Tagebuch
Stand: 22.11.2019 Hauptseite / Home


Sa 29.09.2018
Heute geht es los!
Um 07.00h aufstehen. Frühstück und fertig packen. Um 11.20h fahre ich los. Über die A1 und A3 bis Rheinfelden. Ab da über Deutschland bis zum Autobahn-Dreieck Neuenburg. Da über die Grenze nach Frankreich. Mulhouse und Tann in den Vogesen sind die nächsten Ziele. Bereits um 14.30h bin ich in Fallières. Das Hotel "Logis des Prés Braheux" öffnet aber erst um 17h. Nebenan gibt es eine Bar. Mit Bier & Sandwich vertreibe ich die Zeit. Ich habe ein schönes, ruhiges Zimmer. Es gibt eine Badewanne. Darum geniesse ich ein Vollbad. Das Nachtessen im Hotel ist sehr gut, aber langweilig, weil ich lange Zeit der einzige Gast bin. Zur Vorspeise nehme ich Pate, zum Hauptgang Magret de Canard (Entenbrust) und zum Dessert Käse. Dazu genügend Wein! Um 22h bin ich im Bett.
(Tages-Strecke: 212km, 3.10h unterwegs)

So 30.09.2018
Um 9h gehe ich zum Frühstück. Packen und bezahlen (85 EUR). Nach 10h fahre ich los. Bis Nancy auf der Autobahn N57, dann die A31 bis Toul. Ab da geht es auf der Landstrasse D964 weiter. Nach 2h halte ich bei Bislée zum "Bislen" und Kaffee trinken an. Es hat kaum Verkehr. Etwas später einen Tankstopp. Die nächste Pause in Bellevaux bereits in Belgien. In Dinant gibt es einen Verkehrs-Stau. Im sehr schönen Städtchen am Fluss Meuse findet ein Markt statt. Darum sind sehr viele Leute unterwegs. Zudem ist das Wetter sehr schön. Um 16h bin ich am Ziel in Maillen. Das "Château de la Poste" ist wirklich ein Schloss. Sehr schön gelegen. Ich geniesse mein Ankunfts-Bier auf der Terrasse. Es ziehen Wolken auf und es wird kalt. Im Zimmer schreibe ich Tagebuch und kopiere die Tracks, Büro-Arbeite eben. Leider ist das Restaurant heute geschlossen. Darum muss ich mit dem Auto zum Nachtessen. Es gibt 2 Probleme, ersten ist die Strasse wegen einem Dorffest gesperrt und dann ist das vom Hotel empfohlene Restaurant geschlossen. In der Nähe finde ich ein anderes. Das Entrecote (380g) mit Sauce Béarnaise schmeckt nicht schlecht, ist jedoch etwas zu blutig. Um 21h bin ich zurück in Hotel und gehe bald schlafen.
(Tages-Strecke: 379km, 6.30h unterwegs und 13km zum Nachtessen)

Mo 01.10.2018
Um 9h Frühstück, ein gutes Buffet (17 EUR). Nachher bereite ich mein Auto für das Verschiffen vor. Die original Nummern-Schilder gegen Kopien tauschen und umpacken. Nachher fertig packen und bezahlen. Mein Zimmer kostet laut Anschlag 245 EUR !!! Ich bezahle aber nur 69 EUR ??? Um 11h fahre ich los. Seit ich in Belgien bin, hat mein Navi ein Problem, es kündigt Abzweigungen nicht mehr an. Ich stoppe unterwegs mehrere Male. Schlussendlich schalte ich die Original Garmin-Karten ab und die OSM-Karte ein. Und siehe da, es funktioniert wieder. Ziemlich doof so etwas. Bei Brüssel verfahre ich mich deshalb noch kurz, bin aber bereits um 13.15h am Ziel. Kaum angehalten, kommt auch schon Ingrid nach Hause. Mein Zimmer ist riesig, mit Blick auf den Gartenplatz. Es liegt in einem ruhigen Wohnquartier. Es stürmt und regnet immer wieder, bei 10C°. Ich organisiere mich und gehe dann ein Ankunfts-Bier einkaufen. Nachher bereite ich alles für die Fahrzeug-Abgabe vor. Ich buche ein Hotel in Antwerpen für die restlichen Nächte in Europa und den TGV nach Amsterdam am Freitagnachmittag. Telefoniere noch mit Stefan, dann gehe ich zu Fuss zum Nachtessen ins "Retro Café", das hat mir Ingrid empfohlen. Fish & Chips, dazu ein Bier. Auf der Karte führen sie Glühwein. Gerade richtig für dieses Wetter. Um 21h bin ich zurück. Es ist zum Glück inzwischen geheizt. Schaue noch 10vor10 über den Tsunami auf Sulawesi, dann gehe ich schlafen.
(Tages-Strecke: 127km, 2.15h unterwegs und 2km zu Fuss zum Nachtessen)

Di 02.10.2018
Ingrid hat mir Sachen für das Frühstück bereitgestellt (10 EUR/Tag). Leider vor allem Light-Produkte. Ich habe noch Käse von zuhause. Ingrid kommt kurz zurück und will mein Auto von innen sehen. Um 09.30h mache ich mich auf den Weg zum Hafen. Es windet und regnet immer wieder. Um 10h bin ich da. Es nieselt, man wird ganz schnell nass. Sie finden mein Motorrad nicht in ihren Dokumenten. Der Agent von Grimaldi-Lines meint, dass es die nicht brauche wenn mein Motorrad im Inneren verstaut ist. Vorher hat es geheissen ich müsste es ausserhalb befestigen. Mir soll es recht sein, so muss ich nicht bei diesem Sauwetter das Motorrad ausladen und aussen befestigen. Ein Lotse führt mich zum Verlade-Platz und bringt mich nachher wieder zurück. Dort bestellen sie mir ein Taxi. Es kostet 50 EUR. Um 12h bin ich zurück und erledige noch das "Büro". Z.B September-Bilder sortieren und Nummerieren. Der Wind lässt etwas nach, aber es ist immer noch kühl. Nach dem Apero gehe ich um 19.00h nochmals ins "Retro Café" da gibt es das von Ingrid empfohlene "Stoofvlees", ein Schmorfleisch-Eintopf der Flämischen Küche aus Belgien. Rindfleisch in Bier gekocht! Es schmeckt wirklich gut, dazu natürlich ein Bier und Pommes. Zum Abschluss nochmals einen Glühwein, der schmeckt hier besser als bei uns. Um 21h bin ich zurück. Nach 10vor10 gehe ich schlafen.

Mi 03.10.2018
Aufstehen um 9h, Frühstück, nachher packen. Gegen 12h verabschiede ich mich von Ingrid und ihrem Freund. Zu Fuss zum Tram. Dort muss ich zuerst herausfinden wie ich zu einem Billet komme. Ganz einfach beim Fahrer. 3 Euro sind auch nicht ein Discount-Angebot für 3 Stationen. Den Rest wieder zu Fuss. Das Hotel "Elzenveld" war seit dem 14.Jahrhundert ein Spital und Kloster. Das erklärt die Geister-Statuen im Garten. Heute ein Hotel und Kongress-Zentrum. Ich richte mich im sehr kleinen Zimmer ein. Dafür ist das Internet super. Heute hat es kaum Wind und die Sonne scheint. Um 13h verlasse ich das Hotel. Gleich ausserhalb gibt es eine "Gartenbeiz", da muss ich ein Bier trinken. "Leffe" gibt es überall meint Stefan, aber in Belgien darf ich das trinken. Später trinke ich an einem anderen Ort ein "Stella Artoise", auch dies hat er mir "bewilligt". Ich bin ziellos unterwegs, treffe aber trotzdem auf viele Sehenswürdigkeiten. Ich kaufe noch einen Whisky für den Apero. Auch den Pop-up-Laden "Christmas World" finde ich wieder. Das berühmte "Stadsfeestzaal" Einkaufzentrum besuche ich kurz. Um 16h bin ich zurück. Telefoniere mit Irène, mit ihr war ich vor 2 Jahren hier. Zum Nachtessen suche ich auf TripAdvisor ein belgisches Restaurant in der Nähe. Das "Café Lambik" passt mir. Um 19h gehe ich hin. Es erweist sich als Glückstreffer. Mit viel Glück bekomme ich einen Tisch. Das Tournedos Rossini schmeckt sehr gut, das Lambik Pils sowieso. Um 21.30h bin ich zurück. Nach 10vor10 gehe ich schlafen.

Do 04.10.2018
Um 9h zum Frühstücks-Buffet. Nicht schlecht und im Preis von 74 EUR/Nacht inbegriffen. Nachher "Büro". Später erkunde ich die Stadt. Am Stadt-Hafen gibt es kaum etwas zu sehen ausser Parkplätze, ein verlottertes Schiff-Museum und eine eingerüstete Burg. Ich habe den Auftrag für Maria Kühlschrank-Magnete von Antwerpen zu kaufen. Gar nicht so einfach. Ich sehe nur zwei Souvenir-Shops. Fülle noch meinen Euro-Bestand auf, dann ein Bier draussen vor einer alten Kneipe. Kurz zurück um die Chips zu deponieren, dann in den Stadt-Park. Der ist aber enttäuschend, der See ist trockengelegt. Um 16h bin ich zurück. Die Firma Seabridge meldet sich. Sie wollen wissen ob das Auto schon im Hafen ist. Das habe ich ihnen ja bereits am Dienstag mitgeteilt. Sie wollen noch einiges anders wissen. Zum Nachtessen gehe ich ins "Gazette". Da gibt es "Vole au vent", etwas Ähnliches wie Pastetli mit Hühnerfleisch gefüllt. Nur das der Blätterteig flach ist. Wir sind ja hier in Belgien, im Flachland. Es schmeckt gut. Um 20h ist das Lokal leer, weil alle ins nahe Theater gehen. Gegen 21h bin ich zurück. Noch telefonieren, dann ins Bett.

Fr 05.10.2018
Um 9h zum Frühstück. Nachher meldet sich Seabridge nochmals. Das Problem wird bei der Ankunft meines Autos sein. Wir beschliessen, das Motorrad nicht zu erwähnen in den Papieren. Die Chance dass das niemand merkt ist nach meiner Erfahrung gross. Und wenn doch, bin ich der Ahnungslose. Der Agent vor Ort wird vorab aber nicht informiert, weil er sonst den Auftrag nicht annimmt! Um 11h fertig packen und Check-Out. Ich ziehe nochmals los zum Fluss. Aber auch weiter oben gibt es nur Baustellen und Parkplätze. Ich stosse auf die Kloosterstraat eine etwas ausgeflippte Einkaufsstrasse. Im "Kleine Tunnel" trinke ich wie gestern wieder ein Bier. In der Nähe der Kathedrale gibt es eine kleine Bar mit gemütlichem Sitzplatz. Ich kann nicht wiederstehen, nochmals Bier. Zurück im Hotel bin ich immer noch zu früh. Im 15.30h mache ich mich zu Fuss auf den Weg zum Bahnhof Antwerpen Centraa. Bin auch da wieder viel zu früh. Der TGV kommt pünktlich. Ich habe 1.Klasse gebucht, weil dieses Billet 5 EUR billiger war als 2.Klasse. Dafür gibt es Gratis-Getränke. Ich habe zwar ein Bier mitgebracht, lasse mich aber zu einem weiteren "überreden". Nach einer knappen Stunde bin ich in Amsterdam-Schipol. Das Einchecken geht trotz leichtem Übergewicht (24.3 statt 23kg) schnell. Die Sicherheits-Kontrolle in Amsterdam ist schon vor einem Jahr unangenehm aufgefallen. Die haben da einen Body-Scanner, da müssen alle durch. Die Dame verlangte von mir, dass ich auch den Kunststoff-Gürtel aufs Band lege. Auf meine Frage wieso sie eine so teure Anlage haben, wenn sie nicht einmal einen Kunststoff-Gürtel erkennen, hat sie mit Unverständnis reagiert und mich dafür bei den nachfolgenden Kollegen angeschwärzt. Der erste sollte mich eigentlich nach dem Body-Scanner abtasten, hat dann aber Fragen nach wohin, wieso usw. gestellt. Nach der dritten unnötigen Frage habe ich ihn angeschnauzt, dass ihn das nichts angehe. Zwei Damen haben dann meinen Rucksack minutiös überprüft. Mein Nachbar verstand dass auch nicht so ganz. Ich habe ihn dann aufgeklärt, dass ein typischer Terrorist ein 68-jähriger Schweizer sei. Wir haben uns amüsiert, ich hatte ja Zeit. Zum Abschluss habe ich dann nach dem Bewertungspanel das es überall gibt, sogar auf dem WC gefragt. Da mussten selbst die beiden Frauen lachen. Trotzdem bin ich immer noch viel zu früh. Nach 21h fliegen wir leicht verspätet ab. Meine erste Sitznachbarin war eine aufgestellte Holländerin. Ihre Tochter ist auf diesem Flug die Co-Pilotin und sie darf mit nach Buenos Aires für 3 Tage. Leider wechselt sie später zu ihrer Freundin. Die neue Nachbarin spricht kein Wort. Der Flug dauert gut 13h.

Sa 06.10.2018
Pünktlich um 05.55h landen wir in Buenos Aires. Die Einreise klappt problemlos. Ich sage nur, dass ich zur Schule gehe, dann geht alles blitzschnell. Nur bis wir die Koffer haben vergeht fast eine Stunde. Ich werde von einem Fahrer erwartet. Der bringt mich direkt zu meinem Zuhause. Meine "Schlummer-Eltern" Sebastian und Inés sind ziemlich gleich alt wie ich. Sie zeigen mir die Wohnung im 9.Stock. Mein Zimmer ist sehr klein, dafür habe ich ein eigenes WC. Es ist kühl, aber man kann die Klima-Anlage ja auch zum Heizen benutzen. Ich richte mich ein. Dabei stelle ich fest, dass sie hier andere Stecker haben als angenommen. Sebastian leiht mir Geld, damit ich einen Adapter kaufen kann. Da ich eine Schweizer-Kupplung dabei habe, kaufe ich ein Kabel und mach daraus ein Verlängerungskabel mit Schweizer-Kupplung. Das Geld-Abheben ist hier sehr teuer. Die verlangen 387 ARS = 10 CHF Zuschlag! Man kann keine 10'000 ARS abheben. Ich muss noch herausfinden wo das Maximum liegt. In Buenos Aires findet die Jugend-Olympiade statt. Darum ist bei mir in der Gegend vieles abgesperrt. Ich mache einen Rundgang (5km), dann erledige ich noch diverse Sachen. Um 18h Apero in meinem Zimmer. Am Samstag essen Sebastian und Inés immer auswärts. Für mich gibt es "Milanese", panierte "Plätzli" und Salat. Um 20h bin ich im Bett und schlafe ziemlich schnell ein.

So 07.10.2018
Ich erwache früh, bleibe aber noch liegen. Um 9h Frühstück, ziemlich mager. Mit Toastbrot und Pulver-Kaffee. Wenigstens kann ich ein 3-Minuten-Ei kochen. Nachher gehe ich einkaufen. Käse und Joghurt für morgen. Brot finde ich keines. Inés empfiehlt mir den Friedhof "Cementerio de la Recoleta" zu besuchen. Um 13h mache ich mich auf den Weg. Der Friedhof besteht aus lauter kleinen und grösseren Mausoleen. Um 16h ist eine Stadt-Führung durch meine Schule angesagt, ich muss mich fast beeilen um rechtzeitig da zu sein. Zu Fuss gehen wir zum "Plaza del Majo" und von dort zum "Congreso de la Nación Argentina". Dort steht auch der Stein der den Kilometer 0 von Argentinien markiert. Um 18h trennen wir uns dort und ich mache mich auf den Heimweg. Unterwegs kaufe ich noch ein Bier. Um 18.30h bin ich todmüde zurück. Bin heute 11km zu Fuss unterwegs gewesen. Geniesse das Bier, dann lege ich mich hin. Pünktlich um 21h wird das Nachtessen serviert. Am Sonntag gibt es immer Pizza, Margaritha mit Oliven. Zu trinken gibt es nur Wasser. Zum Dessert Mandarinen oder Orangen. Um 22h bin ich im Bett.

Mo 08.10.2018
Aufstehen um 7h, Frühstück mit Käse und Joghurt. Schon viel besser. Um 8h verlasse ich das Haus. Ich brauche 20 Minuten zu Fuss bis zur Schule, es sind 1.6km. Den Test muss ich gar nicht machen weil ich sowieso Anfänger bin. Alle Angestellten der Schule können zum Glück auch englisch. Es gibt eine Einführung, dann werden wir auf die Klassen verteilt. Wir sind 4 Männer und 3 Frauen. 3 Männer aus der Schweiz, einer aus Deutschland. Die Frauen kommen 2 aus Deutschland und eine aus Holland. Unsere Lehrerin ist 60 und eine aufgestellte Person. Es geht los mit vorstellen und Fragen zur Familie usw. Die Lektionen finden von 09.30h bis 13.20h statt. Nachher findet noch eine allgemeine Orientierung über Argentinien statt. Ein gemischter Haufen macht sich auf den Weg zum Mittagessen. Ich gehe mit, esse aber nichts. Danilo braucht eine SIM-Karte, wir gehe zu Moviestar, eine der 3 Mobile-Gesellschaften. Ich gehe mit, so weiss ich wie das hier abläuft. Auf dem Heimweg suche ich vergeblich die Wäscherei die mir Estephan gestern empfohlen hat. Er ist Student aus Ecuador und wohnt auch bei Sebastian und Inés. Dafür finde ich eine Bäckerei und kaufe 2 Brötchen für morgen zum Frühstück. Zum Nachtessen gibt es heute "Hacktätschli", Kartoffelstock und Salat. Zum Dessert Gel mit Früchten (Silikon). Ich nehme nur anstandshalber einen Löffel. Um 22h zieht wie angekündigt ein heftiges Gewitter mit Hagel über die Stadt. Noch etwas "Büro", um 23h bin ich im Bett.

Di 09.10.2018
Ab heute beginnt die Schule erst um 09.30h. So kann ich bis 8h schlafen. Auf dem Weg zur Schule halte ich Ausschau nach der Wäscherei, diesmal finde ich sie. Sie ist offen von 8-20h. Ich werde meine Wäsche diese Woche bringen. Heute sind wir im "Hörsaal", das ist zwar weniger warm, dafür unbequem. Heute geht es hauptsächlich um Zahlen. Nach dem Unterricht präsentiert eine Angestellte eines Reisebüros verschiedene Reiseziele in Argentinien. Nichts Neues erfahren. Nachher gehen einige zum Mittagessen. Ich gehe mit, trinke aber nur etwas. Auf dem Heimweg kaufe ich noch Brot, Joghurt und Bier ein. Am Morgen habe ich bei PostFinance falsche Buchungen entdeckt. Ich will diese melden. Merke dann aber, dass sie bereits korrigiert und wieder gutgeschrieben sind. Ross will nächstes Jahr Sumatra bereisen und fragt mich um Rat. Ich gebe ihm ein paar Tipps. Zum Nachtessen sind heute nur Estephan und ich. Sebastian und Inés sind eingeladen. Es gibt einen guten Gemüse-Kuchen. Nach 22h bin ich im Bett.

Mi 10.10.2018
Frühstück um 8h. Auf dem Schulweg kaufe ich ein Notiz-Heft und einen Radiergummi. Heute geht es um Verben und die Uhrzeit. Nachher gehe ich noch mit Anna und Meinrad zum Lunch. Ich trinke wie meist nur "Blötterli-Wasser". Gegen 15h bin ich zuhause. Gehe gleich wieder um einen Carrefour zu besuchen. Der ist aber nicht besonders gut und hat kaum mehr Brot. Ich kaufe dazu noch einen Camembert. Der Courier Dienst nahe zuhause hat zwar das Signet von Western Union, aber sie schicken dich zu einem andern Ort. Den habe ich heute gesehen und mich gewundert, wieso es da so lange Schlangen hat. Nun weiss ich es. Vor dem Apero mache ich noch meine Hausaufgaben. Zum Nachtessen gibt es Reis und geschnetzeltes Poulet. Um 22h bin ich im Bett.

Do 11.10.2018
Frühstück um 07.45h, es ist kalt (14C°) und regnet zeitweise. In der Schule geht es wieder um Verben. Zum Lunch gehe ich mit Anna, Indrani und Meinrad. Heute esse ich ein gutes Sandwich. Auf dem Heimweg kaufe ich Brot. Zuhause versuche ich die App der Mobile-Firma Movistar zu installieren. Die gibt es aber nicht in meinem App-Store. Schlussendlich finde ich im Netz die richtige Version und installiere sie. Zum Nachtessen gibt es gute Ravioli. Wir diskutieren über Wein und Kork-Zapfen, Kunststoff oder Drehverschluss. Den kennen sie hier offenbar nicht. Um 22h bin ich im Bett.

Fr 12.10.2018
Frühstück um 07.45h. Heute bringe ich meine Wäsche zum Waschen. Ich gehe früher, weil ich nicht weiss wie lange ich brauche zum Abgeben. Es geht knapp 2 Minuten. Darum bin ich viel zu früh in der Schule. Kaum hat der Unterricht nach der Pause wieder begonnen, fällt der Strom aus. Das bleibt so bis zum Schluss. Nachher gehe ich mit Indrani, Anna und Meinrad in ein vornehmes, teures Restaurant beim alten Hafen. Mein Burger ist sehr gut (380 ARS = 11 CHF). Da der Kellner am Schluss die Rechnung durch 4 teilt, komme ich etwas zu teuer, dafür übernimmt Meinrad mein Trinkgeld. Anschliessend wollen wir den Park "Costanera Sur", der ist aber wegen schlechtem Wetter geschlossen. Auf dem Heimweg kaufe ich noch etwas Brot und eine Flasche Wein ein. Bis jetzt habe ich noch kein gutes Brot gefunden. Im Restaurant war es sehr gut. Vor dem Apero lege ich mich etwas hin. Die Sonne scheint wieder etwas. Inés und Sebastian sind eingeladen, darum bin ich mit Estephan alleine beim Nachtessen. Es gibt "Milanese" (Schnitzel). Dazu trinken wir den gekauften Wein. Wir reden und reden, Spanisch (er), Englisch (ich) und "Google". Es ist Mitternacht wenn wir ins Bett gehen.

Sa 13.10.2018
Heute ist keine Schule, darum kann ich ausschlafen. Das klappt schon ziemlich gut, der Jetlag ist überwunden. Nach dem Frühstück hole ich meine Wäsche ab, kaufe Brot, Wein, Crackers und ein Zahnbürsten ein. Ich lade noch meine SUBE-Karte auf. Mit der kann man die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen. Eine Fahrt mit der U-Bahn kostet 12.50 ARS = 0.40 CHF. Es ist immer noch kühl, aber das Wetter wird besser. Den Nachmittag verbringe ich vor dem Computer. Suche eine Unterkunft für die Zeit nach der Schule, bereite meine erste Internet-Seite vor usw. Zum Nachtessen sind Inés und Sebastian da, obwohl Samstag ist. Es gibt einfache Spaghetti, dazu ein Glas Wein. Um 22h bin ich im Bett.

So 14.10.2018
Ich schlafe bis 9h. Nach dem Frühstück telefoniere ich mit Markus. Er ist zurück aus den Ferien in San Marino. Die waren offenbar etwas durchzogen. Ich arbeite weiter an meinem Reisebericht. Um 16h treffen wir uns bei der Schule für einen Ausflug zum Park "Bosques de Palermo". Es ist wieder Rosana die uns begleitet, wie letzten Sonntag. Wir fahren mit dem Bus. Eine ziemlich ruppige Fahrt. Beim Planetarium setzen wir uns ins Gras und Rosana führt uns in die Geheimnisse der Mate ein. Das National-Getränk schmeckt bitter wie Tee und ist aufwendig zum Zubereiten. Nicht mein Fall. Um 18h trennen wir uns. Ich gehe mit Indrani und Meinrad auf ein Bier in den Bögen des alten Bahnviaduktes. Meinrad und ich gehen dann Richtung Zentrum von Palermo. Bei einem weiteren Bier treffen wir Philip und Danilo. Zum Nachtessen wollen wir ins "La Cabrera" gehen, die haben da eine lange Warteliste, wir verzichten und enden im "Lo de Jesus", auch ein gutes Restaurant. Ich esse einen sehr guten Eintopf. Zusammen bestellen wir eine Flasche des Monats-Weines (450 ARS), dazu können wir eine zweite Flasche mit nach Hause nehmen. Gegen 01h mache ich mich mit dem Bus auf den Heimweg. Der Bus hält direkt vor meinem Zuhause. Um 01.30h bin ich im Bett. Bin heute mehr als 5km zu Fuss unterwegs gewesen.

Mo 15.10.2018
Heute ist ein Feiertag. Die Ankunft von Kolumbus auf dem amerikanischen Kontinent war am 12.Oktober 1492 auf der Insel San Salvador der Bahamas. Der Feiertag wird aber hier immer auf den nächsten Montag verschoben! Nach dem Frühstück stelle ich meinen Reisebericht fertig. Die RoRo-Fähre "Grande Brasile" hat erst heute den Hafen von Antwerpen verlassen, 3 Tage zu spät. Telefoniere noch mit Stefan, dann mache ich mich um 14.30h auf den Weg. Ich will das Naturschutzgebiet "Costanera Sur" besuchen. Unterwegs werde ich aufgehalten, weil sie die Drehbrücke öffnen um Segelboote in den Hafen zu lassen. Im Naturschutzgebiet gibt es einen breiten Weg und extrem viele Leute. Das ist auch gut so, denn von der Natur sieht man nicht sehr viel, aber die Leute sind extrem interessant! Um 17.30h bin ich an der Av. Dr. Tristán Achával Rodríguez, da ist extrem viel los. Ich trinke ein gutes Bier von einem mobilen Zapfhahn eines Klein-Brauers und schaue dem Treiben zu. Nach einer halben Stunde mache ich mich auf den Heimweg. Um 18.45h bin ich ziemlich müde zuhause. Ich bin mehr als 11km unterwegs gewesen. Apero und Email verschicken. Zum Nachtessen gibt es heute richtiges Fleisch, wie man es in Argentinien erwartet. Im Ofen gegart, dazu Kartoffelstock. Schmeckt sehr gut. Um 22h bin ich im Bett.

Di 16.10.2018
Maria hat wieder einmal ihre komische Phase und will nicht nach Argentinien kommen. Mal sehen wie das weiter geht. In der Schule stösst Paul aus Deutschland zu unserer Klasse, dafür hat uns Ann-Kathrin verlassen. Wir ziehen in ein besseres Klassenzimmer. Nach der Schule gehen wir zum Mittagessen, ich trinke nur etwas. Meinrad hat noch Privat-Stunden. Ich sitze noch eine Weile mit Indrani im Restaurant, dann mache ich mich auf den Heimweg. Zuerst will ich eine SIM-Karte kaufen, das lasse ich dann aber bleiben. Vor allen Mobile-Shops hat es lange Kolonnen. Die Regierung hat beschlossen alle nicht registrierten SIM-Karten ab dem 18.Oktober zu sperren. Ich finde dunkles Brot im "Brot Laden", später kaufe ich noch Joghurt und Käse. Nach 15h bin ich Zuhause. Ich bekomme die Rechnung für das Verschiffen ab Antwerpen und bezahle sie gleich (2384 EUR). Etwas später kommen die Rechnung und der Vertrag für die Versicherungen meiner Fahrzeuge für Argentinien und die angrenzenden Länder (386 USD).

Mi 17.10.2018
Heute wird in der Schule der Feiertag vom Montag nachgeholt, darum haben wir auch am Nachmittag Schule. Das Mittagessen im "Urbis" gleich nebenan ist gut, das Bier auch, zeigt aber seine Wirkung am Nachmittag in der Schule. Meinrad und ich sind ziemlich müde. Nach der Schule gehe ich auf eine Exkursion zum Hafen Madero, den kenne ich zwar schon aber es macht dennoch Spass. Zum Abschluss gibt es noch ein Feierabend-Bier. Am Abend meldet sich mein Agent für den Import meiner Fahrzeuge nach Argentinien. Auch er will natürlich Geld (1300 USD).

Do 18.10.2018
Nach der Schule und der Mittagspause will ich eine SIM-Karte holen. Diesmal geht das nur mit dem Original-Pass, nicht mit der ID, wie letztes Mal mit Danilo. Den habe ich aber nicht dabei. Meine Anfrage letzte Woche für ein Airbnb nach dem Ende der Schule wird positiv beantwortet. Ich buche für 2 Wochen, vom 10. Bis 24. November. Ich diskutiere mit meinem Agenten über die Bezahlung in USD. Bezahle dann via PostFinance, das ist der einfachste Weg, kostet mich aber etwa 80 CHF extra. Alle andern Möglichkeiten sind kompliziert. Ich kann max. 5000 ARS (135 CHF) am Automaten beziehen und das kostet dann 380 ARS pro Bezug! Für WesternUnion gibt es nur einen Ort wo man mehr als 10'000 ARS abheben kann, da stehen viele Leute in der Schlange. Wenn ich schon am Geld ausgeben bin, bezahle ich auch die Versicherung. Maria hat immer noch keinen Bericht von der Argentinischen Botschaft. Ich frage per Email nach. Zum Nachtessen gibt es eine Roulade mit Thon gefüllt und Ei bestrichen. Schmeckt sehr gut.

Fr 19.10.2018
Nach der Schule gehen wir wieder ins "Urbis". Das Menu mit etwas ähnlichem wie Rindsbraten, etwa 300gr, schmeckt gut. Für 320 ARS sind auch eine Flasche Mineral und der Kaffee inbegriffen. Nachher der zweite Versuch eine SIM-Karte zu bekommen. Diesmal klappt es, ich habe den Pass dabei. Zuhause einsetzen in mein Reserve-Handy. Ich bekomme die Meldung, dass ich mich registrieren müsse. Die Ausweisnummer wird aber nicht akzeptiert. Nach 3 Versuchen die Meldung, die Karte sei nun gesperrt. Sebastian lacht nur, "Welcome in Argentina". Er zeigt mir einen Movistar-Shop. Da gehe ich hin, alles sei in Ordnung, meint sie und so war es auch. Ich hole auf dem Heimweg noch Bargeld und einen Whisky. Meiner ist verdunstet. Ich kann die neue Telefon-Nummer sogar mit meiner Kreditkarte auf laden. Estephan geht seit dieser Woche an die Uni. Darum beginnt das Nachtessen and seinen Schultagen erst um 21.30h. Heute es gibt Milanese und Kartoffel-Salat. Inés fühlt sich nicht wohl, darum sind wir Männer unter uns. Maria bekommt heute ein Anruf von der Botschaft, sie muss am 29.Oktober nochmals nach Jakarta fliegen, bekommt dann aber das Visum.

Sa 20.10.2018
Es ist kühl und regnet zeitweise. So richtig zum Nichtstun oder für Büroarbeiten. Ich wasche meine Hosen von Hand, ich traue der Wäscherei nicht mit Hosen die nicht in den Tumbler dürfen. Es gibt ein Problem mit GoogleEarth. Auf einigen Android-Geräten wird der Track nicht angezeigt. Nach unzähligen Versuchen gebe ich auf und schicke Google eine E-Mail. Das Ganze hat mich 4-5h gekostet! Zum Nachtessen bin ich alleine mit Sebastian. Es gibt eine ziemlich kleine Portion Teigwaren mit Butter und Käse.

So 21.10.2018
Bevor ich aufstehe, telefoniere ich mit Stefan und Markus. Nachher mit Efraim, der zieht eine Show ab um zu simulieren, dass die Verbindung schlecht ist. Auf die Idee muss man zuerst kommen. Nach dem Frühstück kaufe ich Joghurt ein. Meinrad und Indrani sind auf dem Weg zum Flohmarkt in San Telmo. Wir treffen uns im "La Poesía" einem schönen Restaurant. Dann gehen wir zusammen. Es regnet immer wieder leicht. Am Flohmarkt und rundherum hat es trotzdem viele Leute. Wir gehen noch weiter bis La Boca, dort gibt es die farbigen Häuser von Caminito, die man offenbar gesehen haben muss. Wir sind überhaupt nicht beeindruckt. Zurück fahren wir mit dem Bus. Total bin ich 9.4km zu Fuss unterwegs gewesen. Habe meinen Apero heute sicher verdient. Heute ist Muttertag, darum sind 2 Töchter und der ein Sohn mit Anhang zu Besuch zum Nachtessen. Es gibt Reis mit Gemüse und Poulet-Geschnetzeltem an einer guten Sauce. Auch ein Glas Wein liegt drin. Die eine Tochter spricht so schnell, dass sogar Sebastian Mühe hat sie zu verstehen, von mir reden wir gar nicht.

Mo 22.10.2018
Nach der Schule gehen wir zu viert ins "Green Eat". Indrani muss um 14.30h zurück zur Schule. Sie steht auf und will das Plastik-Geschirr zurück bringen. Dabei übersieht sie die kleine Schwelle und stürzt so unglücklich, dass schlimmes zu befürchten ist. Zum Glück ist Anna mit dabei, sie kann sehr gut spanisch. Viele Leute sind sehr hilfsbereit und organisieren einen Krankenwagen. Indrani hat sehr starke Schmerzen und muss ins Spital. Anna und Meinrad fahren mit. Ich melde den Unfall an Indranis Versicherung. Das klappt nicht auf Anhieb, schon nur die richtige Notfall-Nummer beim ADAC zu finden ist nicht einfach. Dafür findet man den sinnvollen Rat, "Frag nicht den Portier!" Zum Glück hat sie "nur" den Ellbogen ausgerenkt. Sie können ihn ohne Narkose wieder einrenken und sie kann nach Hause. Ich gehe noch eine Steckerleiste und Kaffee einkaufen. Röst-Kaffee ohne Zucker ist sehr schwierig zu finden! Ich finde ihn in einem Laden der gehobenen Klasse (Jumbo). Zum Nachtessen gibt es im Backofen gegartes Fleisch, dazu Knödel aus Reis mit Käse-Füllung, alles sehr gut. Maria muss nach Jakarta um die Visas zu bekommen. Miando will auch mit, aber er bezahlt seinen Flug selbst, resp. ich bezahl den Flug und er die zwei Übernachtungen. Ich buche alles. Es ist sehr mühsam, weil das Internet sehr instabil ist. Das sei ein Problem in ganz Buenos Aires, meint Sebastian. Ich bin erst nach Mitternacht im Bett.

Di 23.10.2018
Indrani kommt mit einer Armschleife zur Schule. Mit Schmerzmitteln geht es ihr nicht schlecht. Zum Lunch will sie nicht ins "Green Eat". Wir gehen ins "Lolea", da waren wir auch schon. Ich trinke wie meist nur ein Mineral. Indrani und Meinrad haben noch Privat-Unterricht. Ich mache mich auf den Heimweg. Ich habe eine E-Mail bekommen mit der Position meiner Fähre und versuche den bisherigen Weg zu rekonstruieren. Und schwupp ist der Nachmittag vorbei! Die argentinische Botschaft ruft Maria an, ob sie nicht erst am 6.November kommen könne. Sie sagt ihnen, dass wir bereits alles für Jakarta gebucht haben. Dann geht es dann doch wie geplant.

Mi 24.10.2018
In der Schule bekommen wir die Aufgabe für Freitag eine Präsentation über ein Land der Wahl zu machen. Ich entscheide mich für Indonesien. Zum Mittagessen gehen wir wieder ins "Urbis". Mein Essen ist typisch argentinisch: Ungarisch Gulasch! Mit Spätzli, zumindest ähnlich. Es ist kalt und regnet immer wieder. Zu Hause bereite ich die Präsentation vor. Ich erstelle eine kleine Web-Seite, um während des Vortrags einige Bilder zeigen zu können. Sebastian hilft beim Suchen eines Zahnarztes. Ich möchte einen etwas lädierten Zahn flicken, bevor ich Buenos Aires verlasse. Zum Nachtessen gibt es Spaghetti an Tomaten Sauce. Leider etwas süss, wie oft.

Do 25.10.2018
In der Schule geht es den ganzen Morgen ums Einkaufen. Sebastian meldet sich bei seiner Zahnärztin an, die kann etwas englisch. Nach der Schule trinke ich nur kurz etwas und mache mich dann auf den Heimweg. Um 15h ist mein Termin bei der Zahnärztin. Sie präpariert den Zahn so, dass er für die Reise keine Probleme machen sollte. Das hoffe ich auch. Es kostet 2500 ARS (83 CHF). Auf dem Heimweg gehe ich noch im besten Carrefour den ich Buenos Aires kenne einkaufen. Die haben da Grants Whisky! Wieder zu Hause lade ich die Web-Seite hoch und drucke den Text aus. Wenn ich schon am Drucken bin, auch noch gleich die Versicherungs-Policen für meine Fahrzeuge. Die Geldüberweisung für meinen Agenten hat geklappt. Ich werde ihn morgen treffen.

Fr 26.10.2018
Heute ist Prüfungstag! Der Vortrag gehört auch dazu. Für vier aus unserer Klasse ist heute der letzte Schultag. Nur Meinrad und ich bleiben noch länger. Nach der Schule gehen wir ins "Lolea". Nachher gehe ich zu meinem Agenten. Die kopieren da den ganzen Pass inkl. Deckel! Das muss offenbar so sein, auch er meint "Welcome in Argentina!". Bin mal gespannt wie das wird mit dem argentinischen Zoll. Indrani hat alle "Unfall-Helfer" zum Nachtessen eingeladen. Der Weg zum "Siga la Vaca" ist länger wie erwartet. Ich bin 10 Minuten zu spät. Die andern sind alle schon da. Fleisch à Discretion, Salatbuffet, eine Flasche Wein, eine Flasche Wasser und Dessert für 770 ARS! Das sind etwa 22 CHF. Schmeckt alles sehr gut. Wir essen, reden und lachen bis nach Mitternacht. Indrani bezahlt alles, das Trinkgeld in bar übernehmen wir. Ich fahre mit dem Bus nach Hause. Die Haltestelle vor meinem Haus ist nicht im Plan, darum steige ich eine Station vorher aus. Der Bus hält aber vor meinem Haus, ich bin aber nur 20 Sekunden später da.

Sa 27.10.2018
Heute fliegt Maria nach Jakarta, Sie sind wie üblich wieder sehr knapp dran. Zum Glück ist der Flug verspätet. Ausser Wäsche abholen und Einkaufen steht heute nichts auf dem Programm. Am Nachmittag gehe ich in den nahen St.Martin Park. Setze mich da hin und schaue einfach zu was da so abgeht. Nach einer Stunde verschwindet die Sonne hinter den Häusern und es wird kühl. Zum Nachtessen gibt es Spaghetti, dazu ein Glas Wein.

So 28.10.2018
Nach dem späten Frühstück telefoniere ich mit Maria. Sie hat nicht im gebuchten Hotel übernachtet. Bin gespannt ob die mir etwas verrechnen. Sie hat angerufen hat sie mir gesagt. Um 14h treffe ich mich mit Indrani im Park in der Nähe von Recoleta. Wir besuchen die "berühmte" "Floralis Generica", eine grosse Blume aus Metall. Auf dem Weg zum japanischen Garten gibt es eine "Fiesta de Cafe" (Kaffee-Fest). Der japanische Garten kostet Eintritt (120 ARS = 4 CHF). Er ist schön angelegt und es hat viele Leute. Zum Schluss gehen wir zum Park Rosedal. Da gibt es einen See, einen Rosengarten und ganz wichtig, es gibt Bier! Zurück fahre ich mit dem Bus. Zum Nachtessen gibt es Pizza, wie am Sonntag üblich. Ich spendiere dazu eine Flasche Wein. Maria hat wieder einmal ein Problem. Sie meint sie werde das Visum nicht abholen. Mal sehen.

Mo 29.10.2018
In Jakarta ist ein Flugzeug abgestürzt. Markus vergewissert sich, dass Maria noch in Jakarta ist, so erfahre ich vom Unglück. Ich weiss nicht ob Maria das Visum abgeholt hat. Sie ist immer noch am Durchstarten. Nur Meinrad und ich sind von der alten Klasse noch da. Wir bekommen eine neue Lehrerin. Nach einer halben Stunde kommen 5 neue Schüler in unsere Klasse. Alle können viel besser spanisch wie wir. Ein will sogar spanisch unterrichten in Deutschland. Am Anfange denken wir noch, dass das nicht schlecht sei. Aber nach kurzer Zeit wird uns beiden klar, dass es so nicht geht. Eigentlich lösen wir nur Aufgaben auf dem Papier und wir sind erst in der Hälfte wenn es bereits wieder weiter geht. Nach der Schule melden wir uns bei Gabriel dem Schulleiter. Ab morgen bekommen wir beiden Halbprivat-Unterricht. Der dauert nur halb so lang, aber wir sind viel mehr eingespannt. Ich gehe noch mit Indrani zum letzten Mittagessen. Sie reist am Mittwoch ab. Maria beruhigt sich langsam wieder. Sie hat das Visum für 45 Tage bekommen und auch abgeholt.

Di 30.10.2018
Heute beginnt für uns der Unterricht erst um 16.30h. Ich lerne mit meiner Babbel-App etwas spanisch. Ist gar nicht so einfach, weil die App "Spanisch-Spanisch" ist, wir in der Schule aber "Argentinisch-Spanisch" lernen. Mit Antonia ist der Kurs recht locker. Am Anfang habe ich Mühe mit so vielen Fragen und Antworten auf einmal. Man hat kaum Zeit zum Überlegen, weil man immer gleich dran ist. Nach der Schule gehen wir noch auf ein Bier mit zwei Deutschen Frauen, die auch in unserer Klasse eingeteilt waren und jetzt auch Halbprivat-Unterricht haben, aber weil es ihnen zu langweilig war. Ich komme gerade noch rechtzeitig zum Nachtessen.

Mi 31.10.2018
Heute beginnt unser Unterricht um 10.30h. Meinrad wir noch eine Woche länger bleiben. So sind wir zusammen bis am Schluss. Antonia versucht das mit Gabriel zu regeln. Nach der Schule warten wir noch auf Anna. Zusammen gehen wir in das gute Restaurant "La Pasada de 1820". Nachher will Anna noch Trecking-Schuhe kaufen. Ich kenne einen Outdoor-Shop auf meinem Schulweg. Sie findet zwar keine Schuhe, dafür Ski-Hosen. Sie wird nächste Woche für 10 Tage mit Pferden in Patagonien unterwegs sein, da sind warme Hosen sehr von Vorteil. Efraim hat heute ein Problem mit seiner Lunge. Maria geht mit ihm ins Spital, der Arzt findet jedoch nichts, gibt aber trotzdem Medikamente ab.

Do 01.11.2018
Heute ist es richtig kühl, aber dafür scheint die Sonne. Da Meinrad noch zusätzliche Privat-Stunden nimmt, ist er einiges besser wie ich. Antonia hat damit so ihre Mühe. Darum werden wir nächste Woche vermutlich getrennten Unterricht haben. Zum Lunch ins "Lolea", ich trinke nur etwas wie üblich. Mit meiner Babble-App habe ich so meine Mühe. Ich recherchiere im Internet und finde heraus warum. In Südamerika wird die 2.Person Mehrzahl (Ihr) nicht verwendet und darum stehe ich beim Lernen mit der App immer an. In Argentinien wir auch für Du "tú" nicht verwendet, sondern "vos" und diese Form ist meistens viel einfacher. Bis ich das alles herausgefunden habe ist es Zeit für den Apero. Es gibt schon wieder Spaghetti zu Nachtessen, langsam wird es zu oft.

Fr 02.11.2018
Meinrad und ich entscheiden uns für getrennte Kurse. Beide bei Stella unserer ersten Lehrerin. Zuerst er von 9.30h bis 11.30h, dann ich von 11.30h bis 13.30h. Nachher können wir zusammen zum Lunch gehen. Ich muss noch vier zusätzliche Lektionen kaufen, damit ich jeden Tag zur Schule kann. Das kostet 151 USD. Zum Lunch gehen wir mit Anna ins "Plus Ultra". Ich esse ein gutes Sandwich. Anna verreist morgen nach Patagonien. Vielleicht treffen wir uns nach ihrer Rückkehr noch einmal. Zuhause erledige ich diverse "Büro" Arbeiten. Ich habe die Zeit meiner Kamera offenbar nicht korrekt eingestellt. Darum muss ich die Aufnahmezeiten nachträglich anpassen. Ziemlich mühsame Arbeit, auch wenn ich die passenden Software-Werkzeuge habe. Christina, Marias Schwägerin wird für Mama sorgen während Maria in Argentinien ist. Ich schickt 6'000'000 IDR (400 CHF) für sie nach Medan. Für ihren Lohnausfall, den Flug und andere zusätzliche Ausgaben. Zum Nachtessen sind wir Männer unter uns. Darum gibt es Wein zu Milanese und Kartoffelsalat.

Sa 03.11.2018
Nach dem späten Frühstück gehe ich einkaufen. Wieder zu "meinem" Carrefour, auch wenn es weiter ist. Ich kaufe Ciabattas, Käse und wenn ich schon da bin einen Grant's. Der Preis des Camemberts ist um mehr als 20% von 147 auf 181 ARS gestiegen seit dem letzten Mal! Dabei wird er in Argentinien hergestellt. Nachher gehe ich wieder in der San Martin Park. Es herrscht blauer Himmel. Es ist interessant den Leuten zuzuschauen. Auf dem Heimweg genehmige ich mir noch ein Bier. Zum Nachtessen sind nur Estephan und ich da. Wir trinken zum Essen eine Flasche Wein und schon geht die Verständigung viel besser!

So 04.11.2018
Nach dem späten Frühstück frage ich Estephan ob er mit nach Tigre kommt. Er findet es eine gute Idee. Gegen 12h machen wir uns auf den Weg. Auch Südamerikaner gehen nicht zu Fuss. Wir benutzen die SUPTE für nur 1 Station und sind zuerst erst noch auf der falschen Seite. Wir brauchen länger wie wenn wir zu Fuss gehen würden. Der Zug ist sehr voll. Ganz knapp finden wir noch zwei Plätze. Die Fahrt dauert eine knappe Stunde. Auf Estephans Wunsch gehen wir zuerst Richtung Puerto de Frutos. Unterwegs gibt es etwas das nennt sich China Town, ein Witz. Dann einen Vergnügungs-Park und ein Kasino. Beides lassen wir links liegen. Beim Puerto de Frutos werden keine Früchte sondern Möbel und Souvenirs verkauft. Ganz am Schluss gibt es am Fluss ein erstes verdientes Bier. Es ist wolkenlos und darum ziemlich warm an der Sonne. Wir kehren zurück zum Bahnhof, von da auf die andere Seite des Nebenflusses zur "Paseo Victorica" einer schönen Promenade. Wir finden einen Club Suizo, ein Ruderklub und am Hauptfluss viele schöne Restaurants. Im "Brujas" (Hexen) kehren wir ein. Auf dem Fluss hat es enorm viel Verkehr mit Ausflugsbooten und privaten Booten. Man hat das Gefühl halb Buenos Aires sei hier. Auf dem Rückweg noch ein gutes Bier für den Heimweg. Um 19h sind wir wieder zu Hause. Zum Nachtessen sind wir Männer unter uns. Sebastian erzählt, dass er auch ein Motorboot in Tigre hat. Überhaupt ist er offenbar ziemlich reich. Er hat mir einmal erzählt, dass er noch 5 andere Wohnungen besitzt. Sebastians Onkel 2.Grades (Der Sohn des Bruders seines Grossvaters) war Präsident von Argentinien(1971–1973).

Mo 05.11.2018
Vor der Schule hole ich noch eine SIM-Karte für Maria. Ich will auch noch Bargeld holen, aber das ist hier am Montag nicht möglich, alle Geldautomaten sind leer! Heute habe ich meine erste Privat-Lektion mit Stella. Es ist wie immer kurzweilig. Aber alleine ist es ziemlich anstrengend, weil man nie ausruhen kann. Wir schauen einen schrägen Trickfilm an und ich muss nachher beschreiben was darin so alles passiert ist. Mit Meinrad gehe ich ins Restaurant "Import Coffee Company". Ich esse ausnahmsweise auch ein Sandwich. Zu Hause muss ich als Haus-Aufgabe einen anderen Film beschreiben. Um 18.30h treffe ich Paul und Meinrad in Recoleta, wobei Meinrad erst um 18h erscheint, weil die SUPTE Probleme hat. Die andern beiden essen etwas, ich trinke nur Bier. Paul verlässt heute Nacht Buenos Aires in Richtung Peru. Zum Nachtessen ist heute auch Inés wieder da.

Di 06.11.2018
Bevor ich in die Schule gehe noch eine Foto-Session mit Inés und Sebastian. Heute bekomme ich Bargeld am Bankautomat, 5000 ARS alles in 100-er Noten! Nach der Schule mit Meinrad zum Mittagessen in die Bar Suarez. Mein Menu kostet 415 ARS für Thon-Salat, einem kleinen Bier und Dessert. Auf dem Heimweg versuche ich erfolglos bei der "Banco Ciudad" Geld zu beziehen. Paul hat mir die empfohlen. Vor dem Nachtessen singe ich Efraim ein Happy Birthday. Es ist bereits Morgen in Medan. Er verzieht sein Gesicht zu einen Grimasse.


Mi 07.11.2018
In der Schule bespreche ich mit Stella eine spezielle Form des Märchens "Rotkäppchen". Die Mutter schickt Rotkäppchen in den Wald. Der Wolf kriegt dort den Auftrag die Grossmutter zu fressen, weil sie eine Lebensversicherung abgeschlossen hat. Mit dem Geld gönnen sich alle 3 zusammen Ferien in der Karibik. Mit Meinrad gehe ich in einen nahen Park. Er isst dort einen Salat. Auf dem Heimweg gehe ich einkaufen. Mein 20% Gutschein für Joghurts wir im Carrefour Express nicht akzeptier. Der ist nur im "richtigen" Carrefour gültig. Dafür hat das Joghurt von 50 auf 60 ARS aufgeschlagen, ziemlich genau die 20%! Man stelle sich das Geschrei in der Schweiz vor bei einem solchen Aufschlag. Heute gibt es schon wieder Spaghetti zum Nachtessen. Es ist gut, dass ich ab Samstag an einem neuen Ort wohne. Der Menü-Plan ist hier ziemlich einfach. Am Sonntag immer Pizza. Sonst gibt es noch Gemüse-Kuchen, Reis mit Poulet-Geschnetzeltem, im Ofen gegartes Fleisch mit "Gschwellti", Milanese (Schnitzel) mit Salat, Auflauf aus gehacktem Fleisch und Kartoffelstock und eben Spaghetti mit Ei und Käse oder Tomaten-Sauce. Wenigstens ist alles ausser den Spaghetti gut.

Do 08.11.2018
Inés und Sebastian sind heute Morgen um 05.00h nach Mendoza an eine Hochzeit gereist. Ich werde sie nicht mehr sehen. Bin aber eingeladen, sie mit Maria zu besuchen. Auf dem Weg zur Schule hole ich nochmals Geld aus dem Automaten. Da es heute wieder 500er Noten hat, beziehe ich gleich 10'000 ARS. In der Schule versucht mir Stella heute noch schnell die Vergangenheits-Form beizubringen. Nach der Schule esse ich mit Meinrad im "Balola" einen Hamburger, dazu ein Bier. Nachtessen mit Estephan. Ich bringe eine Flasche Wein. Heute ist der Kartoffel-Auflauf dran, aufgewärmt im Mikrowellen-Ofen. Es ist wieder fast Mitternacht wenn wir ins Bett gehen.

Fr 09.11.2018
Marias Mutter hat heute Geburtstag, sie ist 89 Jahre alt. Ich gratuliere ihr. Heute ist mein letzter Schultag. Zum Abschluss machen wir einige Fotos zusammen mit Stella und Meinrad. Ich bekomme nach 90 Lektionen ein Zertifikat als "Anfänger A1". Mit Meinrad gehe ich noch in den nahen Park. Nachher verabschieden wir uns. Er ist noch bis nächste Woche hier. Vielleicht treffen wir uns nochmals. Es ist heute sehr schwül. Über 31C° und 60% Luftfeuchtigkeit und kein Wind. Sonst ist es hier immer windig. Die Putzfrau kocht heute für uns. Milanese und Kartoffel-Salat. Mein letztes Nachtessen mit Estephan. Heute hat er eine Flasche Wein gekauft. Wir sitzen bis nach 23h zusammen.

Sa 10.11.2018
Nach dem Frühstück packe ich meine Sachen zusammen. Ich habe bereits gestern ein Taxi auf 13.45h mit "Cabify" bestellt. Es regnet in Strömen. Das Auto kommt natürlich genau während eines Wolkenbruchs. Die Strassen sind leergefegt und unterwegs gibt es mehrmals Aquaplaning. Das beeindruckt meinen Fahrer aber überhaupt nicht. Auch in Villa Urquiza, meinem neuen Wohnort im nördlichen Buenos Aires, regnet es in Strömen. Bis mir Vivian meine neue Gastgeberin öffnet, bin ich nass, vor allem mein Gepäck. Vivian kann gut Deutsch, weil ihre Eltern kurz vor dem Krieg nach Bolivien geflüchtet sind. Sie waren Juden. Vivian ist dort 1952 geboren. Später ist sie nach Argentinien gezogen. Auch ihre Eltern sind später hierher gezogen. Sie lebt nun seit mehr als 30 Jahren in diesem Haus. Es hat einen schönen grossen Garten mit einem Pool. Mein Zimmer ist im Anbau, im 1.Stock, erreichbar über einen Laubengang oder über eine Wendeltreppe direkt aus dem Garten. Alles ist sehr gepflegt. Sie hat eine Haushaltshilfe die auch hier lebt. Martha hat am Wochenende frei. Es regnet weiter in Strömen. Das wichtige Fussballspiel Boca Junior gegen River Plate wird abgesagt. Das sind die beiden Stadtrivalen, die sich nun im Endspiel der Südamerikanischen Meisterschaft gegenüber stehen. Zum Nachtessen gehe ich ins "El Facon". Vivian hat es empfohlen. Ich bin kurz vor 21h da und der einzige Gast. Ich denke, das fängt ja gut an. Aber nach und nach füllt sich das Lokal. Ich bestelle ein Schweins-Filet. Kurze Zeit später kommt die Kellnerin zurück. Das gibt es heute nicht. Ich muss schnell entscheiden was ich will. Da ich bis jetzt kaum auswärts gegessen habe, kenne ich die Ausdrücke nicht. Da gibt es etwas mit Blaukäse-Sauce, das bestelle ich. Ich nehme an, dass es Fleisch ist. Aber weit gefehlt. Ich habe einen Fisch im Teig mit Blaukäse überbacken bestellt! Der schmeckt ausgezeichnet, dazu Rahmkartoffeln und ein Glas Wein. Nach 22h mache ich mich auf den Heimweg. Das Lokal ist nun voll.

So 11.11.2018
Ich schlafe sehr gut. Es ist sehr ruhig, darum hört man die nahe Bahnlinie wenn man wach ist. Aber die Vögel am Morgen sind viel lauter. Frühstück zusammen mit Vivian. Sie erzählt von ihrem Leben und ich von meinen Reisen. Am Nachmittag zeigt sie mir "ihre" Stadt. Es ist ein ruhiges Quartier. Einige Strassen sind von reichen Leuten bewohnt. Sie zeigt mir die Pestalozzi-Schule. Die wurde von Juden gegründet, ist heute aber nicht mehr jüdisch, nur noch 5% der Schüler sind jüdisch. Sie hat ihre 3 Söhne in diese Schule geschickt. In der Nähe gibt es eine rein jüdische Schule, die sieht aus wie eine Festung. Ich kaufe eine Flasche Wein zum Nachtessen. Der verschobene Fussball-Match läuft ab 16h. In der Nachbarschaft hört man die Leute schreien. Ich schalte den Fernseher ein, gerade rechtzeitig zum 1.Tor. Es endet 2:2 unentschieden. Es ist eines der besten Spiele die ich bis jetzt gesehen habe. Vivian hat etwas Kleines zum Essen gekauft. Empanadas und in Fleisch gewickeltes Gemüse und Eier. Schmeckt alles sehr gut. Um 23h bin ich im Bett.

Mo 12.11.2018
Zum Frühstück gibt es kleine frische Baguettes. Das beste Brot bis jetzt in Buenos Aires. Es regnet immer noch, darum ist heute mein Büro-Tag. Die "Grande Brasile" sollte heute in Zarate ankommen. Sie ist auf jeden Fall schon sehr nahe. Am Nachmittag bekomme ich die Mitteilung, dass ich mein Fahrzeug am Do 15.11 abholen kann. Ich bestelle ein Auto über Cabify. Das kostet etwa 1300 ARS, anstatt 3000 ARS wie von meinem Agenten organisiert. Ich übertrage die Orte aus Lonely Planet auf meine Karte und schau wo laut Booking.com Hotels auf dem Weg nach Iguazú und zurück hat. Ich erstelle eine provisorische Route. Maria und Efraim können auch hier bei Vivian übernachten. Darum storniere ich die gebuchten Hotels. Efraim hat den Pool gesehen und gefragt ob es Wi-Fi hat, dann war für ihn klar, ich komme! Martha kann nicht verstehen, dass ich nichts esse am Mittag. Apero im Laubengang, weil es regnet. Zum Nachtessen kocht Martha eine sehr gute Linsen-Suppe mit Fleisch. Dazu Brot und den Rest des Weines.

Di 13.11.2018
Mein Auto ist nach Mitternacht angekommen. Frühstück mit Vivian. Sie hat Joghurt gekauft und erzählt mir, dass Nature-Joghurts erst seit kurzem erhältlich seien in Argentinien. Ich kann meine schmutzige Wäsche Martha geben zum Waschen. Ich übertrage die Orte von Chile aus dem Lonely Planet auf meine Karte. Es ist kühl und regnerisch, so macht es nichts vor dem Computer zu sitzen. Rick ein Freund von einer früheren Reise veröffentlicht gerade in diesen Tagen seinen Reisebericht über Chile vor genau einem Jahr. Ich stelle fest, dass er vermutlich mit Lonely Planet unterwegs war. Zwischendurch gehe ich zum Einkaufen ins Zentrum von Villa Urquiza. Wieder zurück geniesse ich ein Vollbad im anderen Badezimmer. Zum Nachtessen gibt es Fisch im Teig mit Reis. Vivian geniesst es mit mir ein Glas Wein zu trinken.

Mi 14.11.2018
Heute Frühstück alleine. Vivian ist ausser Haus. Nachher bereite ich alles vor für das Abholen meines Autos. Lade noch die neusten Karten für Argentinien und Chile herunter. Meine Lieblings-Internetseite "raumbezug.eu" für OSM-Karten für Garmin ist nicht mehr erreichbar. Zum Nachtessen kocht Martha etwas aus ihrer Heimat Peru. Poulet, dazu Reis gemischt mit Maiskörnern. Ich gehe früher ins Bett als sonst, weil ich morgen früh aufstehen muss.

Do 15.11.2018
Aufstehen um 06.00h, dann Frühstück. Um 07.30 werde ich pünktlich vom Cabify abgeholt. Wir kommen zügig voran, darum bin ich bereits um 08.30h in Zarate. Mein Agent kommt erst kurz vor 9h. Wir fahren zusammen zum Zoll. Dann geht die grosse Warterei los. Irgendwann heisst es der Zoll komme erst um 12.30h. Aber auch das trifft nicht ein. Wenigstens kann ich am Schatten sitzen und dem Verkehr zuschauen. Ich studiere die verschiedenen Lastwagen. Hier gibt es coole VW-Lastwagen. Ich finde heraus, dass MAN und Scania zu VW gehören. Der Hafen ist spezialisiert auf Auto-Import und -Export. In der Nähe sind Fabriken von VW und Ford. Die produzieren Pick-Up. Der VW Amarok wird hier für die ganze Welt gebaut. Entsprechend hat es hier auch viele davon. Endlich um 15h läuft etwas. Wir fahren mit dem Zollbeamten zu meinem Auto. Er schaut schnell hinter den Fahrersitz, will wissen was im grossen Sack ist, die Matratze, dann in einer Box, Drucker und Scanner und zum Schluss muss ich einen der Kasten öffnen und ihm etwas Werkzeug zeigen. Nach 5 Minuten ist der Spuk vorbei. Das Motorrad hat er zum Glück wie erwartet nicht gesehen. Aber die Warterei ist noch nicht fertig. Jetzt warte ich auf die Bewilligung. Mein Agent mein "un minuto" und verschwindet für eine Ewigkeit. Endlich nach 16.30h bekomme ich das Papier und das Auto. Ich richte mich ein und kann dann losfahren. Zuerst nach Zarate zum Tanken. Mein Navi will mich durch bessere Feldwege führen. Ich verweigere die Gefolgschaft, lande dafür in der falschen Richtung in einer Einbahnstrasse. Es passiert aber nichts. Der Bio-Diesel kostet hier 37.50 ARS = 1.10 CHF. Die Strassen sind von unterschiedlicher Qualität. Die Überlandstrassen scheinen gut zu sein. Jedenfalls hier. Auf der Autobahn Richtung Buenos Aires wird der Verkehr immer dichter. Für das letzte Stück muss man bezahlen und zwar in der Stosszeit mehr als sonst. Das habe ich nicht realisiert und darum nicht verstanden was die Kassiererin von mir wollte, nämlich 50 ARS mehr als angeschrieben. Um 18.30h bin ich zu Hause und geniesse mein erstes Ankunfts-Bier! Bin 11h unterwegs gewesen, davon 8h am Warten. Das Papier das ich bekommen habe ist nur bis am 4.Januar gültig. Viel zu kurz. Das muss ich morgen klären. Zum Nachtessen hat Vivian den Wein organisiert. Zum Essen gibt es etwas harte Schweins-Koteletten und Bratkartoffeln. Noch duschen, dann todmüde ins Bett. In der Nacht gibt es Gewitter, aber ich höre kaum etwas davon.

Fr 16.11.2018
Spätes Frühstück alleine. Es ist kühl geworden über Nacht. Nachher hole ich in der nahen Tankstelle Benzin für meine Honda und zum Entfernen der unzähligen Kleber die sie mir für die Verschiffung auf der Frontscheibe angebracht haben. Auch das gebrochene Zoll-Siegel der Tür bringt man nur mit Benzin weg. Nachher Scheiben waschen mit Seifenwasser und schon sieht das Auto viel besser aus. Mein Agent meldet sich. Er bestätigt was ich vermutet habe. Die Bewilligung für das Auto ist nur so lange gültig wie mein Visum. Ich habe für nächste Woche sowieso eine Reise nach Colonia in Uruguay geplant, eben um mein Visum um 90 Tage zu verlängern und weil es ein schöner Ort sein soll. Nachher können wir die Bewilligung für das Auto verlängern. Ich organisiere mich neu und bringe diverse Sachen im Auto unter, dafür hole ich so wichtige Sachen wie Eierbecher und Stecker-Adapter ins Haus. Zum Nachtessen gibt es heute einen Auflauf. Zuunterst Kartoffelstock, dann Hackfleisch und darüber etwas Ähnliches wie pürierten Kürbis. Schmeckt sehr gut. Vivian schläft heute bei ihrer Schwiegertochter, da ihr Sohn mit Kollegen verreist ist.

Sa 17.11.2018
Nach dem Frühstück zeigt mir Vivian den Laden mit dem guten Brot. Natürlich regnet es in diesem Moment aus Kübeln. Wir sind beide ziemlich nass. Ich organisiere meine Reise nach Colonia für nächsten Dienstag und Mittwoch. Die Fähre kostet 138 USD in der Business-Klasse, man gönnt sich ja sonst nichts! Das Hotel wir 35 USD kosten. Zum Nachtessen gehe ich in die Pizzeria "La Guitarrita". Ich bestelle eine Pizza und der Kellner fragt mich "Grande" oder "Chica". "Chica"(Mädchen, Frau) tönt nach Kinder-Pizza, also bestelle ich "Grande". Das war sie dann auch! Sehr gut, aber ich esse nur die Hälfte. Den Rest bringe ich nach Hause. Kurz vor Mitternacht meldet sich Meinrad. Er ist mit Jasmin in San Antonio. Da findet morgen der "Dia de la tradition" statt. Mit Gauchos und Pferden. Ich melde das Vivian weiter, da wir für morgen sowieso einen Ausflug geplant haben.

So 18.11.2018
Vivian ist einverstanden. Nach dem Frühstück holen wir ihre Schwester Karin ab und fahren los. Auf der Autobahn hat es viel Verkehr. An den Zahlstellen staut sich der natürlich. Die Argentinier hupen dann solange bis die Schranken geöffnet werden und alle gratis durchfahren können. Das haben wir drei Mal so erlebt. Um 12.30h sind wir in San Antonio de Areco. Das Städtchen ist voll mit Gauchos und ihren Pferden. Der Wilde Westen ist ein Dreck dagegen! Wir treffen Meinrad und Jasmin. Wir schauen dem Treiben eine Weile zu. Ein Argentinier hört uns Deutsch sprechen und hält uns auf Deutsch einen ziemlich rassistischen Monolog bis ihn Vivian unterbricht weil sie angeblich Hunger hat. Wir suchen etwas zu Essen. Es hat überall sehr viele Leute. Wir kaufen zu Essen und Bier und nehmen es in den Park am Fluss. Nachher gibt es etwas ausserhalb des Städtchens eine Schau auf einer grossen Wiese. Sie stellen hauptsächlich die Verschieden Reitergruppen vor. Das faszinierendste ist wie die Gauchos ihre Herden im Griff haben. Sie halten nur das Leitpferd am Zaum und alle andern Pferde folgen eng beisammen. Nur das Leitpferd hat eine Zaum, die andern nichts. Das Leitpferd hat auch eine Glocke am Hals. Nach einer Weile gehen wir zurück ins Städtchen und geniessen Glacé und Bier. Um 16.30h machen wir uns auf den Heimweg. Meinrad und Jasmin werden um 21h mit dem Bus zurück fahren.

Mo 19.11.2018
Heute ist in Argentinien ein Feiertag. Das merke ich wenn ich Brot fürs Frühstück kaufen will. Alles zu, ausser die Bäckerei. Vivian ist auf einer Hochzeit eingeladen. Auch Maria ist auf dem Weg zu einer Hochzeit. Nach Sibaganding dem Heimatort ihrer Familie. Da war ich auch schon. Ich packe meine Sachen für morgen. Mein Visa-Run nach Colonia steht an. Erledige noch einige wichtige und unwichtige Sachen. Zum Nachtessen esse ich den Rest meiner Riesen-Pizza.

Di 20.11.2018
Nach dem Frühstück mache ich mich um 09.30h auf den Weg. Per Zug nach Retiro, dann zu Fuss zum Hafen Madero. Ich bin zu früh, die Fähre fährt erst um 11.45h. Wir starten mit nur 10 Minütiger Verspätung. Da ich Business-Klasse fahre, gibt es ein Glas Sekt zum Empfang. In Colonia kommen wir pünktlich an. Da das ganze Ein- und Ausreise-Prozedere bereits vor dem Einsteigen in Buenos Aires abgewickelt wird, können wir das Schiff einfach verlassen. Ich bin bereits nach 15 Minuten bei meinem Hotel "Los Pinos". Es ist ein kleines Hotel mit nur 8 kleinen Zimmern. Die sind aber praktisch eingerichtet und haben sogar Fenster mit Doppel-Verglasung. Das erste Mal das ich das in Südamerika sehe. Nachher erkunde ich die Stadt, resp. die Altstadt. Die ist sehenswert, aber klein. Wenn man wie ich Museen nicht mag, hat man alles in etwa 2h gesehen. Nachher genehmige ich mir ein Bier und einen sehr guten Hamburger im "Boca de Santos" einem kleinen Restaurant mit Garten. Sehr gemütlich. Die positive Überraschung am Schluss. Wenn man in Uruguay mit einer ausländischen Kredit-Karte bezahlt, werden einem die 22% Steuern nicht verrechnet! Das nenne ich Tourismus-Förderung. Auf dem Weg zurück ins Hotel setze ich mich im Park "Plaza 25 de Agosto" für etwa eine Stunde hin. Ich habe fast alle Strassen und Gassen der Altstadt gesehen. Zum Sonnenuntergang gehe ich ans Meer. Da kaufe ich mir in einem Restaurant eine ½ Flasche Weisswein zum Apero. Das kostet ein Vermögen und ich muss bar bezahlen, 475 ARS, weil ich keine Uruguay Pesos habe. Der Sonnenuntergang ist schön. Man sieht am gegenüber liegenden Ufer des Rio de la Plata ganz klein Buenos Aires. Wir sind nicht am Meer, sondern am Fluss. Der ist hier allerdings 50km breit! Zum Nachtessen ins "Punta Piedra" nahe beim Hotel. Ich bestelle Gramajo, eine Spezialität aus gebratenen Kartoffeln, Eier, Zwiebeln, Peperoni und Schinken-Streifen. Sehr gut, aber viel zu viel.

Mi 21.11.2018
Das Frühstück ist nicht speziell grosszügig, aber es schmeckt. Um 11h deponiere ich meinen Rucksack an der Rezeption und ziehe los. Diesmal in den neueren Teil der Stadt. Da gibt es allerdings nicht viel zu sehen. Der Strand beim Hafen ist unansehnlich. Gegen die Altstadt wird es wieder schöner. Am Ufer beim alten Bahnhof setze ich mich hin und geniesse die Ruhe am Schatten. Dem Ufer entlang wo es möglich ist gehe ich bis zum "Sonnenuntergang-Platz". Von da Richtung Hotel. Ich finde das schöne Restaurant "Sos Gardel". Für 549 URU könnte man da so viel essen und trinken wie man will. Ich habe allerdings nur Lust auf ein Bier. Nach Rücksprache mit dem Chef bekomme ich das auch. Es ist viel los hier und interessant zum Zuschauen. Im Hotel hole ich meinen Rucksack und gehe zum Hafen. Die Gebäude sind neu. Auch hier wird das Aus- und Einreise-Prozedere gleich nebeneinander durchgeführt. Ich bekomme mein neues 90-Tage-Visum für Argentinien. Um 17h legen wir ab. Um 18.15h sind wir pünktlich in Buenos Aires. Zu Fuss zum Bahnhof Retiro und dann mit dem Zug nach Hause. In meinem Zimmer ist es drückend warm. Zum Nachtessen gibt es peruanisches Huhn mit Bratkartoffeln. Ich schicke meinem Agenten noch die Kopie meines neuen Visums. Ich kühle mein Zimmer für etwa eine Stunde mit der Klima-Anlage herunter. Trotzdem ist es ziemlich warm zum Schlafen.

Do 22.11.2018
Nach dem Frühstück zieht Regen auf. Mein Agent meldet sich. Er braucht wieder alle Seiten meines Passes und meine Original-Bewilligung für das Auto. Ich bring sie in sein Büro. Ich fahre mit dem Zug bis Retiro. Ab da mit dem Bus. Das ist aber gar nicht so einfach. Am Plaza de Mayo gibt es eine grosse Demo und der Busverkehr wird umgeleitet. Zu alle dem findet in la Boca ein öffentliches Abschluss-Training der Boca Juniors vor dem entscheidenden Spiel am Samstag statt. Später lese ich im Tagi, dass 50'000 Fans anwesend waren! Ich mitten drin. Es kommen fast keine Busse. Ich marschiere ein Stück weit und nehme dort den Bus. Aber der fährt zu weit und ich muss wieder zurück marschieren. Ich wäre zu Fuss schneller gewesen. Die Arbeit beim Agenten ist schnell fertig. Ich muss nur ein Gesuch um Verlängerung meiner Fahrzeug-Bewilligung unterschreiben. Nachher treffe ich Meinrad auf der Plaza de Mayo. Da findet wie jeden Donnerstag die Demo der "Mütter der Verschwundenen" statt. Es hat viel mehr Touristen als Demonstrierende! Die Sperrung ist auch nicht wegen dieser Demo, sondern einer Grossdemo der Gewerkschaften. Im Fernseher sieht das bedrohlich aus, aber vor Ort war es friedlich trotz Wasserwerfer und viel Polizei mit Schutzschildern usw. Es werden Würste vom Grill, Glaces und vieles mehr verkauft. Dazu wird getrommelt und gesungen. In der Nähe trinken wir ein Bier. Anna kommt von ihrer Reit-Tour in Chile zurück. In ihrer Wohnung erzählt sie was sie so alles erlebt hat. Sie ist manchmal sehr naiv. Heute klärt sich auch wieso. Sie ging in eine Rudolf Steiner Schule und ihre Mutter leitet eine solche Schule. Zum Nachtessen gehen wir in die "Brasserie Petanque". Meinrad war schon einmal hier. Es ist teuer aber gut. Der Schweizer Wirt setzt sich zu uns an den Tisch und prahlt mit seinen bekannten Gästen. Am Anfang ist das lustig, aber mit der Zeit wird er mühsam. Beim Abschied ist er ziemlich besoffen. Mein Rindsfilet mit Sauce Béarnaise und Rösti ist gut, das Fleisch ein wenig zu gut gebraten. Der Wein ist sehr gut. Alles zusammen mit Dessert und Kaffee kostet für jeden von uns 1100 ARS etwa 30 CHF. Die beiden bringen mich noch zum Bus, dann verabschieden wir uns. Meinrad fliegt morgen nach Patagonien. Der Bus fährt wie gestört durch das nächtliche Buenos Aires. Nach 40 Minuten bin ich um 00.30h zu Hause.

