. Um 12.15h fahre ich dann definitiv los. Schon bald bin ich zurück auf der RN40 und die Weite hat mich wieder. Im Westen sind die Berge, aber im Osten sind nur weite Flächen, kein Hügel, nichts. Die Strasse ist meist schurgerade. Es gibt ab und zu Olivenplantagen oder Reben zu sehen. Auch der Wind meldet sich zurück, ist aber nicht so stark wie auch schon. An der Grenze zur Provinz San Juan wird mein Auto desinfiziert für 100 ARS = 2.50 CHF. Man fährt über eine Spray-Düse. Vor allem die Scheibe ist nachher schmutzig. Um 14.30h bin ich in San Juan. Mein Airbnb liegt an einer vielbefahrenen Strasse. Ich kann nicht in den Parkplatz fahren, weil davor ein Lastwagen entladen wird. Später parkier ich dann um. Ich richte mich ein. Der Kühlschrank ist total vereist. Ich enteisen ihn zuerst mit einem Föhn. Schneide mich in den Finger an einer scharfen Kante. Dazwischen geniesse ich mein Ankunftsbier auf der Terrasse. Nachher gehe ich einkaufen. Die ersten beiden Läden sind noch oder schon geschlossen. Ich find dann aber eine Bäckerei und kaufe Brot. Bei meiner Rückkehr treffe ich den Besitzer. Er kann nicht wie erwartet Englisch, es war seine Tochter die immer geantwortet hat! Apero auf der Terrasse, es ist angenehm warm, etwa 28C°. Zum Nachtessen gehe ich ins Zentrum und dort in die "Cantina del Español". Das "Bife de Chorizo al riojana" ist gut, aber viel zu viel. Gegen 23h bin ich zurück.
(170km, 2¼h unterwegs)

Mi 17.04.2019
Ich schlafe besser als erwartet. Sie brechen eine Wand im Nebenhaus ab, darum ist es manchmal ziemlich laut. Nach dem Frühstück gebe ich Maruhum, dem Bruder von Maria einige Tipps per E-Mail für seine Europa-Reise. Maria hat mich darum gebeten. Und schon ist es 14h. Ich mache mich auf den Weg ins Zentrum um den Parque de Mayo zu besuchen. Den 2.5km langen Weg dahin hätte ich mir sparen können, denn der Park ist nichts besonders. Auf dem Rückweg kaufe ich im Carrefour noch Brot und Eier ein. Dann suche ich vergeblich eine Gelegenheit um ein Bier zu trinken. Aussichtslos. Zuhause schnappe ich mir ein Bier und gehe in den nahen Park "Plaza Hipolito Yrigoyen". Da ist viel los, viele Schüler treffen sich hier nach der Schule. Nach 1h gehe ich zurück und geniesse den Apero auf der Terrasse. Zum Nachtessen gehe ich wieder ins Zentrum in das italienische Restaurant "Un Rincon de Napoli". Die Pizza ist sehr gut und wie immer in Argentinien ist selbst die "Chica" zu gross. Um 22h bin ich zurück und geniesse noch eine warme Dusche.
(8km zu Fuss unterwegs)

Do 18.04.2019
Nach dem Frühstück packe ich zusammen. Um 10.45h fahre ich zum Tanken gleich um die Ecke. Dann geht es quer durch die Stadt zur RN40. Am Anfang hat es viele Umleitungen, weil sie die RN40 neu bauen. Nach ½h habe ich es geschafft. Der Verkehr nimmt ab. Nach Campo Afuera verlässt die RN40 die Ebene und es geht stetig ansteigend auf eine Hochebene die kaum bewohnt und bewirtschaftet ist. Es hat aber Abbaugebiete für etwas, was es ist weiss ich nicht. Nach 1h Fahrzeit und 60km verlasse ich die RN40 beim Kilometer 3518 zum letzten Mal. Nun hat es noch weniger Verkehr und die Gegend gleicht manchmal einer Mondlandschaft. Es geht hoch bis auf 1790müM, dann wieder hinunter auf eine Hochebene um schlussendlich wieder auf 2600müM anzusteigen. Um 13.30h bin ich in Las Flores. Dort erlebe ich wieder einmal eine Booking.com Überraschung. Mein Hotel soll nach dem Zoll sein. Zum Glück frage ich am Zoll nach. Der meint da kommt nichts mehr. Ich rufe im Hotel an und mit Hilfe des Zöllners finden wir heraus wo es ist, etwa 2km vor dem Zoll, statt 5km nachher, also 7km falsch. Um 14h bin ich dann definitiv am Ziel. Ein kleines von Jungen geführtes Hotel mit einfachen Zimmern. Das Ankunftsbier geniesse ich im nahen Restaurant "El Relincho". Da werde ich auch zum Nachtessen hingehen. Nachher richte ich mich ein und erledige das "Büro" und wasche die Scheiben, damit ich morgen zeitig losfahren kann. Der Paso Aqua Negra ist 4780müM und die Strasse ist nur teilweise geteert. Meine Nachbarn sind mit dem Motorrad da. Zum Apero setzte ich mich zu ihnen wir verständigen uns so gut es geht. Zum Nachtessen gehe ich wie geplant ins "El Relincho". Der Kellner zeigt mir ein grosses Stück Fleisch und fragt ob ich das will. Ich bin einverstanden, dazu Pommes und einen Tomaten-Salat. Es schmeckt sehr gut, mein letztes Stück Fleisch in Argentinien, auf jeden Fall auf dieser Reise. Am Nebentisch sitzt eine Familie aus Cordoba. Sie haben 4 Jahre in Belgien gelebt und sprechen auch englisch. Sie schwärmen vom Paso de Agua Negra und vom Maloja-Pass in der Schweiz! Nach 22h bin ich zurück und gehe schlafen.
(188km, 3¼h unterwegs)

Fr 19.04.2019
Ich schlafe nicht so gut, obwohl es sehr ruhig ist. Vielleicht die Höhe, ich bin hier auf 2000müM oder die Nervosität wegen der Passfahrt. Ich bin schon vor dem Wecker wach und packe zusammen. Um 8h beim Frühstück, meine Nachbarn fahren schon los. Das Frühstück haut mich nicht vom Hocker aber es ist genügend. Ich muss meine Frontscheibe doch nochmals reinigen, sie ist verspritzt von Saft vom Baum. Um 09.00h fahre ich los zum Zoll. Da bin ich nach ¼h durch und fahre los. Die Strasse ist wieder geteert, aber in einem schlechten Zustand. Bald erreiche ich eine riesige Solarfarm, erst bei genauerem Hinsehen merke ich das. Es geht nun stetig bergauf und die Strasse wird sehr gut. Nach 1h Fahrt und 55km endet die geteerte Strecke. Ich bin nun bereits auf über 3700müM. Es geht nun weiter bergauf auf einer einigermassen guten Strasse. Nun kommt mir das erste Fahrzeug entgegen. Ich komme immer näher zu den Gletschern und der Fluss ist nun zeitweise gefroren. Das Tal ist manchmal weit und manchmal eng. Beim geplanten Tunnel bin ich auf der gleichen Höhe wie damals auf dem Mount Kinabulu in Borneo, der höchste Punkt bisher. Aber da war ich zu Fuss. Nach 1½h Fahrt kommt der Schlussanstieg. Die Strasse windet sich einen steilen Hang hoch. Ich muss hochtouriger fahren wie normal, damit der Turbolader genügend Luft schaufeln kann. Ich passiere eine Gletscher und bizarre Eisnadeln im Geröll. Kurz vor der Passhöhe überholen mich zum ersten Mal 3 Autos. Um 10.50h bin ich auf 4780müM, dem Paso de Agua Negra, geschafft! Ich fühle mich ein wenig komisch, kein Kopfweh aber ein unbekanntes Gefühl im Kopf. Ich mache ein paar Fotos, dann fahre ich weiter, denn es ist kalt hier oben. Der Pass ist auch die Grenze zwischen Argentinien und Chile. Die Strasse führt nun in weitem Bogen durch einen sehr steilen Hang. Keine Leitplanken, nur ein bisschen Sand und Steine am Strassenrand. Manchmal wird es einem schon ein bisschen mulmig. Dafür ist die Aussicht überwältigend obwohl es hier leicht bewölkt ist. Vorher war blauer Himmel. Es gäbe eine Abkürzung, aber ich wähle die 19km längere Strecke. Um 12h erreiche ich den Stausee "Embalse la Laguna". Bei der Staumauer endet die ungeteerte Strasse. Es waren 84km und ich habe dafür 2h gebraucht. Ab jetzt geht es gemütlich weiter, nur ab und zu gibt es eine Baustelle weil sie neue Brücken bauen. Um 12.45h erreiche ich den chilenischen Zoll. Da geht es relativ schnell. Nach ½h bin ich durch, allerdings ohne mein Pack Eier, das haben sie konfisziert. Das Tal wird jetzt langsam flacher und weiter. Plötzlich tauchen Reben auf, es werden immer mehr. Das Tal des Rio Elqui ist offenbar gut für Weinbau. Es ist das grösste Weinbaugebiet von Chile und von hier kommt auch der Pisco. Um 14.30h bin ich in Vicuña. Meine Unterkunft finde ich fast auf Anhieb. Ich richte mich ein und gehe dann einkaufen. Küche habe ich keine, ich muss in der "Camp Kitchen" mein Frühstück zubereiten. Apero auf meinem kleinen Balkon, aber nur kurz, denn es wird kalt sobald die Sonne weg ist. Zum Nachtessen gehe ich ins Zentrum. Ich schaue mir diverse Restaurants an, entweder sind sie voll oder es ist kalt weil sie im Freien sind oder alle Türen offen lassen. Das "Antawara" hat die Türen fast geschlossen, darum bleibe ich da. Ich habe keine Ahnung was ich bestelle. Ich bekomme ein Stück gekochtes Fleisch, dazu etwas Ähnliches wie Polenta. Es schmeckt sehr gut und ist ziemlich teuer. Mit Wein kennen sich die Kellner nicht aus, wie sie die Flasche öffnen erinnert an eine Clown-Nummer. Zurück zu Hause hole ich mein Elektro-Öfeli aus dem Auto und wärme das Schlafzimmer etwas auf vor dem Einschlafen.
(256km, davon 84km ungeteert, 5½h unterwegs)

Sa 20.04.2019
Es hat Nebel, vor dem Aufstehen nehme ich das Öfeli wieder in Betrieb. Nachher hole ich meinen Gaskocher aus dem Auto, so kann ich bei mir kochen anstatt in der schlecht ausgerüsteten und kalten Camp-Kitchen. Das funktioniert sehr gut und heizt erst noch den Raum auf. Nachher plane ich meine Weiterfahrt und buche die Unterkünfte bis Bahía Inglesa. Dort werde ich 3 Nächte bleiben. Es soll dort schön sein. Ich werde unterwegs in La Serena und Vallenar je eine Nacht bleiben. Seit 12h scheint die Sonne. Um 15h gehe ich ins Zentrum zum Einkaufen. Auf dem Plaza de Armas gibt es einen Markt mit Kunst und lokalen Lebensmitteln. Der findet vermutlich nur jetzt über Ostern statt. Rund um den Platz hat es aber feste Märkte für die Touristen. Im "Bilbania" trinke ich ein gutes lokales Bier "Guayacan". Zurück zu Hause bringt Mario das warme Wasser zum Laufen. Apero auf meinem kleinen Balkon. Zum Nachtessen gehe ich zurück ins "Bilbania". Da ist es einigermassen warm. Mein Chorrillana ist sehr gut und viel zu viel. Diesmal mit Papas rustica. Zum Abschluss muss ich einen lokalen Pisco "Espiritu de Elqui" probieren. Es gibt ein grosses Glas für 3500 CLP = 5.50 CHF und er ist gut.

So 21.04.2019
Heute ist Ostern, es scheint sogar die Sonne, es ist aber kalt, 12C° im Haus! Zum Glück habe ich mein Öfeli. Nach dem Frühstück verstaue ich meine "Küche" wieder im Auto und räume mein "Büro" etwas auf. Ich habe genügend Zeit, denn heute fahre ich nur gut 60km weiter nach La Serena am Meer. Da soll es aber kälter sein als hier. Um 12.30h fahre ich los. Zuerst hat es viel Weinbau und einen Stausee. Es weht ein kräftiger Wind, natürlich Gegenwind. Etwa 20km vor La Serena hören die Reben auf und es wechselt zu Gemüse-Anbau. Bereits um 13.30h bin ich am Ziel. Zu früh, mein Zimmer ist noch nicht bereit. Ich erkunde die Stadt, die Fussgängerzone und den Plaza de Armas. Es gibt einige schöne Gebäude. Die Sonne scheint und es ist angenehm warm. Gegen 15h bin ich zurück und richte mich ein. Nachher mache ich mich auf den Weg zum Strand. Vom Hotel aus geht es durch eine Pracht-Strasse zum alten Leuchtturm. 2km lang mit je 2 Fahrspuren in jede Richtung und in der Mitte einen etwa 20m breiten Streifen von Bäumen gesäumt und einem Fussweg dazwischen. Am Anfang sind es Laubbäume, ab der Hälfte dann Palmen. Angenehm zum Spazieren. Der Leuchtturm wird gerade saniert. Ich gehe ein Stück dem Strand entlang. Erinnert mich an Rimini. Sie haben hier riesige Hotels und Wohnhäuser hingestellt und es entstehen noch viele mehr. Dem ganzen Weg entlang von der Stadt bis zum Strand werden Wohnungen gebaut. Es gibt kein Restaurant am Strand, nur hinter der Strand-Strasse. Nach etwa 1km kehre ich um und geniesse auf dem Rückweg ein Bier im "Porotas". Es wird langsam kühler, obwohl die Sonne vom wolkenlosen Himmel scheint. Ich mag nicht auf den Sonnenuntergang warten und gehe zurück. Um 17.30 mache ich mich auf den Heimweg. Apero im Innenhof, einer der Angestellten kann gut Deutsch. Er kennt aber auch kein offenes Restaurant in der Nähe, nur am Strand seien sie sicher offen meint er. Ich finde dann das "La Milan" in der Nähe. Koteletts mit Kartoffel-Salat (Papas Mayonesa) schmeckt gut. Nach 21h bin ich zurück, telefoniere noch ein wenig und gehe dann schlafen.
(63km, 1h unterwegs und 9km zu Fuss)