Fr 23.11.2018
Heute ist es viel kühler als gestern und es regnet immer wieder leicht. Ich studiere den Reisebericht von Rick. Der war genau vor einem Jahr in Chile und hat jetzt seinen Bericht veröffentlicht. Am späteren Nachmittag gehe ich ins Zentrum von Villa Urquiza, dem Stadtteil in dem ich wohne. Die ICBC-Bank finde ich, aber die Tür zum Geldautomaten-Raum ist geschlossen. Vermutlich haben sie am Feierabend vergessen den elektrischen Türöffner zu aktivieren. Gegenüber hat es eine HSBC-Bank da bekomme ich Bargeld, allerdings nur 4000 ARS pro Bezug und der kostet dann 10 USD. Auf dem Rückweg kaufe ich Käse und Wein ein. Zum Nachtessen gibt es Fisch im Teig, dazu Kartoffelstock.

Sa 24.11.2018
Nach dem Frühstück gehe ich mit Vivian zum Mercado Belgrano. Das ist nicht wie ich erwartet habe ein normaler Markt, sondern ein Delikatessen-Geschäft mit vielen Läden mit verschiedenen Angeboten. Vivian kauft dunkles Brot und Bonne Mama Konfitüre, Himbeer natürlich, sie liebt die auch. Unterwegs verabschiedet sie sich. Sie ist Psychologin und hat einen Termin bei einem Kunden. Um 17h sollte das entscheidende Finalspiel zwischen River Plate und Boca Juniors stattfinden. Weil der Mannschaftsbus der Boca Juniors von River Plate Fans mit Steinen angegriffen wird, benötigen einige Boca Spieler ärztliche Hilfe. Darum wird das Spiel zuerst auf 19.45h verschoben, dann abgesagt und auf morgen Sonntag verschoben. Vivian bringt zum Nachtessen gute Sachen mit, Empanadas, gefülltes gerolltes Fleisch und russischen Salat. Die geniessen wir mit Wein und Musik. Martha meint zu Vivian, dass Vivian mich vermissen werde, wenn ich weiterreise. In Medan ist wieder ein Verwandter von Maria gestorben.

So 25.11.2018
Zum Frühstück gibt es das gestern gekaufte Brot. Es ist sehr gut, das Beste bis jetzt in Argentinien. Vivian geht mit ihrem Sohn weg. Ich klemme mich hinter den neuen Reisebericht. Das Finalspiel zwischen River Plate und Boca Juniors wird abgesagt und auf unbestimmte Zeit verschoben. Dafür bekommt jetzt Zürich vielleicht endlich ein Fussballstadion. So haben es wenigstens die Stimmbürger beschlossen. Bis zum Apero steht mein Reisebericht in der 1.Fassung. Maria hat wieder einmal ihre komische Phase. Ich lade Vivian zum Nachtessen ein. Sie führt mich ins "1810 Cocina Regional" in Belgrano. Locro ist eine Spezialität aus dem Norden von Argentinien. Ein Eintopf mit Bohnen, Maiskörnern, Wurst und mehr. Schmeckt sehr gut, dazu eine gute Flasche Wein. Ein schöner Abend.

Mo 26.11.2018
Heute Frühstück alleine, Vivian arbeitet. Nachher optimiere ich meinen Reisebericht. Und teste alles durch. Ich werde ihn aber erst veröffentlichen wenn ich sicher bin ob Maria kommt oder nicht. Zum Nachtessen ist Vivian zurück. Es gibt Gemüse-Eintopf mit Braten und Reis. Ein bisschen knapp bemessen, darum hat Vivian mit Martha gestritten. Maria hat sich wieder erholt. Sie ist gestresst, weil sie eine neue Helferin finden will, bevor sie abreist.

Di 27.11.2018
Nach dem Frühstück meldet sich Stefan. Ich bin nun Grossvater! Er heisst Lian und kam heute um 11.15h MEZ zur Welt. Alles sei gut gelaufen meint er. Das muss ich natürlich weiter verbreiten. Bin für einige Zeit damit beschäftigt allen zu Antworten. Baue das Bild von Lian gleich in meinen Reisebericht ein. Am Nachmittag rufe ich Stefan an, um ihnen zu gratulieren und nach dem Zustand der Kleinfamilie zu fragen. Andrea hat Lian in einem Geburtshaus in der Kalkbreite zur Welt gebracht. Da sind sie nun alle drei zusammen. Auch Stefan kann da schlafen. Ich erzähle ihm von meinem aktualisierten Reisebericht. Zu meinem Erstaunen wünscht er kein Foto von Lian darin. Darum mache ich mich nachher auf die Suche nach einem passenden Bild. Ich setze die Bildaufnahme-Zeit auf die Geburtszeit von Lian und setze dieses Bild von einem Storch mit einem Baby in den Reisebericht.

Mi 28.11.2018
Heute ist auf 10.30h ein Zahnarzt-Besuch angesagt. Eine alte Amalgam-Füllung ist kaputt gegangen. Ich weiss, dass sich die Argentinier gerne zur Begrüssung küssen, aber dass dir deine Zahnärztin die Wange zum Küssen hin hält ist doch etwas ungewöhnlich. Sie untersucht den Zahn und macht mir einen Vorschlag. Ohne Wurzelbehandlung 7000 ARS mit 14000 ARS. Das kann sie mir aber erst genau sagen wenn sie die alte Füllung entfernt hat. Via Bank bezahlen ist ihr zu kompliziert. Darum frage ich Vivian ob sie mir vom zu viel einbezahlten Geld etwas vorschiessen könnte. Sie ist einverstanden. Ich soll um 12h wieder zur Zahnärztin kommen. Ich warte im nahen Park. Um 12h heisst es dann um 12.30h, aber auch dann muss ich noch bis nach 13h warten. Es stellt sich heraus, dass keine Wurzelbehandlung nötig ist. Sie präpariert den Zahn, damit sie mir ein Zahnstück das in einem externen Zahnlabor angefertigt wird einsetzen kann. Bevor ich gehe kommt die Meldung dass das bereits bis morgen Nachmittag fertig sein werde. Neuer Termin also morgen um 16h. Kaum zu Hause, meldet sich mein Agent, er hat die verlängerte Betriebsbewilligung im Büro und wäre froh wenn ich heute noch vorbei kommen könnte. So fahre ich mit dem Zug in die Stadt und von Retiro zu Fuss in sein Büro. Das Sheraton-Hotel ist wegen des G20-Gipfels der hier ab Freitag stattfindet total verbarrikadiert. Nach 5 Minuten habe ich die Unterlagen und gehe noch zu "meiner" Bank mit den grossen Auszahlungen. Diesmal versuche ich 6000 ARS zu beziehen und es klappt, also gleich nochmals. Der Nachteil, es sind alles 100er-Noten. Da ich aber 7000 ARS morgen der Zahnärztin abliefern muss, ist das kein Problem. Nach Hause nehme ich zum ersten Mal die SUBTE (Untergrundbahn) nach Villa Urquiza. Von dort zu Fuss weiter zum Carrefour. Da kaufe ich Camembert und zwei Quilmes-Biere. Eines geniesse ich dann im Garten zum Apero. Zum Nachtessen gibt es wieder im Teig gebackenen Fisch.

Do 29.11.2018
Nach dem Frühstück hole ich Drucker und Scanner aus dem Auto. Ich scanne diverse Dokumente ein und Drucke Unterlagen für Unterwegs aus. Um 16h muss ich wieder bei der Zahnärztin sein. Mein Zahnersatz kommt erst später, aber zur rechten Zeit, sie ist gerade fertig mit den Vorbereitungen. Es ist ein grosses Stück, das sie mir da einsetzt. Sie nimmt es sehr genau und bearbeitet das Teil noch selbst von Hand, damit auch ja alles passt. Nach etwas mehr als einer Stunde werde ich entlassen. Ich habe ein gutes Gefühl. Das alles für etwa 190 CHF. In Buenos Aires herrscht ab heute Nachmittag Chaos. Morgen ist wegen des G20-Gipfels ein Feiertag, damit die Leute nicht in die Stadt fahren. Der lokale Stadt-Flugplatz ist geschlossen, die Fähren fahren nicht. Er Nahverkehr kommt fast zum Erliegen. Bis jetzt gab es noch keine Demos und Krawalle, aber das kann sich ja noch ändern. Ich hoffe, dass der Spuck bis am Sonntagabend vorbei ist, wenn Maria & Efraim ankommen. Maria kann nicht schlafen vor Aufregung und ruft immer wieder an. Vivian ist heute nicht da zum Nachtessen, darum gehe ich wieder ins "El Facon". Diesmal bin ich nicht der erste Gast. Aber sonst wiederholt sich das Spiel vom letzten Mal. Ich bestelle eine gemischte Schweinefleisch-Platte. Nach kurzer Zeit kommt die Kellnerin zurück, das haben wir nicht, ob ich "bla bla ..." haben wolle. Ich sage zu, obwohl ich keine Ahnung habe was ich bekommen werde. Was dann kommt sind 2 Stück Schweins-Steak mit Spiegelei darüber. Das zweite Glas Wein ist viel grösser als das erste, aber ich finde den Heimweg trotzdem.

Fr 30.11.2018
Maria & Efraim sind unterwegs zum Flugplatz, 17.30h Ortszeit, 07.30h hier in Buenos Aires. Ich bereite den Versand meines Reiseberichts vor. Nach dem Frühstück das erste Problem. Das Gepäck kann nicht bis Buenos Aires durchgecheckt werden. Sie können auch die Boarding-Pässe nicht für alle Teilstrecken ausdrucken. Der Chef vor Ort sagt mir, dass sie eine Billig-Fluggesellschaft seien und wir besser bei Silk Air gebucht hätten. Er habe aber QatarAirways per E-Mail über die Gepäckstücke informiert. Bin ja gespannt ob das Gepäck in Buenos Aires ankommt. Ich verstehe nicht wie QatarAirways mit so einer Scheiss-Fluggesellschaft zusammen arbeiten kann. Es war diese Fluggesellschaft die vor drei Jahren unser Gepäck verloren hat auf dem Weg nach Singapore und sich dann überhaupt nicht darum gekümmert hat. Ich habe mir eigentlich geschworen nie mehr mit dieser Gesellschaft zu fliegen. Aber es gab nur diese Möglichkeit. In Singapore haben die Leute von QatarAirways Maria dann beruhigt, das werde schon klappen. Der ganze Flug wird schon sehr lange. 1:30h bis Singapore, 8:35h bis Doha, 16:00h bis Sao Paulo und dann nochmals 2:50h bis Buenos Aires. Die ganze Reise dauert 34:05h von Flugplatz zu Flugplatz. Dazu kommt dann noch die Zeit der An- und Abreise und des Wartens am Anfang und Ende. Sie werden etwa 39h unterwegs sein von Tür zu Tür. Ich hole die Matratze für Efraim und den Reiskocher für Maria aus dem Auto. Vivian hat ein Liegebett für Efraim. Nach dem reinigen passt das gut in unser Zimmer. Mit der Matratze ist es auch bequem. Vivians Enkel Thiago ist zu Besuch. Während des Aperos spielt er rund um den Pool, Vivian sitzt nicht sehr entspannt bei mir. Zum Nachtessen gibt es gebratenes Poulet mit Bratkartoffeln. Zum Dessert sehr gute Melonen.

Sa 01.12.2018
Um 00.15h meldet sich Maria, sie ist sicher, aber kaputt in Doha gelandet. Vor dem Frühstück sehe ich, dass sie mit etwa 30 Minuten Verspätung unterwegs sind. Vielleicht holen sie das bei der Zwischenlandung in Sao Paulo wieder auf. Es ist kühl heute, knapp 20C° und das wenn Maria ankommt. Ich verplempere die Zeit vor dem Computer. Vivian hat mir kalte Sachen zum Nachtessen gekauft. Um 20.30h kommt der bestellte Cabify. Normalerweise braucht man 45 Minuten zum Flugplatz. Am Anfang geht auch alles gut und wir kommen zügig voran. Aber dann wird es mühsam. Mein Fahrer versucht es auf Schleichwegen. Aber 300m vor der letzten Autobahn-Einfahrt zum Flughafen ist Schluss. Wir stehen für volle 2h im Stau. Sie haben einfach die Autobahn zum Flughafen gesperrt. Obwohl es vorab hiess, der Flugplatz sei normal zugänglich während des ganzen G20-Gipfels. Die letzten Kilometer kann man nur über die Autobahn zum Flugplatz. Ab und zu rast eine Wagenkolonne mit Polizei-Eskorte vorbei aber sonst passiert nichts. Zwischendurch lassen sie auch ein paar Autos durch, aber wir haben nicht das Glück. Maria's Flug landet schlussendlich auch eine Stunde verspätet. Aber sie müssen trotzdem eine halbe Stunde warten bis ich sie abhole. Zum Glück wartet mein Fahrer auf uns, denn es hat eine lange Schlange am Taxi-Stand. Der Rückweg verläuft normal. Wahrscheinlich sind nun alle Politiker auf dem Heimflug.

So 02.12.2018
Kurz vor 1h sind wir zu Hause und gehen bald schlafen. Am Morgen gehen wir vor dem Frühstück einkaufen. Es ist immer noch kühl, aber die Sonne scheint. Dann treffen wir Vivian zum ersten Mal. Maria startet ihre übliche Kocherei zum Frühstück. Reis, Gemüse und Omelette muss sein. Wir sitzen noch ziemlich lange mit Vivian zusammen. Maria erzählt die üblichen wahren und nicht ganz wahren Geschichten. Nachher legt sich Maria hin und Efraim ist auch ziemlich ruhig. Am Nachmittag gehe ich mit Efraim zum Park "Plaza Castelli". Der ist voll weil heute Sonntag ist. Wir setzen uns in ein Restaurant und geniessen Bier und Milchshake. Maria schläft die ganze Zeit und hat nicht gemerkt, dass wir 2h weg waren. Zum Nachtessen gehen wir in die Pizzeria "La Guitarrita", da war ich vor einer Woche. Wir nehmen die gleiche Pizza, aber diesmal zu dritt. Trotzdem bleibt ein Stück übrig. Maria kann nicht schlafen, Kunststück wenn sie den ganzen Tag geschlafen hat.

Mo 03.12.2018
Am Morgen fahren die Züge wieder und das stört Maria zusätzlich beim Schlafen. Bis wir mit dem Frühstück und der Tagesplanung fertig sind, ist es bereits Nachmittag. Wir fahren mit dem Zug nach Retiro. Von da zu Fuss in die Florida. Maria fühlt sich nicht wohl, sie hat Kopfweh. Nicht einmal die Souvenir-Läden stellen sie auf. Im Balola, nahe meiner Schule essen wir einen Hamburguesa und trinken etwas. Maria geht es immer schlechter. Wir gehen bis zur Plaza de Mayo, damit sie wenigstens das gesehen habe. Ich suche den schnellsten Weg nach Hause, da meldet sich Anna. Sie kann ihre riesige Northface-Tasche nicht nach Hause schicken. Ich habe ihr früher mal gesagt, dass ich sie nehme falls sie keine Verwendung findet. Sie kommt mit der Tasche auf Umwegen zum Plaza de Mayo und bringt mir die Tasche. Sie hat auch gleich eine Schmerz-Tablette für Maria dabei! Wir verabschieden uns und wir fahren mit dem Bus 93 zurück. Der sollte eigentlich um 18.50h zu Hause sein. Aber dank Verkehr und einem sehr langsamen Fahrer sind wir erst um 19.30h zurück. Das letzte Stück sind wir zu Fuss gleich schnell wie der Bus und ich kann erst noch Wein und Whisky einkaufen. Maria geht es dank der Tablette wieder etwas besser. Zum Nachtessen gibt es Spaghetti an einer guten Fleischsauce. Um 23h sind wir im Bett. Maria schläft auf dem Liegebett von Efraim gleich ein. Das passt Efraim eigentlich nicht, aber er schläft auch gleich bei ihr ein. Ich habe das grosse Bett für mich alleine.

Di 04.12.2018
Erst um 03.00h erwacht Maria und zieht in mein Bett um. Am Morgen ist alles wieder gut, ausser in Medan, da sind irgendwie alle am Durchstartet. Maria will heute Abend kochen. Darum fahren wir zusammen mit Martha mit dem Bus in die China-Town. Da gibt es wirklich viele chinesische Geschäfte. In einem Supermarkt kaufen wir fast alles was Maria braucht. Den Rest im Quartier. Das Kochen ist dann ein Happening. Vivian meint, sowas hätte sie noch nie gesehen. Die beiden Töchter von Martha kommen auch vorbei, um zu sehe was hier abläuft. Ich organisiere noch mein Auto um, damit alles vorbereitet ist für morgen. Dann nehme ich zusammen mit Efraim mein erstes Bad im Pool. Das Nachtessen nehmen wir dann zusammen mit Martha ein. Es schmeckt sehr gut, wie üblich wenn Maria kocht, und fast wie in Medan.

Mi 05.12.2018
Nach dem Frühstück heisst es packen und Abschied nehmen. Wie erwartet fahren wir verspätet ab. Um 11.15h sind wir bereit. Zuerst fahren wir zum Tanken, damit ich die Reserve-Kanister füllen kann. Nach 11.30h geht es dann wirklich los. Bis nach Zarate hat es auf der Autobahn sehr viel Verkehr. Nachher wird es immer weniger. Wir überqueren zwei Mal grosse schiffbare Flüsse über riesige und hohe Brücken. Die erste über den Rio Paraná de Las Palmas. Nach der zweiten über den Rio Paraná Guazu stoppt uns die Polizei. Ich muss meinen Fahrausweis zeigen und er marschiert einmal ums Auto, dann können wir weiter fahren. 15km später machen wir einen Mittags-Halt im "Parador Ruta 12". Das ist nicht mehr als eine verfallene Bude hinter den Leitplanken. Aber der Wirt ist sehr zuvorkommend. Wir essen Rinds-Plätzli mit Spiegelei und trinken etwas. 500 ARS für alles ist etwas überrissen, aber es machte Spass. Nach einer knappen Stunde fahren wir weiter. Es hat nun sehr wenig Verkehr, Efraim beginnt sogar Autos zu zählen. Die Strasse ist meisten sehr gut, aber nicht gratis. Wir bezahlen insgesamt 410 ARS. 1½h später legen wir nochmals eine Pause ein, damit Maria auf die Toilette kann. Um 16.45h erreichen wir Colón. Die Hauptstrasse hat eine Höhenbeschränkung, so muss ich einen Umweg fahren über unbefestigte Strassen. Später merke ich, dass hier fast alle Strassen unbefestigt sind. Nur ganz im Zentrum sind sie versiegelt. Das Hotel ist klein, aber schön und vor allem, es hat einen Pool. Den besuchen wir sobald wir eingerichtet sind. Apero zum Sonnenuntergang am Pool. Nachher verstaue ich noch die Reserve-Kanister und reinige die Scheiben. Zum Nachtessen fahren wir mit dem Taxi, weil es zu weit ist für einen Fussmarsch. Das "El Viejo Almacen" gehört einem ehemaligen Walliser. Es hat eine grosse Walliser-Fahne an der Wand. Das Essen ist gut, aber nicht überragend. Zum Abschied bekomme ich einen Willi spendiert. Mit dem Taxi wieder zurück und ab ins Bett.
(317km, 5¼h unterwegs)

Do 06.12.2018
Um 07.30h stehe ich auf um ein Hotel zu buchen und die Route zu planen. Um 9h zum Frühstück. Das Buffet ist gut. Ich schreibe noch mein Tagebuch im Restaurant, weil es im Zimmer keinen Tisch hat. Um 11.15h machen wir uns auf den Weg. Zuerst nur bis zum Rio Uruguay. Da gibt es nicht viel zu sehen. Es weht eine Schweizer-Fahne am Hafen. Sion ist Partnerstadt von Colón. Nach ¼h fahren wir definitiv los. Es ist ein schönes, aber einfaches Städtchen. Zurück auf die Ruta National 14 (RN14). Heute ist es bewölkt. Bei Calabacillas müssen wir wieder einmal 140 ARS bezahlen. Es hat wenig Verkehr. Nach 1¾h und 145km verlassen wir die RN14. Um 14.30h sind wir am Ziel in Federación. Das "Apart Hotel Guarumba" gefällt Maria & Efraim so, dass wir gleich eine Zusatznacht buchen. Im Plaza Uno gleich gegenüber dem Hotel essen Maria & Efraim Empanadas und ich trinke mein Ankunfts-Bier. Nachher machen wir es uns gemütlich. Das Zimmer ist ziemlich gross und hat auf 3 Seiten Fenster. Das wichtigste für Efraim ist, es hat Wi-Fi und einen Pool. Den benutzen wir heute allerdings nicht. Nachtessen im Hotel. Nichts Besonderes. Es hat eine grosse Reisegruppe mit vorwiegend älteren Leuten.
(180 km, 3h unterwegs)

Fr 07.12.2018
Nach dem guten Frühstück plane ich unsere nächste Etappe. Da Wochenende ist, sind viele Unterkünfte ausgebucht. Darum verlängere ich unseren Aufenthalt um eine weitere Nacht. Wir werden erst am Sonntag weiter fahren. Am Nachmittag geniessen Efraim und ich den Pool. Der geplante Spaziergang durch den Ort findet nicht statt, weil Maria zu müde ist und Hunger hat. Sie essen Reis mit Poulet. Ich gratuliere Markus zum Geburtstag. Sie beginnen gerade mit dem Fondue-Essen. Zum Nachtessen gehen wir ins "Antiqua Ciudad" gleich gegenüber dem Hotel. Mein Asado schmeckt gut, ich muss das Fleisch mit Efraim teilen, denn er hat beschlossen doch noch zum Nachtessen zu kommen. Maria's Lasagna schmeckt ihr nicht besonders.

Sa 08.12.2018
Nach dem Frühstück schaffen wir es dann doch noch die Umgebung zu erkunden. Gleich hinter den nächsten Häusern gibt es einen grossen Thermal Park. Da gibt es verschiedene Pools mit unterschiedlichen Temperaturen. Der Fun-Park ist aber geschlossen, so beschliessen wir die 280 ARS pro Person zu sparen und uns auf unseren Hotel-Pool zu beschränken. Nach dem ersten Souvenir-Shop mag Maria nicht mehr weiter gehen und geht zurück ins Hotel. Efraim und ich gehen zur Strand-Promenade am Fluss resp. Stausee. Die ist schön angelegt, hat aber schon bessere Tage gesehen. Wir sehen einen ziemlich grossen Waran. Es gibt da auch coole Grill-Plätze. Auf dem Rückweg kaufen wir im Bus-Bahnhof ein Glacé für Efraim. Zurück im Hotel bekomme ich ein grosses Bier. Später machen wir wieder den Pool unsicher. Apero im "Plaza Uno". Später gehen wir auch zum Nachtessen dorthin. Mein Lomo a la Mostaza (Rindsfilet an Senfsauce) schmeckt sehr gut. Auch Maria ist zufrieden mit dem Grill-Huhn mit Reis. Das Dessert schmeckt auch gut. Heute gibt es einen DJ der für Musik sorgt. Der spielt auch noch wenn wir im Bett sind. Ich schlafe trotzdem gut.
(3.5km zu Fuss)

So 09.12.2018
Nach dem Frühstück heisst es packen. Um 10.30h fahren wir los, Zuerst noch tanken, dann zurück auf die RN14. Es hat wenig Verkehr. Die Gegend ist sehr flach. Es gibt vor allem Weideland, Wälder und abgeerntete Getreide-Felder. Bei Mocoretá stoppen wir um am Strassenrand Mandarinen zu kaufen. Die werden hier auch produziert und kosten 50 ARS für etwa 2½ Kilo. Nach 12.30h machen wir in Monte Caseros eine Pause, essen und trinken etwas. Nach ¾h fahren wir weiter. Um 14.45h erreichen wir Paso de los Libres. Das Hotel Elemento ist ziemlich neu und cool gestylt. Es hat aber einige Mängel. So sind alle Toiletten-Ringe kaputt, obwohl sie erst etwa 1 Jahr alt sind. Es hat zwar ein Fenster, das geht aber in den Innenraum. Ich geniesse mein Ankunfts-Bier. Um 16.30h startet das verschobene Spiel River Plates gegen Boca Juniors in Madrid. Ich sehe mir die 2.Halbzeit zum Apero an. Es ist ziemlich spannend und es gibt gelbe und eine rote Karte, einen Verletzten der nicht mehr ersetzt werden kann und eine Verlängerung. Am Schluss spielt Boca nur noch mit 9 Mann und verliert das Spiel 3:1. Das letzte Tor ohne Torhüter, weil der auch vorne mitspielt. Zum Spielschluss gibt es in Paso de los Libres eine riesige Knallerei. Auf unserem Weg zum Nachtessen kommen wir uns vor wie in der Langstrasse. Überall hupende Autos mit River Plate Fahnen. Die Polizei sperrt die Hauptstrasse. Unser Essen im "Casino Rio Uruguay" ist gut. Auf dem Heimweg sind sie immer noch am Feiern.
(233km, 4¼h unterwegs und 2½km zu Fuss)

Mo 10.12.2018
Nach dem guten Frühstück fahren wir um 10h los. Die RN14 ist ab jetzt nur noch 2-spurig, aber immer noch sehr gut. Es hat kaum Verkehr, darum ist das Überholen kein Problem und auch fast nie nötig. In Alvear machen wir nach 2h eine Pause und essen und trinken etwas. Nach 40 Minuten fahren wir weiter. Um 14.20h stoppen wir das nächste Mal in der Mate- und Teefabrik "Las Marias". Wir sehen uns einen Film an und bekommen eine kurze Führung. Maria "muss" natürlich Mate kaufen, obwohl sie das gar nicht gern hat. Nach 1.20h fahren wir weiter und sind kurz danach in Virasoro. Das Hotel de Campo Las Acacias liegt etwa 4km ausserhalb, weg von der Hauptstrasse. Es ist eine schöne Anlage mit nur 6 Zimmern. Zu schön um wahr zu sein. Wir geniessen den Pool, denn es ist heute sehr heiss, 36C°! Nach dem Apero will ich mit meiner Kredit-Karte bezahlen. Das Gerät funktioniert aber offenbar schon seit einiger Zeit nicht mehr. Darauf beginnt eine Diskussion mit der Besitzerin die nicht vor Ort ist. In Argentinien müssen Ausländer, wenn sie mit einer ausländischen Kreditkarte die Unterkunft bezahlen, die 21% Steuern nicht bezahlen. Das Hotel ist sowieso schon das teuerste weit und breit. Mit Steuern kostet das bei Barzahlung dann 94 USD und das ist es definitiv nicht wert. Zudem ist Bargeld teuer zum Beschaffen. Das wären nochmals 5 USD zusätzlich. Maria hilft in der Küche beim Kochen des Nachtessens. Bevor sie fertig sind, lässt die Besitzerin ausrichten, dass wir ohne Barzahlung nicht da bleiben können, also sind wir um 21h nochmals losgefahren um ein anderes Hotel zu suchen. Von meiner früheren Suche wusste ich wo ein anderes Hotel zu finden ist, das Atlas Grand Hotel. Nach 11 Minuten sind wir da und sie haben ein Zimmer für uns. Das Nachtessen im Hotel-Restaurant. Mein Fleisch-Spiess ist gut, die Pizza von Maria & Efraim nicht. Zurück im Zimmer geht die Diskussion mit der Besitzerin weiter. Sie behauptet nun gegenüber Booking.com, dass meine Kreditkarte ungültig sei und sie will das Geld kassieren obwohl wir nicht übernachtet haben.
(273km, 6h und später 11Min unterwegs)

Di 11.12.2018
Nach dem Aufstehen geht die Diskussion mit Booking.com weiter. Eine unerfreuliche Situation. Das Frühstück ist mittelmässig. Das Hotel kostet aber auch nur halb so viel wie das, das wir gebucht haben. Das Zimmer ist aber sehr gut. Um 10.45h fahren wir los. Zuerst zum Tanken, aber die haben keinen Diesel mehr. Die Gegend ändert sich nun. Es ist hügelig und hat neben vielen Nutz-Wäldern auch viele Tee- und Mateplantagen. Nach einer Stunde sind wir in San José, da gibt es Diesel. Es geht nun immer leicht bergauf, dann wieder leicht bergab. Es stürmt gewaltig und ist sehr heiss. Gemäss Vorhersage 37C°. Schon fast wie ein Haar-Fön. Um 13h sind wir in Oberá und machen eine Pause zum Essen und Trinken. Nach 1h geht es weiter. Um 15h sind wir am Ziel in Dos de Mayo. Das Hotel Austral ist ziemlich neu. Zum Leidwesen von Efraim gibt es keinen Pool. Das Hotel liegt ausserhalb des Ortes. Da es sehr heiss ist, verzichte sogar ich auf einen Marsch in den Ort. Zum Nachtessen bleiben wir auch im Hotel. Das Essen ist sehr gut. Inzwischen hat Booking.com den Streit mit der Besitzerin des Hotels von gestern beigelegt. Ich muss nichts bezahlen.
(205km, 4¼h unterwegs)

Mi 12.12.2018
Das Frühstück ist auch hier nichts Besonderes. Um 11h fahren wir los. Jetzt auf der Ruta Provincial 11 (RP11). Es hat kaum Verkehr. Es geht nun richtig bergauf und –ab, mit vielen Kurven. Meist durch Wälder. Es hat wenige Orte auf der Strecke bis El Alcazar. Dort erreichen wir die Ruta Nacional 12 (RN12). Ab jetzt hat es wieder mehr Verkehr und auch mehr Orte. In Puerto Libertad, machen wir um 13h eine Pause im Restaurant Amambay. Nach 1h fahren wir weiter. Nach 1h Fahrt sind wir in Puerto Iguazú. Mein Navi führt mich wieder einmal auf einem sehr umständlichen Weg zum Ziel. Das Airbnb von Leo macht einen etwas heruntergekommen Eindruck. Mit etwas Unterhalt wäre es eine sehr schöne Unterkunft. Zu allem Überfluss haben wir noch einen Stromausfall. Es ist wieder sehr heiss, gemäss Vorhersage 37C° und kaum Wind. Um 17h gehen wir in einem Mini Mercado einkaufen. Für die Bezahlung mit der Visa-Karte verlangen sie 10% Aufschlag. Aber Bargeld kostet mich auch fast so viel. Kaum zu Hause beginnt es zu regnen. Ein teils heftiges Gewitter zieht auf. Wir haben immer noch keine Elektrizität. Das E-Werk ist informiert. Tatsächlich kurz vor dem Eindunkeln gibt es um 18.30h wieder Strom. Dafür etwas später kein Wasser mehr. Etwas später fällt der Strom wieder aus, diesmal für das ganze Quartier. Wir beschliessen auswärts zu Essen. Angela, die Helferin im Nachbarhaus empfiehlt uns das "Bocamora" beim Drei-Länder-Eck Argentinien-Paraguay-Brasilien. Um 20h fahren wir wieder auf Umwegen hin. Es ist ein sehr schönes Restaurant, nahe am Zusammenfluss von Rio Iguazú und Rio Paraná. Wir sitzen in der gedeckten Terrasse mit schöner Aussicht. Das Essen ist zwar teuer, aber sehr gut. Efraim bekommt ein etwa 500g schweres "Bife de Chorizo" (Entrecôte)und verdrückt das zum Schrecken von Maria anstandslos. Für den Heimweg ist die Strecke dann viel kürzer weil ich den Weg schon kenne. Zu Hause gibt es wieder Strom, aber immer noch kein Wasser. Dank guter Klima-Anlage schlafen wir alle gut. Die Klima-Anlage im "Kinderzimmer" funktioniert nicht, weil der Stecker kaputt ist. Aber Efraim schläft sowieso bei uns.
(192km, 4¼h unterwegs und 8km zum Nachtessen)

Do 13.12.2018
Es hat immer noch kein Wasser. Angela zeigt mir den Schalter für die Pumpe und schon haben wir Wasser. Man muss sie aber von Hand wieder ausschalten. Zum Glück ist Angela bei uns wenn der Tank überläuft, sonst hätten wir das nicht gewusst. Maria kocht wie üblich ein riesiges Frühstück. Viele Utensilien und andere Sachen holen wir aus meinem Auto. Ohne das wären wir ziemlich aufgeschmissen. Die Ausrüstung ist spärlich und oft defekt. Schade, denn sonst wäre es hier wirklich gut. Wir können unsere Wäsche bei Angela in die Maschine geben. Ich erledige wieder einmal das "Büro". Da es bewölkt ist, beschliessen wir erst morgen zu den Wasserfällen zu gehen. Das Wetter soll morgen besser sein. Beim Umpacken merke ich, dass Maria wieder einmal hinter meinem Rücken in Federación ein riesiges und vermutlich auch teures Souvenir gekauft. Angela reinigt unseren Pool. Der sieht nachher viel einladender aus und wir nehmen in gleich in Beschlag. Es ist wieder sehr heiss, 36C° sind angesagt. Vor dem Apero gehe ich mit Efraim einkaufen. Nach 19h machen wir uns zu Fuss auf den Weg in die Stadt. Maria will unbedingt die Kathedrale "Categral Virgen Del Carmen" sehen. Die ist modern und es findet gerade eine Andacht statt. Auf dem Plaza San Martin haben sie Weihnachts-Dekorationen aufgestellt, einfach, aber cool. Da Maria nicht mehr weiter zu Fuss laufen will, essen wir gleich nebenan im "Restaurante De La Plaza Salus". Die Hamburger sind riesig und gut. Nach Hause fahren wir mit dem Taxi. 100 ARS für die kurze Strecke ist ziemlich teuer.
(1.6km zu Fuss)

14.12.2018
Vor dem Frühstück plane ich die Route zu den Wasserfällen. Während des Frühstücks ruft mich eine Nachbarin. Ich gehe zum Auto und ich glaube nicht was ich sehe, die Batterie ist weg! Sie haben sie mir diese Nacht geklaut. Wenigstens habe sie nichts beschädigt. Ich kontaktiere Leo den Vermieter. Der ist aber wie die ganze Zeit keine grosse Hilfe. Er organisiert aber wenigstens einen Freund, der dann auch nach etwas mehr als einer Stunde auftaucht. Ich erfrage die Batterie-Daten von meiner Schweizer-Garage. Mit dem Freund von Leo fahren wir los. Niemand hat vorher abgeklärt, wo wir eine Batterie finden können. Aber wir haben Glück, nach 15 Minuten finden wir einen Laden. Der Witz daran, ich hätte zu Fuss in 5 Minuten dort sein können! Es geht dann wieder fast ½h bis die Batterie bei mir ist, obwohl es hiess wir kommen sofort. Die erste Batterie passt nicht weil die Pole vertauscht sind. Nach weiteren 15 Minuten ist dann die richtige Batterie eingebaut. Um 11.45h können wir endlich losfahren. Zuerst noch zum Laden um die 7150 ARS für die Batterie mit der Kreditkarte zu bezahlen. Auch die verlangen 10% Zuschlag für Kartenzahlung. Um 12.30h sind wir dann bei den "Las Cataratas Del Iguazú". Der Eintritt kostet 1790 ARS für uns alle. Es hat nicht viele Leute und es ist sehr schönes und heisses Wetter, 36C° laut Prognose. Wir wählen den "Paseo Superior" für die Besichtigung zu Fuss. Der Weg ist Rollstuhl tauglich und somit auch für Maria machbar! Es ist ein schöner Weg, nur meistens sieht man die verschiedenen Wasserfälle von oben. Das ist nicht so eindrücklich. Aber einige Male hat man eine gute Aussicht von der Seite und das entschädigt für die "Strapazen". Der Weg ist 3.4km lang, und führt meistens durch den Urwald. Wir brauchen dafür 1½h. Maria ist am Filmen, fotografieren und Selfie machen wie gestört. Zurück bei der Bahnstation "Estación Cataratas" decken wir uns mit nochmals 1½ Liter Wasser ein. Mit dem kleinen Zug geht es dann weiter Richtung "Garganta del Diabolo". Die letzten 1.1km wieder zu Fuss. Es ist sehr heiss und sie haben Duschen eingerichtet. Hier ist der Weg meist ohne Schatten und darum ist es sehr "schwitzig". Aber was dann kommt entschädigt für alles. Der "Garganta del Diabolo" ist sehr beeindruckend. Das Wasser stürzt 82m tief hinunter. Vor allem ist es sehr viel Wasser. Von der Gischt ist man ziemlich schnell nass, was aber angesichts der Hitze sehr angenehm ist. Es donnert gewaltig und es gibt immer wieder starke Windböen. Nach etwa ¼h machen wir uns auf den Rückweg. Zuerst zu Fuss, dann mit dem Züglein. Bei der "Estación Central" will Maria Souvenirs kaufen. Der Laden ist voll und die Auswahl hält sich in Grenzen. Auf dem Weg zum Ausgang finden wir einen anderen und erst noch billigeren Laden. Wir kaufen 7 T-Shirts ein für 1790 ARS. Der Parkplatz kostet dann auch noch 170 ARS. Auf dem Heimweg kaufe ich noch eine Kette und ein Schloss für 385 ARS ein, um meine Batterie zu sichern. Zu Hause das verdiente Bier zum Apero. Um 20h fahren wir in die Stadt, zuerst Milch und Bier kaufen, nachher zum Nachtessen. Schlussendlich landen wir wieder im "Bocamora" am Drei-Länder-Eck. Der Service ist auch heute wieder schleppend, aber das Essen gut. Efraim besteht wieder auf dem "Bife de Chorizo", ich nehme "Bife de Lomo" (Rindsfilet). Maria isst nur Glacé. Um 22h sind wir zurück und schlafen ziemlich schnell.
(39km und 5.6km zu Fuss)

Sa 15.12.2018
Nach dem Frühstück heisst es packen. Angela steht schon um 10h bereit zum Putzen. Wir sind aber noch nicht fertig. Wenn wir fertig sind beginnt es natürlich zu regnen, damit ja alles nass wird beim Einladen. Um 11h verabschieden wir uns von Angela und fahren los. Es regnet immer wieder leicht. Nach 1h sind wir in Puerto Libertad. Maria wünscht, dass wir wieder im "Amambay" etwas essen und trinken. Nach etwa einer Stunde fahren wir weiter. Gleich nebenan tanken wir noch. Die ersten 140km ist der Weg gleich wie beim herfahren. Nur das letzte Stück ist neu. Kurz nach 15h sind wir in Puerto Rico in Argentinien. Das "Patio del Puerto Hotel" ist gut und hat einen schönen Pool. Nur das Internet funktioniert nicht. Efraim und ich müssen den Pool natürlich ausprobieren, sobald wir eingerichtet sind. Zum Nachtessen bleiben wir im Hotel. Das Essen ist gut, aber der Service nicht. Auf der Karte gibt es nur einen Wein in einer 375ml Flasche. Den bestelle ich. Er kommt im Eis gekühlt. Er schmeckt überhaupt nicht. Später merke ich dass es gar nicht der bestellte Wein ist. Wenigstens tauschen sie ihn anstandslos aus.
(172km, 4h unterwegs)

So 16.12.2018
Vor dem Frühstück stelle ich fest, dass Smartphone-Fotografieren seine Tücken hat wenn man sich der Grenze entlang bewegt. Die Aufnahme-Zeit kann falsch sein wenn die Zeit auf "automatisch einstellen" steht. Ich werde die entsprechenden Fotos überprüfen müssen. Stelle fix auf argentinische Zeit um. Nach dem Frühstück fahren wir vor 12h los. Es ist wieder sehr heiss und windstill. Um 13h sind wir in San Ignacio. Dort besichtigen wir die Ruinen der Jesuiten Mission (Ruinas Jesuiticas de San Ignacio Mini). Das war eine grosse Anlage und wurde während verschiedenen Kriegen zerstört. Es ist sehr "schwitzig". Im "La Casa Azul Restaurante" gibt es ein gutes Lunch-Buffet. Maria & Efraim schlagen zu, ich esse wie üblich nichts. Es gibt hier Wifi, so kann ich das Hotel für heute Nacht reservieren. Um 15.20h fahren wir weiter. Es hat nun mehr Verkehr. Die RN12 geht immer noch bergauf und –ab, meist ziemlich geradeaus. Nach einer Stunde erreichen wir Posadas über eine grosszügige Umfahrungsstrasse dem Rio Paraná entlang. Das "Hotel Urbano Posadas" hat 4 Sterne, man gönnt sich ja sonst nichts (61 USD). Efraim & ich nehmen sofort den Pool ins Visier. Da bekomme ich dann auch mein Ankunfts-Bier. Zum Nachtessen gehen wir in die nahe "Bar Español". Das Essen ist gut und günstig. Poulet-Schnitzel für Efraim, Gnoggi Bolognese für Maria und Tortilla für mich.
(139km, 4.20h unterwegs)

Mo 17.12.2018
Das Frühstücks-Buffet ist sehr gut. Sie haben sogar richtiges Brot. Um 10.15h fahren wir los. In der Stadt hat es viel Verkehr und viele nicht synchronisierte Lichtsignale. Wir brauchen 20 Minuten um aus der Stadt zu kommen. Nachher hat es fast keinen Verkehr mehr, dafür stürmt es. Wenigstens nicht Gegenwind. Nach einer Stunde erreichen wir die Abzweigung zur Ruta Provincial 41 (RP41). Ab jetzt ist die Strasse nicht mehr geteert. Sie ist relativ gut unterhalten, so dass ich fast immer 50-70 km/h schnell fahren kann. Es ist jetzt sehr flach, mit Weiden und Wäldern und ab und zu einer Farm. Es kommen uns auf den ganzen 139km genau zwei Autos entgegen. An einigen Stellen stand die Strasse vor kurzem unter Wasser und hat darum relativ tiefe Fahrrinnen. Nichts für Autos mit Spoiler. Bin mit 63 km/h im Schnitt unterwegs. Nach etwas mehr als zwei Stunden erreichen wir Colonia Carlos Pellegrini. Der Standort der "Posada El Yacare" ist auf Booking.com falsch eingetragen, Dafür mit 10 Nachkomma-Stellen! Nach einer Nachfrage, finden wir es dann doch. Es ist eine schöne aber einfache Unterkunft. Kaltes Getränk gibt es nur in Form von Bier und nur in Literflaschen! Ich "muss" mein Ankunfts-Bier alleine leer trinken, ich armes Schwein. Es ist wieder 36C° heiss und es windet heftig, fast wie ein Haar-Fön. Wir entladen mein Motorrad und fahren zum "Centro de Visitantes" am Lago Ibera. Wir fahren 3 Mal an der Polizei vorbei, zu dritt auf dem Motorrad, aber das ist hier offenbar in Ordnung. Beim Informations-Büro zum National-Park "Reserva Natural Esteros Del Ibera" gibt es einen 450m langen Steg. Da sehen wir einige Capybara (Wasserschwein). Das sind die grössten Nagetiere der Welt und mit dem Meerschweinchen verwandt. Wir treffen ein Paar aus Deutschland die mit dem VW-Bus unterwegs sind. Auf dem Rückweg sehen wir uns noch den Campingplatz an. Der ist sehr schön. Leider gibt es da keine Getränke zu kaufen. Zurück zu Hause organisieren sie uns eine 5-Liter Wasser-Flasche von Nestlé. Es ist sehr durstiges Wetter. Nachher ab in den Pool. Nach etwa einer Stunde ziehen Wolken auf. Es vergeht vielleicht ¼h und es geht los, gerade als Maria auch in den Pool kommt. Zuerst stürmt es sehr heftig, einige Minuten später Regnet es und wie. Maria braucht in ihrer Panik einen Stuhl um aus dem Pool zu kommen, denn es hat keine Leiter. Zum Apero tu ich mir nochmals ein Bier an. Es ist nun merklich kühler. Zum Nachtessen gehen wir ins nahe "Yacaru Pora" Da sitzt ein Paar aus Holland. Das Tages-Menu ist "Bife con Champignon" das nehmen Efraim & ich. Es schmeckt sehr gut, sollt aber eher "con cebolla" heissen, es hat mehr Zwiebeln als Champignon. Maria nimmt Reis mit Fleisch. Wein gibt es nur in 7.5dl Flaschen. Ich nehme den Rest nach Hause. Es regnet immer wieder.
(203km, 3¼h unterwegs, davon 139km nicht geteert, 7km mit dem Motorrad)

18.12.2018
Es ist geplant um 7h einen Bootsausflug zu machen. Wenn ich um 6h erwache, regnet es in Strömen. Der Ausflug fällt buchstäblich ins Wasser. Um 9h ein ziemlich einfaches Frühstück. Nachher arbeite ich mein "Büro" auf. Der Ausflug ist auf den Nachmittag verschoben. Es hört auf zu regnen. Der National-Park "Reserva Natural Esteros Del Ibera" ist vor allem für seine Vögel bekannt. Von denen gibt es auch sehr viele hier. Es soll auch Krokodile und Anakondas geben. Vielleicht sehen wir die auf unserem Boots-Ausflug. Maria steht wieder einmal in der Küche und hilft beim Empanadas zubereiten. Wie üblich mit viel Spass für alle. Sie sind denn auch wirklich gut. In der Zwischenzeit versuche ich den Besitzer davon zu überzeugen, dass ich die 21% Steuer nicht bezahlen muss wenn ich mit einer ausländischen Kreditkarte bezahle. Er ist der Ansicht es sei umgekehrt. Da hat Booking.com noch viel zu tun um das ihren Gastgebern zu erklären. Schlussendlich klappt es dann. Das ganze zieht sich hin, auch weil das Internet sehr instabil ist. Um 15.15h fahren wir mit dem umgebauten Ford Pickup zum Hafen. Der Besitzer erzählt mir stolz, dass er anstatt dem Ford-Motor einen luftgekühlten Magirus-Deutz Motor eingebaut hat. Das Boot gehört der Familie und sein Sohn ist der "Kapitän" und dessen Sohn ist auch dabei. Es ist kühl und bewölkt. Es sind auch noch zwei andere Boote unterwegs. Zuerst sehen wir die Capybaras (Wasserschwein) von gestern, dann einen stattlichen Hirsch. Die haben hier Schwimmhäute zwischen den Klauen, darum sind sie gute Schwimmer. Bald darauf treffen wir den ersten Yacare (Kaiman), die Krokodil-Art die hier lebt. Die werden bis zu 2m lang, sind aber für Menschen nicht gefährlich. Maria hat trotzdem einen Höllen Respekt vor ihnen. Wir sehen auch unzählige Vögel. Die Yacare sind fast alle auf dem Land, respektive den schwimmenden Inseln weil es kühl ist. Sie liegen unbeweglich da und man kann sehr nahe an sie heran fahren, bis sie sich bewegen. Meistens bleiben sie auch dann noch liegen wenn man nur 1m entfernt ist! Es ist eine schöne Tour. Nach zwei Stunden sind wir zurück. Ich will mein Motorrad verladen, lass es dann aber bleiben, weil es sehr schlammig ist. Wir werden das morgen auf der Strasse machen. Zum Apero meinen letzten Whisky. Zum Nachtessen gehen wir wieder ins "Yacaru Pora". Das Essen ist fast das gleiche wie gestern, nur mit Spiegelei statt Champignon.

Mi 19.12.2018
Am Morgen regnet es wieder, aber nur kurz. Ich hoffe das bleibt so, denn sonst wird es schwierig auf der Strasse nach Mercedes. Nach dem Frühstück verlade ich das Motorrad. Der Parkplatz ist schlammig, darum fahre ich dafür auf die andere Seite des Hotels. Da gibt es eine Art Fussgängerzone. Da ist es besser zum Verladen. Es regnet immer wieder. Um 10.15h fahren wir los. Der Regen hat aufgehört. Die Strasse ist zu Beginn einigermassen gut aber nicht geteert. Wir sehen wieder Capybaras (Wasserschwein) und einen Hirsch. Nach 1h und 33km Fahrt, sieht Maria einen Yacare (Kaiman) nahe bei einer Gruppe Capybaras. Sie will ein Foto machen, also fahre ich zurück. Dann passiert es, ich fahre als guter Schweizer Autofahrer an den Rand und bleibe prompt stecken! Der Hotel-Besitzer hat mir noch gesagt, "immer schön in der Mitte der Strasse bleiben". Ich versuche mich raus zu schaukeln, grabe mich aber nur noch tiefer ein. Ich hole meinen Klapp-Spaten und versuche eine Spur zu graben und mit Steinen und einer Matte zu füllen. Nützt alles nicht, wir stecken fest. Mobil-Empfang gibt es hier nicht. Es bleibt uns nichts anderes übrig als zu warten. Der Yacare ist immer noch da. Ich wundere mich die ganze Zeit, dass Maria nicht in Panik ausbricht. Nach einer Stunde endlich kommt ein Auto. Kaum hält er an, kommt ein zweites. Insgesamt 6 starke Männer. Mit vereinten Kräften schaffen wir es mein Auto aus dem Schlamm zu ziehen. Hinten zieht ein Toyota 4WD und auf der Seite schieben 4 Männer. Dabei wird meine Stoss-Stange lädiert, aber sonst ist alles in Ordnung. Nach 1¼h geht es weiter. Die Strasse wird nun schlechter und schmaler. Sie steht manchmal sogar unter Wasser. Gegen den Schluss der Schlamm-Strasse ist sie zwar etwa 10m breit, aber nur die mittleren 3-4m sind befahrbar. Beim Kreuzen bleibt immer ein Rad in der Spurrinne, damit man nicht wieder stecken bleibt. Auch das hat mir der Besitzer geraten. Es kommt zum Glück nicht oft vor. Einmal wird es nochmals brenzlig. Zum Glück wartet der entgegenkommende Fahrer bis ich aus dem Schlamm bin, denn meine Räder sind leicht am Durchdrehen. Endlich, nach 83km beginnt die geteerte Strasse. Heute ist der Durchschnitt ohne die erzwungene Pause nur bei 37km/h für den ungeteerten Teil. Nun geht es zügig bis nach Mercedes. Um 14.30 sind wir da. Das anvisierte Hotel hat kein Zimmer mehr frei. Vielleicht wollen sie auch nicht einen so dreckigen Gast. Sie geben mir aber die Adresse des Hotel "Ivyra Pyta". Da haben sie ein Zimmer. Ich dusche zuerst einmal und ziehe saubere Kleider an. Nachher ziehen wir los. Maria & Efraim wollen etwas essen und ich mein wohlverdientes Ankunfts-Bier. Fast alles ist geschlossen, aber wir haben Glück, ein Restaurant am Plaza San Martin hat Empanadas und Bier. Auf dem Heimweg kaufe ich noch einen Whisky und Crackers ein. Die Verkäuferin hat grosse Freude an uns und schenkt Maria sogar den Rosenkranz von der Marien-Figur im Laden. Ich erledige diverse Sachen, z.B. WhatsApp verschicken und Track speichern usw. Maria hat Probleme mit ihrem Magen weil es in Medan Probleme mit Lewy gibt. Ich gehe darum mit Efraim alleine zum Nachtessen. Das Restaurant "Sabores del Iberá" ist schön und offenbar gibt es viele Reservationen. Wir bekommen einen Tisch gleich beim Empfang. Efraim will wieder "Bife de Chorizo", ich nehme "Cerdo con Mostaza" (Schweins-Steak an Senfsauce). Schmeckt gut. Zum Dessert für Efraim Glacé und für mich einen riesigen Cognac und einen Kaffee. Zu Hause organisiere ich noch heisses Wasser für Maria. Ihr Magen spinnt immer noch.
(125km, 4¼h unterwegs, 1¼h festgesteckt, 82km nicht geteert)

Do 20.12.2018
Das Frühstück ist mickrig. Nachher reinige ich mein Auto notdürftig.
Kabine aussen, Fenster, Beleuchtung und die hintere Tür. Sieht etwas komisch aus, aber mehr kann ich im Moment nicht machen. Es regnet immer wieder. Um 11.30h fahren wir los. Zuerst noch tanken dann auf die Ruta Nacional 123 (RN123). Die ist ein einem guten Zustand, zum Teil ganz frisch geteert. Nach 1½h erreichen wir die RN12. Die ist die ersten 20km so schlecht, dass es Warnschilder hat. Nachher wird es besser, aber fast nie wirklich gut. Es hat kaum Verkehr. Um 14h sind wir in Goya. Das "Condado Hotel Casino" macht einen guten Eindruck. Im Hoteleigenen Restaurant essen Efraim & Maria etwas und ich bekomme mein Ankunfts-Bier. Efraim und ich testen danach den Pool. Um 18h erkunden wir das Städtchen. Am Ufer des Rio Paraná gibt es einen kleinen Park. Da trinken wir etwas. Es dauert sehr lange bis wir unsere Getränke bekommen, wie oft hier in Argentinien. Zum Nachtessen wollen wir ins Restaurant "Barcelona", das haben wir auf unserer Tour de Ville gesehen. Es passt uns aber gar nicht. Schlussendlich landen wir wieder im Hotel. Ins Spiel-Casino darf ich nicht, sagt mir der Aufseher. Mit Flip Flops gehe das nicht! Wir wollen ja gar nicht, sondern ins Restaurant! Das Essen ist gut und der Service auch.
(163km, 2½h unterwegs)

Fr 21.12.2018
Das Frühstücks-Buffet ist ziemlich schwach. Beim Bezahlen der Rechnung gehen die Probleme wieder los. Diesmal weil der Kartenleser keine Verbindung aufbauen kann. Ich bin fast sicher, dass dieses Problem nicht neu ist. Wir einigen uns, dass ich per Banküberweisung bezahle. Bis das alles erledigt ist, vergeht eine volle Stunde. Um einen Beleg zum Verschicken zu bekommen, muss ich schlussendlich doch mein Notebook auspacken. Mit der Android-App ist das wie fast üblich nicht möglich. Um 12h können wir endlich losfahren. Die RN12 ist meistens gut, es gibt aber auch schlechte Abschnitte mit vielen Schäden die nicht sehr professionell geflickt sind. Es hat wenig Verkehr, wir kommen zügig voran. Um 15h sind wir im "Hotel La Cautiva de Ramirez" in La Paz. Das Hotel ist eine Umgebaute Teigwaren-Fabrik. Ziemlich cool gemacht. Unser Zimmer ist einfach und geht zur Strasse. Die anderen seien alle ausgebucht, was ich nicht glaube. Maria startet fast durch weil sie Hunger hat. Nach 15h gibt es in Argentinien kaum ein Geschäft das offen hat. Nur bei der Tankstelle gibt es etwas zu Essen. Im Supermarkt einkaufen will Maria nicht. Also fahren wir dort hin. Das Essen ist ziemlich Scheisse, aber Maria beruhigt sich wieder. Wir schauen uns noch den "Plaza 25 de Mayo" an, dann fahren wir zurück. Efraim und ich stürzen uns in den Pool. Nachher bekomme ich endlich mein Ankunfts-Bier. Gegen taucht eine Frauengruppe am Pool auf. Sie machen Wassergymnastik. Maria amüsiert sich köstlich. Apero am Pool. Zum Nachtessen bleiben wir im Hotel. Das Restaurant "Garibaldi" soll das Zweitbeste vor Ort sein. Das Essen ist denn auch gut. Zurück im Zimmer buche ich noch das nächste Hotel in Paraná.
(203km, 3h unterwegs)

Sa 22.12.2018
Nach dem Frühstück reinige ich die Scheiben. Die ist vollgekleistert mit Libellen und anderen fliegende Tieren. Um 11.20h fahren wir los. Die RN12 ist jetzt wieder besser. Die Gegend ist leicht hügelig, das Wetter wieder einmal schön und fast wolkenlos. Nach etwas mehr als 100km sind wir in El Pingo. Da gibt es nichts ausser einer Tankstelle und dem Restaurant "El Empalme". Das ist allerdings jetzt ziemlich voll. Nach dem Tanken müssen Maria & Efraim verpflegt werden, es ist schliesslich fast 13h! Nach einer guten Stunde geht es weiter. Der Verkehr wird jetzt dichter, aber immer noch wenig. Um 15h erreichen wir das Hotel "Gran Hotel Paraná". Das hat schon bessere Zeiten erlebt, liegt aber genau im Stadtzentrum am Plaza de Mayo. Unser Zimmer passt mir nicht weil es gleich über einem Dach und dunkel ist. Es gäbe ein freies anderes 3-er Zimmer, aber der zuständige am Empfang will es nicht tauschen. Er wurde vor 2 Wochen fast entlassen, weil er ein Zimmer getauscht hat. Wir müssen warten bis der Boss kommt. Auf dem Plaza de Mayo gibt es eine Art Weihnachts-Markt. Maria muss da natürlich hin. Ich parkiere das Auto um und bekomme nachher mein Ankunfts-Bier. Maria & Efraim einen grossen und sehr süssen Coupe de Maison. Sie essen ihn nicht fertig. Nachher besuchen wir die "Catedral Metropolitana" die auch am Plaza de Mayo liegt. Zurück im Hotel, heisst es der Boss komme bald. Ich glaube nicht mehr, dass wir ein anderes Zimmer bekommen und richte mich ein. Kaum habe ich den Computer gestartet, können wir das Zimmer dann doch noch wechseln. Das neue Zimmer ist viel besser und wir können die Fenster offen lassen, brauchen die Klima-Anlage nicht. Zum Nachtessen gehen wir ins "Olivo", das soll gut sein. Meine Senf-Sauce ist allerdings die schlechteste die ich bis jetzt bekommen habe. Zurück im Hotel suche ich ein Hotel für morgen. Anstatt in Rosario buche ich aus Versehen in San Nicolás, etwa 60km weiter. Wenn ich es merke, ist es schon zu spät. Hier in Argentinien kann man fast kein Hotel stornieren ohne die erste Nacht bezahlen zu müssen. Ich hoffe, dass es wenigstens gut ist.
(172km, 3¾h unterwegs)

So 23.12.2018
Nach dem Frühstück packen wir und ich hole das Auto vom Parkplatz (200 ARS). Um 10.45h fahren wir los. Nach Santa Fé gelangt man nur durch einen Tunnel (170 ARS), sonst gibt es keinen Weg  auf die andere Seite des Rio Paraná. Es hat ziemlich viel Verkehr. Der lichtet sich erst nach Santa Fé. Die Gegend ist jetzt wieder sehr flach und eintönig. Die Autopista 1 (AP01) ist zeitweise in so schlechtem Zustand, dass ich lange Strecken auf der linken Spur fahre und nur nach rechts fahre, wenn ein Auto von hinten naht. Dafür muss man dann noch bezahlen! Nach 3h (167km) machen wir bei Opessa la Ribera eine Pause bei einer Tankstelle. Der Kassen-Service ist unglaublich langsam. Nach ½h fahren wir weiter. Rosario umfahren wir und gelangen auf die Ruta National 9 (RN9). Die ist in viel besserem Zustand. Um 15.15h sind wir in San Nicolás. Das Apart Hotel "De Los Arroyos" ist gut. Wir haben eine Wohnung mit 2 Schlafzimmern. Ich mus das Auto über einen Spezial-Eingang auf den Parkplatz fahren. Auf dem Dach im 9.Stock gibt es einen Pool. Den suchen Efraim & ich auch bald auf. Zum Apero kommt auch Maria hoch. Ich suche ein Airbnb in Buenos Aires. Maria will morgen dorthin zurück. Ich finde eines ganz nahe bei Vivian. Ich schreibe ihr diese. Ihre überraschende Antwort ist, wieso wir nicht bei ihr übernachten. Ich war der Ansicht, dass ihre Kinder und Enkel-Kinder nun dort sind. So erledigt sich meine letzte Suche von selbst. Zum Nachtessen gehen wir ins vom Rezeptionisten empfohlene "La Chacra". Ein schönes Restaurant, aber das Essen haut uns nicht aus den Socken.
(275km, 4½h unterwegs)

Mo 24.12.2018
Nach dem Frühstück ein letztes Mal packen und die Scheiben reinigen. Um 11.15h fahren wir los. Beim Herausfahren durch die Spezial-Ausfahrt reisse ich ein Kabel mit. Keine Ahnung wo das herkam, beim Hineinfahren sah ich kein Kabel. Die ganze Strecke bleiben wir auf der RN9. Bei Partido de San Pedro legen wir eine Pause im "EL Alegre" ein. Vivian teilt uns mit, dass morgen alle Läden geschlossen sein werden und ob sie für uns einkaufen soll. Ich erstelle eine Einkaufsliste. Beim Punkt Nudelsuppe dreht Maria plötzlich durch. Keine Ahnung wieso und das bleibt dann den Rest des Tages so. Ich tanke gleich nebenan und will den Reifendruck kontrollieren. Das gibt dann eine grössere Übung. Ich habe am Schluss weniger Druck wie vorher. Nach einiger Diskussion schaffen sie es den Kompressor zum Laufen zu bringen. Erst dann bringe ich den nötigen Druck in meine Reifen. Nach ½h geht es weiter. Richtung Buenos Aires wird der Verkehr immer dichter. Um 15.30h sind wir da und finden auch einen Parkplatz direkt vor dem Haus. Vivian freut sich uns wieder zu sehen. Nach dem Ausladen ab in den Pool. Es ist nämlich wieder heiss, 33C°. Mein Ankunfts-Bier gibt es erst nachher. Nachher gehen wir Einkaufen. In der Bäckerei muss man eine Nummer ziehen, weil es sehr viele Leute hat, die auf das frische Brot warten. Morgen ist alles geschlossen. Nach 20 Minuten bekomme ich das ofenfrische Brot. Wenn wir losmarschieren erscheint Vivian, sie will für uns Brot kaufen. Das hat sich erledigt und wir fahren mit ihr nach Hause. Apero im Garten. Vivian ist eingeladen und Maria steht immer noch neben den Schuhen. Ich hole Speck-Rösti aus dem Auto und koche für mich und Efraim das "Weihnachtsmenu" mit Rösti, Spiegelei und Kürbis-Suppe. Dazu guten Malbec-Wein. Erst nach und nach beruhigt sich Maria wieder. Um Mitternacht lassen sie hier viel Feuerwerk steigen. Sehen können wir es nicht, aber hören sehr gut.
(228km, 4¼h unterwegs)

Di 25.12.2018
Nach dem späten Frühstück ist Vivian zum Mittagessen eingeladen. Ich organisiere meine vielen Bilder, was ziemlich viel Zeit beansprucht, weil ich die Aufnahme-Zeiten kontrollieren muss. Schlussendlich sind nur Marias Zeiten beim Iguazú-Fall falsch, weil ihr Smartphone auf Brasilianische Zeit umgestellt hat. Dazwischen mache ich mit Efraim den Pool zum Schlachtfeld. Vivian kommt erst nach 20h zurück. Maria hat Suppe und Poulet-Fleisch und natürlich Reis gekocht. Vivian hat noch Gulasch, dazu kochen wir Spaghetti.

Mi 26.12.2018
Vor dem Frühstück gehe ich einkaufen. Martha ist irgendwie eingeschnappt, wir wissen nicht warum. Vivian wird mit ihr reden. Ich bringe noch die letzten Korrekturen bei der Bilder-Umbenennung an und führe nachher wieder einmal die Buchhaltung nach. Mit der Visa-Abrechnung gibt es einige Konfusion, bis ich merke, dass der Eintrittspreis zum Iguazú-Fall auf 4 verschiedene Belastungen aufgeteilt wurde! Wir holen alle schmutzige Wäsche und die Sachen die Maria mitnehmen wird aus dem Auto. Der Pool ist heute sehr willkommen, denn es ist wieder 33C° heiss. Martha hat sich wieder erholt und kocht zusammen mit Maria. Nachher wäscht sie unsere Wäsche. Ich gehe mit Efraim einkaufen. Der Spielwaren-Laden den ich gesehen habe ist aber nichts wert. Sogar Efraim findet nichts dass ihm gefällt. Zum Nachtessen gibt es Reis mit Poulet peruanische Art. Wir sitzen noch eine Weile mit Vivian zusammen, dann ab ins Bett. Heute ist es sehr warm in unserem Zimmer. Wir benützen zum ersten Mal die Klima-Anlage zum Einschlafen. Um 03h erwache ich und stelle sie ab.

Do 27.12.2018
Ich gehe mit Efraim Brot einkaufen. Vivian isst nur kurz mit uns, nachher muss sie los, um ihren Sohn vom Flugplatz abzuholen. Seine Frau kommt später mit einem anderen Flug? Ich kontaktiere Sebastian & Inés ob sie mal Zeit für ein treffen hätten. In Medan gibt es wieder einmal ein Problem mit Mario. Er soll eine Frau geschwängert haben und die hat ihn angezeigt. Für 60'000'000 IDR kam er wieder frei. Mama hat dafür ihr Haus belehnt und die wollen jetzt natürlich Geld sehen. Eine schräge Geschichte. Ich weiss nicht ob ich für diesen Taugenichts Geld in die Hand nehmen soll. Um 15h gehen wir ins nahe Restaurant "Ninnina". Das ist ziemlich teuer, aber der Hamburger ist gut und gross genug für zwei. Nachher fahren wir mit dem Zug nach Retiro. Von dort zu Fuss via San Martin in die Florida. Da passiert dann, was immer passiert wenn Maria Souvenirs sieht, sie verfällt in einen wahren Kaufrausch. Den kann man nur mit begrenztem Bargeld bremsen. Zwei Mal verlieren wir sie, weil sie anstatt zu warten einfach losläuft. In der Lavalle finden wir ein günstiges Schuhgeschäft und kaufen für Efraim und Maria ein. Für Efraim das verspätete und Maria das verfrühte Geburtstags-Geschenk. Endlich etwas zu trinken im "Bravo". Danach zu "meiner" Bank. Ich kann 2 Mal 6000 ARS abheben, aber leider nur in 100er-Noten. Das Nachtessen im "Los Romolinos" ist gut in üppig. Zu Fuss zum Bahnhof Retiro, da fährt aber um 23h kein Zug mehr. Darum zurück mit dem Bus 93. Kurz vor Mitternacht sind wir zu Hause.

Fr 28.12.2018
Vivian und ihre Kinder und Enkel reisen früh am Morgen ab. Ich gehe mit Efraim Brot einkaufen. Erst zu Hause merke ich, dass es keine Milch mehr hat. Nochmals einkaufen, diesmal aber ganz in der Nähe. Um 10h gibt es dann endlich Frühstück. Am Nachmittag fahren wir nochmals mit Martha in den Barrio Chino (China Town) und kaufen ein. Nachher finden wir ein China-Restaurant, das Nasi Goreng hat. Dazu eine grosse Nudelsuppe für uns alle. Maria schlägt zu. Auf dem Heimweg geht es ihr nicht mehr gut. Zurück zu Hause hat sie den "Dünn-Pfiff". Martha will sie ins Spital schicken. Maria hat immer etwas, zu viel oder zu wenig gegessen, die Nerven oder sonst etwas. Ich muss schlussendlich auch noch Vivian und Karin beruhigen, denn die sind inzwischen auch alle informiert worden. Martha hat einen guten Eintopf gekocht. Maria isst natürlich kaum etwas. Ich sitze mit Efraim noch etwas im Garten und trinke ein Glas Wein.

Sa 29.12.2018
Wie abgemacht wecke ich um 8h Efraim ganz leise. Er steht ausnahmsweise auch sofort auf und wir schleichen uns aus dem Zimmer. Maria hat heute Geburtstag und wir kaufen für sie eine Torte und Brot für das Frühstück. Wenn wir die Bäckerei verlassen wollen, geht ein schweres Gewitter nieder. Wir warten ¼h auf Besserung, die kommt aber nicht. So ziehen wir im Regen los. Zu Hause sind wir durch und durch nass. Zuerst unter die warme Dusche, dann Frühstück vorbereiten. Maria geht es wieder besser. Wir gehen noch in der Nähe einkaufen. Vivian hat uns das empfohlen. Wir kaufen vor allem Fleisch. Maria verschwindet wieder einmal. Wir sind schon lange zu Hause und sollten eigentlich auf den Zug. Ich gehe mit Efraim auf eine Rundtour durch das Quartier um Maria zu suchen. Wenn wir zurückkommen, steht sie vor dem Haus. Wir müssen uns beeilen um den Zug nach Retiro zu erwischen. Das Treffen mit Inés und Sebastian klappt doch noch, nachdem sie auf die erste Anfrage nicht reagiert haben. Um 14h sind wir bei ihnen. Wir sitzen zusammen und reden. Es gibt nur ein Glas Coca oder Tee für Maria. Bei den Reichen lernt man sparen! Ich kann Efraim noch mein ehemaliges Zimmer zeigen. Da wohnt jetzt David, er kommt auch aus der Schweiz. Nach etwa 1h verabschieden wir uns und gehen Richtung "Florida". Unterwegs finden wir das Restaurant "La Posta de los Tucu" da gibt es Ravioli und Spaghetti für Efraim und Maria. Für mich ein Bier. In der "Florida" finden wir ein günstiges Geschäft für T-Shirts. Maria schlägt voll zu, 10 T-Shirts, die meisten "10 - Messi" und 3 Taschen. Kosten mich 4770 ARS = 125 CHF und Maria ist glücklich. Zurück zu Hause noch ein Sprung in den Pool. Zum Nachtessen haben wir Martha eingeladen, aber sie kommt nicht. Wir gehen in "El Facon" und es ist wieder wie immer ein bestelltes Gericht gibt es nicht. Anstatt gegrillten Lachs bekommt Maria eine frittierten "Merluza" (Seehecht). Efraim und ich Parrillada (Grill-Platte) für 2 Personen. Die ist riesig mit Blutwurst, Nierli, Leberli, Steak …. Wir essen knapp die Hälfte davon. Den Rest nehmen wir nach Hause. Da gibt es dann zu Dessert noch ein Stück von Marias Geburtstags-Torte.

So 30.12.2018
Um 5h geht ein gewaltiges Gewitter nieder. Gegen 9h gehe ich Brot kaufen. Maria startet mit Kochen. Zuerst Nasi Goreng, der Reis ist nicht mehr gut, sie kann es wegwerfen. Dann Hackfleisch es schmeckt beim Anbraten schlecht, also wegwerfen. Ich gehe in den Laden und bekomme anstandslos ein neues Pack. Martha kann es kaum glauben. Es ist heute relativ kühl, "nur" 27C°. Maria will nicht aus dem Haus, so geniessen wir das Nichtstun. Ich reserviere vorsichtshalber ein 2-Bett-Zimmer in Ushuaia. Das kann ich bis am 30.01.2019 notfalls wieder stornieren. Zum Nachtessen gehen wir in die Pizzeria "La Guitarrita", heute kommt Martha mit. Die beiden "kleinen" Pizzas sind gut, der Wein auch, was will man mehr.

Mo 31.12.2018
Bernard schreibt, dass er lieber ein Einzelzimmer hätte. Vor dem Frühstück gehe ich mit Maria einkaufen. Ab heute 16h ist mehr oder weniger alles geschlossen. Maria ist zu faul um etwas zu unternehmen. Dafür steht sie lange in der Küche und kocht all die Sachen die wir in letzter Zeit gekauft, aber nicht verwendet haben. Zum späten Mittagessen gibt es eine selbstgemachte Nudelsuppe. Zum Apero Frites und Resten-Fleisch und –Fisch. Ich buche für Bernard ein Einzel-Zimmer für 50 USD. Der Gastgeber bietet mir den gleichen Preis an, wenn ich direkt bei ihm buche. Da wir schon viel gegessen haben, fällt das Nachtessen aus. Um Mitternacht schläft Maria schon fast und will nicht auf die Strasse kommen. Ich gehe mit Efraim nach draussen, aber da ist nichts los, nur ein paar Gestalten wie wir, die nach "Action" Ausschau halten. Nach 10 Minuten gehen wir zurück und trinken am Pool ein Glas Rotwein auf das neue Jahr. Efraim stark verdünnt!

Di 01.01.2019
Da niemand aufstehen mag, findet das Frühstück erst um 11h statt. Heute ist ein Faulenzer-Tag. Ab und zu in den Pool, etwas essen und trinken, sonst nichts. Maria packt ihre Koffer. Ich weiss nicht wie sie es ohne Annas 130-Liter-Tasche geschafft hätte. Alles ist voll. Zum Nachtessen gibt es Chorizo-Würste, Gemüse und Reis. Wenn wir mit dem Essen beginnen kommt Vivian und ihre Familie zurück.

Mi 02.01.2019
Vor dem Frühstück gehen wir einkaufen, Maria kommt auch mit. Die Söhne von Vivian möchten, dass ich schon am Freitag abreise, damit sie unter sich sein können. Vivian hat etwas Mühe, mir das zu sagen. Ich finde eine Unterkunft für 3 Nächte in Mar de las Pampas. Das hat mir Vivian empfohlen. Nachher packt Maria fertig und ich geniesse mit Efraim nochmals den Pool. Später beginnt es zu regnen. Da alle ausgeflogen sind, möchte Maria bereits früher zum Flugplatz. Um 18h fahren wir mit Cabify los. Diesmal gibt es keine "Trump"-Probleme. Um 18.45h sind wir da. Viel zu früh, der Check-In öffnet erst um 19.30h. Mit dem Gepäck gibt es diesmal kein Problem, es wird direkt nach Medan geschickt. Nur den Boarding-Pass nach Medan muss Maria in Singapore organisieren. Sie hat dafür 5h Zeit! Die Auswahl an Restaurants ist sehr beschränkt. Wir landen im "Hard Rock Cafe Buenos Aires". Die Bedienung ist ziemlich mühsam, sie bekommt dann auch kein Trinkgeld trotz des expliziten Hinweises, dass "Servico not included" ist. Auch der Hamburger überzeugt nicht, dafür ist alles ziemlich teuer. Um 21.45h verabschieden wir uns, Maria tränenreich wie meist. Mit Cabify fahre ich zurück. Vivian ist noch auf wenn ich ankomme. Wir trinken zusammen noch ein Glas Wein. Ich bekomme noch frische Bettwäsche, dann ab ins Bett.

Do 03.01.2019
Vor dem Frühstück lade ich noch die Bilder auf OneDrive und gehe dann Brot einkaufen. Ich warte mit dem Frühstück, bis die Familie fertig ist. Nachher stelle ich meinen Reisebericht fertig. Vivian will mir heute einen Platz zum Autowaschen und einen Coiffeur zeigen. Ihr Papierkram mit dem Verkauf ihres Elternhauses zieht sich länger hin als erwartet. Erst um 15h fahren wir los. Zuerst geben wir das Auto ab, dann gehen wir zu Fuss zum Coiffeur. Das ist weiter wie erwartet. Vivian wartet während sie mir die Haare schneiden. Sie erzählt ihnen meine halbe Lebensgeschichte. 350 ARS (9 CHF) kostet das Ganze. Zurück fahren wir mit dem Bus. Meine Auto ist noch nicht fertig. Sie geben sich alle Mühe den Schlamm zu entfernen. Nach ½h ist es soweit, mein Auto sieht für 650 ARS aus wie neu, jedenfalls fast. Zuhause arbeite ich weiter am Reisebericht. Ich bringe ihn aber nicht fertig wie geplant. Vivian lädt mich zum Nachtessen mit der Familie ein. Ich spendiere eine Flasche Wein.
(2.6km, 10 Minuten unterwegs und 1.5km zu Fuss)

Fr 04.01.2019
Vor dem Frühstück packe ich und bringe einen Teil bereits ins Auto. Dann gehe ich Brot einkaufen und geniesse mein letztes Frühstück in Buenos Aires. Maria kommt bereits mehr als eine Stunde früher in Medan an. Gut für sie, aber Jet Star ist wirklich eine Scheiss-Fluggesellschaft. Denn wir wurden darüber nicht informiert. Abschied von Vivian, sie wird mich vermissen meint sie. Sie muss vor meiner Abfahrt gehen. Ich packe den Rest zusammen und verabschiede mich von Martha und gebe ihr 500 ARS fürs Wäsche machen. Um 11h fahre ich los. Das Navi führt mich mitten durch die Stadt. Es geht zügig vorwärts, erst auf der Avenida Corrientes vor dem Obelisk stockt der Verkehr wegen einer Baustelle. Ich brauche für die 1.5km 20 Minuten. Dann geht es wieder zügig weiter. Um 12h bin ich auf der Autopista RN1. Am Anfang hat es viel Verkehr. Auf der Autovia RP2 nimmt der Verkehr dann immer mehr ab. Nach 200km mache ich um 14.15h bei Castelli eine Pause und tanke. Kurz nachher verlasse ich bei Dolores die Autobahn und fahre via Ruta Provincial 63 (RP63) zur Ruta Provincial 11 (RP11). Dieses Stück ist nur 2-spurig und in ziemlich schlechtem Zustand. Die RP11 ist dann wieder 4-spurig. Später wechsle ich auf die RP56 und komme bei Pinamar wieder zurück auf die RP11. Die ist ab hier nur noch 2-spurig. Es hat aber kaum Verkehr. Kurz nach 17h erreiche ich Mar de las Pampas. Das Airbnb von Dario ist ein verwinkelter Bau mit mehreren Ferienwohnungen. Die Parterre Wohnung gefällt mir nicht, weil man da ausgestellt ist. Er gibt mir eine Wohnung im 3.Stock. Über 2 steile, schmale Wendeltreppen muss man hochsteigen. Dafür hat man dann Aussicht in den Wald. Der ganze Ort liegt in einem Kiefern-Wald und ist auf Sand gebaut. Keine Strasse ist geteert. Entgegen den Angaben gibt es kein Frühstück. Ich muss es selbst einkaufen. Ich mache mich auf den Weg Richtung Strand. Alle Häuser sind im Wald versteckt. Es gibt keine grossen Gebäude. Ich find nur einen Maxi-Kiosk und beschliesse zuerst den Strand zu besuchen. Den erreicht man über eine hohe Sanddüne. Auf der andern Seite gibt es einen endlosen Sandstrand. Es weht ein kühler kräftiger Wind. Niemand ist im Wasser. Sie vermieten hier Strand-Hütten um sich gegen den Wind zu schützen. Die stehen in Reih und Glied, erinnern mich an Rimini. Ich geniesse mein Ankunfts-Bier auf der Windgeschützten Terrasse. Auf dem Rückweg kaufe ich im Maxi-Kiosk Milch und Butter. Mehr haben sie nicht. Sie sagt mir wo ich einen Mercado finde. Ich gehe zu Fuss hin und finde dort alles was ich brauche. Insgesamt bin ich 3.9km zu Fuss unterwegs. Maria ruft an, sie kann nicht schlafen. Um 21h gehe ich gleich nebenan ins Restaurant "La Cocina Del Colo Y Ale". Mein Rindsfilet mit Pilzen schmeckt gut, dazu eine 375ml Flasche Elementos, mein quasi Hauswein.
(396km, 6¼h unterwegs und 3.9km zu Fuss)

Sa 05.01.2019
Beim Frühstück machen gibt es technische Probleme. Es dauert eine Weile, bis ich merke, dass die Kochplatte erst heizt wenn der Timer nicht auf Null steht! Nach dem Frühstück ist "Büro" angesagt. Reisebericht fertig stellen, Route planen usw. Um 15h bin ich fertig und verschicke die E-Mails. Dann gehe ich an den Strand. Heute ist es wärmer als gestern. Die Leute gehen nun auch ins Wasser. Ich gehe etwa 2km dem Strand entlang Richtung Süden. Der ist wirklich fast überall voll. Es ist ja auch Hochsaison. Nur ein kurzes Stück hat es keine Häuser hinter den Dünen. Sonst sieht man immer Gebäude hinter den Dünen. Zurück bei "meinem" Strandzugang genehmige ich mir ein Bier. Zurück zu Hause Duschen und Apero. Zum Nachtessen gehe ich ins "Puerto Pampa", eine schöne Pizzeria. Es ist warm genug um draussen zu sitzen. Die Pizza ist gut, selbst die Chica ist zu gross. Zum Abschluss gibt es sogar einen richtigen Grappa.
(6km zu Fuss)

So 06.01.2019
Es regnet, kein Grund um früh aufzustehen. Nach dem Frühstück plane ich meine weitere Reise. Ich muss Gas geben um am 3.Februar in Ushuaia zu sein. 100km pro Tag reichen nicht. Ich buche ein Zimmer in Tres Arroyos und frage ein Zimmer in Bahía Blanca an. Gegen 15h gehe ich wieder an den Strand. Es ist bewölkt, darum hat es viel weniger Leute als gestern. Ich gehe etwa 2km dem Strand entlang, diesmal nach Norden. Hier hat es erst nach 2km Häuser hinter den Dünen die man sieht. Beim Strandzugang das schon traditionelle Bier. Zurück zu Hause buche ich alle Unterkünfte bis Puerto Madryn, das sind 1317km in 6 Tagen. Das dauert fast bis 20h. Nach dem Apero gehe ich nochmals ins "Puerto Pampa". Ich habe gestern gesehen, dass sie Gulasch mit Spätzli haben. Das schmeckt nicht schlecht, dazu ein Bier. Um 22h bin ich zurück.
(6km zu Fuss)

Mo 07.01.2019
Frühstück, dann Packen. Um 11h fahre ich los, wieder einmal auf der falschen Seite. Ist mir schon lange nicht mehr passiert. Ab in die Pampa. Es ist hier wirklich sehr flach. Sobald die Strasse in Küstennähe ist, hat es Bade-Orte. Es wird immer nebliger. Um 12.45h bin ich mitten in Mar del Plata. Eine grosse Stadt mit grossem, hässlichem Strand. Da ist Rimini direkt schön. Ich brauche fast 1h für die 30km. Nachher wird der Nebel noch dichter und man sieht von der Gegend nichts mehr. Vor Miramar hat es einige riesige Ferien-Siedlungen, die am verfallen sind. Um 14h bin ich am Ziel. Fran empfängt mich strahlend. Ich richte mich ein, dann trinke ich mein Ankunfts-Bier im Garten. Es ist immer noch neblig, wenn ich zum Strand gehe. Der ist gar nicht schön, mit hässlichen Hochhäusern im Hintergrund. Daneben ist Rimini direkt ein Traumstrand! Ich sehe mir noch die Fussgängerzone an. Dort kaufe ich mir einen Hotdog und gehe zurück. Zum Apero sitze ich mit Fran zusammen und wir reden über unsere Reisen. Seine Mutter setzt sich auch zu uns. Wenn Fran weggeht, sitze ich noch eine Weile mit seiner Mutter zusammen. Sie kann nur spanisch, aber es klappt irgendwie schon mit der Verständigung. Zum Nachtessen gehe ich ins Parrilla "Lo de Jorge Rivarola", das hat mir Fran empfohlen. Asado mi russischem Salat schmeckt gut. Um 23h bin ich im Bett.
(145km, 2¾h unterwegs und 5km zu Fuss)

Di 08.01.2019
Nach dem guten Frühstück packe ich und verabschiede mich von Fran und seiner Mutter. Um 10.45h fahre ich los. Es ist heute sehr stark windig, dafür hat es keinen Nebel mehr und die Sonne scheint, zumindest teilweise. Die Gegend ist sehr flach, eben die Pampa. Via RP78 und RP88 fahre ich nach Quequen-Necochea. Die Gegend ist von vielen riesigen Feldern geprägt. Die Getreidefelder sind schon fast alle abgeerntet, aber noch nicht alle, darum hat es viele Lastwagen unterwegs die die Ernte zu den Silo-Anlagen bringen. Es gibt aber auch Mais- und Sonnenblumen-Felder von unvorstellbarer Grösse. In Necochea mache ich nach 2h eine Pause. Ich tanke und esse eine Empanada. Die restlichen 140km auf der RN228 bis Tres Arroyos sind geprägt durch starken Wind und riesige Felder. Gegen 14.30h bin ich am Ziel. Mein Zimmer ist klein, aber nicht schlecht und das "Frühstück" das sie bereitstellen ist ein Witz. 2 Madeleines, 1 Beutel Milchpulver, 1 Beutel Fertigkaffee und ein 1 Tee-Beutel. Darum heisst es "Breakfast included"! Ich werde etwas einkaufen gehen für das Frühstück. Ich hole meine Kühlbox aus dem Auto um Käse, Bier usw. im Kühlschrank zu lagern. Dann richte ich mich ein und erledige das "Büro". Um 17h gehe ich Einkaufen und mache eine kleine Besichtigungs-Tour. Nichts Besonderes, ausser dass sie hier eine Kirche haben, die eher aussieht wie eine Moschee. Apero im Zimmer. Zum Nachtessen gehe ich in den "Club Quilmes", der wurde mir empfohlen. "Lomo de Cerdo" schmeckt sehr gut und ist sogar richtig gut gewürzt, dazu Frites und einen Tomatensalat mit viel Zwiebeln. 490 ARS inkl. Wein, Bier und Trinkgeld. Eines der günstigsten Essen bisher.
(241km, 3½h unterwegs und 3.7km zu Fuss)

Mi 09.01.2019
Ich erwache in der Nacht, weil ein Gewitter niedergeht. Am Morgen regnet es immer noch. Ich bereite mein Frühstück im Zimmer zu. Nur um das Ei weich zu kochen, gehe ich in die Küche. Ist ein bisschen eng, aber es geht und schmeckt vor allem. Um 10.15h fahre ich los. Der Regen hat aufgehört, dafür geht wieder ein starker Wind. Es ist weiterhin sehr flach mit vielen abgeernteten Getreidefeldern. Ich komme mir vor wie in einem Getreidefeld grösser als die Schweiz! Bei Coronel Dorrego stoppt mich die Polizei bei einer Strassenkontrolle. Sie wollen nur meinen Ausweis sehen und wissen was ich transportiere. Da ich nur Reisender bin, kann ich gleich wieder weiterfahren. Allerdings vergesse ich wieder einmal den Sicherheits-Schalter und die Elektronik stoppt mich zuverlässig nach exakt 5 Minuten. Gegen Ende wird es etwas hügelig. Alle paar Kilometer geht es etwa 20m hinunter, dann gleich wieder hinauf. Kurz vor Bahía Blanca gibt es einen Lastwagenstau. Unglaublich viele Lastwagen fahren zum Hafen oder kommen von da. Es müssen hunderte sein. Kurz vor 13h bin ich bereits in meiner Airbnb-Unterkunft. Beim Einparken beschädige ich meine neue Tropfkante an einem Baum der in die Strasse hinaus reicht. Die Bleche bewähren sich bestens. Muss sie später wieder richten. Mein ursprünglich gebuchtes Einzelzimmer geht zur Strasse. Zum Glück ist das Doppelzimmer frei und ich kann nach hinten hinaus schlafen. Da gibt es einen schönen Garten und es ist viel ruhiger. Ich richte mich ein und trinke mein Ankunfts-Bier auf dem kleinen Balkon. Dann erledige ich das "Büro". Danach repariere ich den "Dachschaden". Apero auf dem Balkon. Sonia meint ich soll doch zu ihr runter in den Garten kommen. Wir unterhalten uns so gut es geht mit meinen minimalen Spanisch-Kenntnissen. Das nächste Restaurant ist die Pizzeria Tomasito. Da gehe ich hin. Die Pizza hat einen dicken Brotboden und sehr viel Käse. Mit Rohschinken ist sie aber nicht schlecht, nur wie immer viel zu gross. Den Schinken esse ich allen, vom Boden nur etwa die Hälfte. Zum Glück gibt es gutes Weizenbier von der eigenen Brauerei zum runterspülen. Es ist kühl geworden. Ich lasse das Fenster nur einen Spalt breit offen in der Nacht.
(196km, 2½h unterwegs)

Do 10.01.2019
Am Morgen regnet es und ist kalt. Zum wie üblich mickrigen Frühstück hole ich Milch und Brot aus dem Auto. Um 10.15h fahre ich los. Im Zentrum tanke ich noch voll. Es hat viele Lastwagen unterwegs. Die fahren aber zum Glück alle auf der RN22 Richtung Westen und nicht auf die RN3 Richtung Süden. Es windet wieder stark, dafür ist der Himmel blau, zumindest am Anfang. Kalt ist es, max. 20C°! Die Strecke ist nun abwechslungsreicher. Es hat kleine Hügel und nicht mehr die riesigen Felder. Es gibt da eine neue Regel nach Murphy, die besagt, dass der Wind immer von der Seite oder von Vorne kommt, nie von hinten! Das gilt vermutlich für Velofahrer noch mehr als für Lastwagenfahrer. Manchmal muss man sich richtig konzentrieren wegen der Wind-Böen. Zwei Mal gibt es Quarantäne-Kontrollen. Fleisch, Früchte und Pflanzen dürfen nicht transportiert werden! Ich habe nur einen Apfel dabei, und den verschweige ich. Der Himmel ist immer mehr bewölkt. Bei Villalonga mache ich nach 2½h Fahrt eine Pause. Die Empanadas sind nicht gut. Nach ½h fahre ich weiter. Es beginnt nun sogar zeitweise zu regnen und es ist kalt. Ich heize, damit ich nicht friere. Zum ersten Mal sehe ich einen funktionierenden Windpark. Eigentlich verwunderlich bei so viel Wind und Platz wie sie hier haben. Die Bewölkung löst sich langsam auf. Wenn ich in Viedma ankomme, ist der Himmel blau. Um 15h bin ich bei meiner neuen Unterkunft. Ein cooles Studio. Und kühl ist es auch. Bevor ich den Ort erkunde, ziehe ich lang Hosen, Socken und ein Unterleibchen an. Es ist nur 20C° "warm". Ich gehe zum grossen Fluss, dem Rio Nero. Ich bin nun nicht mehr in der Provinz Buenos Aires, sondern in Rio Nero. Auf dem Rückweg besichtige ich die Kathedrale "Catedral Nuestra Señora de la Merced" und kaufe ein, Grundnahrungsmittel wie Brot, Milch, Joghurt, Käse und Bier. Zu Hause erledige ich noch das "Büro", dann gibt es Apero. Das Restaurant für das Nachtessen das ich mir ausgesucht habe hat Betriebsferien, das nächste ist auch geschlossen, das dritte passt mir nicht. Ich lande schlussendlich im "La H es Muda". Ein Restaurant mit Indoor-Kinderspielplatz. Dementsprechend hat es viele Kinder. Das Essen haut mich nicht vom Stuhl. Zurück im Studio habe ich den WC-Türgriff in der Hand. Der Designer hat gute Arbeit geleistet, die Handwerker und der Einkäufer überhaupt nicht. Alles ist billig und erst noch schluderig verarbeitet.
(282km, 4½h unterwegs und 3km zu Fuss)

Fr 11.01.2019
Das Frühstück kochen klappt wunderbar. Um 10.30h fahre ich los. Es hat wenig Verkehr, aber viel Wind. Nach 50km beginnt das langweiligste Stück meiner bisherigen Reise. Für 110km und 80 Minuten geht es einfach gerade aus. Nur etwa in der Hälfte gibt es eine Rechts- und gleich nachher eine Links-Kurve. Entweder um die Leute wach zu halten oder weil sich die Strassenbauer verschätzt haben. Kurz vor dem Ziel, will ich in San Antonio Oeste tanken, aber es hat mir zu lange Warteschlangen. In Las Grutas gibt es auch eine Tankstelle aber die wollen Bargeld. Ich verzichte. Die Residencial Choele Choel ist einfach, aber mit einem gewissen Charme. Ähnlich einem Motel. Es gibt nur 9 Zimmer, alle ebenerdig. Ich richte mich ein und trinke das obligate Bier. Nachher mache ich mich auf den Weg zum Strand. Ich bin ziemlich überrascht. Es ist ein richtiger Ferienort, und der ist voll. Der Strand liegt unterhalb von etwa 20m hohen Klippen. Im Moment ist eine Flut von 7.5m und der Strand ist darum schmal und unglaublich dicht belegt. Ich komme zu Fuss manchmal kaum durch. Bei Flut kann man nicht den ganzen Strand entlang gehen. Zwischendurch muss man hoch auf die Strasse. Beim Hauptzugang genehmige ich mir ein Bier und schaue dem Treiben zu. Zurück gehe ich durch die Fussgängerzone. Zurück plane ich meinen Besuch in Puerto Madryn. Peter der Bruder von Martin, bei dem ich dort wohnen werde war früher Reiseleiter und macht mir einige Vorschläge. Ich will die Tour auf die Halbinsel Valdes nicht mit meinem Auto machen, denn es sind etwa 400km! Für 2250 ARS kann ich gerade mal den Diesel bezahlen den ich dafür brauche. Er reserviert für mich eine Tour. Apero auf der Terrasse des ehemaligen kleinen Restaurants. Es sind noch vier Paare hier die zusammen gehören. Sie haben es lustig und kochen in der Küche. Der Besitzer hat mir angeboten für mich etwas zu kochen. Das Bife de Chorizo ist sehr gut. Dazu einen Tomatensalat mit viel Zwiebeln. Brot habe ich selbst noch genug von gestern. Um 22h verschwinden alle und ich gehe auch schlafen.
(189km, 1¼h unterwegs und 3km zu Fuss)

Sa 12.01.2019
Um 8h stehe ich auf und wecke den Besitzer, damit ich in die Küche kann. Er bereitet Kaffee für alle zu. Die andern bewundern mein Frühstück mit Brot, Käse, Butter, Ei und Joghurt. Sie essen nur etwas Süsses, dazu Mate oder Kaffee. Ich packe zusammen und bezahle Essen und Trinken. 490 ARS für ein grosses Bife de Chorizo, Tomatensalat und 2 grosse Dosen Bier. Um 10.30h fahre ich los. Zuerst zur Tankstelle. Weil ich bar bezahlen muss, tanke ich nur 20 Liter. Am Ortsausgang nehme ich ein Paar  mit. Sie wollen nach Mendoza. Nach 30km steigen sie bei der Abzweigung der RN23 aus. Heute hat es in beiden Richtungen viel mehr Verkehr als gestern. Der Wind ist nicht so stark wie gestern, oder kommt vielleicht ausnahmsweise von hinten. Aber 2 Mal erfasst mich eine starke Böe von der Seite, ich fahre fast auf die Gegenseite. Nach 1¾h erreiche ich Sierra Grande. Da hat es wirklich richtige Berge und vor allem eine Tankstelle. Ich stelle mich in die Warteschlange. Nach 12 Minuten merke ich, dass sie an diesen Säulen nur den teueren Diesel verkaufen. Für den billigen muss ich zu den Lastwagen-Säulen. Da gibt es überhaupt keine Warteschlange. Nach gut 20 Minuten fahre ich weiter. Die Berge hören gleich nachher wieder auf und es ist wieder flach mit kleinen Hügeln wie bisher. 30Km vor Puerto Madryn gibt es einen ziemlich grossen Windpark. Um 14.30h bin ich am Ziel. Das Airbnb von Martin ist ein schönes Haus, innen und aussen. Adriana, die Frau von Martin zeigt mir das Haus. Später kommt Peter der Bruder von Martin dazu. Er hat für mich eine Tour auf der Halbinsel Valdez reserviert. Er spricht gut Deutsch. Die Familie ist 1952 nach Argentinien gezogen. Er gibt mir noch ein paar Tipps und erreicht sogar, dass ich die Tour erst am Montag im Büro des Veranstalters mit Kreditkarte bezahlen kann. Ich mache noch etwas "Büro". Nachher gehe ich zum Strand. Es windet wieder und es ist Ebbe, der Strand sehr breit. Auch hier ist die Flut 5m höher als die Ebbe. Am Pier liegt ein grosses Kreuzfahrt-Schiff. Ich gehe etwa 1km den Strand entlang. In "Coral" suche ich mir einen windgeschützten Tisch, bestelle Weisswein und geniesse die Aussicht. Für den sehr kleinen Wein (187ml) verlangen sie 160 ARS, da werde ich nicht wie geplant zum Nachtessen gehen. Zu Hause ziehe ich wieder warme Kleider an, denn es ist weniger als 20C° warm. Nachtessen im "Oliva Negra". Der Tagesteller schmeckt sehr gut, "Chuleta de Cordero" (Lammkotelett) an Rotwein-Sauce mit Kartoffelstock. Der Heimweg ist kurz aber kalt.
(268km, 4h unterwegs und 5km zu Fuss)

So 13.01.2019
Aufstehen um 06.30h! Frühstück mit selbst gebackenem Brot. Aber auch hier gibt es Pulvermilch. Ich denke nicht daran, dass ich eigene Milch im Kühlschrank habe. An den Käse aber schon, denn es gibt nur Konfi und Süsses. Um 07.40h werde ich abgeholt. Wir fahren noch zu 3 anderen Orten um Leute abzuholen. Unter anderen auch Doris & Jürg aus Zürich. Wir fahren am grössten Aluminium-Werk von Argentinien vorbei. Da liegen Maste und Propeller für mehrere Windturbinen bereit. Nun ist auch klar wieso es hier so ein grosses Umspannungswerk hat und der Windpark gehört zum Alu-Werk. Um 9h der erste Stopp beim Informations-Zentrum beim Istmo Carlos Ameghino. Der nächste Halt ist beim Punta Piramides. Da hat es Seelöwen. Die sind relativ weit weg, weil wir oben auf der 50m hohen Klippe sind. Ein schöner Platz. In Puerto Piramides ist der nächste Halt. Wir trinken etwas, dann geht es weiter. Kurz nach Puerto Piramides endet die geteerte Strasse. Ab jetzt nur noch Naturstrasse, die allerdings sehr breit und in gutem Zustand ist. Nur die üblichen Rippen stören manchmal. Nach Punta Delgada sind es knapp 60km. Doris und Jürg übernachten hier. Nach dem ziemlich teuren Mittagessen steigen wir über eine Treppe die Klippe hinunter zu den See-Elefanten. Nur die Weibchen sind hier und häuten sich. Die See-Elefanten gibt es nur hier auf der Peninsula Valdes und in der Antarktis. Weiter geht es zum Punta Cantor (28km). Dort beginnt die Lagune Caleta Valdés, da gibt es auch See-Elefanten. Etwa 2km weiter ist der Punta Cero, da gibt es ein kleine Kolonie Magellan-Pinguine, für mich der Hauptgrund für diese Tour. Man kann ganz nahe an sie ran. Dann geht es ohne Halt zurück. Bis zum Ende der ungeteerten Strecke sind es nochmals 70km, d.h. total 160km ungeteerte Strasse. Ein kurzer Stopp beim Informations-Zentrum, dann zurück nach Puerto Madryn. Um 18h sind wir zurück. Ich werde vor der Haustür ausgeladen. Adriana ist hier. Ich sage ihr, dass ich eine Nacht bei ihnen zu Hause wohnen werde, dann trinke ich ein Bier im schönen Garten. Eine Familie aus Italien kommt an. Sie haben ein sehr ehrgeiziges Reisprogramm. Zum Nachtessen gehe ich ins "Yoaquina" gleich neben dem "Coral" das ich boykottiere. Es liegt am Strand. Es hat viele Familien. Mein Lomo Yoaquina schmeckt sehr gut, obwohl es mehr als "a punto" gegart ist. Der Wein ist auch hier teuer, dafür kann ich sogar das Trinkgeld mit der Kredit-Karte bezahlen. Um 23h bin ich zurück.
(374km, 10h unterwegs mit dem Tour-Bus und etwa 5km zu Fuss)

Mo 14.01.2019
Zum Frühstück gibt es heute leider kein selbstgebackenes Brot. Nachher plane ich meine weitere Route bis Ushuaia. Die Teilstrecken werden grösser sein als erwartet, darum bin ich zu früh dran. Ich muss an einigen Orten länger bleiben. Martin ist zurück, er bestellt mir in Camarones telefonisch ein Hotelzimmer für 2 Nächte im "Indalo Inn". Die habe ich per E-Mail angefragt, aber keine Antwort bekommen. Ich frage noch 2 Airbnb in Comodoro Rivadavia an. Weil ich aber noch nicht sicher bin ob ich eine oder 2 Nächte in Camarones bleibe, reserviere ich noch nichts. Ich fahre zum Büro des Tour-Organisators Puma und bezahle die Tour von gestern. Auf dem Rückweg tanke ich noch. Am Nachmittag kommen neue Gäste, der Freund des einen studiert in Zürich, da muss natürlich ein Foto von meinem Auto her. Bevor wir zu Martin und Adriana fahren, trinke ich noch ein Bier mit Martin. Um 19h fahren wir los. Nach 10 Minuten sind wir da. Ein schönes Haus, Martin hat es selbst gebaut als er in der Krise im Jahre 2001 keine Arbeit hatte. Ich spendiere meinen Wein zum Nachtessen. Die Italiener sind auch eingeladen. Da sie aber nicht erreichbar waren, haben sie schon Fleisch eingekauft. Das bringen sie mit. Martin kocht sehr gute Kartoffel-Scheiben mit viel Zwiebeln. Darauf werden am Schluss die Fische gegart. Schmeckt sehr gut. Dann natürlich auch das mitgebrachte Fleisch vom Grill. Die Italiener verabschieden sich um 23h. Adriana gibt uns noch ein selbstgemachtes Souvenir, ein Schaf aus Holz und Fell. Sie ist eine vielseitige Künstlerin und verkauft auch an bekannte Souvenir-Geschäfte. Ich sitze noch bis nach Mitternacht mit Martin zusammen.
(11km Fahrt)

Di 15.01.2019
Um 9h gibt Frühstück, wieder mit selbstgebackenem Brot. Martin & Adriana müssen Arbeiten. Um 10.30h fahre ich los. Zwischen Puerto Madryn und Trelew ist die Autovia RN3 fast durchgehend 4-spurig, nur etwa 300m fehlen auf der Strecke, aus was für Gründen auch immer. Etwa in der Hälfte gibt es eine grossen Windpark und ein Gefängnis. Da stört beide nicht! Bis Trelew hat es ziemlich viel Verkehr, nachher kaum mehr. Dafür hat es jetzt nur noch 2 Spuren und oft Spurrillen von den schweren Lastwagen. Zusammen mit dem heftigen Seitenwind macht es das fahren manchmal ziemlich anspruchsvoll. Ein Windstoss ich auch Schuld, dass ich wieder einmal eines meiner Abdeckbleche verliere. Zum Glück hat es wenig Verkehr und ich kann das Blech aufheben, bevor das nächste Auto kommt. Die Ecken haben gelitten. Nach etwa 200km und 2¾h Fahrt mache ich eine Pause und esse ein heisses Sandwich. Nach 20 Minuten fahre ich weiter. 46km weiter verlasse ich die RN3 und fahre auf der RP30 bis nach Camarones. Es ist jetzt viel angenehmer zum Fahren. Es hat keine Spurrillen und vor allem habe ich jetzt Rückenwind. Um 15h bin ich beim Hotel Indalo Inn. Mein Zimmer ist klein, aber nicht schlecht. Ich richte mich ein und trinke mein Ankunfts-Bier. Um 18.30h erkunde ich das Dorf. Es gibt noch viele alte Blech-Häuser und einen Hafen. Am Hafen haben sie eine kleine Promenade gebaut. Sie bauen auch schöne neue Strassen. Nach ½h bin ich zurück. Apero im Zimmer mit Aussicht auf die grosse Bucht. Nachtessen im Hotel, es ist das einzige Restaurant vermute ich, darum hat es relativ viele Leute. Zur Vorspeise Rohschinken mit russischem Salat, dann ein Kalbs-Kotelett mit Frites. Beides schmeckt gut. Dazu eine Flasche Shiraz für 150 ARS (4 CHF)! Ich trinke "nur" die halbe Flasche. Den Rest behalte ich für morgen. Um 23h bin ich im Bett. Es stürmt wieder heftig.
(322km, 4½h unterwegs und etwa 2km zu Fuss)

Mi 16.01.2019
Es stürmt ziemlich heftig. Das Frühstück ist typisch argentinisch, nur Süsses. Aber wenigstens ist das Brot gut und ich bekomme sogar einen zweiten Kaffee. Um 10.30h fahre ich los. Die ganze Strecke ist ungeteert. Es ist eine schöne Strecke, sie führt dem Meer entlang zu den vielen schönen Buchten. Nur die berüchtigten Rippen stören das Vergnügen ein wenig. Der Wind ist stürmisch und kühl. Heute muss man keinen Eintritt bezahlen, weil die Parkwächterin keine Tickets hat! Ich bin ganz alleine bei der Pinguinera. Es hat einen Metall-Steg der durch das Gebiet führt. Die Magellan-Pinguine haben bereits fertig gebrütet. Die Jungen sind schon fast so gross wie die Eltern, nur grau. Die lassen sich überhaupt nicht stören. Sie haben Bruthöhlen gegraben. Es sind einige hundert die hier brüten. Nach ½h kommen ein Auto und ein Camper an. 6 Leute "stören" die Ruhe. Auf dem Rückweg fahre ich zum von der Parkwächterin empfohlenen Aussichtspunkt. Die Aussicht ist sehr schön und der Wind noch stürmischer als unten in der Bucht. Wäre der Wind nicht, könnte man in den verschiedenen Buchten baden. Es ist aber zu kalt. Um 13.30h bin ich zurück. Im Restaurant esse ich eine kalte gefüllte Rindsroulade mit Kartoffelsalat. Da es im meinem Zimmer keinen Tisch hat und im Hotel nur ein ganz kleiner vorhanden ist, hole ich meinen Tisch aus dem Auto und erledige diverse "Büro-Arbeiten". Der Nachmittag ist im Nu vorbei. Apero im Zimmer. Zum Nachtessen bleibe ich im Hotel. Heute gibt es Milanese Completo. D.h. mit Spiegelei und Frites, dazu einen Tomatensalat mit viel Zwiebeln und den Rest des Weines von gestern. Es ist hier unglaublich trocken. Laut Wetterbericht ist es um 22h 16.5C° "warm" und hat eine Luftfeuchtigkeit von 32%. Am Morgen war sie sogar nur 20%. Im Zimmer ist es 22C° und noch trockener. Das merkt man in der Nase und den Augen. Um 23h bin ich im Bett.
(63km, 3h unterwegs)

Do 17.01.2019
Nach dem Frühstück packe ich zusammen und reinige die Scheiben am Auto. Um 10.45h fahre ich los. Der erste Stopp bei der Tankstelle auf der RN3. Die haben nur noch den teureren Diesel, darum tanke ich nur 20 Liter. Die Strasse liegt nun auf 400müM und steigt langsam an bis 600müM. Man sieht immer wieder Täler wie Canyons, aber die Strasse bleibt meistens oben. Zu sehen gibt es nicht viel ausser Buschland. Der Wind und die Spurrinnen sind auch wieder da. 40km vor dem Ziel geht es dann plötzlich ziemlich steil bergab. Comodoro Rivadavia ist eine Erdöl-Stadt und liegt am Meer. Mein Airbnb liegt am anderen Ende der Stadt. Ich richte mich ein und geniesse mein Bier im Garten und rufe wieder einmal Markus und Stefan an. Ich kann meine Wäsche zum Waschen geben. Der Vorteil der trockenen Luft zeigt sich in einer sehr kurzen Trockenzeit. Zum Apero ist alles bereits trocken. Ich buche noch die nächsten 3 Übernachtungsorte. Micaela hat mir das "Borrego" fürs Nachtessen empfohlen. Ich schaue im TripAdvisor nach und mache mich auf den Weg. Nach 1.7km bin ich am angegebenen Ort, aber das Restaurant nicht. Ich muss 1.3km zurück marschieren! Es ist eine Bier-Bar mit 10 verschiedenen Bieren ab Zapfhahn, cool eingerichtet, aber ein bisschen zu laut. Der Hamburger haut mich nicht vom Hocker. Nach Hause sind es dann nur noch 800m, d.h. ich habe einen Umweg von 2.2km gemacht!
(264km, 3 ¾ h unterwegs und 3.8km zu Fuss)

Fr 18.01.2019
Um 9h Frühstück, nichts Besonderes, aber ich habe ja meinen Käse dabei und kann es etwas aufpeppen. Um 11.45h fahre ich los. Zuerst zum Walmart zum Einkaufen. Ich finde alles was ich will. Am längsten dauert es bis ich bezahlen kann. Nach ¾h geht es weiter. Paulina hat mich vorgewarnt und sie hatte Recht. Die Strasse nach Caleta Olivia ist sehr schön von der Gegend her, aber in einem sehr schlechten Zustand. Eine neue Strasse ist im Bau, aber niemand arbeitet, vermutlich ist das Geld ausgegangen. Sie führt meistens direkt die Küste entlang. Kaum habe ich die Stadt verlassen, kurz vor der Grenze zur Provinz Santa Cruz, gibt es eine Polizei-Kontrolle. Diesmal muss ich ins Büro und meine Papiere mitbringen. Da aber der Computer nicht funktioniert, schickt er mich nach 10 Minuten weiter. Kurz vor 14h erreiche ich mein Airbnb in einem ziemlich komischen Quartier. Ich habe kaum Platz zum Parkieren. Aber innen sieht es ganz schön aus. Das obligate Ankunfts-Bier trinke ich zusammen mit Paulina in der Küche. Sie redet gerne und viel und lädt mich zum Nachtessen ein. Gut habe ich eine Flasche Wein gekauft. Nachher richte ich mich ein. Ich buche noch ein Hotel in Río Gallegos und ein Airbnb in Ushuaia. Ich werde schon eine Woche früher dort sein wie erwartet. Apero im schönen kleinen Garten mit Hund und Katze. Eine Freundin von Paulina kommt zu Besuch. Sie bleibt auch zum Nachtessen. Die Pizzas sind sehr gut, besser als in mancher argentinischen Pizzerias. Um Mitternacht bin ich im Bett.
(78km, 2¼h unterwegs)

Sa 19.01.2019
Frühstück erst um 09.30h. Wenn ich fertig bin, taucht auch Paulina auf. Wir sitzen im Garten und reden über dies und das während sie frühstückt.
Es ist warm und windig. Im Garten sitzen wir unter dem Aprikosenbaum am Schatten. Es gibt auch noch einen Pfirsichbaum, beide voll Früchte. Um 14h setze ich meine Planung fort. Es fehlen noch 2 Unterkünfte bis Ushuaia. Die eine in Primavera in Chile hat mir weder auf das Kontaktformular noch auf die E-Mail geantwortet. Ich finde heraus, dass sie auf WhatsApp sind und versuche es so. Siehe da, nach 30 Minuten habe ich die Unterkunft gebucht. Sie ist zwar teuer, aber die einzige die ich finde am Weg, die andern brauchen alle einen Umweg von etwa 90km. Der kostet auch. Vor allem weiss ich nicht wie lange der Grenzübertritt und die Fähre über die Magellan-Strasse dauert. Bis zum Hotel "Hosteria Tunkelen" sind es nur 40 Minuten von der Fähre. Das Hotel in Rio Grande wieder in Argentinien buche ich auch noch. So sind alle Unterkünfte bis Ushuaia reserviert. Nachher geniesse ich den Garten. Paulina kommt nicht wie versprochen zum Nachtessen zurück. Ich hole eine Rösti aus dem Auto und geniesse sie mit Spiegeleiern und Brot. Um 23h bin ich im Bett.

So 20.01.2019
Frühstück um 8h, dann packen. Es stürmt wieder gewaltig. Beim Scheiben waschen werde ich sandgestrahlt. Kurz vor 10h fahre ich los. Das Navi führt mich über eine Kiesstrasse. Im Nachhinein stelle ich fest, dass das schon der vernünftigste Weg war. Am Anfang geht es der Küste entlang, nachher hoch auf das Plateau. Die Vegetation ist nun sehr karg. Keine Büsche mehr, nur noch Grasbüschel. Für Abwechslung sorgen die Kurven und kleinen und grossen Täler die man durchquert. Der blaue Himmel bedeckt sich langsam. Nach 200km beginnt es sogar zu regnen. Um 13.30h halte ich in Tres Cerros an zum Tanken und etwas zu essen. Es gibt nur die Tankstelle und ein Hotel. Nach ½h fahre ich weiter. Es regnet nun immer leicht. Ich denke die Spurrillen die es hier auch immer wieder hat können zum Problem wegen Aquaplaning werden. Aquaplaning ist kein Problem, aber die Guanacos (Lama Art) und andere Tiere sind das Problem. Die kommen bei Regen zur Strasse und trinken das Wasser aus den Spurrinnen! Ich muss mehrere Male ziemlich stark bremsen deswegen. Der starke Wind hat zwei Kabelbinder des anderen Abdeckblechs gekillt. Das Blech hält aber bis zum Ziel. Ich muss sie erneuern und werde gleich noch eine "Wegflieg-Sicherung" konstruieren. Um 15.45h bin ich am Ziel in Puerto San Julián. Das Hotel "Hosteria Posada Drake" sieht gut aus. Ich habe ein 4-Bett-Zimmer. Es regnet immer noch und ist kühl. Ich verschiebe die Reparatur auf morgen. Das Ankunfts-Bier entfällt, weil es zu kalt dafür ist. Ich richte mich ein. Apero im Zimmer. Um 20.30h mache ich mich auf den Weg zum Nachtessen. Natürlich beginnt es jetzt wieder zu regnen. Das empfohlene "Naos" ist sonntags geschlossen. Weil es inzwischen heftig regnet, gehe ich gleich nebenan ins "Al Carajo Pub". Es ist geheizt und hat ziemlich viele Gäste. Der Burger ist einer der besten bisher. Alles stimmt, das Brot die Füllung und die Pommes. Inzwischen stürmt und giesst es wie blöd. Um 22h beschliesse ich trotzdem zurück ins Hotel zu gehen. Die Strassen sind teilweise überflutet. Ich habe Cortex-Schuhe, aber das nützt nichts, wenn das Wasser oben hinein läuft. Im Hotel fragen sie mich ob ich geschwommen sei, so nass war ich. Ich hänge alles zum Trocknen auf und gehe schlafen. In Puerto San Julián landete Hernando de Magallanes Ende März 1520 und blieb den ganzen Winter bis August 1521. Während dieses Aufenthaltes, beeindruckt von der Fülle der Einheimischen, gab er ihnen den Namen von Patagonen, mit denen später die gesamte Region bezeichnet werden sollte.
(350km, 5h unterwegs und 1.4km zu Fuss)

Mo 21.01.2019
Das Frühstück ist überraschend gut. Nachher begutachte ich das Abdeckblech. Zu meiner Überraschung ist nur ein Kabelbinder kaputt. Ich ersetze ihn und sicher die beiden Abdeckbleche noch mit einer Schur, damit sie beim nächsten Mal nicht wegfliegen. Ich wische noch den vielen Sand vom Sturm in Caleta Olivia aus dem Fahrzeug. Es ist unglaublich. Nachher packen. Dies ist das erste Haus in Argentinien mit Doppelverglasung. Um 10.45h fahre ich los, zurück auf die RN3. Es scheint sogar die Sonne. Die Spurrinnen sind weg, der Wind ist immer noch da und die Guanacos auch. Man muss immer auf der Hut sein, vor allem wenn es eine Gruppe ist und sie auf beiden Seiten der Strasse sind. Bei einem Aussichtspunkt halte ich an. Gran Bajo de San Julian ist eine Tiefebene von 30km Durchmesser. Der tiefste Punkt ist 107m unter dem Meeresspiegel. Man hat hier einen guten Überblick. Nach kurzer Zeit fahre ich weiter. Die Bewölkung nimmt wieder zu. Nach 135km verlasse ich die RN3 und fahre auf der RN288 nach Puerto Santa Cruz. Um 13.15h bin ich am Ziel. Muss noch warten bis Dante mit den Schlüsseln kommt. Er zeigt mir auf einer Karte wo die Läden und Restaurants sind und empfiehlt mir einen Ausflug zur "Pinguinera Punta Entrada". Es ist ein kleiner Bungalow mit allem was man braucht. Vor allem mit Heizung. Die läuft auf Hochtouren weil es keine Doppelverglasung hat und auch Türen und Fenster undicht sind. Der Wind pfeift durch den neuen Bungalow. Ich richte mich ein. Nach 17h gehe ich einkaufen. Zuerst sehr gutes Brot, dann in den Supermarkt. Neben dem täglichen kaufe ich noch Sachen für den Fall, dass ich mit dem Essen wieder einmal versetzt werde, wie Suppen, Spaghetti, Thon usw. Nach 1h bin ich zurück. Ich habe noch einen Umweg zum Kies-Strand gemacht. Wenigstens scheint jetzt die Sonne wieder, aber der Wind ist immer noch stark, über 50km/h und das immer! In Böen sicher mehr. Apero auf dem Sofa. Gegen 21h mache ich mich auf den Weg zum Nachtessen. Dante hat mir das "Barbas" empfohlen. Es hat ziemlich viele Gäste. Mein Bife de Chorizo ist gut, dazu Pommes und ein Salat. Um 23h bin ich zurück.
(163km, 2½h unterwegs und 3km zu Fuss)

Di 22.01.2019
Heute gibt es ein Frühstück mit allem, auch mit Schinken und Konfi, Himbeer natürlich. Es stürmt immer noch mit 55km/h, aber die Sonne scheint bei 12C°. Um 11.15h fahre ich los. Es stürmt wie blöd. Die Strasse führt meist direkt dem Meer entlang, unterhalb der Steilküste. Nach 20 Minuten bin ich in Punta Quilla. Da am Tor zum Hafen, sagt man mir, dass ich erst um 16h zu den Pinguinen kann. Davon habe ich nirgends etwas gelesen. Es ist vermutlich wegen den Gezeiten. Es ist Flut, 12m höher als bei Ebbe! Mir bleibt nichts anderes übrig als umzukehren. Auf dem Rückweg ein kurzer Stopp, aber da sind nur Enten, keine Pinguine. Es bläst mich fast von der Strasse. Um 12h bin ich wieder zurück. Am Nachmittag lege ich mir selber ein Ei. Mein CyberGhost VPN-Client auf dem Notebook meldet, dass ich auf die neue Version updaten soll. Was ich auch mache, weil das Internet hier ziemlich gut ist. Hätte ich lieber bleiben lassen, denn nachher funktioniert weder die alte noch die neue Version. Ich übe, bis ich um 21h zum Nachtessen gehe. Die "Hosteria" hat mir Dante empfohlen. "Lomo con Champignon" schmeckt sehr gut, dazu Papas Español und Tomatensalat. Um 23h bin ich zurück.
(32km, ¾h unterwegs)

Mi 23.01.2019
Nach dem Frühstück heisst es packen. Um 10.30h verabschiede ich mich von Dante und fahre los. Via RN288 zur RN3. Es ist bedeckt und der Wind kommt ausnahmsweise meistens von Hinten und ist auch nicht so stark wie auch schon. Auf den ersten 200km gibt es kaum ein Haus, dafür sehr viele Guanacos und kaum Verkehr. Das erste Mal halte ich bei einer Polizei-Kontrolle. Die schauen die Papiere an und wissen nicht was es ist. Nach 2 Minuten geht es weiter. Ab nun hat die Strasse für die nächsten 30km Strassenlampen bis nach Río Gallegos! Um 13.45h bin ich beim Hotel Sehuen. Mein Zimmer ist noch nicht bereit. Ich sitze bei der Rezeption und trinke mein Ankunfts-Bier. Ein Italiener setzt sich zu mir. Er ist mit dem Motorrad von Ecuador bis Ushuaia unterwegs. Er hinkt, weil er unterwegs einmal auf einer unbefestigten Strasse gestürzt ist. Ich zeige ihm mein Auto. Nachher kann ich das Zimmer beziehen und richte mich ein. Ich bringe mein CyberGhost zum Laufen, indem ich von OpenVPN auf IKEv2 umstelle, das ist mit unterwegs in den Sinn gekommen und ab Version 7 möglich. Zum Nachtessen gehe ich ins "Bartolo", das hat man mir im Hotel empfohlen. Das "Ojo Mostaza" schmeckt gut, dazu Kartoffelschnitze und einen Tomatensalat. Um 23h bin ich zurück.
(257km, 3¼h unterwegs)

Do 24.01.2019
Das Frühstück ist nicht üppig. Dank Brot und Streichkäse vom Nebentisch bin ich am Schluss doch satt. Nach 10h mache ich mich auf den Weg zum einzigen Wechselbüro der Stadt. Es ist nur 3 "Quadras" (Strassenkreuzungen) entfernt. Es sieht sehr geschlossen aus. Ich will schon weiter gehen, da öffnet ein Mann die Tür. Für 4000 ARS bekomme ich 68'000 CLP, das sind etwa 100 CHF. Nachher erkunde ich die Stadt. Der San Martin Park ist eine der Top-Sehenswürdigkeiten, ein kleiner Park. Sonst gibt es nicht viel zu sehen. Ich beschliesse zum Hafen am Río Gallegos zu gehen. Da gibt es einen anderen Park und ein Kriegs-Museum, das lasse ich aber links liegen. Es windet wieder stark. Der Weg zum Hafen ist so fast ein Krampf. Am Hafen liegt ein alter Schlepper auf Grund und die Kohleverlade-Anlage rostet vor sich hin. Um 12.15h bin ich zurück im Hotel. Plane die Routen für die nächsten beiden Tage mit zwei Grenzübertritten, morgen von Argentinien nach Chile und am Samstag wieder zurück nach Argentinien. Nachher gehe ich Einkaufen. Es stürmt mit 70km/h, das macht überhaupt keinen Spass mehr. Die Böen hauen dich fast um. Bin schnell wieder zurück. Zum Nachtessen gehe ich gleich neben dem Restaurant von gestern. Das "La Lechuza" wurde mir auch vom Hotel empfohlen. Das "Cordero Patagonio" ist wieder einmal nicht was ich erwartet habe. Lamm habe ich erwartet, aber nicht so zubereitet. Es ist lange gegart, das Fleisch fällt vom Kochen, aber nicht gewürzt und die mitgelieferte Wein-Sauce ist sehr süss, ich verzichte auf sie. Die Kartoffelschnitze sind gut. Um 23h bin ich zurück.
(7km zu Fuss)

Fr 25.01.2019
Frühstück um 8.30h, diesmal bekomme ich 3 Stück Brot und bestelle zusätzlichen Streichkäse. Um 10h fahre ich los, zuerst zum Tanken. Es windet nicht mehr ganz so stark wie gestern, dafür ist es nur 9C° "warm". Nach 60km und 1h Fahrt, mache ich einen Abstecher zur "Laguna Azul", das ist ein Vulkan-Krater-See. Es stürmt ziemlich heftig und der See ist nicht blau (Azul) sondern grau, weil es leicht bewölkt ist und die Sonne eben jetzt verschwindet. Um 11.30h bin ich am argentinischen Zoll und halte kurz an. Meine Papiere muss ich aber erst beim chilenischen Zoll vorweisen, die arbeiten hier vorbildlich zusammen. 5 Minuten später bin ich da und parkiere mein Auto um die Papiere bearbeiten zu lassen. Das geht sehr schnell. Zuerst den argentinischen Ausreise-Stempel, beim Schalter 2 die Fahrzeugpapiere für Argentinien abgeben, am Schalter 3 die Einreise-Papiere für das Auto und beim Schalter 4 die Papiere für die Quarantäne. Fertig. Noch auf die Toilette und durch die Kontrolle des Fahrzeugs für die Einreise, der will 2 Boxen anschauen, dann fahre ich los. Das ganze hat 30 Minuten gedauert. David aus Bari/Italien macht Autostopp. Ich nehme in mit. Die Fahrt bis zur Fähre dauert 40 Minuten. Dort müssen wir in einer Kolonne warten. Am Morgen seien die Fähren wegen des Sturms nicht gefahren erzählt David. Bis wir auf der Fähre sind dauert es ½h. Die Überquerung der Magellan-Strasse dauert etwas mehr als 30 Minuten. Kurz vor dem Verlassen fragen sie nach dem Ticket. Ich muss es an Bord kaufen und bar bezahlen (20300 CLP = 1355 ARS = 30 CHF). Um 14h sind wir in Tierra Del Fuego (Feuerland). David findet niemanden der weiter als ich fährt, so steigt er wieder bei mir ein. Nach 40km bin ich am Ziel in Cerro Sombrero. David steigt auf der Hauptstrasse aus, bis zur "Hosteria Tunkelen" sind es nur noch 600m. Mein Zimmer ist noch nicht bereit. Ich trinke mein Ankunfts-Bier im Foyer. An der Rezeption ist niemand mehr, so gehe ich nach einiger Zeit nachschauen ob mein Zimmer im Nebengebäude fertig ist. Es ist, ich richte mich ein. Das Zimmer ist nicht schlecht, aber 60 CHF mit Gemeinschafts-Bad ist sehr viel. Sie nützen es voll aus, dass es hier sonst weit und breit keine Unterkunft gibt. Das Internet funktioniert nur bei der Rezeption. Ich erledige das "Büro" und lege mich nachher etwas hin. Zu tun gibt es hier nichts und die Umgebung erkunden macht bei diesem starken Wind keinen Spass. Apero im Zimmer. Zum Nachtessen ins Hotel-Restaurant. Das Tagesmenu ist Suppe, Fisch in Alu-Folie gedünstet mit einer Kartoffel und Tomatensalat, zum Abschluss ein Dessert. Der Fisch ist gut und sogar gewürzt! Es ist eine Gruppe von "Viva Expeditions" hier. Die sind mit einem zum Bus umgebauten Lastwagen hier. Die andern Gäste sind alles Mitarbeiter von Bau- und Öl-Firmen. Ausser Walter, der kommt aus Österreich und ist mit dem Motorrad unterwegs. Wir lernen uns nach dem Nachtessen kennen und trinken zusammen eine Flasche Wein. Das geht bis nach Mitternacht.
(173km, 4½h unterwegs, 5km mit der Fähre)

Sa 26.01.2019
Um 08.30h Frühstück mit Walter. Nachher packen. Um 9.45h fahre ich los. Walter fährt Richtung Norden nach Puerto Natales, ich Richtung Süden. Die Strasse ist sehr gut, zwar eine Betonstrasse, aber neu und gut gebaut. Nach knapp 80km und einer Stunde Fahrzeit, verlasse ich die Betonstrasse um zum "Parque Pinguino Rey" in der "Bahía Inútil" zu gelangen. 15km ungeteerte Strasse. Die "Viva Expeditions" kommt mir entgegen. Nach 20 Minuten bin ich da. Zum ersten Mal treffe ich auf Leute aus der Schweiz, die mit dem eigenen Landrover unterwegs sind. Wir besuchen zusammen die Königs-Pinguine. Hier ist die einzige Kolonie dieser Art in Argentinien. Leider ist man ziemlich weit weg, 50 – 100m. Es geht ein kalter Wind, ziemlich ungemütlich. Auch hier ist der Preis unverschämt hoch, sie verlangen 12'000 CLP = 18 CHF Eintritt. Nach 40 Minuten fahre ich weiter, zurück auf die Beton-Strasse. Hier gibt es viel Weideland mit richtigem grünem Gras. Es hat sogar vereinzelt Kühe. Die letzten Kilometer der Betonstrasse sind noch im Bau. Die Zollstation erreiche ich über eine Behelfs-Strasse. Um 12.30h bin ich da und habe das Pech, dass neben der "Viva Expeditions" noch ein zweiter Bus kurz vor mir angekommen ist. Es hat eine ziemlich lange Kolonne. Trotzdem bin ich nach 30 Minuten fertig am chilenischen Zoll. Bis zum argentinischen Zoll sind es 14km und 15 Minuten Fahrt auf einer ungeteerten aber sehr breiten Strasse. Hier geht es schneller, weil nur die "Viva Expeditions" da sind und sie mehrere Schalter haben. Nach 10 Minuten bin ich durch und fahre weiter Richtung Rio Grande. Die RN3 führt der Küste entlang. Die ist hier flach, das Hinterland ist leicht hügelig. Nach 80km erreiche ich Rio Grande um 14.30h. Das Status Hotel Casino ist ziemlich gross. Ich bekomme für 60 USD eine schöne grosse Suite. Ich parkiere mein Auto um und richte mich ein. Das obligate Ankunfts-Bier gibt es an der Bar neben dem Spielsalon. Das kühle windige Wetter hält mich von einer Erkundungstour ab. Verschicke eine WhatsApp mit den Königs-Pinguinen. Auch zum Nachtessen bleibe ich im Hotel. Das Lomo a la Mostaza schmeckt gut. Dazu gibt es kugelförmige Croquetten und einen riesigen Tomaten-Salat als Vorspeise. Um 23h bin ich im Bett.
(244km, 4¾h unterwegs)

So 27.01.2019
Das Zimmer ist ziemlich laut in der Nacht, man hört dauernd irgendwelche Tische die verschoben werden. Ich bin früh wach und erledige das "Büro". Das erste Mal, dass ich erlebe, dass VPN-Verbindungen im Internet blockiert sind. Das Frühstücks-Buffet ist relativ reichhaltig. Es gibt sogar Schinken und Käse und gute Brötchen. Süsses hat es noch viel mehr, aber das ist nicht mein Ding. Nachher gehe ich zur Rezeption und frage nach einem anderen Zimmer. Nach 12h ziehe ich um und richte mich wieder ein. Um 13.45h starte ich zu einem Spaziergang. Unten am Strand gibt es so etwas wie eine Promenade. Die Sonne scheint und es stürmt mit mehr als 55km/h, bei 16C°. Es hat ziemlich hohe Wellen. Der Wind geht Richtung Meer, sonst könnte man hier nicht spazieren ohne nass zu werden. Es ist gerade Flut, +8 m. Nach dem Kriegs-Denkmal für die Malvinas (Falkland) kehre ich um. Die Stadt liegt etwa 15m höher als der Strand. Oben trinke ich im Cafe Martinez einen guten und teuren Kaffee für 100 ARS. Auf dem Heimweg schau ich noch ein paar Restaurants für das Nachtessen an und hole ein Langarm-Hemd aus dem Auto. Ab jetzt ist vermutlich Schluss mit kurzen Hemden, Hosen und Flip-Flops. Die Temperaturen werden kaum mehr 20C° erreichen. Nach 2h bin ich zurück. Ich geniesse ein Vollbad und ziehe die warmen Kleider an. Zum Nachtessen gehe ich ins Hotel Villa gleich gegenüber. Das hat eine sehr private Atmosphäre. Im Fernseher läuft Fussball und der Besitzer fiebert mit den Kunden mit. Mein Lomo al Roquefort schmeckt gut. Zum Dessert ein Flan, schmeckt auch gut. Mein neues Zimmer ist richtig ruhig, etwas kleiner als die Suite vorher, aber gut. Nur die Klima-Anlage zum Heizen ist geräuschvoll, aber man kann sie abstellen, was ich mache.
(5km zu Fuss)

Mo 28.01.2019
Das Frühstück ist gut wie gestern. Packen, dann fahre ich um 10.30h los. Zuerst zum Tanken, dann zurück auf die RN3. Der Wind ist wieder ziemlich stark. Zum Glück habe ich ihn zeitweise im Rücken. Am Anfang ist es flach und hat viele Weiden. Nach etwa 50km geht es ins Landesinnere. Jetzt hat es niedrige Bäume, ziemlich knorrig, wie bei uns im Aletsch-Wald. Mit der Zeit werden sie höher und das ist gut so, denn sie halten den Wind ab. Am Lago Fagnano mache ich eine kurze Pause. Es stürmt. Der See ist 100km lang und etwa 5km breit. Ab jetzt kommen wir in die Berge! Was für ein Unterschied zum Rest der RN3. Eine richtige Pass-Strasse bis auf über 400müM. Auf dem Paso Garibaldi halte ich kurz an um ein Foto zu machen. Der Schnee liegt etwa 500m höher. Nachher geht es wieder hinunter. Es gibt sogar ein Ski-Gebiet mit Sesselliften. Gegen 14h erreiche ich Ushuaia. Die Stadt gewinnt keinen Schönheits-Wettbewerb. Mein Airbnb ist sehr einfach, aber es gefällt mir und vor allem ist es geheizt! Es ist knapp mehr als 9C° und windet mit mehr als 44km/h. Ich richte mich ein und trinke mein Ankunfts-Bier. Es ist kalt genug aus dem Lastwagen! Dies ist nun der südlichste Punkt meiner Reise, ab nun geht es nordwärts. Seit Buenos Aires habe ich 3891km zurückgelegt und eine Tour von 374km gemacht. Ich war also 4264km unterwegs. Der Vater von Marcelo zeigt mir stolz seine Waffen-Sammlung. Da gibt es sogar ein uraltes Maschinen-Gewehr! Er will mir einen Dolch schenken, aber ich lehne dankend ab. Dafür bekomme ich eine Tasse des New York Police Departements. Ich gehe zum Einkaufen. Mein Zuhause ist oben, d.h. 50m höher als die "Unterstadt". Sieht fast aus wie in San Francisco. Auf dem Rückweg gehe ich ein Stück dem Meer entlang. Macht keinen Spass, es stürmt ziemlich heftig. Nach etwa 1h bin ich zurück. Der Vater von Marcelo geht, lässt aber den Hund hier. Der hält mich alle 15 Minuten auf Trab, mal rein, mal raus. Zum Nachtessen gehe ich ins "Hostal del Bosque", ein schönes aber ziemlich teures Restaurant. Die Auswahl ist klein, aber mein "Lomo del Bosque" mit sowas Ähnlichem wie Kartoffel-Gratin schmeckt sehr gut. Um 22h mache ich mich auf den Heimweg. In der Nähe des Hauses kommt mir der Hund wedelnd entgegen. Keine Ahnung wie er aus dem Garten gekommen ist. Da es leicht regnet, ist er froh wieder ins Haus zu können, wie ich auch. Ich habe die Elektro-Heizung in meinem Zimmer eingestellt, nun ist es viel zu warm.
(215km, 3½h unterwegs)

Di 29.01.2019
Punkt 08.30h ist das Frühstück wie abgemacht bereit. Marcelo hat keinen Kaffee und keine Milch mehr. Kein Problem, das habe ich. Schlussendlich ist alles komplett, inklusive Ei. Zur Ergänzung habe ich noch meinen Käse und mein Joghurt. Es ist grau und kalt, max. 8C° und regnet immer wieder. Einmal hagelt es sogar. Ich klemme mich hinter den neuen Reisebericht, das beste was man tun kann bei diesem Wetter. Zwischendurch kommt die ganze Familie, Marcelo mit Vater und Sohn. Der Vater will mir wieder einen Dolch schenken. Sein Enkel klärt mich auf, dass er Alzheimer habe und sich deshalb nicht mehr erinnere. Er war früher ein hohes Tier bei der Polizei. Es kommen drei junge Israelinnen, sie werden 3 Nächte bleiben. Sie ignorieren mich vollkommen. Wenn ich mich vorstelle mit meinem Namen vorstelle, geben sie mir knapp die Hand, aber nennen ihre Namen nicht. Nach 21h gehe ich zum Nachtessen in die Pizzeria "Doña Lupita". Es hat bis weit herunter geschneit, die Waldgrenze liegt hier bei 500 - 600müM, und da ist es weiss! Ich bestelle eine grosse Pizza "Jamón y huevo", kleine gibt es hier nicht. Ein Paar aus Deutschland setzt sich zu mir an den Tisch. Wir haben ein gutes Gespräch und sie helfen mir die Pizza fertig zu essen. Um 23h bin ich zurück.

Mi 30.01.2019
Marcelo kommt nicht, so mache ich mir einen Kaffee und warte. Die 3 Girls stehen auf und sprechen nur mit mir wenn sie etwas brauchen. Marcelo hat sich verschlafen und lädt mich dafür zum Nachtessen ein. Ich gehe in die nahe Bäckerei und kaufe gutes frisches Brot und mache mir mein Frühstück selbst. Die 3 Girls haben in einer Nacht eine ganze Rolle Toilettenpapier verbraucht, am Morgen ist die Toilette verstopft, das kümmert sie aber nicht. Zum Glück verschwinden sie bald grusslos. Ich klemme mich wieder hinter den Reisebericht. Zwischendurch erscheint Marcelo. Die Einladung gilt für morgen. Den ganzen Tag ist es kalt und es regnet immer wieder kurz. Kein Grund nach draussen zu gehen. Zum Nachtessen gehe ich ins nahe "Maria Lola". Dies ist ein sehr schönes kleines Restaurant mit fantastischer Aussicht. Es ist ziemlich laut weil zwei Gruppen hier essen. Mein "Bandiola de Cerdo"(Schweins-Rollbraten)ist sehr gut, dazu gibt es Süsskartoffel-Stock. Nach 22h bin ich zurück. Die Girls haben das Badezimmer und den Gang unter Wasser gesetzt, aber das kümmert sie nicht. Diesmal lass ich es bleiben wie es ist.

Do 31.01.2019
Heute hat sich Marcelo nicht verschlafen. Er serviert ein wunderbares Frühstück. Für morgen bereitet er einen Brotteig vor. Es wird selbstgebackenes Brot geben. Ich klemme mich wieder hinter den Reisebericht. Die Girls wollen zum Glaciar Martial, Marcelo bringt sie zum Start des Fusswegs. Er fragt mich ob ich mitfahre. Da gibt es einen stillgelegten Sessellift. Bis zum Gletscher ist es etwa 2h zu Fuss. Nachher geht es weiter im Text. Dazwischen kocht Marcelo Nudeln und lädt mich ein. Um 16h bin ich fertig und verschicke die E-Mails. Zum Nachtessen kocht mir Marcelo einen guten Fisch mit Gemüse in Alu-Folie. Leider ist er nicht mit mir, er geht zu seiner Freundin. Ich beantworte noch einige Mails, dann gehe ich schlafen.

Fr 01.02.2019
Heute sind die 3 Girls vor mir auf. Ich warte bis sie mit dem Frühstück fertig sind. Sobald ich erscheine verschwinden sie und waschen nicht einmal ihr Geschirr. Sie packen und verschwinden ohne sich zu verabschieden. Etwas anderes hätte mich auch gewundert. Nach dem Frühstück organisiere ich meine Daten wie jedes Monatsende. Efraim wünscht sich im Aryaduta Medan zu übernachten, die haben einen schönen Pool. Es ist chinesisches Neues Jahr und er hat Schulfrei. Ich buche 2 Nächte für ihn und Maria. Heute scheint die Sonne. Ich gehe oben ans andere Ende der Stadt, dann zurück unten den Hafen entlang. Dort interessiere ich mich für eine Boots-Tour, kostet 2040 ARS = 54 CHF. Der Tax-Free-Shop ist zwischen 13h und 16h geschlossen, und das an einem Touristen-Ort. Ich kaufe meinen Whisky darum im Supermarkt. Auf dem Weg dahin taucht Marcelos Hund auf und kommt eine Weile mit mir. Um 14.30h bin ich zurück. Brühwi meldet sich, sie kommen schon morgen Abend mit ihrer Kreuzfahrt in Ushuaia an. Mal sehen ob wir uns treffen. Später korrigiert er sich, sie kommen erst wie geplant am Sonntagmorgen an. Sie haben dann eine Bahnfahrt ans Ende der Welt gebucht. Wir werden und nachher treffen. Das von Marcelo empfohlene Restaurant ist eher ein Take Away. Ich gehe wieder ins "Maria Lola", da ist es zwar etwas teurer, aber auch viel schöner und besser. Mein "Bife Chacarero" ist sehr gut. Heute genehmige ich mir ein Dessert. "Manzana Filo", Apfel im Schlafrock ist auch sehr gut. Um 23h bin ich zurück.

Sa 02.02.2019
Vor dem Frühstück muss ich Milch einkaufen. Nach dem Frühstück erledige ich die Wäsche. Die Maschine braucht 2½h bis sie fertig ist. Ich erledige diverse Kleinigkeiten, lade einige Sachen um im Auto usw. Es kommen neue Gäste, Dirk aus Deutschland und Nina aus Frankreich reisen zusammen durch Südamerika. Beim Apero sitzen wir zusammen und erzählen. Zum Nachtessen gehe ich ins "Bodegon Fuegino", ein kleines schönes Restaurant. Am Nebentisch sitzen Berndt und Martin aus Deutschland. Sie sind mit Mietmotorrädern unterwegs. Wir reden und trinken Bier, bis sie uns rauswerfen, es ist 00.45h und sie schliessen.

So 03.02.2019
Nach dem Frühstück heisst es wieder einmal Packen. Um 11.30h verabschiede ich mich und fahre los zu meinem neuen Hotel. Das habe ich schon lange vorher gebucht, weil ich dachte, dass es schwierig sei ein Hotel in der Hochsaison zu finden. Nach 5 Minuten bin ich da. Eine Gruppe holt ihr Gepäck, das sie während ihrer 25 tägigen Antarktis-Tour hier deponiert hat. Die sind 200km zu Fuss und auf Skiern unterwegs gewesen. Brühwi und Uschi sind heute Morgen pünktlich um 08.00h in Ushuaia angekommen. Ihr Plattenbau-Hausboot versperrt die halbe Aussicht. Sie machen zuerst eine Fahrt mit dem Mini-Zug zum "Fin del Mundo" (Ende der Welt). Wir treffen uns um 14h und suchen zuerst eine Apotheke, sie husten beide. Am Sonntagnachmittag ist aber fast alles geschlossen. Im Supermarkt kaufen sie noch einige Sachen ein, dann setzen wir uns ins Restaurant "El Mercado". Ich überrede sie zu Empanadas, damit sie wenigstens etwas typisch Argentinisches gegessen haben. Dazu lokales Bier. Um 18h gehen sie zurück aufs Schiff und ich zurück in mein Neues Zuhause. Da treffe ich Stefan aus Deutschland, wir haben zusammen Apero. Er will den Super Boule anschauen, ich gehe zum Nachtessen. Das "Paso Garibaldi" ist ein kleines Restaurant. Mein "Gnoggi Ossobuco" schmecken sehr gut, dazu ein Glas Wein. Das billigste Nachtessen bis jetzt in Ushuaia, 750 ARS. Um 22.30h bin ich zurück.
(1.3km, 5 Minuten unterwegs und 5km zu Fuss)

Mo 04.02.2019
Das Frühstück ist schön angerichtet, aber nicht reichhaltig. Ich esse nur Toast und trinke Kaffee. Nachher hole ich meinen Tisch aus dem Auto. In meinem Zimmer hat es weder Stuhl noch Tisch. Aber es ist ein kleines, schönes Zimmer. Erledige das "Büro". Um 14h mache ich mich auf den Weg um Brühwi zu treffen. Ich gehe die Uferpromenade entlang. Das Wetter ist unglaublich, 25C°, kein Wind und blauer Himmel. Das gab es hier seit 30 Jahren nicht mehr, sagen die Einheimischen. Ich habe leider die SD-Karte der Kamera im Computer stecken lassen, darum kann ich nur mit dem Mobile fotografieren. Um 15h treffe ich Brühwi im "El Mercado". Er hat hier alle Updates für sein Notebook erledigt. Wir reden und trinken Bier bis Uschi kommt. Um 20.30h sind wir zum Nachtessen im "Maria Lola", ich habe reserviert. Das Essen ist wie immer sehr gut. Um 23h bin ich zurück. Brühwi wird morgen früh um 06.00h ablegen und nach Punta Arena weiterfahren.