Mo 22.04.2019
Es ist nur 9C° draussen und das Frühstück findet im Freien statt. Ich bleibe noch im warmen Bett liegen. Gegen 9h wird es wärmer, Zeit fürs Frühstück. Bald scheint die Sonne auf meinen Tisch und es wird angenehmer. Um 10.15h fahre ich los, zuerst zum Tanken, dann auf die Ruta 5, wieder auf die originale Panamericana-Strecke. Die ist hier sehr gut ausgebaut und es hat wenig Verkehr. Bis Caleta Hornos geht es der Küste entlang, aber ziemlich weit oben, 150-200müM, so dass man eine gute Aussicht hat. Nachher geht es ins Landesinnere. Die Berge sind seit dem Paso de Agua Negra alle kahl, keine Bäume, höchstens Sträucher. Die Strasse ist so gebaut, dass ich fast immer im 5.Gang fahren kann, nur manchmal in den Kurven muss ich runter in den 4.Gang. Ich komme zügig voran. An der Grenze zur Region de Atacama halte ich kurz an um ein Foto zu machen. Es ist hier schon richtig Wüste. Es geht nun noch weiter bergauf, bis auf knapp 1300müM. Vorbei an mehreren Minen wo vorwiegend Kupfer und Eisenerz abgebaut wir. In der Umgebung hat es mehrere Observatorien und ein riesiges Solar-Kraftwerk. Das "El Romero Solar" hat eine Spitzen-Leistung von 246MW = ¼ Gösgen. Gegen 14h erreiche ich Vallenar. Das liegt in einem Tal auf 400müM. Es ist grösser wie erwartet. Ich richte mich in meinem sehr kleinen Zimmer ein. Ich muss meinen Rucksack senkrecht lagern, sonst hat er kein Platz. Nachher erkunde ich den Ort und gehe etwa 1km die Hauptstrasse entlang. Es hat viele Geschäfte und die meisten sind offen, was in Chile um diese Zeit nicht selbstverständlich ist. Auf dem Rückweg setze ich mich auf der Plaza Ambrosio o Higgins auf eine Bank und geniesse die Wärme. Gegen 18h bin ich zurück. Apero in meinem Zimmer. Zum Nachtessen gehe ich in den "Club Social". Mein "Assado de Tira" ist sehr gut, dazu Papas Roquefort, die besten Kartoffeln seit ich in Südamerika bin.
(194km, 2¾h unterwegs)

Di 23.04.2019
Das Frühstück ist besser wie erwartet. Die Sonne scheint. Um 10h fahre ich los wieder auf die Ruta 5. Nach wenigen Kilometern kommt Nebel auf, am Anfang ziemlich nahe am Boden, später wie Hochnebel. Die Strasse ist gut und geht ziemlich direkt Richtung Norden. Bei Nebel sieht die Wüste noch eintöniger aus. Es hat wenig Verkehr, nur einmal überholt mich eine grosse Gruppe Lastwagen. Die sind aber später verschwunden. Die Strasse ist meistens zwischen 400 und 700müM. Erst vor der Abzweigung nach Copiapó geht es bergab. Ich nehme da eine Abkürzung und verlasse die Ruta 5. Nach 30km komme ich wieder zurück auf die Ruta 5. Für kurze Zeit scheint die Sonne, dann hat es wieder Hochnebel. Beim Tanken beschliesse ich zuerst nach Caldera zum Einkaufen zu fahren, weil ich zu früh dran bin. Nach dem Einkaufen fahre ich noch zum Leuchtturm und erst dann nach Bahía Inglesa. Jetzt scheint die Sonne vom wolkenlosen Himmel. Cristian mein Gastgeber ist gerade am Mittagessen kochen wenn ich ankomme. Er lädt mich ein, aber ich habe keinen Hunger, trinke nur mein Ankunftsbier während er isst. Er ist Lehrer und muss im 15h wieder in der Schule sein. Er lädt mich ein zum Nachtessen. Wenn er weg ist rufe ich Madeleine an, sie hat heute Geburtstag. Nachher erledige ich das "Büro". Nachher erkunde ich die Umgebung. Bahía Inglesa ist ein Touristenort an einer schönen Bucht gelegen. In der Wüste, aber am Meer. Es ist etwa 20C° "warm" und es geht ein kühler Wind. Ein paar hartgesottene gehen doch ins Wasser. Beim Fischerhafen bekomme ich eine Privatführung. Haupteinnahmequelle ist hier die Muschel-Zucht. Ich setze mich in ein Restaurant an der Strandpromenade und geniesse ein Glas Weisswein an der untergehenden Sonne. Nach Sonnenuntergang gehe ich zurück. Um 20h kommt Cristian zurück und beginnt zu kochen. Lachs auf einem Zwiebel-Beet schmeckt sehr gut. Ich spendiere den Wein. Nach 22h bin ich im Bett.
(227km, 3¼h unterwegs)

Mi 24.04.2019
Cristian ist ein liebenswerter Chaot. Heute hat er sich verschlafen. Bevor ich mein Frühstück zubereiten kann, muss ich zuerst aufräumen. Nachher will ich meine Wäsche machen, aber die Maschine ist noch voll. Ich hänge seine Wäsche auf. Um meine Wäsche aufzuhängen, muss ich zuerst sein von gestern abnehmen. Um 12h bin ich fertig und gebe Maruhum per E-Mail einige Tipps für seine Europa-Reise. Es ist bewölkt, aber nicht kalt und mein Auto steht direkt vor der Tür. Ideale Voraussetzung um meine Sicherheit-Elektronik zu reparieren. Den Fehler habe ich schnell gefunden. Ein Kontakt im Industrie-Stecker hat die Vibrationen und die Korrosion nicht überlebt. Löten geht nicht, so schneide ich den Stecker heraus und verlöte die beiden Kabel direkt. Diesen Stecker habe ich fast nie gelöst und es gibt noch einen zweiten im Aufbau, falls es jemals zu einem Problem werden könnte. Um 16h ist alles fertig und funktioniert. Ich werde wohl in den nächsten Tagen einige Male unfreiwillig stehen bleiben, bis ich mich wieder an die Sicherheits-Elektronik gewöhnt habe. Die schaltet nach 5 Minuten den Motor ab, wenn man nicht den richtigen Schalter vorher betätigt. Ich gehe Brot kaufen und dann an die Strandpromenade, kaum da scheint die Sonne wieder. Ich setze mich ins gleiche Restaurant wie gestern und geniesse Weisswein und Aussicht. Nach dem Sonnenuntergang kehre ich nach zu Hause zurück. Cristian meint er komme erst um 21h nach Hause. Darum gehe ich alleine zum Nachtessen. Das "Punto Referencia" ist gleich um die Ecke. Es ist ein schönes kleines Restaurant, aber ziemlich teuer. Mein während 5h gegartes Fleisch mit Risotto schmeckt sehr gut. Dazu gibt es etwas Gemüse u.a. warme Randen. Um 21.30h bin ich zurück. Cristian ist nicht da.

Do 25.04.2019
Cristian war mal hier, aber ist über Nacht offenbar nicht nach Hause gekommen. Um 9h stehe ich auf, die Sonne scheint, aber es geht ein kühler Wind. Nach dem Frühstück plane ich die nächsten Tage und buche die Hotels und Airbnb. In San Pedro de Atacama werde ich länger bleiben. Ich buche eine 4-Tages-Tour zum Uyuni-Salzsee in Bolivien und zurück für 285 USD alles inklusive. Es ist schon fast 16h, bis das alles erledigt ist. Ich fahre zum anderen Ende der Bucht. Es stürmt ziemlich heftig und da gibt es nicht viel zu sehen. Nach ½h bin ich zurück und gehe an den Strand. Zum Sonnenuntergang gibt es wieder ein Glas Weisswein in der "Bahía Bar & Grill" wie immer. Cristian meldet sich nicht, so gehe ich alleine zum Nachtessen ins "Coral". Auch das ist schön und auch das ist teuer. Das gute Stück Fleisch könnt etwas grösser sein und die Bratkartoffeln etwas mehr sein für 12'500 CLP, auch der Wein ist teuer, aber ebenfalls gut. Um 22h bin ich zurück, Cristian ist aufgetaucht. Er hat letzte Nacht im Büro geschlafen! Wir sitzen zusammen bei Bier und Whisky. Nach 23h bin ich im Bett.
(17km, ½h unterwegs)

Fr 26.04.2019
Wenn ich aufwache ist Cristian schon weg. Nach dem Frühstück packe ich zusammen. Um 11.15h fahre ich los, aber nur für exakt 5 Minuten, dann stellt mein Motor ab. Ich habe den Schalter nicht betätigt! Zurück auf der Ruta 5, die hier zu recht "Ruta del Desierto" heisst. Sie führt mehr oder weniger immer die Küste entlang. Es hat immer wieder schöne Strände, aber kein Mensch. Bei 18C° und Wind macht es keinen Spass. Es hat höchsten kleine Siedlungen unterwegs. Manchmal einen Verladehafen für die Minen im Hinterland. Chañaral ist der erste grössere Ort, den erreiche ich um 12.30h. Mein Zimmer ist gut, ich habe Sicht auf den Strand, aber auch auf die Ruta 5. Es hat eine geschlossene Veranda, darum wird hoffentlich die Strasse nachts nicht stören. Gegen 13h fahre ich los. Die Strasse zum Parque Nacional Pan de Azucar ist nicht geteert, hat aber eine kompakte Oberfläche, fast wie Teer. Es eine sehr schöne Fahrt mit vielen Buchten und langen, menschenleeren Sandstränden. Die Isla Pan de Azucar gibt dem Nationalpark den Namen. Sie sieht allerdings überhaupt nicht wie ein Zuckerhut aus. Beim Caleta Pan de Azucar hat es einige Häuser und ein offenes Restaurant. Die Fischer verarbeiten ihren Fang, darum warten viele Pelikane und Möwen auf die Abfälle. Ich trinke hier mein Ankunftsbier und geniesse die Ruhe und die Aussicht auf die Bucht. Es hat Vögel die im Sturzflug ins Meer stürzen um Fische zu fangen, sieht cool aus. Nach ¾h mache ich mich auf den Rückweg. Gegen 15h bin ich zurück, richte mich ein und erledige das "Büro". Zum Apero gehe ich an den Strand. Da gibt es so etwas wie eine Promenade. War mal schön, nun ist alles voll Scherben, die Jungen haben hier offenbar ihre Trinkgelage. Ich setze mich auf einen Felsen. Es ist windig und kühl. Der Sonnenuntergang ist nicht im Meer, sondern in ein Wolkenband draussen im Meer. Zum Nachtessen gehe ich in den "Club Social". Wenn ich mich setze, verschwindet der Kellner. Ich denke, fängt ja gut an. Es kommt dafür der Chef/Koch persönlich, setzt sich am Nebentisch und erklärt mir in bestem Englisch was er heute zu bieten hat. Mein Filet an einer speziellen Marinade ist sehr gut, dazu Papas Provencal und Salat. Wein bekomme ich nur eine ganze Flasche und muss die ganz allein trinken. Es ist noch eine Familie aus La Serena da. Am Schluss sitzen wir alle zusammen, inkl. Wirt. Er ist auch noch Rechtanwalt, nur vom Restaurant kann er nicht leben. Es ist ein teurer Abend, aber er macht Spass.
(100km, 1¼h unterwegs und einen Ausflug von 57km)

Sa 27.04.2019
Das Frühstück ist mickrig und das Personal ist eine Katastrophe. Kein Wunder hat das Restaurant die zweitschlechteste Bewertung im Ort. Ich kann im Gegensatz zu den Angaben mit Kreditkarte bezahlen. Um 10.15h fahre ich los. In Chañaral kommt gerade die Sonne durch die Wolken. Im Hinterland gibt es blauen Himmel. Es geht nun stetig bergauf, von einer Hochebene zur nächsten. Nach 100km mache ich eine kurze Pause. Eigentlich mache ich 2 Stopps, denn ich vergesse wieder den Schalter zu betätigen und stoppe nach 5 Minuten unfreiwillig. Hier gibt es nichts ausser Wüste. Es sind fast nur Lastwagen unterwegs, kaum Personenwagen. Bei Agua Verde tanke ich. Auch hier ist der Diesel wieder billiger als vorher in den Ortschaften. Es geht nun weiter bergauf von 1600müM bis auf 2200müM. Da oben gibt es eine riesige Hochebene und es hat sogar einen Windpark. Bis jetzt habe ich mehr oder weniger Rückenwind, hier oben wechselt der Wind jetzt und ich habe Gegenwind. Die Landschaft ist noch eintöniger, Berge gibt es nur in der Ferne. Nach etwa 340km mache ich bei der Skulptur "Mano Del Desierto" nochmals eine Pause. Eine riesige Hand mitten in der Wüste. Etwa 20km vor Antofagasta erreiche ich eine Ansammlung von Industriewerken. Hier werden die Bergbau-Erzeugnisse hergestellt. Es raucht und stinkt. Man sieht überall riesige Baumaschinen. Hier verlasse ich die Ruta 5 und fahre hinunter ans Meer und in die Wolken. In Antofagasta ist es kühl und neblig. Meine Unterkunft finde ich auf Anhieb. Franco kommt herunter, er hat gegenüber einen Parkplatz für mich organisiert und hilft mir beim Ausladen. Die Wohnung liegt im 26.Stock mit Sicht über die Stadt. Er verabschiedet sich und geht mit seiner Partnerin ins Kino. Apero auf dem Balkon. Zum Nachtessen gehe ich ins nahe "Señor Rocoto". Mein Fleisch auf heisser Gussplatte ist sehr gut, dazu Pommes und Salat. Hier ist alles noch teurer wie üblich, die ½ Flasche Wein kostet gleich viel wie gestern die ganze. Mit Flan zum Dessert kostet alles zusammen 30'000 CLP = 45 CHF. Nachher gehe ich noch Brot und andere wichtige Sachen wie Whisky einkaufen. Um 21.30h bin ich zurück und gehe bald schlafen.
(407km, 5¼h unterwegs)

So 28.04.2019
Spätes Frühstück, es scheint niemand da zu sein, die Katze bettelt um Futter, aber ich weiss nicht wo das ist. Nach dem Frühstück einige Telefonate und "Büro". Sie sind schon da, aber sie schlafen sehr lange, bis Besuch kommt. Gegen 15h erkunde ich die Strand-Promenade. Es hat ziemlich hohe Wellen. Erinnert mich an den Malecon in Havanna. Die Strasse ist stark befahren, aber es hat immer wieder Anlagen mit Spielplatz und kleinem Strand. Ich gehe bis zur "Balneario Municipal" das öffentliche Schwimmbad. Eine Bucht mit Floss und Sandstrand, mit einem Wall gegen die Wellen geschützt. Es hat einige Leute hier. Im "Nomade" genehmige ich mir ein Bier. Auf dem Rückweg gehe ich noch einkaufen. Zuhause sind Franco und seine Freundin am Pizza vorbereiten. Sie bringen sie zu seinen Eltern. Sie empfehlen mir eine Pizzeria in der Nähe. Die ist aber geschlossen, ich irre durch das Quartier von einer geschlossenen Beiz zur anderen. Schlussendlich lande ich im "Elisabeth". Ein einfaches Restaurant, aber geöffnet. Meine Koteletts mit Pommes sind gut. Die einzigen kleinen Flaschen Wein sind aus dem Jahr 2001! Prompt brechen die Zapfen bei beiden Flaschen. Sie geben mir eine grosse Flasche, ein Glas geben sie einem Amerikaner. Nach dem Essen spendiere ich ihm noch ein 2.Glas. Er reist auch mit seinem eigenen Auto durch Südamerika. Nach kurzer Zeit verabschiedet er sich und ich gehe auch nach Hause.
(7km zu Fuss)

Mo 29.04.2019
Franco ist schon weg wenn ich frühstücke. Ich packe zusammen und bringe alles ins Auto. Um 10.30h fahre ich los. Zuerst geht es ziemlich steil wieder zurück auf die Hochebene und die Ruta 5. Heute hat es mehr Verkehr als am Samstag. Auch mehr Pickups von all den Minen-Arbeitern. Für Abwechslung sorgen die Minen. Zum Teil sind sie riesig und immer staubig. Vor allem Kupfer wird abgebaut. Nach 1h überquere ich den südlichen Wendekreis, bin nun also in den Tropen! Davon merkt man aber gar nichts, Wüste soweit das Auge reicht. Ab und zu gibt es verlassene Minen, die sind dann als historischer Ort gekennzeichnet. Nach 220km und 3h fahrt erreiche ich Calama, den einzigen grösseren Ort auf der Strecke. Ich tanke und fahre dann weiter. Jetzt geht es Richtung Südosten. Ich habe jetzt eher Rückenwind und die Gegend wird interessanter. Ich passiere einen grossen Windpark und eine riesige Solaranlage. Am Schluss bin ich auf 3400müM und mache da eine kurze Pause. Die Aussicht ist genial mit den schneebedeckten Anden im Hintergrund, vor allem wenn man aus der Wüste kommt. Es gibt hier nun auch wieder Pflanzen. Kurz vor San Pedro de Atacama geht es durch einige sehr schöne Schluchten. Um 15h bin ich da. Um zur "Altitud Lodge" zu kommen muss ich durch einen Fluss fahren, nur 20-30cm tief. Es ist eine einfache Lodge mit Bungalows aus Lehm. Cool gemacht. Der Besitzer Alvaro empfängt mich mit offen Armen. Ich richte mich ein und trinke mein Ankunftsbier. Nachher bringt mich Alvaro in den Ort und zeigt mir einige Restaurant usw. Es ist ein sehr touristischer Ort, 90% der Leute sind Touristen. Ich erkunde den Ort, trinke noch ein Bier bis das Reisebüro offen ist. Ich bezahle den Rest meiner Tour und bekomme einige Hinweise über die Tour und was zu beachten ist. Nachher mache mich noch bei Tageslicht auf den Heimweg, damit ich den Fussweg finde der mich ohne nasse Füsse nach Hause bringt. Dabei verpasse ich das Hotel und muss wieder zurückmarschieren. Unterwegs treffe ich einen Mann, grüsse ihn und überhole ihn. 5 Minuten später steht er vor meinem Bungalow. Er fragt auf Spanisch ob das mein Lastwagen mit ZH-Schildern sei. Er kommt aus Basel und ist auch mit dem eigenen Auto hier. Ich rufe den Besitzer, er will hier bleiben und kennt die Lodge von einem früheren Aufenthalt. Wir werden uns morgen wieder sehen. Apero im Freien. Meine Nachbarin kommt aus der Nähe von Santiago und ist mit ihrem 5-jährigen Sohn hier. Zum Nachtessen will ich in die empfohlene Pizzeria gehen. Die ist aber voll und vor allem haben sie keinen Alkohol. Auch die nächste Pizzeria nicht. Ich lande im "Adobe", voll touristisch und riesig. Mein Lomo a Roquefort schmeckt nicht schlecht, dazu so etwas wie Hirse. Als Mineralwasser mit Kohlensäure servieren sie "San Pellegrino", ich glaube ich spinne! Obwohl ich nur ein Glas Wein trinke bin ich am Schluss 23'000 CLP = 35 CHF los. Den Weg zurück finde ich dank Stirnlampe gut.
(317km, 4½h unterwegs und 4km zu Fuss)

Di 30.04.2019
Mein Bungalow ist nicht kalt, obwohl für die Nacht nur 2C° angesagt sind. Um 9h zu Frühstück, das ist nicht wirklich grosszügig. Toastbrot und Schinken und Scheibenkäse. Wenigstens bekomme ich warme Milch für den Nescafé. Meine Nachbarin kommt auch und wir unterhalten uns eine Weile, sie kann gut Englisch. Nachher versuche ich den Verlauf der Tour von morgen zu eruieren und erledige das "Büro". Um 14h bringt mich Alvaro in die "Stadt" und empfiehlt mir einen Freund zum Geldwechseln. Ich wechsele mein Argentinisches Geld gegen Bolivianische Boliviano zu einem sehr schlechten Kurs. Ich verliere etwa 20% gegenüber dem Interbank-Kurs, und das soll der beste Geldwechsler sein. Bevor ich zurückgehe kaufe ich noch Wasser und will ein Bier trinken. Viele Restaurants haben hier keinen Alkohol. Ich bezahle dann auch 3300 CLP = 4.95 CHF für eine kleine Flasche! Zurück zu Hause organisiere ich mich für morgen und packe um. Nachher ist eine General-Reinigung fällig. Zum Duschen hat es warmes Wasser, zum Rasieren ist dann bereits Schluss. Apero am Pool, es windet ziemlich heftig, so dass ich mich auf die Terrasse zurückziehe. Basil der Basler ist nicht erschienen. Um 19h gehe ich in die "Stadt" zum Nachtessen. Diesmal gehe ich in die "Pizzeria Charroa", denn ich will heute keinen Alkohol trinken. Die Pizza ist gut, aber sie nerven. Noch nicht ganz fertig bringt sie schon die Rechnung, obwohl ich nein gesagt habe. Einige Minuten später steht sie schon wieder da. Diesmal bezahle ich, aber ohne Trinkgeld. Sie ist ziemlich sauer, aber es muss so sein, sonst lernt sie das nie. Bereits um 20h bin ich zurück und gehe bald schlafen, denn morgen ist um 06.00h Tagwacht.
(3km zu Fuss)

Mi 01.05.2019
Eveline hat vergessen mir das Frühstück bereit zu stellen, so gibt es nur einen Kaffee. Nach 7h werde ich abgeholt, im Ort steige ich in einen Kleinbus um und wir fahren los zur Grenze. Unterwegs stoppt die Polizei den Verkehr, keine Ahnung wieso. Um 08.30h sind wir beim chilenischen Zoll von Hito Cajón auf 4645müM. Die Ausreise geht speditiv. 4km weiter unten ist der bolivianische Zoll und wir bekommen Frühstück mit sehr guten Baguettes. Die Einreise dauert etwa 20 Minuten. Wir sind 12 Personen und 2 Toyota Landcruiser. Katharina aus der Schweiz und ich entscheiden uns mit der Familie aus Polen ins Auto zu gehen. Ihre 2 Kinder sitzen zuhinterst auf den unbequemen Sitzen. Um 10h fahren wir los. Die Strasse ist am Anfang schlecht und wird dann immer noch schlechter. Erster Halt bei der Laguna Blanca (4323müM). Die ist fast ganz zugefroren. Auch die Laguna Verde (4329müM) gleich nebenan ist fast zugefroren. Die Desierto de Salvador Dali (4480müM) heisst so weil sie einem Gemälde von Dali gleicht, er war aber nie hier. Bei den Thermes de Polques (4405müM) nehmen einige von uns ein warmes Bad im Freien. Mich macht es nicht an. Nun geht es richtig bergauf zu den Geysiren Sol de Mañana (4854müM). Kurz vorher wird mein persönlicher Höhenrekord auf 4911müM gesetzt. Nachher geht es bergab. Kurz bevor wir unser Ziel für das Mittagessen und die Übernachtung erreichen streikt der Motor unseres Landcruisers. Zeitweise stehen 6 andere Landcruiser um uns herum um zu helfen. Es nützt alles nichts, unser zweites Fahrzeug bringt seine Fahrgäste zum Ziel und holt uns dann ab. Wir fahren mit dem defekten Fahrzeug im Schlepptau zur Unterkunft. Mit 1 ½ h Verspätung erreichen wir um 15.30h das Ziel und bekommen unser verspätetes Mittagessen. Sie versuchen erfolglos das Fahrzeug zu reparieren. Es wird ein Ersatz-Fahrzeug kommen, aber der Ausflug zur Laguna Colorado (Roja) fällt für heute ins Wasser. Man hat uns vorgewarnt, dass dies die kälteste Übernachtung werden wird. Darum habe ich meinen neuen Schlafsack eingepackt. Man kann auch einen mieten, das kostet dann allerdings 20 BOB = 3 CHF extra. Wir richten uns ein, alle 6 im gleichen Zimmer. Sobald die Sonne weg ist, wird es kalt und es gibt keine Heizung. Strom gibt es erst nach Sonnenuntergang. Um 19.30h gibt es Nachtessen, Spaghetti mit Tomatensauce, ziemlich schlecht. Wir sind auf 4373müM und das merkt man. Einige haben Kopfweh oder sonst ein komisches Gefühl. Mein Magen produziert Luft à go go. Obwohl ich müde bin kann ich nicht richtig schlafen und erwache immer wieder, aber wenigstens habe ich warm.
(148km auf Tour, 8h unterwegs)

Do 02.05.2019
Tagwacht um 06.30h. Packen und dann Frühstück. Um 07.30h das Ersatz-Fahrzeug beladen, es ist -4C°. Fahrzeug und Fahrer gehören bei dieser Firma zusammen, darum bekommen wir Walter als neuen Fahrer und er kann gut Englisch. Gegen 8h fahren wir los. Zuerst zur Laguna Colorado (4293müM), die wir gestern verpasst haben. Hier gibt es etwa 20'000 Flamingos, ein schöner Anblick um Morgenlicht. Auch diese Lagune (See) ist teilweise gefroren. Weiter zum Arbole de Piedra (4582müM) bizarre Felsformationen von Wind und Sand bearbeitet. Der Aussichtspunkt Siloli (4731müM) bietet eine grossartige Rundsicht auf die umliegenden Berge und Vulkane. Nachher geht es durch ein enges Tal mit Gesteinsformationen wie von Menschen gemacht. Wir fahren meist im Bachbett. Da sehen wir auch einige Vizcachas, etwas Ähnliches wie Kaninchen. Die Laguna Honda (4119müM) ist das nächste Ziel. Von da geht es zum Mittagessen zur Laguna Hedionda (4121müM) über einen sehr schmalen Weg. Da gibt es ein wunderschönes Restaurant mit Aussicht auf den See und die wenigen Flamingos. Das Mittagessen ist fast gleich wie gestern aber nicht schlecht. Bei der Laguna Canapa (4138müM) sehen wir zum letzten Mal Flamingos. Über den Paso de Montaña (4283müM) geht es zum Mirador Volcan Ollague (4167müM). Von da sieht man den einzigen aktiven Vulkan in der Gegend und es gibt ein kleines Museum mit einer Kinder-Mumie. Jetzt geht es hinunter zur Salar de Chiguana (3694müM). Der Salzsee wird durch eine Eisenbahnlinie durchquert, ein Zug pro Tag. Wir sind nun zum ersten Mal unter 4000müM. Nach San Juan (3700müM) geht es quer durch den Salzsee auf der offiziellen Hauptstrasse, die aber kaum sichtbar ist. Um 16.30h sind wir da. Unsere Unterkunft liegt etwas ausserhalb. Ich erkunde mit Katharina den Ort. Nicht viel los, hat aber z.T. schöne Lehmhäuser. Zum Nachtessen gibt es sogar Wein. Katharina und ich teilen uns ein Doppelzimmer. Ich gebe ihr 2 meiner Decken ab, damit sie warm genug hat. Um 21h sind wir bereits im Bett. Heute schlafe ich wunderbar.
(208km auf Tour)