Di 05.02.2019
Nach dem Frühstück plane ich etwas an der Weiterreise. Um 13.30h fahre ich los. Via alten Flugplatz fahre ich zum Internationalen Flugplatz. Unterwegs stoppe ich einige Male um Fotos zu machen. Der Himmel bedeckt sich langsam aber stetig. Es ist aber immer noch 23C° warm. Bernard landet pünktlich. Ich kaufe noch 4 Liter Ballentines für 1824 ARS = 50 CHF im Taxfree Shop ein. Zu Hause setzen wir uns in den Garten und geniessen die vermutlich letzten warmen Stunden. Stefan setzt sich auch zu uns. Zum Nachtessen gehen wir ins nahe "Kalma Resto", das zweitbeste Restaurant in Ushuaia. Das Essen und der Service sind gut, aber man bezahlt das auch. Da wir nicht das Gourmet-Menü bestellen, kommen wir noch glimpflich davon. Mein Patagonia Steak ist gut, kostet aber 820 ARS, was hier sehr teuer ist. Nach 22h sind wir zurück.
(16km zum Flughafen und zurück)

Mi 06.02.2019
Nach dem Frühstück gehen wir zum Hafen. Von da fährt ein Bus in den National Park. Der kostet 700 ARS, dann kommen noch 490 ARS für den Eintritt dazu, das sind zusammen mehr als 30 CHF! Wir starten die Wanderung beim "südlichsten Postamt der Welt". Auf der Karte geben sie 4h, auf dem Wegweiser 3h Wanderzeit für die 8km an. Der Weg ist meist gut und führt meistens die Küste entlang. Dadurch geht es aber auch immer auf und ab um die Klippen. Die Umgebung ist sehr schön und urchig, könnte ebenso im Engadin sein, nur dass wir hier am Meer sind und nicht an einem See. Der Wald hält den Wind ab. Wir erreichen das Ziel nach etwas mehr als 3h, 5 Minuten nachdem unser Bus weggefahren ist. Der nächste fährt erst in 2h. Aber wir haben Glück. Die Konkurrenz nimmt dich mit, wenn sie noch freie Plätze haben. So können wir nach ½h mitfahren und müssen nicht 2h warten. Zurück in Ushuaia suchen wir zuerst ein warmes Restaurant mit kaltem Bier. Zu Hause sitzen wir mit Stefan zusammen. Er wird nach seiner Kreuzfahrt eine Tante in Bolivien besuchen. Vielleicht treffe ich ihn irgendwo wieder. Zum Nachtessen gehen wir ins "Volver". Da erleben wir asiatischen Selfie-Kult in Reinkultur. Am Nebentisch haben sie Riesen-Krappen bestellt. Die sind mit gestreckten Beinen etwa 50cm im Durchmesser. Wenn das Essen schön angerichtet serviert wird, packt die Frau die Krappe an zwei Beinen und hält sie hoch, damit der Mann ein Foto machen kann. Die Sauce vertropft den ganzen Tisch. Alle schauen ziemlich erstaunt dem unglaublichen Schauspiel zu. Ich teile mit Bernard eine gute Paella.
(13km zu Fuss)

Do 07.02.2019
Zwei Girls aus Rumänien sind neu im Zimmer neben mir eingezogen. Sie arbeiten bei Qatar Airlines und sind mal schnell für 10 Tage in Argentinien unterwegs. Mehr Ferien bekommen sie nicht am Stück. Nach dem Frühstück verabschieden wir uns von Stefan, er startet heute seine Antarktis-Kreuzfahrt (11 Tage, 9000 CHF), und gehen dann gegen 10h zum Hafen. Die Bootstour startet um 10.30h. Wir sind 11 Personen. Es ist ziemlich kalt. Während der Fahrt zum Leuchtturm stoppen wir bei einer kleinen Insel mit Seelöwen. Beim Leuchtturm hat es viele Kormorane und die Insel ist total verschissen, ganz weiss. Auf dem Rückweg legen wir auf der Isla H an. Die heisst so, weil die beiden kleinen Inseln bei Ebbe verbunden sind und aussehen wie ein H. Bei Flut sind sie getrennt. Es ist eine schöne Rundwanderung von 1km. Es gibt schöne Pflanzen die in dieser harten Umgebung überleben, viele verschiedene Moose. Nach 1h sind wir zurück auf dem Boot und fahren zurück nach Ushuaia. Auf dem Heimweg kaufe ich Souvenirs für Maria ein. Nachher genehmigen wir uns ein Bier in einer schönen geheizten Bar. Zurück zu Hause versuche ich die Fähre zu reservieren. Das Reservieren klappt, aber die Bezahlung mit Kreditkarte klappt nicht. Ich suche eine Unterkunft in Porvenir für Samstag. Von da geht die Fähre nach Punta Arena. Zum Nachtessen wollen wir ins "Paso Garibaldi", das ist aber voll. Im wie ein Gefängnis dekorierten "Viejo Lobo" finden wir dann einen Platz. Der Linsen-Eintopf schmeckt sehr gut.
(37km mit dem Boot und 4km zu Fuss)

Fr 08.02.2019
Unser Airbnb in Porvenir ist bestätigt. Nach dem Frühstück heisst es wieder einmal packen. Ich versuche noch meine Reservation für die Fähre zu klären. Unsere Gastgeber müssen an eine Veranstaltung un verabschieden sich. Um 11.15h fahren wir los. Es hat wenig Verkehr und kaum Wind. Auf dem Paso Garibaldi stoppen wir kurz um die Aussicht zu geniessen. Dann geht es weiter, hinunter zum Lago Fagnano, dem grossen See. Über eine ungeteerte Strasse fahren wir ans Ufer am Ende des Sees und machen da einen kurzen Stopp wie bei der Hinfahrt. Es windet schon wieder deutlich stärker. Über die Nebenstrasse fahren wir bis Tolhuin, dem einzigen grösseren Ort auf der Strecke. Wir essen ein Sandwich und trinken etwas. Nach 40 Minuten fahren wir weiter. Es beginnt zu regnen und der Wind wird immer stärker. Nach etwa 1h erreichen wir den Atlantik und es stürmt wieder gewaltig. Um 15.30h sind wir in Rio Grande. Das Hotel Villa ist sehr einfach und das Internet funktioniert nicht richtig. Das brauchen wir aber, denn nun beginnt ein Hin und Her mit dem Airbnb von morgen in Porvenir. Die wollen nun plötzlich Bargeld, weil ihre Karte nicht funktioniere. Schlussendlich breche ich das ganze ab und benachrichtige Airbnb. Die reagieren prompt und nach 30 Minuten ist meine Buchung storniert und der ganze Betrag gutgeschrieben. Dafür muss ich jetzt eine neue Unterkunft suchen. Ich finde dann auch eine und wir können den Apero geniessen. Gegen 21h gehen wir ins Restaurant, da habe ich schon beim letzten Aufenthalt in Rio Grande gegessen. Bernard ist Forelle und ich ein Lomo Mostaza. Beides schmeckt gut. Bernard geht um 22h ins Bett, ich esse noch ein Dessert. Um 23h bin ich auch im Bett.
(214km, 4h¼h unterwegs)

Sa 09.02.2019
Vor dem Frühstück führe ich mein Tagebuch nach. Das Frühstück ist mickrig. Das Hotel ist auch sonst kein Lichtblick, alles ist abgenutzt. Dafür sind 1700 ARS = 45 CHF viel zu viel. Gegenüber im Casino habe ich für ein viel schöneres Zimmer und einem guten Frühstück 2300 ARS = 60 CHF bezahlt. Maria teilt mir mit, dass Paul in Medan sei und ihr meinen Ring weggenommen habe, wie immer dies möglich sein kann. Ich bin stinksauer. Um 10h fahren wir los. Zuerst zum Tanken, dann der Küste entlang nach San Sebastian. Nach 1¼h sind wir am argentinischen Zoll. Da geht es sehr schnell, nach 10 Minuten ist alles erledigt. Die erste ungeteerte Strecke bis zur Grenze ist 10km lang. Auch am chilenischen Zoll geht es schnell. Nach 15 Minuten ist auch hier alles erledigt, inkl. Kontrolle meiner Ladung. Nun geht es weiter auf der neuen Beton-Strasse. Es stürmt wieder wie blöd. Nach 40km erreichen wir die Abzweigung nach Porvenir. Da das Wetter gut ist, machen wir den Umweg zur Kolonie der Königs-Pinguine. Da ich schon da war, spare ich mir die 18 CHF Eintritt und warte windgeschützt an der Sonne bis Bernard zurückkommt. Nach 45 Minuten fahren wir weiter. Ich habe das Gefühl, dass die Strasse heute in viel schlechterem Zustand als das letzte Mal. Auch die Strasse nach Porvenir ist nicht geteert, aber zumindest am Anfang in besserem Zustand. Wir kommen zügig voran. Es geht meistens die Küste entlang und hat kaum Verkehr. Die Minibusse fahren meist ohne zu verlangsamen an dir vorbei. Das hasse ich, weil ich keinen Stein in meiner Windschutzscheibe will. So beginne ich so lange wie möglich in der Mitte zu fahren und sie so zum Verlangsamen zu zwingen. Gegen Schluss wird die Strasse teilweise sehr ruppig. Um 15.30h erreichen wir Porvenir. Die letzten 100km ungeteerte Strasse haben wir mit einem Schnitt von 60km/h geschafft. Aber die grosse Herausforderung wartet erst jetzt auf uns. Die Pension Hain die wir gebucht haben finden wir nicht und niemand kennt sie. Die angegebene Adresse existiert nicht. Dafür finden wir das Büro der Fähre nach Punta Arena und können die Überfahrt für morgen buchen. Sie versuchen auch die Pension unter der angegebenen Nummer zu erreichen. Gleich gegenüber ist das Hotel España, da haben sie 2 Zimmer und wir bleiben. Die ganze Übung hat etwa ¾h gedauert. Ich informiere die Pension und Booking.com, dass sie die Buchung kostenlos stornieren sollen. Nachher gehen wir zum Geldautomaten. Bernard lässt sich 200'000 CLP auszahlen und bezahlt dafür 4900 CLP Automaten-Gebühr. Im Hotel trinke ich mein Ankunfts-Bier und Bernard isst einen Riesen-Burger. Nachher gehen wir in einen Laden um einzukaufen. Ich kaufe einen Adapter für die chilenischen Stecker, die sind gleich wie in Italien. Zum Nachtessen bleiben wir im Hotel. Das Essen ist gut. Für mich ein "Lomo Mignon", ein Filetstück mit Speck umwickelt. Um 23h bin ich im Bett.
(262km davon 140km ungeteert, 5½h unterwegs)

So 10.02.2019
Maria versucht mich zu erreichen, ich nehme nicht ab. Das Frühstück ist auch hier mickrig. Wir können es gemütlich nehmen, die Fähre geht erst um 13.00h. Um 11h fahren wir los. Es stürmt wieder wie blöd. Zum Glück gibt es ein modernes Abfertigungsgebäude. Drinnen sind die Stein-Bänke beheizt! Die Fähre kommt pünktlich an. Sie ist viel grösser als erwartet. Die Passagiere müssen getrennt vom Fahrer an Bord gehen. Bernard will ein Foto machen, wenn ich auf die Fähre fahre. Aber er verpasst mich, weil ich bereits als drittes Fahrzeug einfahren kann. Er merkt erst wenn die Fähre ablegt, dass ich schon lange an Bord bin. Der Platz den ich ausgesucht habe ist nicht wie erwartet in Vorwärtsrichtung, weil die Fähre wendet und wir darum rückwärtsfahren. Kaum sind wir aus dem Hafen lässt der Kapitän die Türen nach vorne wegen Sturm schliessen. Die Wellen sind vielleicht 2m hoch. Zusammen mit dem Sturm wird das Schiff heftig durchgeschüttelt. Der Kapitän versucht die Wellen zu Umfahren, das gelingt aber nur teilweise. Nach 2h stürmischer Überfahrt können wir die Fähre als erste verlassen. Im zweiten Anlauf finden wir auch unsere Unterkunft und es klappt wieder nicht! Sie haben nur ein Zimmer, wir haben aber 2 Zimmer reserviert. Wenigstens helfen sie uns eine andere Unterkunft zu finden. Das " Hostal Doña Calletana" ist ziemlich einfach und teuer 35'000 CLP/Nacht und Zimmer (53 CHF). Aber wir bleiben und richten uns ein. Ich buche ein Airbnb in Puerto Natales für 3 Nächte und hoffe, dass die 3. Buchung in Chile diesmal klappt. Apero in meinem Zimmer, Bernard trinkt auch Whisky, als Medizin gegen seine Erkältung. Zum Nachtessen gehen wir ins "Luna". Bernard hat das ausgesucht. Es ist eine Touristen-Beiz aus dem Lonely Planet und voll. Wir müssen etwa 15 Minuten anstehen. Mein "Plateada al Merlot con Risotto" kommt kalt. Ich gebe es zurück. Es ist nicht schlecht, aber teuer. Mein Teil kostet 22'000 CLP, das sind 33 CHF, das teuerste Essen seit meiner Abreise aus der Schweiz! Um 23h bin ich im Bett.
(17km im Auto und 39km mit der Fähre, 5h unterwegs)

Mo 11.02.2019
Das Frühstück ist mittelmässig. Nur Nescafé oder Tee und Toastbrot. Wenigstens gibt es je 1 Scheibe Käse und Schinken und ein kleines Rührei dazu. Bernard will ein Museum besuchen. Ich erledige die Planung. Die von Bernard vorgeschlagene Pinguinera existiert nicht mehr. Zum Glück merke ich das bevor wir dorthin gefahren sind. Es wäre 70km ungeteerter Umweg gewesen. Maria macht Telefon und WhatsApp-Terror. Ich schreibe ihr, dass sie eine Woche lang über all ihre Lügen zu Paul, Alain und vieles mehr nachdenken soll und wir dann vielleicht wieder reden. Am Nachmittag gehen wir in die Stadt um SIM-Karten zu kaufen. Für 3000 CLP = 4.50 CHF bekommen wir eine von Entel. Die sollen die beste Abdeckung haben. Nachher kaufen wir ein für das Frühstück in Puerto Natales und schlendern durch das Zentrum. Es ist kühl, auch wenn es kaum windet. Im "Lomito's" kehren wir ein und essen etwas, dazu ein Bier. Auf dem Rückweg beginnt es wieder zu winden. Wir setzen unsere Planung für Torres del Paine fort. Es soll da eine neue Strasse geben findet Bernard heraus, resp. die vorher gesperrte sei wieder offen. Apero im Zimmer alleine. Zum Nachtessen gehen wir ins Restaurant "Okusa", das haben wir gestern gesehen und es hat gute Bewertungen. Auch hier hat es Gruppen, aber wir finden einen Platz im sehr schönen und gemütlichen Restaurant. Mein Lomo de Cerdo ist sehr gut. Um 22.30h machen wir uns auf den Heimweg.
(5km zu Fuss)

Di 12.02.2019
Nach dem Frühstück packen wir und fahren um 10.15h los. Am Anfang ist der Wind kein Thema, aber kaum aus der Stadt geht es los. Die Prognose für heute ist 80-94km/h Windgeschwindigkeit! Und die bekommen wir voll ab, natürlich nie von hinten, immer von vorne oder seitlich. Wenn er von vorne kommt muss ich herunterschalten in den 4.Gang um eine Geschwindigkeit von 80km/h zu halten. Geht es bergauf, schaffe ich selbst das nicht. Die Gegend ist leicht hügelig und unbewaldet. In der Nähe von höheren Hügeln ist der Wind manchmal etwas schwächer. Um 13h machen wir beim Rio Rubens eine Pause und essen etwas. Nach ¾h geht es weiter. Um 14.45h erreichen wir Puerto Natales. Da wir erst um 16h angemeldet sind, fahren wir zur Tourist-Information um nachzufragen ob die von uns ausgesuchte Strasse in den Nationalpark offen ist. Sie ist offen. Nachher gehen wir einkaufen für die nächsten Tage. Um 16h sind wir beim Airbnb. Nach kurzer Zeit erscheint der Vater von Omar und lässt uns ins Haus. Es ist ein neues kleines Haus mit allem was an braucht und zwei Schlafzimmer im 1.Stock. Wir richten uns ein. Zum Nachtessen gehen wir ins "Base Camp", das ist aber voll. Im Cafe Kaiken gleich nebenan haben sie Platz. Mein Steak mit Spiegelei schmeckt sehr gut. Um 23h sind wir zurück.
(250km, 4½h unterwegs)

Mi 13.02.2019
Wir stehen etwas früher auf und machen unser Frühstück selbst. Wieder einmal Käse usw. Um 9.30h fahren wir los. Zuerst zum Tanken, dann auf der Ruta 9 Richtung Norden. Nach 20km zweigen wir auf die Y150 ab. Die war einmal gesperrt, darum haben wir nachgefragt. Bis zum "Cueva Del Milodon" ist sie nun durchgehen betoniert, aber noch nicht ganz fertig. Nachher folgt ein ziemlich langes ungeteertes Stück. Es hat relativ viel Verkehr in unserer Richtung. Die Strasse führt vorbei an schönen Seen und das Panorama wird immer eindrücklicher. Gegen 11.30h sind wir beim Eingang zum Torres Del Paine National Park. Bis wir ein Ticket haben dauert es mehr als 20 Minuten, länger als die Einreise nach Chile! Es kostet 21'000 CLP = 32 CHF, ein stolzer Preis. Wir haben uns entschieden zum Lago Grey zu fahren. Um 12.30h sind wir da, ziehen unsere Wanderschuhe an und ziehen los. Zuerst über eine wackelige Hängebrücke über den Rio Grey, dann durch einen sehr schönen Wald. Sobald wir aus dem Wald an den Strand kommen sind wir dem Wind ausgesetzt und der geht mit 70km/h oder sogar mehr. Es haut einen fast um. Die Attraktion hier sind die Eisberge die der Wind vom 14km entfernten Grey Gletscher hierher treibt. Wir haben Glück es hat mehrere ziemlich grosse Exemplare. Der Wind ist so stark, dass wir zeitweise von der Gischt der Wellen nass werden. Es gibt einen Aussichtspunkt auf einem Felsen. Da hat man eine schöne Aussicht über den See und den fernen Gletscher. Aber der Wind ist hier noch extremer. Auf dem Rückweg hinter dem Felsen ist es dann fast windstill und darum auch warm. Laut Prognose haben wir den besten Tag erwischt. Gestern war es schlecht und morgen soll es auch wieder schlecht werden. Man könnte für 70 USD eine Bootstour machen. Aber das Boot ist schon weg wenn wir ankommen und hat uns so den Entscheid abgenommen. Nach 2h sind wir zurück. Meine Schuhe haben die Wanderung knapp überlebt, aber ich kann sie wegwerfen weil sich die Sohle löst. Der Weichmacher ist raus darum bricht der Schaum zwischen Schuh und Sohle. Das ist mir auch in Australien mit dem gleichen Model passiert. Auf ein Bier verzichten wir, 2dl kosten 4500 CLP = 7 CHF! Für den Heimweg suchen wir uns eine andere Strasse aus. Die Strasse ist am Anfang schlecht, wird mit der Zeit immer besser. Dafür wird man durch ein fantastisches Panorama entschädigt. Zwei Mal geraten wir in einen Sandsturm. Beim Zweiten wir man Auto mit grobem Sand gefüllt. Das habe ich noch nie erlebt. Ab dem Lago Sarmiento ist die Strasse dann wieder mit Belag. Nur ein Stück weit sind sie am Bauen und man fährt etwa 15km weit auf einer provisorischen Strasse. Um 18h sind wir zurück in Puerto Natales und kaufen noch ein. Um 18.30h sind wir zu Hause. Duschen und Wäsche waschen. Um 21h zum Nachtessen ins "Base Camp". Diesmal haben sie Platz. Die Pizza ist sehr gut. Gegen 23h sind wir zurück.
(269km, davon etwa 100km ungeteert, 6½h unterwegs und 5.5km, 2½h zu Fuss)

Do 14.02.2019
Nach dem Frühstück buche ich in El Calafate ein Hotel. Der Ort ist teuer und ziemlich ausgebucht. Es stürmt und ist wechselhaft, manchmal regnet es, aber meist nur kurz und nicht stark. Nachher erledige ich das "Büro". Am Nachmittag gehen wir ins Zentrum zum Einkaufen und etwas Essen. Die Restaurants hier sind sehr teuer, mein Bier kostet 2800 CLP = 4.20 CHF. Mein Versuch Geld zu beziehen scheitert auch heute, der Automat quittiert meine Ansinnen mit einem "Blue Screen". Nachher schauen wir uns nach einem Restaurant fürs Nachtessen um und holen Bernards Wäsche aus der Wäscherei. Er hat der Waschmaschine nicht getraut. Zum Nachtessen gehen wir ins "Raices de Chiloe" das hat uns am Nachmittag am besten gefallen. Unser Lamm Stew ist zwar kein Stew, aber trotzdem sehr gut. Zudem ist es eines der billigeren Restaurants hier, wir bezahlen 30'000 CLP für beide zusammen. Um 23h sind wir zurück.

Fr 15.02.2019
Nach dem Frühstück heisst es wieder einmal packen. Um 10.45h fahren wir los. Zuerst zum Tanken. Dann bis Villa Dorotea an der chilenischen Grenze. Die Abfertigung dauert nur 15 Minuten. Dann geht es weiter bis Valdelen, argentinischer Zoll und Skigebiet. Da dauert es schon länger, aber nach 25 Minuten haben wir auch das geschafft. Nach Rio Turbio erreichen wir die berühmte RN40. Durch Hügel geht es nun zügig weiter bis Esperanza. Wir haben ausnahmsweise Rückenwind und das nicht zu knapp. Ich fahre 90km/h und die Wolken überholen mich! Um 14h sind wir da und machen eine Pause von 40 Minuten. Kaum gestartet, funktioniert meine Elektronik nicht mehr. Ich muss sie deaktivieren damit wir weiter fahren können. Vermutlich hat sich eine Verbindung gelöst bei den vielen Vibrationen der letzten Tage. Weiter geht es ab jetzt mit Seiten- oder Gegenwind. Zeitweise stürmt es so, dass ich im 4.Gang knapp 70km/h schaffe. Auch weil es bis auf 800müM hoch geht. Um 16h sind wir beim Mirador El Monito. Da geht die Strasse steil von 800 auf 200müM hinunter und man hat eine wunderbare Aussicht. Beim Lago Argentino verlassen wir die RN40 und fahren dem See entlang nach El Calafate. Um 17h sind wir beim Hotel Rincón del Calafate. Das Einchecken dauert ewig. Unsere Zimmer sind sehr schön und wir richten uns ein. Nachher das obligate Ankunfts-Bier im Hotel. Das Restaurant ist entgegen den Angaben zum Nachtessen nicht geöffnet. Wir gehen zu Fuss ins Zentrum. Das erste Restaurant ist voll und zu laut. Wir finden in der Nähe das "Casimiro Bigua". Das ist zwar teurer aber ruhig und schön eingerichtet. Mein Gulasch mit Spätzli ist gut, nur das Fleisch ist zu hart. Um 23h sind wir zurück. Im Zimmer höre ich Feuerwerk. Ich gehe nach draussen, da ist tatsächlich ein grosses Feuerwerk, weil ein Festival stattfindet. Die Musik haben wir im Zentrum gehört.
(352km, 6¼h unterwegs)

Sa 16.02.2019
Um 08.30h zum Frühstücksbuffet. Das beste bisher in Argentinien. Um 10.15h fahren wir los. Dem Lago Argentina entlang mit viel Gegenwind. Um 11h erreichen wir den Eingang zum Parque Nacional Los Glaciares. Pro Person sind 700 ARS (20 CHF) fällig. Bis zum Perito Moreno Gletscher sind es noch 28km. Das Wetter wird immer schlechter. Am Ziel regnet es und der Wind geht mit bis zu 80km/h. Vom Parkplatz gehen wir auf dem Küstenweg zum Gletscher. Der sieht auch bei schlechtem Wetter sehr eindrücklich aus, je näher man kommt. Vor einigen Monaten ist die Eisbrücke eingestürzt. Im Moment kann das Wasser frei zirkulieren. Der Gletscher wird aber die Lücke wieder schliessen. Dann kann sich das Wasser bis 20m hoch stauen, bis es wieder einen Weg durch das Eis findet und die Brücke erneut gebildet wird. Nach 1¼h haben wir die gut 2km Wanderung geschafft. Das Restaurant ist voll, wir fahren mit dem Shuttle-Bus zum Parkplatz zurück. Da gibt es auch ein Restaurant. Es hat weniger Leute, aber das Bestellen ist so langwierig, dass wir trotzdem ewig auf unser Essen und Trinken warten. Um 14.30h fahren wir zurück. Kaum aus dem National Park, scheint die Sonne wieder. In El Calafate will ich tanken. Bei YPF nehmen sie entgegen früheren Erfahrungen hier keine Kreditkarte. So fahren wir zu einer anderen Tankstelle. Da hat es eine lange Kolonne. Ein netter Unbekannter sagt uns, dass wir für Diesel nicht anstehen müssen, sondern direkt zu Säule fahren können. Und er hat Recht. Der starke Gegenwind kostet einige Liter mehr als üblich. Ich verbrauche 16 Liter pro 100km. Zurück im Hotel geniesse ich ein Vollbad. Es beginnt nun auch hier zu regnen. Im Hotel empfehlen sie uns ein nahegelegenes Hotel zum Nachtessen. Das "El Alambique" ist ein sehr schönes Restaurant und für hiesige Verhältnisse günstig. Mein Schweinsbraten schmeckt sehr gut. Um 23h sind wir zurück.
(157km, 3¼h unterwegs, 3km zu Fuss)

So 17.02.2019
Wir geniessen nochmals das Frühstücks-Buffet. Das Bezahlen beim Check-Out zieht sich wieder in die Länge. Ich verbiete ihm die Geheimnummer meiner Kredit-Karte im Computer einzugeben und sage ihm dass das nicht nach Vorschrift von Visa sei. Er gibt schlussendlich 999 ein, was das System auch schluckt. Um 10.30h fahren wir los, nachdem ich die Sicherheits-Elektronik deaktiviert habe. Es ist bewölkt und regnet immer wieder, aber es hat kaum Wind. Ein völlig neues Fahrgefühl in Argentinien. Via RP11 fahren wir zur RN40. Es hat kaum Verkehr. Zuerst fahren wir dem Lago Argentino entlang, dann folgen wir mehr oder weniger dem Rio Leona und erreichen schliesslich den Lago Viedma. Es ist leicht hügelig. Unterwegs machen wir mehrere Foto-Stopps. Beim letzten gibt es eine Fuchs-Familie. Die Jungen rühren sich nicht von der Stelle während die Eltern weg sind. Das letzte Stück führt dem Lago Viedma entlang. Ich habe erwartet, dass wir bergauf fahren müssen, aber es ist mehr oder weniger flach bis nach El Chaltén, das auf 400müM liegt. Der Ort wurde erst 1985 gegründet um Präsenz zu markieren. Der Grenzverlauf ist hier umstritten. Um 13.30h sind wir bei der Hosteria Los Ñires. Wir können sofort einchecken und richten uns ein. Internet gibt es nur im "Restaurant". Da wird auch das Frühstück serviert, aber keine andere Mahlzeiten. Mein Ankunfts-Bier bekomme ich aber. Gegen 16h gehen wir zur Tourist-Information. Die nehmen uns da gleich die Entscheidung an welche Tour wir morgen machen sollen, denn eine der beiden ist gesperrt wegen zu viel Wasser im Fluss. Bernard will noch zu einem Aussichtspunkt wandern. Ich verzichte, weil es immer wieder regnet. Auf dem Rückweg inspiziere ich einige Restaurants. Überzeugt hat mich nur eins, das "La Senyera". Da gehen wir in strömendem Regen dann auch hin. Mein Bife Chorizo ist sehr gut. Um 23h sind wir zurück. Ich schlafe nicht gut, weil in der Nähe meines Zimmers die Heizung ziemlich laut ist.

Mo 18.02.2019
Nach dem mittelmässigen Frühstück kann ich mein Zimmer wechseln. Danach starten wir um 09.45h zu unserer Bergtour zur Laguna Torre. Wir haben Riesenglück, der Himmel ist blau, kaum eine Wolke, nur die Gipfel hüllen sich in Wolken. Es hat ziemlich viele Leute unterwegs. Um 11h sind wir beim "Mirador del Cerro Torre" dem vorerst höchsten Punkt. Nachher geht es wieder bergab auf der ehemaligen Seitenmoräne des Glaciar Grande und nachher flach. Nach etwa einer Stunde erreichen wir den tiefsten Punkt vor dem nächsten Anstieg auf die Moränen die die Laguna Torre staut. Um 13h sind wir am Ziel mit vielen andern. Wir haben alte Brötchen und Käse mitgenommen. Das schmeckt jetzt ausgezeichnet! Nach einer Stunde machen wir uns auf den Rückweg. Um 16.30h sind wir zurück. Das Bier schmeckt heute sehr gut. Ich buche noch die nächsten Unterkünfte. Die warme Dusche danach ist sehr angenehm. Zum Nachtessen wollen wir nochmals ins "La Senyera", das ist aber voll, so suchen wir etwas anderes. Im "Maffia" finden wir was wir wollen. Der Tisch bei der Tür ist nicht optimal, weil es wieder zu stürmen beginnt. Meine Lasagna ist sehr argentinisch, viel Fleisch, wenig Teigwaren. Da das Fleisch nicht gehackt, sondern gewürfelt ist, schmeckt es ganz anders. Nicht schlecht, aber eben keine Lasagna wie erwartet. Um 23h bin ich todmüde im Bett. Es stürmt die ganze Nacht.
(19km, 550m Anstieg, 6¾h unterwegs)

Di 19.02.2019
Nach dem Frühstück packen wir zusammen und fahren um 10h bei strömendem Regen los. Zum Glück haben wir ausnahmsweise Rückenwind. Nach 1h erreichen wir die RN40. Die ist am Anfang gut und geteert. Aber nach 80km endet die gute Strasse abrupt. Für die nächsten 72km sollen Bauarbeiten im Gange sein. Wir sehen genau einen Arbeiter! Die Strasse ist vor allem am Anfang zeitweise schlammig. Zum Glück regnet es nicht mehr stark, sonst wäre das eine einzige Rutschpartie. Gegen Schluss scheint sogar die Sonne. Wir machen eine kurze Pinkelpause. Nach 1¼h haben wir es geschafft. Bei der Abzweigung der RP29 wird die RN40 wieder eine schöne Strasse. Es stürmt immer noch, meist von hinten. Selbst wenn ich 90km/h fahre überholen mich die Wolkenschatten. Um 14h sind wir am Ziel in Gobernador Gregores. Die Wohnung ist gross, aber sehr spärlich eingerichtet. Wir richten uns ein und fahren dann zum Tanken und Einkaufen. Sie haben wieder einmal nur den teuren Diesel. Die Läden sind alle geschlossen. Wir müssen später nochmals los. Wir erledigen das "Büro". Es stürmt immer noch gewaltig, 74km/h gemäss Wetterbericht. Um 17.30h kommt die Vermieterin vorbei und wir fahren mit ihr zu ihrem Laden um mit Kreditkarte die Wohnung zu bezahlen. Sie macht mit uns eine Tour durch den Ort und zeigt uns diverse Läden und Restaurants. Zurück zu Hause, fahren wir mit meinem Auto zum Einkaufen. Zum Nachtessen wollen wir in die Pizzeria la Carreta. Die ist aber geschlossen. Gleich daneben liegt das "La Rosa" ein kleines Restaurant mit nur 2 Tischen. Meine Pizza Milanese ist sehr speziell. 4 Milanese(Schnitzel) auf einem mit Schinken belegten Pizzaboden, darauf Pommes. Das alles mit Käse überbacken und zuoberst ein Spiegelei. Die Media-Grösse ist immer noch viel zu grosse. Am Nebentisch sind junge Franzosen, der eine isst unsere Resten mit Vergnügen. Es stürmt die ganze Nacht weiter.
(298km, 4h unterwegs, davon 72km ungeteert 54km/h)

Mi 20.02.2019
Wieder einmal ein "richtiges" Frühstück. Um 10.30h fahren wir los. Gleich zu Beginn haben wir Gegenwind mit dem bekannten Effekt, dass ich im 5.Gang die Geschwindigkeit nicht halten kann und im 4.Gang fahren muss. Bis zum ersten Halt nach 120km und 1½h bleibt das mehrheitlich so. Ziemlich mühsam und laut. Wir werden richtig durchgeschüttelt, obwohl die Strasse eigentlich gut ist. Beim "Las Horquetas" machen wir eine Pause und trinken etwas. Nachher ändert die allgemeine Richtung und wir haben Rücken- oder Seitenwind. Nur noch ganz selten Gegenwind. Es ist angenehm ruhig zum Fahren, dafür lässt die Strasse manchmal zu wünschen übrig. Die Gegend gleicht manchmal einer Mondlandschaft. Wie unwirklich. Offenbar gibt es hier Gold und evtl. Bauxit. Die Hügel sind jedenfalls manchmal rot. Um 15.30h erreichen wir Perito Moreno und tanken da. Bis Los Antiguos sind es noch knapp 60km. Wieder mit vollem Gegenwind dem Lago Buenos Aires entlang. Unser Airbnb ist wie schon bald üblich in Südamerika nicht da wo angegeben. Sie holen uns ab und zeigen den richtigen Weg. Dafür ist es sehr schön und gut eingerichtet. Es gibt alles ausser Ablage-Möglichkeiten, aber auch das ist hier normal. Wir beschliessen noch 2 zusätzliche Nächte in Los Antiguos zu bleiben. Unser Airbnb ist aber ausgebucht. Ich finde ein anderes in der Nähe und buche es. So haben wir genug Zeit um unsere weiter Reise über die "Carretera Austral" zu organisieren und planen. Wir machen unsere Wäsche. Zum Nachtessen empfehlen sie uns das "Rastro del Choike". Das ist ein Hit. Die Menu-Karte wird täglich neu auf einem Karton geschrieben, keine Preise. Unser "Banderole de Cerdo" schmeckt sehr gut und es gibt diverse Beilagen, die wir hier noch nie hatten, z.B. Randen. Alles zusammen mit Wein und Bier kostet einfach 1000 ARS, ohne Aufschlüsselung. Am Nebentisch sitzt ein Paar aus Österreich, die essen schon zum zweiten Mal hier und sind auch begeistert. Sie haben ein einjähriges Sabbatical und bereisen die Welt.
(416km, 6h unterwegs)

Do 21.02.2019
Meine Wäsche ist bereits trocken ich falte sie zusammen und bereite das Frühstück zu. Bernard will ausschlafen, so esse ich allein. Nachher stehen diverse "Büro-Arbeiten" auf dem Plan. Am Nachmittag will Bernard Geld wechseln und wir wollen einkaufen. Im "Viva el Viento" können wir Geld wechseln zu einem sehr guten Kurs 18.00 CLP/ARS. Der aktuelle Interbank-Kurs ist 16.55 CLP/ARS. Ich kann sogar mit Visa-Karte bezahlen, dafür will er allerdings 10%. Das ist immer noch günstig, weil sie auch in Chile etwa 7 CHF Automaten-Gebühr verlangen. Die Läden sind wie üblich geschlossen am Nachmittag. Wir steigen zum Mirador Uendeunk hoch. Von da hat man eine gute Aussicht über den Ort und in die Berge. Bernard will auch zum See. So marschieren wir los. Es ist weiter als er gedacht hat. Sie haben auch hier eine schöne Promenade dem Ufer entlang gebaut. Beim Mirador Del Lago sieht man den See wie der Name schon sagt. Von da geht es zurück ins Dorf. Unterwegs kaufen wir noch Brot ein. Im Supermarkt in der Nähe unseres Zuhauses kaufen wir den Rest. Der "kurze" Spaziergang war doch 7km lang. Ich ersetzte noch einen Kabelbinder der Abdeckung. Er hat den Sturm nicht überlebt. Ich muss feststellen dass das Reserve-Motoren-Öl ausgelaufen ist, weil der Kanister undicht ist. Eine Riesen-Sauerei. Ich reinige den Boden so gut es geht. Der Staub wir den Rest besorgen, hoffe ich. Zum Nachtessen gehen wir nochmals ins "Viva el Viento". Der Hund des Hauses lässt sich nicht davon abbringen mit uns zu kommen. Er kommt bis zum Restaurant. Jemand lässt die Tür offen, und schon sitzt er unter unserm Tisch und lässt sich erst mit Hilfe von Bernard wieder ins Freie befördern. Ich bestelle ein Bandiola de Cerdo mit Beilage. Das Fleisch ist gut, die Beilage kommt Reklamation nie. Dafür bekomme ich beim Bezahlen dann eine Reduktion. Um 23h sind wir zurück. Der Hund ist auch da und erwartet uns wie üblich mit der Türvorlage im Maul.
(8.5km zu Fuss)

Fr 22.02.2019
Spätes Frühstück, dann packen. Um 11h fahren wir zu unserer neuen Unterkunft, es sind 160m! Wir richten uns ein und heizen das Haus. Das wurde offenbar eine Weile nicht benutzt. Es ist ziemlich gross. Ich plane die Teilstrecken für die Carretera Austral. Es gibt auch hier nicht so viele Orte mit Übernachtungsmöglichkeiten, zudem müssen wir mindestens einmal die Fähre benutzen. Da die Strasse meist nicht geteert ist, will ich die Tagesstrecken kürzer halten. Ich versuche eine Unterkunft in Puerto Rio Tranquilo zu finden. In Booking.com und Airbnb gibt es da nichts. Wir bekommen aber keine Antwort. Am Nachmittag gehen wir einkaufen. Ich kaufe 2 T-Shirts für Maria und Efraim. Heute wird die Gewerbeschau mit Mate eröffnet, wir sind live dabei! Nachher gehen wir Brot und Eier usw. einkaufen. Die Eier überleben den Transport in Bernards Tasche angeschlagen. Von einer Unterkunft bekommen wir Antwort und reservieren nach langem hin und her 2 Zimmer. Er will eine Anzahlung. Ich schreibe ihm, dass ich in Argentinien bin und es Freitagnachmittag ist. Darauf bekomme ich keine Antwort mehr. Mal schauen ob es klappt. Ich stelle fest, dass an der Hinterachse auf jeder Seite ein Lichtleiter herunterhängt, vermutlich für das ABS. Ich habe aber kein ABS. Die haben sich offenbar durch die Vibrationen aus ihrer Halterung gelöst. Zum Nachtessen gehen wir nochmals ins "Rastro del Choike". Diesmal bestellen wir Ossobuco mit Beilagen. Die Portion ist riesig und es schmeckt wieder alles sehr gut. Weil der Chef schon weg ist, müssen wir bar bezahlen, diesmal 1200 ARS für alles.

Sa 23.02.2019
Nach dem Frühstück buche ich die Unterkünfte für die Nächsten zwei Orte. So haben wir fast eine Woche Ruhe. Ich reinige noch die Scheiben, dann ziehen wir los ins Dorf und enden nochmals bei der Gewerbeschau. Ich esse ein "Choripan", Chorizo-Wurst mit Brot. Später finden wir noch ein Restaurant mit Terrasse. Da es kaum windet geniessen wir die Sonne und das Bier im Freien. Auf dem Rückweg kaufen wir nochmals Brot und ein Ersatz-Ei. Zum Nachtessen gehen wir ins "Viva el Viento". Ich bekomme mein Bife de Chorizo wieder ohne Beilage. Während ich warte kommt der Chef vorbei und ich erzähle ihm die Geschichte. Nach einer Weile kommt er wieder vorbei und stellt fest, dass ich immer noch kein Essen habe. Er verschwindet in der Küche und kommt wenig später zurück, entschuldigt sich und meint, dass ich mein Essen nicht bezahlen müsse. Etwa 10 Minuten später bekomme ich endlich mein Nachtessen. Es schmeckt sehr gut und das gratis. Um 23.30h sind wir zurück.

So 24.02.2019
Vor dem Frühstück führe ich noch mein Tagebuch nach. Das habe ich vor lauter Planung vernachlässigt. Um 10.30h fahren wir los. Bereits nach wenigen Minuten sind wir beim argentinischen Zoll. Nach 8 Minuten ist alles erledigt und wir können weiter fahren. Unterwegs zum nahen chilenischen Zoll beginnt es doch tatsächlich zu schneien. Während einigen Metern ist alles weiss gezuckert. Beim chilenischen Zoll geht es heute viel länger wie sonst. Sie nehmen es sehr genau mit der Kontrolle. Mein Motorrad finden sie allerdings auch hier nicht. Nach 30 Minuten geht es weiter. Am Ende von Chili Chico endet auch die geteerte Strasse. Am Anfang ist die Strasse sehr gut präpariert. Aber nach etwa 30km ist Schluss damit. Die Strasse führt den Lago Buenos Aires(ARG) / Lago General Carrera Lake(CHL) entlang zur Carretera Austral. Dies ist der zeitgrösste See in Südamerika. Die Aussicht ist z.T. phänomenal. Es wird nie langweilig. Dazu trägt auch die Strasse das ihre bei. Sie ist zwischendurch ziemlich schlecht und geht mal steil bergauf, dann gleich wieder bergab mit vielen Kurven. Es gibt sogar Spitzkehren. Nach 120km und 4h Fahrt machen wir in Puerto Guadal eine halbstündige Pause. Da treffen wir ein Paar aus der Schweiz unterwegs haben wir schon ein Schweizer Auto gesehen. Die Strasse ist inzwischen wieder besser geworden. Aber sobald wir die Carretera Austral erreichen ist Schluss damit. Die ist in sehr schlechtem Zustand und hat ziemlich viel Verkehr. Vor allem die vielen Rippenstrecken nerven. Und die sind fast durchgehen. So macht das Fahren keinen Spass. Nach 50km erreichen wir Puerto Rio Tranquilo. Da steht der nächste Frust an. Das gebuchte Hotel hat die Zimmer weggegeben weil wir keine Anzahlung gemacht haben. Das haben sie mir aber nicht mitgeteilt. Ich knalle die Tür zu dass die ganze Hütte wackelt und gehe. Bernard bleibt noch lange, ich weiss auch nicht wofür. Ich habe inzwischen einen Tipp bekommen. Da ist es aber auch voll. Die geben Bernard einen Tipp, er geht dorthin, ich gleich nebenan in die Hosteria Costanera. Volltreffer, sie haben 2 schöne Zimmer mit Bad zum gleichen Preis wie der Idiot von vorher. Sie organisieren sogar um, damit wir wie geplant 2 Nächte bleiben können. Nach dem sehr teuren Ankunfts-Bier (4500 CLP = 6.50 CHF) gehen wir auf einen Rundgang. Auf dem Parkplatz am Strand stehen 3 Schweizer Camper und einer aus dem Schwarzwald. Eine richtige Schweizer-Invasion! Zum Nachtessen bleiben wir im Hotel. Mein Lamm-Stew ist zwar wieder kein Stew, aber es schmeckt sehr gut. Dazu kann ich meinen angebrochenen Wein aus dem Auto trinken.
(181km, 6¼ h unterwegs, bis auf die ersten 16km alles ungeteert)

Mo 25.02.2019
Das Frühstück ist nicht schlecht. Nachher gehen wir eine Bootstour zu den "Cavernas de Marmol" (Marmor Höhlen) organisieren. Wir haben Glück, wir können gleich mit dem nächsten Boot mitfahren. Der Preis ist bei allen gleich, 10000 CLP = 15 CHF/Person. Um 10.15h fahren wir los. Ich bin froh, habe ich das warme Innenfutter in die Jacke eingesetzt und die Skimütze angezogen. Es ist nur 8C° "warm" und der Fahrtwind kühlt zusätzlich. Nach ¼h erreichen wir die ersten Höhlen. Sie sind schön, aber nicht überwältigend. Dafür einen Umweg von 250km zu machen lohnt sich nicht. Für uns liegen sie am Weg, weil alle Fähren bis Anfang März ausgebucht sind und wir sowieso um den See herum fahren müssen. Man kann die Höhlen nur vom See her sehen. Da wir noch vor dem Mittag da sind, ist das Licht sehr gut. Entsprechend werden viele Fotos geschossen. Nach ¾h geht es wieder zurück. Es windet etwas stärker, darum spritzt es etwas, aber man wird nicht wirklich nass. Um 11.30h sind wir zurück. Bei einer Tasse heissem Nescafé setze ich die Planung fort. Das empfohlene Hotel in Puyuhuapi ist voll. Sie empfehlen uns das "Comuy-Huapi", da buche ich über Booking.com. Als nächstes die Fähre von Chaiten nach Quellon, das klappt sogar. Zum Schluss eine Wohnung in Chaiten. Nachher machen wir einen Rundgang durch den Ort. Die haben hier Preise wie in Zürich, eine Crêpe und einen Nescafé für 6.50 CHF an einem Imbiss-Stand im Freien. Ich ziehe noch die losen Schrauben nach und befestige die Undefinierten Lichtleiter mit Kabelbinder. Dabei stelle ich fest, dass hinten links an der Bremse der Staub leicht ölverschmutzt ist. Das muss ich weiter beobachten. Zurück im warmen Hotel noch etwas "Büro". Zum Apero ein kühles Bier aus dem Auto. Zum Nachtessen sucht Bernard ein Restaurant. Da gehen wir dann hin. Das "Carretera Austral" ist nicht geheizt. Der Kellner serviert in der Windjacke. Mein Lomo mit Kartoffeln schmeckt sehr gut, kostet aber auch viel (12'000 CLP = 18 CHF). Auch das Glas Wein ist sehr teuer (3000 CLP = 4.50 CHF). Das ganze Essen kostet umgerechnet mehr als 30 CHF. Hoffentlich wird es ab morgen besser.

Di 26.02.2019
Heute gibt es zum Frühstück für jeden eine Portion Käse, Schinken und Salami. Nachher zusammenpacken. Um 10.00h fahren wir los. Die Strasse ist am Anfang besser als der Schluss vor zwei Tagen. Sie sind am Arbeiten. Aber nach kurzer Zeit ist es wieder ruppig, das typische Waschbrett-Muster tritt in regelmässigen Abständen auf. Die Strecke führt jetzt weg vom See durch schöne Täler. Die Aussicht ist leider oft durch die Staubwolken der Autos getrübt. Nach 2h erreichen wir den Rio Ibanez. Es hat weniger Verkehr und man kann die Aussicht geniessen. Wir stoppen an einem Aussichtspunkt. Dabei stelle ich fest, dass mein linkes Hinterrad fast keine Luft mehr hat. Zu alldem hat mein hydraulischer Wagenheber kein Öl mehr drin, alles ausgelaufen in den letzten Jahren. Wir sind auf die Hilfe von Fremden angewiesen. Nach etwa ¼h stoppt ein Pickup-Fahrer und hilft uns mit seinem hydraulischen Wagenheber. Es gibt noch eine kritische Situation, weil wir trotz Radkeil ein Stück zurück rutschen. Bis jetzt haben wir keinen Wind gehabt, aber jetzt natürlich schon. Nach 1h können wir weiter fahren. Kurze Zeit später erreichen wir eine Baustelle. Da müssen wir ziemlich lange warten, aber es lohnt sich, denn nach der Baustelle beginnt bereits die neue Beton-Strasse, 13km früher wie erwartet. Nach 272km Rüttelstrasse eine Erlösung. Es geht nun auf einer guten Strasse über mehrere Pässe bis auf knapp 1100müM hoch. Nachher erreichen wir das breite Tal des Rio Simpson. Es ist eine hügelige Landschaft wie in den Voralpen. Gegen 15.30h sind wir in Coyhaique. Wir gehen einkaufen und geniessen ein Bier im Freien. Es ist angenehm warm. Nach 1h fahren wir zu unserer Unterkunft. Die Dame die uns das Haus öffnen sollte ist nicht da, obwohl wir unsere Ankunftszeit per SMS geschickt haben. Erst nach einem Telefonat erscheint sie. Die SMS hat sie gar nicht gelesen. Es ist ein kleines gemütliches Haus mit 2 Schlafzimmern im oberen Stock. Und es hat eine Waschmaschine, das nützen wir sofort aus. Bis zum Nachtessen ist die Wäsche fertig. Zu Fuss gehen wir zur "La Taberna D'Olbek", eine Gasthausbrauerei etwas ausserhalb in einem Wäldchen gelegen. Sie ist cool eingerichtet. Mein Burger Taberna ist gross und gut. Das Bier schmeckt auch sehr gut. Gegen 23h sind wir zurück.
(218km, 107km davon ungeteert, 6½h unterwegs, davon je 1h für Reifenpanne und  Einkaufen)

Mi 27.02.2019
Wir schlafen aus. Das Frühstück mit Gruyère-Käse aus Chile, auf der Verpackung ist aber Emmentaler abgebildet. Er schmeckt verblüffend gut. Nachher fahren wir in die Stadt um meinen Reifen zu reparieren. Wir kurven etliche Kilometer durch den Ort, bis wir die offenbar einzige Firma finden die das kann. Der Mann ist ziemlich wortkarg, macht seine Job aber sehr professionell. Erst beim Aufpumpen spricht er zum ersten Mal und will den gewünschten Druck wissen. Das zweite Mal ist die Preisbekanntgabe, 10'000 CLP, das sind 15 CHF. Nachher fahren wir in den Ort. Ich will bei Entel mein Telefon registrieren lassen, damit es nicht nach 30 Tagen blockiert wird. Das dauert eine Ewigkeit weil es kompliziert ist und die Dame das noch nie gemacht hat. Bernard geht inzwischen Einkaufen. Nachher gehen wir in ein kleines Restaurant auf eine Suppe für Bernard und ein Bier für mich. Auf dem anschliessenden Rundgang versuche ich bei verschieden Banken mit der Postcard Bargeld zu beziehen. Erfolglos, mit der Maestro-Karte funktioniert es ohne Probleme. Auch hier verlangen sie etwas mehr als 7 CHF Automaten-Gebühr, aber wenigstens kann man 200'000 CLP = 300 CHF abheben. Um 15.30h sind wir zurück und ich erledige diverse "Büroarbeiten". Zum Nachtessen wollen wir in ein nahegelegenes Restaurant gehen. Auf TripAdvisor ist es vermerkt, aber sonst nirgends, das ist ein Hinweis, dass etwas nicht stimmt. Und so ist es auch. Niemand kennt dieses Restaurant. Zu Fuss machen wir uns auf den Weg in die Stadt. Das von Bernard angepeilte Restaurant "Mamma Gaucha" ist bummsvoll. Wir gehen gleich gegenüber ins "Chilenko" da gibt es Platz. Bald wissen wir auch wieso. Ein Steakhouse dem das Fleisch ausgeht! Meine Pizza ist nicht schlecht, aber alles ist teuer. Zurück fahren wir mit dem Taxi für 1500 CLP = 2.30 CHF.
(11km zur Reifen-Reparatur usw. und 3.5km zu Fuss zum Nachtessen)

Do 28.02.2019
Nach dem Frühstück, packen, Scheiben reinigen, dann fahren wir um 10.30h los. Zuerst zum Tanken. Kurz nach dem Ort erreichen wir eine lange Baustelle und müssen lange warten bis wir weiter fahren können. Bei Alto Baguales bleiben wir auf der geteerten Nr.240 und fahren nicht auf die originale Nr.7, denn die ist ab hier nicht geteert. Wir fahren dem Rio Simpson entlang durch ein schönes Tal bis zur Abzweigung der X50 bei El Balseo. Ab jetzt hat es kaum mehr Verkehr. Man hat das Gefühl, man sei im Hochgebirge, dabei ist man nur wenige hundert Meter über Meer. Bei Villa Manihuales machen wir eine Pause und Essen etwas. Nach ½h fahren wir weiter. Nach 181km Fahrt erreichen wir die Abzweigung nach Puerto Cisnes. Ab hier ist die Carretera Austral wider Erwarten nicht geteert. Wenigstens ist sie in einigermassen gutem Zustand. Wir stoppen kurz beim "Salto El Condor", einem kleinen Wasserfall. Der nächste Stopp beim "Bosque Encantado", da wollte Bernard ursprünglich eine 3h-Wanderung einlegen. Wir sind spät und das Wetter ist nicht gut. Zudem hätte ich auch gar keine Lust nach dieser Anstrengung nochmals Auto zu fahren. Kurz nachher erreichen wir die Passhöhe auf 522müM. Der nächste Halt beim "Salto Padre Garcia". Den erreicht man nach einem kurzen schönen Fussmarsch. Nachher erreichen wir den "Fiordo Queulat", wir sind am Pazifik angelangt. Puerto Natales hat zwar auch eine Verbindung zum Pazifik, aber eine sehr verschlungene. Die Strasse ist zwischendurch wieder geteert. Es folgt noch ein kurzer ungeteerter Abschnitt. Nach 16h erreichen wir Puyuhuapi. Unsere Unterkunft hat unsere Zimmer eher zufällig noch frei gehalten. Wir sind die einzigen Gäste. Die Zimmer sind OK, aber viel zu teuer 40'000 CLP = 60 CHF/Nacht und Zimmer. Das Internet ist hier sehr gut. Beim Ankunftsbier beginnt es zu regnen. Zum Nachtessen gehen wir ins nahe "Mi Sur". Da gibt es nur etwa 5 verschiedene Hauptspeisen. Mein Eintopf mit Mais und Fleisch schmeckt gut, ist aber mit 8000 CLP doch sehr teuer. Es scheint, dass alle Touristenorte in Chile sehr teuer sind.
(237km, davon 37km ungeteert, 5½h unterwegs)

Fr 01.03.2019
Vor dem Frühstück gratuliere ich Küde zum Geburtstag. Das Frühstück ist mickrig und der Raum ist kaum geheizt. Da das Internet gut ist, erledige ich nun alle datenintensiven Arbeiten. Ich muss auf meinem Notebook Daten freischaufeln, weil der Speicher bald voll ist. Das Wetter ist neblig und kühl, 12C° laut Prognose. Da kann man ruhig drinnen an der Wärme bleiben. Am Nachmittag machen wir einen Rundgang durch den Ort. Zurück im Hotel gibt es keinen Strom. Der ganze Ort ist ohne Strom. Meine Daten werden nicht alle synchronisiert. Wenn der Strom zurück ist, muss ich nochmals neu anfangen. Das klappt dann aber gut, dank schnellem Internet. Die ersten drei Restaurants die wir besuchen wollen sind geschlossen und das am Freitagabend! So landen wir wieder im "Mi Sur". Mein Lomo mit Beilage (Hirse?) schmeckt sehr gut. Am Nebentisch sitzt ein Paar aus der Schweiz mit einer kleinen Tochter. Wir unterhalten uns kurz. Ihre Mutter ist aus Chile und führt in Puerto Montt das "Hostal Suizo".

Sa 02.03.2019
Nach dem Frühstück erledige ich noch alle Telefonanrufe weil das Internet so gut funktioniert. Gegen 11.15h fahren wir los. Um nach ½h sind wir am Ziel, dem "Parque Nacional Queulat". Nun geht es zu Fuss weiter. Am Anfang steigt der Weg ziemlich steil bergauf. Es ist sehr feucht, der Weg ist schmal und z.T. rutschig. Der Urwald ist sehr schön mit vielen grossen Farnen und Bäumen. Alles ist moosbedeckt. Nach dem 1.Mirador wird es etwas flacher. Nach 1¼h erreichen wir den "Mirador Ventisquero Colgante". Wir sind nicht alleine, etwa 10 andere Leute sind auch hier. Auch Pia und Phillip, die Schweizer von gestern Abend sind mit ihrer kleinen Tochter hier. Die Aussicht auf den Hängegletscher und den Wasserfall daneben ist super. Bernard hat Glück. Der Nebel lichtet sich und wir sehen den ganzen hängenden Teil des Gletschers. Sonst hätte er mir das Nachtessen bezahlen müssen, so war die Abmachung. Nach ¼h machen wir uns auf den Rückweg. Um 15h sind wir beim Auto und fahren zurück Richtung Puyuhuapi. An der Hauptstrasse machen wir eine Pause in einem kleinen Restaurant. Da hat es viele Autostopper. Wir nehmen 5 von ihnen mit, hinten auf der Ladefläche. Zurück im Hotel, zuerst eine warme Dusche, dann etwas "Büro". Zum Nachtessen wollen wir ein anderes Restaurant berücksichtigen, aber keine Chance, alle sind geschlossen. So landen wir wieder im "Mi Sur". Wenn ich an einem Tisch frage, ob es noch 2 freie Plätze habe, sagt mir ein älterer Herr vom Nebentisch, dass sie gleich gehen werden. Er fragt mich auf Englisch woher ich komme. Aus der Schweiz antworte ich und er gibt mir Antwort in perfektem Schweizerdeutsch. Er ist in Chile aufgewachsen, aber seine Eltern waren Schweizer. Zum Essen ist die Auswahl nicht gross, so bestelle ich nochmals das gleiche wie gestern.
(47km mit dem Auto und 7km mit 330 Höhenmetern zu Fuss)

So 03.03.2019
Ich bin der Ansicht, dass es 07.30h ist wenn ich erwache und nehme es gemütlich. Bernard klopft an die Tür und geht zum Frühstück. Da merke ich, dass ich eine Stunde falsch lag, es ist bereits 9h. Zum Frühstück gibt es ausnahmsweise Rührei. Nachher zusammenpacken, nach 10.30h fahren wir los. Kurz nach dem Dorfende ist die Strasse nicht mehr geteert, aber in recht gutem Zustand. Es regnet und ist kalt. Nach 14km ist das ungeteerte Stück zu Ende und wider Erwarten kommt auch keines mehr. Es gäbe schöne Berge zu sehen, aber die Wolken hangen tief. Wir kommen zügig voran, es hat kaum Verkehr. In Villa Santa Lucia machen wir eine Pause. Nachher kommt ein Stück Strasse das durch ein Tal führt, das 2017 von einer Schlammlawine zerstört wurde. Da ist die Strasse nicht so gut, aber der Rest der Strecke ist wieder gut. Wir erreichen Chaiten bereits um 14h, viel früher wie erwartet. Unsere Wohnung liegt mitten im Ort. Bald stürmt und regnet es. Wir erledigen unser "Büro". Das Internet ist auch hier sehr gut. Zwischendurch gehen wir mal kurz einkaufen, sind aber bei dem miesen Wetter schnell wieder zurück. Zum Nachtessen gehen wir in die "Pizzeria Reconquista". Die Pizza ist sehr gut. An der Wand hängen Erinnerungen an die Zerstörung des Ortes durch den Ausbruch des nahen Vulkanes in Jahr 2008.
(188km, davon 14km ungeteert, 3½h unterwegs)

Mo 04.03.2019
Spätes Frühstück, denn es regnet und ist kalt. Nachher planen wir die nächsten Strecken und buchen die Unterkünfte in Quellon und Castro. Gegen 14h wollen wir zur Bank um Geld zu beziehen. Die Bank schliesst um 14h, aber sie lassen uns schon 5 Minuten vorher nicht mehr an den Geldautomaten! So richtig guter Service der "Banco Estado". Nachher erkunden wir den kleinen Ort, natürlich bei Regen. An der Strand-Strasse kehren wir ein. Alles was Bernard bestellen will haben sie nicht. Ich muss mein Bier alleine trinken. Auf dem Rückweg kaufen wir Brot ein. Hier bekommt Bernard endlich seine heisse "Schoggi", er isst dazu noch ein Stück Torte. Ich gehe währenddessen einkaufen. Verlängerungskabel finde ich keines, aber Nature Joghurt und Camembert. Wenn Bernard zurückkommt gehen wir im Laden gleich unterhalb die Wohnung bezahlen. Dabei schliessen wir aus Versehen den Schlüssel ein. Kein Problem, im Laden haben sie einen zweiten Schlüssel. Die Wohnung ist sehr teuer, das habe ich beim Buchen gar nicht bemerkt, 212 USD für 2 Nächte und so gut ist sie nun auch nicht. Zum Nachtessen gehen wir ins "El Rincon Del Mate", eigentlich ein Zelt, aber sie haben Heizpilze. Mein Burger mit Blaukäse schmeckt gut. Dazu wie immer Rotwein.

Di 05.03.2019
Aufstehen vor 7h! Maria musste Mama ins Spital bringen und ist nun sehr traurig. Nach dem Frühstück packen wir zusammen und fahren um 08.45h zur Fähre. Die steht schon bereit, aber es dauert bis um 09.30h bis wir auf die Fähre fahren können. Alle müssen sich rückwärts einreihen. Mir teilen sie ein Platz am Rande zu, da gibt es aber einen Vorsprung und ich muss bis auf wenige Zentimeter heranfahren. Ein ziemlich doofer Entscheid und ich fluche auch entsprechen, was Bernard strahlend auf einem Video verewigt. Pünktlich um 10h legen wir ab. Nach einer Weile stelle ich fest, dass wir nicht in die erwartete Richtung fahren. Nach 2h Fahrt machen wir eine 90° Richtungs-Änderung und fahren nun doch in Richtung Quellon. Offenbar wollte der Kapitän so den Wellen von der Seite ausweichen. Im Windschatten der Insel Talcan sind sie nicht so hoch und nachher kommen sie von hinten. Dafür sind wir einen grossen Umweg gefahren. Nach 6h erreichen wir Quellon, wir sind 104km gefahren, statt 85km wie geplant. Es stürmt und regnet immer wieder, so auch bei unserer Ankunft. Unsere Wohnung liegt nicht weit vom Hafen. Wir richten uns ein und gehen dann einkaufen. Bernard will trotz Regen noch einen Rundgang machen, ich gehe auf die Suche nach einem Verlängerungskabel. Ich finde ein 10m-Kabel. Das halbiere ich und versehe es mit einer Schweizer-Steckdose. Zum Nachtessen hat Bernard eine Beiz in der nähen gesehen. Da gehen wir hin. Es ist kühl, aber das Essen ist gut und billig. Mein Schweinsfilet schmeckt gut. Das günstigste Essen seit langem. Inkl. 2 Glas Wein und ein Mineralwasser kostet es 7000 CLP = 10 CHF.
(3km mit dem Auto und 104km mit der Fähre, 7½h unterwegs)

Mi 06.03.2019
Mama geht es wieder besser, auf jeden Fall lachen alle wenn ich anrufe vor der Weiterfahrt. Heute ist Regen und Sturm angesagt. Und so ist es denn auch. Wegen den Wolken und dem Regen sieht man kaum etwas. Nach einer Stunde erreichen wir eine Baustelle. Da warten wir 15 Minuten bis wir weiter fahren können. Mitten in der Baustelle müssen wir nochmals 13 Minuten warten. Für 4.6km brauchen wir 35 Minuten. Wir entschliessen uns nach Chonchi zu fahren. Das ist ein kleines Hafenstädtchen mit einer der berühmten Holzkirchen. Die haut mich aber nicht vom Hocker. Sie ist schön, aber keinen Umweg wert. Wir essen etwas und gehen dann hinunter zum Hafen. Ausnahmsweise scheint die Sonne. Es ist ein schöner Ort. Bevor wir zurück beim Auto sind beginnt es wieder zu regnen. Irgendetwas ist passiert, denn im Ort geht der Feuerwehr-Alarm los und unterwegs nach Castor kommen uns mehrere Krankenwagen mit Blaulicht entgegen. Um 14.30h sind wir bei unserem Airbnb. Ein kleines neues Häuschen. Wir richten uns ein und ich parkiere mein Auto um. Dabei zeigt Bernard wieder einmal sein Können und lässt mich ins Bord fahren. Schon in Chaiten hat er die Dachrinne nicht rechtzeitig gesehen und mich nicht gewarnt. Wenn mir jemand hilft, verlasse ich mich darauf und kontrolliere nicht alles. Bei Bernard muss ich das wohl ändern. Schon in Indien ist das passiert. Nachher gehen wir in die nahe Stadt zum Einkaufen. Es ist eine lebendige Stadt mit vielen Geschäften. Zum Nachtessen habe ich das "Sabores De Mi Tierra" ausgesucht. Das liegt unten am Meer und steht auf Pfählen, ein "Palafito", wie sie es hier nennen. Der Kellner ist Kubaner und hat dort auf der französischen Botschaft gearbeitet. Er kann gut Französisch und einige Brocken Deutsch. Mein Schweins-Rack mit Kartoffel-Stock ist sehr gut.
(90km, 3½h unterwegs)

Do 07.03.2019
Frühstück nach 9h, Bernard kommt sogar erst um 10.30h. Es ist kühl und bewölkt. Ich beginne mit den Vorbereitungen für meinen neuen Reisebericht. Die Fotos zuerst neu nummerieren, dann aussortieren was ich zeigen will. Bernard geht am Nachmittag in die Stadt zur Wäscherei und zum Einkaufen. Wenn er zurück kommt bin ich mit den Fotos und dem Grundgerüst fertig und lade alles ins Netz. Zum Nachtessen hat Bernard das Restaurant "Rapa Nui" ausgesucht. Es ist ziemlich teuer, aber mein Entrecôte ist riesig und gut. Bernard gibt oft mir das Geld zum Bezahlen, aber meist gibt er weniger Trinkgeld als die üblichen 10% und ich stehe dann als knauserig da. Heute sage ich ihm das. Er meint man muss nicht 10% geben, was auch stimmt, aber dann soll er es auch selbst bezahlen.

Fr 08.03.2019
Nach dem Frühstück mache ich weiter am Reisebericht und setze alle Ortsnamen ein. Gegen 14h fahren wir los nach Cucao. Da gibt es einen grossen See, den Lago Cucao und einen langen Sandstrand. Hier soll es an 300 Tagen im Jahr regnen. Wir haben Glück, heute scheint die Sonne vom blauen Himmel und es ist 18C° warm. Aber es geht ein kühler, kräftiger Wind. Wir stehen nun direkt am Süd-Pazifik. Auf dem Rückweg trinken wir im Restaurant "El Arrayán" ein Bier. Die Strasse bis zur Ruta 5 ist fast durchgehen neu geteert, eine Freude hier zu fahren. Und das bei Sonnenschein durch eine sehr schöne Gegend. Um 18h sind wir zurück. Im Zentrum schlage ich Bernard vor seine Wäsche abzuholen und Einkaufen während ich zur Tankstelle fahre. Aber er will nicht, weil sie ihm gesagt haben um 18.30h. Um 19h geht er dann zu Fuss in die Stadt und kommt ohne seine Wäsche zurück, die Wäscherei war geschlossen! Zum Nachtessen gehen wir ins "Pomodoro", eine italienische Beiz mit einer aufgestellten Kellnerin. Meine Pizza "Al la Mama" ist sehr gut.
(116km, 4h unterwegs)

Sa 09.03.2019
Nach dem Frühstück geht Bernard seine Wäsche abholen. Wir packen dann zusammen. Zuerst bringen wir die Kühlbox und die "Fresskiste" zur Strasse. Ich will mein Auto näher zum Haus umparkieren. Beim Rückwärtsfahren stoppe ich kurz, weil jemand mich etwas fragt. Dann fahre ich weiter. Bernard steht plötzlich neben mir und meint ich hätte soeben die "Fresskiste" überfahren. Die stand vorher auf der anderen Strassenseite. Er hat sie während dem kurzen Stopp mit laufendem Motor und eingelegtem Rückwärtsgang hinter das Auto gestellt. Manchmal habe ich das Gefühl er lebt in einer anderen Welt! Ich bin ziemlich sauer. Die Kiste ist kaputt und eine Tomatensauce auch, sonst haben wir Glück gehabt. Vor allem meine "Kaffee-Maschine" hat es überlebt. Nach 11h fahren wir dann endlich los. Zuerst tanken, dann auf der Ruta 5 sur weiter. Wir fahren durch eine schöne hügelige Landschaft. Aber die interessiert Bernard nicht. Er versucht die ganze Zeit irgendwelche 50-100km weit entfernte Berge zu fotografieren. Um 12.30h sind wir in Ancud. Zuerst gibt es beim Einchecken etwas Konfusion. Zum Glück taucht der Chef auf und Checkt uns ein. Wir bekommen sogar einen reservierten Parkplatz. Da bringen wir mein Auto hin. Er ist zwar nahe beim Hotel aber kompliziert zu erreichen. Nachher gehen wir zum nahen Hafen. Dort trinken wir etwas. Dann trennen sich unsere Wege. Bernard will unbedingt ins Museum und zu einem Mirador, um die weit entfernten Berge zu fotografieren. Ich gehe zu zwei spanischen Festungen, resp. deren Ruinen. Die alte Festung "Fuerte San Antonio" liegt oben auf dem Hügel, da gibt es nicht viel zu sehen. Die neue liegt unten am Meer. Da hat man eine schöne Aussicht. Zurück zum Hafen und von da der neuen Uferpromenade entlang. Schlussendlich bin ich auf dem "Plaza de Armas", dem zentralen Park nahe beim Hotel. Ich kaufe mir ein Bier und schaue dem Treiben zu. Es hat viele Leute und viele Verkaufsstände. Einer vermietet sogar "Töggeli-Chäschte". Nach einer Weile taucht auch Bernard auf. Wir geniessen die warme Sonne. Gegen 18h sind wir zurück im Hotel und ich erledige mein "Büro". Ich synchronisiere die Zeiten der Kameras neu, resp. ermittle die Korrektur für Bernards Kamera, weil er nicht will, dass seine Kamera-Zeit justiert wird, wieso auch immer. Zum Nachtessen gehen wir ins Restaurant "Club Social Baquedano". Ein schönes, aber teures Restaurant. Mein Lomo mit Kartoffelstock ist sehr gut. Die Bedienung dafür sehr schlecht. Zuerst bringt sie mein Mineralwasser nicht, dann vergisst sie den nachbestellten Wein und schlussendlich warten wir ewig auf unsere Rechnung. Am Schluss gehen wir an die Bar und bezahlen dort. Diesmal gibt es auch von mir kein Trinkgeld.
(82km, 1½h unterwegs und 4km zu Fuss)

10.03.2019
Das Frühstück ist besser als erwartet, es gibt sogar ein Rührei wenn man will. Kaffee gibt es dafür nur als Nescafé. Bernard geht in Museum, das war gestern geschlossen. Unsere Ansichten über Sinn und Zweck dieser Reise gehen da zunehmend auseinander. Für ihn sind Museen und Wanderungen das wichtigste, für mich überhaupt nicht. Ich erreiche endlich das "Hostal Suizo". Pia nimmt selbst das Telefon ab. Sie haben Zimmer mit Bad ab 21'000 CLP. Wir werden morgen dort vorbeischauen. Wenn Bernard zurück kommt habe ich mein Büro erledigt. Maria hat mich wieder einmal angelogen, Alain war doch in Medan als ich sie fragte. Darum nehme ich ihre Anrufe für eine Weile nicht mehr ab. Gegen 13.45h machen wir uns auf den Weg zur Pinguinera von Punihuil. Der Weg dahin ist landschaftlich sehr schön und die Strasse gut. Um 14.15h sind wir am Strand von Punihuil. Die nächste Bootstour startet um 14.45h, so haben wir noch Zeit dem Strand entlang zu spazieren. Da gibt es mehrere Restaurants und Anbieter von Bootstouren zu den 3 kleinen vorgelagerten Inseln wo Pinguine und Kormorane leben. Um keine nassen Füsse zu bekommen, werden wir mit einem hohen Karren zum Boot geschoben. Das funktioniert sehr gut. Auf der 30-minütigen Tour für 7000 CLP sehen wir 3 kleine Pinguin-Kolonien und viele Kormorane. Hier leben Magellan- und Humboldt-Pinguine in der gleichen Kolonie, was sonst nicht vorkommt. Zurück am Strand genehmigen wir uns ein Bier und eine Empanada. Nach 16.15h fahren wir zurück. Zum Sonnenuntergang gehen wir zur Hafenpromenade. Es ist kühler wie erwartet. Nachher gehen wir ins nahe "Kuranton" das ist der Name einer Spezialität hier, Muscheln, Wurst, Speck, Kartoffeln usw. Bernard isst das, ich ein "Lomo a lo pobre". Das schmeckt sehr gut, dazu einen guten Wein.
(51km, 1¼h unterwegs und eine Bootstour)

Mo 11.03.2019
Nach dem Frühstück packen wir zusammen. Beim Check-Out gibt es Probleme mit der Umrechnung. Schlussendlich können wir mit der Kreditkarte in USD bezahlen, wie es bei der Buchung angegeben wurde. Um 10.30h fahren wir los. Kurz nach Ancud fahren wir vom Sonnenschein in den Nebel. Nach ½h erreichen wir die Fähre in Chacao. Kaum an Bord, fährt sie schon los. Nach ½h erreichen wir wieder das Festland bei Pargua. Ab hier sind es 63km bis Puerto Montt. Auf einer 4-spurigen Autobahn. Die kostet allerdings 2050 CLP = 3 CHF. Um 12.45h treffen wir beim Hostal Suizo ein. Walter empfängt uns strahlend in breitem Berndeutsch. Unsere Zimmer sind klein aber herzig. Wir richten uns ein und ich führe eine Diskussion mit Maria über ihre Lüge. Bernard geht in die Stadt um ein Museum zu besuchen. Die Sonne kommt hervor. Ich spaziere zum Mercado Angelmo. Auf dem Weg dorthin hat es der Hauptstrasse entlang unzählige Souvenir-Shops die sogenannte Handarbeiten verkaufen. Auch der Mercado ist voll und ganz auf Touristen abgestimmt. Den eigentlichen Fischmarkt verpasse ich, dafür komme ich in den Genuss eines nicht alltäglichen Schauspiels. Ein Angestellter bringt Fischabfälle. Ich sehe zuerst nur die Möwen und frage mich was da los ist. Doch dann kommt ein riesiger Seelöwen-Bulle ziemlich schnell die Rampe hoch, um der erste beim Abfall zu sein! Er lässt sich durch nichts beirren und schnappt sich seinen Teil. Der Angestellt schmeisst den Rest ins Meer und dort geht der Kampf unter etwa 10 Seelöwen weiter. Der Bulle bleibt derweil liegen, umgeben von Leuten und Autos. Erst nach etwa 10 Minuten macht er sich auf den Weg zum Wasser, bleibt aber auf halben Weg an der Sonne liegen. Auf dem Weg zurück kaufe ich einen Käse ein. Kurz bevor ich zurück bin dann noch Brot usw. für das Frühstück. Ich bin gerade rechtzeitig zurück um einen Teil meines Aperos an der Sonne zu geniessen bevor sie hinter dem Berg verschwindet. Zum Nachtessen hat uns Martin zwei Restaurants empfohlen. Das erste ist geschlossen, das "Pa Mar Adentro" ist dann offen. Es ist teuer, da wurden wir vorgewarnt. Dafür ist es schön eingerichtet und geheizt! Unser Lachs mit Wurst und mit Käse überbacken schmeckt sehr gut. Zurück zu Hause genehmige ich mir noch ein Glas Wein als Schlummi. Walter setzt sich zu mir und hilft die Flasche zu leeren. Erst um Mitternacht bin ich im Bett.
(94km mit dem Auto und 5km mit der Fähre, 2¼h unterwegs und 5km zu Fuss)

Di 12.03.2019
Zum Frühstück muss ich das Ei in der "Camp-Kitchen" kochen, nur da gibt es einen Herd. Es ist wieder neblig, Bernard geht nach Angelmo. Ich bleibe zu Hause und erledige das "Büro". Ich buche ein Airbnb in Puerto Varas  und später eine andere Unterkunft in Valdivia über Booking.com, da will Bernard hin, weil sein Bruder ihm das empfohlen hat. Am Nachmittag gehen wir zusammen dem Meer entlang ins Zentrum. Ausser einen schwimmenden Plattenbau (Kreuzfahrt-Schiff) gibt es nicht viel zu sehen, auch die Sonne lässt sich nicht sehen. Auf dem Rückweg gehen wir einkaufen. Bernard will ums Verrecken nur seine Seife bezahlen, weil es zu kompliziert sei wenn er alles bezahlt und dann die Seife abziehen muss. Schlussendlich stell ich den Korb hin und gehe nach Hause. Er kommt später nur mit seiner Seife und meint ich sei ein sturer Bock. Dafür geht er dann später nochmals zum Einkaufen. Zum Nachtessen gehen wir in die "Cirus Bar". Die ist ziemlich voll. Es gibt Live-Musik, ein Mann singt lokale Lieder und spielt dazu auf seiner Guitarre. Mein "Chuleta a lo pobre" ist gut, mit zwei riesigen Schweinskoteletts. Zum Abschluss versuchen wir einen Pisco, wir waren der Ansicht, dass wir nun Grappa oder etwas Ähnliches bekommen. Der erste ist eher wie ein Likör, der zweite schon besser, aber immer noch süsslich. Dafür stimmt die Menge, etwa 2dl! Wir finden den Heimweg trotzdem.