Fr 03.05.2019
Tagwacht ist um 04.30h! Kein Frühstück. Um 05.00h fahren wir los. Um 06h erreichen wir die Salar de Uyuni (3660müM), den grössten Salzsee der Welt. Er misst 110km x 140km. Schon bald fahren wir im Wasser. Es sind etwa 30 Fahrzeuge unterwegs zum Sonnenaufgang. Wir finden einen Ort wo das Wasser nur etwa 1-2cm tief ist. Es ist ein unglaubliches Bild. Alle Autos und Leute spiegeln sich im Wasser. Der Sonnenaufgang selbst ist gar nicht so spektakulär. Die Umgebung macht es aus. Zum Frühstück fahren wir zur Isla Incahuasi, etwa 30km weiter. Jetzt hat es kein Wasser mehr. Vor dem Frühstück erklimmen wir noch den Gipfel der Insel (3712müM). Die Insel ist mit sehr schönen Kakteen überwachsen. Frühstück auf Salz-Tischen und –Sitzen. Wir gehen ein Stück zu Fuss bis uns unsere Fahrer abholen. Wir fahren etwa 35km weit mit 80-100km/h. Da stoppen wir um eine Foto-Session zu machen. Wir machen allerlei Schabernack-Bilder. Ich stehe auf einer Bier-Flasche und ähnliches. Weil die Umgebung flach und weiss ist, kann man das Auge einfach austricksen. Zum Abschluss ein Video. Wir marschieren alle in eine Pringles-Dose. Ich stürze dabei und verletze mich am scharfkantigen Salz. Die andern meinen zuerst ich hätte das absichtlich gemacht, bis sie sehen, dass ich blute. Ich bin in guten Händen, Katharina ist Krankenschwester mit Notfall-Station-Erfahrung. Der nächste Halt ist beim Hotel de Sal (3663müM), einem ehemaligen Hotel und ehemaliger Startpunkt der Paris-Dakar-Rally. Ich merke, dass ich mein Ladegerät für den Kamera-Akku im ersten Hotel vergessen habe. Walter telefoniert ins Büro in Uyuni. Die werden sich darum kümmern. Von da geht es weiter nach Colchani (3670müM). Da gibt es eine Strasse voll mit Souvenirs. Ein Verkehrschaos. Denn Uyuni ist nicht weit und es hat nun sehr viele Touristen. Ich kaufe ein kleines Lama mit Magnet für Maria. Katharina versucht Lama-Fleisch und gibt mir zum Probieren. Nichts Spezielles. Um 12.30h fahren wir weiter zum Eisenbahn-Friedhof von Uyuni. Da gibt es alte Dampfloks und Eisenbahnwagen zu sehen, die hier still vor sich hin rosten. Sie sind aber alle ausgeschlachtet, kein Stück Kupfer mehr daran. Zum Mittagessen fahren wir in ein Restaurant am Stadtrand von Uyuni. Da haben wir zum ersten Mal wieder Internet. Nach dem Essen geht es zum Büro unseres Veranstalters(Cordillera Travel)im Zentrum von Uyuni (3679müM). Katharina verlässt uns hier. Sie fährt von hier Richtung Sucre. Wir haben eine Stunde Zeit um die Stadt zu erkunden. Nachher wechseln wir die Fahrzeuge für die letzte Etappe. Unsere Fahrer haben sich verabschiedet und sympathischer Weise keine Anstalten gemacht um Trinkgeld zu betteln. Gegen 16h fahren wir los mit den neuen Fahrern. In San Cristobal (3764müM) machen wir eine kurze Pause. Die Strasse ist nicht geteert, aber ziemlich gut. Ab Alota ändert das aber schlagartig. Die letzten 45km sind sehr schlecht und prompt haben wir eine Reifen-Panne. Zum Glück hat unser Fahrer in Uyuni noch einen neuen Wagenheber abgeholt. Nach 15 Minuten geht es weiter. Inzwischen ist es dunkel. In Villa Mar (4018müM) habe ich ein Zimmer für mich alleine. Zum Nachtessen gibt es wieder Spaghetti, nicht besser als die letzten und die waren schlecht. Um 21h sind alle im Bett.
(385km auf Tour)

Sa 04.05.2019
Tagwacht wieder früh, um 05.00h. Kein Frühstück, um 05.30h fahren wir los durch die Dunkle Nacht auf schlechter Strasse. Zum Sonnenaufgang um 07.00h erreichen wir den höchsten Punkt dieser Tour, 4933müM. Bei den Thermes de Polques (4405müM) machen wir eine kurze Pause. Dann geht es weiter bis zum Bolivianischen Zoll von Hito Cajón (4487müM). Dort gibt es nach kurzer Ausreiseprozedur um 9h Frühstück mit gutem Brot. Nachher beim Chilenischen Zoll geht es wesentlich länger. Nach ½h sind wir durch und fahren hinunter nach San Pedro. 2000 Höhenmeter auf 45km, vor allem am Anfang ziemlich steil bergab. Wir verabschieden uns, der Bus bringt mich noch zu meiner Lodge. Ich geniesse zuerst einmal eine warme Dusche und kleide mich neu ein. Alles ist voll Staub. Alvaro gratuliert mir fürs Überleben. Apero am Pool, dann gehe ich früh zum Nachtessen ins "La Estaka". Filet mit Mais schmeckt gut. Leider etwas süss, weil es nicht wie erwartet Polenta, sondern gekochte Mais-Körner sind. Um 21h bin ich im Bett.
(199km auf Tour)



So 05.05.2019
Im Bett erinnere ich mich, dass ich noch ein Universal-Ladegerät mitgenommen habe. Nach dem Frühstück hole ich es aus dem Auto und es funktioniert. Ich kann meinen Kamera-Akku laden. Er ist noch nicht fertig geladen, da kommt die nächste positive Überraschung, mein Lade-Gerät ist auf dem Weg nach San Pedro. Ich klemme mich hinter den Computer und bereite die Track-Daten auf. Ich habe einen neuen persönlichen Höhenrekord aufgestellt, 4933müM am letzten Tag der Tour. Um 14.15h mache ich mich auf den Weg um mein Ladegerät abzuholen. Es ist da und sie wollen kein Trinkgeld dafür. Darauf muss ich mir ein Bier genehmigen. Ich will eine neue SIM-Karte kaufen, weil meine morgen gesperrt wir, weil ich mein Handy nicht registriert habe. Der Laden öffnet erst um 16h, darum setze ich mich in den Park. Da haben sie Internet und es funktioniert sogar. Die neue SIM-Karte ist zwar teurer wie üblich 5000 CLP, dafür aktivieren sie sie gleich für mich. Ich lade sie noch mit 2500 CLP auf, das reicht für 500 MB während 15 Tagen. Zurück zu Hause führe ich mein Tagebuch nach. Ich buche meine Unterkunft für morgen in Calama. Zum Nachtessen gehe ich ins "La Pica Del Indio". Das ist voll. Ich frage einen Alleinreisenden ob es noch Platz hat an seinem Tisch und er ist einverstanden. Alex heisst er und kommt aus Deutschland. Mein "Tabla del Indio" schmeckt gut und ist wieder einmal viel zu viel. Wir reden über unsere Reisen und trinken Wein dazu bis sie uns um 23h aus dem Lokal werfen weil sie schliessen. Auf dem Heimweg gehe ich den direkten Weg über den Fluss und ziehe prompt einen Schuh voll heraus.

Mo 06.05.2019
Nach dem Frühstück bezahle ich die Rechnung. Alvaro verlangt weniger als er vorher gesagt hat 140'000 CLP = 210 CHF für 4 Nächte, inkl. Frühstück und Parkplatz während meiner Tour. Nachher plane ich meine Weiterreise und führe mein Tagebuch etwas nach. Um 13h fahre ich los. Nach wenigen Kilometern nehme ich einen Autostopper mit. Die Stecke nach Calama bin ich schon hergefahren. Die Gegend ist interessanter als auch schon, obwohl es immer noch die Atacama-Wüste ist. Um 14.30h erreiche ich mein Hotel in Calama. Mein Autostopper ist da auch schon fast am Ziel. Ich richte mich ein und buche meine Unterkunft in Iquique. Später parkiere ich mein Auto um, blockiere damit ein anders, das sei kein Problem heisst es. Ich erkunde den Ort und suche einen Platz für mein Ankunftsbier. Ganz am Ende der Fussgängerzone finde ich eine Bar. Zurück im Hotel  merke ich, dass ich gar keine neue SIM-Karte hätte kaufen müssen. Ich dachte sie blockieren die SIM-Karte, aber sie blockieren tatsächlich die IMEI-Nummer. Auch die neue SIM-Karte funktioniert nicht mehr. Da ich ein Dual-SIM-Handy habe, wechsle ich einfach auf den anderen Einschub und schon funktionieren beide SIM-Karten wieder. Zum Nachtessen gehe ich ins peruanische "Tunche Restaurant". Schweins-Kottelets mit Teigwaren schmecken sehr gut und die peruanische Kellnerin kümmert sich rührend um mich. Ich bin auch der einzige Gast im neu eröffneten Restaurant. Um 22h bin ich zurück.
(100km, 1½h unterwegs)

Di 07.05.2019
Um 7h klopft es an der Tür, mein Auto steht eben doch im Weg. Ich muss es umparkieren. Wenn ich schon auf bin, esse ich auch gleich Frühstück. Das ist eines der besten seit langem. Nachher noch etwas "Büro". Um 10h fahre ich los. Zuerst Richtung Chuquicamata, da ist die Luft voller Staub. Es ist eine riesige Mine, erst im Nachhinein merke ich, dass ich die grösste Tagbau-Mine der Welt passiert habe. Sie bauen da Kupfer ab. Es geht nun bergauf auf knapp 3000müM. Nachher geht es stetig bergab durch riesige Ebenen, fast immer geradeaus. Erst kurz vor Tocopilla geht es steil bergab zur Küste. Sie nennt sich Capital de la Energia (Energie-Stadt), das erklärt auch die vielen Hochspannungsleitungen, die mich den ganzen Weg begleitet haben. Etwas ausserhalb der Stadt mache ich einen kurzen Stopp. Ab nun geht es auf der Ruta 1 immer der Küste entlang. Es ist eine sehr schöne Strecke mit Stränden und Klippen, vor allem wenn man 2000km Wüste hinter sich hat. Zwischendurch hat es immer wieder Ferien-Siedlungen, die jetzt aber verlassen sind weil die Saison vorbei ist. Die sehen von weitem aus wie Slums, weil sie sich mit Wellblech und anderen Platten gegen den Wind schützen. Bei Caleta Huachan, einem kleinen Fischerdorf will ich Pause machen, aber es gibt kein Restaurant. Ich fahre weiter bis Rio Loa. Ich trinke etwas und esse eine Empanada. Nach ½h fahre ich weiter. Die Hochebene ist jetzt weiter weg von der Küste, aber manchmal kommt sie wieder bis zur Küste. Es geht dann von 800-1000müM steil zum Meer hinunter. Es gibt nur wenige Strassen hinauf. Ab und zu hat es auch wieder Minen. Um 15.30h erreiche ich Iquique, eine Stadt mit knapp 200'000 Einwohnern. Marco erwartet mich beim Empfang. Ich habe vergeblich einen Parkplatz in der Nähe gesucht. Wir fahren zusammen los. Ich habe Glück, nur etwa 250m entfernt finden wir einen Parkplatz, der ist allerdings nicht gratis. Ich werde nach Feierabend einen anderen suchen. Marco zeigt mir die Wohnung im 17.Stock und die anderen wichtigen Gegebenheiten, wie die Waschmaschine im obersten Stock. Ich richte mich ein und geniesse mein Ankunftsbier auf dem Balkon. Nachher gehe ich einkaufen und erkunde die nähere Umgebung. Den Sonnenuntergang sehe ich von meinem Balkon nicht, aber das ursprüngliche Stadtzentrum ist nur 300m entfernt. Vor dem Nachtessen parkiere ich mein Auto um, ich muss 2 Runden drehen bis ich einen Gratis-Parkplatz finde. Nachher gehe ich ins "El Viejo Wagon", ein schönes Restaurant. "Luchito Calderon" ist ein Filet mit Kartoffel-Salat und Reis. Schmeckt sehr gut, den Reis rühre ich nicht an. Um 22h bin ich zurück und will ein Bad nehmen, aber es hat kein warmes Wasser.
(393km, 5¾h unterwegs)

Mi 08.05.2019
Spätes Frühstück im Pyjama, zum ersten Mal seit langem ist es warm genug. Immer noch kein warmes Wasser. Ich melde das Marco und finde heraus, dass der Boiler nicht eingesteckt ist. Heute ist mein Wasch- und "Büro" Tag. Da das Internet gut ist, lade ich alle meine April-Bilder in meine Cloud hoch. Zwischendurch gehe ich einkaufen. Die Bilder von Katharina sind ohne Exif-Daten, die muss ich zuerst setzen, damit ich die Bilder in meine Sammlung integrieren kann. Zum Apero ist alles erledigt. Für das Nachtessen entscheide ich mich für das Restaurant "Monte Everest". Ein kleines indisches Restaurant. Das Chicken Tikka Masala schmeckt sehr gut. Einziger Nachteil, es gibt keinen Alkohol. Darum gehe ich nachher noch auf ein Glas Wein ins "Bulldog", eine Sportsbar. Um 22.30h bin ich zurück und geniesse ein Vollbad in der zu kurzen Badewanne.

Do 09.05.2019
Nach dem Frühstück plane ich meine Weiterreise und buche ein Airbnb in Arica. Am Nachmittag erkunde ich die Umgebung. Zuerst zur Esmeralda, einem Kriegsschiff gleich bei mir. Von da nach Süden dem Meer entlang wo immer es ging. Es hat sehr hohe Wellen und die Luft ist salzhaltig. Ich gehe bis zum Südende der Baquedano, der Fussgängerzone die fast bei mir zu Hause beginnt. Dort genehmige ich mir ein Bier an der Sonne. Auf dem Rückweg gehe ich noch einkaufen. Apero auf dem Balkon. Zum Nachtessen gehe in den "Viejo Clipper", da gibt es eine gute Pizza. Um 21.30h bin ich zurück.
(5km zu Fuss)

Fr 10.05.2019
Nach dem Frühstück packe ich zusammen. Ich überweise 5'000'000 IDR an Martha, damit sie ihre Flugtickets kaufen kann. Sie behauptet sie habe kein Geld um die Tickets zu bezahlen. Mehr habe ich nicht auf meinem Konto in Indonesien. Langsam nervt sie und die Tickets werden immer teurer. Um 11.15h fahre ich los, es ist trüb und neblig. Zuerst tanke ich noch, dann geht es zurück auf die Hochebene auf 1000müM. Um 12.30h bin ich in Humberstone, eine ehemalige Salpeter-Mine. Die Mine ist seit 1960 stillgelegt und zerfällt. Nun ist es ein Museum. In der Nähe besuche ich noch die Salitrera Santa Laura. Alles etwas bizarr. Nach 1h fahre ich weiter. Bald scheint nun auch die Sonne. Es geht nun lange Zeit durch den nördlichen Teil der Atacama-Wüste. Zwischendurch hat es einmal sogar so etwas wie Wald. Es kommen nun verschiedene Täler. Da geht die Strasse bis zum Fluss und gleich wieder bergauf. Das tiefste Tal ist bei Camarones, da geht es von 1300müM hinunter auf 180müM. Unten im Tal bauen sie die Strasse neu. Es geht während 18km über eine ungeteerte Ersatzstrasse. Mitten drin stellt mir der Motor ab. Vermutlich hat sich ein Stecker meiner Sicherheits-Elektronik gelöst. Ich deaktiviere sie und fahre weiter. Nachher geht es wieder hoch auf 1300müM. Die Strassen sind aber sehr Lastwagenfreundlich angelegt, ohne starke Steigungen. Ich kann bergauf fast immer im 5.Gang mit 80km/h fahren. Es folgen nochmals 2 Täler, die sind aber nicht mehr so tief. Um 16.45h erreiche ich Arica. Auf den ersten Blick keine schöne Stadt. Wendy erwartet mich. Wir versuchen die Leute von der Rezeption zu überzeugen, dass ich mein Auto ausserhalb der Parkgarage stehen lassen kann. Erfolglos. Ich muss umparkieren Wir finden einen Platz beim Hintereingang der Überbauung. Beim Rückwärtsfahren übersehe ich einen Taxi, der direkt hinter mir steht. Aber es gibt keinen Schaden. Ich richte mich ein und geniesse mein Ankunftsbier auf dem Balkon mit Blick aufs Meer. Der Sonnenuntergang findet hinter Wolken statt. Nachher gehe ich ins nahe Einkaufszentrum zum Einkaufen. Für 8000 CLP = 12 CHF kaufe ich nochmals einen Grants-Whisky. Man weiss ja nie wieviel der in Bolivien kostet. Apero auf meinem Balkon. Zum Nachtessen ins "Lucano", da ist viel los und meine Lasagne schmeckt sehr gut. Um 22.30h bin ich zurück.
(325km, davon 18km ungeteert, 5½h unterwegs)

Sa 11.05.2019
Ich gratuliere Vivian zum Geburtstag. Nach dem Frühstück buche ich meine nächsten Unterkünfte in Putre und La Paz. Am Nachmittag suche ich den Fehler in meiner Elektronik. Es ist wie vermutet, ich habe bei der letzten Reparatur den Verbindungsstecker nicht verschraubt und der hat sich gelöst. Ich muss ihn nur verschrauben und schön funktioniert alles wieder. Auf dem Weg ins Zentrum finde ich viele Läden die alles verkaufen. Heute sind vor allem Ballone und Blumen gefragt, denn morgen ist Muttertag. Zu meiner Überraschung haben sie hier eine grosse Fussgängerzone. Da ist viel los. Es stürmt ziemlich heftig und ist nur etwa 20C° warm. Die Sonne erträgt man so gut. Bevor ich zurück gehe genehmige ich mir ein Bier an der Sonne. Auf dem Rückweg sehe ich mir noch den alten Bahnhof der Bahn nach La Paz an. Der wird aber nicht mehr benutzt. Apero auf meinem Balkon, heute mit Sonnenuntergang, aber wieder nicht im Meer sondern hinter einem Wolkenband. Zum Nachtessen gehe ich ins "Topissimo". Ein einfaches Restaurant mit vielen Gästen. Meine Grillplatte ist riesig. Rinds-, Schweine- und Hühner-Fleisch, Wurst und Blutwurst usw. Nur die Blutwurst ist leider nicht richtig warm, sonst schmeckt alles sehr gut. Um 22h bin ich zurück.
(5km zu Fuss)

So 12.05.2019
Nach dem Frühstück packe ich zusammen. Nachher hole ich mein Auto und wasche die Scheiben. Um 10.45h fahre ich los, zuerst zum Tanken, dann auf der Ruta 5 bis kurz vor die Grenze nach Peru. Da biege ich ins Tal des Rio Lluta ab. Das ist am Talboden grün, die Flanken sind sandig. Die Strasse ist gut und steigt kontinuierlich an. Bei der Pukara de Copaquilla mache ich einen kurzen Stopp um zu Fotografieren. Es gibt da interessante Felsformationen. Bin hier bereits wieder auf 3000müM. Es geht noch hoch bis 3700müM kurz vor Putre. Das Dorf selbst liegt dann "nur" auf 3500müM. Das Hotel Las Vicuña liegt am Dorfeingang. Mein Bungalow ist einfach aber nicht schlecht. Ich richte mich ein. Im Speisesaal bekomme ich mein Ankunftsbier. Nachher erkunde ich das Dorf. Es hat viele Soldaten, die von ihren Bekannten besucht werden. Auf dem Dorfplatz setze ich mich auf eine Bank. Nach etwa 1h bin ich zurück. Ich starte das Elektro-Öfeli, denn es ist nur 15C° warm. Apero dann im Zimmer. Das Nachtessen um 19h ist im Preis inbegriffen. Es gibt eine Suppe und dann Fisch mit etwas Ähnlichem wie Kartoffel-Salat. Zum Dessert ein "Gries-Chöpfli". Zurück im Zimmer noch etwas "Büro".
(141km, 2½h unterwegs)

Mo 13.05.2019
Um 8h will ich zum Frühstück, es ist aber noch geschlossen. Ich gehe zurück und packe. Dann ist das Essen bereit. Um 9h fahre ich los. Es herrscht eine schöne Stimmung. Es hat einige Lastwagen unterwegs, die sind aber kein Problem, ich kann immer schnell überholen. Die Aussicht ist zum Teil wahnsinnig schön. Vorbei an der  Laguna Cotacotani (4600müM) und der Laguna Chungará (4560müM) mit dem Volcan Parinacota (6348müM) im Hintergrund. Am Ende des Sees ist eine Zollstation, ich halte an, sie ist aber nicht bedient. Es geht hoch bis auf 4672müM, da ist genau die Grenze Chile/Bolivien und die Zollstation zum Einreisen nach Chile, auch da wollen sie meine Papiere nicht. Erst weiter unten ist die Zollstation zum Einreisen nach Bolivien. Da gibt es etwa 3 Parkplätze für Autos, aber 100 oder mehr für Lastwagen und Busse. Sie nehmen es sehr genau, aber nach 45 Minuten bin ich durch. Nun ändert sich das Bild, es gibt noch den Vulkan Nevado Sajama (6542müM), der ist nicht so beeindruckend wie der Volcan Parinacota. Nachher kommt die weite Hochebene mit einigen Schluchten und Tälern mit markanten Fels- und Sand-Formationen. Es ist jetzt ziemlich grün und es gibt z.T. grosse Lama-Herden. Je näher ich La Paz komme umso schlechter wird das Wetter. In Patacamaya muss ich zum ersten Mal Strassen-Gebühr (4 BOL = 0.55 CHF) zahlen und mache eine unangenehme Erfahrung in einem Kreisel, der keiner ist. Er sieht nur so aus, hat aber eine Strasse mittendurch. Ein Lastwagen von dem ich annehme er fahre in den Kreisel, muss ziemlich bremsen, weil er nämlich geradeaus fahren will und ich ihm den Weg abschneide. Nachher kommt die Autobahn, die natürlich auch wieder kostet (8 BOL). Bis El Alto geht es zügig voran. Da gerate ich aber in einen Stau, 15 Minuten für 800m. Dann geht es hinunter nach La Paz von 4060müM auf 3580müM, sehr steil, z.T. mehr als 18% Gefälle! Nach 15.15h bin ich beim B&B Tinka. Mein Auto passt doch nicht in den Parkplatz, so muss ich auf einen bezahlten Parkplatz fahren, die Gebühr bezahlt aber das B&B. Nachher richte ich mich ein und geniesse mein Ankunftsbier im schönen Zimmer mit Aussicht. Es ist bewölkt und kühl, auch im Zimmer. Vor dem Nachtessen hole ich die Stecker-Adapter im Auto. Dann versorge ich mich mit Bargeld am Automaten. Das Restaurant "Sillpichs" find ich nicht auf Anhieb, ich muss fragen. Es ist eher ein Schnellimbiss. Das Essen ist gut und billig. Pique ist ein Gericht mit Poulet-Geschnetzeltem, Wurst, Zwiebeln, Peperoni… und Pommes. Dazu ein grosses Bier, alle für 50 BOL = 7 CHF. Um 21h bin ich zurück und gehe bald schlafen.
(356km, 6½h unterwegs)

Di 14.05.2019
Um 9h gehe ich zum Frühstück und das ist sehr gut. Sie haben sehr gutes Brot, fast wie in der Schweiz, dazu Kaffee, Schinken, Käse usw. Ich habe Antwort von einer Versicherung für Peru bekommen. Ich mache mich auf den Weg, hole meine Unterlagen aus dem Auto und marschiere los. Hier geht es fast immer steil bergauf oder –ab. Zuerst zu Entel um eine SIM-Karte zu kaufen. Für 40 BOL = 5.50 CHF bekomme ich 3.8GB Daten für 15 Tage, das sollte reichen. Weiter zur Versicherung. Da muss ich mehrere Formulare ausfüllen und Papiere zeigen, in ¾h ist alles erledigt. 3 Monate Haftpflichtversicherung für Peru für 110 USD. Bei der Basilica de San Francisco setze ich mich hin und unterhalte mich mit einem Einheimischen der sein Englisch praktizieren will. Ich gehe noch etwas durch das Quartier und lande bei einer der Gondelbahnen die hoch nach El Alto führt. Gebaut von Doppelmayr/Caraventa. Ich fahre für 3 BOL hoch zur Station Mirador (4060müM). Zu Fuss gehe ich zur Station Buenos Aires einer anderen Gondelbahn. Leider sieht man nur an wenigen Stellen hinunter auf La Paz. Die Fahrt hinunter nach Sopocachi kostet wieder 3 BOL. Von dort sind es nur 800m nach Hause und das fast eben aus. Zu Hause geniesse ich ein Bier an der Sonne. Danach "Büro". Ich buche eine Unterkunft in Coroico. Apero im Zimmer. Zum Nachtessen gehe ich ins "El Viandante", ein schickes Restaurant. Mein Filet mit Spaghetti schmeckt sehr gut, muss allerdings zuerst die Spaghetti zurückschicken weil sie kalt sind. Dazu wieder einmal ein Glas Wein. Mit 123 BOB = 18CHF ist es ziemlich teuer für Bolivien. Um 22h bin ich zurück.
(6km zu Fuss)

Mi 15.05.2019
Nach dem Frühstück frage ich ob sie ein Zimmer für mich haben wenn ich zurück aus Coroico bin. Es sieht schlecht aus. Ich frage in Coroico nach ob ich 2 Nächte länger bleiben kann, denn es soll laut Vivian sehr schön sein dort. Da in La Paz über das Wochenende vieles ausgebucht ist, plane ich nicht mehr in La Paz zu übernachten. Nachher gehe ich nochmals ins Zentrum. Auf dem Weg wechsle ich mein chilenisches Geld gegen Bolivianisches. Danach zur El Prado, der Pracht-Strasse von La Paz. In der Mitte gibt es einen schmalen Park. Rundherum steht der Verkehr. Vor allem Collectivos (Kleinbusse) stehen hier einer hinter dem andern und blockieren sich gegenseitig. Ich gehe zur Plaza Murillo, dem Zentrum von La Paz. Da stehen die Catedral Metropolitana und die Parlaments-Gebäude. Ein schöner Platz mit vielen Leuten und noch mehr Tauben die gefüttert werden. Ich setze mich hin und schaue dem Treiben zu. Zurück nach Hause nach Gefühl, immer darauf bedacht nicht zu viele Höhenmeter zu machen. Nach 15h bin ich zurück. Wie erwartet gibt es kein Zimmer für mich, dafür habe ich die Zusage aus Coroico, dass ich 3 Nächte bleiben kann. Ich beschliesse danach direkt nach Copacabana am Titicaca-See zu fahren und buche dort ein Hotel. Es wird zwar ein langer Trip (258km) mit riesigem Höhenunterschied werden, aber La Paz habe ich jetzt gesehen. Nachher plane ich die Routen. Apero wieder im Zimmer. Auf dem Weg zum Nachtessen hebe ich noch Bargeld ab. Im Hotel haben sie die Diesel-Preise für mich geklärt. Einheimische bezahlen 3.72 BOB/Liter, Ausländer hingegen 8.88 BOB/Liter! Vermutlich nur Barzahlung. Das Restaurant "Beef & Beer" ist voll. Mein Chuleta de Cerdo schmeckt gut. Am grossen Tisch sitzt mir ein Holländer gegenüber. Wir unterhalten uns über dies und das. Um 22h bin ich zurück. Ich schlafe schlecht, erwache immer wieder.
(6km zu Fuss)