Mi 13.03.2019
Nach dem Frühstück packen wir zusammen. Ich wasche wieder einmal die Scheiben, Bernard bezahlt die Rechnung. Walter lädt uns zur Hausbesichtigung ein. Seine Frau ist Kunstmalerin, "Rossy" ist ihr Künstlername. Sie zeigen uns das ganze Haus, das sie 1984 gekauft haben und dann nach und nach Aus- und Umgebaut haben. Rossy ist im Nachbarshaus aufgewachsen und dann später mit Walter in die Schweiz gezogen. Später sind sie hierher ausgewandert, das hat aber nicht so richtig geklappt weil es hier keine Arbeit gab für Walter. Er ist zurück in die Schweiz um Geld zu verdienen. Darum leben sie seit damals immer im jeweiligen Sommer in der Schweiz oder in Chile. Um 12.15h fahren wir los. An der Stadtgrenze geraten wir in einen Stau. Ein Kühllastwagen ist umgekippt. Die Polizei ist vor Ort, verhindert aber nicht, dass die Leute die Ladung plündern. Viele sind mit riesigen Fischen unterwegs nach Hause. Wir haben für 500m etwa 10 Minuten gebraucht. Später streikt mein Navi, es verliert die gespeicherte Route. Da es nicht weit ist finden wir den Weg auch ohne. In Puerto Varas parkieren wir und erkunden den Ort zu Fuss. Im "Tropera" gibt es mein Ankunftsbier. Punkt 15h sind wir wie abgemacht im Airbnb von Denise. Der Bungalow ist klein, aber sehr schön eingerichtet. Da es eine Waschmaschine hat waschen wir unsere Kleider. Währenddessen erledige ich das "Büro". Maria hat sich seit gestern nicht mehr gemeldet. Sie will mir unbedingt nicht sagen, dass Alain in Medan ist. Ich weiss es aber, weil ich ein Bild gesehen habe. Zum Nachtessen gehen wir ins "Costumbrista", Denis bringt uns ein Stück weit mit dem Auto, den Rest gehen wir zu Fuss. Mein Braten mit Kartoffeln schmeckt sehr gut. Zurück fahren wir mit Uber für 1500 CLP = 2.20 CHF.
(32km, 1¼h unterwegs)

Do 14.03.2019
Spätes Frühstück, nachher "Büro" und Diskussion mit Maria. Bevor wir losfahren können wir unsere gewaschenen Kleider zum Tumblern geben. Um 13h fahren wir los, gemütlich dem Lago Llanquihue entlang. Es ist schönes Wetter. Zuerst fahren wir zum "Volcan Osorno". Die Strasse hinauf auf den Vulkan ist sehr gut und die Aussicht ist atemberaubend. Nur die Spitze des Vulkans hüllt sich in Nebel. Beim "Centro Ski Volcan Osorno" parkieren wir auf knapp 1200 müM. Von da gehen wir zu Fuss etwa 500m. Von dort können wir den höchsten Punkt auf 2650müM zeitweise durch den Nebel sehen. Auf dem Rückweg kehren wir gleich unterhalb in der Skihütte "Teski" ein. Auf dem Heimweg machen wir noch einen Abstecher zu den "Saltos Del Petrohue". Die sind beim jetzigen Wasserstand nicht sehr eindrücklich, dafür teuer, 4000 CLP Eintritt/Person plus 1000 CLP für den Parkplatz. In Puerto Varas gehen wir noch einkaufen. Zu Hause liegt unsere Wäsche getrocknet bereit. Zum Nachtessen gehen wir diesmal den ganzen Weg zu Fuss. Im "Club Aleman" gibt es für mich das erste Cordon Bleu seit meiner Abreise Ende September. Es ist eines der teuersten Nachtessen in Südamerika. Zurück wieder mit Uber. Bernard ist beeindruckt wie gut das funktioniert. Kaum bestellt, schon steht er da.
(145km, 4h unterwegs und 5.3km zu Fuss)

Fr 15.03.2019
Nach dem Frühstück heisst es wieder packen. Um 11.15h verabschieden wir uns und fahren los. Nur ein kurzes Stück auf der Autobahn Ruta 5 Sur, dann dem Lago Llanquihue entlang bis nach Frutillar. Die Fahrt ist sehr schöne. Der Ort soll der "Deutscheste" Ort in Chile sein. Er kommt mir überhaupt nicht Deutsch vor. Das gilt wohl nur für Leute die noch nie in Deutschland waren. Nach ½h fahren wir weiter, zurück auf die Autobahn. Da kommen wir zügig aber teuer vorwärts. Insgesamt bezahlen wir für etwa 120km 5600 CLP = 8.40 CHF. In der Nähe von Osorno machen wir eine Pause von ¾h. Bis die Empanadas von Bernard kommen dauert es ewig. Kurz bevor wir die Autobahn verlassen, tanken wir zu einem rekordtiefen Preis. 599 CLP/Liter = 0.90 CHF. Die letzten 60km geht es durch ein Tal mit viel Wald. Darum sind viele Holztransporter unterwegs. Um 16h sind wir in Valdivia und checken im "Borde Rio" ein. Eine Art Motel, mitten im Zentrum. Wir haben eine Cabaña mit 2 Schlafzimmern für uns. Das Ankunftsbier trinken wir am Plaza de la Republica an der Warmen Sonne. Es ist zum ersten Mal seit langem 25C° warm! Zurück gehen wir dem Ufer des Rio Valdivia entlang zurück. Gleich neben dem "Borde Rio" gibt es einen neuen Supermarkt. Da kaufen wir ein, inkl. Whisky. Zum Nachtessen gehen wir ins "La Ultima Frontera". Das haben wir auf den Heimweg gesehen. Es ist ein "In-Lokal". Mein Kebap ist zwar ein Köfte, schmeckt aber sehr gut. Das Lokale Bier dazu natürlich auch. Zurück zu Hause erledige ich noch das "Büro" und telefoniere wieder einmal mit Maria.
(211km, 4¾h unterwegs)

Sa 16.03.2019
Spätes Frühstück. Um 13.30h machen wir uns auf den Weg zum Hafen. Heute ist es 25C°, für morgen ist Regen angesagt. Darum wollen wir heute auf eine Bootstour gehen. Wenn wir am ersten Ort nachfragen heisst es, dass das Boot gerade jetzt ablegt. Sie sagt uns aber mit Augenzwinkern, dass weiter hinten die Konkurrenz ist. Dort wollen sie auch gleich ablegen, warten aber unsere Entscheidung ab. Wir entscheiden uns für sie. Es kostet 20'000 CLP = 30 CHF inkl. Essen und z'Vieri. Nur die Getränke müssen wir extra bezahlen. Kaum drin, legen sie ab. Den Anfang der Fahrt verpasse ich, weil der Kellner mir alles auf Englisch erklärt. Zuerst passieren wir den Rio Cau Cau. Nach ½h erreichen wir den Rio Cruces. Das Mittagessen wird serviert, Lachs mit Reis, schmeckt nicht schlecht. Es geht nun weiter Richtung Pazifik. Vorbei an riesigen Holz-Schnitzel-Bergen, die werden mit Lastkähnen nach Coral gebracht und dort auf grosse Frachter umgeladen. Im Moment auf ein Schiff aus Hongkong mit dem Namen "Medan Express". Gegen 16h erreichen wir Coral. Da gibt es eine alte spanische Festung, die besuchen wir. Nicht mehr viel zu sehen für 700 CLP. Nach 1h geht es weiter zur Insel Mancera. Da gibt es nochmals eine spanische Festung. Auch nicht viel davon zu sehen. Aber die Aussicht ist beide Mal schön. Auf dem Rückweg wird der z'Vieri serviert. Ein Thon-Sandwich und ein Rahmkuchen, dazu Pulverkaffee. Nachher setze ich mich auf die Terrasse und geniesse ein Glas Weisswein an der Sonne. Um 19h sind wir zurück. Zum Nachtessen gehen wir nochmals ins "La Ultima Frontera". Bernard isst nichts mehr, ich einen Hotdog. Der Chilene an unserem Tisch spricht zuerst kein Wort, nachher dafür umso mehr. Beim Weggehen spricht uns ein chilenisches Paar an. Sie haben 20 Jahre in Zürich gelebt und sind vor 20 Jahren hierher zurückgekommen. Sie sprechen immer noch sehr gut "Züri-Dütsch".
(49km Bootstour, 5h unterwegs und 5km zu Fuss)

So 17.03.2019
Es ist bewölkt und kühl, kein Grund zum früh aufstehen. Nach dem Frühstück plane ich die Weiterreise und buche eine Unterkunft in Pucón. Bernard will ein Museum besuchen. Sicher ohne mich. Später kommt die Sonne hervor. Ich erledige noch einige Telefonate, dann gehe ich zum Hafen. Da suche ich den sonnigsten Tisch und genehmige mir einen Weisswein zum Apero. Gegen 18h taucht Bernard auf und wir geniessen die Sonne zu zweit, flüssig und real. Zum Nachtessen gehen wir ins "Cafe de Luis", da hatten wir unser erstes Bier. Es ist eines der wenigen Lokale die jetzt offen sind. Mein Sandwich mit Gemüse und Rindfleisch schmeckt sehr gut. Um 22h schmeissen sie uns raus. Zuhause schreibe ich noch mein Tagebuch und telefoniere mit Maria.

Mo 18.03.2019
Nach dem Frühstück packen wir und fahren gegen 11.15h los. Zuerst durch die Stadt, dann dem Rio Cruces entlang. Eine schöne Gegend, leider kein Foto, weil Bernard lieber Strassenschilder fotografiert statt Landschaften. Auf dem Weg zur Ruta 5 fahren wir durch eine leicht hügelige Landschaft. Auf der Ruta 5 geht es zügig bis nach Loncoche weiter. Es gibt nur eine Zahlstelle unterwegs. Das System ist nicht logisch, man bezahlt gleichviel, ob man schon lange auf der Autobahn ist oder erst eine Einfahrt früher eingefahren ist. Es gibt beim Einfahren kein Ticket. Nachher geht es auf der Landstrasse durch eine schöne Landschaft weiter bis nach Villarrica. Dort gehen wir zum Lago Villarrica und spazieren ein wenig dem Ufer entlang. Es ist ein sehr touristischer Ort mit zum Teil riesigen Hotelbauten. Jetzt ist die Saison vorbei, darum hat es nicht mehr so viele Gäste. In der Vizenta Trattoria kehren wir ein. Der Kellner kann gut Englisch und quatscht uns den Kopf voll. Nachher gehen wir noch Einkaufen. Nach 1¾h fahren wir weiter. Das Seeufer ist bis Pucón fast durchgehen bebaut, Feriensiedlungen usw. Auch Pucón ist ein Touristen-Ort. Unser Airbnb liegt etwas weg vom Zentrum. Wir finden es auf Anhieb, obwohl die Angaben nicht genau sind. Die Wohnung ist klein und gemütlich. Ganz durchgestylt. Wir richten uns ein und ich plane die nächsten Tage. Bernard will unbedingt am Lago Conguillio zur Laguna Captren wandern. Die liegen im Parque Nacional Conguillio, da soll es einen Regenwald geben. Airbnb gibt es da nur eines, aber auf Booking.com finde ich eine Unterkunft in Melipeuco vor und eine in Curacautin nach der Wanderung. Bis ich fertig gebucht habe regnet es. Bernard will nicht mit Uber zum Nachtessen fahren, so gehen wir im Regen zu Fuss ins "Andiamo". Meine Tomaten-Spaghetti mit Fleisch sind gut, aber teuer. Auch der Wein kostet viel. Beim Bezahlen merke ich, dass ich mein Portemonnaie zu Hause gelassen habe. Bernard leiht mir 30'000. Die 6000 Rückgeld stecke ich in die Brusttasche. Zu Hause sind sie weg, vermutlich heruntergefallen wenn ich die Karte auf meinem Telefon konsultiert habe. Die Noten sind hier plastifiziert und glatt, darum rutschen sie gerne weg. So wird es das teuerste Nachtessen in Chile bis jetzt, 36 CHF wären es gewesen, 45 CHF sind es am Schluss.
(157km, 4¼h unterwegs)

Di 19.03.2019
Nach dem späten Frühstück steht "Büro" an. Am Nachmittag fahren wir zum Volcan Villarrica, zumindest ein Stück hoch. Der hüllt sich aber in Wolken. Bei der ersten Sessellift-Station auf 1230müM fahre ich nicht mehr weiter. Wir sind schon fast im Nebel und die Strasse wird noch schlechter. Bernard muss natürlich noch wandern. Während ich warte, kommt ein Tessiner mit einem riesigen MAN-Truck. Wir reden eine Weile, dann fährt es doch noch bis zur Mittelstation auf 1429müM. Bernard kommt nach ½h zurück, hat aber nicht mehr gesehen als von meinem Standort. Auf dem Rückweg kehren wir kurz vor dem Beginn der geteerten Strasse ein. Um 16.45h sind wir zurück. Wie erwartet sieht man den Vulkan eine Stunde später von unserem Haus her. Der Nebel liegt aber immer noch etwa bei der Mittelstation, warten hätte also auch nichts gebracht. Bernard geht einkaufen, zu Fuss, weil er sonst zu wenige Kilometer hat. Zum Nachtessen gehen wir ins "Bovinos". Mein Filet Mignon mit Kartoffel-Gratin ist sehr gut und sehr teuer. Der Preisrekord von gestern wird pulverisiert, obwohl ich ein Glas Wein weniger trinke, kostet es mich 31'295 CLP = 47 CHF! Wir wussten ja, dass Pucón der teuerste Ort in Chile ist, aber so teuer haben wir es doch nicht erwartet. Bernard verzichtet aus Protest auf Fleisch, kommt aber trotzdem auf 30 CHF. Wenn wir zurück sind, stelle ich fest, dass die Heizung nicht mehr funktioniert. Kein Brennstoff mehr. Ich schreibe ein WhatsApp, und 5 Minuten später haben wir wieder Brennstoff.
(34km, 2½h unterwegs, davon 13km ungeteert)

Mi 20.03.2019
Am Morgen gibt es blauen Himmel und der Vulkan steht ohne ein Wölklein da! Nach 11.15h fahren wir los. Zuerst dem See entlang nach Villarrica zum Tanken. Nachher weist mich das Navi auf einen längeren Weg als ursprünglich geplant. Wir fahren einen Umweg von 32km. Dafür ist die Strasse gut. Hier gibt es viel Land- und Forstwirtschaft. Es ist ziemlich flach. Unterwegs sehen wir auch Haselnuss-Plantagen. Je näher wir Melipeuco kommen, umso höher werden die Berge und das Tal wird enger. Unsere Unterkunft Hostal Turismo Allipén finden wir auf Anhieb, obwohl sie auch diesmal falsch angegeben wurde. Es ist ein kleines Guesthouse. Wir sind die einzigen Gäste. Das Ankunftsbier gibt es im "Los Troncos". Ich gehe vorab hin, weil Bernard unbedingt einen Schlüssel zum Abschliessen seines Zimmers will. Ich gehe nachher nur noch etwa 500m weiter ins "Terrazas de Melipeuco". Da trinke ich ein schlechtes lokales Bier. Bernard muss noch seine Kilometer machen. Er kommt später zurück und trinkt den Rest meines Biers, weil ich inzwischen ein Glas Rotwein bestellt habe. Im Guesthouse gibt es erst am Abend Internet. Ich kann das Büro auch ohne erledigen. Die Besitzerin kommt nach Hause, sie arbeitet auf der Gemeinde. Sie stellt uns ihr Datenpacket auf dem Handy zur Verfügung. Ich suche eine Unterkunft nahe Los Angeles. Da will Bernard aber nicht hin. Er will am liebsten direkt nach Santiago fahren. Seine Patagonien-Reiseführer sind hier fertig. Auf dem Lonely Planet gibt es nicht viele Angaben bis Santiago. Ich möchte aber noch nicht nach Santiago, es sind immer noch etwa 700km und es gibt Weinbau-Gebiete und die Küste. Vielleicht ist es besser er nimmt den Bus und ist in einem Tag in Santiago. Zum Nachtessen gehen wir nochmals ins "Los Troncos". Es gibt gutes geräuchertes Schweinefleisch mit Kartoffelstock. Die Preise sind wieder normal.
(151km, 2½h unterwegs)

Do 21.03.2019
Es ist sehr kalt im Haus. Das Frühstück ist gut, nur der Nescafé ist fehl am Platz. Um 11h fahren wir los. Kurz vor dem Parque Nacional Conguillio treffen wir auf den ersten Lava-Strom des Volcan Llaima. Die ersten 12km bis zum Eingang des sind geteert. Nachher geht es meist holprig weiter. Der Eintritt kostet 9000 CLP für uns beide. Wir kurven mehrmals durch Lava-Ströme, erkalteten natürlich! Beim Mirador Laguna Arcoiris halten wir an. Bei der Laguna Conguillio fahren wir zum Ufer. Der See ist aber enttäuschend, niedriger Wasserstand und keine Schönheit. Zu Fuss geht es nun auf dem Sendero Los Carpinteros weiter. Der führt durch einen schönen Wald mit knorrigen Bäumen. Bernard ist meist weit hinter mir, wieso weiss ich eigentlich auch nicht. Er ist ja der grosse Wanderer. Ganz am Anfang begegnen wir 3 jungen Frauen, nachher haben wir den Wald für uns. Etwa in der Hälfte gibt es die "Araucania Madre", ein alter grosser Baum. 1800 Jahre alt, 50m hoch und einen Durchmesser von 2.20m. Nach 2h bin ich am Ziel, der Laguna Captren. Es sind gut 6km mit 250m Aufstieg und 123m Abstieg. Bis Bernard kommt dauert es ½h. Wir beschliessen den Rückweg auf der Strasse zu gehen. Etwa in der Hälfte nehmen uns 2 Frauen auf der Ladefläche ihres Pickups mit. Beim Losfahren haben wir Glück. Ich denke Bernard wird noch seinen Rucksack hinter verstauen und lasse die Tür offen. Er nimmt ihn aber in die Kabine. Beim Rangieren machen uns die Frauen auf die offene Tür aufmerksam. Sonst hätten wir bei den kommenden ruppigen Steilstrecken vermutlich unser Gepäck verloren! Zuerst geht es durch den Wald bis zur Laguna Captren, die wir schon kennen. Nachher durch mehrere Lava-Ströme. Diesmal beginnt die geteerte Strecke leider nicht beim Parkeingang. Erst nach gut 36km beginnt der Teer. Der wird aber noch zwei Mal durch Baustellen von total 6km unterbrochen. D.h. 42km ungeteerte Strassen. Nach 17.15h sind wir in Curacautin. Das Hostal Epu Pewen ist einfach aber gut. Wir haben unseren Bungalow hinter dem Haupthaus. Wir stellen das Gepäck ins Haus und gehen einkaufen. Vor dem Ankunfts-Bier bringe ich das Gekaufte zurück. Nachher richten wir uns ein. Zum Nachtessen gehen wir ins "Fogón del Cordobes". Chorrillanas ist eine lokale Spezialität mit Rind- und Poulet-Fleisch, Wurst, Zwiebeln, Käse und Spiegelei auf Papas Fritas. Eine riesige Portion für 2 Personen und sehr gut. Ein günstiger Abend, 20'000 CLP für zwei inkl. Getränke. Wir beschliessen eine Nacht länger hier zu bleiben.
(70km, davon 42km ungeteert, 6¼h unterwegs, davon 3¾h zu Fuss für 8.8km)

Fr 22.03.2019
Ausschlafen, nachher "Büro". Bernard macht einen Vorschlag wie wir nach Santiago weiterreisen. Der ist aber wie nicht anders zu erwarten der schnellste Weg mit Tagesstrecken zwischen 200 und 300km, mit nur 2 Stopps. Ich beginne meine Variante mit mehreren Stopps auszuarbeiten. Ich will zumindest noch an die Küste. Bis ich das alles beisammen habe dauert es eine Weile. Bernard verabschiedet sich um auf seine Kilometer zu kommen. Später gehe ich auch aus dem Haus und suche mir einen sonnigen Tisch gleich gegenüber dem Park. Dort geniesse ich ein Glas Weisswein. Nach einiger Zeit kommen neue Gäste, und wo kommen sie her? Natürlich aus der Schweiz! Zuerst sind sie mit sich selbst beschäftigt, später kommen wir ins Gespräch und ich setzte mich zu ihnen. Es sind die Eltern und Schwiegereltern des jungen Paares. Die Eltern des Mannes leben nun in Chile, die Mutter stammt aus der Gegend. Nach einiger Zeit taucht auch Bernard auf. Er will aber noch zuerst einkaufen. Die Schweizer verabschieden sich. Nach einer ziemlich langen Zeit mache ich mich auch auf den Heimweg. Im Park kommt mir dann Bernard entgegen und ist erstaunt, dass ich nicht mehr in der Beiz bin. Zuhause erläutere ich ihm meine Pläne. Er will nicht an die Küste, darum werden wir uns spätestens in Santa Cruz trennen. Er wird von da direkt nach Santiago fahren. Zum Nachtessen gehen wir nochmals ins "Fogón del Cordobes". Mein Lomo mit Pommes schmeckt sehr gut, dazu einen Tomatensalat.

Sa 23.03.2019
Nach dem Frühstück packen wir zusammen. Um 11.30h geht es los. Zuerst auf der Landstrasse bis Victoria durch eine hügelige Gegend mit Forst- und Landwirtschaft. Dann auf die Autobahn Ruta 5 Sur, die nennen sie hier auch Panam. Das Wetter wird immer besser und wärmer. Um 13.24h überqueren wir den Rio Bio Bio und verlassen damit Patagonien. Ich bin total 72 Tage in Patagonien gewesen, wenn man Feuerlande dazu zählt, was je nach Definition nicht ganz korrekt ist. Wir tanken zu einem Rekordtiefen Preis von 580 CLP/Liter = 0.85 CHF auf der Autobahn. Im Gegensatz zur Schweiz ist es hier auf der Autobahn in der Regel billiger als daneben. Beim "Salto Del Laja" machen wir eine Pause. Es ist ein etwa 20m hoher schöner Wasserfall mit vielen Souvenir-Shops. Es ist Wochenende, darum hat es sehr viele Leute. Nach einer Stunde fahren wir weiter. Um 16.15h sind wir in Chillán. Das Hotel Chillán Sur finden wir auf Anhieb. Nur das Parkieren ist ein Problem. Die Zimmer sind eigentlich Bungalows und gut, mitten im Zentrum. Nachdem ich das Auto parkiert habe suchen wir einen Platz für das Ankunftsbier. Gleich gegenüber dem Plaza de Armas werde ich fündig. Das Bier "Wanderslust" schmeckt sehr gut, wir müssen noch ein zweites trinken. Auf dem Platz ist eine Sportveranstaltung im Gange. Zu sehen gibt es nichts, aber die Musik ist sehr laut. Hoffentlich nicht bis spät in die Nacht. Zum Nachtessen empfiehlt man uns das "Fuente Alemana". Das "Bife a lo pobre" schmeckt gut und die Portion ist nicht so riesig wie auch schon. Das Lokal selbst ist aber ziemlich Fast-Food-mässig. Am Schluss sitzen wir ganz alleine im hinteren Teil.
(271km, 4¾h unterwegs)

So 24.03.2019
Frühstück erst um 10h, Bernard kommt sogar jetzt noch zu spät. Es gibt nur Pulverkaffee, dafür zwei Spiegeleier. Um 12h machen wir uns auf den Weg zum Markt. Der eine Teil ist eine grosse Halle, da wird fast nur Fleisch verkauft. Viele Geschäfte sind geschlossen am Sonntag. Der andere Teil besteht aus kleinen Läden. Auch da sind die meisten geschlossen, aber davor sind kleine provisorische Stände aufgebaut. An einer Ecke ist ein schöner Gemüse- und Früchtemarkt. Wir schlendern noch etwas durch das Quartier und wollen Kaffee kaufen. Überall das gleiche Bild, 20 Sorten Pulverkaffee und nur 2,3 richtigen Kaffee. Und der ist dann teuer, min. 3000 CLP/250g = 4.50CHF. Auf dem Heimweg kehren wir beim Park nochmals ein und geniessen ein Bier resp. heisse Schoggi an der Sonne. Zurück zu Hause erstelle ich die prov. Abrechnung für Bernard und plane die nächsten Tage. Ich buche ein Hotel in Talca für morgen. Telefoniere noch mit Stefan und Markus. Zum Nachtessen gehen wir ins "Donatello", eines der wenigen Restaurants die heute Abend geöffnet sind. Meine Pizza Donatello Media ist gross und gut. Ich kann Bernard ein Stück abgeben, er hat nur eine kleine bestellt und die ist wirklich klein.

Mo 25.03.2019
Frühstück um 9h, nachher packen. Um 11.15h können wir losfahren, nachdem es beim Bezahlen noch Diskussionen über den Preis gegeben hat. Ein Zimmer mit Doppelbett und einem Bett kostet mehr als ein Zimmer mit 3 Betten? Nach wenigen Kilometern verlassen wir die Autobahn Ruta 5 sur, müssen aber bereits 600 CLP bezahlen. Das chilenische System der Autobahngebühren ist total unlogisch. Es hängt überhaupt nicht mit den gefahrenen Kilometern zusammen, denn beim Einfahren wird man nicht registriert. Wenn man Pech hat und gerade die letzte Einfahrt vor der Zahlstelle nimmt, bezahlt man genau gleich viel wie derjenige der 100km auf der Autobahn war! Die Fahrt geht nun auf Nebenstrassen weiter. Es ist hügelig und hat viele Nutz-Wälder. Die werden grossflächig gefällt und dann wieder aufgeforstet. Es hat kaum Verkehr, und wenn, dann sind es Holztransporte. Nach 2¼h sind wir in Cauquenes. Wir machen ½h Pause und trinken etwas. Es ist warm und der Himmel ist wolkenlos blau. Sehr angenehm, fast wie in Südfrankreich. Es gibt jetzt immer mehr Reb-Kulturen. Kurz vor Talca müssen wir nochmals ein Stück auf die Ruta 5. Da hat es viel Verkehr. Mein Navi will mich auf der Autobahn links abbiegen lassen. Wir müssen eine Zusatzschleife über die nächste Ausfahrt machen, dafür umfahren wir die Zahlstelle und müssen keine Gebühr bezahlen. Um 15.15h sind wir am Ziel. Das "B&B Stella Bordestero" besteht aus mehreren Bungalows. Wir haben 2 gebucht und wie üblich ist nur eines reserviert. Das es aber keine Gäste hat, ist es diesmal kein Problem. Wir bekommen 2 Bungalows beim Pool im hinteren Bereich. Da funktioniert allerdings das Internet nicht. Nach einigem hin und her, versuche ich den Router zu hacken. Das funktioniert und ich bring das Internet zum Laufen. Das Ankunftsbier geniessen wir am Pool. Bernard will Zigaretten einkaufen, findet aber keinen offenen Laden. Ich geniesse derweil die Ruhe am Pool. Zum Nachtessen gehen wir ins nahe "La Cocina de Ramses", ein peruanisches Restaurant. Mein "Estafado de la Casa", ein Eintopf mit Kartoffelstock schmeckt sehr gut.
(224km, 4h unterwegs)

Di 26.03.2019
Meine SIP-App funktioniert seit etwa 2 Wochen nicht mehr. Ich habe Zoiper kontaktiert, aber keine nützlichen Antworten bekommen. Gestern habe ich meinen Provider kontaktiert. Der teilt mir mit, dass er die neuste Version von Zoiper blockieren musste, weil sie mit Verbindungsaufrufen bombardiert wurden. Vor und nach dem Frühstück bin ich damit beschäftigt meine Geräte auf eine andere App umzustellen. Nachher plane ich die Weiterreise. Bernard wird am Samstag definitiv alleine nach Santiago reisen. Ich werde einige Tage an die Küste fahren, dort soll es zwar kühl sein, aber ich will trotzdem hin. Am Nachmittag gehen wir ins Zentrum, Einkaufen und Restaurants suchen. Es ist warm bei wolkenlosem Himmel. In einem Gartenrestaurant geniessen wir ein Bier unter einem riesigen Kastanienbaum. Zum Nachtessen gehen wir ins nahe "Loba", ein schönes Restaurant mit gedecktem Innenhof. So können wir im Freien essen und Bernard darf ausnahmsweise rauchen im Restaurant. Mein Filet Mignon schmeckt sehr gut, das bisschen Gemüse dazu ist ein Witz.

Mi 27.03.2019
Zum Frühstück hat es wieder keine Milch, in weiser Voraussicht haben wir gestern welche gekauft. Um 11h fahren wir los, unsere letzte gemeinsame Etappe. Nach wenigen Kilometern verlassen wir die Autobahn und fahren auf der Landstrasse weiter. Es ist hügelige und ziemlich trocken, erinnert ein wenig an Südfrankreich im Herbst. Die Laubbäume beginnen die Blätter zu verfärben. Es gibt hier grosse Nutzwälder und entsprechend viele Holztransporter. Der Verkehr ist im Allgemeinen aber schwach. Zwischen Parronal und Lolol fahren wir durch ein grosses Waldbrand-Gebiet, da hat vor ein paar Jahren ein Grossfeuer gewütet. Zwischen Lolol und Santa Cruz besuchen wir das Weingut "Viña Santa Cruz". Ziemlich gross, mit eigener Gondelbahn zum Haus-Observatorium und eigenem Automuseum. Das besuchen wir jedoch nicht. Die Privat-Führung kostet 12'000 CLT/Person = 18 CHF und ist das Geld nicht wert. Unser Führer zieht eine grosse Show ab. Die Führung durch die Produktion fällt ziemlich kurz aus, nachdem ihm Bernard gesagt hat, dass ich schon selber in der Weinproduktion gearbeitet habe. Beim Degustieren geht dann die Show weiter. Da ich noch fahren muss, darf ich nicht zu viel trinken. Nach einer Stunde fahren wir weiter. Um 15h sind wir am Ziel in Santa Cruz. Wir richten uns ein. Das Haus ist alt, aber mit einfachen Mitteln stilistisch aufgewertet. Das Badezimmer ist ausserhalb des Hauptgebäudes. Nach 17h machen wir uns auf den Weg ins nahe Zentrum. Wir kaufen ein und Bernard will die Touristen-Information besuchen. Die ist aber bereits geschlossen. Auf dem Rückweg sehen wir uns das "Boulevard de la Viña" an. Die gibt es mehrere Restaurants. Es ist sehr schön am Ortsrand gelegen mit Aussicht in die umliegenden Berge und Reben. Ideal um den Apero zu geniessen. Zum Nachtessen gehen wir dann nochmals ins gleiche Restaurant, das "La Casita de Barreales". Mein "Lomo Saltado" schmeckt sehr gut. Fleischstreifen mit Gemüse, dazu Reis.
(142km, 4h unterwegs)

Do 28.03.2019
Der Morgen ist kühl und neblig, kein Grund um früh aufzustehen. Das Haus hat keine Heizung. Als erstes zünde ich am Gasherd alle Flammen, damit es wenigstens etwas wärmer wird. Gestern war es 27C° und heute Morgen ist es etwa 9C°. Ich esse alleine Frühstück weil Bernard ausschlafen will. Er steht erst nach 10h auf. Ich suche und reserviere mein Hotel in Pichilemu, das ist ein Surfer-Paradies an der Küste. Bernard geht in die Stadt und kommt kurz geschoren zurück. Am Nachmittag wollen wir eine Tour durch das Weingut "Laura Hartwig" machen. Das erreichen wir nach einem kurzen Fussmarsch von etwas mehr als einem Kilometer. Führungen gibt es nur auf Voranmeldung. Sie zeigen uns aber trotzdem kurz den Weinkeller. Es ist ein sehr schönes Gebäude und wir degustieren unseren Wein auf der Veranda. Davor bewässern sie das Polofeld mit unglaublich viel Wasser. Nach etwa 1h machen wir uns auf den Rückweg. Zu Hause öffnen wir alle Türen und Fenster, damit das Haus aufgewärmt wird für die Nacht. Ich erledige mein "Büro" und geniesse nachher den Apero während Bernard sein Wäsche abholt und Brot kaufen geht. Wir fragen nach einer Heizung, denn am Morgen ist es kalt im Haus. Hugo wird eine Elektroheizung für uns organisieren. Zum Nachtessen gehen wir in den "Club Unión Social Santa Cruz". Zum draussen sitzen ist es zu kühl. Mein "Lomo a lo pobre" ist nicht so gross wie üblich. Dafür habe ich dann noch Platz für einen Dessert. "Puré de castañas" ist sehr süss und erinnert nur entfernt an unser Vermicelles. Kaum sind wir zu Hause bringt uns Hugos Vater die gewünschte Heizung. Wir testen sie aus und finden heraus, dass die Steckdose in der Küche schlecht angeschlossen ist und darum Wasserkocher, Kaffeemaschine und Mikrowelle schlecht funktionieren. Mit meinem neuen Verlängerungskabel können wir das Problem umgehen.
(4km zu Fuss)

Fr 29.03.2019
Heute Frühstück mit Spiegelei, weil die gekauften Eier klein und sehr zerbrechlich sind. Ich habe 1h vorher die Heizung gestartet, darum ist es jetzt angenehm warm. Heute lichtet sich der Nebel bereits kurz nach 11h. Ich plane meine weitere Reise ab Santiago und buche dort ein Airbnb für 8 Nächte. Bernard besucht wieder einmal ein Museum. Schlussendlich verbringe ich den ganzen Tag vor dem Computer. Zum Apero geniesse ich die letzten Sonnenstrahlen in der Einfahrt. Heute lädt mich Bernard zum Nachtessen ein. Wir entscheiden uns für die "Envero Taberno & Parrilla", die hat gute Bewertungen. Wir werden aber enttäuscht. Es ist sehr teuer und wir haben schon viel besser gegessen. Das Risotto ist zwar gut, aber das Fleisch könnte besser sein und auch mehr bei diesem Preis. Bernard bezahlt 60'000 CLP = 90 CHF und wir haben entgegen unseren Gewohnheit nur ein Bier und ein Glas Wein getrunken. Das holen wir auf dem Heimweg nach im "Larry". Da gibt es die doppelte Menge Wein für weniger als den halben Preis! Zum Abschluss genehmigen wir uns noch einen Pisco. Der schmeckt gut und es gibt viel.

Sa 30.03.2019
Heute ist Bernard früh dran. Bereits um 08.30h sitzen wir beim Frühstück. Nachher packen wir zusammen. Ich wasche noch die Scheiben für das Abschiedsfoto mit Bernard. Er verabschiedet sich nach 53 Tagen/5227km und fährt mit dem Bus nach Santiago. Dort werden wir uns vielleicht nochmals treffen. Um 11.15h fahre ich los. Zuerst säumen viele Reben den Weg. Später Obstplantagen und am Schluss Wald, der hier intensiv genutzt wird. Um 12.45h bin ich in Pichilemu. Das "Hostal Dolegant Pichilemu" ist klein und der Empfang ist herzlich. Mein Zimmer ist ziemlich klein und kühl. Mein Ankunftsbier trinke ich im Innenhof. Der ist gemütlich eingerichtet und die Sonne scheint. Nachdem ich mich eingerichtet habe, gebe ich die Wäsche zum Waschen für 1500 CLP/kg. Dann mache ich mich auf einen Rundgang durch den Ort. Es soll die Surfer-Metropole der Welt sein. Der Strand wäre eigentlich schön, aber es ist viel zu kalt, etwa 16C°. Einige unentwegte sind trotzdem am Surfen. Die Wellen sind 2-5m hoch. Ich gehe bis zum Aussichtspunkt "La Puntilla" den Strand entlang. Von da weiter hinten zurück. Nach einer Stunde bin ich zurück und klemme mich hinter den Computer. Bilder aussortieren und nummerieren. Ich ziehe die Fleece-Jacke an zum Arbeiten weil es auch im Haus kalt ist. Die Mitarbeiter essen etwas und geben mir auch davon etwas ab. Mais im Maisblatt gekocht, schmeckt gut. Das Internet funktioniert nicht mehr. Darauf entscheide ich mich für den Kauf eines "Elektro-Öfeli". Ich brauche etwa ½h um ein Geschäft zu finden. Dort haben sie dann dafür eine riesige Auswahl. Meine Wahl fällt auf ein Modell für 10'600 CLP = 15 CHF. Auf dem Rückweg kaufe ich noch eine Flasche Grants Whisky für umgerechnet 12 CHF. Mein Zimmer fühlt sich geheizt sofort viel wohnlicher an. Das Internet von Movistar soll im ganzen Ort nicht funktionieren. Zum Nachtessen gehe ich ins "La Pica Del Negro", das haben sie mir im Hotel empfohlen. Das "Chuleta a lo pobre", 2 Schweins-Koteletts mit Spiegelei und Pommes, schmeckt gut. Dazu wie üblich Wein und Mineral. Alles zusammen für 12'400 CLP = 18 CHF, was für ein Unterschied zu gestern!
(92km, 1½h unterwegs und 5km zu Fuss)

So 31.03.2019
In der Nacht hat es mehrere Gewitter gegeben. Frühstück gibt es erst ab 09.30h, es ist ziemlich einfach. Nur Brot mit Käse und Konfi, dazu Fruchtsalat und ein Joghurt. Wenigstens bekomme ich für den Nescafé warme Milch. Das Internet funktioniert immer noch nicht. Ich mache weiter mit meinem "Büro" und hoffe dass es bald wärmer wird. Gegen 17h gehe ich an den Strand und oh Wunder, die Sonne setzt sich durch. Es sieht sofort alles viel schöner aus. Von überall her strömen die Surfer an den Strand. Ich gehe wieder bis "La Puntilla". Da gibt es ein schönes Restaurant mit Terrasse und Aussicht auf den Strand. Ich geniesse ein Bier an der Sonne. Zurück im Hotel schnappe ich meine Kamera und den Whisky und gehe zum Sonnenuntergang nochmals zurück zum "La Puntilla". Mein erster Sonnenuntergang im Pazifik seit 3 Jahren Amerika. Es ist aber ziemlich kalt. Zum Nachtessen gehe ich ins "Docas", das haben sie mir im Hotel empfohlen. Das Chorrillanas schmeckt sehr gut, besser als das letzte Mal.
(5km zu Fuss)

Mo 01.04.2019
Nach dem Frühstück klemme ich mich hinter den Computer um herauszufinden wie Maria am besten nach Peru kommt. Über Australien/Neuseeland wäre theoretisch schneller, ist es aber nicht weil die Anschlüsse für den Rückflug überhaupt nicht passen. Die beste Variante scheint KLM ab Kuala Lumpur via Amsterdam anzubieten. Bis ich alles geklärt habe ist es bereits Abend. Dazwischen taucht einmal die Chefin auf und ist erstaunt, dass ich noch eine Nacht länger bleibe. Am Abend klingelt ein Paar und möchte hier übernachten, aber ich bin alleine im Haus. Sie rufen die auf der Visitenkarte angegebene Nummer an. Sie können aber nicht bleiben, das Hotel ist offenbar geschlossen und ich der letzte Gast! Zum Nachtessen gehe ich nochmals ins "Docas". Diesmal esse ich "Shawarma", etwas Ähnliches wie Dürüm-Kebap mit Pommes. Schmeckt auch sehr gut und ist einmal etwas ganz anderes.

Di 02.04.2019
Zum Frühstück hat es heute keine Milch mehr. Ich hole meine aus dem Auto, aber die scheidet, sobald ich sie erwärme. Darum gehe ich Milch einkaufen und kann dann in aller Ruhe frühstücken. Nachher packe ich zusammen. Kurz bevor ich losfahre erscheint doch noch jemand. Ich bezahle mein Bier vom Samstag und verabschiede mich. Später merke ich, dass ich die Wäsche nicht bezahlt habe, habe aber kein schlechtes Gewissen. Um 12h fahre ich los. Zuerst den gleichen Weg durch die Wälder zurück. Nach 35km biege ich in die I80 ab. Es hat nun kaum mehr Verkehr. Die Strasse ist gut und führt vorbei an verschiedenen Obst-, Oliven- und anderen Plantagen. Es ist eine Ebene auf etwa 200müM. Litueche ist der einzige grössere Ort auf der Strecke. Vor Rappel geht es steil bergab. Im Ort kommt mir eine lange Auto-Kolonne entgegen, eine Beerdigung. Kurz vor dem Ziel, in Navidad (Weihnachten) halte ich an und kaufe Brot. Käse haben sie nur Mozzarella. Beim Weiterfahren finde ich noch einen Supermarkt. Da kaufe ich noch richtigen Käse und Joghurts ein. Ich habe Glück, gleich hinter mir schliessen sie den Laden. Mein Bungalow ist sehr gut, nur etwa 400m vom Strand entfernt. Ich sehe das Meer von meiner Terrasse aus zwischen den Häusern hindurch. Der Nebel hat sich zum Glück aufgelöst. Ich geniesse mein Ankunftsbier auf der Terrasse an der Sonne. Nachdem ich mich eingerichtet habe gehe ich an den Strand. Der ist riesig und kein Mensch. Nur ein paar Möwen versuchen Krabben zu fangen. Ich gehe etwa 1.5km dem Strand entlang Richtung Norden und wieder zurück. Kaum bin ich zurück, ist auch der Nebel wieder da. Das Internet funktioniert nur im Restaurant gut, bei mir kommt und geht es, obwohl ich meinen Repeater an einem Verlängerungskabel ausserhalb unter dem Dach installiert habe. Zum Nachtessen habe ich einen lokalen Fisch mit Reis vorbestellt. Zum Apero starte ich die Gas-Heizung und geniesse die Wärme. Es ist hier viel angenehmer als im letzten Hotel. Um 20h gehe ich zum Nachtessen. Der Fisch schmeckt nicht schlecht, aber ich bin ja kein Fischliebhaber. Dazu gibt es noch viel Salat. Ich bin offenbar auch hier der einzige Gast. Bereits um 22h bin ich im Bett.
(98km, 2¼h unterwegs und 3km zu Fuss)

Mi 03.04.2019
Spätes Frühstück. Es hat Nebel und alles ist nass. Nachher repariere ich zuerst einmal die WC-Spülung, die stellt nicht ganz ab. Dann erledige ich diverse Büro-Arbeiten. Es ist wieder neblig, keine Sonne weit und breit. Aber im Haus ist es gemütlich warm. Ich buche mein Airbnb in Mendoza. Ich werde von Santiago direkt nach Mendoza fahren. Das sind 371km und der höchste Punkt liegt im "Túnel del Cristo Redentor" auf 3209müM. So hoch wie kein Pass in Europa. Unterwegs gibt es fast keine Übernachtungs-Möglichkeiten. Um 16h gehe ich doch noch an den Strand. Bin wieder fast allein, weit weg sehe ich jemanden. Diesmal gehe ich etwa 1.5km Richtung Süden. Manchmal schafft es die Sonne für ein paar Sekunden durch die Wolken resp. den Nebel. Zum Nachessen gibt es Fleisch mit Gemüse ähnlich wie Ratatouille und Bratkartoffeln. Eigentlich wäre alles sehr gut, nur das Fleisch ist so zäh wie noch nie in Südamerika.
(3km zu Fuss)

Do 04.04.2019
Nach dem Frühstück bezahle ich 87'887 CLP = 132 CHF für alles, inkl. Essen und Getränke. Ich muss noch eine App installieren, damit ich zur Überbauung in Santiago Zutritt bekomme. Um 11.30h fahre ich los. Zuerst bis Rapel den gleichen Weg zurück. Von da geht es kurzweilig Richtung San Antonio. Es gibt vor allem Landwirtschaft unterwegs. Einmal fahre ich durch ein ziemlich frisches Waldbrand-Gebiet. Nach etwa 50km komme ich auf die Ruta 66. Sie heisst auch "Ruta de la Fruta". Es gibt viele grosse Obstplantagen und auch viel mehr Verkehr als bisher. Kurz vor San Antonio nehme ich eine Abkürzung zur Ruta 78 "Autopista del Sol". Die restlichen 96km sind nun fast alle auf der Autobahn. Erst die letzten 5km sind normale Strassen. Um 14.15h bin ich am Ziel. Es ist eine riesige Überbauung mit 7 Hochhäusern, jedes 24 Stockwerke hoch. Ich bin früher dran als erwartet, darum dauert es eine Weile, bis Leticia mit dem Schlüssel auftaucht. Das Studio liegt im 3.Stock und hat einen kleinen Balkon mit Sicht auf den Pool und die Grünfläche. Es ist ziemlich klein, aber gut eingerichtet. Nur einen Tisch hat es keinen. Den hole ich aus dem Auto und richte mich ein. In einer Bäckerei gehe ich einkaufen und erlebe eine Überraschung. Hier in Santiago gibt es meistens nur gesalzene Butter. Vorher gab es das fast nie. In einem kleinen Laden finde ich dann aber doch noch ungesalzenen, allerding ein grosses und teures Stück. Apero auf dem Balkon mit Sonnenuntergang zwischen den Häusern. Zum Nachtessen gehe ich ins nahe "La Galucha", ein peruanisches Restaurant. Es ist klein und cool eingerichtet mit sehr aufmerksamem Personal. Mein "Cachiche" schmeckt sehr gut. Es ist ein Risotto gekocht mit Rotwein. Dazu Zweibel-Schnitze, Tomaten- und Filet-Stücke.
(177km, 2¾h unterwegs)

Fr 05.04.2019
Ich schlafe aus. Alles ist gut, ausser dass der Kühlschrank ziemlich auf läuft und relativ laut ist. Maria hat mit der Lehrerin abgeklärt ab wann Efraim in die Ferien kann. Ab 6.Juni sei das möglich, nicht ab 30.Mai wie früher gesagt. Ich verbringe die nächsten Stunden damit die Flüge zu buchen. Bei KLM ist das kein Problem aber bei AirAsia klappt es mit dem bezahlen auf dem PC nicht. Nach 5 Fehlversuchen probiere ich es mit der App auf dem Tablet und sie da, es funktioniert! Ich wunder mich ab dem hohen Preis von 315 USD für den Flug nach Kuala Lumpur. Der Rückflug kostet dann nur 118 USD. Ich frage Maria ob da ein Feiertag sei, sie weiss es nicht. Ich aktualisiere meinen Feiertags-Kalender für Indonesien und siehe da, es ist Idul Fitri, das Ende des Ramadan! In ganz Indonesien ist die Woche vom 3.-7.Juni alles geschlossen, also auch die Schule von Efraim! Und das weiss seine Lehrerin nicht, unglaublich. Ich werde aber nicht mehr umbuchen. Es hat den Vorteil, dass ich eine Woche länger unterwegs sein kann bis Cusco/Peru. Da werde ich mein Auto abstellen und nach Lima fliegen um Maria & Efraim abzuholen. Zusammen werden wir dann noch Cusco fliegen, dann Machu Picchu besuchen und zusammen mit dem Auto zurück nach Lima fahren. Ich hole meine Sommersachen aus dem Auto und ziehe mich um, es ist etwa 30C° warm. Ich gehe zum Einkaufen in einen Supermarkt, der ist den weiten Weg aber nicht wert. Zurück zu Hause, gehe ich noch zur Metro-Station um die "bip-Karte" die mir Leticia gegeben hat aufzuladen. Noch etwas "Büro", dann Apero auf dem Balkon. Gegen 20h mache ich mich auf den Weg zum Nachtessen mit Bernard. Mit der Metro bis Santa Ann und dann zu Fuss zum Restaurant "Juan y Medio". Bernard ist schon da, er wohnt in der Nähe, darum kennt er es. Wir bestellen "Lentjas con Longaniza", das Tagesmenue. Es ist ein guter Linseneintopf mit Wurst. Nach dem Bezahlen wollen wir noch in eine Bar auf ein Pisco. Es kommt aber nicht so weit, weil wir einen Schnaps nach Wahl spendiert bekommen. So bleiben wir sitzen bis es für mich Zeit ist auf die letzte Metro. Bernard bringt mich hin und wir verabschieden uns. Nur leider fährt die letzte Metro nicht. Das Taxi vor der Station will mich auch nicht nach Hause fahren. Darum nehme ich den Bus. Ich muss einmal umsteigen, aber auch da kommt der letzte Bus nicht. Man sagt mir wo der nächste Bus fährt. Ich muss etwa 15 Minuten warten. Dann kommt ein bumsvoller Bus, die Leute streiten ums Aus- und Einsteigen. Vor mir gibt es eine Rempelei. Ich schaffe es glücklich in den Bus. Das Glück ist aber gleich verflogen, denn mein Handy ist weg! Das muss bei der Rempelei passiert sein. Ich fluche innerlich und muss nun schauen, dass ich am richtigen Ort aussteige. Zum Glück kenne ich denn Strassennamen. Ich steige tatsächlich am richtigen Ort aus. Der Portier lässt mich zum Glück in die Überbauung ohne meine App auf dem Handy. Dann klemme ich mich hinter den Computer und lasse alle Daten auf dem Handy löschen. Ob das klappt, weiss ich nicht. Offenbar ist es ausgeschaltet. Dann sind wenigstens die Daten einigermassen sicher. Sicherheitshalber wechsle ich die Google- und Microsoft-Passworte. Dann nehme ich mein Ersatz-Handy in Betrieb. Dabei stelle ich fest, dass die OneDrive-App auch nach dem Passwort-Wechsel immer noch Zugriff hat. Ziemlich Scheisse ist das. Ich spiel noch etwas herum um eine Lösung für WhatsApp zu finden. Die gibt es aber ohne alte Nummer nicht. Ich sperre die Swisscom-SIM-Karte. Und teile Stefan das Malheur mit. Ich denke, dass er am Arbeiten ist, aber es ist Samstag, das habe ich vergessen. Telefoniere noch über Skype mit Maria. Um 5h bin ich im Bett, aber ans Schlafen ist nicht zu denken, auch weil sie im Haus irgendwo eine Party feiern.

Sa 06.04.2019
Ich döse vor mich hin. Um 8h stehe ich wieder auf und ärgere mich weiter. Ich nehme WhatsApp mit meiner Indonesischen Nummer wieder in Betrieb. Weil auf diesem Handy die App schon benutzt habe, kommen wenigstens wieder die alten Daten zum Vorschein. Falls Stefan eine Ersatz-SIM bekommt, können wir zusammen wahrscheinlich via Telefon die neusten Daten wieder aufs Handy bekommen. Frühstück gibt es keines, ich habe keinen Hunger. Ich mach mich auf den Weg um eine neue SIM-Karte zu bekommen. Am Samstag ist das nicht einfach, weil viele Geschäfte ohne die Uni-Studenten nicht offen sind. Ich finde nach einigem Suchen doch eine. Das aktivieren schaffe ich zusammen mit der Dame am Empfang. In der nahen Apotheke! kann ich mein Guthaben aufladen und dann ein Daten-Packet aktivieren. Ich teile die neue Nummer meinem Vermieter mit, damit er eine neue Einladung generieren kann. Das klappt aber auch nicht auf Anhieb. Eigentlich wollte ich heute an meinem Reisebericht arbeiten. Den Apero kann ich dann einigermassen geniessen auf meinem Balkon. Zum Nachtessen gehe ich wieder ins "La Galucha". Diesmal gibt es "Lomo saltado" auch wieder sehr gut, mit selbst gemachten dicken Kartoffel-Chips. Um 21h bin ich zurück und gehe bald ins Bett. Schlafe schnell ein, obwohl überall Partys im Gang sind.

So 07.04.2019
Ich erwache um 8h. Ich bin irritiert, denn mein Handy zeigt eine andere Zeit an. Nach kurzer Recherche finde ich heraus, dass gestern um 22h die Sommerzeit zu Ende ging. Nach dem Frühstück stelle ich alle meine Uhren um. Dann beginne ich endlich mit den Arbeiten an meinem neuen Reisebericht. Ich verschicke eine E-Mail, dass es bis auf weiteres keine WhatsApp-Nachrichten geben wird und mein Bericht in einigen Tagen fertig sei. Bis am Abend steht das Gerüst, die Bilder sind ausgesucht und eingebettet. Was fehlt sind die Ortsangaben und die Kommentare. Ich gehe Brot und Milch einkaufen, danach Apero auf dem Balkon. Das Nachtessen ist ein Problem, alle Restaurants in der Nähe sind geschlossen. Nur ein chinesischer Take Away hat offen. Da hole ich mir Schweinefleisch im Wok gebraten mit Reis und esse es auf meinem Balkon. Nicht schlecht, sehr viel Fleisch, aber fast kein Gemüse.

Mo 08.04.2019
Nach dem Frühstück klemme ich mich wieder hinter den Reisebericht. Bin bis 16h voll dran. Dann gehe ich einkaufen. Brot, Bier und Whisky. Meinen Lieblings-Whisky bekomme ich hier die 350cl-Flasche für 3000 CLP. Ich kaufe gleich 3 Stück, denn das ist extrem günstig, 13 CHF/Liter. Zurück schreibe ich eine E-Mail an PostFinance, weil meine Ersatzkarte noch nicht gekommen ist und die angegebene Telefon-Nummer nicht mehr funktioniert weil geklaut. Kaum bin ich fertig, ruft Mario der Portier an, die Ersatz-Karte ist angekommen. So schreibe ich nochmals eine E-Mail. Apero auf dem Balkon, Whisky habe ich jetzt genug. Zum Nachtessen gehe ich ins nahe "Fegal". "Costillar a lo pobre" das sind Spare-Rips ist gut und viel.

Di 09.04.2019
Heute ist es kühl, ideal um an meinem Reisebericht zu arbeiten. Ich arbeite bis 16h, dann gehe ich einkaufen. Der Apero findet heute nicht auf dem Balkon statt, weil es zu kalt ist. Zum Nachtessen gehe ich wieder ins "La Galucha". Diesmal esse ich einen guten Hamburger. Bernard ist heute zurück in die Schweiz geflogen. Er hat sich vorher nicht mehr gemeldet.

Mi 10.04.2019
Nach dem Frühstück stelle ich den Reisebericht fertig und verschicke die E-Mails. Nachher gehe ich einkaufen und fahre dann mit der Metro ins Zentrum. Um 14h bin ich beim Plaza de Armas. Da schaue ich mich um und besuche dann die Parroquia Del Sagrario, die grosse Kathedrale. Weiter geht es durch die Fussgängerzone. Ich folge einfach den Leuten und lande schlussendlich auf der andern Seite des Rio Mapocho in einem Gebiet mit vielen kleinen und grossen Märkten. Da gibt es alles zu kaufen, von Blumen bis Blechwaren. Die Läden ziehen sich noch weiter der Strasse Santa Filomena entlang. Mein Ziel der Parque Metropolitano de Santiago. Bevor ich den erreiche sehe ich einen Coiffeur. Ich lasse mir die Haare schneiden (8000 CLP = 12 CHF). Er ist Syrer und spricht auch englisch. Nach ½h geht es frisch geschoren weiter. Im Park gibt es einen Funicular, eine Standseilbahn. Als Pensionierter kostet mich die Fahrt auf den Cerro San Cristobal nur 1000 CLP. Auf 864müM gibt es eine riesige Marien-Statue und eine gute Aussicht auf die Stadt. Von der anderen Seite ist der Berg durch eine Gondelbahn erschlossen. Nach einem Rundgang gehe ich zu Fuss über den Sendero Zorro Vidal den Berg hinunter. Nach ½h habe ich ein Bier verdient. Zu Fuss zur Metro-Station Baquedano. Es ist jetzt 18h, Stossverkehr, aber kein Problem nach Hause zu kommen. Die Züge halten nicht auf allen Stationen, ich muss den mit den Grünen Lampen nehmen. Miando muss wieder einmal ins Spital wegen Erschöpfung. Zum Nachtessen gehe ich wieder ins "Fegal". Heute gibt es 2 Schweins-Koteletts mit Pommes, dazu einen Tomaten-Salat. Im Fernseher läuft wie gestern ein Spiel des Copa Libertadores. Die Leute fiebern mit. Zurück zu Hause wasche ich noch meine Wäsche in der Waschmaschine.
(10km zu Fuss unterwegs)

Do 11.04.2019
Nach dem Frühstück organisiere ich meine Daten, solange ich noch gutes Internet habe. Es sind mehrere Gigabyte Daten die im März entstanden sind. Vor allem weil Bernard mit seiner Kamera viele Bilder gemacht hat und diese meist etwa 7MB gross sind. Meine sind nur halb so gross. Ich beschäftige meine Computer damit bis am Abend. Um 14h mache ich mich per Metro auf den Weg ins Zentrum. Maria will unbedingt einen Kühlschrank-Magnet aus Santiago. Das ist gar nicht so einfach, denn es gibt hier kaum Souvenir-Shops. Ich muss erst einen Polizisten fragen. Der verweist mich auf den nahen Markt. Und tatsächlich, da finde ich neben den Fischen einen Stand der Magnete verkauft. 1600 CLP = 2.40 CHF kostet mich der Spass, habe aber ½h gesucht dafür. Auf dem Weg zurück zum Plaza de Armas kaufe ich ein Brot. Es sieht schön aus, ist aber süsses Maisbrot. Auf dem Platz setze ich mich auf eine Bank und geniesse das Maisbrot und die Stimmung hier. Mit Bernard konnte man das nicht machen, es war meist zu kalt und vor allem war das für ihn verlorene Zeit. Nach 1h fahre ich mit der Metro zurück. Zuhause kaufe ich noch 2 dieser günstigen Grants-Whiskys und richtiges Brot ein. Meine 10 Gigabytes Daten sind inzwischen hochgeladen. Stefan hat meine Ersatz-SIM-Karte bekommen, aber es ist zu spät um noch eine Übung zu starten. Dafür bestelle ich zum 4.Mal das gleiche Handy bei Digitec. Stefan wird es dann zusammen mit der neuen SIM-Karte an Maria schicken. Sie wird es dann nach Peru bringen. Ziemlich kompliziert, aber der einzige Weg. Apero auf dem Balkon. Es ist Zeit weiter zu reisen, in spätestens einer Woche wird der Sonnenuntergang nicht mehr vom Balkon aus sichtbar sein. Zum Nachtessen gehe ich nochmals in "Fegal". Ich esse eine chilenische Variante des Gordon Bleu, sehr gut, dazu Kartoffelstock.

Fr 12.04.2019
Heute stehe ich früher auf. Nach dem Frühstück packe ich zusammen und aktiviere ein Daten-Paket auf meiner argentinischen Nummer. Um 09.30h fahre ich los. Es ist neblig und hat sehr viel Verkehr. Mit der Zeit nimmt der Verkehr auf der Ruta 5 northe ab. Nach 45km verlasse ich die Autobahn und fahre auf der Landstrasse ein Stück bis zur Ruta 57, die Autopista Los Libertadores. Die Sonne scheint und es ist viel angenehmer zu fahren. Es geht nun in die Anden, immer leicht bergauf. In Rio Blanco auf etwa 1400müM tanke ich. Es geht nun steiler bergauf. Es hat immer wieder sehr langsame Lastwagen, die kann man aber meistens nach kurzer Zeit überholen. Es geht durch Galerien und Tunnels durch eine schöne wilde Gegend. Zum Abschluss geht es auf 10km über etwa 40 Spitzkehren von 2230 auf 2860 müM. Unglaublich wie sie diese Strasse in den Hang gebaut haben, da ist die Tremola am Gotthard nichts dagegen. Bis zum Scheiteltunnel auf 3200müM geht es nochmals ziemlich steil bergauf. Kurz vor dem Tunnel kann ich einen langsamen Lastwagen als letzter überholen und habe so meine Ruhe im 2-spurigen 3km langen Tunnel. Die Zollabfertigung findet erst auf der argentinischen Seite statt. Der Polizist sagt mir nach 25km. Es geht nun bergab durch ein weites Tal. Nach 15km kommt ein Zollgebäude, aber keine Barriere. Ich fahre weiter da es ja 25km sein sollen. Aber da ist nichts. Ich frage nach und man schickt mich zurück. Da reihe ich mich mit 20 Minuten Verspätung in die Wartekolonne ein. Man muss hier mit dem Fahrzeug anstehen, nicht wie sonst üblich das Auto parkieren. Es geht unglaublich langsam. Um 15h habe ich es nach mehr als 2h geschafft. In Argentinien haben sie keine Zeitumstellung, darum ist es hier jetzt bereits 16h. Ich habe damit gerechnet, dass ich um 17h in Mendoza bin. Das klappt jetzt natürlich überhaupt nicht mehr. Die Strasse ist meist gut und der Verkehr ist gering. Ich komme zügig voran. Die Gegend ist sehr schön, Hochgebirge, aber das über 150km! Immer dem Rio Mendoza entlang. Weite Täler, enge Schluchten und kaum Siedlungen. Nach 1h erreiche ich Uspallata, der erste Ort auf 1900müM. 50km weiter erreiche ich den Stausee von Potrerillos. Die letzten 70km sind nun eher flach, es geht durch die grosse Ebene in der auch Mendoza liegt. Da hat es dann richtig viel Verkehr. Um 18.30h bin ich am Ziel und kann mein Auto direkt vor dem Haus parkieren. Gerardo der Vermieter kommt vorbei. Etwas später ist auch Vivian da, sie besucht mich für 3 Tage hier in Mendoza. Gerardo will nicht aufhören mit Vorschlägen. Endlich nach einer halben Ewigkeit kann ich Vivian richtig begrüssen. Zum Nachtessen gehen wir gleich gegenüber ins "Patrona". Mein Osso Bucco mit breiten Nudeln ist gut, aber eine ziemlich kleine Portion. Zurück sind wir um 22h. Vivian geht gleich schlafen. Wir haben getrennte Schlafzimmer. Ich erledige noch etwas "Büro" und gehe dann auch bald schlafen. Ich schlafe schlecht, es ist warm und man hört den Verkehr ziemlich gut.
(392km, 8h unterwegs)

Sa 13.04.2019
Nach dem Frühstück beschliessen wir nach Chacras de Coria zu fahren. Da war Vivian mit ihrer Familie und es hat ihr sehr gefallen. Es ist ein kleiner ruhiger Ort. Wir spazieren durch die schönen Alleen und trinken beim Plaza General Espejo etwas. Nachher fahren wir weiter zum Stausee "Embalse Potrerillos". Es ist eine schöne Strecke ohne Verkehr. Unterwegs sehen wir ein Schweizer-Nest mit mehreren Restaurants. Wir setzen uns ans Ufer und schauen den Surfern zu. Den See habe ich schon bei meiner Fahrt nach Mendoza gesehen. Zurück in Mendoza parkiere ich mein Auto auf einem bewachten Parkplatz. Zum Nachtessen wollen wir ins "Azafran" gehen, das hat uns der Vermieter empfohlen. Wir setzen uns und studieren das Menu und beschliessen nicht hier zu essen, denn es ist extrem teuer. In der Nähe finden wir das "Estancia la Florencia". Da ist das Essen nicht einmal halb so teuer und mein Filet an Senfsauce ist gut. Zum Schluss liegt noch ein guter Pisco drin.
(97km und 5km zu Fuss)

So 14.04.2019
Heute steht ein Besuch im Weingut von Dieter Meier von Yellow auf dem Programm. Sie haben uns auf 15.30h bestellt. Es ist riesig. Das Restaurant Ojo de Agua das zum Gut gehört ist klein und unauffällig. Für die Degustation müssen wir 140 CLP bezahlen. Dafür können wir 6 verschiedene Weine probieren. Immer ein normal gefülltes Glas. Wir sitzen unter einem schönen Baum mitten in den Reben. Dummerweise bin ich mit dem Auto da und muss mich etwas zurück halten. Nachher setzen wir uns an den Teich und geniessen die Sonne und reden. Zum Nachtessen gehen wir ins "Fuente y Fonda". Ein Tip von einer Freundin von Vivian. Hier werden alle Speisen in einem Bräter serviert und sind immer für 2 Personen. Unsere Schweins-Koteletts mit Süsskartoffel-Stock sind gut, aber viel zu viel. Zum Glück sind wir früh gegangen, denn wen wir nach Hause gehen ist das Restaurant voll. Heute Nacht schläft Vivian bei mir. Ich schlafe so gut wie schon lange nicht mehr.
(75km und 3km zu Fuss)

Mo 15.04.2019
Nach dem Frühstück suche ich eine Unterkunft in San Juan. Nachher gehen wir zu Fuss zum Park Independencia. Da setzen wir uns auf eine Bank und schauen den Leuten zu. Ein kleiner Junge spielt mit den Grossen Fussball. Nach etwa 1h verschieben wir uns in ein Boulevard-Restaurant und trinken etwas. Vivian möchte in den Parque General San Martin. Da gehen wir denn hin. Der Park ist riesig und hat auch einen See. Da setzen wir uns ans Ufer. Gegen 16h machen wir uns auf den Heimweg. Es geht eine Weile bis wir ein Taxi anhalten können. Zurück zu Hause buche ich meine Unterkunft in San Juan und Vivian packt schweren Herzens ihre Sachen. Ihr Taxi zum Flughafen holt sie um 17.30h ab. Es waren schöne 3 Tage mit ihr. Ich plane meine nächsten Stationen. Das ist nicht so einfach, weil die Oster-Feiertage anstehen. Es geht schneller vorwärts wie geplant. Auch gut, dann habe ich genügend Zeit um nach Cusco zukommen. Vivian wird mich vielleicht in La Paz besuchen. Da ist sie aufgewachsen. Ich buche noch die nächsten Stationen in Las Floras (ARG) und Vicuña (CHL). Dazwischen liegt der Paso de Agua Negra auf 4780müM. Zum Nachtessen gehe ich ins "Cristobal". Da gibt es ein Menu mit Bife Cristobal, einem Glas Wein und Dessert für 390 ARS und es ist gut. Zurück zu Hause noch etwas "Büro".
(6km zu Fuss)

Di 16.04.2019
Nach dem Frühstück packe ich zusammen, dann gehe ich zum Parkplatz. Da wasche ich zuerst meine Scheiben und fahre dann zum Haus. Ich kann das Auto im Parkhaus nebenan stehen lassen bis ich meine Sachen eingeladen habe. Um 12.15h fahre ich dann definitiv los. Schon bald bin ich zurück auf der RN40 und die Weite hat mich wieder. Im Westen sind die Berge, aber im Osten sind nur weite Flächen, kein Hügel, nichts. Die Strasse ist meist schurgerade. Es gibt ab und zu Olivenplantagen oder Reben zu sehen. Auch der Wind meldet sich zurück, ist aber nicht so stark wie auch schon. An der Grenze zur Provinz San Juan wird mein Auto desinfiziert für 100 ARS = 2.50 CHF. Man fährt über eine Spray-Düse. Vor allem die Scheibe ist nachher schmutzig. Um 14.30h bin ich in San Juan. Mein Airbnb liegt an einer vielbefahrenen Strasse. Ich kann nicht in den Parkplatz fahren, weil davor ein Lastwagen entladen wird. Später parkier ich dann um. Ich richte mich ein. Der Kühlschrank ist total vereist. Ich enteisen ihn zuerst mit einem Föhn. Schneide mich in den Finger an einer scharfen Kante. Dazwischen geniesse ich mein Ankunftsbier auf der Terrasse. Nachher gehe ich einkaufen. Die ersten beiden Läden sind noch oder schon geschlossen. Ich find dann aber eine Bäckerei und kaufe Brot. Bei meiner Rückkehr treffe ich den Besitzer. Er kann nicht wie erwartet Englisch, es war seine Tochter die immer geantwortet hat! Apero auf der Terrasse, es ist angenehm warm, etwa 28C°. Zum Nachtessen gehe ich ins Zentrum und dort in die "Cantina del Español". Das "Bife de Chorizo al riojana" ist gut, aber viel zu viel. Gegen 23h bin ich zurück.
(170km, 2¼h unterwegs)

Mi 17.04.2019
Ich schlafe besser als erwartet. Sie brechen eine Wand im Nebenhaus ab, darum ist es manchmal ziemlich laut. Nach dem Frühstück gebe ich Maruhum, dem Bruder von Maria einige Tipps per E-Mail für seine Europa-Reise. Maria hat mich darum gebeten. Und schon ist es 14h. Ich mache mich auf den Weg ins Zentrum um den Parque de Mayo zu besuchen. Den 2.5km langen Weg dahin hätte ich mir sparen können, denn der Park ist nichts besonders. Auf dem Rückweg kaufe ich im Carrefour noch Brot und Eier ein. Dann suche ich vergeblich eine Gelegenheit um ein Bier zu trinken. Aussichtslos. Zuhause schnappe ich mir ein Bier und gehe in den nahen Park "Plaza Hipolito Yrigoyen". Da ist viel los, viele Schüler treffen sich hier nach der Schule. Nach 1h gehe ich zurück und geniesse den Apero auf der Terrasse. Zum Nachtessen gehe ich wieder ins Zentrum in das italienische Restaurant "Un Rincon de Napoli". Die Pizza ist sehr gut und wie immer in Argentinien ist selbst die "Chica" zu gross. Um 22h bin ich zurück und geniesse noch eine warme Dusche.
(8km zu Fuss unterwegs)

Do 18.04.2019
Nach dem Frühstück packe ich zusammen. Um 10.45h fahre ich zum Tanken gleich um die Ecke. Dann geht es quer durch die Stadt zur RN40. Am Anfang hat es viele Umleitungen, weil sie die RN40 neu bauen. Nach ½h habe ich es geschafft. Der Verkehr nimmt ab. Nach Campo Afuera verlässt die RN40 die Ebene und es geht stetig ansteigend auf eine Hochebene die kaum bewohnt und bewirtschaftet ist. Es hat aber Abbaugebiete für etwas, was es ist weiss ich nicht. Nach 1h Fahrzeit und 60km verlasse ich die RN40 beim Kilometer 3518 zum letzten Mal. Nun hat es noch weniger Verkehr und die Gegend gleicht manchmal einer Mondlandschaft. Es geht hoch bis auf 1790müM, dann wieder hinunter auf eine Hochebene um schlussendlich wieder auf 2600müM anzusteigen. Um 13.30h bin ich in Las Flores. Dort erlebe ich wieder einmal eine Booking.com Überraschung. Mein Hotel soll nach dem Zoll sein. Zum Glück frage ich am Zoll nach. Der meint da kommt nichts mehr. Ich rufe im Hotel an und mit Hilfe des Zöllners finden wir heraus wo es ist, etwa 2km vor dem Zoll, statt 5km nachher, also 7km falsch. Um 14h bin ich dann definitiv am Ziel. Ein kleines von Jungen geführtes Hotel mit einfachen Zimmern. Das Ankunftsbier geniesse ich im nahen Restaurant "El Relincho". Da werde ich auch zum Nachtessen hingehen. Nachher richte ich mich ein und erledige das "Büro" und wasche die Scheiben, damit ich morgen zeitig losfahren kann. Der Paso Aqua Negra ist 4780müM und die Strasse ist nur teilweise geteert. Meine Nachbarn sind mit dem Motorrad da. Zum Apero setzte ich mich zu ihnen wir verständigen uns so gut es geht. Zum Nachtessen gehe ich wie geplant ins "El Relincho". Der Kellner zeigt mir ein grosses Stück Fleisch und fragt ob ich das will. Ich bin einverstanden, dazu Pommes und einen Tomaten-Salat. Es schmeckt sehr gut, mein letztes Stück Fleisch in Argentinien, auf jeden Fall auf dieser Reise. Am Nebentisch sitzt eine Familie aus Cordoba. Sie haben 4 Jahre in Belgien gelebt und sprechen auch englisch. Sie schwärmen vom Paso de Agua Negra und vom Maloja-Pass in der Schweiz! Nach 22h bin ich zurück und gehe schlafen.
(188km, 3¼h unterwegs)

Fr 19.04.2019
Ich schlafe nicht so gut, obwohl es sehr ruhig ist. Vielleicht die Höhe, ich bin hier auf 2000müM oder die Nervosität wegen der Passfahrt. Ich bin schon vor dem Wecker wach und packe zusammen. Um 8h beim Frühstück, meine Nachbarn fahren schon los. Das Frühstück haut mich nicht vom Hocker aber es ist genügend. Ich muss meine Frontscheibe doch nochmals reinigen, sie ist verspritzt von Saft vom Baum. Um 09.00h fahre ich los zum Zoll. Da bin ich nach ¼h durch und fahre los. Die Strasse ist wieder geteert, aber in einem schlechten Zustand. Bald erreiche ich eine riesige Solarfarm, erst bei genauerem Hinsehen merke ich das. Es geht nun stetig bergauf und die Strasse wird sehr gut. Nach 1h Fahrt und 55km endet die geteerte Strecke. Ich bin nun bereits auf über 3700müM. Es geht nun weiter bergauf auf einer einigermassen guten Strasse. Nun kommt mir das erste Fahrzeug entgegen. Ich komme immer näher zu den Gletschern und der Fluss ist nun zeitweise gefroren. Das Tal ist manchmal weit und manchmal eng. Beim geplanten Tunnel bin ich auf der gleichen Höhe wie damals auf dem Mount Kinabulu in Borneo, der höchste Punkt bisher. Aber da war ich zu Fuss. Nach 1½h Fahrt kommt der Schlussanstieg. Die Strasse windet sich einen steilen Hang hoch. Ich muss hochtouriger fahren wie normal, damit der Turbolader genügend Luft schaufeln kann. Ich passiere eine Gletscher und bizarre Eisnadeln im Geröll. Kurz vor der Passhöhe überholen mich zum ersten Mal 3 Autos. Um 10.50h bin ich auf 4780müM, dem Paso de Agua Negra, geschafft! Ich fühle mich ein wenig komisch, kein Kopfweh aber ein unbekanntes Gefühl im Kopf. Ich mache ein paar Fotos, dann fahre ich weiter, denn es ist kalt hier oben. Der Pass ist auch die Grenze zwischen Argentinien und Chile. Die Strasse führt nun in weitem Bogen durch einen sehr steilen Hang. Keine Leitplanken, nur ein bisschen Sand und Steine am Strassenrand. Manchmal wird es einem schon ein bisschen mulmig. Dafür ist die Aussicht überwältigend obwohl es hier leicht bewölkt ist. Vorher war blauer Himmel. Es gäbe eine Abkürzung, aber ich wähle die 19km längere Strecke. Um 12h erreiche ich den Stausee "Embalse la Laguna". Bei der Staumauer endet die ungeteerte Strasse. Es waren 84km und ich habe dafür 2h gebraucht. Ab jetzt geht es gemütlich weiter, nur ab und zu gibt es eine Baustelle weil sie neue Brücken bauen. Um 12.45h erreiche ich den chilenischen Zoll. Da geht es relativ schnell. Nach ½h bin ich durch, allerdings ohne mein Pack Eier, das haben sie konfisziert. Das Tal wird jetzt langsam flacher und weiter. Plötzlich tauchen Reben auf, es werden immer mehr. Das Tal des Rio Elqui ist offenbar gut für Weinbau. Es ist das grösste Weinbaugebiet von Chile und von hier kommt auch der Pisco. Um 14.30h bin ich in Vicuña. Meine Unterkunft finde ich fast auf Anhieb. Ich richte mich ein und gehe dann einkaufen. Küche habe ich keine, ich muss in der "Camp Kitchen" mein Frühstück zubereiten. Apero auf meinem kleinen Balkon, aber nur kurz, denn es wird kalt sobald die Sonne weg ist. Zum Nachtessen gehe ich ins Zentrum. Ich schaue mir diverse Restaurants an, entweder sind sie voll oder es ist kalt weil sie im Freien sind oder alle Türen offen lassen. Das "Antawara" hat die Türen fast geschlossen, darum bleibe ich da. Ich habe keine Ahnung was ich bestelle. Ich bekomme ein Stück gekochtes Fleisch, dazu etwas Ähnliches wie Polenta. Es schmeckt sehr gut und ist ziemlich teuer. Mit Wein kennen sich die Kellner nicht aus, wie sie die Flasche öffnen erinnert an eine Clown-Nummer. Zurück zu Hause hole ich mein Elektro-Öfeli aus dem Auto und Wärme das Schlafzimmer etwas auf vor dem Einschlafen.
(256km, davon 84km ungeteert, 5½h unterwegs)

Sa 20.04.2019
Es hat Nebel, vor dem Aufstehen nehme ich das Öfeli wieder in Betrieb. Nachher hole ich meinen Gaskocher aus dem Auto, so kann ich bei mir kochen anstatt in der schlecht ausgerüsteten und kalten Camp-Kitchen. Das funktioniert sehr gut und heizt erst noch den Raum auf. Nachher plane ich meine Weiterfahrt und buche die Unterkünfte bis Bahía Inglesa. Dort werde ich 3 Nächte bleiben. Es soll dort schön sein. Ich werde unterwegs in La Serena und Vallenar je eine Nacht bleiben. Seit 12h scheint die Sonne. Um 15h gehe ich ins Zentrum zum Einkaufen. Auf dem Plaza de Armas gibt es einen Markt mit Kunst und lokalen Lebensmitteln. Der findet vermutlich nur jetzt über Ostern statt. Rund um den Platz hat es aber feste Märkte für die Touristen. Im "Bilbania" trinke ich ein gutes lokales Bier "Guayacan". Zurück zu Hause bringt Mario das warme Wasser zum Laufen. Apero auf meinem kleinen Balkon. Zum Nachtessen gehe ich zurück ins "Bilbania". Da ist es einigermassen warm. Mein Chorrillana ist sehr gut und viel zu viel. Diesmal mit Papas rustica. Zum Abschluss muss ich einen lokalen Pisco "Espiritu de Elqui" probieren. Es gibt ein grosses Glas für 3500 CLP = 5.50 CHF und er ist gut.