Do 16.05.2019
Um 8h stehe ich auf, etwas "Büro" und packe. Nach dem Frühstück gehe ich mit dem Gepäck zum Parkplatz. Eine Angestellte kommt mit und bezahlt die Parkgebühr von 35 BOB/24h = 5 CHF/24h. Um 10.30h fahre ich los. Auf der vom Navi vorgeschlagenen Route hat es nicht so viel Verkehr. Zuerst will ich tanken. Der Weg zur 1.Tankstelle ist durch eine Baustelle versperrt. Ich muss rückwärts aus der Strasse fahren. Die nächste Tankstelle ist geschlossen. Dann kommt doch noch ein Stau. Ich fahre den Taxis nach und kann so etwa die Hälfte umfahren. Die nächste Tankstelle hat kein Diesel. Nach 1h habe ich es geschafft, ich bin am Stadtrand und finde eine Tankstelle. Er fragt ob ich eine Quittung brauche, ich verneine und bekomme dafür den Liter Diesel für 7 BOB anstatt 8.88 BOB. Die Differenz zu 3.92 BOB steckt er sich wohl in den eigenen Sack. Nicht mein Problem wenn sie so eine Preispolitik haben. Ich spare 130 BOB, das ist ein gutes Nachtessen. Die Strasse war bis hierher eine Katastrophe, jetzt ausserhalb der Stadt wird sie gut und es hat kaum mehr Verkehr. Es geht nun weiter bergauf bis auf 4660müM bei der Laguna Estrellani. Von nun an geht’s bergab. Das Tal des Rio Unduavi ist gewaltig tief und was für ein Genuss, mit Urwald bewachsen, alles grün soweit das Auge reicht. Ein gewaltiger Gegensatz innerhalb von nur 15km. Am Anfang bin ich noch über den Wolken. Ich mache einen kurzen Foto-Stopp. Eine sehr schöne Aussicht. Etwas später ist Schluss mit Aussicht, ich lande im Nebel. Diese Strasse heisst auch "Camino de la Muerte" Todesstrasse. Ich fahre allerdings auf der neuen Strecke. Die ist nicht mehr so gefährlich. Sie führt in endlosen Kurven über Grate und steilen Bergflanken entlang hinunter ins Tal. Auf 70km von 4660müM auf 1050müM hinunter. Wenn der Nebel sich lichtet hat man eine wunderbare Aussicht. Nach 1½h bin ich unten im Tal. Es ist nun richtig tropisch. Es wachsen Bananen und Mandarinen am Strassenrand. Nun geht es nochmals steil bergauf nach Coroico. Am Anfang ist die Strasse noch geteert, aber die letzten 5.5km sind dann mit Bollensteinen gepflastert, wie bei uns im Mittelalter. Die Villa Bonita liegt etwas ausserhalb des Ortes. Ich bin um 13.45h am Ziel. Gianni hat sich hier mit seiner Frau aus La Paz ein kleines Paradies geschaffen. Alles sehr einfach, aber mit Liebe gebaut. Mein Bungalow ist etwas oberhalb mit schöner Aussicht. Ich geniesse mein Ankunftsbier im Garten. Nachher richte ich mich ein. Es kommen viele Leute hierher um Glacé zu essen, die hausgemachte Spezialität des Hauses. Zum Apero möchte ich ein Glas Weisswein, der ist aber ausgegangen. So sitze an der Sonne und geniesse die Wärme ohne Alkohol. Sobald die Sonne weg ist, wird es auch hier oben kühl. Apero vor meinem Bungalow, da ist es windgeschützt. Zum Nachtessen gehe ich ins "Carla's Garden Pub & Backstube", das hat mir Gianni empfohlen. Sauerbraten mit Spätzle schmeckt gut, obwohl die Spätzle eher Nudeln sind. Um 20.30h bin ich zurück und gehe bald schlafen.
(108km, 3¼h unterwegs)

Fr 17.05.2019
Es ist kühl und hat Nebel, so bleibe ich noch etwas im warmen Bett. Nachher etwas "Büro". Nach 10h Frühstück im Garten mit einem Paar aus Deutschland, Irene und Khaled, er ist Palästinenser mit deutschem und israelischem Pass. Die Sonne zeigt sich langsam und es wird wärmer. Ich gebe meine Schmutzwäsche zum Waschen und reorganisiere mein Gepäck. Stecker-Adapter und Kabel die ich nicht mehr benötig verstaue ich im Auto und räume um. Ab jetzt sind die amerikanischen Stecker aktuell, mit oder ohne Erdstift. Nachher geniesse ich ein Bier im Gartenrestaurant. Zum Apero gibt es heute Weisswein, Gianni hat neuen besorgt. Zum Nachtessen gehe ich ins Toto, auch von Gianni empfohlen. Eine kleine Pizzeria. Ich habe Glück, dass ich noch einen Platz finde. Die Pizza ist gut und er bolivianische Wein auch. Am Schluss sind wir nur noch zu zweit, er ist Franzose aus Perpignan, lebt aber in Quebec. Es stellt sich heraus, dass die Wirtin auch aus Perpignan ist. Um 22h bin ich im Bett.

Fr 18.05.2019
Heute schein die Sonne früher, ich bleibe aber trotzdem im warmen Bett. Zum Frühstück treffe ich wieder auf Irene & Khaled. Er lebt nun wieder in Israel und har dort eine "German Dental Clinic" eröffnet im Haus seiner Eltern. Er erzählt mir von den täglichen Schikanen die die arabischen Israeli durch den Staat erleben. Trotzdem hat er sich entschieden dort zu bleiben. Wegen seiner Familie und um gegen diese Politik zu kämpfen. Nach 11h reisen sie ab. Ich reinige mein Auto etwas, die Scheiben und vor allem das Heck, das ist vom vielen Staub sehr schmutzig. Jetzt sieht man den Unterschied noch besser, weil ich nur so hoch reinige wie ich ohne Leiter reichen kann. Darauf brauche ich dann ein Bier. Es hat viele Leute. Zum Apero wieder ein Glas Weisswein und die Rechnung. Ich bezahle für alles zusammen 600 BOB = 85 CHF, für 3 Nächte inkl. Bier, Wein und die Wäsche. Zum Nachtessen gehe ich ins "Bon Appetite", es geht lange bis das Essen kommt, Gianni hat mich vorgewarnt. Dafür ist das Steak Roquefort dann aber sehr gut, die beste Roquefort-Sauce bis jetzt in Südamerika. Am Nebentisch sitzt ein Paar aus Deutschland, sie haben 20km der Todestrasse zu Fuss gemacht. Sie waren sehr beeindruckt. Bereits um 21h bin ich zurück und gehe bald schlafen.

So 19.05.2019
Ich stehe früher auf als üblich, ich habe eine lange Strecke vor mir. Es ist neblig wenn ich um 9h zum Frühstück gehe. Nach 10h verabschiede ich mich von Gianni und seiner Frau und fahre los. Zuerst wieder hinunter ins Tal und dann wieder hoch zum Pass, die gleiche Strecke wie ich gekommen bin. Der Nebel verzieht sich nicht wie gehofft. Erst kurz vor der Passhöhe kommt die Sonne zum Vorschein. Eingangs La Paz habe ich mir eine Route gesucht die nicht ins Zentrum führt. Die ist optimal, fast eben aus, allerdings mit vielen Schwellen. Trotzdem angenehm zu fahren und mit schöner Aussicht auf die Stadt. Ich komme auf ein neues Stück Autobahn das hoch nach El Alto führt. Die kostet natürlich. Oben in El Alto wieder das gleiche Spiel wie bei der Ankunft. Die Collectivos blockieren die Hauptstrasse bei ihrer Suche nach Kunden. Doch diesmal bin ich härter und klemme den einen oder andern bei seinen Manövern ab. Nach diesem Stau ist die Strasse frei. Ich bin wieder auf dem Altiplano, die 4-spurige Autobahn führt durch die fruchtbare Ebene. Überall sind kleine Gruppen am Arbeiten. Die Aussicht auf die schneebedeckten Gipfel der Anden ist beeindruckend. Kurz vor Huarina erreiche ich zum ersten Mal den Titicaca-See auf 3812müM. Hier endet die Autobahn nach 56km. Sie sind ab auch hier daran die Strasse auf 4 Spuren zu verbreitern. Am Anfang fährt ein Collectivo vor mir, so weiss ich immer wo der beste Weg ist durch die endlose Baustelle. Nach Jankho Amaya geht es bergauf auf einer neuen noch nicht fertigen Strasse, die mein Navi nicht kennt. Von da oben hat man eine schöne Aussicht über den südlichen Teil des Titicaca-Sees. Um 15h erreiche ich San Pablo de Tiquina. Da muss ich auf eine Fähre um die 850m breite Verbindung des nördlichen mit dem südlichen Teil des Titicaca-Sees zu überqueren. Es ist eigentlich mehr ein Floss mit Aussenbordmotor. Es haben jeweils nur 2-3 Fahrzeuge Platz. Nach einer knappen ½h geht es weiter auf der Peninsula de Copacabana. Auf dem Landweg ist sie nur über Peru erreichbar. Es geht nun nochmals hoch auf 4260müM durch eine wunderschöne Landschaft. Um 16.30h erreiche ich mein Hotel in Copacabana. Mein Zimmer ist sehr schön, mit einer grossen Terrasse mit Blick auf den Titicaca-See. Ich geniesse mein Ankunftsbier mit der schönen Aussicht und etwas später den Sonnenuntergang. Es wird empfindlich kalt sobald die Sonne weg ist. Zum Nachtessen gehe ich ins Zentrum. Beim "Gourmet Ali" esse ich ein gutes Filet an Rotweinsauce mit Gemüse und Yuca-Plätzli (Maniok). Um 21h bin ich zurück und hole mein Elektro-Öfeli aus dem Auto.
Zum Glück, es ist nämlich kalt im Zimmer und es gibt keine Heizung. Zum Glück ist die Bettdecke warm, so kann ich das Öfeli in der Nacht abstellen. Ich schlafe nicht besonders gut.
(256km, 6¼h unterwegs und 850m Fähre)

Mo 20.05.2019
Aufwachen und Heizung einstellen, es ist nur 11C° im Zimmer. Frühstück gibt es nur von 07.30h bis 08.30h. Es ist auch da nicht geheizt, aber ich bekomme heisse Milch, ein Spiegelei, Brötchen, Butter und einen Pancake. Es gäbe noch Cerealien, aber die sind nicht mein Ding. Zum Abschluss einen kleinen Fruchtsalat. Nachher etwas "Büro". Ich verlängere meinen Aufenthalt um eine Nacht und buche für morgen eine Boots-Tour zur Isla del Sol. Danach buche ich meine Unterkunft in Puno, mein nächstes Ziel in Peru. Gegen 13h mache ich mich auf den Weg zum Hafen. Dort trinke ich ein Bier und esse etwas. Danach spaziere ich die Hauptstrasse hoch bis zur Basilica Virgen de Copacabana, eine sehr schöne Kirche. Auch innen, aber da darf man nicht fotografieren. Davor auf dem Plaza 2 de Febrero, setze ich mich eine Weile hin und schaue dem Treiben zu. Auf dem Rückweg passiere ich einen Markt, aber da ist um diese Zeit nicht viel los. Um 15h bin ich zurück. Ich telefoniere mit Stefan. Der teilt mir mit, dass ich wieder eine Vorladung zur Fahrzeugprüfung erhalten habe. Zuerst meine ich er mache einen Witz. Mit dem habe ich überhaupt nicht schon jetzt gerechnet, es sind ja nicht einmal 3 Jahre her. Auf diesen Schreck muss ich unter die Dusche. Nachher diverse Büroarbeiten. Apero zum Sonnenuntergang, danach wieder Richtung Hafen zum Nachtessen. Das "La Orilla" hat man mir auch im Hotel empfohlen. Vivian hat mir gesagt ich müsse hier "Trucha" (Forelle) essen. Das mache ich dann auch und bereue es nicht. Sie schmeckt sehr gut und es gibt viel Gemüse dazu. Nach 21h bin ich schon zurück und gehe bald schlafen, weil ich morgen früh raus muss. Ich schlafe nicht gut, habe wieder Blähungen.