So 21.04.2019
Heute ist Ostern, es scheint sogar die Sonne, es ist aber kalt, 12C° im Haus! Zum Glück habe ich mein Öfeli. Nach dem Frühstück verstaue ich meine "Küche" wieder im Auto und räume mein "Büro" etwas auf. Ich habe genügend Zeit, denn heute fahre ich nur gut 60km weiter nach La Serena am Meer. Da soll es aber kälter sein als hier. Um 12.30h fahre ich los. Zuerst hat es viel Weinbau und einen Stausee. Es weht ein kräftiger Wind, natürlich Gegenwind. Etwa 20km vor La Serena hören die Reben auf und es wechselt zu Gemüse-Anbau. Bereits um 13.30h bin ich am Ziel. Zu früh, mein Zimmer ist noch nicht bereit. Ich erkunde die Stadt, die Fussgängerzone und den Plaza de Armas. Es gibt einige schöne Gebäude. Die Sonne scheint und es ist angenehm warm. Gegen 15h bin ich zurück und richte mich ein. Nachher mache ich mich auf den Weg zum Strand. Vom Hotel aus geht es durch eine Pracht-Strasse zum alten Leuchtturm. 2km lang mit je 2 Fahrspuren in jede Richtung und in der Mitte einen etwa 20m breiten Streifen von Bäumen gesäumt und einem Fussweg dazwischen. Am Anfang sind es Laubbäume, ab der Hälfte dann Palmen. Angenehm zum Spazieren. Der Leuchtturm wird gerade saniert. Ich gehe ein Stück dem Strand entlang. Erinnert mich an Rimini. Sie haben hier riesige Hotels und Wohnhäuser hingestellt und es entstehen noch viele mehr. Dem ganzen Weg entlang von der Stadt bis zum Strand werden Wohnungen gebaut. Es gibt kein Restaurant am Strand, nur hinter der Strand-Strasse. Nach etwa 1km kehre ich um und geniesse auf dem Rückweg ein Bier im "Porotas". Es wird langsam kühler, obwohl die Sonne vom wolkenlosen Himmel scheint. Ich mag nicht auf den Sonnenuntergang warten und gehe zurück. Um 17.30 mache ich mich auf den Heimweg. Apero im Innenhof, einer der Angestellten kann gut Deutsch. Er kennt aber auch kein offenes Restaurant in der Nähe, nur am Strand seien sie sicher offen meint er. Ich finde dann das "La Milan" in der Nähe. Koteletts mit Kartoffel-Salat (Papas Mayonesa) schmeckt gut. Nach 21h bin ich zurück, telefoniere noch ein wenig und gehe dann schlafen.
(63km, 1h unterwegs und 9km zu Fuss)

Mo 22.04.2019
Es ist nur 9C° draussen und das Frühstück findet im Freien statt. Ich bleibe noch im warmen Bett liegen. Gegen 9h wird es wärmer, Zeit fürs Frühstück. Bald scheint die Sonne auf meinen Tisch und es wird angenehmer. Um 10.15h fahre ich los, zuerst zum Tanken, dann auf die Ruta 5, wieder auf die originale Panamericana-Strecke. Die ist hier sehr gut ausgebaut und es hat wenig Verkehr. Bis Caleta Hornos geht es der Küste entlang, aber ziemlich weit oben, 150-200müM, so dass man eine gute Aussicht hat. Nachher geht es ins Landesinnere. Die Berge sind seit dem Paso de Agua Negra alle kahl, keine Bäume, höchstens Sträucher. Die Strasse ist so gebaut, dass ich fast immer im 5.Gang fahren kann, nur manchmal in den Kurven muss ich runter in den 4.Gang. Ich komme zügig voran. An der Grenze zur Region de Atacama halte ich kurz an um ein Foto zu machen. Es ist hier schon richtig Wüste. Es geht nun noch weiter bergauf, bis auf knapp 1300müM. Vorbei an mehreren Minen wo vorwiegend Kupfer und Eisenerz abgebaut wir. In der Umgebung hat es mehrere Observatorien und ein riesiges Solar-Kraftwerk. Das "El Romero Solar" hat eine Spitzen-Leistung von 246MW = ¼ Gösgen. Gegen 14h erreiche ich Vallenar. Das liegt in einem Tal auf 400müM. Es ist grösser wie erwartet. Ich richte mich in meinem sehr kleinen Zimmer ein. Ich muss meinen Rucksack senkrecht lagern, sonst hat er kein Platz. Nachher erkunde ich den Ort und gehe etwa 1km die Hauptstrasse entlang. Es hat viele Geschäfte und die meisten sind offen, was in Chile um diese Zeit nicht selbstverständlich ist. Auf dem Rückweg setze ich mich auf der Plaza Ambrosio o Higgins auf eine Bank und geniesse die Wärme. Gegen 18h bin ich zurück. Apero in meinem Zimmer. Zum Nachtessen gehe ich in den "Club Social". Mein "Assado de Tira" ist sehr gut, dazu Papas Roquefort, die besten Kartoffeln seit ich in Südamerika bin.
(194km, 2¾h unterwegs)

Di 23.04.2019
Das Frühstück ist besser wie erwartet. Die Sonne scheint. Um 10h fahre ich los wieder auf die Ruta 5. Nach wenigen Kilometern kommt Nebel auf, am Anfang ziemlich nahe am Boden, später wie Hochnebel. Die Strasse ist gut und geht ziemlich direkt Richtung Norden. Bei Nebel sieht die Wüste noch eintöniger aus. Es hat wenig Verkehr, nur einmal überholt mich eine grosse Gruppe Lastwagen. Die sind aber später verschwunden. Die Strasse ist meistens zwischen 400 und 700müM. Erst vor der Abzweigung nach Copiapó geht es bergab. Ich nehme da eine Abkürzung und verlasse die Ruta 5. Nach 30km komme ich wieder zurück auf die Ruta 5. Für kurze Zeit scheint die Sonne, dann hat es wieder Hochnebel. Beim Tanken beschliesse ich zuerst nach Caldera zum Einkaufen zu fahren, weil ich zu früh dran bin. Nach dem Einkaufen fahre ich noch zum Leuchtturm und erst dann nach Bahía Inglesa. Jetzt scheint die Sonne vom wolkenlosen Himmel. Cristian mein Gastgeber ist gerade am Mittagessen kochen wenn ich ankomme. Er lädt mich ein, aber ich habe keinen Hunger, trinke nur mein Ankunftsbier während er isst. Er ist Lehrer und muss im 15h wieder in der Schule sein. Er lädt mich ein zum Nachtessen. Wenn er weg ist rufe ich Madeleine an, sie hat heute Geburtstag. Nachher erledige ich das "Büro". Nachher erkunde ich die Umgebung. Bahía Inglesa ist ein Touristenort an einer schönen Bucht gelegen. In der Wüste, aber am Meer. Es ist etwa 20C° "warm" und es geht ein kühler Wind. Ein paar hartgesottene gehen doch ins Wasser. Beim Fischerhafen bekomme ich eine Privatführung. Haupteinnahmequelle ist hier die Muschel-Zucht. Ich setze mich in ein Restaurant an der Strandpromenade und geniesse ein Glas Weisswein an der untergehenden Sonne. Nach Sonnenuntergang gehe ich zurück. Um 20h kommt Cristian zurück und beginnt zu kochen. Lachs auf einem Zwiebel-Beet schmeckt sehr gut. Ich spendiere den Wein. Nach 22h bin ich im Bett.
(227km, 3¼h unterwegs)

Mi 24.04.2019
Cristian ist ein liebenswerter Chaot. Heute hat er sich verschlafen. Bevor ich mein Frühstück zubereiten kann, muss ich zuerst aufräumen. Nachher will ich meine Wäsche machen, aber die Maschine ist noch voll. Ich hänge seine Wäsche auf. Um meine Wäsche aufzuhängen, muss ich zuerst sein von gestern abnehmen. Um 12h bin ich fertig und gebe Maruhum per E-Mail einige Tipps für seine Europa-Reise. Es ist bewölkt, aber nicht kalt und mein Auto steht direkt vor der Tür. Ideale Voraussetzung um meine Sicherheit-Elektronik zu reparieren. Den Fehler habe ich schnell gefunden. Ein Kontakt im Industrie-Stecker hat die Vibrationen und die Korrosion nicht überlebt. Löten geht nicht, so schneide ich den Stecker heraus und verlöte die beiden Kabel direkt. Diesen Stecker habe ich fast nie gelöst und es gibt noch einen zweiten im Aufbau, falls es jemals zu einem Problem werden könnte. Um 16h ist alles fertig und funktioniert. Ich werde wohl in den nächsten Tagen einige Male unfreiwillig stehen bleiben, bis ich mich wieder an die Sicherheits-Elektronik gewöhnt habe. Die schaltet nach 5 Minuten den Motor ab, wenn man nicht den richtigen Schalter vorher betätigt. Ich gehe Brot kaufen und dann an die Strandpromenade, kaum da scheint die Sonne wieder. Ich setze mich ins gleiche Restaurant wie gestern und geniesse Weisswein und Aussicht. Nach dem Sonnenuntergang kehre ich nach zu Hause zurück. Cristian meint er komme erst um 21h nach Hause. Darum gehe ich alleine zum Nachtessen. Das "Punto Referencia" ist gleich um die Ecke. Es ist ein schönes kleines Restaurant, aber ziemlich teuer. Mein während 5h gegartes Fleisch mit Risotto schmeckt sehr gut. Dazu gibt es etwas Gemüse u.a. warme Randen. Um 21.30h bin ich zurück. Cristian ist nicht da.

Do 25.04.2019
Cristian war mal hier, aber ist über Nacht offenbar nicht nach Hause gekommen. Um 9h stehe ich auf, die Sonne scheint, aber es geht ein kühler Wind. Nach dem Frühstück plane ich die nächsten Tage und buche die Hotels und Airbnb. In San Pedro de Atacama werde ich länger bleiben. Ich buche eine 4-Tages-Tour zum Uyuni-Salzsee in Bolivien und zurück für 285 USD alles inklusive. Es ist schon fast 16h, bis das alles erledigt ist. Ich fahre zum anderen Ende der Bucht. Es stürmt ziemlich heftig und da gibt es nicht viel zu sehen. Nach ½h bin ich zurück und gehe an den Strand. Zum Sonnenuntergang gibt es wieder ein Glas Weisswein in der "Bahía Bar & Grill" wie immer. Cristian meldet sich nicht, so gehe ich alleine zum Nachtessen ins "Coral". Auch das ist schön und auch das ist teuer. Das gute Stück Fleisch könnt etwas grösser sein und die Bratkartoffeln etwas mehr sein für 12'500 CLP, auch der Wein ist teuer, aber ebenfalls gut. Um 22h bin ich zurück, Cristian ist aufgetaucht. Er hat letzte Nacht im Büro geschlafen! Wir sitzen zusammen bei Bier und Whisky. Nach 23h bin ich im Bett.
(17km, ½h unterwegs)

Fr 26.04.2019
Wenn ich aufwache ist Cristian schon weg. Nach dem Frühstück packe ich zusammen. Um 11.15h fahre ich los, aber nur für exakt 5 Minuten, dann stellt mein Motor ab. Ich habe den Schalter nicht betätigt! Zurück auf der Ruta 5, die hier zu recht "Ruta del Desierto" heisst. Sie führt mehr oder weniger immer die Küste entlang. Es hat immer wieder schöne Strände, aber kein Mensch. Bei 18C° und Wind macht es keinen Spass. Es hat höchsten kleine Siedlungen unterwegs. Manchmal einen Verladehafen für die Minen im Hinterland. Chañaral ist der erste grössere Ort, den erreiche ich um 12.30h. Mein Zimmer ist gut, ich habe Sicht auf den Strand, aber auch auf die Ruta 5. Es hat eine geschlossene Veranda, darum wird hoffentlich die Strasse nachts nicht stören. Gegen 13h fahre ich los. Die Strasse zum Parque Nacional Pan de Azucar ist nicht geteert, hat aber eine kompakte Oberfläche, fast wie Teer. Es eine sehr schöne Fahrt mit vielen Buchten und langen, menschenleeren Sandstränden. Die Isla Pan de Azucar gibt dem Nationalpark den Namen. Sie sieht allerdings überhaupt nicht wie ein Zuckerhut aus. Beim Caleta Pan de Azucar hat es einige Häuser und ein offenes Restaurant. Die Fischer verarbeiten ihren Fang, darum warten viele Pelikane und Möwen auf die Abfälle. Ich trinke hier mein Ankunftsbier und geniesse die Ruhe und die Aussicht auf die Bucht. Es hat Vögel die im Sturzflug ins Meer stürzen um Fische zu fangen, sieht cool aus. Nach ¾h mache ich mich auf den Rückweg. Gegen 15h bin ich zurück, richte mich ein und erledige das "Büro". Zum Apero gehe ich an den Strand. Da gibt es so etwas wie eine Promenade. War mal schön, nun ist alles voll Scherben, die Jungen haben hier offenbar ihre Trinkgelage. Ich setze mich auf einen Felsen. Es ist windig und kühl. Der Sonnenuntergang ist nicht im Meer, sondern in ein Wolkenband draussen im Meer. Zum Nachtessen gehe ich in den "Club Social". Wenn ich mich setze, verschwindet der Kellner. Ich denke, fängt ja gut an. Es kommt dafür der Chef/Koch persönlich, setzt sich am Nebentisch und erklärt mir in bestem Englisch was er heute zu bieten hat. Mein Filet an einer speziellen Marinade ist sehr gut, dazu Papas Provencal und Salat. Wein bekomme ich nur eine ganze Flasche und muss die ganz allein trinken. Es ist noch eine Familie aus La Serena da. Am Schluss sitzen wir alle zusammen, inkl. Wirt. Er ist auch noch Rechtanwalt, nur vom Restaurant kann er nicht leben. Es ist ein teurer Abend, aber er macht Spass.
(100km, 1¼h unterwegs und einen Ausflug von 57km)

Sa 27.04.2019
Das Frühstück ist mickrig und das Personal ist eine Katastrophe. Kein Wunder hat das Restaurant die zweitschlechteste Bewertung im Ort. Ich kann im Gegensatz zu den Angaben mit Kreditkarte bezahlen. Um 10.15h fahre ich los. In Chañaral kommt gerade die Sonne durch die Wolken. Im Hinterland gibt es blauen Himmel. Es geht nun stetig bergauf, von einer Hochebene zur nächsten. Nach 100km mache ich eine kurze Pause. Eigentlich mache ich 2 Stopps, denn ich vergesse wieder den Schalter zu betätigen und stoppe nach 5 Minuten unfreiwillig. Hier gibt es nichts ausser Wüste. Es sind fast nur Lastwagen unterwegs, kaum Personenwagen. Bei Agua Verde tanke ich. Auch hier ist der Diesel wieder billiger als vorher in den Ortschaften. Es geht nun weiter bergauf von 1600müM bis auf 2200müM. Da oben gibt es eine riesige Hochebene und es hat sogar einen Windpark. Bis jetzt habe ich mehr oder weniger Rückenwind, hier oben wechselt der Wind jetzt und ich habe Gegenwind. Die Landschaft ist noch eintöniger, Berge gibt es nur in der Ferne. Nach etwa 340km mache ich bei der Skulptur "Mano Del Desierto" nochmals eine Pause. Eine riesige Hand mitten in der Wüste. Etwa 20km vor Antofagasta erreiche ich eine Ansammlung von Industriewerken. Hier werden die Bergbau-Erzeugnisse hergestellt. Es raucht und stinkt. Man sieht überall riesige Baumaschinen. Hier verlasse ich die Ruta 5 und fahre hinunter ans Meer und in die Wolken. In Antofagasta ist es kühl und neblig. Meine Unterkunft finde ich auf Anhieb. Franco kommt herunter, er hat gegenüber einen Parkplatz für mich organisiert und hilft mir beim Ausladen. Die Wohnung liegt im 26.Stock mit Sicht über die Stadt. Er verabschiedet sich und geht mit seiner Partnerin ins Kino. Apero auf dem Balkon. Zum Nachtessen gehe ich ins nahe "Señor Rocoto". Mein Fleisch auf heisser Gussplatte ist sehr gut, dazu Pommes und Salat. Hier ist alles noch teurer wie üblich, die ½ Flasche Wein kostet gleich viel wie gestern die ganze. Mit Flan zum Dessert kostet alles zusammen 30'000 CLP = 45 CHF. Nachher gehe ich noch Brot und andere wichtige Sachen wie Whisky einkaufen. Um 21.30h bin ich zurück und gehe bald schlafen.
(407km, 5¼h unterwegs)

So 28.04.2019
Spätes Frühstück, es scheint niemand da zu sein, die Katze bettelt um Futter, aber ich weiss nicht wo das ist. Nach dem Frühstück einige Telefonate und "Büro". Sie sind schon da, aber sie schlafen sehr lange, bis Besuch kommt. Gegen 15h erkunde ich die Strand-Promenade. Es hat ziemlich hohe Wellen. Erinnert mich an den Malecon in Havanna. Die Strasse ist stark befahren, aber es hat immer wieder Anlagen mit Spielplatz und kleinem Strand. Ich gehe bis zur "Balneario Municipal" das öffentliche Schwimmbad. Eine Bucht mit Floss und Sandstrand, mit einem Wall gegen die Wellen geschützt. Es hat einige Leute hier. Im "Nomade" genehmige ich mir ein Bier. Auf dem Rückweg gehe ich noch einkaufen. Zuhause sind Franco und seine Freundin am Pizza vorbereiten. Sie bringen sie zu seinen Eltern. Sie empfehlen mir eine Pizzeria in der Nähe. Die ist aber geschlossen, ich irre durch das Quartier von einer geschlossenen Beiz zur anderen. Schlussendlich lande ich im "Elisabeth". Ein einfaches Restaurant, aber geöffnet. Meine Koteletts mit Pommes sind gut. Die einzigen kleinen Flaschen Wein sind aus dem Jahr 2001! Prompt brechen die Zapfen bei beiden Flaschen. Sie geben mir eine grosse Flasche, ein Glas geben sie einem Amerikaner. Nach dem Essen spendiere ich ihm noch ein 2.Glas. Er reist auch mit seinem eigenen Auto durch Südamerika. Nach kurzer Zeit verabschiedet er sich und ich gehe auch nach Hause.
(7km zu Fuss)

Mo 29.04.2019
Franco ist schon weg wenn ich frühstücke. Ich packe zusammen und bringe alles ins Auto. Um 10.30h fahre ich los. Zuerst geht es ziemlich steil wieder zurück auf die Hochebene und die Ruta 5. Heute hat es mehr Verkehr als am Samstag. Auch mehr Pickups von all den Minen-Arbeitern. Für Abwechslung sorgen die Minen. Zum Teil sind sie riesig und immer staubig. Vor allem Kupfer wird abgebaut. Nach 1h überquere ich den südlichen Wendekreis, bin nun also in den Tropen! Davon merkt man aber gar nichts, Wüste soweit das Auge reicht. Ab und zu gibt es verlassene Minen, die sind dann als historischer Ort gekennzeichnet. Nach 220km und 3h fahrt erreiche ich Calama, den einzigen grösseren Ort auf der Strecke. Ich tanke und fahre dann weiter. Jetzt geht es Richtung Südosten. Ich habe jetzt eher Rückenwind und die Gegend wird interessanter. Ich passiere einen grossen Windpark und eine riesige Solaranlage. Am Schluss bin ich auf 3400müM und mache da eine kurze Pause. Die Aussicht ist genial mit den schneebedeckten Anden im Hintergrund, vor allem wenn man aus der Wüste kommt. Es gibt hier nun auch wieder Pflanzen. Kurz vor San Pedro de Atacama geht es durch einige sehr schöne Schluchten. Um 15h bin ich da. Um zur "Altitud Lodge" zu kommen muss ich durch einen Fluss fahren, nur 20-30cm tief. Es ist eine einfache Lodge mit Bungalows aus Lehm. Cool gemacht. Der Besitzer Alvaro empfängt mich mit offen Armen. Ich richte mich ein und trinke mein Ankunftsbier. Nachher bringt mich Alvaro in den Ort und zeigt mir einige Restaurant usw. Es ist ein sehr touristischer Ort, 90% der Leute sind Touristen. Ich erkunde den Ort, trinke noch ein Bier bis das Reisebüro offen ist. Ich bezahle den Rest meiner Tour und bekomme einige Hinweise über die Tour und was zu beachten ist. Nachher mache mich noch bei Tageslicht auf den Heimweg, damit ich den Fussweg finde der mich ohne nasse Füsse nach Hause bringt. Dabei verpasse ich das Hotel und muss wieder zurückmarschieren. Unterwegs treffe ich einen Mann, grüsse ihn und überhole ihn. 5 Minuten später steht er vor meinem Bungalow. Er fragt auf Spanisch ob das mein Lastwagen mit ZH-Schildern sei. Er kommt aus Basel und ist auch mit dem eigenen Auto hier. Ich rufe den Besitzer, er will hier bleiben und kennt die Lodge von einem früheren Aufenthalt. Wir werden uns morgen wieder sehen. Apero im Freien. Meine Nachbarin kommt aus der Nähe von Santiago und ist mit ihrem 5-jährigen Sohn hier. Zum Nachtessen will ich in die empfohlene Pizzeria gehen. Die ist aber voll und vor allem haben sie keinen Alkohol. Auch die nächste Pizzeria nicht. Ich lande im "Adobe", voll touristisch und riesig. Mein Lomo a Roquefort schmeckt nicht schlecht, dazu so etwas wie Hirse. Als Mineralwasser mit Kohlensäure servieren sie "San Pellegrino", ich glaube ich spinne! Obwohl ich nur ein Glas Wein trinke bin ich am Schluss 23'000 CLP = 35 CHF los. Den Weg zurück finde ich dank Stirnlampe gut.
(317km, 4½h unterwegs und 4km zu Fuss)

Di 30.04.2019
Mein Bungalow ist nicht kalt, obwohl für die Nacht nur 2C° angesagt sind. Um 9h zu Frühstück, das ist nicht wirklich grosszügig. Toastbrot und Schinken und Scheibenkäse. Wenigstens bekomme ich warme Milch für den Nescafé. Meine Nachbarin kommt auch und wir unterhalten uns eine Weile, sie kann gut Englisch. Nachher versuche ich den Verlauf der Tour von morgen zu eruieren und erledige das "Büro". Um 14h bringt mich Alvaro in die "Stadt" und empfiehlt mir einen Freund zum Geldwechseln. Ich wechsele mein Argentinisches Geld gegen Bolivianische Boliviano zu einem sehr schlechten Kurs. Ich verliere etwa 20% gegenüber dem Interbank-Kurs, und das soll der beste Geldwechsler sein. Bevor ich zurückgehe kaufe ich noch Wasser und will ein Bier trinken. Viele Restaurants haben hier keinen Alkohol. Ich bezahle dann auch 3300 CLP = 4.95 CHF für eine kleine Flasche! Zurück zu Hause organisiere ich mich für morgen und packe um. Nachher ist eine General-Reinigung fällig. Zum Duschen hat es warmes Wasser, zum Rasieren ist dann bereits Schluss. Apero am Pool, es windet ziemlich heftig, so dass ich mich auf die Terrasse zurückziehe. Basil der Basler ist nicht erschienen. Um 19h gehe ich in die "Stadt" zum Nachtessen. Diesmal gehe ich in die "Pizzeria Charroa", denn ich will heute keinen Alkohol trinken. Die Pizza ist gut, aber sie nerven. Noch nicht ganz fertig bringt sie schon die Rechnung, obwohl ich nein gesagt habe. Einige Minuten später steht sie schon wieder da. Diesmal bezahle ich, aber ohne Trinkgeld. Sie ist ziemlich sauer, aber es muss so sein, sonst lernt sie das nie. Bereits um 20h bin ich zurück und gehe bald schlafen, denn morgen ist um 06.00h Tagwacht.
(3km zu Fuss)

Mi 01.05.2019
Eveline hat vergessen mir das Frühstück bereit zu stellen, so gibt es nur einen Kaffee. Nach 7h werde ich abgeholt, im Ort steige ich in einen Kleinbus um und wir fahren los zur Grenze. Unterwegs stoppt die Polizei den Verkehr, keine Ahnung wieso. Um 08.30h sind wir beim chilenischen Zoll von Hito Cajón auf 4645müM. Die Ausreise geht speditiv. 4km weiter unten ist der bolivianische Zoll und wir bekommen Frühstück mit sehr guten Baguettes. Die Einreise dauert etwa 20 Minuten. Wir sind 12 Personen und 2 Toyota Landcruiser. Katharina aus der Schweiz und ich entscheiden uns mit der Familie aus Polen ins Auto zu gehen. Ihre 2 Kinder sitzen zuhinterst auf den unbequemen Sitzen. Um 10h fahren wir los. Die Strasse ist am Anfang schlecht und wird dann immer noch schlechter. Erster Halt bei der Laguna Blanca (4323müM). Die ist fast ganz zugefroren. Auch die Laguna Verde (4329müM) gleich nebenan ist fast zugefroren. Die Desierto de Salvador Dali (4480müM) heisst so weil sie einem Gemälde von Dali gleicht, er war aber nie hier. Bei den Thermes de Polques (4405müM) nehmen einige von uns ein warmes Bad im Freien. Mich macht es nicht an. Nun geht es richtig bergauf zu den Geysiren Sol de Mañana (4854müM). Kurz vorher wird mein persönlicher Höhenrekord auf 4911müM gesetzt. Nachher geht es bergab. Kurz bevor wir unser Ziel für das Mittagessen und die Übernachtung erreichen streikt der Motor unseres Landcruisers. Zeitweise stehen 6 andere Landcruiser um uns herum um zu helfen. Es nützt alles nichts, unser zweites Fahrzeug bringt seine Fahrgäste zum Ziel und holt uns dann ab. Wir fahren mit dem defekten Fahrzeug im Schlepptau zur Unterkunft. Mit 1 ½ h Verspätung erreichen wir um 15.30h das Ziel und bekommen unser verspätetes Mittagessen. Sie versuchen erfolglos das Fahrzeug zu reparieren. Es wird ein Ersatz-Fahrzeug kommen, aber der Ausflug zur Laguna Colorado (Roja) fällt für heute ins Wasser. Man hat uns vorgewarnt, dass dies die kälteste Übernachtung werden wird. Darum habe ich meinen neuen Schlafsack eingepackt. Man kann auch einen mieten, das kostet dann allerdings 20 BOB = 3 CHF extra. Wir richten uns ein, alle 6 im gleichen Zimmer. Sobald die Sonne weg ist, wird es kalt und es gibt keine Heizung. Strom gibt es erst nach Sonnenuntergang. Um 19.30h gibt es Nachtessen, Spaghetti mit Tomatensauce, ziemlich schlecht. Wir sind auf 4373müM und das merkt man. Einige haben Kopfweh oder sonst ein komisches Gefühl. Mein Magen produziert Luft à go go. Obwohl ich müde bin kann ich nicht richtig schlafen und erwache immer wieder, aber wenigstens habe ich warm.
(148km auf Tour, 8h unterwegs)

Do 02.05.2019
Tagwacht um 06.30h. Packen und dann Frühstück. Um 07.30h das Ersatz-Fahrzeug beladen, es ist -4C°. Fahrzeug und Fahrer gehören bei dieser Firma zusammen, darum bekommen wir Walter als neuen Fahrer und er kann gut Englisch. Gegen 8h fahren wir los. Zuerst zur Laguna Colorado (4293müM), die wir gestern verpasst haben. Hier gibt es etwa 20'000 Flamingos, ein schöner Anblick um Morgenlicht. Auch diese Lagune (See) ist teilweise gefroren. Weiter zum Arbole de Piedra (4582müM) bizarre Felsformationen von Wind und Sand bearbeitet. Der Aussichtspunkt Siloli (4731müM) bietet eine grossartige Rundsicht auf die umliegenden Berge und Vulkane. Nachher geht es durch ein enges Tal mit Gesteinsformationen wie von Menschen gemacht. Wir fahren meist im Bachbett. Da sehen wir auch einige Vizcachas, etwas Ähnliches wie Kaninchen. Die Laguna Honda (4119müM) ist das nächste Ziel. Von da geht es zum Mittagessen zur Laguna Hedionda (4121müM) über einen sehr schmalen Weg. Da gibt es ein wunderschönes Restaurant mit Aussicht auf den See und die wenigen Flamingos. Das Mittagessen ist fast gleich wie gestern aber nicht schlecht. Bei der Laguna Canapa (4138müM) sehen wir zum letzten Mal Flamingos. Über den Paso de Montaña (4283müM) geht es zum Mirador Volcan Ollague (4167müM). Von da sieht man den einzigen aktiven Vulkan in der Gegend und es gibt ein kleines Museum mit einer Kinder-Mumie. Jetzt geht es hinunter zur Salar de Chiguana (3694müM). Der Salzsee wird durch eine Eisenbahnlinie durchquert, ein Zug pro Tag. Wir sind nun zum ersten Mal unter 4000müM. Nach San Juan (3700müM) geht es quer durch den Salzsee auf der offiziellen Hauptstrasse, die aber kaum sichtbar ist. Um 16.30h sind wir da. Unsere Unterkunft liegt etwas ausserhalb. Ich erkunde mit Katharina den Ort. Nicht viel los, hat aber z.T. schöne Lehmhäuser. Zum Nachtessen gibt es sogar Wein. Katharina und ich teilen uns ein Doppelzimmer. Ich gebe ihr 2 meiner Decken ab, damit sie warm genug hat. Um 21h sind wir bereits im Bett. Heute schlafe ich wunderbar.
(208km auf Tour)

Fr 03.05.2019
Tagwacht ist um 04.30h! Kein Frühstück. Um 05.00h fahren wir los. Um 06h erreichen wir die Salar de Uyuni (3660müM), den grössten Salzsee der Welt. Er misst 110km x 140km. Schon bald fahren wir im Wasser. Es sind etwa 30 Fahrzeuge unterwegs zum Sonnenaufgang. Wir finden einen Ort wo das Wasser nur etwa 1-2cm tief ist. Es ist ein unglaubliches Bild. Alle Autos und Leute spiegeln sich im Wasser. Der Sonnenaufgang selbst ist gar nicht so spektakulär. Die Umgebung macht es aus. Zum Frühstück fahren wir zur Isla Incahuasi, etwa 30km weiter. Jetzt hat es kein Wasser mehr. Vor dem Frühstück erklimmen wir noch den Gipfel der Insel (3712müM). Die Insel ist mit sehr schönen Kakteen überwachsen. Frühstück auf Salz-Tischen und –Sitzen. Wir gehen ein Stück zu Fuss bis uns unsere Fahrer abholen. Wir fahren etwa 35km weit mit 80-100km/h. Da stoppen wir um eine Foto-Session zu machen. Wir machen allerlei Schabernack-Bilder. Ich stehe auf einer Bier-Flasche und ähnliches. Weil die Umgebung flach und weiss ist, kann man das Auge einfach austricksen. Zum Abschluss ein Video. Wir marschieren alle in eine Pringles-Dose. Ich stürze dabei und verletze mich am scharfkantigen Salz. Die andern meinen zuerst ich hätte das absichtlich gemacht, bis sie sehen, dass ich blute. Ich bin in guten Händen, Katharina ist Krankenschwester mit Notfall-Station-Erfahrung. Der nächste Halt ist beim Hotel de Sal (3663müM), einem ehemaligen Hotel und ehemaliger Startpunkt der Paris-Dakar-Rally. Ich merke, dass ich mein Ladegerät für den Kamera-Akku im ersten Hotel vergessen habe. Walter telefoniert ins Büro in Uyuni. Die werden sich darum kümmern. Von da geht es weiter nach Colchani (3670müM). Da gibt es eine Strasse voll mit Souvenirs. Ein Verkehrschaos. Denn Uyuni ist nicht weit und es hat nun sehr viele Touristen. Ich kaufe ein kleines Lama mit Magnet für Maria. Katharina versucht Lama-Fleisch und gibt mir zum Probieren. Nichts Spezielles. Um 12.30h fahren wir weiter zum Eisenbahn-Friedhof von Uyuni. Da gibt es alte Dampfloks und Eisenbahnwagen zu sehen, die hier still vor sich hin rosten. Sie sind aber alle ausgeschlachtet, kein Stück Kupfer mehr daran. Zum Mittagessen fahren wir in ein Restaurant am Stadtrand von Uyuni. Da haben wir zum ersten Mal wieder Internet. Nach dem Essen geht es zum Büro unseres Veranstalters(Cordillera Travel)im Zentrum von Uyuni (3679müM). Katharina verlässt uns hier. Sie fährt von hier Richtung Sucre. Wir haben eine Stunde Zeit um die Stadt zu erkunden. Nachher wechseln wir die Fahrzeuge für die letzte Etappe. Unsere Fahrer haben sich verabschiedet und sympathischer Weise keine Anstalten gemacht um Trinkgeld zu betteln. Gegen 16h fahren wir los mit den neuen Fahrern. In San Cristobal (3764müM) machen wir eine kurze Pause. Die Strasse ist nicht geteert, aber ziemlich gut. Ab Alota ändert das aber schlagartig. Die letzten 45km sind sehr schlecht und prompt haben wir eine Reifen-Panne. Zum Glück hat unser Fahrer in Uyuni noch einen neuen Wagenheber abgeholt. Nach 15 Minuten geht es weiter. Inzwischen ist es dunkel. In Villa Mar (4018müM) habe ich ein Zimmer für mich alleine. Zum Nachtessen gibt es wieder Spaghetti, nicht besser als die letzten und die waren schlecht. Um 21h sind alle im Bett.
(385km auf Tour)

Sa 04.05.2019
Tagwacht wieder früh, um 05.00h. Kein Frühstück, um 05.30h fahren wir los durch die Dunkle Nacht auf schlechter Strasse. Zum Sonnenaufgang um 07.00h erreichen wir den höchsten Punkt dieser Tour, 4933müM. Bei den Thermes de Polques (4405müM) machen wir eine kurze Pause. Dann geht es weiter bis zum Bolivianischen Zoll von Hito Cajón (4487müM). Dort gibt es nach kurzer Ausreiseprozedur um 9h Frühstück mit gutem Brot. Nachher beim Chilenischen Zoll geht es wesentlich länger. Nach ½h sind wir durch und fahren hinunter nach San Pedro. 2000 Höhenmeter auf 45km, vor allem am Anfang ziemlich steil bergab. Wir verabschieden uns, der Bus bringt mich noch zu meiner Lodge. Ich geniesse zuerst einmal eine warme Dusche und kleide mich neu ein. Alles ist voll Staub. Alvaro gratuliert mir fürs Überleben. Apero am Pool, dann gehe ich früh zum Nachtessen ins "La Estaka". Filet mit Mais schmeckt gut. Leider etwas süss, weil es nicht wie erwartet Polenta, sondern gekochte Mais-Körner sind. Um 21h bin ich im Bett.
(199km auf Tour)

So 05.05.2019
Im Bett erinnere ich mich, dass ich noch ein Universal-Ladegerät mitgenommen habe. Nach dem Frühstück hole ich es aus dem Auto und es funktioniert. Ich kann meinen Kamera-Akku laden. Er ist noch nicht fertig geladen, da kommt die nächste positive Überraschung, mein Lade-Gerät ist auf dem Weg nach San Pedro. Ich klemme mich hinter den Computer und bereite die Track-Daten auf. Ich habe einen neuen persönlichen Höhenrekord aufgestellt, 4933müM am letzten Tag der Tour. Um 14.15h mache ich mich auf den Weg um mein Ladegerät abzuholen. Es ist da und sie wollen kein Trinkgeld dafür. Darauf muss ich mir ein Bier genehmigen. Ich will eine neue SIM-Karte kaufen, weil meine morgen gesperrt wir, weil ich mein Handy nicht registriert habe. Der Laden öffnet erst um 16h, darum setze ich mich in den Park. Da haben sie Internet und es funktioniert sogar. Die neue SIM-Karte ist zwar teurer wie üblich 5000 CLP, dafür aktivieren sie sie gleich für mich. Ich lade sie noch mit 2500 CLP auf, das reicht für 500 MB während 15 Tagen. Zurück zu Hause führe ich mein Tagebuch nach. Ich buche meine Unterkunft für morgen in Calama. Zum Nachtessen gehe ich ins "La Pica Del Indio". Das ist voll. Ich frage einen Alleinreisenden ob es noch Platz hat an seinem Tisch und er ist einverstanden. Alex heisst er und kommt aus Deutschland. Mein "Tabla del Indio" schmeckt gut und ist wieder einmal viel zu viel. Wir reden über unsere Reisen und trinken Wein dazu bis sie uns um 23h aus dem Lokal werfen weil sie schliessen. Auf dem Heimweg gehe ich den direkten Weg über den Fluss und ziehe prompt einen Schuh voll heraus.

Mo 06.05.2019
Nach dem Frühstück bezahle ich die Rechnung. Alvaro verlangt weniger als er vorher gesagt hat 140'000 CLP = 210 CHF für 4 Nächte, inkl. Frühstück und Parkplatz während meiner Tour. Nachher plane ich meine Weiterreise und führe mein Tagebuch etwas nach. Um 13h fahre ich los. Nach wenigen Kilometern nehme ich einen Autostopper mit. Die Stecke nach Calama bin ich schon hergefahren. Die Gegend ist interessanter als auch schon, obwohl es immer noch die Atacama-Wüste ist. Um 14.30h erreiche ich mein Hotel in Calama. Mein Autostopper ist da auch schon fast am Ziel. Ich richte mich ein und buche meine Unterkunft in Iquique. Später parkiere ich mein Auto um, blockiere damit ein anders, das sei kein Problem heisst es. Ich erkunde den Ort und suche einen Platz für mein Ankunftsbier. Ganz am Ende der Fussgängerzone finde ich eine Bar. Zurück im Hotel  merke ich, dass ich gar keine neue SIM-Karte hätte kaufen müssen. Ich dachte sie blockieren die SIM-Karte, aber sie blockieren tatsächlich die IMEI-Nummer. Auch die neue SIM-Karte funktioniert nicht mehr. Da ich ein Dual-SIM-Handy habe, wechsle ich einfach auf den anderen Einschub und schon funktionieren beide SIM-Karten wieder. Zum Nachtessen gehe ich ins peruanische "Tunche Restaurant". Schweins-Kottelets mit Teigwaren schmecken sehr gut und die peruanische Kellnerin kümmert sich rührend um mich. Ich bin auch der einzige Gast im neu eröffneten Restaurant. Um 22h bin ich zurück.
(100km, 1½h unterwegs)

Di 07.05.2019
Um 7h klopft es an der Tür, mein Auto steht eben doch im Weg. Ich muss es umparkieren. Wenn ich schon auf bin, esse ich auch gleich Frühstück. Das ist eines der besten seit langem. Nachher noch etwas "Büro". Um 10h fahre ich los. Zuerst Richtung Chuquicamata, da ist die Luft voller Staub. Es ist eine riesige Mine, erst im Nachhinein merke ich, dass ich die grösste Tagbau-Mine der Welt passiert habe. Sie bauen da Kupfer ab. Es geht nun bergauf auf knapp 3000müM. Nachher geht es stetig bergab durch riesige Ebenen, fast immer geradeaus. Erst kurz vor Tocopilla geht es steil bergab zur Küste. Sie nennt sich Capital de la Energia (Energie-Stadt), das erklärt auch die vielen Hochspannungsleitungen, die mich den ganzen Weg begleitet haben. Etwas ausserhalb der Stadt mache ich einen kurzen Stopp. Ab nun geht es auf der Ruta 1 immer der Küste entlang. Es ist eine sehr schöne Strecke mit Stränden und Klippen, vor allem wenn man 2000km Wüste hinter sich hat. Zwischendurch hat es immer wieder Ferien-Siedlungen, die jetzt aber verlassen sind weil die Saison vorbei ist. Die sehen von weitem aus wie Slums, weil sie sich mit Wellblech und anderen Platten gegen den Wind schützen. Bei Caleta Huachan, einem kleinen Fischerdorf will ich Pause machen, aber es gibt kein Restaurant. Ich fahre weiter bis Rio Loa. Ich trinke etwas und esse eine Empanada. Nach ½h fahre ich weiter. Die Hochebene ist jetzt weiter weg von der Küste, aber manchmal kommt sie wieder bis zur Küste. Es geht dann von 800-1000müM steil zum Meer hinunter. Es gibt nur wenige Strassen hinauf. Ab und zu hat es auch wieder Minen. Um 15.30h erreiche ich Iquique, eine Stadt mit knapp 200'000 Einwohnern. Marco erwartet mich beim Empfang. Ich habe vergeblich einen Parkplatz in der Nähe gesucht. Wir fahren zusammen los. Ich habe Glück, nur etwa 250m entfernt finden wir einen Parkplatz, der ist allerdings nicht gratis. Ich werde nach Feierabend einen anderen suchen. Marco zeigt mir die Wohnung im 17.Stock und die anderen wichtigen Gegebenheiten, wie die Waschmaschine im obersten Stock. Ich richte mich ein und geniesse mein Ankunftsbier auf dem Balkon. Nachher gehe ich einkaufen und erkunde die nähere Umgebung. Den Sonnenuntergang sehe ich von meinem Balkon nicht, aber das ursprüngliche Stadtzentrum ist nur 300m entfernt. Vor dem Nachtessen parkiere ich mein Auto um, ich muss 2 Runden drehen bis ich einen Gratis-Parkplatz finde. Nachher gehe ich ins "El Viejo Wagon", ein schönes Restaurant. "Luchito Calderon" ist ein Filet mit Kartoffel-Salat und Reis. Schmeckt sehr gut, den Reis rühre ich nicht an. Um 22h bin ich zurück und will ein Bad nehmen, aber es hat kein warmes Wasser.
(393km, 5¾h unterwegs)

Mi 08.05.2019
Spätes Frühstück im Pyjama, zum ersten Mal seit langem ist es warm genug. Immer noch kein warmes Wasser. Ich melde das Marco und finde heraus, dass der Boiler nicht eingesteckt ist. Heute ist mein Wasch- und "Büro" Tag. Da das Internet gut ist, lade ich alle meine April-Bilder in meine Cloud hoch. Zwischendurch gehe ich einkaufen. Die Bilder von Katharina sind ohne Exif-Daten, die muss ich zuerst setzen, damit ich die Bilder in meine Sammlung integrieren kann. Zum Apero ist alles erledigt. Für das Nachtessen entscheide ich mich für das Restaurant "Monte Everest". Ein kleines indisches Restaurant. Das Chicken Tikka Masala schmeckt sehr gut. Einziger Nachteil, es gibt keinen Alkohol. Darum gehe ich nachher noch auf ein Glas Wein ins "Bulldog", eine Sportsbar. Um 22.30h bin ich zurück und geniesse ein Vollbad in der zu kurzen Badewanne.

Do 09.05.2019
Nach dem Frühstück plane ich meine Weiterreise und buche ein Airbnb in Arica. Am Nachmittag erkunde ich die Umgebung. Zuerst zur Esmeralda, einem Kriegsschiff gleich bei mir. Von da nach Süden dem Meer entlang wo immer es ging. Es hat sehr hohe Wellen und die Luft ist salzhaltig. Ich gehe bis zum Südende der Baquedano, der Fussgängerzone die fast bei mir zu Hause beginnt. Dort genehmige ich mir ein Bier an der Sonne. Auf dem Rückweg gehe ich noch einkaufen. Apero auf dem Balkon. Zum Nachtessen gehe in den "Viejo Clipper", da gibt es eine gute Pizza. Um 21.30h bin ich zurück.
(5km zu Fuss)

Fr 10.05.2019
Nach dem Frühstück packe ich zusammen. Ich überweise 5'000'000 IDR an Martha, damit sie ihre Flugtickets kaufen kann. Sie behauptet sie habe kein Geld um die Tickets zu bezahlen. Mehr habe ich nicht auf meinem Konto in Indonesien. Langsam nervt sie und die Tickets werden immer teurer. Um 11.15h fahre ich los, es ist trüb und neblig. Zuerst tanke ich noch, dann geht es zurück auf die Hochebene auf 1000müM. Um 12.30h bin ich in Humberstone, eine ehemalige Salpeter-Mine. Die Mine ist seit 1960 stillgelegt und zerfällt. Nun ist es ein Museum. In der Nähe besuche ich noch die Salitrera Santa Laura. Alles etwas bizarr. Nach 1h fahre ich weiter. Bald scheint nun auch die Sonne. Es geht nun lange Zeit durch den nördlichen Teil der Atacama-Wüste. Zwischendurch hat es einmal sogar so etwas wie Wald. Es kommen nun verschiedene Täler. Da geht die Strasse bis zum Fluss und gleich wieder bergauf. Das tiefste Tal ist bei Camarones, da geht es von 1300müM hinunter auf 180müM. Unten im Tal bauen sie die Strasse neu. Es geht während 18km über eine ungeteerte Ersatzstrasse. Mitten drin stellt mir der Motor ab. Vermutlich hat sich ein Stecker meiner Sicherheits-Elektronik gelöst. Ich deaktiviere sie und fahre weiter. Nachher geht es wieder hoch auf 1300müM. Die Strassen sind aber sehr Lastwagenfreundlich angelegt, ohne starke Steigungen. Ich kann bergauf fast immer im 5.Gang mit 80km/h fahren. Es folgen nochmals 2 Täler, die sind aber nicht mehr so tief. Um 16.45h erreiche ich Arica. Auf den ersten Blick keine schöne Stadt. Wendy erwartet mich. Wir versuchen die Leute von der Rezeption zu überzeugen, dass ich mein Auto ausserhalb der Parkgarage stehen lassen kann. Erfolglos. Ich muss umparkieren Wir finden einen Platz beim Hintereingang der Überbauung. Beim Rückwärtsfahren übersehe ich einen Taxi, der direkt hinter mir steht. Aber es gibt keinen Schaden. Ich richte mich ein und geniesse mein Ankunftsbier auf dem Balkon mit Blick aufs Meer. Der Sonnenuntergang findet hinter Wolken statt. Nachher gehe ich ins nahe Einkaufszentrum zum Einkaufen. Für 8000 CLP = 12 CHF kaufe ich nochmals einen Grants-Whisky. Man weiss ja nie wieviel der in Bolivien kostet. Apero auf meinem Balkon. Zum Nachtessen ins "Lucano", da ist viel los und meine Lasagne schmeckt sehr gut. Um 22.30h bin ich zurück.
(325km, davon 18km ungeteert, 5½h unterwegs)

Sa 11.05.2019
Ich gratuliere Vivian zum Geburtstag. Nach dem Frühstück buche ich meine nächsten Unterkünfte in Putre und La Paz. Am Nachmittag suche ich den Fehler in meiner Elektronik. Es ist wie vermutet, ich habe bei der letzten Reparatur den Verbindungsstecker nicht verschraubt und der hat sich gelöst. Ich muss ihn nur verschrauben und schön funktioniert alles wieder. Auf dem Weg ins Zentrum finde ich viele Läden die alles verkaufen. Heute sind vor allem Ballone und Blumen gefragt, denn morgen ist Muttertag. Zu meiner Überraschung haben sie hier eine grosse Fussgängerzone. Da ist viel los. Es stürmt ziemlich heftig und ist nur etwa 20C° warm. Die Sonne erträgt man so gut. Bevor ich zurück gehe genehmige ich mir ein Bier an der Sonne. Auf dem Rückweg sehe ich mir noch den alten Bahnhof der Bahn nach La Paz an. Der wird aber nicht mehr benutzt. Apero auf meinem Balkon, heute mit Sonnenuntergang, aber wieder nicht im Meer sondern hinter einem Wolkenband. Zum Nachtessen gehe ich ins "Topissimo". Ein einfaches Restaurant mit vielen Gästen. Meine Grillplatte ist riesig. Rinds-, Schweine- und Hühner-Fleisch, Wurst und Blutwurst usw. Nur die Blutwurst ist leider nicht richtig warm, sonst schmeckt alles sehr gut. Um 22h bin ich zurück.
(5km zu Fuss)

So 12.05.2019
Nach dem Frühstück packe ich zusammen. Nachher hole ich mein Auto und wasche die Scheiben. Um 10.45h fahre ich los, zuerst zum Tanken, dann auf der Ruta 5 bis kurz vor die Grenze nach Peru. Da biege ich ins Tal des Rio Lluta ab. Das ist am Talboden grün, die Flanken sind sandig. Die Strasse ist gut und steigt kontinuierlich an. Bei der Pukara de Copaquilla mache ich einen kurzen Stopp um zu Fotografieren. Es gibt da interessante Felsformationen. Bin hier bereits wieder auf 3000müM. Es geht noch hoch bis 3700müM kurz vor Putre. Das Dorf selbst liegt dann "nur" auf 3500müM. Das Hotel Las Vicuña liegt am Dorfeingang. Mein Bungalow ist einfach aber nicht schlecht. Ich richte mich ein. Im Speisesaal bekomme ich mein Ankunftsbier. Nachher erkunde ich das Dorf. Es hat viele Soldaten, die von ihren Bekannten besucht werden. Auf dem Dorfplatz setze ich mich auf eine Bank. Nach etwa 1h bin ich zurück. Ich starte das Elektro-Öfeli, denn es ist nur 15C° warm. Apero dann im Zimmer. Das Nachtessen um 19h ist im Preis inbegriffen. Es gibt eine Suppe und dann Fisch mit etwas Ähnlichem wie Kartoffel-Salat. Zum Dessert ein "Gries-Chöpfli". Zurück im Zimmer noch etwas "Büro".
(141km, 2½h unterwegs)

Mo 13.05.2019
Um 8h will ich zum Frühstück, es ist aber noch geschlossen. Ich gehe zurück und packe. Dann ist das Essen bereit. Um 9h fahre ich los. Es herrscht eine schöne Stimmung. Es hat einige Lastwagen unterwegs, die sind aber kein Problem, ich kann immer schnell überholen. Die Aussicht ist zum Teil wahnsinnig schön. Vorbei an der  Laguna Cotacotani (4600müM) und der Laguna Chungará (4560müM) mit dem Volcan Parinacota (6348müM) im Hintergrund. Am Ende des Sees ist eine Zollstation, ich halte an, sie ist aber nicht bedient. Es geht hoch bis auf 4672müM, da ist genau die Grenze Chile/Bolivien und die Zollstation zum Einreisen nach Chile, auch da wollen sie meine Papiere nicht. Erst weiter unten ist die Zollstation zum Einreisen nach Bolivien. Da gibt es etwa 3 Parkplätze für Autos, aber 100 oder mehr für Lastwagen und Busse. Sie nehmen es sehr genau, aber nach 45 Minuten bin ich durch. Nun ändert sich das Bild, es gibt noch den Vulkan Nevado Sajama (6542müM), der ist nicht so beeindruckend wie der Volcan Parinacota. Nachher kommt die weite Hochebene mit einigen Schluchten und Tälern mit markanten Fels- und Sand-Formationen. Es ist jetzt ziemlich grün und es gibt z.T. grosse Lama-Herden. Je näher ich La Paz komme umso schlechter wird das Wetter. In Patacamaya muss ich zum ersten Mal Strassen-Gebühr (4 BOL = 0.55 CHF) zahlen und mache eine unangenehme Erfahrung in einem Kreisel, der keiner ist. Er sieht nur so aus, hat aber eine Strasse mittendurch. Ein Lastwagen von dem ich annehme er fahre in den Kreisel, muss ziemlich bremsen, weil er nämlich geradeaus fahren will und ich ihm den Weg abschneide. Nachher kommt die Autobahn, die natürlich auch wieder kostet (8 BOL). Bis El Alto geht es zügig voran. Da gerate ich aber in einen Stau, 15 Minuten für 800m. Dann geht es hinunter nach La Paz von 4060müM auf 3580müM, sehr steil, z.T. mehr als 18% Gefälle! Nach 15.15h bin ich beim B&B Tinka. Mein Auto passt doch nicht in den Parkplatz, so muss ich auf einen bezahlten Parkplatz fahren, die Gebühr bezahlt aber das B&B. Nachher richte ich mich ein und geniesse mein Ankunftsbier im schönen Zimmer mit Aussicht. Es ist bewölkt und kühl, auch im Zimmer. Vor dem Nachtessen hole ich die Stecker-Adapter im Auto. Dann versorge ich mich mit Bargeld am Automaten. Das Restaurant "Sillpichs" find ich nicht auf Anhieb, ich muss fragen. Es ist eher ein Schnellimbiss. Das Essen ist gut und billig. Pique ist ein Gericht mit Poulet-Geschnetzeltem, Wurst, Zwiebeln, Peperoni… und Pommes. Dazu ein grosses Bier, alle für 50 BOL = 7 CHF. Um 21h bin ich zurück und gehe bald schlafen.
(356km, 6½h unterwegs)

Di 14.05.2019
Um 9h gehe ich zum Frühstück und das ist sehr gut. Sie haben sehr gutes Brot, fast wie in der Schweiz, dazu Kaffee, Schinken, Käse usw. Ich habe Antwort von einer Versicherung für Peru bekommen. Ich mache mich auf den Weg, hole meine Unterlagen aus dem Auto und marschiere los. Hier geht es fast immer steil bergauf oder –ab. Zuerst zu Entel um eine SIM-Karte zu kaufen. Für 40 BOL = 5.50 CHF bekomme ich 3.8GB Daten für 15 Tage, das sollte reichen. Weiter zur Versicherung. Da muss ich mehrere Formulare ausfüllen und Papiere zeigen, in ¾h ist alles erledigt. 3 Monate Haftpflichtversicherung für Peru für 110 USD. Bei der Basilica de San Francisco setze ich mich hin und unterhalte mich mit einem Einheimischen der sein Englisch praktizieren will. Ich gehe noch etwas durch das Quartier und lande bei einer der Gondelbahnen die hoch nach El Alto führt. Gebaut von Doppelmayr/Caraventa. Ich fahre für 3 BOL hoch zur Station Mirador (4060müM). Zu Fuss gehe ich zur Station Buenos Aires einer anderen Gondelbahn. Leider sieht man nur an wenigen Stellen hinunter auf La Paz. Die Fahrt hinunter nach Sopocachi kostet wieder 3 BOL. Von dort sind es nur 800m nach Hause und das fast eben aus. Zu Hause geniesse ich ein Bier an der Sonne. Danach "Büro". Ich buche eine Unterkunft in Coroico. Apero im Zimmer. Zum Nachtessen gehe ich ins "El Viandante", ein schickes Restaurant. Mein Filet mit Spaghetti schmeckt sehr gut, muss allerdings zuerst die Spaghetti zurückschicken weil sie kalt sind. Dazu wieder einmal ein Glas Wein. Mit 123 BOB = 18CHF ist es ziemlich teuer für Bolivien. Um 22h bin ich zurück.
(6km zu Fuss)

Mi 15.05.2019
Nach dem Frühstück frage ich ob sie ein Zimmer für mich haben wenn ich zurück aus Coroico bin. Es sieht schlecht aus. Ich frage in Coroico nach ob ich 2 Nächte länger bleiben kann, denn es soll laut Vivian sehr schön sein dort. Da in La Paz über das Wochenende vieles ausgebucht ist, plane ich nicht mehr in La Paz zu übernachten. Nachher gehe ich nochmals ins Zentrum. Auf dem Weg wechsle ich mein chilenisches Geld gegen Bolivianisches. Danach zur El Prado, der Pracht-Strasse von La Paz. In der Mitte gibt es einen schmalen Park. Rundherum steht der Verkehr. Vor allem Collectivos (Kleinbusse) stehen hier einer hinter dem andern und blockieren sich gegenseitig. Ich gehe zur Plaza Murillo, dem Zentrum von La Paz. Da stehen die Catedral Metropolitana und die Parlaments-Gebäude. Ein schöner Platz mit vielen Leuten und noch mehr Tauben die gefüttert werden. Ich setze mich hin und schaue dem Treiben zu. Zurück nach Hause nach Gefühl, immer darauf bedacht nicht zu viele Höhenmeter zu machen. Nach 15h bin ich zurück. Wie erwartet gibt es kein Zimmer für mich, dafür habe ich die Zusage aus Coroico, dass ich 3 Nächte bleiben kann. Ich beschliesse danach direkt nach Copacabana am Titicaca-See zu fahren und buche dort ein Hotel. Es wird zwar ein langer Trip (258km) mit riesigem Höhenunterschied werden, aber La Paz habe ich jetzt gesehen. Nachher plane ich die Routen. Apero wieder im Zimmer. Auf dem Weg zum Nachtessen hebe ich noch Bargeld ab. Im Hotel haben sie die Diesel-Preise für mich geklärt. Einheimische bezahlen 3.72 BOB/Liter, Ausländer hingegen 8.88 BOB/Liter! Vermutlich nur Barzahlung. Das Restaurant "Beef & Beer" ist voll. Mein Chuleta de Cerdo schmeckt gut. Am grossen Tisch sitzt mir ein Holländer gegenüber. Wir unterhalten uns über dies und das. Um 22h bin ich zurück. Ich schlafe schlecht, erwache immer wieder.
(6km zu Fuss)

Do 16.05.2019
Um 8h stehe ich auf, etwas "Büro" und packe. Nach dem Frühstück gehe ich mit dem Gepäck zum Parkplatz. Eine Angestellte kommt mit und bezahlt die Parkgebühr von 35 BOB/24h = 5 CHF/24h. Um 10.30h fahre ich los. Auf der vom Navi vorgeschlagenen Route hat es nicht so viel Verkehr. Zuerst will ich tanken. Der Weg zur 1.Tankstelle ist durch eine Baustelle versperrt. Ich muss rückwärts aus der Strasse fahren. Die nächste Tankstelle ist geschlossen. Dann kommt doch noch ein Stau. Ich fahre den Taxis nach und kann so etwa die Hälfte umfahren. Die nächste Tankstelle hat kein Diesel. Nach 1h habe ich es geschafft, ich bin am Stadtrand und finde eine Tankstelle. Er fragt ob ich eine Quittung brauche, ich verneine und bekomme dafür den Liter Diesel für 7 BOB anstatt 8.88 BOB. Die Differenz zu 3.92 BOB steckt er sich wohl in den eigenen Sack. Nicht mein Problem wenn sie so eine Preispolitik haben. Ich spare 130 BOB, das ist ein gutes Nachtessen. Die Strasse war bis hierher eine Katastrophe, jetzt ausserhalb der Stadt wird sie gut und es hat kaum mehr Verkehr. Es geht nun weiter bergauf bis auf 4660müM bei der Laguna Estrellani. Von nun an geht’s bergab. Das Tal des Rio Unduavi ist gewaltig tief und was für ein Genuss, mit Urwald bewachsen, alles grün soweit das Auge reicht. Ein gewaltiger Gegensatz innerhalb von nur 15km. Am Anfang bin ich noch über den Wolken. Ich mache einen kurzen Foto-Stopp. Eine sehr schöne Aussicht. Etwas später ist Schluss mit Aussicht, ich lande im Nebel. Diese Strasse heisst auch "Camino de la Muerte" Todesstrasse. Ich fahre allerdings auf der neuen Strecke. Die ist nicht mehr so gefährlich. Sie führt in endlosen Kurven über Grate und steilen Bergflanken entlang hinunter ins Tal. Auf 70km von 4660müM auf 1050müM hinunter. Wenn der Nebel sich lichtet hat man eine wunderbare Aussicht. Nach 1½h bin ich unten im Tal. Es ist nun richtig tropisch. Es wachsen Bananen und Mandarinen am Strassenrand. Nun geht es nochmals steil bergauf nach Coroico. Am Anfang ist die Strasse noch geteert, aber die letzten 5.5km sind dann mit Bollensteinen gepflastert, wie bei uns im Mittelalter. Die Villa Bonita liegt etwas ausserhalb des Ortes. Ich bin um 13.45h am Ziel. Gianni hat sich hier mit seiner Frau aus La Paz ein kleines Paradies geschaffen. Alles sehr einfach, aber mit Liebe gebaut. Mein Bungalow ist etwas oberhalb mit schöner Aussicht. Ich geniesse mein Ankunftsbier im Garten. Nachher richte ich mich ein. Es kommen viele Leute hierher um Glacé zu essen, die hausgemachte Spezialität des Hauses. Zum Apero möchte ich ein Glas Weisswein, der ist aber ausgegangen. So sitze an der Sonne und geniesse die Wärme ohne Alkohol. Sobald die Sonne weg ist, wird es auch hier oben kühl. Apero vor meinem Bungalow, da ist es windgeschützt. Zum Nachtessen gehe ich ins "Carla's Garden Pub & Backstube", das hat mir Gianni empfohlen. Sauerbraten mit Spätzle schmeckt gut, obwohl die Spätzle eher Nudeln sind. Um 20.30h bin ich zurück und gehe bald schlafen.
(108km, 3¼h unterwegs)

Fr 17.05.2019
Es ist kühl und hat Nebel, so bleibe ich noch etwas im warmen Bett. Nachher etwas "Büro". Nach 10h Frühstück im Garten mit einem Paar aus Deutschland, Irene und Khaled, er ist Palästinenser mit deutschem und israelischem Pass. Die Sonne zeigt sich langsam und es wird wärmer. Ich gebe meine Schmutzwäsche zum Waschen und reorganisiere mein Gepäck. Stecker-Adapter und Kabel die ich nicht mehr benötig verstaue ich im Auto und räume um. Ab jetzt sind die amerikanischen Stecker aktuell, mit oder ohne Erdstift. Nachher geniesse ich ein Bier im Gartenrestaurant. Zum Apero gibt es heute Weisswein, Gianni hat neuen besorgt. Zum Nachtessen gehe ich ins Toto, auch von Gianni empfohlen. Eine kleine Pizzeria. Ich habe Glück, dass ich noch einen Platz finde. Die Pizza ist gut und er bolivianische Wein auch. Am Schluss sind wir nur noch zu zweit, er ist Franzose aus Perpignan, lebt aber in Quebec. Es stellt sich heraus, dass die Wirtin auch aus Perpignan ist. Um 22h bin ich im Bett.

Fr 18.05.2019
Heute schein die Sonne früher, ich bleibe aber trotzdem im warmen Bett. Zum Frühstück treffe ich wieder auf Irene & Khaled. Er lebt nun wieder in Israel und har dort eine "German Dental Clinic" eröffnet im Haus seiner Eltern. Er erzählt mir von den täglichen Schikanen die die arabischen Israeli durch den Staat erleben. Trotzdem hat er sich entschieden dort zu bleiben. Wegen seiner Familie und um gegen diese Politik zu kämpfen. Nach 11h reisen sie ab. Ich reinige mein Auto etwas, die Scheiben und vor allem das Heck, das ist vom vielen Staub sehr schmutzig. Jetzt sieht man den Unterschied noch besser, weil ich nur so hoch reinige wie ich ohne Leiter reichen kann. Darauf brauche ich dann ein Bier. Es hat viele Leute. Zum Apero wieder ein Glas Weisswein und die Rechnung. Ich bezahle für alles zusammen 600 BOB = 85 CHF, für 3 Nächte inkl. Bier, Wein und die Wäsche. Zum Nachtessen gehe ich ins "Bon Appetite", es geht lange bis das Essen kommt, Gianni hat mich vorgewarnt. Dafür ist das Steak Roquefort dann aber sehr gut, die beste Roquefort-Sauce bis jetzt in Südamerika. Am Nebentisch sitzt ein Paar aus Deutschland, sie haben 20km der Todestrasse zu Fuss gemacht. Sie waren sehr beeindruckt. Bereits um 21h bin ich zurück und gehe bald schlafen.

So 19.05.2019
Ich stehe früher auf als üblich, ich habe eine lange Strecke vor mir. Es ist neblig wenn ich um 9h zum Frühstück gehe. Nach 10h verabschiede ich mich von Gianni und seiner Frau und fahre los. Zuerst wieder hinunter ins Tal und dann wieder hoch zum Pass, die gleiche Strecke wie ich gekommen bin. Der Nebel verzieht sich nicht wie gehofft. Erst kurz vor der Passhöhe kommt die Sonne zum Vorschein. Eingangs La Paz habe ich mir eine Route gesucht die nicht ins Zentrum führt. Die ist optimal, fast eben aus, allerdings mit vielen Schwellen. Trotzdem angenehm zu fahren und mit schöner Aussicht auf die Stadt. Ich komme auf ein neues Stück Autobahn das hoch nach El Alto führt. Die kostet natürlich. Oben in El Alto wieder das gleiche Spiel wie bei der Ankunft. Die Collectivos blockieren die Hauptstrasse bei ihrer Suche nach Kunden. Doch diesmal bin ich härter und klemme den einen oder andern bei seinen Manövern ab. Nach diesem Stau ist die Strasse frei. Ich bin wieder auf dem Altiplano, die 4-spurige Autobahn führt durch die fruchtbare Ebene. Überall sind kleine Gruppen am Arbeiten. Die Aussicht auf die schneebedeckten Gipfel der Anden ist beeindruckend. Kurz vor Huarina erreiche ich zum ersten Mal den Titicaca-See auf 3812müM. Hier endet die Autobahn nach 56km. Sie sind ab auch hier daran die Strasse auf 4 Spuren zu verbreitern. Am Anfang fährt ein Collectivo vor mir, so weiss ich immer wo der beste Weg ist durch die endlose Baustelle. Nach Jankho Amaya geht es bergauf auf einer neuen noch nicht fertigen Strasse, die mein Navi nicht kennt. Von da oben hat man eine schöne Aussicht über den südlichen Teil des Titicaca-Sees. Um 15h erreiche ich San Pablo de Tiquina. Da muss ich auf eine Fähre um die 850m breite Verbindung des nördlichen mit dem südlichen Teil des Titicaca-Sees zu überqueren. Es ist eigentlich mehr ein Floss mit Aussenbordmotor. Es haben jeweils nur 2-3 Fahrzeuge Platz. Nach einer knappen ½h geht es weiter auf der Peninsula de Copacabana. Auf dem Landweg ist sie nur über Peru erreichbar. Es geht nun nochmals hoch auf 4260müM durch eine wunderschöne Landschaft. Um 16.30h erreiche ich mein Hotel in Copacabana. Mein Zimmer ist sehr schön, mit einer grossen Terrasse mit Blick auf den Titicaca-See. Ich geniesse mein Ankunftsbier mit der schönen Aussicht und etwas später den Sonnenuntergang. Es wird empfindlich kalt sobald die Sonne weg ist. Zum Nachtessen gehe ich ins Zentrum. Beim "Gourmet Ali" esse ich ein gutes Filet an Rotweinsauce mit Gemüse und Yuca-Plätzli (Maniok). Um 21h bin ich zurück und hole mein Elektro-Öfeli aus dem Auto. Zum Glück, es ist nämlich kalt im Zimmer und es gibt keine Heizung. Zum Glück ist die Bettdecke warm, so kann ich das Öfeli in der Nacht abstellen. Ich schlafe nicht besonders gut.
(256km, 6¼h unterwegs und 850m Fähre)

Mo 20.05.2019
Aufwachen und Heizung einstellen, es ist nur 11C° im Zimmer. Frühstück gibt es nur von 07.30h bis 08.30h. Es ist auch da nicht geheizt, aber ich bekomme heisse Milch, ein Spiegelei, Brötchen, Butter und einen Pancake. Es gäbe noch Cerealien, aber die sind nicht mein Ding. Zum Abschluss einen kleinen Fruchtsalat. Nachher etwas "Büro". Ich verlängere meinen Aufenthalt um eine Nacht und buche für morgen eine Boots-Tour zur Isla del Sol. Danach buche ich meine Unterkunft in Puno, mein nächstes Ziel in Peru. Gegen 13h mache ich mich auf den Weg zum Hafen. Dort trinke ich ein Bier und esse etwas. Danach spaziere ich die Hauptstrasse hoch bis zur Basilica Virgen de Copacabana, eine sehr schöne Kirche. Auch innen, aber da darf man nicht fotografieren. Davor auf dem Plaza 2 de Febrero, setze ich mich eine Weile hin und schaue dem Treiben zu. Auf dem Rückweg passiere ich einen Markt, aber da ist um diese Zeit nicht viel los. Um 15h bin ich zurück. Ich telefoniere mit Stefan. Der teilt mir mit, dass ich wieder eine Vorladung zur Fahrzeugprüfung erhalten habe. Zuerst meine ich er mache einen Witz. Mit dem habe ich überhaupt nicht schon jetzt gerechnet, es sind ja nicht einmal 3 Jahre her. Auf diesen Schreck muss ich unter die Dusche. Nachher diverse Büroarbeiten. Apero zum Sonnenuntergang, danach wieder Richtung Hafen zum Nachtessen. Das "La Orilla" hat man mir auch im Hotel empfohlen. Vivian hat mir gesagt ich müsse hier "Trucha" (Forelle) essen. Das mache ich dann auch und bereue es nicht. Sie schmeckt sehr gut und es gibt viel Gemüse dazu. Nach 21h bin ich schon zurück und gehe bald schlafen, weil ich morgen früh raus muss. Ich schlafe nicht gut, habe wieder Blähungen.

Di 21.05.2019
Aufstehen um 07.00h. Das Frühstück ist noch nicht bereit um 07.30h. Pünktlich um 08.15h kommt das Taxi das mich zum Hafen bringt. Laura aus England fährt mit. Unser Boot ist nicht so gross und nicht so voll wie andere. Bei uns könnten alle drinnen sitzen. Einige gehen doch aufs Dach. Mir ist es zu kalt. Wir fahren ganz gemütlich etwa 1½h bis zur Isla del Sol. Da steigen einige aus und wir fahren weiter zur Isla de la Luna. Um 11h sind wir da. Es gäbe einen Inka Tempel zu sehen, aber ich habe keine Lust den Berg hoch zu steigen und bleibe unten. Das hat den Vorteil, dass ich die 10 BOB Eintritt nicht bezahlen muss und mir stattdessen ein Sandwich für den gleichen Preis kaufe. Ich habe nichts verpasst meint Laura. Nach ¾h fahren wir zurück zur Isla del Sol. Beim Pilko Kaina, einem Tempel mit Observatorium, stoppen wir zuerst. Wer will kann von da zum Puerto Yumani wandern. Ich will nicht und fahre mit einigen andern mit dem Boot dorthin. Ich steige Escalinata Del Inca (Treppe der Inkas) bis zur Fuente Del Inca (Quelle der Inkas) hoch. Ziemlich anstrengend obwohl es nur 50m Höhendifferenz sind. Die 2.Treppe gehe ich hinunter und kehre in einem kleinen Restaurant ein. Bier und Sandwich mit herrlicher Aussicht. Um 15h geht es wieder gemütlich zurück. Um 16.30h sind wir in Copacabana. Ich verabschiede mich von Laura, sie nimmt den Bus nach La Paz. Um 17h bin ich zuhause. Die ganze Tour hat 55 BOB = 8 CHF gekostet, dazu noch die 2 x 10 BOB Eintritt, die wie üblich in Südamerika nicht erwähnt wurden beim Buchen. Sonnenuntergang mit Apero. Danach schreibe ich die E-Mail ans Strassenverkehrsamt an Herr Wülser, der kennt mich vielleicht noch vom letzten Mal. Ich habe heute bereits 3 Mal gegessen, darum beschliesse ich aufs Nachtessen zu verzichten. Um 20h ist das "Büro" erledigt.
(48km mit dem Boot, 9h unterwegs und 2km zu Fuss)

Mi 22.05.2019
Frühstück um 8h im kalten Frühstückraum. Marias Handy funktioniert nicht mehr. Sie wird wohl ein neues brauchen. Nachher packen und Autoscheiben waschen. Gegen 09.45h fahre ich los. Bis zur Grenze sind es nur 9km. Den Ausreise-Stempel bekomme ich umgehend. Nachher muss ich ins nächste Gebäude für das Fahrzeug. Da ist nur ein Beamter und der bearbeitet ein Auto das nach Bolivien einreist. Ich muss darum warten, aber nach ¼ h ist es geschafft, er öffnet die Barriere und ich kann Bolivien verlassen. 250m weiter ist der peruanische Zoll. Die Uhrzeit ist hier um 1h hinter Bolivien. Auch hier habe ich den Einreise-Stempel sofort. Es gibt nur eine kurze Diskussion, weil er mir nur 60 Tage geben will. Schlussendlich bekomme ich die gewünschten 90 Tage. Für das Auto muss ich auch hier auf die andere Strassenseite. Da dauert es länger, weil sie nur einen Computer haben und der Chef daran arbeitet. Ich wechsle in der Wartezeit meine Bolivianos in Sols um. Die beiden Angestellten machen einen guten Eindruck, darum entschliesse ich mich, das Motorrad auch zu deklarieren. Das funktioniert gut, auch weil man offenbar für mein Motorrad hier keine Versicherung braucht. Inzwischen ist ein Deutsches Paar angekommen. Sie haben im Gegensatz zu mir keine Versicherung vorher abgeschlossen. Und prompt können sie das Fahrzeug nicht registrieren. Nach 25 Minuten bin ich durch. Ich nehme Stefan mit in den nächsten Ort, da will er sich eine Versicherung besorgen. Die Strasse könnte besser sein, zwischendurch ist sie sehr rumplig. Es wird hier viel Landwirtschaft betrieben. Offenbar ist der Boden fruchtbar. Aber alles im kleinen Rahmen, meist mit Eseln als Lasttiere. Aus der Gegend um den Titicaca-See sollen ja auch die Kartoffeln stammen. Es wird viel Getreide angebaut. Man sieht überall die "Männchen" auf den Feldern. Nach knapp 2½h erreiche ich Puno. Mein Hostel liegt mitten im Altstadt-Viertel, keine Chance zum Parkieren. Ich stoppe vor dem Hotel, stelle die Warnblinkanlage ein und gehe zur Rezeption. Draussen beginnen sie bereits zu hupen. Wir fahren zusammen zum Parkplatz. Der ist nur wenige Meter entfernt, aber wir müssen um das halbe Viertel fahren. Der Parkplatz ist ziemlich voll, darum muss ich den Schüssel abgeben, was ich nicht gerne mache. Ich warne sie wegen der 5-Minuten-Sperre. Ich richte mich ein. Nachher bringt mich der Besitzer des Hotels zum Laden von Claro. Da kann ich eine lokale SIM-Karte kaufen. Das geht ziemlich speditiv. Für 35 PEN = 10.50 CHF bekomme ich 3GB Daten für 30 Tage, dazu unbegrenzt Telefon und SMS. Nachher will ich noch Bargeld beziehen. Bei Scotiabank gibt es max. 400 PEN und sie wollen 20 PEN Gebühr. Ich suche eine andere Bank. Bei der BCP gibt es keine Gebühren und ich kann 700 PEN beziehen. Darauf stosse ich bei meinem Ankunftsbier an. Es gibt hier sogar eine Fussgängerzone mit vielen Restaurants. Zurück im Hotel etwas "Büro". Ich heize wieder elektrisch obwohl es nicht ganz so kalt ist wie in Copacabana. Apero im Zimmer. Zum Nachtessen gehe ich ins "Pizza y Pasta". Die Pizza schmeckt gut und es ist dank dem Pizza-Ofen nicht zu kalt. Um 20.30h bin ich zurück. Maria will sich ein neues Handy kaufen, sie wird sich umschauen.
(149km, 3 ½ h unterwegs, davon 50 Minuten am Zoll)

Do 23.05.2019
Kaum aufgewacht ruft Maria an. Sie ist in einem Laden und lässt sich Handys aufschwatzen. Sie entscheidet sich für ein Samsung A30 für 2'800'000 IDR = 200 CHF. Scheint nicht schlecht zu sein. Im Laden schaffen sie es nicht sie mit ihrem Google-Konto anzumelden. Ich gehe auswärts zum Frühstück ins "Rupha Cafe". Das Frühstück ist gut, aber auch ziemlich teuer, 24 PEN = 7.20 CHF. Zurück im Hotel ist "Büro" angesagt. Um 12h werde ich abgeholt für meine Tour zu den schwimmenden Inseln. Wir werden zum Hafen gefahren, da steigen wir in ein Boot um und fahren etwa 6km hinaus zu den Inseln. Es gibt mehrere kleine und die Hauptinsel. "Unsere" Insel ist eine der letzten. Wir werden von der Familie empfangen. Dann erklären sie uns wie die Insel aufgebaut wird. Zum Schluss zeigen sie uns ihre Hütten und wollen dann ihre handgemachten Souvenirs verkaufen. Alles ziemlich touristisch aufgemacht. Es würde mich nicht wundern, wenn sie nach dem letzten Tourist zurück aufs Festland fahren würden. Von der Insel werden wir mit einem traditionellen Boot zur Haupinsel gebracht. Wir sind das einzige Boot, das wirklich gerudert wird, alle andern werden von einem Motorboot geschoben. Im Restaurant geniesse ich ein Bier an der Sonne. Dann geht es zurück nach Puno. Nach 3h sind wir zurück. Es war eine entspannende angenehme Tour. Inkl. Bier hat alles zusammen 55 PEN = 16.50 CHF gekostet. Ich gehe noch einen Stecker kaufen, damit ich ein Verlängerungskabel machen kann. Danach nochmals durch die Fussgängerzone bis zum Plaza de Armas und zurück ins Hotel. Ich frage 2 Unterkünfte in Cusco an. Zum Nachtessen gehe ich ins "Valeria", ein schönes, aber teures Restaurant. Mein Schweins-Filet mit Süsskartoffel-Stock ist sehr gut. Zum Abschluss genehmige ich mir noch einen Pisco. Zu Hause buche ich eine Unterkunft in Cusco. Nachdem ich die Bestätigung habe, suche ich die Unterkunft auf Google-Map und stelle fest, dass das mit dem parkieren wohl nicht klappt. Die Einfahrt ist nur 2.30m hoch schreibt sie mir, obwohl ich ihr bei der Anfrage die Masse mitgeteilt habe. Ich werde mich morgen darum kümmern.
(13km Bootstour und 4km zu Fuss)

Fr 24.05.2019
Die zweite Unterkunft in Cusco hat mir geantwortet, dass sie einen Parkplatz für mein Auto habe. Ich storniere die erste Buchung und buche die Zweite. Kaum habe ich die Bestätigung und prüfe auf Google Map, stelle ich fest, dass es wohl auch hier nicht klappt mit dem Parkplatz, was mir die Gastgeberin dann auch bestätigt, es ist zu eng um auf den Parkplatz zu fahren. Wir einigen uns, dass sie die Buchung storniert. Das klappt aber nicht, darum wende ich mich an Airbnb und bekomme die Antwort, dass sie sich darum kümmern. Nachher gehe ich zum Frühstück wieder ins "Rupha Cafe". Zurück im Zimmer heisst es packen. Um 10h bin ich bereit und gehe zusammen mit dem Besitzer zum Parkplatz. Mein Auto ist zugeparkt und sie haben nur für eines der Fahrzeuge einen Schlüssel. Der Besitzer des andern sagt er komme in 5 Minuten. Nach ½h rufen sie ihn nochmals an. Diesmal meint er in 10 Minuten. Ich reinige in der Zwischenzeit meine Scheiben und sehe mir den Umzug zum letzten Schultag vor den Winterferien an. Den hätte ich sonst verpasst. Es ist schliesslich 11.45h bis wir losfahren können. Der Hotelier muss nach Juliaca und ich nehme ihn mit. Ich tanke noch. Hier wird das Benzin und der Diesel per Gallone verkauft, nicht per Liter. Das erklärt auch die komische Preisanschrift. Die Strasse ist ziemlich schlecht, hat viele Frostschäden und ist darum sehr unruhig. Für einige Kilometer gibt es sogar ein Stück Autobahn für 3.90 PEN. Selbst da gibt es viele Schwellen zur Temporeduktion! In Juliaca führt mich der Hotelier um den Verkehrsstau herum und verabschiedet sich, sobald ich wieder auf der Hauptstrasse bin. Ich bin nun am Nord-Ende des Titicaca-Sees. Es geht nun weiter durch flache Flusstäler mit vielen kleinen Landwirtschafts-Flächen. An vielen Orten sind kleine Gruppen am Arbeiten. Es gibt viele kleine Kuhherden. Eine schöne, liebliche Landschaft. Um 13.45h bin ich in Pukara. Da habe ich einen Besuch im "Museo Alcra Pukara" eingeplant. Das Museum find ich geschlossen vor. Als ich schon zurückgehe, ruft mich eine Frau zurück und klopft energisch an die Museums-Tür. Tatsächlich öffnet ein älterer Herr und lässt mich herein für 10 PEN. Er ist mein persönlicher Museums-Führer. Das Museum ist klein und nicht sehr informativ. Der einzige Grund für einen Besuch sind die Mumien. Bei denen ist aber die Beleuchtung kaputt. Ich kann trotzdem einige Fotos machen. Die anderen Attraktionen sind die Vicuñas die hier im Museum leben und der Führer selbst. Nach 10 Minuten bin ich wieder auf der Strasse. Neben der schönen Kirche "Templo Santa Isabel" kaufe ich mir ein "Inca Kola" und geniesse es an der Sonne. Nach ¾h fahre ich weiter. Die Gegend bleibt ähnlich, nur die Berge werden höher. Es geht der Bahnlinie Cusco-Puno entlang. Mehrfach kreuzen sich Strasse und Bahn, ohne Signale. Es gäbe 2 Züge pro Tag hat mir der Hotelier erzählt. Einem dieser beiden begegne ich dann prompt, zum Glück nicht aus einem Bahnübergang. Die Strasse steigt kontinuierlich an bis auf 4000müM. Erst bei Santa Rosa etwa 65km vor dem Ziel geht es steiler bergauf bis auf 4350müM. Die letzten 40km geht es dann wieder hinunter auf 3550müM. Mein Hotel in Sicuani finde ich ohne Probleme. Ich richte mich ein und geniesse mein spätes Ankunftsbier im kalten aber schönen Hotelzimmer. Mein Elektro-Öfeli bewährt sich wieder bestens. Für 15 PEN gäbe es einen Heizstrahler vom Hotel, erfahre ich später. Zum Nachtessen gehe ich ins Zentrum. Das Restaurant Wiracocha hat ein Menu mit "Milanese de Pollo", Poulet Schnitzel mit Pommes, Reis und Salat. Dazu ein grosses Bier. Alles schmeckt gut und kostet 29 PEN = knapp 10 CHF. Um 21h bin ich zurück. Draussen ist es kalt, in meinem Zimmer angenehm warm.
(251km, 4¾h unterwegs und 3km zu Fuss)

Sa 25.05.2019
Von Airbnb habe ich nichts mehr gehört, dafür ist mein neues Handy endlich in Indonesien eingetroffen. Das Frühstück im Hotel ist sehr gut. Zuerst einen Teller geschnetzeltes Fleisch mit Gemüse und guter Sauce, dann ein Rührei. Das Brot ist gut, besteht aber eigentlich nur aus Rinde. Es gibt auch noch Wurst, Käse usw. Ich verlängere meinen Aufenthalt um eine Nacht und rufe nachher bei Airbnb an. Sie können sich auch nicht erklären wieso ich keine Antwort bekommen habe, aber sie kümmern sich jetzt um den Fall. Und tatsächlich, nach ½h ist das Problem gelöst und ich bekomme sogar noch einen Gutschein für die nächste Buchung. Ich frage eine andere Unterkunft in Cusco an. Bekomme wieder eine Einladung, aber keine Antwort auf die Frage nach dem Parkplatz. So frage ich eine weitere Unterkunft an. Diese Gastgeberin ist prompt, beantwortet alle meine Fragen sehr schnell, ich muss sie fast bremsen. Ich will noch die Antwort der ersten Unterkunft abwarten und gehe in die Stadt. Da ist viel los, denn es ist Markttag. Der Markt ist gross und man bekommt fast alles, vom Strick bis zum Gasherd und natürlich auch Esswaren und Kleider. Da es nicht windet, ist es angenehm warm an der Sonne, obwohl es weniger als 20C° sind. Nach etwa 1h bin ich zurück. Prompt stellt es sich heraus dass mein Auto in der ersten Unterkunft nicht gepasst hätte. Ich frage mich schon was die Leute denken wenn man ihnen die Masse eines Fahrzeugs zuschickt und sie fragt ob das in den Parkplatz passt. Offenbar nichts, in Cusco jetzt 3-mal so passiert. Ich buche die zweite Unterkunft. Da kommt dann das nächste Übel in Südamerika zu tragen. Die Ortsangaben sind ungenau und auf der Karte zu Teil ganz falsch eingetragen. Es gibt ein endloses hin und her. Apero im warmen Zimmer. Ich habe heute den ganzen Tag mit 2kW geheizt und es ist trotzdem nur 20C° warm und das in einem neuen Gebäude. Zum Nachtessen gehe ich zum Plaza de Armas. Ich stehe vor dem vom Hotel empfohlenen Restaurant. Ein Einheimischer deutet mir nicht da hinein, sondern gegenüber zu gehen, da sei es viel besser. Das "Bam-Vino" hat Pizzas und Pasta, aber auch noch anderes. Mein Lomo Stroganoff hat nichts mit Filet Stroganoff zu tun, eher mit Züri-Geschnetzeltem. Es schmeckt sehr gut, dazu gibt es Reis. Die Portion ist riesig, ich lasse noch ziemlich viel stehen. Zum Dessert genehmige ich mir meinen ersten Pisco Sour. Schmeckt gut, nicht so süss wie befürchtet. Um 21h bin ich zurück und bald im Bett.
(5km zu Fuss)

So 26.05.2019
Ich wache früh auf und gratuliere Bea zum Geburtstag. Jule sei in den Ferien auf den Kanarischen gestorben erzählt sie mir. Über WhatsApp fragen mich viele Leute ob ich das Erdbeben in Peru gespürt hätte. Habe ich nicht weil ich geschlafen habe und es weit weg war. Heute gibt es gebratenes Poulet-Fleisch und Tomatensalat zum Frühstück und 2 Spiegeleier. Nachher packe ich und reinige meine Scheiben. Um 10.15h fahre ich los. Es geht mehr oder weniger eben aus, nur ein paar Steigungen oder Gefälle. Das Tal ist nun nicht mehr so breit. Nach gut 2h erreiche ich Cusco. Sieht nicht einladend aus. Liegt in einem Talkessel, die Häuser ziehen sich die Abhänge hoch. Bis ich bei meinem neuen Zuhause bin dauert es aber noch ½h. Ich teile mit, dass ich angekommen sei. Ich warte auf dem Parkplatz, aber niemand kommt. Ich gehe zur Wohnung, da treffe ich Edison, den Bruder von Gabriela und seinen Sohn. Sie zeigen mir die Wohnung und helfen mir beim Gepäck. Dann verabschieden sie sich. Ich richte mich ein und geniesse mein Ankunftsbier im kleinen Garten. Die Sonne scheint und es ist angenehm warm. Das Internet soll super sein, ist es aber nicht. Gabriela ist Künstlerin, alles mit Maschengitter und Stahlrahmen. Auch die Stühle. Sehr unpraktisch und schwer. Gegen 16h gehe ich einkaufen. Es braut sich ein Gewitter zusammen, es donnert und es fallen sogar ein paar Tropfen. Seit Wochen habe ich keinen Regen mehr erlebt. Das Brot das ich kaufe besteht aus Luft und Rinde und zerbröselt sobald man es in der Hand hat. Joghurt ohne Zucker finde ich nur in der Liter-Flasche. Zurück beginne ich damit meine Bilder zu organisieren. Zum Nachtessen suche ich ein Restaurant, aber viele sind geschlossen. Ich lande in einem chinesischen Restaurant. Zuerst eine gute Nudelsuppe, dann Reis mit Poulet und viel Gemüse. Schmeckt fast wie in Asien. Es ist wieder kalt draussen. Im Wohnzimmer bin ich wieder am Heizen mit meinem Elektro-Öfeli. Im Schlafzimmer hat es einen Elektro-Radiator. Um 21h bin ich im Bett.
(144km, 2¾h unterwegs)

Mo 27.05.2019
Ich geniesse es im warmen Bett liegen zu bleiben. Um 9h mache ich mein Frühstück mit dem "Brösmeli-Brot". Nachher frage ich zwei Airbnb an. Hier bleibe ich nicht länger als bezahlt. Es ist kühl und dunkel. Dann starte ich die Waschmaschine und hänge nachher die Wäsche zum Trocknen an die Sonne. Ich klemme mich hinter den Computer und beginne meinen neuen Reisebericht mit dem aussortieren der Bilder. Das Cusco-Drama mit den Parkplätzen geht weiter. Die erste Unterkunft meldet sich, er hat überhaupt keinen Parkplatz, obwohl das so im Inserat steht. Es gäbe einen Parkplatz in der Nähe, aber er weiss nicht was er kostet und ob mein Auto Platz hat. Schlussendlich sagt er mir wo der Parkplatz ist. Es ist nicht weit von mir weg. Nachdem die Bilder aussortiert sind gehe ich zum Parkplatz und erkundige mich nach Preis und Möglichkeit. Er kostet 30 PEN = 9 CHF pro Tag. Ich will die Buchung der Unterkunft abschliessen und merke, dass das nicht mehr möglich ist. Er hat die Unterkunft vermietet ohne mich zu informieren. Und das soll ein Superhost sein, was ich ihm auch mitteile und gleichzeitig melde ich Airbnb, dass es da entgegen den Angaben keinen Parkplatz gebe. Die zweite Unterkunft ist ein Hotel, das ist nicht zu weit entfernt, darum gehe ich da hin um es zu begutachten. Der Parkplatz ist gross genug und kostet 25 PEN/Tag = 7.50 CHF. Das Hotelzimmer kostet 90 PEN, gleich viel wie über Airbnb. Ich überlege mir das noch und gehe einkaufen auf dem nahen Markt. Hier gibt es besseres Brot. Eier kann ich nur 3 statt 2 kaufen. Auf dem Heimweg fallen wieder einige Tropfen. Ich erstelle das Grundgerüst des neuen Reiseberichts. Zum Nachtessen gehe ich ins von Gabriela empfohlene "El Oregano". Der Fleisch-Spiess mit Salat und Brat-Kartoffeln ist gut. Sie gehen sogar extra ein Mineralwasser mit Blötterli für mich einkaufen. Nur der Wein ist leicht süss, aber das hat man mir vorher gesagt. Um 21h bin ich zurück und gehe bald schlafen.
(4km zu Fuss)

Di 28.05.2019
Frühstück mit gutem Brot. Nachher weiter mit dem Reisebericht. Beim Einbinden des Videos vom Uyuni Salzsee ergeben sich unerwartete Schwierigkeiten. Ich habe das Apple-Video das der Windows-Media-Player nicht abspielen kann in mp4 umgewandelt. Das läuft auch auf Windows. Wenn man es aber im Browser abspielt, steht es auf dem Kopf. Mit einem Online-Konverter schaffe ich es schliesslich, dass es überall richtig angezeigt wird. Kostet mich aber mehr als eine Stunde, auch weil das Internet sehr schlecht funktioniert. Bis zum Nachtessen sind Bilder, Datum und Ortsangaben eingefügt. Das Restaurant das ich besuchen will ist auch heute geschlossen, vermutlich für immer. Ich finde ein Restaurant mit vielen Leuten, muss gut sein denke ich. "Vinotéca Restobar" ist voll mit jungen Leuten, ich bin etwa 3-mal so alt wie der Durchschnitt. Fast alle trinken Wein. Ich bestelle einen Burger. Der ist nicht schlecht, der Wein ist auf jeden Fall besser als gestern. Zum Abschluss noch einen Pisco. Um 21h bin ich zurück.

Mi 29.05.2019
Maria hat Efraim ins Spital gebracht. Er hat Magen-Probleme. Nach dem Frühstück heisst es packen, ich ziehe ins nahe Hotel "Príncipe III" um. Das Cusco-Drama mit den Parkplätzen geht weiter. Wenn ich meine Sachen zum Auto bringe, kommt ein Parkplatzaufseher und will Geld. Ich rufe Gabriela an und sie streitet sich mit ihm. Ich gehe zurück und warte auf Edison um ihm die Schlüssel zu übergeben. Der streitet dann weiter mit dem Aufseher. Schlussendlich muss ich 40 PEN = 12 CHF zusätzlich bezahlen, damit ich endlich losfahren kann. Im Hotel geht es gleich weiter, gestern hat es geheissen 25 PEN, heute sind es 30 PEN/Tag = 9 CHF. Ich will das Auto hier etwa 14 Tage stehen lassen, bis wir nach Machu Picchu fahren. Das macht 126 CHF nur für den Parkplatz. Ich richte mich ein und mache weiter am Reisebericht. Am späten Nachmittag frage ich einen andern Parkplatz an, da kann ich aber nicht über Nacht parkieren. Nebenan gibt es ein Reisebüro, da lasse ich mir die Preise nach Machu Picchu erklären. Die sind sehr teuer, 220 USD für uns Erwachsene und 170 USD für Efraim. Im Hotel gibt es auch ein Reisebüro, die sind noch teurer. Ich mache mich im Internet schlau. Da komme ich ohne Tour-Guide für 2h auf 217 USD respektive 117 USD für Efraim. Beide geben kaum Kinder-Rabatt, obwohl Eintritt und Zug für Kinder die Hälfte kostet. Zum Nachtessen gehe ich ins "Yuraq", ein schönes Restaurant, aber voll mit Reisegruppen. Mein Filete Alpaca schmeckt sehr gut, hätte sogar noch grösser sein dürfen. Wenn die Reisegruppen gegangen sind, wird es richtig ruhig. Ich genehmige mir noch einen Pisco Sour. Um 21h bin ich zurück.
(1.3km, 15 Minuten unterwegs)

Do 30.05.2019
Das Frühstück ist besser wie erwartet, es gibt sogar Eier nach Wunsch. Nur die Bratkartoffeln sind kalt. Nachher mache ich mich daran meinen Trip nach Lima und dann nach Machu Picchu zu organisieren. Den Flug nach Lima kann ich online nicht mit Karte bezahlen, es läuft immer etwas schief. Darum gehe ich ins nahe Latam-Büro. Die wollen aber 16 USD nur für die Zahlungsabwicklung. Ich verzichte und buche über Opodo.ch. Das kommt mich zwar schlussendlich teurer zu stehen, aber es geht ums Prinzip. Zu meinem Erstaunen kann ich die Eintritts-Karten für Machu Picchu problemlos übers Internet buchen und bezahlen, trotz gegenteiliger Kommentare im Internet. Zug und Hotel klappt dann wie erwartet problemlos. Trotzdem ist es nun schon später Nachmittag. Ich gehe auf den nahen Mercado Wanchaq, da war ich schon vorgestern, und kaufe dort Crackers zum Apero. Ich suche und finde einen Schnapsladen, da kaufe ich auch noch eine Grant's. Im Claro-Shop neben dem Hotel organisiere ich eine SIM-Karte für Maria, muss aber zuerst im Hotel den Pass holen. Apero im Zimmer. Zum Nachtessen will ich in ein vom TripAdvisor empfohlenes Restaurant. Das ist aber überhaupt nicht da wo es eingezeichnet ist. Ich gebe auf und gehe in ein kleines Restaurant. Im "Pacha" gibt es ein Menu für 12 PEN = 3.60 CHF und es ist gut, mit Suppe und guten geschnetzeltem Rindfleisch. Um 21.30h bin ich zurück.

Fr 31.05.2019
Nach dem Frühstück weiter mit Büro und Reisebericht. Nach 14h mache ich mich zum ersten Mal auf den Weg zum Plaza de Armas. Je näher ich komme je mehr Touristen und Verkäufer hat es. Erster Halt beim Convento de Santo Domingo. Da hat es sehr viele Touristen. Ich schaue mir die Kirche auch im Inneren an. Man darf aber leider nicht fotografieren. Der Konvent kostet Eintritt, ich verzichte. Auf dem Weg zum Plaza de Armas hat es viele Reisebüros und Souvenir-Läden. Auf dem grossen Platz findet eine Veranstaltung statt. Gruppen tanzen in traditionellen Kleidern. Ich setze mich hin und schaue dem Treiben zu. Die Iglesia de la Compania de Jesus dominiert den Platz. Daneben auf der andern Seite steht die Basilica Catedral Del Cusco. Ist aber weniger monumental. Es ist ein grosser Platz mit vielen schönen Häusern umrahmt und einem Park in der Mitte. Ich folge einfach dem Touristen-Strom und lande beim Mercado de San Pedro und der Iglesia San Pedro. Der Markt ist gross und bietet vieles an, teils auch nur für Touristen. Auf dem Rückweg geniesse ich ein Bier auf einer Terrasse mit Aussicht auf das Treiben. Der Nachteil, alle 2 Minuten kommt jemand und will dir etwas verkaufen. Apero im Zimmer. Zum Nachtessen gehe ich ins nahe "La Quinta", ein schönes Restaurant. Es wird mit gestylten Gasflammen geheizt. Meine gefüllte Peperoni schmeckt sehr gut, dazu gibt es etwas Ähnliches wie Kartoffel-Gratin. Um 21h bin ich zurück. Nachdem ich das Hochladen meiner Bilder gestartet habe gehe ich schlafen.
(6km zu Fuss)

Sa 01.06.2019
Noch bevor ich aufstehe versuche ich Magi anzurufen, sie hat heute Geburtstag. Ich erreiche aber nur Felix. Sie sind mit einer Reisegruppe in Athen. Nach dem Frühstück kann ich meine verschiedenen Papiere ausdrucken. Das machen sie gratis. Nachher weiter mit dem Reisebericht. Am Nachmittag gehe ich Bargeld organisieren. In der Nähe des Hotels trinke ich ein Bier und sehe dem den Final Totenham gegen Liverpool im Fernseher. Die 1-Liter Flasche Bier kostet 10 PEN. Ich trinke sie nicht fertig. Dann der Schluss-Spurt. Um 19h ist der Bericht fertig und ich verschicke die E-Mails. Zum Nachtessen gehe ich ins "Valentina". Das ist auch wieder eine Touristen-Beiz, sogar mit Show. Das Essen ist aber gut. Nach 21h bin ich zurück und gehe bald schlafen.

So 02.06.2019
Kaum aufgewacht, ruft Maria an. Efraim ist wieder im Spital mit den gleichen Symptomen wie vor 3 Tagen, Fieber und Magenprobleme. Für eine Blutuntersuchung muss sie 1'800'000 IDR extra bezahlen. Sie soll das machen, ich schicke das Geld. Nach dem Frühstück erledige ich das "Büro". Gegen 13h gehe ich ins Zentrum und setze mich beim Jardin Sagrado hin. Nachher zum Plaza de Armas. Da hat es wieder sehr viele Touristen, darum gehe ich auf kleinen Gassen weiter und finde beim Plaza Regocijo einen Tisch an der Sonne um ein Bier zu geniessen. Um 15.30h bin ich zurück. Duschen und Rasieren ist fällig. Ich kontrolliere meine Bildertexte und mache noch 2 Korrekturen. Der Bluttest von Efraim hat ergeben, dass er eine Entzündung im Hals hat, aber sonst nichts. Das Magenproblem kommt vermutlich von den Medikamenten. Zum Nachtessen gehe ich in ein kleines Restaurant, das ich am Nachmittag gesehen habe. Saltimbocca Alpaca hat zwar nichts mit unserer Saltimbocca zu tun, schmeckt aber sehr gut. Ich unterhalte mich mit einem Einheimischen, der etwas Englisch kann. Um 20.30h bin ich zurück und gehe bald schlafen. Ich schlafe schlecht, weiss eigentlich auch nicht wieso.

Mo 03.06.2019
Efraim ist wieder Zuhause und hat Hunger, Maria geht einkaufen. Nach dem Frühstück will ich mich einchecken. Die Opodo-App ist so ein Scheiss, dass ich mich direkt bei Latam einchecke. Werde die App und mein Konto auflösen sobald ich in Lima bin. Drucke den Boarding-Pass an der Rezeption und bezahle meine Rechnung. Zuerst will sie 5% Zuschlag wenn ich mit Visa bezahle. Die Bezahlung funktioniert dann aber gar nicht. So bezahle ich mit MasterCard in PEN. Sie will die USD in PEN umrechnen, aber die ursprüngliche Offerte war sowieso 90 PEN. Nach einer weiteren Diskussion willigt sie ein. Gestern wurde mir zugesagt, dass ich um 13h auschecken kann, das ergibt die nächste Diskussion. Schlussendlich ist alles geklärt. Noch etwas "Büro" und packen. Um 12.30h holt mich das Taxi ab und bringt mich für 15 PEN zum Flugplatz. Das Einchecken geht problemlos, darum bin ich viel zu früh daran. Wir sind zu früh bereit und warten auf dem Rollweg mehr als 20 Minuten mit ausgeschalteten Triebwerken bis wir die Startfreigabe bekommen. Der Flug ist schön bis kurz vor Lima, da tauchen wir hinunter in den Hochnebel. Das soll hier um diese Jahreszeit normal sein, sagt mir der Fahrer des Taxis zu meiner Unterkunft in Jesus Maria. Ich bin bereits um 17.15h da, aber Margarita mit dem Schlüssel noch nicht. Nach 15 Minuten taucht sie auf und zeigt mir kurz die Wohnung, bevor sie wieder verschwindet. Ich gehe zum Einkaufen gleich gegenüber. Die Lage ist gut zum Einkaufen, aber es ist sehr laut von der Av. Brasil, auch im 8.Stock hört man die Strasse noch gut, vor allem weil immer jemand am Hupen ist. Ich richte mich ein und mache einmal alle Fenster zu, damit es etwas wärmer wird. Am Tag soll es etwa 20C° und nachts 17C° sein. Heizung gibt es natürlich keine und mein Öfeli ist in Cusco. Das von Margarita empfohlene Restaurant hat nur bis 17h offen. Ich gehe der Strasse entlang etwas weiter und finde das "Kuchy Tanta". Da gibt es leider keinen Alkohol, dafür ein gutes Chicharron im Brot. Ähnlich einem Hamburger, aber mit Schweinefleisch. Schmeckt gut, dazu Inka Cola. Martha die Helferin von Vivian kommt von Peru, sie hat schon gefragt ob ich das schon getrunken hätte. Um 20.30h bin ich zurück. Ich schlafe schnell ein, trotz Lärm von der Strasse.
(5¾h unterwegs mit Taxi und Flugzeug)

Di 04.06.2019
Das Frühstück kochen ist eine Herausforderung. Ich muss alles suchen und vieles hat es nicht. Aber mit improvisieren gibt es trotzdem ein gutes Frühstück. Nachher gehe ich Waschpulver, Konfi und Brot einkaufen. Ich will meine Haussandalen zum Flicken bringen, aber der Schuhmacher den ich gestern gesehen habe ist geschlossen. Zurück zu Hause wasche ich meine Jacke, die ist extrem dreckig vom vielen Staub. Ich bringe meine Abrechnung auf Vordermann. Dann versuche ich es nochmals beim Schuhmacher, Vergebens. Ich schlendere durchs Quartier und schaue mir das Einkaufszentrum gegenüber meiner Wohnung etwas genauer an. Maria wird Freude daran haben, ich eher weniger. Nach 17h versuche ich es nochmals beim Schuhmacher, diesmal mit Erfolg. Für 10 PEN = 3 CHF wird er mir die Sandalen bis morgen Nachmittag reparieren. Er hat nur von 16 – 20h offen. Zum Nachtessen gehe ich ins "Don Bosco" etwa 1km zu Fuss. Die Gegend ist eigentlich schon schön, nur meine Wohnung liegt am falschen Ort. Das Bistec a lo pobre ist gut, es gibt sogar frittierte Bananen dazu. Um 21h bin ich zurück.
(3km zu Fuss)

Mi 05.06.2019
Heute geht es mit dem Frühstück schon besser. Gegen 12h mache ich mich auf den Weg um Lima zu erkunden. Es hat offenbar bis kurz vorher geregnet. Zuerst zum "Campo de Marte", ein Park gleich bei mir um die Ecke. Am oberen Ende gibt es so etwas wie einen Markt. Von da zum nächsten Park, "Parque de la Exposicion". Da gibt es ausser ein paar schönen Gebäuden nicht viel zu sehen. Anschliessen gibt es den schwer zugänglichen "Paseo de Los Heroes Navales". Man kommt kaum hinein und am oberen Ende nur heraus indem man sich über die Absperrung hinwegsetzt. Nächstes Ziel ist der "Plaza San Martin". Unterwegs und am Platz selbst gibt es mehrere schöne und stattliche Häuser. Der Plaza de Armas ist das nächste Ziel. Da steht die Kathedrale von Lima und es hat mehrere schöne Gebäude mit den hier üblichen reich verzierten Balkonen. Via "Estación de Desamparados" geht es zur "Basílica y Convento de San Francisco de Lima". Eine schöne Kirche, aber man muss 15 PEN Eintritt bezahlen und das ist es mir nicht wert. Für das gleiche Geld bekomme ich nachher ein Sandwich und ein Bier in einem Touristen-Restaurant. Hier verlangen sie überall wo Touristen sind Eintritt, meistens 10 – 15 PEN = 3 – 4.50 CHF. Auf dem Rückweg durch die Fussgängerzonen schaue ich noch zwei weitere Kirchen an, die sind aber nicht so interessant, dafür gratis. Um 15h bin ich zurück, bin 10km zu Fuss unterwegs gewesen. Nach 16h hole ich meine Sandalen ab und kaufe Brot fürs Frühstück. Nachher ist Ruhen angesagt. Zum Nachtessen gehe ich ins "Miki". Das ist ziemlich voll und es läuft Peru gegen Costa Rica im Fernseher. Mein Lomo saltado schmeckt sehr gut, die Pommes sind kunstvoll aufgeschichtet. Zum Abschluss gönne ich mir einen Pisco Sour. Maria ist im Stress. Sie ist am Packen. Um 17.30h Medan-Zeit geht es los. Zuerst nach Kuala Lumpur, dann via Amsterdam nach Lima. Insgesamt 37 Stunden wird sie unterwegs sein ohne den Weg zum und vom Flugplatz.
(10km zu Fuss)

Do 06.06.2019
Ich höre nichts von Maria, um 05.30h meldet mir Miando, dass sie abgeflogen seien. Ich checke sie ein für den Flug nach Lima. Da habe ich bis jetzt unterlassen, falls sie doch nicht fliegen, man weiss ja nie. Um 9h meldet sich Efraim, sie sind am Einsteigen. Erst jetzt meldet sich Maria mit Efraims Handy. Nachher döse ich noch etwas. Das Frühstück ist heute wunderbar. Ich habe gestern den Backofen als Heizung benutzt, dabei ist mir in den Sinn gekommen, dass ich das Brot das ich knusprig kaufe, aber am Morgen gummig ist, im Backofen aufbacken könnte. Und es funktionier! Nachher surfe ich herum im Internet und such dies und das. Telefoniere mit Stefan, er ist auf Malta in den Ferien. Nach einer Weile entschliesse ich mich ein Verlängerungskabel zu kaufen um es später mit einem CH-Stecker zu versehen. An der Rezeption gibt er mir den Tipp, wo ich das kaufen kann. Gleich beim Eingang sind Elektro-Öfeli ausgestellt. Ich beschliesse eines zu kaufen. So komme ich mit Verlängerungskabel und Öfeli zurück. Für 64 PEN = 16.20 CHF hat das Frieren jetzt hoffentlich ein Ende. Später kaufe ich noch Brot in der nahen Bäckerei. Zum Nachtessen gehe ich ins "El Gran Cajamarquez", ein schönes Restaurant, und sie schlissen die Türen! Meine Lasagne schmeckt gut, Wein gibt es auch hier nicht, aber Bier und zu Abschluss einen Pisco. Zum Dessert empfiehlt mir der Kellner "Mazamorra de calabaza" aus Kürbis gemacht. Nicht sehr süss. Nach 21h bin ich zu Hause. Ich lasse mein Handy eingeschaltet. Gegen 04h erwache ich und rufe Efraim an. Wenn ich Licht machen will merke ich, dass Stromausfall ist. Maria und Efraim sind in Amsterdam und werden in etwa 1h weiter fliegen.

Fr 07.06.2019
Ich geniesse die Ruhe vor dem Sturm und bleibe lange im Bett. Nach dem späten Frühstück gehe ich Einkaufen, u.a. Öl und Eier, damit Maria Omeletten machen kann. Brot werde ich erst morgen mit Efraim kaufen gehen. Nachher nehme eine ausgiebige Dusche und wasche ich meine Wäsche. Der Boiler fast nur 50 Liter, kaum mehr warmes Wasser für die Waschmaschine. Ich bestelle ein Cabify auf 17.15h. Um 16h ist meine Wäsche fertig und ich hänge sie zum Trocknen auf. Das Taxi ist schon früher da. Kurz nach 17h fahren wir los, von einem Stau zum anderen. Nach 18h haben wir es geschafft. Maria und Efraim landen um 18.15h. Es vergeht eine Ewigkeit bis sie durch den Zoll sind und ihr Gepäck haben. Erst nach 1h sind sie durch. Mit dem Taxi fahren wir nach Hause. Das Taxi und der Fahrer sind alt, wir brauchen fast 1h. Er verfährt sich, weil er nicht auf die Anweisung von Google Map hört. Am Schluss fragt er mich. Wir packen kurz aus und gehen dann ins "Miki" zum Nachtessen. Wir bestellen eine "Schlachtplatte" für 2 Personen weil Efraim unbedingt Poulet will. Die ist riesig und gut. Zum Abschluss zwei Piso Sour in Aktion für 17 PEN. Wenn Maria sieht dass es Eiweiss-Schaum oben drauf hat, will sie nicht mehr und ich "muss" beide trinken. Auf dem Heimweg kaufen wir bei einem Chinesen Nasi Goreng fürs Frühstück ein. Um 24h sind wir im Bett. Efraim will nicht im eigenen Zimmer schlafen, darum zügeln wir seine Matratze in unser Zimmer. Auf der neuen SIM-Karte ist der PIN aktiviert und ich kenne ihn nicht. Ich kann darum mein neues Handy gar nicht neu aufsetzen ohne die neue SIM-Karte, sonst bekomme ich Probleme mit WhatsApp. Ich muss warten bis mir Stefan die Daten schickt. Der ist aber noch auf Kreta in den Ferien.
(2h mit dem Taxi unterwegs)

Sa 08.06.2019
Schon vor 7h kommt leben in die Bude. Um 8h gehe ich mit Efraim Brot einkaufen, dann bereiten wir das Frühstück vor. Maria ist wie üblich die ganze Zeit am Telefon. Efraim isst für zwei. In Medan geht es wieder drunter und drüber, irgendetwas mit der Helferin. Kaum fertig gegessen, sind die beiden schon wieder am Schlafen. Ich lade Marias SIM-Karte in einer Apotheke auf, damit wir später ein Datenpaket aktivieren können. Zurück klemme ich mich hinter mein neues Handy um die Daten vom alten zu kopieren. Ich muss wieder einmal feststellen, dass es Programmierer und Programmierer gibt. Bei Samsung sind sie offenbar besonders doof. Du wirst bei Smart-Switch gefragt, ob die Daten auf der SD-Karte auch kopiert werden sollen. Und was machen sie? Sie kopieren sie in den Telefonspeicher, der dadurch natürlich gleich voll ist und die App abstürzen lässt. Erst nach dem 2.Versuch merke ich wieso das passiert, eine Fehlermeldung gibt es natürlich nicht. Ich verschiebe etwa 3GB Daten von Hand, dann klappt es dann auch endlich. Inzwischen sind aber 3h vergangen! Es kommt die Meldung Daten und Einstellungen kopiert. Nur die Kopierten Einstellungen beziehen sich vielleicht auf die Samsung-Apps. Für den Rest sind keine Einstellungen übernommen worden. Das war schon früher so, nur habe ich gehofft, dass es sich in den letzten 5 Jahren gebessert hat. Ich kann nun also mühsam eine App nach der anderen wieder so hinkriegen wie sie bisher war. Nicht einmal die Einstellung, dass die App auf der SD-Karte sein soll wurde übernommen. Ich frage mich wofür ich ein solches lausiges Tool brauche, wenn ich nachher trotzdem fast alles von Hand erledigen muss. Zum Apero erwachen die beiden. Um 20h gehen wir zum Nachtessen nochmals ins "El Gran Cajamarquez". Zwei Portionen Lomo saltado für uns drei sind genug. Ich abe allerdings schon besseres und billigeres gehabt. Das Restaurant schliesst am Samstag offenbar früher, jedenfalls lassen sie bereits nach 21h die Roll-Läden herunter. Um 22.30h sind wir zurück. Ich bin müde und gehe bald schlafen. Die beiden sind natürlich jetzt noch nicht müde und kommen irgendwann später.

So 09.06.2019
Ich muss alleine Brot kaufen gehen, Efraim hat Kopfweh, vielleicht vom vielen "Gamen". Nach dem Frühstück macht Maria die Küche sauber und ich erledige das "Büro". Am Nachmittag fahren wir mit dem Taxi zum Plaza San Martin. Von da zu Fuss zum Plaza de Armas mit der Kathedrale und dann weiter zur Iglesia San Francisco. Auf dem Rückweg kehren wir im "El Cordano" einem alten Restaurant ein. Ab dem Plaza San Martin geht es dann wieder per Taxi nach Hause. Der erste will 30, der zweite 20 und der letzte macht es dann für 8 PEN = 2.40 CHF. Zum Nachtessen gehen wir nochmals ins "Miki", das gefällt Maria. Diesmal bestellt jeder etwas anderes. Ich ein Schweins-Kotelett, das ist gut. Nur mit dem Pisco klappt es nicht. Auf dem Rückweg kaufen wir wieder Nasi Goreng beim Chinesen. Um 22h sind wir zurück.
(2km zu Fuss)

Mo 10.06.2019
Vor dem Frühstück gehe ich mit Efraim Brot kaufen. Nachher heisst es wieder einmal packen. Marias Sachen sind wie üblich in der ganzen Wohnung verstreut. Ich bestelle Uber auf 13h. Kurz vorher taucht Margarita auf um die Wohnung abzunehmen. Unser Fahrer schläft fast ein. Das Einchecken geht mühelos vor sich. Darum sind wir viel zu früh. Die Organisation beim Gate ist ziemlich chaotisch, aber wir sind pünktlich zum Abflug bereit. Es ist wieder das gleiche Bild wie beim Hinflug. Der Küstenstreifen liegt unter Wolken, dahinter ist das Wetter viel besser. Um 16.30h landen wir in Cusco. 20 Minuten später sitzen wir im Taxi. Der erste will wieder 40 PEN. Wir bezahlen schlussendlich 20 PEN. Die Hinfahrt hat 15 PEN gekostet. Im Hotel werden wir wie alte Bekannte empfangen, keine Formalitäten, direkt ins Zimmer. Wir richten uns ein und starten das Elektro-Öfeli. Maria und Efraim schlafen schon fast ein. Um 19h gehen wir zum Nachtessen. Ungeplant gehen wir in die Pizzeria Aventura, da ist es warm und hat viele Leute. Die Familien-Pizza Peruana ist nicht schlecht und gross. Maria bestellt 3 in 1 Pasta, Teigwaren mit 3 verschiedenen Saucen. Gegen 21h sind wir zurück und gehen bald schlafen.

Di 11.06.2019
Nach 8h gehen wir zum Frühstück, das ist wie üblich. Es hat aber ziemlich viele Leute heute. Nachher erledige ich mein "Büro". Maria fühlt sich nicht wohl. Maria bekommt einen Elektro-Ofen, damit es wärmer wird in unserem Zimmer. Ich gehe Haferflocken kaufen, die sie aber am Schluss doch nicht isst. Wenn wir in die Stadt wollen, beginnt Efraim zu weinen, er hat Heimweh. Es ist schliesslich fast 15h wenn wir aus dem Haus gehen. Beim nahen Chinesen wollen Maria und Efraim etwas essen. Die Portionen sind riesig. Wir nehmen fast alles mit. Es beginnt zu regnen, darum gehen wir nur in den nahen Mercado Wanchaq und kaufen dort Trauben und Crackers. Apero im Zimmer. Zum Nachtessen gehen wir ins "El Chinito". Da bestellt jeder für sich. Es gibt grosse Portionen und es schmeckt allen. Nach 21h sind wir zurück und gehen bald schlafen. Maria schläft mit Efraim im kleinen Bett.

Mi 12.06.2019
Maria und Efraim gehen schon um 07.15h zum Frühstück. Ich gehe erst später. Heute geht alles drunter und drüber. Vermutlich weil die Frau die normalerweise die Eier zubereitet nicht da ist. Eine Verwandte von Miando muss ins Spital und da gibt es endlose Diskussionen in welches, dabei ist es offenbar dringend. Um 11h machen wir uns auf den Weg zum Plaza de Armas. Dort ist viel los. Es gibt etwas wie einen Umzug, eine Gruppe nach der anderen führt traditionelle Tänze auf. Wieso genau finde ich nicht heraus. Am 24.Juni wird die Fiesta del Sol gefeiert, vielleicht steht das im Zusammenhang. Maria reagiert wie üblich, zuerst müssen Selfies her, dann Videos und wenn das vorüber ist, interessieren nur noch Souvenirs und Essen. Wir gehen zum Mercado San Pedro, der gebe ich ihr 50 PEN, aber das ist ihr zu wenig und schon steht der erste Streit an. Sie kauft absoluten Scheiss ein, ich warte besser draussen. Nach ½h haben sie Hunger. Wir essen in einem der vielen kleinen Ess-Stände im Markt. Sie nehmen ein Bistec zusammen, das ist aber immer noch zu viel. Ich trinke nur ein Bier. Nachher gehen wir zu Fuss zurück. Gegen 15h sind wir zurück. Ich gebe ihr 300 PEN = 100 CHF und erkläre ihr, dass das alles Geld ist, dass sie von mir für Souvenirs bis Ende Ferien bekommt. Sie bedankt sich nicht einmal. Dafür telefoniert sie mit Alain und erzählt ihm wie sie das alles nicht interessiert, so mit richtiger "leck mich am Arsch-Stimmung". Nachher schlafen beide ein. Ich parkiere mein Auto um und reinige die Scheiben. Nachher fülle ich noch meinen Whisky-Vorrat auf, man weiss ja nie. Zum Nachtessen gehen wir ins nahe "La Quinta". Da war ich schon einmal. Es ist auch diesmal wieder gut, aber teuer. Dafür ist es geheizt. Auf dem Heimweg kaufen wir noch Antibiotika für Efraim und Maria jubelt mir ein sauteures Shampoo unter (70 PEN = 21 CHF). Um 21h sind wir zurück und gehen bald schlafen.
(5km zu Fuss)

Do 13.06.2019
Nach dem Frühstück packen wir zusammen. Das Hotel kostet 400 PEN für 3 Nächte, der Parkplatz 375 PEN für 15 Tage, sie verrechnet nur 25 PEN/Tag statt wie angedroht 30. Nach 10h fahren wir los, zuerst zum Tanken, dann hoch den Berg bis zum "Cristo Blanco", einer Christus Figur. Da machen wir einen Halt. Man hat eine gute Aussicht auf Cusco. Fotoplausch mit Alpaca. Nach 20 Minuten fahren wir weiter. Es gibt in der Umgebung noch einige historische Inka-Stätten, aber wir verzichten und machen nur Fotos aus der Ferne. Nach etwa 10km sind wir auf etwa 3790müM, dann geht es hinunter ins Tal des Rio Vilcanota/Urubamba. Da wird auf 3000müM Gemüse angepflanzt. Wir folgen dem Fluss bis zu unserm Ziel in Ollantaytambo (2850müM). Die Fahrt ist sehr schön und abwechslungsreich. Der letzte Kilometer ist wieder mit Bollen-Steinen gepflastert. Ziemlich ruppig. Im Ort selbst herrscht Chaos. Viele Kleinbusse versperren sich gegenseitig den Weg. Um 13h sind wir bei unserem Hotel dem "La Casa del Abuelo Riverside". Wir sind zu früh, darum ist unser Zimmer noch nicht bereit. Es ist ein schönes kleines Hotel. Ich will unsere Bahn-Billets abholen. Bis zum Hauptplatz sind es 5 Minuten. Da will Maria in ein Restaurant. Ich gehe mit Efraim zum Bahnhof, das ist weiter als erwartet, etwa 900m und bergab. Zurück gönnen wir uns eine Fahrt mit einem der hier üblichen 3-Rad-Taxis für 3 PEN für beide zusammen. Maria hat eine Forelle bestellt, ohne zu fragen was sie kostet. 40 PEN sind ziemlich teuer für Peru, auch mein Bier kostet 50% mehr wie üblich. Gegen 16h sind wir zurück und richten uns ein und ich erledige das "Büro". Zum Nachtessen gehen wir ins " Blue Magic". Efraim und ich essen Alpaca, Maria nur eine Suppe. Um 21h sind wir zurück und gehen bald schlafen, jeder in seinem eigenen Bett.
(92km, 2¾h unterwegs)

Fr 14.06.2019
Ich gratuliere Trudi zum Geburtstag. Das Frühstück haut einen nicht um. Stefan schickt mir den PIN meiner SIM-Karte, so kann ich endlich mein neues Handy mit der CH-Nummer in Betrieb nehmen. Umsteigen werde ich erst wenn ich etwas mehr Zeit habe. Für Maria und Efraim steht eine General-Reinigung an. Man muss es ausnützen wenn man eine gute Dusche mit warmem Wasser hat. Um 10h marschieren wir zum Bahnhof. Im Warteraum gibt es Video und Tee. Um pünktlich um 11.15h geht es los. Wir haben ein bequemes 4-er Abteil für uns. Die Fahrt ist spektakulär. Das Tal ist meistens eng und die Berge rundherum sehr hoch, so dass man die Bergspitzen nur durch die Panorama-Fenster im Dach sieht. Wir fahren bergab, von 2800müM auf 2080müM. Gegen Ende sind wir richtig im Dschungel. Um 12.45h sind wir in Aguas Caliente. Dort müssen wir in den Bus umsteigen. Der Ort ist sehr touristisch, aber sie schaffen es nicht den Weg zum Bus und zum Ticketschalter anzuschreiben. Wir verpassen aber dadurch keinen Bus. Für 200 PEN = 60 CHF werden wir über 13 Serpentinen auf einer ungeteerten Strasse zum Machu Picchu hochgefahren auf 2460müM. Von da geht es zu Fuss weiter. Auf einem steilen Weg/Treppen hoch bis zum "Guard House" auf 2540müM. Von da hat man einen wunderbaren Ausblick über die ganze Anlage. Es gibt auch ein paar Lamas, die sich stoisch für Selfies missbrauchen lassen. Das Wetter ist perfekt, ein paar Wolken gibt es, aber die verdunkeln nur kurz die Anlage. Dann geht es hinunter zum Roca Sagrada. Von da wieder zurück zum Eingang. Es hat viele Gruppen, aber man kann ihnen einigermassen ausweichen. Alles in allem ist es ein eindrückliches Erlebnis. Allerding auch ein sehr teures, allein für Bahn, Bus und Eintritt habe ich fast 750 CHF für uns ausgegeben! Zurück beim Eingang will Maria etwas essen. Sie hat mich in Aguas Caliente geschickt um Empanadas zu kaufen. Aber jetzt will sie ins Restaurant, was ich ablehne, weil wir unser Essen dabei haben. Das kommt nicht gut an. Ich esse mein Sandwich, dann fahren wir zurück. Zum Glück ist die Warteschlange nicht so lange wie bei unserer Ankunft. Den 2.Bus erwischen wir. In Aguas Caliente kommen wir um 16.15h an. Wir suchen uns ein Restaurant für das Nachtessen. Es gibt ein Menu für 20 PEN, ich trinke nur ein Bier. Hier ist alles 50% teurer wie sonst. Um 19h fährt unser Zug pünktlich ab. In Ollantaytambo sind wir um 20.45h. Wir schnappen uns ein 3-Rad-Taxi für 6 PEN zum Hotel. Um 21h sind wir zurück und gehen bald schlafen.
(ca.100km mit dem Zug, 17km mit dem Bus und 3km zu Fuss, 11h unterwegs)

Sa 15.06.2019
Beim Frühstück fragen wir ob wir noch eine Nacht länger bleiben können. Es geht und ich verschiebe die Buchung in Abancay um einen Tag. Gegen 14h hat Maria Hunger und wir machen uns auf den Weg Richtung Bahnhof. Da gibt es mehrere Food-Stall die es ihr angetan haben. Das Essen ist gut und wirklich billig, 12 PEN für eine Forelle. Auf dem Rückweg setze ich mich mit Efraim auf eine Bank bei der Brücke und schau dem Treiben zu. Maria kommt später auch, verschwindet aber bald um Souvenirs zu kaufen. Ich gehe mit Efraim zurück ins Hotel. Ich habe leichtes Fieber. Maria kriegt Panik und will mich mit Medikamenten vollstopfen. Ich lehne aber ab. Sie geht mit Efraim nochmals auf Einkauf-Tour. Zum Nachtessen gehen wir ins "Piccolo Forno", ein sehr kleines Restaurant und warm wegen des Pizzaofens. Mein Lomo Saltado geht beim Durcheinander das Maria beim Bestellen veranstaltet verloren. Die andern sind schon fertig wenn ich es bekomme, aber es schmeckt gut. Auf dem zentralen Platz findet eine Prozession statt. Wir schauen eine Weile zu und gehen dann nach Hause. Um 21h sind wir zurück.
(3km zu Fuss)

So 16.06.2019
Mein Fieber ist weg. Nach dem Frühstück packen wir zusammen. Ich wasche die Scheiben und bezahle. Es ist mit 54 USD/Nacht teuer, aber noch lange nicht bei den Teuren hier. Beim Bezahlen mit der Visa-Karte drückt er obwohl ich es im sagte die 1 anstatt die 2. Das bedeutet dass mir CHF verrechnet werden und mir die UBS nochmals 1.75% zusätzlich berechnen wird. Es stellt sich heraus, dass wir erst die vierten Gäste waren. Um 10h fahren wir los. Nach 7km verlassen wir die Hauptstrasse. Die Strasse ist nicht geteert. Ich überprüfe sicherheitshalber die Route. Sie stimmt und die Strasse wird nachher sehr gut. Wir fahren durch schöne Täler. Manchmal ist die Strasse durch Felsmassen verschüttet und wir müssen auf einer provisorischen Strasse die Stelle umfahren. Bei Huarocondo verweist mich mein Navi wieder auf eine ungeteerte Strasse. Ich folge ihm und lande in Zurite. Ab da wird die angezeigte Strasse immer schmaler und ist schlussendlich nur noch ein schlechter Weg. Ich kehre um. Maria weint, weil sie Angst hat und Efraim lacht sie aus. Jemand fragt mich auf dem Rückweg wohin ich wolle und meint, über diese Strasse komme ich nicht dahin. Ab Zurite gibt es eine geteerte Strasse die in nur 5km zur Hauptstrasse führt! Die Polizei hält mich an und will wissen was ich da gemacht habe. Später finde ich heraus, dass die OSM-Karte diese Strassen nicht als ungeteert eingezeichnet hat und das Navi darum diese Abkürzung gewählt hat. Nach diesem Irrweg verläuft alles normal. Es geht hoch bis auf 3600müM und dann über eine Maut-Strasse für 3.90 PEN über unzählige Spitzkehren hinunter auf 1860müM. Eine schöne Strecke. Von da steigt die Strasse wieder an. In Carmen machen wir Mittagspause. Nach 1h geht es weiter. Es ist die ganze Zeit bewölkt und jetzt beginnt es zeitweise zu regnen. Auf der Passhöhe auf 4000müM herrscht dichter Nebel und es regnet. Nun geht es in unzähligen Kehren bergab. Der Nebel lichtet sich und es hört auf zu regnen. Kurz vor 16h sind wir in Abancay beim Hotel "El Peregrino". Unsere Wohnung hat 2 Schlafzimmer. Die Küche ist nur spärlich eingerichtet. Wir richten uns ein und ich parkiere das Auto auf dem nahen Parkplatz. Ein Nachbar dreht fast durch weil ich seine Garage-Ausfahrt blockiere und er 5 Minuten warten muss. Zum Nachtessen gehen wir ins "Matias". Ziemlich teuer aber gut. Um 21h sind wir zurück und gehen bald schlafen. Ich im einen, Maria und Efraim im anderen Schlafzimmer.
(198km, 5¾h unterwegs)

Mo 17.06.2019
Das Frühstück ist sehr spärlich. Ein Rührei macht noch lange kein Amerikanisches Frühstück wie es in der Beschreibung heisst. Ich bringe mit Efraim die Wäsche in eine Wäscherei zum Waschen. Nachher gehe ich zur Rezeption. Sie telefonieren dem Hotel in Chalhuanca das mir nie geantwortet hat. Und siehe da, sie haben sogar ein Zimmer für 3 Personen. Weil das so gut geklappt hat, hole ich die Adresse für das Hotel in Puquio und auch da klappt es mit der Reservation für ein 3-Bett-Zimmer. Ich hoffe, dass es dann auch so ist wenn wir ankommen. Maria will zum Mercado Central. Da muss sie nochmals Souvenirs kaufen und stellt erstaunt fest, dass es hier nur ½ so teuer ist wie in Cusco und Co. Ich habe das prophezeit, aber das hat sie vergessen. Im obersten Stock des Marktes gibt es viele kleine Beizen. Das Menu kostet 6 PEN = 1.80 CHF mit Suppe und Tee! Nachher kehren wir noch im "Mama Mia" ein, damit ich zu meinem Bier komme. Es gibt eine Diskussion mit Maria wegen Marthas Rückflug. Denn die Abmachung war, dass ich eine Kopie der Zahlung bekomme. Für Marthas Flug habe ich die, aber für ihren Sohn nicht. Darauf ist Maria wieder einmal eingeschnappt. Sie kommt erst ½h nach uns nach Hause. Apero im Wohnzimmer. Maria schläft und will nicht zum Nachtessen kommen. Ich gehe mit Efraim nochmals ins "Mama Mia". Efraim möchte unbedingt Cuy (Meerschweinchen) essen. Mit Maria geht das nicht. Also bestellen wir Cuy für ihn und einen Fleischspiess für mich. Efraim strahlt wenn er das Cuy bekommt, ist schon ein spezieller Anblick. Sie schneiden es am Bauch auf und falten es auseinander und backen es dann mit Kopf und Beine dran. Efraim geniesst es. Wir werden Maria nichts davon erzählen, mal schauen wie lange Efraim das für sich behalten kann. Um 22h sind wir zurück. Maria schläft.

Di 18.06.2019
Um 8h zum Frühstück. Wir bestellen für jeden 2 Spiegeleier. Es gibt noch etwas Reis für Maria und Efraim. Nachher packen wir zusammen. Ich hole das Auto vom Parkplatz und wasche die Scheiben. Gegen 11h fahren wir los. Es ist ganz offensichtlich, dass das Navi keine Höhenangaben verarbeitet, denn es schickt mich steil den Berg hinauf, damit ich nachher fast so steil wieder hinunter fahren kann. Ausserhalb gibt es eine grosse Polizei-Kontrolle. Fahrausweis zeigen und weiter geht es. Es hat wenig Verkehr und die Strasse ist gut. Zuerst fahren wir dem Rio Lambrama entlang, nachher dem Rio Apurima. Es ist eine schöne Fahrt und es ist warm. Das erste Mal seit langem fahre ich mit offenem Fenster. Nach 13h sind wir in Chalhuanca. Die Reservation im Hotel Samay Wasi hat geklappt. Das Zimmer ist zwar klein, aber das Hotel ist schön. Mittagessen im Garten für die einen, für mich das Ankunftsbier. Maria hat offenbar gestern ihre Lesebrille an der Rezeption liegen lassen. Sie schicken sie uns für 5 PEN mit dem Minibus nach. Unser Hotel hier erledigt die Voraus-Zahlung. Sonst nehmen sie die Brille nicht mit. Maria findet die Umsteigezeit in Kuala Lumpur zu kurz. Darum buche ich den Flug nach Medan um von 17.00h auf 20.00h. Das kostet 84 USD. Danach montier ich einen CH-Stecker an ein peruanisches Verlängerungskabel. Das kann ich dann auch in Ecuador und Kolumbien benützen. Ein Junge schaut mir zu und will erfolglos 1 PEN erbetteln. Ich richte mich ein und erledige das "Büro". Apero zum Sonnenuntergang im Garten. Nachtessen im Hotel. Es ist ziemlich teuer, aber gut. Um 21h sind wir im Bett.
(123km, 2¼h unterwegs)

Mi 19.06.2019
Das Frühstück im Garten fällt ziemlich mager aus. Nachher packen. Die Brille von Maria kommt doch noch rechtzeitig an. Um 10.45h fahren wir los. Es geht weiter dem Rio Capilla entlang durch ein schönes Tal. Vor Caraybamba biegen wir in ein Seitental ab. Nach 30km beginnt die Strasse bei Promesa steiler zu werden. Bald sind wir höher als 4000müM und werden diese Höhe die nächsten 164km nie mehr unterschreiten. Wir kommen in ein hügeliges Hochtal mit grünen Weiden und vielen Lama- und Alpaca-Herden. Es hat auch mehrere Dörfer. Vier Mal kommen wir auf über 4500müM. Beim ersten Mal halten wir an um einige Fotos zu machen. Bei Negro Mayo, findet ein Schüler-Rennen auf der Hauptstrasse statt, wir müssen fast 10 Minuten warten. In dieser Zeit kommt von hinten kein Auto und entgegen ein Lastwagen und ein PW. Nachher gibt es viele tiefblaue Seen. Erst 23km vor unserem Tagesziel Puquio unterschreiten wir 4000müM. Es geht in vielen Kurven hinunter auf 3200müM. Das Hotel Coralia liegt direkt am Plaza de Armas. Unser Zimmer ist einfach, aber sauber mit Blick auf den Platz. Während wir ausladen verliert ein 3-Rad neben unserem Auto eine grosse Menge Motoren-Öl. Ich parkiere mein Auto um. Wenn ich zurück bin ist bereits der erste Motorradfahrer gestürzt. Wir gehen zum späten Mittagessen gleich nebenan. Das Essen schmeckt Maria gar nicht. Ich gehe auf eine längere Suche nach einem Bier und geniesse dann mein Ankunftsbier während Maria und Efraim essen. Nachher setzen wir uns auf den Plaza de Armas und geniessen das Treiben und die Sonne bis sie untergeht. Wir heizen unser Zimmer mit dem eigenen Öfeli auf, ich erledige das "Büro" und buche ein Hotel in Nasca. Zum Nachtessen gehen wir in eines der vielen chinesischen Restaurants. Das Essen ist nicht schlecht und vor allem billig, 24 PEN für alles, allerdings haben sie kein Bier oder Wein. Um 21h sind wir zurück.
(187km, 3½h unterwegs)

Do 20.06.2016
Zum Frühstück müssen wir ausser Haus gehen. Nach einigem Suchen finden wir ein Lokal. Das passt Maria aber nicht, obwohl sie Tortilla mit Reis haben. Efraim und ich essen die gute Tortilla, Maria sucht etwas anderes, findet aber nichts und kommt zurück. Schlussendlich ist sie doch zufrieden mit der Tortilla. Um 10.45h fahren wir los. Es geht über eine kurvenreiche Strasse bergauf bis auf 4164müM. Dann ändert sich das Bild schlagartig. Die Hügel sind jetzt trocken, nicht mehr grün wie vorher. Es hat jetzt auch viel mehr Verkehr, vor allem Lastwagen. Nach gut 100km und 2¼h Fahrt machen wir eine Pause. Maria muss unbedingt auf die Toilette. Sie schicken uns von einem Restaurant zum nächsten. Wenn wir endlich eine Toilette finden, ist es bereits zu spät, Maria hat nasse Hosen. Wir essen nichts und fahren weiter. Jetzt wird die Aussicht fantastisch und es geht weiter bergab. Es hat jetzt oft langsam fahrende Lastwagen unterwegs. Meistens kann man aber problemlos überholen. Ein Berg sieht aus wie eine riesige Sanddüne. Nach unzähligen Kurven erreichen wir Nasca auf 580müM. Hier ist es wüstenartig. Nur den Flüssen entlang ist es grün, sonst Sand und Geröll. Das Hotel Alegria Nasca macht einen guten Eindruck und der Parkplatz ist sehr gut. Bier und Nudelsuppe im Garten. Da gibt es auch einen Pool, der ist aber ziemlich kalt. Zum Nachtessen bleiben wir im Hotel. Es geht ewig bis unser Essen kommt und mein Chicken Gordon Bleu geht ganz vergessen. Ich will aber nicht nochmals so lange warten und gehe darum ohne Nachtessen ins Bett. Ich habe noch genügend Reserven.
(158km, 3½h unterwegs)

Fr 21.06.2019
Das "amerikanische" Frühstück ist auch hier sehr mickrig. Die denken hier offenbar, dass ein Rührei reicht um das so zu nennen. Nachher buchen wir einen Rundflug für morgen um die Nasca Linien von oben zu sehen (75 USD/Person). Ich muss zuerst Bargeld organisieren, dann werden wir alle gewogen. Ich plane den Ausflug zum Cementerio de Chauchilla. Aus irgendeinem Grund akzeptiert mein Navi diese Route nicht, und schon ist wieder ½h weg. Nachher erledige ich das "Büro". Aus irgendeinem mir nicht ersichtlichen Grund startet Maria wieder einmal durch und zieht dabei Efraim mit hinein in diesen Streit. Der weiss natürlich nicht was er machen soll und beginnt zu weinen. Ich will zum Cementerio de Chauchilla, Maria nicht aber Efraim schon. Nach langem hin und her fahren wir um 14h los. Beim Tanken will Efraim plötzlich nach Hause, ich weiss nicht was Maria ihm gesagt hat. Schlussendlich fahren wir dann doch los. Der Friedhof liegt 7km von der Hauptstrasse entfernt. Die Strasse ist nicht geteert und am Anfang ziemlich ruppig. Nachher sandig, zu fahren wie im Schnee. Die Gräber mit den Mumien sind verteilt im Gelände, nur mit einem einfachen Dach geschützt, mitten in der Wüste. Ich mache den Rundgang mit Efraim, Maria geht ihren eigenen Weg. Nach ¾h sind wir durch und fahren zurück. Um 16h sind wir zurück im Hotel. Maria und Efraim essen etwas, ich geniesse ein Bier. Maria hat sich immer noch nicht beruhigt und wütet weiter. Sie habe unseren Ring zu den Mumien geworfen meint sie. Ob das stimmt weiss ich nicht. Zum Nachtessen spitzt sich die Lage nochmals zu. Sie verbietet Efraim mit mir zum Nachtessen zu gehen. So gehe ich alleine ins Restaurant "Gula". Mein Gordon Bleu hat gar nichts mit dem Original zu tun, kein Käse und nicht paniert. Aber es schmeckt sehr gut, mit guter Sauce mit Champignon und viel Gemüse. Während ich esse ruft Maria an und will wissen wo ich bin. Nach einer Weile tauchen sie auf. Efraim will das gleiche wie ich und Maria eine Nudelsuppe. Sie tut wie wenn nichts gewesen wäre. Um 21h sind wir zurück.
(57km, davon 14km ungeteert, 2h unterwegs)

Sa 22.06.2019
Maria ist wieder "normal". Beim Frühstück wollen wir Spiegeleier bestellen. Das geht nicht meint sie und bringt Rührei an Buffet, das vorher vermutlich schon eine Weile in der Küche stand und nicht mehr warm ist. Wir haben genug, beschweren  uns bei der Rezeption und gehen auswärts zum Frühstück. Da geht es genauso mühsam weiter. Es dauert fast 1h bis wir alles haben und es kostet mich 54 PEN = 16 CHF, auch keine Alternative. Für dieses Geld bekommt man andernorts ein gutes Mittagessen! Danach organisiere ich die Bilder von den verschiedenen Kameras. Efraims Tablet hatte am Anfang eine total falsche Zeit. Die korrigiere ich. Aber es stimmt immer noch nicht, bis ich merke, dass sie einen ganzen Tag verschoben sind. So sind einige Stunden drauf gegangen. Um 15h werden wir abgeholt und zum Flugplatz gefahren. Es geht ziemlich speditiv vorwärts. Um 15.45h starten wir zum Rundflug. Der ist interessant. Bei jeder der 14 Figuren die wir anfliegen, drehen sie zwei Runden, so dass jede Seite eine optimale Sicht hat. Schon faszinierend was die da von 800 v.Chr. bis 600 n.Chr. angelegt haben. Maria ist es nicht so wohl im kleinen Flugzeug. Sie ist froh wenn sie wieder festen Boden unter den Füssen hat. Nach einer guten halben Stunde landen wir und werden mit dem Auto zurück zum Hotel gebracht. Maria muss sich erholen, ich gehe mit Efraim uns nahe "Rico Pollo", er ein Glacé, ich ein Bier, dazu den Fussball Match Bolivien gegen Venezuela. Apero auf der Terrasse. Zum Nachtessen gehen wir wieder ins "Rico Pollo". Alles ist gut ausser dem Wein, der ist süss. Auf der Karte stand davon aber nichts. Ich schaffe es auf Spanisch die Chefin zu überzeugen, dass sie den Wein zurück nimmt. Um 21h sind wir zurück.
(106km mit dem Flugzeug)

So 23.06.2019
Zum Frühstück bestelle ich 3-mal Spiegeleier. Es kommen 3 Spiegeleier auf einem Teller. Der Service des Restaurants ist wirklich sehr verbesserungswürdig. Um 10.30h reisen wir ab. Es geht den gleichen Weg den wir gestern geflogen sind. Darum halten wir beim Aussichtsturm auch nicht an. Es sind viele Lastwagen unterwegs. Ich bin wieder zurück in der Wüste. Die Orte sind alle an Flussläufen. Dort wird auch Obst im grossen Stil angebaut. Am Anfang ist es eine Geröll-Wüste, am Schluss Sand-Wüste mit grossen Dünen. Um 13h sind wir in Ica. Das El Huerto Hostel ist klein und schön. Maria und Efraim sind hungrig, darum gehen wir gleich zum Mittagessen. Das ist gut, aber mit 64 PEN für 2 Personen auch teuer. Ich trinke nur ein kleines Bier. Auf dem Heimweg kaufe ich ein neues Verlängerungskabel und montiere zu Hause einen CH-Stecker. Ich hoffe, dass es diesmal länger hält als nur 2 Tage wie das letzte. Nachher parkier ich das Auto auf einem gesicherten Parkplatz für 53 PEN für 2 Nächte. Morgen lasse ich da mein Auto waschen. Apero vor unserem Zimmer. Maria mag nicht zum Nachtessen kommen. Ich gehe mit Efraim in die Pizzeria Venezia. Ein schönes Lokal und die Pizza ist auch gut. Das Glas Hauswein ist gut und kostet nur 8 PEN. Der tiefste Preis seit Wochen. Wir bringen für Maria Maccaroni nach Hause. Sie ist aber kaum etwas.
(148km, 2½h unterwegs)

Mo 24.06.2019
Frühstück im Freien. Es hat Nebel, darum ist es ziemlich kühl. Das Frühstück ist nichts Besonderes. Eine Omelette mit Schinken und Pulverkaffee. Um 10h zeigt sich die Sonne. Ich gehe zum Parkplatz um mein Auto waschen zu lassen. Da heisst es aber erst um 15h. Ich gehe noch zum Plaza de Armas um Whisky zu kaufen. Ich buche die nächste Unterkunft etwas ausserhalb von Paracas. Um 13h fahren wir los. Aus dem Parkplatz zu fahren ist eng und auf der Strasse hat es viel Verkehr. Maria und der Parkplatz-Wächter sind auch keine Hilfe. Ich wende im Parkplatz und fahre dann vorwärts auf die Strasse. Bis zur Oase Huacachina sind es nur 5km. Ein kleiner See inmitten von 100m hohen Sanddünen. Wir schlendern halb um den See, dann hat Maria bereits wie erwartet Hunger und wir kehren ein. Mit Efraim umrunde ich den See nachher noch ganz. Man könnte hier für viel Geld mit dem Snowboard die Dünen herunter fahren oder mit Buggys die Gegend unsicher machen. Um 15h machen wir uns auf den Heimweg. Mein Auto soll bis 17h fertig gewaschen sein. Maria geht noch einkaufen und bringt das deutsche Paar von Nasca mit. Um 17h gehe ich zum Auto, er ist noch voll am Reinigen. Anstatt wie abgemacht 30 PEN verlangt er nun 45 PEN = 13.50 CHF. Dafür sieht es fast wie neu aus. Zum Nachtessen gehen wir in das vom Hotel empfohlene Restaurant "Mc Grill". Das Essen ist gut und viel, der Service aber schlecht. Um 21h sind wir zurück.
(11km, ½h unterwegs)

Di 25.06.2019
Das Frühstück wieder im Garten. Heute kommt die Sonne etwas früher. Ich hole mein Auto vom Parkplatz und bezahle die Rechnung. Sie wollen wieder 5% Zuschlag, was ich mit dem Hinweis auf Booking.com ablehne, weil dort steht ich könne mit Visa bezahlen. Sie verrechnen auch den zweiten Frühstücks-Kaffee mit 6 PEN für einen Pulverkaffee! Schade dass das so ist zum Abschluss. Um 10.45h fahren wir los. Zu Beginn hat es viel Verkehr, vor allem Lastwagen. Mit der Zeit wird es besser. Ich bin wieder einmal in der Wüste unterwegs. Wobei es neben der Strasse oft Obst-Plantagen und "Rebberge" gibt. Manchmal gibt es auch riesige Hühnerfarmen, ich möchte nicht sehen wie es da drinnen aussieht. Nach 1h verlassen wir die Panamericana und es geht weiter auf der Landstrasse bis Paracas. Das Baru Hostal liegt am südlichen Ende des Ortes. Renzo hat heute Geburtstag, er hat uns schon beim Buchen zu seiner Party eingeladen. Zum Almuerzo (Mittagessen) kommen die Gäste aber erst gegen 15h, Maria und Efraim sind am Verhungern und essen unsere Resten. Das Essen ist dann aber sehr gut. Eine Vorspeise aus Kartoffelstock und Meeresfrüchten, dann Reise mit Ente. Dazu reichlich Getränke wie Pisco Sour, Wein usw. Wir lassen das Nachtessen ausfallen. Ich gehe mit Efraim einkaufen. Es gibt aber nur 2 kleine Läden und die haben praktisch nichts. Brötchen, Milch und Vanille-Joghurt ist alles was wir finden. Bereits vor 20h sind die meisten Gäste gegangen und es wird ruhiger, auch weil die Leute vom Party-Dienst nach Hause gehen und darum keine Musik mehr läuft.
(72km, 1¼h unterwegs)

Mi 26.06.2019
Es scheint kein Mensch im Haus zu sein. Die Küche ist schlecht ausgerüstet und immer noch voll von gestern. Aber ich habe ja Pfannen usw. im Auto. Frühstück mit Nudel, Reis, Omeletten und süsslichen Maisbrötchen. Mein Kaffee ist dafür gut. Gegen 13h gehen wir zum Hafen um zu den Islas Ballestas zu fahren. Aber wir haben Pech, das letzte Boot ist 20 Minuten vorher abgefahren und das nächste wird erst morgen sein. Maria und Efraim essen etwas, ich trinke ein Bier. Wir buchen die Bootstour für morgen um 10h für 160 PEN für alle drei. Nachher gehen wir einkaufen. Das ist hier ziemlich mühsam, es gibt keinen "richtigen" laden, nur kleine Läden und die haben wenig Auswahl. Frisches Brot gibt es höchstens am Morgen. Zurück zu Hause gibt es Apero im Garten. Zum Nachtessen stoppt Maria ein Taxi, das bringt uns für 3 PEN ins Zentrum. Im Restaurant "Karamba" essen wir gut, ich habe gebratenes Schwein mit viel Zwiebeln und gebratene Kartoffel-Scheiben. Dazu 2 Pisco Sour. Es gibt 2 für 1 und ist billiger als ein Glas Wein. Zurück fahren wir wieder mit dem Taxi.