Di 21.05.2019
Aufstehen um 07.00h. Das Frühstück ist noch nicht bereit um 07.30h. Pünktlich um 08.15h kommt das Taxi das mich zum Hafen bringt. Laura aus England fährt mit. Unser Boot ist nicht so gross und nicht so voll wie andere. Bei uns könnten alle drinnen sitzen. Einige gehen doch aufs Dach. Mir ist es zu kalt. Wir fahren ganz gemütlich etwa 1½h bis zur Isla del Sol. Da steigen einige aus und wir fahren weiter zur Isla de la Luna. Um 11h sind wir da. Es gäbe einen Inka Tempel zu sehen, aber ich habe keine Lust den Berg hoch zu steigen und bleibe unten. Das hat den Vorteil, dass ich die 10 BOB Eintritt nicht bezahlen muss und mir stattdessen ein Sandwich für den gleichen Preis kaufe. Ich habe nichts verpasst meint Laura. Nach ¾h fahren wir zurück zur Isla del Sol. Beim Pilko Kaina, einem Tempel mit Observatorium, stoppen wir zuerst. Wer will kann von da zum Puerto Yumani wandern. Ich will nicht und fahre mit einigen andern mit dem Boot dorthin. Ich steige Escalinata Del Inca (Treppe der Inkas) bis zur Fuente Del Inca (Quelle der Inkas) hoch. Ziemlich anstrengend obwohl es nur 50m Höhendifferenz sind. Die 2.Treppe gehe ich hinunter und kehre in einem kleinen Restaurant ein. Bier und Sandwich mit herrlicher Aussicht. Um 15h geht es wieder gemütlich zurück. Um 16.30h sind wir in Copacabana. Ich verabschiede mich von Laura, sie nimmt den Bus nach La Paz. Um 17h bin ich zuhause. Die ganze Tour hat 55 BOB = 8 CHF gekostet, dazu noch die 2 x 10 BOB Eintritt, die wie üblich in Südamerika nicht erwähnt wurden beim Buchen. Sonnenuntergang mit Apero. Danach schreibe ich die E-Mail ans Strassenverkehrsamt an Herr Wülser, der kennt mich vielleicht noch vom letzten Mal. Ich habe heute bereits 3 Mal gegessen, darum beschliesse ich aufs Nachtessen zu verzichten. Um 20h ist das "Büro" erledigt.
(48km mit dem Boot, 9h unterwegs und 2km zu Fuss)

Mi 22.05.2019
Frühstück um 8h im kalten Frühstückraum. Marias Handy funktioniert nicht mehr. Sie wird wohl ein neues brauchen. Nachher packen und Autoscheiben waschen. Gegen 09.45h fahre ich los. Bis zur Grenze sind es nur 9km. Den Ausreise-Stempel bekomme ich umgehend. Nachher muss ich ins nächste Gebäude für das Fahrzeug. Da ist nur ein Beamter und der bearbeitet ein Auto das nach Bolivien einreist. Ich muss darum warten, aber nach ¼ h ist es geschafft, er öffnet die Barriere und ich kann Bolivien verlassen. 250m weiter ist der peruanische Zoll. Die Uhrzeit ist hier um 1h hinter Bolivien. Auch hier habe ich den Einreise-Stempel sofort. Es gibt nur eine kurze Diskussion, weil er mir nur 60 Tage geben will. Schlussendlich bekomme ich die gewünschten 90 Tage. Für das Auto muss ich auch hier auf die andere Strassenseite. Da dauert es länger, weil sie nur einen Computer haben und der Chef daran arbeitet. Ich wechsle in der Wartezeit meine Bolivianos in Sols um. Die beiden Angestellten machen einen guten Eindruck, darum entschliesse ich mich, das Motorrad auch zu deklarieren. Das funktioniert gut, auch weil man offenbar für mein Motorrad hier keine Versicherung braucht. Inzwischen ist ein Deutsches Paar angekommen. Sie haben im Gegensatz zu mir keine Versicherung vorher abgeschlossen. Und prompt können sie das Fahrzeug nicht registrieren. Nach 25 Minuten bin ich durch. Ich nehme Stefan mit in den nächsten Ort, da will er sich eine Versicherung besorgen. Die Strasse könnte besser sein, zwischendurch ist sie sehr rumplig. Es wird hier viel Landwirtschaft betrieben. Offenbar ist der Boden fruchtbar. Aber alles im kleinen Rahmen, meist mit Eseln als Lasttiere. Aus der Gegend um den Titicaca-See sollen ja auch die Kartoffeln stammen. Es wird viel Getreide angebaut. Man sieht überall die "Männchen" auf den Feldern. Nach knapp 2½h erreiche ich Puno. Mein Hostel liegt mitten im Altstadt-Viertel, keine Chance zum Parkieren. Ich stoppe vor dem Hotel, stelle die Warnblinkanlage ein und gehe zur Rezeption. Draussen beginnen sie bereits zu hupen. Wir fahren zusammen zum Parkplatz. Der ist nur wenige Meter entfernt, aber wir müssen um das halbe Viertel fahren. Der Parkplatz ist ziemlich voll, darum muss ich den Schüssel abgeben, was ich nicht gerne mache. Ich warne sie wegen der 5-Minuten-Sperre. Ich richte mich ein. Nachher bringt mich der Besitzer des Hotels zum Laden von Claro. Da kann ich eine lokale SIM-Karte kaufen. Das geht ziemlich speditiv. Für 35 PEN = 10.50 CHF bekomme ich 3GB Daten für 30 Tage, dazu unbegrenzt Telefon und SMS. Nachher will ich noch Bargeld beziehen. Bei Scotiabank gibt es max. 400 PEN und sie wollen 20 PEN Gebühr. Ich suche eine andere Bank. Bei der BCP gibt es keine Gebühren und ich kann 700 PEN beziehen. Darauf stosse ich bei meinem Ankunftsbier an. Es gibt hier sogar eine Fussgängerzone mit vielen Restaurants. Zurück im Hotel etwas "Büro". Ich heize wieder elektrisch obwohl es nicht ganz so kalt ist wie in Copacabana. Apero im Zimmer. Zum Nachtessen gehe ich ins "Pizza y Pasta". Die Pizza schmeckt gut und es ist dank dem Pizza-Ofen nicht zu kalt. Um 20.30h bin ich zurück. Maria will sich ein neues Handy kaufen, sie wird sich umschauen.
(149km, 3 ½ h unterwegs, davon 50 Minuten am Zoll)

Do 23.05.2019
Kaum aufgewacht ruft Maria an. Sie ist in einem Laden und lässt sich Handys aufschwatzen. Sie entscheidet sich für ein Samsung A30 für 2'800'000 IDR = 200 CHF. Scheint nicht schlecht zu sein. Im Laden schaffen sie es nicht sie mit ihrem Google-Konto anzumelden. Ich gehe auswärts zum Frühstück ins "Rupha Cafe". Das Frühstück ist gut, aber auch ziemlich teuer, 24 PEN = 7.20 CHF. Zurück im Hotel ist "Büro" angesagt. Um 12h werde ich abgeholt für meine Tour zu den schwimmenden Inseln. Wir werden zum Hafen gefahren, da steigen wir in ein Boot um und fahren etwa 6km hinaus zu den Inseln. Es gibt mehrere kleine und die Hauptinsel. "Unsere" Insel ist eine der letzten. Wir werden von der Familie empfangen. Dann erklären sie uns wie die Insel aufgebaut wird. Zum Schluss zeigen sie uns ihre Hütten und wollen dann ihre handgemachten Souvenirs verkaufen. Alles ziemlich touristisch aufgemacht. Es würde mich nicht wundern, wenn sie nach dem letzten Tourist zurück aufs Festland fahren würden. Von der Insel werden wir mit einem traditionellen Boot zur Haupinsel gebracht. Wir sind das einzige Boot, das wirklich gerudert wird, alle andern werden von einem Motorboot geschoben. Im Restaurant geniesse ich ein Bier an der Sonne. Dann geht es zurück nach Puno. Nach 3h sind wir zurück. Es war eine entspannende angenehme Tour. Inkl. Bier hat alles zusammen 55 PEN = 16.50 CHF gekostet. Ich gehe noch einen Stecker kaufen, damit ich ein Verlängerungskabel machen kann. Danach nochmals durch die Fussgängerzone bis zum Plaza de Armas und zurück ins Hotel. Ich frage 2 Unterkünfte in Cusco an. Zum Nachtessen gehe ich ins "Valeria", ein schönes, aber teures Restaurant. Mein Schweins-Filet mit Süsskartoffel-Stock ist sehr gut. Zum Abschluss genehmige ich mir noch einen Pisco. Zu Hause buche ich eine Unterkunft in Cusco. Nachdem ich die Bestätigung habe, suche ich die Unterkunft auf Google-Map und stelle fest, dass das mit dem parkieren wohl nicht klappt. Die Einfahrt ist nur 2.30m hoch schreibt sie mir, obwohl ich ihr bei der Anfrage die Masse mitgeteilt habe. Ich werde mich morgen darum kümmern.
(13km Bootstour und 4km zu Fuss)

Fr 24.05.2019
Die zweite Unterkunft in Cusco hat mir geantwortet, dass sie einen Parkplatz für mein Auto habe. Ich storniere die erste Buchung und buche die Zweite. Kaum habe ich die Bestätigung und prüfe auf Google Map, stelle ich fest, dass es wohl auch hier nicht klappt mit dem Parkplatz, was mir die Gastgeberin dann auch bestätigt, es ist zu eng um auf den Parkplatz zu fahren. Wir einigen uns, dass sie die Buchung storniert. Das klappt aber nicht, darum wende ich mich an Airbnb und bekomme die Antwort, dass sie sich darum kümmern. Nachher gehe ich zum Frühstück wieder ins "Rupha Cafe". Zurück im Zimmer heisst es packen. Um 10h bin ich bereit und gehe zusammen mit dem Besitzer zum Parkplatz. Mein Auto ist zugeparkt und sie haben nur für eines der Fahrzeuge einen Schlüssel. Der Besitzer des andern sagt er komme in 5 Minuten. Nach ½h rufen sie ihn nochmals an. Diesmal meint er in 10 Minuten. Ich reinige in der Zwischenzeit meine Scheiben und sehe mir den Umzug zum letzten Schultag vor den Winterferien an. Den hätte ich sonst verpasst. Es ist schliesslich 11.45h bis wir losfahren können. Der Hotelier muss nach Juliaca und ich nehme ihn mit. Ich tanke noch. Hier wird das Benzin und der Diesel per Gallone verkauft, nicht per Liter. Das erklärt auch die komische Preisanschrift. Die Strasse ist ziemlich schlecht, hat viele Frostschäden und ist darum sehr unruhig. Für einige Kilometer gibt es sogar ein Stück Autobahn für 3.90 PEN. Selbst da gibt es viele Schwellen zur Temporeduktion! In Juliaca führt mich der Hotelier um den Verkehrsstau herum und verabschiedet sich, sobald ich wieder auf der Hauptstrasse bin. Ich bin nun am Nord-Ende des Titicaca-Sees. Es geht nun weiter durch flache Flusstäler mit vielen kleinen Landwirtschafts-Flächen. An vielen Orten sind kleine Gruppen am Arbeiten. Es gibt viele kleine Kuhherden. Eine schöne, liebliche Landschaft. Um 13.45h bin ich in Pukara. Da habe ich einen Besuch im "Museo Alcra Pukara" eingeplant. Das Museum find ich geschlossen vor. Als ich schon zurückgehe, ruft mich eine Frau zurück und klopft energisch an die Museums-Tür. Tatsächlich öffnet ein älterer Herr und lässt mich herein für 10 PEN. Er ist mein persönlicher Museums-Führer. Das Museum ist klein und nicht sehr informativ. Der einzige Grund für einen Besuch sind die Mumien. Bei denen ist aber die Beleuchtung kaputt. Ich kann trotzdem einige Fotos machen. Die anderen Attraktionen sind die Vicuñas die hier im Museum leben und der Führer selbst. Nach 10 Minuten bin ich wieder auf der Strasse. Neben der schönen Kirche "Templo Santa Isabel" kaufe ich mir ein "Inca Kola" und geniesse es an der Sonne. Nach ¾h fahre ich weiter. Die Gegend bleibt ähnlich, nur die Berge werden höher. Es geht der Bahnlinie Cusco-Puno entlang. Mehrfach kreuzen sich Strasse und Bahn, ohne Signale. Es gäbe 2 Züge pro Tag hat mir der Hotelier erzählt. Einem dieser beiden begegne ich dann prompt, zum Glück nicht aus einem Bahnübergang. Die Strasse steigt kontinuierlich an bis auf 4000müM. Erst bei Santa Rosa etwa 65km vor dem Ziel geht es steiler bergauf bis auf 4350müM. Die letzten 40km geht es dann wieder hinunter auf 3550müM. Mein Hotel in Sicuani finde ich ohne Probleme. Ich richte mich ein und geniesse mein spätes Ankunftsbier im kalten aber schönen Hotelzimmer. Mein Elektro-Öfeli bewährt sich wieder bestens. Für 15 PEN gäbe es einen Heizstrahler vom Hotel, erfahre ich später. Zum Nachtessen gehe ich ins Zentrum. Das Restaurant Wiracocha hat ein Menu mit "Milanese de Pollo", Poulet Schnitzel mit Pommes, Reis und Salat. Dazu ein grosses Bier. Alles schmeckt gut und kostet 29 PEN = knapp 10 CHF. Um 21h bin ich zurück. Draussen ist es kalt, in meinem Zimmer angenehm warm.
(251km, 4¾h unterwegs und 3km zu Fuss)

Sa 25.05.2019
Von Airbnb habe ich nichts mehr gehört, dafür ist mein neues Handy endlich in Indonesien eingetroffen. Das Frühstück im Hotel ist sehr gut. Zuerst einen Teller geschnetzeltes Fleisch mit Gemüse und guter Sauce, dann ein Rührei. Das Brot ist gut, besteht aber eigentlich nur aus Rinde. Es gibt auch noch Wurst, Käse usw. Ich verlängere meinen Aufenthalt um eine Nacht und rufe nachher bei Airbnb an. Sie können sich auch nicht erklären wieso ich keine Antwort bekommen habe, aber sie kümmern sich jetzt um den Fall. Und tatsächlich, nach ½h ist das Problem gelöst und ich bekomme sogar noch einen Gutschein für die nächste Buchung. Ich frage eine andere Unterkunft in Cusco an. Bekomme wieder eine Einladung, aber keine Antwort auf die Frage nach dem Parkplatz. So frage ich eine weitere Unterkunft an. Diese Gastgeberin ist prompt, beantwortet alle meine Fragen sehr schnell, ich muss sie fast bremsen. Ich will noch die Antwort der ersten Unterkunft abwarten und gehe in die Stadt. Da ist viel los, denn es ist Markttag. Der Markt ist gross und man bekommt fast alles, vom Strick bis zum Gasherd und natürlich auch Esswaren und Kleider. Da es nicht windet, ist es angenehm warm an der Sonne, obwohl es weniger als 20C° sind. Nach etwa 1h bin ich zurück. Prompt stellt es sich heraus dass mein Auto in der ersten Unterkunft nicht gepasst hätte. Ich frage mich schon was die Leute denken wenn man ihnen die Masse eines Fahrzeugs zuschickt und sie fragt ob das in den Parkplatz passt. Offenbar nichts, in Cusco jetzt 3-mal so passiert. Ich buche die zweite Unterkunft. Da kommt dann das nächste Übel in Südamerika zu tragen. Die Ortsangaben sind ungenau und auf der Karte zu Teil ganz falsch eingetragen. Es gibt ein endloses hin und her. Apero im warmen Zimmer. Ich habe heute den ganzen Tag mit 2kW geheizt und es ist trotzdem nur 20C° warm und das in einem neuen Gebäude. Zum Nachtessen gehe ich zum Plaza de Armas. Ich stehe vor dem vom Hotel empfohlenen Restaurant. Ein Einheimischer deutet mir nicht da hinein, sondern gegenüber zu gehen, da sei es viel besser. Das "Bam-Vino" hat Pizzas und Pasta, aber auch noch anderes. Mein Lomo Stroganoff hat nichts mit Filet Stroganoff zu tun, eher mit Züri-Geschnetzeltem. Es schmeckt sehr gut, dazu gibt es Reis. Die Portion ist riesig, ich lasse noch ziemlich viel stehen. Zum Dessert genehmige ich mir meinen ersten Pisco Sour. Schmeckt gut, nicht so süss wie befürchtet. Um 21h bin ich zurück und bald im Bett.
(5km zu Fuss)

So 26.05.2019
Ich wache früh auf und gratuliere Bea zum Geburtstag. Jule sei in den Ferien auf den Kanarischen gestorben erzählt sie mir. Über WhatsApp fragen mich viele Leute ob ich das Erdbeben in Peru gespürt hätte. Habe ich nicht weil ich geschlafen habe und es weit weg war. Heute gibt es gebratenes Poulet-Fleisch und Tomatensalat zum Frühstück und 2 Spiegeleier. Nachher packe ich und reinige meine Scheiben. Um 10.15h fahre ich los. Es geht mehr oder weniger eben aus, nur ein paar Steigungen oder Gefälle. Das Tal ist nun nicht mehr so breit. Nach gut 2h erreiche ich Cusco. Sieht nicht einladend aus. Liegt in einem Talkessel, die Häuser ziehen sich die Abhänge hoch. Bis ich bei meinem neuen Zuhause bin dauert es aber noch ½h. Ich teile mit, dass ich angekommen sei. Ich warte auf dem Parkplatz, aber niemand kommt. Ich gehe zur Wohnung, da treffe ich Edison, den Bruder von Gabriela und seinen Sohn. Sie zeigen mir die Wohnung und helfen mir beim Gepäck. Dann verabschieden sie sich. Ich richte mich ein und geniesse mein Ankunftsbier im kleinen Garten. Die Sonne scheint und es ist angenehm warm. Das Internet soll super sein, ist es aber nicht. Gabriela ist Künstlerin, alles mit Maschengitter und Stahlrahmen. Auch die Stühle. Sehr unpraktisch und schwer. Gegen 16h gehe ich einkaufen. Es braut sich ein Gewitter zusammen, es donnert und es fallen sogar ein paar Tropfen. Seit Wochen habe ich keinen Regen mehr erlebt. Das Brot das ich kaufe besteht aus Luft und Rinde und zerbröselt sobald man es in der Hand hat. Joghurt ohne Zucker finde ich nur in der Liter-Flasche. Zurück beginne ich damit meine Bilder zu organisieren. Zum Nachtessen suche ich ein Restaurant, aber viele sind geschlossen. Ich lande in einem chinesischen Restaurant. Zuerst eine gute Nudelsuppe, dann Reis mit Poulet und viel Gemüse. Schmeckt fast wie in Asien. Es ist wieder kalt draussen. Im Wohnzimmer bin ich wieder am Heizen mit meinem Elektro-Öfeli. Im Schlafzimmer hat es einen Elektro-Radiator. Um 21h bin ich im Bett.
(144km, 2¾h unterwegs)

Mo 27.05.2019
Ich geniesse es im warmen Bett liegen zu bleiben. Um 9h mache ich mein Frühstück mit dem "Brösmeli-Brot". Nachher frage ich zwei Airbnb an. Hier bleibe ich nicht länger als bezahlt. Es ist kühl und dunkel. Dann starte ich die Waschmaschine und hänge nachher die Wäsche zum Trocknen an die Sonne. Ich klemme mich hinter den Computer und beginne meinen neuen Reisebericht mit dem aussortieren der Bilder. Das Cusco-Drama mit den Parkplätzen geht weiter. Die erste Unterkunft meldet sich, er hat überhaupt keinen Parkplatz, obwohl das so im Inserat steht. Es gäbe einen Parkplatz in der Nähe, aber er weiss nicht was er kostet und ob mein Auto Platz hat. Schlussendlich sagt er mir wo der Parkplatz ist. Es ist nicht weit von mir weg. Nachdem die Bilder aussortiert sind gehe ich zum Parkplatz und erkundige mich nach Preis und Möglichkeit. Er kostet 30 PEN = 9 CHF pro Tag. Ich will die Buchung der Unterkunft abschliessen und merke, dass das nicht mehr möglich ist. Er hat die Unterkunft vermietet ohne mich zu informieren. Und das soll ein Superhost sein, was ich ihm auch mitteile und gleichzeitig melde ich Airbnb, dass es da entgegen den Angaben keinen Parkplatz gebe. Die zweite Unterkunft ist ein Hotel, das ist nicht zu weit entfernt, darum gehe ich da hin um es zu begutachten. Der Parkplatz ist gross genug und kostet 25 PEN/Tag = 7.50 CHF. Das Hotelzimmer kostet 90 PEN, gleich viel wie über Airbnb. Ich überlege mir das noch und gehe einkaufen auf dem nahen Markt. Hier gibt es besseres Brot. Eier kann ich nur 3 statt 2 kaufen. Auf dem Heimweg fallen wieder einige Tropfen. Ich erstelle das Grundgerüst des neuen Reiseberichts. Zum Nachtessen gehe ich ins von Gabriela empfohlene "El Oregano". Der Fleisch-Spiess mit Salat und Brat-Kartoffeln ist gut. Sie gehen sogar extra ein Mineralwasser mit Blötterli für mich einkaufen. Nur der Wein ist leicht süss, aber das hat man mir vorher gesagt. Um 21h bin ich zurück und gehe bald schlafen.
(4km zu Fuss)

Di 28.05.2019
Frühstück mit gutem Brot. Nachher weiter mit dem Reisebericht. Beim Einbinden des Videos vom Uyuni Salzsee ergeben sich unerwartete Schwierigkeiten. Ich habe das Apple-Video das der Windows-Media-Player nicht abspielen kann in mp4 umgewandelt. Das läuft auch auf Windows. Wenn man es aber im Browser abspielt, steht es auf dem Kopf. Mit einem Online-Konverter schaffe ich es schliesslich, dass es überall richtig angezeigt wird. Kostet mich aber mehr als eine Stunde, auch weil das Internet sehr schlecht funktioniert. Bis zum Nachtessen sind Bilder, Datum und Ortsangaben eingefügt. Das Restaurant das ich besuchen will ist auch heute geschlossen, vermutlich für immer. Ich finde ein Restaurant mit vielen Leuten, muss gut sein denke ich. "Vinotéca Restobar" ist voll mit jungen Leuten, ich bin etwa 3-mal so alt wie der Durchschnitt. Fast alle trinken Wein. Ich bestelle einen Burger. Der ist nicht schlecht, der Wein ist auf jeden Fall besser als gestern. Zum Abschluss noch einen Pisco. Um 21h bin ich zurück.

Mi 29.05.2019
Maria hat Efraim ins Spital gebracht. Er hat Magen-Probleme. Nach dem Frühstück heisst es packen, ich ziehe ins nahe Hotel "Príncipe III" um. Das Cusco-Drama mit den Parkplätzen geht weiter. Wenn ich meine Sachen zum Auto bringe, kommt ein Parkplatzaufseher und will Geld. Ich rufe Gabriela an und sie streitet sich mit ihm. Ich gehe zurück und warte auf Edison um ihm die Schlüssel zu übergeben. Der streitet dann weiter mit dem Aufseher. Schlussendlich muss ich 40 PEN = 12 CHF zusätzlich bezahlen, damit ich endlich losfahren kann. Im Hotel geht es gleich weiter, gestern hat es geheissen 25 PEN, heute sind es 30 PEN/Tag = 9 CHF. Ich will das Auto hier etwa 14 Tage stehen lassen, bis wir nach Machu Picchu fahren. Das macht 126 CHF nur für den Parkplatz. Ich richte mich ein und mache weiter am Reisebericht. Am späten Nachmittag frage ich einen andern Parkplatz an, da kann ich aber nicht über Nacht parkieren. Nebenan gibt es ein Reisebüro, da lasse ich mir die Preise nach Machu Picchu erklären. Die sind sehr teuer, 220 USD für uns Erwachsene und 170 USD für Efraim. Im Hotel gibt es auch ein Reisebüro, die sind noch teurer. Ich mache mich im Internet schlau. Da komme ich ohne Tour-Guide für 2h auf 217 USD respektive 117 USD für Efraim. Beide geben kaum Kinder-Rabatt, obwohl Eintritt und Zug für Kinder die Hälfte kostet. Zum Nachtessen gehe ich ins "Yuraq", ein schönes Restaurant, aber voll mit Reisegruppen. Mein Filete Alpaca schmeckt sehr gut, hätte sogar noch grösser sein dürfen. Wenn die Reisegruppen gegangen sind, wird es richtig ruhig. Ich genehmige mir noch einen Pisco Sour. Um 21h bin ich zurück.
(1.3km, 15 Minuten unterwegs)

Do 30.05.2019
Das Frühstück ist besser wie erwartet, es gibt sogar Eier nach Wunsch. Nur die Bratkartoffeln sind kalt. Nachher mache ich mich daran meinen Trip nach Lima und dann nach Machu Picchu zu organisieren. Den Flug nach Lima kann ich online nicht mit Karte bezahlen, es läuft immer etwas schief. Darum gehe ich ins nahe Latam-Büro. Die wollen aber 16 USD nur für die Zahlungsabwicklung. Ich verzichte und buche über Opodo.ch. Das kommt mich zwar schlussendlich teurer zu stehen, aber es geht ums Prinzip. Zu meinem Erstaunen kann ich die Eintritts-Karten für Machu Picchu problemlos übers Internet buchen und bezahlen, trotz gegenteiliger Kommentare im Internet. Zug und Hotel klappt dann wie erwartet problemlos. Trotzdem ist es nun schon später Nachmittag. Ich gehe auf den nahen Mercado Wanchaq, da war ich schon vorgestern, und kaufe dort Crackers zum Apero. Ich suche und finde einen Schnapsladen, da kaufe ich auch noch eine Grant's. Im Claro-Shop neben dem Hotel organisiere ich eine SIM-Karte für Maria, muss aber zuerst im Hotel den Pass holen. Apero im Zimmer. Zum Nachtessen will ich in ein vom TripAdvisor empfohlenes Restaurant. Das ist aber überhaupt nicht da wo es eingezeichnet ist. Ich gebe auf und gehe in ein kleines Restaurant. Im "Pacha" gibt es ein Menu für 12 PEN = 3.60 CHF und es ist gut, mit Suppe und guten geschnetzeltem Rindfleisch. Um 21.30h bin ich zurück.

Fr 31.05.2019
Nach dem Frühstück weiter mit Büro und Reisebericht. Nach 14h mache ich mich zum ersten Mal auf den Weg zum Plaza de Armas. Je näher ich komme je mehr Touristen und Verkäufer hat es. Erster Halt beim Convento de Santo Domingo. Da hat es sehr viele Touristen. Ich schaue mir die Kirche auch im Inneren an. Man darf aber leider nicht fotografieren. Der Konvent kostet Eintritt, ich verzichte. Auf dem Weg zum Plaza de Armas hat es viele Reisebüros und Souvenir-Läden. Auf dem grossen Platz findet eine Veranstaltung statt. Gruppen tanzen in traditionellen Kleidern. Ich setze mich hin und schaue dem Treiben zu. Die Iglesia de la Compania de Jesus dominiert den Platz. Daneben auf der andern Seite steht die Basilica Catedral Del Cusco. Ist aber weniger monumental. Es ist ein grosser Platz mit vielen schönen Häusern umrahmt und einem Park in der Mitte. Ich folge einfach dem Touristen-Strom und lande beim Mercado de San Pedro und der Iglesia San Pedro. Der Markt ist gross und bietet vieles an, teils auch nur für Touristen. Auf dem Rückweg geniesse ich ein Bier auf einer Terrasse mit Aussicht auf das Treiben. Der Nachteil, alle 2 Minuten kommt jemand und will dir etwas verkaufen. Apero im Zimmer. Zum Nachtessen gehe ich ins nahe "La Quinta", ein schönes Restaurant. Es wird mit gestylten Gasflammen geheizt. Meine gefüllte Peperoni schmeckt sehr gut, dazu gibt es etwas Ähnliches wie Kartoffel-Gratin. Um 21h bin ich zurück. Nachdem ich das Hochladen meiner Bilder gestartet habe gehe ich schlafen.
(6km zu Fuss)

Sa 01.06.2019
Noch bevor ich aufstehe versuche ich Magi anzurufen, sie hat heute Geburtstag. Ich erreiche aber nur Felix. Sie sind mit einer Reisegruppe in Athen. Nach dem Frühstück kann ich meine verschiedenen Papiere ausdrucken. Das machen sie gratis. Nachher weiter mit dem Reisebericht. Am Nachmittag gehe ich Bargeld organisieren. In der Nähe des Hotels trinke ich ein Bier und sehe dem den Final Totenham gegen Liverpool im Fernseher. Die 1-Liter Flasche Bier kostet 10 PEN. Ich trinke sie nicht fertig. Dann der Schluss-Spurt. Um 19h ist der Bericht fertig.