Do 27.06.2019
Nach dem Frühstück packen wir zusammen und fahren zum Hafen. Kurz vor 10h sind wir da und unser Agent wartet schon auf uns. Wir hätten uns nicht beeilen müssen, denn  wir warten bis 10.30h bis wir losfahren können. Heute ist es im Gegensatz zu gestern bewölkt. Im Boot haben 30 Leute Platz. Es ist aber bequem. Wir sind mit 50km/h unterwegs mit 2 Aussenbord-Motoren à je 200PS! Erster Stopp beim "Kronleuchter" ein Figur am Abhang, ähnlich den Figuren in der Nasca-Wüste. Dann geht es weiter zu den Islas Ballestas. Da sind drei ziemlich "verschissene" Insel im wahrsten Sinne des Wortes. Es gibt hier vermutlich Millionen von Vögeln, ein paar Humboldt-Pinguine und einige Dutzend See-Löwen. Wir kommen nahe an die See-Löwen heran, obwohl es ziemlich hohe Wellen hat. Die Touren sind ziemlich doof organisiert, alle Boote fahren mehr oder weniger zur gleichen Zeit los und sind demzufolge auch zur gleichen Zeit bei den Inseln. Es wäre viel besser für alle, sie würden gestaffelt fahren, aber dazu müssten sie sich absprechen. Der Futterneid verhindert dies wohl. Nach 12h sind wir zurück und fahren los nach Pisco. Nach knapp ½h sind wir bereits bei unserem Hotel. Das Hostal Tambo Colorado liegt nur 100m vom Plaza de Armas entfernt. Ich bringe mein Auto zum nahen Parkplatz, dann haben Maria und Efraim wie üblich Hunger. Efraim will schon lange zum Coiffeur. Auf dem Heimweg hat es einen Salon und er lässt sich die Haare schneiden für 20 PEN. Ich suche nachher weitere Unterkünfte. In Lima ist das ziemlich schwierig wegen meines Autos, zudem ist Wochenende. Ich reserviere eine Nacht in Imperial im " La Viña de OsCar", scheint etwas Spezielles zu sein. Zum Nachtessen gehen wir ins "Pica Rico". Da hat es viele Leute und das Essen ist gut und günstig. Meine Schweins-Koteletts sind auf jeden Fall gut. Um 21h sind wir zurück. Ich erhalte eine Absage nach der andern für meine Anfragen in Lima.
(18km mit dem Auto und 52km mit dem Boot)

Fr 28.06.2019
Noch vor dem Frühstück parkiere ich das Auto vor dem Hotel um zusätzliche Gebühren zu sparen. Das Frühstück ist wie üblich nichts Besonderes, kostet aber 13 PEN/Person. Maria geht noch auf den Markt auf dem Plaza de Armas. Gegen 12h fahren wir los. Nach wenigen Kilometern erreichen wir die Autobahn Richtung Lima. Fast immer 4-spurig, nur etwa 3 Mal sind sie am Bauen von Unterführungen und man muss für kurze Zeit auf eine Behelfs-Strasse ausweichen. Nach ¾h stoppt mich die Polizei. Diesmal nehmen sie es ganz genau, ich muss mein Versicherungs-Papiere zeigen und die sind im Auto. Es dauert mehr als 5 Minuten, bis ich weiter fahren kann. Bei Luz Del Sol de Apurimac verlassen wir die Autobahn und fahren landeinwärts. Unsere Unterkunft liegt ausserhalb von Imperial. La Viña de Oscar ist ein kleines Hobby-Weingut. Es gibt Hunde, Katzen, Kaninchen, Papageien usw. Zum Nachtessen werden sie für uns kochen. Ich richte mich ein, das Internet ist sehr schwach, darum installiere ich mein Wifi-Extender. Maria steht natürlich wie üblich in der Küche. Zum Apero sitze ich im Garten. Oscar der Besitzer hat lange Zeit in Amerika und der Karibik gearbeitet, darum spricht er gut Englisch. Zum Nachtessen gibt es Gebratenen Reis mit Poulet. Zum Abschluss hauseigenen Pisco. Der ist besser als der Wein, der ist nämlich ziemlich süss. Wir beschliessen noch eine Nacht länger zu bleiben.
(94km, 1¾h unterwegs)

Sa 29.06.2019
Das Frühstück ist eines der Besten bis jetzt in Peru. Mit Suppe, Omelette und guten Brötchen. Auch der Kaffee ist gut. Maria geht mit Carmen, der Frau von Oscar auf den Markt zum Einkaufen. Oscar zeigt Efraim den ganzen Hof. Ich erledige diverse Büroarbeiten und wasche unsere schmutzige Wäsche und hänge sie auf zum Trocknen. Bevor sie trocken ist beginnt es zu regnen und ich muss sie zusammenpacken. Ich buche unser Hotel in Lima, dann eine Intrepid-Reise auf die Galapagos Inseln. Ein ziemlich teurer Spass, 3154 USD + 120 USD vor Ort für 10 Tage inkl. Flug. Rolf hat mich vorgewarnt. Zum Nachtessen gibt es Schweinebauch in einem speziellen Ofen gebacken. Der ist sehr gut. Nachher sitze ich mit Oscar zusammen. Er trinkt meinen Whisky und ich seinen Pisco. Ein lustiger Abend.

So 30.06.2019
Das Frühstück ist etwas hektisch, weil auch die neuen Gäste zur gleichen Zeit frühstücken wollen. Ich hänge die feuchte Wäsche nochmals auf. Ein Gruppe Musikanten tauchen mit einem Kreuz auf und machen auf ein Fest im Dorf aufmerksam. Oskar bringt mich zum Nachbarhaus. Der Besitzer züchtet Kampfhähne, das erklärt die vielen krähenden Hähne am Morgen. Ein anderer bringt 2 Kampfhähne un sie zu testen. Sie lassen die Tiere mit abgedecktem Sporn, damit sie sich nicht zu sehr verletzen. Die gehen dann richtig zur Sache, dass die Federn nur so fliegen. Sie werden aber sofort getrennt, wenn es zu gefährlich wird. Dazu muss man natürlich noch Pisco trinken. Nachher bezahle ich die Rechnung. Da sie vieles separat verrechnen kostet es am Schluss ziemlich viel, fast 600 PEN = 180 CHF. Aber es war gut und wir hatten viel Spass. Um 14.15h verabschieden wir uns und fahren los. Zuerst tanken wir noch in Imperial, dann geht es zurück auf die Panamericana. Es ist neblig und hat ziemlich viel Verkehr. Der ist zeitweise mühsam weil einige konsequent auf der linken Spur unterwegs sind, auch wenn sie nur 70km/h fahren. Eingangs Limas verpasse ich 2 Mal die richtige Ausfahrt und darf Ehrenrunden drehen. Um 16.45h sind wir am Ziel. Die gebuchte Wohnung ist klein, dunkel und verraucht. Es gibt aber noch eine andere Wohnung. Für 5 USD mehr ist sie viel schöner. Wir wechseln. Ich kann die alte Wohnung auf der App von Booking.com nicht stornieren, weil in Amsterdam schon der 1.Juli ist und meine Buchung in der Vergangenheit liege! Ich storniere wie Jasmin mir sagt per E-Mail. Das klappt denn auch. Ich hole dann mein Auto und parkiere gegenüber dem Haus wir Jasmin mir gesagt hat. Zum Einkaufen gehen wir in den Supermarkt der Siedlung und da dann auch gleich zum Nachtessen ins "Garden". Meine Tallarin Saltado schmeckt gut. Nachher besorge ich noch Bargeld, ich dafür etwa ¼h anstehen. Um 21.30h sind wir zurück. Wir schlafen zu dritt im grossen Bett. Maria zieht irgendwann in der Nacht um ins andere Schlafzimmer.
(161km, 2½h unterwegs)

Mo 01.07.2019
Kaum fertig mit dem Frühstück beginnt der Ärger mit dem Parkplatz. Die wollen dass ich umparkiere, weil sie keine Lastwagen auf ihrem Parkplatz dulden. Jasmin erscheint nicht wie angekündigt. Der Parkwächter kommt wieder und nervt. Wir warten auf Jasmin, aber sie kommt nicht. Ich starte mit dem neuen Reisebericht. Um 15h gehen wir einkaufen und Maria und Efraim essen im "Garden" etwas. Zum Nachtessen kocht Maria zu Hause. Gerade wenn das Essen fertig ist, nervt der Parkwächter wieder. Nach dem Essen versuche ich wieder Jasmin zu erreichen. Sie ruft dann endlich sogar zurück und kommt 1h später vorbei. Ich kann über Nacht parkieren wo ich bin, muss morgen aber umparkieren. Sie wird um 9h vorbei kommen und mit mir zum Parkplatz fahren. Die Wohnung bezahle ich noch nicht, sonst kommt sie morgen vielleicht wieder nicht. Das Warten hat sich positiv auf den Reisebericht ausgewirkt. Die Bilder sind fertig nummeriert und ausgesucht. Um 22h sind wir im Bett. Zuerst zu dritt, irgendwann verschwindet Maria wieder merke ich am Morgen.

Di 02.07.2019
Mein Frühstück ist heute zum ersten Mal seit Wochen wieder normal. Mit gutem Camembert, Hart-Käse, ungesalzener Butter, gutem Brot, 4-Minuten-Ei und Himbeer-Konfi! Jasmin kommt natürlich erst um 09.30h, aber sie kommt. Ich parkiere mein Auto in der Nähe ihres Büros, etwa 300m von der Wohnung entfernt. Ich rufe Fix an, er hat heute Geburtstag. Um 12.15h fahren wir mit Cabify zum Mercado Central de Lima. Das ist ein riesiger Markt im Chinesen-Viertel. Man findet im und um den Markt alles was man braucht. Maria braucht zuerst etwas für den Magen. Efraim bestellt Muscheln, hat aber die Beilage nicht gern, viel Zwiebeln, Chili und Zitronen-Saft. Nachher ist Einkaufen erwünscht. Zuerst Unterhosen für Maria. Schuhe für Efraim finden wir keine. Auch Sweater finden wir keinen der uns passt, dafür einen Rucksack für die Schule. Gegen 16h machen wir uns wieder per Cabify auf den Heimweg. Nach ½h sind wir zurück. Ich gehe noch Bier, Crackers und Brot einkaufen. Es beginnt wieder zu nieseln. Zum Nachtessen gehen wir wieder ins "Garden", wir werden langsam Stammgäste. Mein Lomo fino ist ein riesiges dünnes Schnitzel, schmeckt gut. Um 21.30h sind wir zurück. Efraim schlägt mir versehentlich die Lippe blutig.

Mi 03.07.2019
Maria und Efraim schlafen im andern Zimmer, das merke ich aber erst am Morgen wenn ich erwache. Heute wird die Wohnung gereinigt, darum müssen wir um 13h weg sein. Wir gehen ins Real Plaza, ein grosses Einkaufszentrum gleich bei uns in der Nähe. Zuerst eine Jacke für Efraim weil er in der Schule immer friert wegen der Klima-Anlage. Maria kann es nicht lassen und muss auch noch Kleider für sich und andere kaufen. Zum Schluss sind es 230 PEN = 69 CHF. Ich gehe mit Efraim in die oberen Stockwerke. Da kaufe ich eine kleine Waage um das Gepäck zu wägen. Wir finden dann auch noch Schuhe für Efraim bei Bata. Auf dem Heimweg haben die beiden natürlich Hunger. Im "Corralito" essen wir etwas. Die Putzfrau ist gerade fertig wenn wir zu Hause ankommen. Da versuchen wir das Gepäck zu wägen, ziemlich kompliziert mit einer Waage auf der man knapp mit einem Fuss stehen kann. Die Koffer sind 20kg und etwa 23kg, die Rucksäcke 5kg und 8kg. D.h. ich muss bei AirAsia noch Zusatzgepäck kaufen. Um 19h gehen wir nochmals ins "Corralito". Da beginnt gleich das Spiel Chile gegen Peru im Halbfinal des Copa American. Kaum haben wir bestellt, fällt das erste Tor für Peru. Ein riesiges Geschrei. Die Leute fiebern richtig mit. Schlussendlich gewinnt Peru 3:0 und steht am 7.Juli im Final gegen Brasilien. Mein Gordon Bleu schmeckt sehr gut. Da sie nur ganze Flaschen Wein verkaufen, muss ich eine ganze Flasche alleine trinken. Nach Spielschluss gehen wir noch ins "Garden" auf einen Dessert. Nach 22h sind wir zurück. Nach dem Duschen gehe ich schlafen.

Do 04.07.2019
Spätes Frühstück, dann Checke ich Maria & Efraim ein. "Büro" und zusammen räumen. Zum Mittagessen gehen wir nochmals ins "Garden". Nachher kaufe ich noch Brot und Knopf-Zellen für diverse Geräte ein. Kaum zu Hause, steht der auf 16h bestellte Cabify vor der Tür, ½h früher. Offenbar hat er das nicht gewusst. Nach einigem diskutieren wartet er dann doch 15 Minuten bis wir fertig sind. Es geht relativ zügig zum Flugplatz. Bereits um 16.30h sind wir da. Es gibt eine riesige Schlange am KLM-Schalter. Sieht schlimmer aus als es ist, nach ½h sind sie eingecheckt. Für AirAsia hat Maria 3kg Übergewicht. Die muss ich für 11 MYR nachkaufen, muss aber zuerst die Batterien des UBS-Access-Gerätes wechseln. Maria startet nochmals kurz durch, beruhigt sich aber schnell wieder. Um 18.30h verabschieden wir uns und ich fahre mit dem Taxi zurück. Cabify würde 58 PEN kosten, das Taxi kostet nur 50 PEN. Nach 1h bin ich zu Hause. Ich räume auf und dusche. Heute kein Nachtessen, nur Apero. Ich ersetze die Batterien und aktiviere UBS-Access und kann nun das Zusatzgepäck für Maria buchen. Erinnere Miando an seine Rückzahlungspflicht, er hat versprochen ab Juni zu bezahlen, aber bis jetzt habe ich noch kein Geld bekommen. Ich wollte das nicht während dem Aufenthalt von Maria erwähnen, weil sie sonst wieder durchgestartet wäre. Um 22h bin ich im Bett.

Fr 05.07.2019
Aufstehen um 07.30h und Frühstück. Dann zusammenpacken. Das Auto vom Parkplatz holen und einladen. Um 10.45h fahre ich los zum Flugplatz um Vivian abzuholen. Da gibt es Diskussionen wegen meinem Auto. Kaum habe ich parkiert meldet sich Vivian, sie ist schon da, früher wie erwartet. Wir laden ihre Sachen ein und fahren los. Wir brauchen 1½h für die ersten 40km bis wir aus Lima heraus sind. Nachher geht es zügig weiter. Es ist neblig, manchmal muss ich sogar die Scheibenwischer benützen. Um 13.30h machen wir eine Pause, Vivian isst etwas. Nach ¾h geht es weiter. Erst in der Nähe von Pisco wird das Wetter besser. Um 16h erreichen wir Paracas. Im Bamboo Lodge haben wir ein Zimmer mit Sicht auf den Fischerhafen direkt vor dem Hotel. Wir richten uns ein und ich trinke mein Ankunftsbier auf unserem kleinen Balkon. Zum Apero gibt es Pisco Sour. Der Sonnenuntergang findet hinter Wolken statt. Zum Nachtessen gehen wir in ein kleines Restaurant. Vivian isst einen gegrillten Fisch, ich Tallarin Saltado, beides sehr gut. Um 21h sind wir zurück.
(275km, 6h unterwegs)

Sa 06.07.2019
Direkt am Fischerhafen hat auch einen Nachteil, bereits um 06.30h beginnen sie da zu arbeiten. Um 08.15h gehen wir zum Frühstück. Das ist ziemlich durchschnittlich. Da das Wetter gut ist, buchen wir einen Bootsausflug zu den Islas Ballestas. Um 09.45h werden wir abgeholt und werden nach einigem Warten mit dem Auto zum Hotel Hilton ausserhalb von Paracas gebracht. Gegen 10.30h fahren wir mit einem kleineren Boot wie letztes Mal los, wir sind "nur" 18 Personen. Zuerst zum Hafen San Martin, der erweitert wird, dann zum Kronleuchter (Kaktus). Denn sieht man bei diesem Wetter viel besser als letztes Mal. Kurz vorher überholen uns Pelikane im Formationsflug, obwohl wir mit 40km/h unterwegs sind. Dann geht es übers offene Meer zu den Islas Ballestas. Riesige Schwärme von Kormoranen sind am Fischen im offenen Meer. Bei diesem Wetter sind sehr viele Vögel in der Luft. Der Scheissdreck dieser Vögel wird als Guano für teures Geld verkauft. Alle paar Jahre wird er eingesammelt und verschifft. Um 12.15h sind wir zurück. Zuerst Brille und Gesicht vom Salzwasser reinigen, dann zum Mittagessen. Vivian isst Muscheln, ich trinke nur mein Bier. Zurück im Hotel wieder einmal "Büro". Nachher nichts tun bis zum Sonnenuntergang. Apero auf dem Balkon. Zum Nachtessen gehen wir in die Pizzeria Venezia. Die Pizza ist sehr gut. Um 21h sind wir zurück.

So 07.07.2019
Nach einer schönen Nacht geniessen wir ein spätes Frühstück. Um 12h fahren wir los. Wir haben gestern einen Zuschlag bezahlt und können heute darum ohne zusätzliche Kosten das Paracas National Reserve besuchen. Das ist eine schöne Wüstenlandschaft. Das interessanteste ist die "Cathedral", eine Felsformation an der Steilküste die an die 12 Apostels an der Great Ocean Road in Australien erinnert. Da scheint die Sonne, was alles viel schöner macht. Von da geht es zurück über mehrere Stationen mit schöner Aussicht auf die Küste. Fast zurück in Paracas gibt es einen Flamingo Viewpoint. Da gibt es tatsächlich ein paar Flamingos, aber das Wetter ist grau, so kommen sie nicht zur Geltung. Im Restaurant neben dem Hotel isst Vivian etwas, ich trinke ein Bier und schaue das Final-Spiel Brasilien gegen Peru an. Peru verliert leider 3:1. So bleibt das grosse Fest hier aus. Zum Nachtessen gehen wir ins "Karamba". Um 21h sind wir zurück.
(42km, 2½h unterwegs)

Mo 08.07.2019
Nach dem Frühstück packen wir zusammen. Um 10h fahren wir los nach Ica. Kaum weg von der Küste scheint die Sonne. Nach 1¼h sind wir in der Oase Huacachina. Da setzen wir uns in den Sand und schauen dem Treiben zu. Zwischendurch gehen wir in ein Restaurant. Vivian isst einen Salat und ich trinke wie üblich ein Bier. Um 15.30h fahren wir zum nahen Hotel "Villa Oasis". Es ist klein, neu, und sehr schön. Obwohl nahe der Hauptstrasse ist unser Zimmer ruhig. Zum Nachtessen gehen wir ins "El Cordon y la Rosa", ein sehr schönes aber teures Restaurant. Mein Filet Mignon ist etwas vom besten was ich hier in Peru bekommen habe. Um 21h sind wir zurück.
(77km, 1½h unterwegs)

Di 09.07.2019
Das Frühstück ist besser als auch schon, aber nicht überragend. Nachher gehen wir ins nahe Einkaufszentrum. Ich hole Bargeld und lade mein Handy auf damit ich ein Datenpacket kaufen kann. Vivian braucht eine Salbe. Um 11h fahren wir zurück nach Paracas. Heute kein Sonnenschein. Nach 1h sind wir da. Wir bekommen im Bamboo Lodge wieder das gleiche Zimmer wie vorher. Ich hole meinen Tisch aus dem Auto und klemme mich hinter den Computer, sonst wird mein Reisebericht nie fertig. Ich verpasse den Apero vor lauter "Arbeit". Zum Nachtessen gehen wir nebenan bei der aufgestellten Kellnerin. Es ist sehr gut, es gibt sogar ein Glas guten Wein. Meist verkaufen sie nur ganze Flaschen. Um 22h sind wir zurück…
(70km, 1h unterwegs)

Mi 10.07.2019
Wir beschliessen weiter zu fahren nach Jita bei Lunahuaná. Ich buche ein Airbnb. Wo es ist finden wir erst nach einigem Suchen und mit Hilfe der Beschreibung von Carmen der Gastgeberin heraus. Eingezeichnet ist es wie fast üblich falsch. Um 11.15h fahren wir los. Via Pisco auf die Panamericana sur. Beim Km 151 verlassen wir die Autobahn und biegen kurz nachher in eine Nebenstrasse ab, die mir das Navi empfiehlt. In Herbay Alto nach 2km endet die geteerte Strasse. Kein Grund umzukehren. Wir fahren weiter durch Felder den Rio Canete entlang. Die Strasse wird immer schmaler, doch es kommen uns Fahrzeuge entgegen, kein Grund zum Umkehren. Nach 16km wird es ziemlich eng und wir fragen ob man hier weiter nach Lunahuaná fahren kann. Man kann nicht! Also umkehren und den ganzen Weg zurück. Nach 36km Umweg und 1¾h Fahrt, sind wir wieder zurück auf der Hauptstrasse. Jetzt zeigt das Navi plötzlich den richtigen Weg an. Bei einer Zahlstelle gibt es eine Diskussion, ich bin überzeugt, dass ich 50 PEN gegeben habe, er behauptet nur 20 PEN. Je weiter wir ins Tal hinein fahren umso schöner wird das Wetter. In Jita unserem Ziel ist der Himmel wie erhofft blau und die Sonne scheint. Der Bungalow von Carmen ist einfach aber schön und mit schöner Aussicht auf die Berge. Das Auto parkiere ich beim Restaurant in der Nähe. Wir richten uns ein und geniessen den Sonnenuntergang bei einem Glas Weisswein vor unserem Bungalow. Zum Nachtessen gehen wir da wo ich mein Auto parkiert habe. Das Essen ist sehr gut und billig, 40 PEN für beide inkl. 2 Liter Wasser! Ich kann meinen eigenen Wein mitbringen. Um 20h sind wir bereits im Bett und geniessen die Ruhe und vieles mehr.
(174km, 4½h unterwegs, davon 32km ungeteert)

Do 11.07.2019
Nach einer unruhigen Nacht geniessen wir das späte Frühstück mit Hausgemachtem Brot und frischem Joghurt. Wir verlängern unseren Aufenthalt um eine Nacht. Ich kann meine Wäsche waschen, nachher "Büro". Zum Mittagessen gehen wir wieder ins kleine Restaurant. Nachher gehen wir ein wenig der Strasse entlang bis zum nächsten Ort. Es gibt keinen anderen Weg. Zurück im Bungalow hole ich eine trockene Wäsche und packe sie ein, dann geniessen wir die Ruhe und die Sonne. Apero zum Sonnenuntergang. Zum Nachtessen wieder ins gleiche Restaurant, das Essen ist wieder sehr gut. Um 20h sind wir bereits zurück weil das Restaurant um diese Zeit schliesst. Wir verbringen eine schöne Nacht.

Fr 12.07.2018
Spätes Frühstück, dann zusammenpacken. Wir könnten noch lange hier bleiben. Um 11h verabschieden wir uns von Carmen und fahren los. Bereits nach wenigen Kilometern sind wir zurück im Nebel. Nach 1h erreichen wir die Panamericana Sur. Dann geht es zügig weiter bis nach Lima. Erst da beginnt der Verkehr zu stocken. Diesmal verpasse ich die Ausfahrt nicht. Auf der Hauptstrasse stockt der Verkehr. Die Lichtsignal-Phasen sind ewig lang, bis zu mehr als 3 Minuten. Ich weiche auf Nebenstrassen aus und komme so viel schneller ans Ziel. Um 14h sind wir beim Hotel "Los Q'eros". Sie haben mir geschrieben, dass mein Auto auf den Parkplatz passt. Das stimmt auch, vorne 1cm bis zur Windschutzscheibe, hinten 0 cm! Unser Zimmer ist ziemlich gross, geht aber zur Strasse hin. Hoffentlich ist es nicht zu laut. Bei unserer Ankunft waren Judit und Jenny, die Nichten von Martha, der Haushälterin von Vivian bereits da. Mit ihnen fahren wir ins Restaurant Berypez. Ich trinke wie üblich nur ein Bier, die andern bestellen zu Essen und bekommen riesige Portionen. Weil Jenny morgen Geburtstag hat, gibt es zum Abschluss Pisco Sour. Dann fahren wir zum Plaza de Armas. Es ist bereits am Eindunkeln, so sehe ich die diversen Sehenswürdigkeiten auch einmal "by night". Vivian will Unterwäsche und Medizin für ihren Ausschlag im Gesicht kaufen. Judit und Jenny zeige ihr Marthas Lieblingsgeschäft. Wir verabschieden uns und fahren mit dem Taxi zurück ins Hotel. Nach 20h gehen wir zum Nachtessen ins "Sarcletti", eine italienische Kette. Meine Medaillons mit Risotto sind sehr gut. Um 21.30h sind wir zurück …
(184km, 3h unterwegs)

Sa 13.07.2019
Um 9h, im letzten Moment gehen wir zum Frühstück. Das ist besser wie erwartet. Nachher ist "Büro" angesagt. Die Unterwäsche passt nicht. Wir fahren mit Cabify zum Geschäft zurück. Vivian kann sie anstandslos umtauschen. Sie will Souvenirs kaufen, darum gehen wir in die Nähe des Plaza de Armas. Dort gehen wir ins "El Cordano", Vivian isst etwas, ich trinke mein übliches Bier. Zu Fuss gehen wir dann zum "Parque de Aguas". Da wir beide über 65 Jahre alt sind, müssen wir kein Eintrittsgeld bezahlen. Es ist ein schöner Park mit vielen Wasserspielen. So richtig kitschig werden sie nach dem Eindunkeln. Sie werden in allen Farben beleuchtet. Um 19h fahren wir mit dem Taxi zum Restaurant "Sarcletti" von gestern. Die Pizza ist ein Reinfall, der Rest ist gut. Um 21h sind wir zurück im Hotel und geniessen den Rest des Abends.

So 14.07.2019
Frühstück um 9h, im letzten Moment. Ich arbeite nachher an meinem Reisebericht. Gegen 15h fahren wir mit dem Bus zum "Parque del Amor". Da hat man eine gute Sicht auf die Steilküste von Miraflores. Leider ist es neblig und trüb. In einem kleinen Café kehren wir ein. Meine Tortilla ist nicht wirklich gut. Zu Fuss gehen wir hinunter zum Strand. Da ist das Restaurant "La Rosa Náutica". Einer der Söhne von Vivian hat ihr empfohlen dahin zum Nachtessen zu gehen. Ich bin eingeladen. Vorher trinken wir in der Bar ein sündhaft teures Glas Weisswein. Es ist sehr bequem mit einer schönen Aussicht auf die riesigen Wellen. Um 19h gehen wir ins Restaurant. Es ist sehr gediegen eingerichtet. Ich fühle mich ein wenig deplatziert. Das Essen ist sehr gut. Ich habe Lamm-Eintopf, Vivian Oktopus grilliert, dazu ½ Flasche Wein. Zum Dessert Chirimoya für Vivian, Pisco puro für mich. Alles zusammen 300 PEN = 90 CHF. Mit Cabify zurück ins Hotel, wo wir den Rest des schönen Tages geniessen …

Mo 17.07.2019
Frühstück bereits um 08.30h. Dann packen. Um 09.30h fahren wir los. Nach 40 Minuten sind wir bereits am Flugplatz. Vivian hat keinen Koffer zum Aufgeben. Wir treffen Jenny, sie will Vivian verabschieden. Um 11.15h heisst es Abschied nehmen. Zehn wunderschöne Tage sind zu Ende. Dann geht der Ärger los. Diesmal haben sie mich auf den Parkplatz fahren lassen. Beim Bezahlen geht es wieder los. Obwohl klar angeschrieben ist max. Höhe 5.30m. Wollen sie mehr Geld weil mein Auto höher als 2.20m sei. Und zwar unverschämt viel mehr. Anstatt etwa 8 PEN wollen sie mir 63.40 PEN verrechnen, weil ob der Diskussionen inzwischen mehr als 1h vergangen ist, verrechnen sie gleich 2h! Zwangsweise willige ich ein 1h = 31.70 PEN = 9.50 CHF zu bezahlen. Kaum losgefahren, geht der Ärger weiter. In einer Polizei-Kontrolle verlangt ein Motorrad-Polizist mit verspiegelter Sonnenbrille alle Papiere im Original. Zum Schluss behauptet er, dass ich mit meinem Auto nicht auf der linken Spur fahren dürfe, was überhaupt nicht stimmt. Ich verliere weitere 7 Minuten wegen diesem Idioten. Wenigstens gibt es diesmal bei den Zahlstellen keine Probleme. Nach Ancón hat es so dichten Nebel, dass ich zum ersten Mal meine Nebel-Rückleuchte einschalte und nur noch mit 60-70km/h fahre. Um 13.15h tanke ich bei Chancay. Vor Huacho wird das Wetter besser und die Sonne scheint. Um 15h erreiche ich Barranca. Das "Las Terrazas" ist nur 20m vom Strand entfernt. Sie finden meine Buchung nicht, darum dauert es bis ich mein Zimmer beziehen kann. In einem kleinen Restaurant geniesse ich mein Ankunftsbier an der Sonne. Nachher gehe ich bis zum Ende des Strandes und schau mir die Restaurants an. Viel sind geschlossen und die die offen sind schliessen um 18h. Am andern Ende des Strandes ist das "Tato" auch nur offen bis 18h, darum bestelle ich bereits um 17.30h mein Nachtessen. Lomo Saltado ist nicht schlecht, aber der Reis ist kalt. Maria ruft ausser sich an. Martha ihre Schwester die auf ihre Mutter aufgepasst hat während sie in Peru war ist unerwartet in Bangkok gestorben. Sie ist von Medan nach Bangkok geflogen um ihren Sohn zu besuchen. Dort viel sie aus dem Bett und starb kurze Zeit nachher, bevor die Ambulanz ankam. Den Sonnenuntergang verpasse ich fast, weil ich meine Essen bezahle. Zurück im Hotel noch etwas "Büro" und telefonieren mit Maria. Später ruft auch noch Vivian an. Maria ist natürlich sehr traurig, sie wartet lange zu bis sie es ihrer Mutter sagt. Die will dann gleich nach Balikpapan fliegen wo die Beerdigung stattfinden wird. Ich sage Maria, dass sie zuerst alles andere abklären soll, bevor wir die Flüge buchen. Es ist nach 23h wenn ich schlafen gehe.
(202km, 4h unterwegs)

Di 16.07.2019
Noch vor dem Frühstück ruft Maria an, sie hat Flüge für morgen buchen lassen. Das Frühstück findet im Freien auf der Terrasse statt. Ich habe auf 9h bestellt. Um 09.10h klopft es, mein Frühstück sei bereit. Ein Gast aus Lima kommt auch. Er kann Englisch und wir unterhalten uns ein wenig. Es hat Nebel und ist kühl. Ideal um meinen Reisebericht fertig zu stellen. Ich verlängere meinen Aufenthalt um eine Nacht und klemme mich hinter den Computer. Ich kann die Flüge nicht einchecken und sende Maria die Telefon-Nummer und die Tickets. Die kosten 12'000'000 IDR = 850 CHF. Ich hoffe ich bekomme das Geld für Mama und die Helferin zurück. Ich buche eine Unterkunft in Chimbote und stelle dann den Reisebericht fertig. Um 14h bin ich fertig und versende die E-Mails. Inzwischen hat sich der Nebel gelichtet und die Sonne scheint durch die Wolken. Ich gehe zum Südende des Strandes. Heute sind noch weniger Restaurants geöffnet wie gestern. Ich steige hoch auf die Klippe mit der Christus-Figur. Die ist 20m hoch und ziemlich hässlich. Dafür hat man eine gute Aussicht auf den Ort und die Küste. Auf dem Rückweg möchte ich ein Glas Weisswein trinken. Das gibt es aber nicht. Bei einem Glas süsser Rotwein schaue ich den Fischern zu. Die bringen den Fang mit kleinen Ruderbooten zum Strand. Dabei surfen sie gekonnt durch die mit 3m ziemlich hohen Wellen. Alle zusammen ziehen dann das Boot auf den Strand. Die Helfer bekommen dafür einen ziemlich grossen Fisch. Die Sonne kommt nun richtig aus den Wolken. Ich gehe zum Nordende des Strandes. Dort im gleichen Restaurant wie gestern bestelle ich bereits um 17h mein Nachtessen. Poulet-Schnitzel mit Pommes. Den Wein kann die Kellnerin auch heute nicht öffnen, ich helfe ihr. Am Flaschenrand splittert etwas Glas weg. Beim Entfernen verletze ich mich und mein Finger blutet ein wenig. Die Kellnerin gerät fast in Panik. Der Chef will mir eine neue Flasche bringen. Kurz vor Sonnenuntergang bin ich zurück im Hotel und gehe auf die Terrasse. Viele Kabel beeinträchtigen aber die Aussicht auf die Sonne. Nachher kläre ich per WhatsApp meine Söhne über meine Beziehung zu Vivian auf. Nach einem Gespräch mit Vivian gehe ich ins Bett.

Mi 17.07.2019
Meine Söhne geben ihren Kommentar ab, darum erwache ich bereits um 03h und gebe ihnen Antwort. Kann nachher kaum mehr einschlafen. Heute ist das Frühstück bereits um 08.45h bereit. Ich versuche das flüssige Kaffee-Konzentrat. Das ist wesentlich besser als der Nescafé. Heute ist es auf der Terrasse noch kühler und nebliger wie gestern. Ich packe zusammen. Um 10.30h fahre ich los. Ich brauche ¼h um aus dem Ort zu kommen. Dann geht es zurück auf die Panamericana Norte. Da hat es wenig Verkehr, fast nur Lastwagen. Die Autobahn führt mehr oder weniger die Küste entlang, immer in der Wüste. Bei Huarmey ist die Autobahn für ein paar Kilometer unterbrochen. Da zeigt sich auch gegen 12h zum ersten Mal die Sonne, dann sieht alles viel besser aus, nicht mehr grau in grau. Es weht zeitweise ein heftiger Wind, aber ausnahmsweise meistens von hinten. Es hat auch Warntafeln die vor Sandsturm warnen. Um 13h erreiche ich Casma. Auch hier fehlt ein Stück Autobahn. Der Verkehr nimmt jetzt merklich zu. Um 14.15h erreiche ich Chimbote. Das Hostal Las Orquídeas finde ich auf Anhieb und es gibt Parkplätze direkt vor dem Hotel. Das Zimmer ist etwas dunkel, aber dafür sehr ruhig, mitten im Zentrum. Ich gehe auf die Suche nach Zahnbürste, Whisky und meinem Ankunftsbier. Das finde ich im "Mar & Luna" am Hafen. Die Stadt ist nichts Besonderes, darum buche ich nach meiner Rückkehr ins Hotel ein Zimmer in Huanchaco. Der Hotelier will, dass ich mein Auto in die Hotelgarage bringe. Die Einfahrt ist aber genauso hoch wie mein Auto und der Parkplatz blockiert ein anderes Fahrzeug. Darum verzichte ich und lasse man Auto vor dem Hotel. Apero im Zimmer, wieder mit neuem Whisky. Zum Nachtessen gehe ich ins "Hugo", ein chinesisches Restaurant. Bier und Wein haben sie keines, nur Pisco Sour. Meine Nudeln sind gut, der Pisco auch, darum bestelle ich noch einen zweiten. Zurück im Hotel will mich der Hotelier umparkieren lassen. Ich verzichte, weil ich schon zu viel Alkohol getrunken habe. Um 21h bin ich im Bett.
(241km, 3¾h unterwegs)

Do 18.07.2019
Das Frühstück ist peruanisch, heisst nur Eier und Brot. Aber die Begrüssung und Bedienung ist sehr familiär! Ich kontaktiere Estephan, meinen Mitbewohner in Buenos Aires. Der kommt aus Ecuador. Er meldet sich auch umgehend. Er wird in Quito sein bis zum 12.August. Er offeriert mir auch eine Unterkunft seiner Eltern etwa ausserhalb von Quito. 35 USD/Tag für die Wohnung und 5 USD/Tag für das Parkieren meines Autos während ich auf Galapagos bin. Um 11.15h fahre ich los. Es geht eine Weile, bis ich aus der Stadt bin. Ich tanke noch zu einem unschlagbaren Preis, 12 PEN/Galone = 0.95 CHF/Liter. Dann geht es aber zügig weiter. Wie üblich sind fast nur Lastwagen unterwegs. Es ist neblig, alles grau in grau. Die Mehrheit ist Autobahn, nur immer wieder unterbrochen wenn es durch grössere Ortschaften geht. Meist bin ich in der Wüste unterwegs, aber immer wieder gibt es grüne Abschnitte, da wir dann intensiv Landwirtschaft betrieben. Obstplantagen und Gemüse. Weiter nördlich sind es dann vermehrt Zuckerrohr-Plantagen. Die Sonne zeigt sich bis ins Ziel nie. Huanchaco liegt am Südpazifik und ist offenbar bei Surfern und Kajak-Fahrern sehr beliebt. Es gibt hohe und regelmässige Wellen. Das Los Esteros Hostal liegt 10m vom Meer entfernt, nur eine Strasse liegt dazwischen. Mein Zimmer ist riesig, 10m bis zum Meer. Das Internet ist schwach, so muss ich tricksen. Ich esse ein Sandwich und dazu das obligate Ankunftsbier. Nachher plane ich die nächsten Stationen. Ich buche ein Hotel Piura und merke erst bei der Planung der Route, dass ich ein Etappenziel ausgelassen habe. Genau dieses Hotel ist nicht stornierbar. Ich kontaktiere das Hotel und schaffe es nach einigem hin und her, dass sie meine Buchung um einen Tag verschieben. Dann buche ich ein Hotel für morgen in Chiclayo. Das liegt auf ½ Strecke. Apero im Zimmer, von da habe ich die beste Aussicht auf das graue Meer. Jetzt wo ich einen Logenplatz für den Sonnenuntergang hätte. Zum Nachtessen gehe ich ins "Lighthouse". Da werde ich gleich auf Englisch angesprochen. Mein Schweinskotelett ist gross und gut. Zurück im Hotel genehmige ich mir noch einen Pisco puro. Ich glaube ich bin der einzige Gast der nicht surft oder Kajak fährt. Um 21h bin ich im Bett. Die hohen Wellen sind ziemlich laut.
(149km, 2¾h unterwegs)

Fr 19.07.2019
Zum Frühstück gibt es Spiegelei und Brötchen. Um 10.15h fahre ich los. Es geht gleich weiter wie es gestern aufgehört hat. Grau in Grau, Wüste und Plantagen. Erst kurz vor Pacasmayo, gegen 11.30h zeigt sich die Sonne. Es gibt jetzt auch mehr Unterbrüche auf der Autobahn. Das ist vor allem mühsam wegen den viele Schwellen. Die schweren Lastwagen fahren da nur im Kriechtempo darüber und es gibt darum immer wieder Staus. Um 13.30h erreiche ich Chiclayo. Das Ottavis Hotel finde ich ohne Probleme. Nur mit dem Parkieren gibt es Probleme. Die "Chefs de Trottoirs" wollen mich nicht in ihrem Revier, auch nicht für 3 Minuten. Der Wachmann der Bank neben dem Hotel erzählt etwas von Schwarzer Zone und schickt mich weg. Die Dame an der Rezeption weisst mich dann aber genau da hin wo ich stoppen wollte und ich kann mein Auto da parkieren. Ich deute dem Wachmann an, dass er ein Idiot sei. Er übersieht das geflissentlich. Ich richte mich ein und gehe dann zum Plaza de Armas. Der Platz selbst ist nicht schön, aber die Gebäude darum herum. Auf dem Rückweg find ich die peruanische Version der Rheinfelder Bierhalle. Das "Balta 512" scheint eine Institution zu sein. Ich geniesse ein Sandwich und ein Bier. Zum Nachtessen werde ich hierher gehen. Zurück im Hotel "Büro". Apero im Zimmer mit Sonnenuntergang, allerdings im Häusermeer. Ich parkiere mein Auto auf einem Parkplatz in der Nähe und gehe nachher ins "Balta 512" zum Nachtessen. Es ist Freitag und es gibt Cordon Bleu, der Fall ist klar. Es schmeckt sehr gut und wie es sein muss. Um 21.30h bin ich zurück, Dusche und telefoniere noch mit Vivian, dann gehe ich ins Bett.
(212km, 3½h unterwegs)

Sa 20.07.2019
Frühstück im Café im 7.Stock. Der Kaffee aus einer professionellen Espresso-Maschine ist sehr gut. Ein Gast am Nebentisch kommt mit mir ins Gespräch. Um 10h mache ich mich auf den Weg zum Parkplatz. Reinige noch die Scheiben und fahre dann los. Ich halte nach einer günstigen Tankstelle Ausschau. Ich finde auch eine für 12.19 PEN/Gal. Doch der Angestellte macht den ganzen guten Preis kaputt, weil er obwohl ich ihm sagte er müsse die 2 drücken einfach ok drückte. Das sieht man erst auf der Quittung und dann ist es zu spät. Ok oder 1 heisst verrechnen in CHF mit 3.5% Zuschlag und in der Schweiz dann nochmals die üblichen 1.75%. Die 2 bedeutet verrechnen in PEN mit 1.75% Zuschlag in der Schweiz. Da hätte ich auch für 12.60 PEN/Gal tanken können. Es sind zwar nur etwa 2 CHF für den Tank, ärgert aber trotzdem, vor allem weil man darauf hingewiesen hat. Es geht meistens durch die Wüste, heute aber bei Sonnenschein. Die Strasse ist fast immer 2-spurig und hat wenig Verkehr. Bezahlen muss man trotzdem und das nicht zu knapp 25 PEN = 7.50 CHF für 200km. Erst kurz vor Piura hat es wieder Ortschaften und es wird Landwirtschaft betrieben. Um 13.30h erreiche ich das Hotel Las Palmeras. Ich kann mein Auto neben dem Hotel parkieren. Das Zimmer ist noch nicht bereit, darum gehe ich mein Ankunftsbier trinken. Das Zimmer ist nichts Spezielles, dunkel und veraltet. Aber das Hotel ist nicht schlecht und hat sogar einen Pool. Beim Buchen eines Airbnb geht es wieder "peruanisch" zu und her. Bis ich weiss ob ich parkieren kann braucht es min. 5 Mitteilungen. Wenn alles klar ist, buche ich die Unterkunft, nur um 15 Minuten später die Mitteilung zu bekommen, dass ich die 2.Nacht in einem billigeren Zimmer verbringen muss und er mir für den Parkplatz etwas verrechnen will. Ich teile ihm mit, dass ich keinen Cent mehr bezahlen werde und er mir sogar 35 PEN zurückzahlen müsse. Falls er nicht einverstanden sei, müsse er die Buchung stornieren. Daraufhin habe ich nichts mehr gehört. Mal sehen was morgen passiert. Das alles passierte während dem Apero am Pool. Zum Nachtessen gehe ich in der Nähe des Plaza de Armas. Das "Don Parca" ist ein schönes Restaurant. Das "Lomo Don Parca al BBQ" schmeckt sehr gut. Zum Abschluss ein Flan und einen Pisco puro gegen den Frust. Um 21h bin ich zurück. Maria wollte heute Sonntag zurück nach Medan fliegen. Sie haben ihr den Flug aber versehentlich für morgen Montag gebucht. Sie musste am Flugplatz unverrichteter Dinge wieder umkehren und das morgens um 06.00h!
(214km, 3¼h unterwegs)

So 21.07.2019
Frühstück am Pool, schön aber nichts Besonderes. Ich muss mein Auto wegfahren. Dann noch etwas "Büro". Vom Airbnb in Máncora habe ich nichts mehr gehört. Ich fahre einfach mal hin. Es gibt notfalls viele Hotels. Um 11.15h fahre ich los und bin erstaunlich schnell aus der Stadt. Wahrscheinlich weil Sonntag ist. Jetzt ist die Umgebung zwar immer noch wüstenartig, aber mit Büschen überwachsen. Bei Sullana tanke ich nochmals für 12.20 PEN/Gal und zahle bar weil ich zu viel Bargeld habe. Mein Navi will mich wieder auf Irrwege schicken, ich habe das aber schon vorher bemerkt und fahre unbeirrt von den Vorschlägen auf der Panamericana Northe weiter. Diesmal ist der Grund, dass die Strasse als unbefestigt eingetragen ist und ich das blockiert habe. Es geht fast immer gerade aus, nur bei den Baustellen für neue Brücken hat es Kurven. Es weht ein starker Wind, auch heute mehrheitlich von hinten. Unterwegs nehme ich für 12km einen Autostopper mit. Bei der nächsten Zahlstelle steigt er aus mit seinen Brötchen und Getränke die er da verkauft. In dieser Gegend finden sie offenbar Öl, man sieht überall die typischen Pumpen. In der Nähe von Talara geht es steil bergab in ein grosses Tal nur um gleich wieder steil bergauf zu gehen. Es ist eine wilde Gegend mit vielen Öl-Pumpen. Nach El Alto geht es dann endgültig hinunter zum Meer. Um 14.15h erreiche ich Máncora. Die "Punta Pacífico Bungalows" liegen in einer schönen Anlage eingebettet nur 50m vom Strand. Für die erste Nacht habe ich ein Bungalow im 1.Stock. Die Besitzer sind nicht da, darum gibt es auch keine Diskussionen. Meine Nachbarn kommen aus Australien, sie ist ursprünglich Peruanerin und jetzt erst zum 3.Mal zurück in ihrer Heimat nach 37 Jahren. Mark und ich trinken Bier, Bertha macht uns gute Sandwiches. Es geht ein starker Wind und Wolken ziehen auf. Zum Sonnenuntergang zeigt sich die Sonne aber nochmals unter der Wolkendecke. Bertha geht zur Messe und ich mache mich auf den Weg zum Nachtessen. Im "Santiago" habe ich eine gute aber kleine Pizza. Die kleinste Pizza ever! Um 22h bin ich zurück.
(184km, 3h unterwegs)

Mo 22.07.2019
Frühstück gibt es erst um 9h. Das ist dann sehr mickrig, es gibt nicht einmal Milch für den Kaffee. Bertha hat Milch und gibt mir welche ab wenn ich zurück im Bungalow bin. So komme ich doch noch zu meinem Kaffee. Die Besitzerin kommt vorbei weil ich 2 Nächte länger bleiben will. Das geht, ich muss aber 2 Mal den Bungalow wechseln. Alle meine Geräte können sich ins Internet einloggen, ausser meinem Handy. Über meinen WLAN-Extender funktioniert es auch nicht. Sieht aus wie wenn es blockiert wäre. Ich nehme nicht an, dass sie hier dazu fähig sind, aber man weiss ja nie. Die 2 jungen Leute die zur Anlage schauen können gar nichts entscheiden, weder Milch kaufen noch ein Modem neu starten. Um 12h ziehe ich um und richte mich ein. Nach dem Umzug in den neuen Bungalow spaziere ich den Strand entlang bis zur Flussmündung. Auf dem Rückweg gibt es ein kühles Bier. Es hat ziemlich viele Leute und einige sind auch im Wasser, obwohl das weniger wie 20C° "warm" ist. Kite Surfen ist hier sehr populär, es hat auch viel Wind. Zu Hause buche ich das nächste Hotel, das letzte in Peru. Zum Sonnenuntergang und Apero gehe ich an den Strand. Zurück im Bungalow setze ich mich mit Bertha und Mark zusammen. Zum Nachtessen gehe ich in ein kleines Restaurant. Die Koteletts sind gut, dazu einen Pisco Sour, resp. zwei, weil Happy Hour ist! Um 22h bin ich zurück.
(5km zu Fuss)

Di 23.07.2019
Nach dem Frühstück bringt mich die Besitzerin mit dem Motorrad zur Wäscherei. Zu Fuss gehe ich wieder zurück, weil ich ja umziehen muss. Aber ich muss heute nicht umziehen. Um 11.30h mache ich mich auf den Weg zum Coiffeur. Es macht Spass da zu sitzen und den Jungen zuzuhören. Es geht schnell und kostet 10 PEN = 3 CHF. Nachher kaufe ich Milch, Crackers und Whisky ein und gehe zum Strand. Bei Bier und Sandwich geniesse ich den Nachmittag. Zurück zu Hause ab in den Pool und die Haare waschen. Zum Sonnenuntergang und Apero wieder an den Strand. Mit Bertha und Mark trinke ich noch den letzten Rest meines argentinischen Weines. Mark hat ganz andere politische Ansichten wie ich. Wir stimmen überein, dass wir nicht übereinstimmen. Zum Nachtessen gehe ich ins "Bamboo", Parrillada mit Reis und Pommes. Um 21h bin ich zurück.
(6km zu Fuss)

Mi 24.07.2018
Nach dem Frühstück plane ich meine Weiterreise und buche mein erstes Hotel in Ecuador. Estephan mein Mitbewohner in Buenos Aires hat mir vorgeschlagen der Küste entlang auf der "Ruta del Sol" zu fahren. Ich plane die Route. Um 12h muss ich dann den Bungalow wieder wechseln. Nachdem ich mich eingerichtet habe marschiere ich wieder den Strand entlang und genehmige mir ein Sandwich mit Bier. Um 15h hole ich meine Wäsche ab und bringe sie nach Hause. Heute ist die Anlage vollbesetzt. Viele neue Gäste sind angekommen. Apero wieder am Strand bei einem kitschigen Sonnenuntergang. Zum Nachtessen gehe ich ins vom Hotel empfohlene " Los Delfines". Ich verlange trockenen Rotwein, bekomme aber süssen und gebe ihn zurück. Zum Lomo Saltado gibt es darum wieder einen Pisco Sour. Diesmal nur einen, keine Happy Hour. Um 20.30h bin ich bereits zurück.
(5km zu Fuss)

Do 25.07.2019
Nach dem Frühstück bezahle ich die Rechnung. Sie sind nicht sehr entgegenkommend, obwohl ich 2 Nächte im teureren Zimmer gebucht habe, und sie einen Fehler gemacht haben, kommen sie mir beim Preis der Zusatznächte keine Sol entgegen. Ich mag nicht streiten. Ich räume noch meine warmen Kleider weg und hole Sommerkleider hervor. Um 11.30h fahre ich los. Im Ort lade ich sicherheitshalber noch Guthaben auf mein Handy, meines ist aufgebraucht. Die Strecke führt der Küste entlang, am Anfang eher Landeinwärts. Bei Carpitas will es der Zoll genau wissen, er will alle meine Papiere sehen, obwohl wir noch 100km von der Grenze entfernt sind. Nach 5 Minuten kann ich weiter fahren. Nachher erreiche ich wieder die Küste und es geht den Strand entlang weiter. Es gibt mehrere Touristenorte. Um 13h erreiche ich das "Nauti-k Beach Hotel", das liegt 8km ausserhalb von Zorritos. Obwohl auf booking.com alle Zimmer Meerblick haben sollten, stimmt das nicht. Die Mehrheit hat keinen, auch meines nicht. Ein besseres Zimmer würde 200 PEN = 60 CHF Aufpreis kosten, das wären dann 100 CHF. Ohne mich. Das Essen hat normale Preise, aber das Bier ist 3 Mal so teuer wie üblich. Hier kosten 3dl 10 PEN, normal kosten 6dl 7-8 PEN! Ich geniesse es trotzdem. Nachher "Büro" im klimatisierten Zimmer. Um 16h auf ein weiteres Bier an den Strand, aber aus meinem Auto. Ich spaziere ein Stück den endlosen Strand entlang. Aber da gibt es nicht viel zu sehen. Zurück beim Hotel lege ich mich in einen Liegestuhl am Schatten und geniesse mein Bier. Vor dem Sonnenuntergang gehe ich zurück um zu Duschen usw. Rechtzeitig zum Sonnenuntergang bin ich zurück am Strand, diesmal mit Whisky und Crackers. Um 19.30h zum Nachtessen im Hotel. Da ist nur noch ein Paar, sonst niemand. Die andern sind wohl vor den Preisen geflüchtet. Mein "Lomo a lo pobre" schmeckt gut, ist aber wesentlich kleiner wie üblich. Bereits um 20h bin ich zurück im Zimmer. Ich habe Antwort zu meiner Anfrage wegen der Fähre von Cartagena nach Europa bekommen. Die fährt gemäss Fahrplan am 9.Oktober nach Bremerhaven und kommt da am 1.November an. Passt gut in meine Pläne. Auch für Vivian passt das, sie würde am 10.Oktober ankommen und etwa 2 Wochen bleiben. Vor lauter planen schlafe ich schlecht.
(82km, 1½h unterwegs)

Fr 26.07.2019
Das Frühstück ist wie erwartet ziemlich mickrig, aber es gibt wenigstens Kaffee und Milch. Nach dem Frühstück packe ich und bezahle meine Rechnung in bar. Um 10h fahre ich los, inzwischen scheint die Sonne. Es hat jetzt vermehrt Bananen-Plantagen und grosse Reisfelder. In Tumbes halte ich an. Meine Rechnung geht auf, hier gibt der BCP-Geldautomat auch USD aus, und diese ohne Gebühren. Ich beziehe 600 USD und wechsle nachher meine restlichen 850 PEN in 257 USD um. Das sollte fürs erste reichen, USD ist die offizielle Währung in Ecuador. Nach 20 Minuten fahre ich weiter. Bis zur Grenze sind es noch 30km. Da wird es dann ziemlich mühsam. Ich werde von einer Stelle zur andern geschickt. Nach knapp einer Stunde habe ich die Ausreise geschafft und die Einreise für mich auch, aber für mein Fahrzeug werde ich und zwei Holländer in die Zollstation in Chacras weiter geschickt. Da vergeht dann nochmals 1¼h bis ich endlich meine Papiere habe. Um 13.30h geht es weiter, nur um 7km weiter wieder gestoppt zu werden. Diesmal von der Polizei. Hier in Ecuador braucht man keine Versicherung. Personenschäden werden vom Staat übernommen, heisst es. Ich fahre durch riesige Bananen-Plantagen nach El Guabo. Mein Hotel heisst bezeichnenderweise "Puerto Banana". Um 14.30h bin ich da. Die Bauqualität des Hotels ist sehr gut, besser als alles bis jetzt in Südamerika. Ich richte mich ein und suche dann eine SIM-Karte und ein Bier. Bis die SIM-Karte aktiviert ist trinke ich mein Ankunftsbier. Vivians Handy ist weg, vermutlich geklaut, aber sie kann das Handy von Karin haben. Zurück im Hotel buche ich meine zwei nächsten Unterkünfte. Apero im Zimmer. Zum Nachtessen gehe ich ins "Pecos Bill". Das Filet Mignon ist sehr gut. Um 20h bin ich zurück und geniesse ein Vollbad in der etwas kleinen Badewanne. Da das Internet sehr gut ist, lade ich alle meine fehlenden Bilder auf den OneDrive und gehe dann schlafen.
(124km, 4¾h unterwegs, davon 2¼h am Zoll)

Sa 27.07.2019
Nach dem Frühstück noch etwas "Büro" und umpacken von kalt auf warm. Es ist bewölkt und nieselt immer wieder etwas, aber es ist warm. Um 11.15h fahre ich los. Ich bin nun wirklich in den Tropen, nicht nur geografisch. Am Anfang hat es vor allem Bananen-Plantagen. Später eher Kakao-Plantagen, dann Zuckerrohr-Plantagen. In der grossen Ebene gibt es dann auch viele Reisfelder. Es hat viel Verkehr bis Puerto Inca. Bei Nueva Colonia, biege ich von der E25 auf die E40 ab. Jetzt scheint entgegen der Prognose auch die Sonne. Inzwischen bin ich bereits 3 Mal von der Polizei angehalten worden. Die Einfahrt in Guayaquil ist grossartig. Eine 6-spurige Autobahn führt über den Rio Guayas. Ins Stadtzentrum führt ein Tunnel. Das "YU! Smarthotel" liegt nahe am Fluss, 200m vom Malecon. Nachdem ich mich im modernen aber kleinen Zimmer eingerichtet habe gehe ich dahin. Ich suche ein Bier, das ist aber ziemlich schwierig. Es hat hier fest installierte "Chilbi-Bahnen", auch ein Riesenrad und vor allem viele Leute. Später erfahre ich, dass in diesen Tagen das "Fiesta de Guayaquil" stattfindet. Es ist eine friedliche Stimmung und ich finde doch noch ein Bier mit Hotdog. Nach etwa 2km kehre ich um. Zurück im Hotel verschicke ich eine WhatsApp mit Bildern. Apero im "Garten", das ist ein Platz im Freien, 3x6m! Zum Nachtessen gehe ich ins "Picanteria la Culata" einem schönen Fisch-Restaurant. Mein Fischgericht an Knoblauch Sauce ist sehr gut und riesig. Halbe Flaschen Wein haben sie nicht, aber sie markieren die Hälfte auf dem Etikett und geben mir die ganze Flasche für 10 USD. Gegen 21h bin ich zurück.
(166km, 2¾h unterwegs und 5km zu Fuss)

So 28.07.2019
Das Frühstück ist mickrig, kein Ei, nur Toastbrot, aber wenigstens Milch und Joghurt. Um 10.30h fahre ich los. Ich bin schnell ausserhalb der Stadt. Auf der E40 hat es viel Verkehr, alle wollen an den Strand, obwohl es bewölkt ist. Die Gegend ist hügelig und die Strasse kurvenreich, aber 4-spurig. Man sieht nicht viel, weil neben der Strasse meist Bäume wachsen. Nach 35km stoppe ich bei einer Tankstelle. Ich bin im Diesel-Paradies gelandet 1.05 USD/Galone = 0.28 USD/Liter! Benzin ist 3 Mal so teuer. Weil ich keine Ecuador-Nummernschilder habe will mir die Dame zuerst kein Diesel geben. Erst nachdem ich ihr die Bewilligung gezeigt habe bekomme ich den Tank gefüllt. Der Diesel-Preis ist offenbar überall gleich. Mein Navi will mich nach dem Tanken auf einen 200km Umweg schicken. Ich setze mein nächstes Ziel auf San Pablo und das Navi ist wieder zufrieden. Nach der Abzweigung nach Playas hat es kaum mehr Verkehr. Dafür ist die Strasse auch nicht mehr so gut bis auf den Abschnitt vor San Pablo, der ist ganz neu und vermutlich auch der Grund für die Probleme mit dem Navi. Um 13.30h bin ich am Ziel in Montañita. Um das Hotel Kundalini zu erreichen lande ich zuerst in einer schmalen Strasse. Ein parkiertes Auto versperrt den Weg und ich muss wieder rückwärts auf die Hauptstrasse fahren. Mein Bungalow ist noch nicht bereit. Ich erkunde die schöne Anlage und genehmige mir mein Ankunftsbier mit einem sehr guten Choripan, eine gegrillte Chorizo-Wurst in einem guten Brot. Um 15h kann ich einziehen und richte mich ein. Der einzige Nachteil, es liegt gleich neben der Rezeption. Es ist sehr schön eingerichtet. Nachher erkunde ich den Strand, der ist lang aber nicht speziell einladend. Es gibt gleich mehrere Hotels die in einem Stil gebaut sind, dass sich Architektur-Liebhaber fast übergeben müssen. Zurück ist Apero angesagt. Im Restaurant ist Happy Hour. Pisco Sour gibt es hier nicht mehr, ich trinke einen mittelmässigen Mojito, dafür gibt es zwei davon. Zum Nachtessen gehe ich ins nahe Zentrum. Das "Pigro" ist ein gutes italienisches Restaurant ohne Pizzas. Meine Cannelloni sind sehr gut und viel, dazu ein Glas Rotwein. Den füllen sie wenn sie sich unbemerkt fühlen aus einem Tetra-Pack in eine Wein-Flasche um und schenken dann für alle sichtbar aus dieser ein! Er schmeckt trotzdem gut. Nach 21h bin ich zurück.
(176km, 2¾h unterwegs und 3km zu Fuss)

Mo 29.07.2019
Das Frühstücks Buffet ist nicht schlecht. Leider gibt es nur Toastbrot. Dafür sogar Nature-Joghurt und heisse Milch. Nachher plane ich meine Weiterreise. Die Prognosen sind nicht gut für die nächsten Tage. Ich verlängere meinen Aufenthalt trotzdem um eine Nacht. Vielleicht wird es besser, denn ich habe wieder die langen Hosen an, weil es mit 20C° kühl ist. Ich kläre meinen Rückflug ab. Es ist wieder so, dass ein Retourflug viel billiger ist als ein einfacher Flug. Meine Nachbarn sind Schweizer, aus dem Unter-Wallis und wir reden "natürlich" englisch! Es hat auch noch ein Paar aus der Deutsch-Schweiz, aber ich habe mich nicht geoutet. Am Nachmittag gehe ich in den Ort um Whisky zu kaufen, der ist hier viel teurer als in Peru. Am Strand geniesse ich ein Bier und Empanadas. Nach 1h mache ich mich den Strand entlang auf den Heimweg. Die Flut ist vorbei, jetzt kann man den Strand wieder passieren. Andy der Schweizer vom Zürichsee kommt vorbei, wir reden eine Weile und er will mein Auto sehen. Apero am Strand ohne Sonnenuntergang, nur weit weg ist ein roter Streifen zu sehen. Zum Nachtessen gehe ich ins "Tambo". Das ist ein peruanisches Restaurant, darum gibt es auch einen Pisco Sour. Tallarin Lomo Saltado schmeckt sehr gut. Der Kellner aus Venezuela spricht gut Englisch und wir unterhalten uns ziemlich lange. Um 21h bin ich zurück.
(3km zu Fuss)

Di 30.07.2019
Nach dem Frühstück rede ich mit Maria. Sie muss Miando dazu bringen endlich seine Schulden zu begleichen, sonst werde ich die Schulden ihrer Mutter nicht mehr weiter durch die Vorauszahlung meiner Miete weit in die Zukunft abtragen. Sie hat Efraim für den Guitarre-Unterricht angemeldet. Nachher suche ich eine Unterkunft für morgen. Ich buche in Puerto López, das sind nur 44km von hier. Dann plane ich die weiteren Abschnitte. Es werden insgesamt 5 sein. Ich frage noch in Crucita dem übernächsten Ziel nach. Es ist bewölkt und nieselt, gut um am Computer zu sitzen. Am Nachmittag gehe ich ins hässliche Nachbarhotel, das "Dharma Beach", um etwas zu essen, unser Restaurant ist geschlossen. Mein Schnitzel-Sandwich schmeckt gut. Zurück im Zimmer etwas ausruhen, dann Apero vor dem Bungalow, es nieselt wieder. Im Restaurant spielt eine Live-Band, darum setze ich mich dorthin und trinke ein Glas Weisswein. Zum Nachtessen wieder ins Zentrum, diesmal ins "Tiki Limbo". Die Sizzling Fajitas schmecken sehr gut, dazu gibt es Tacos. Es nieselt und alles ist nass. Um 20.30h bin ich zurück.

Mi 31.07.2019
Zum Frühstück scheint für kurze Zeit die Sonne. Nachher noch etwas "Büro". Ich kontaktiere das Hotel "Cuello de Luna" des Schwagers von Rolf. Er hat mir das empfohlen und ich fahre da sowieso vorbei. Um 11.45h fahre ich los. Es nieselt immer wieder und die Wolken hängen tief. Etwa die Hälfte der Strecke führt durch den Dschungel, oder eben Regenwald, was eher zutrifft. Bereits nach ¾ h erreiche ich Puerto López. Die "Tuzco Lodge" liegt etwas erhöht und 600m vom Strand entfernt. Es ist ein kleines, schönes und verwinkeltes Hotel. Ich richte mich ein und gehe dann zum Strand auf mein Ankunftsbier. Hier hat es, im Gegensatz zu den meisten andern Orten, viele kleine Beizen am Strand. Mein Bier muss zuerst eingekauft werden und auf dem "Salade del Puerto" fehlt zuerst der Thon, aber schlussendlich kommt alles gut. Ich erkunde den Ort zwischen den beiden Flüssen. Am Südende gibt es einen Fischmarkt, da verkaufen die Fischer ihren frischen Fang. Auf dem Rückweg kaufe ich noch Crackers für den Apero. Beim Besichtigen des schönen Pools treffe ich den Besitzer. Er zeigt mir stolz die Errungenschaften des Hotels. Sauna, Massageraum und einen Kräutergarten mit vielen verschiedenen Pflanzen. Ich buche ein Hotel für morgen. Auf Airbnb geben sie keine Antwort oder es ist bereits ausgebucht, obwohl noch als buchbar im System. Das Hotel auf booking.com wir total falsch angezeigt. Nach dem Buchen will ich schon nachfragen, da schickt mir das Hotel die Wegbeschreibung. Wieso sie das auf booking.com nicht korrigieren ist mir ein Rätsel. Da kann ich vermutlich nur eine Nacht bleiben. Darum suche ich für die nächste Nacht weiter, buche aber noch nichts. Apero auf der gedeckten Dachterrasse mit Blick aufs Meer, aber ohne Sonne. Zum Nachtessen gehe ich ins vom Hotel empfohlene "Patacon Pisa'o". Das ist ein kleines kolumbianisches Restaurant, das merke ich aber erst nachdem ich schon bestellt habe. Patacon ist ein Fladen aus Bananen-Mus, der im Öl frittiert wird, sieht aus wie ein "Fasnachts-Chüechli", aber nicht süss. Dazu Schweinefleisch-Streifen an guter Sauce und ein Salat. Gegen 22h bin ich zurück.
(44km, ¾h unterwegs und 5km zu Fuss)

Do 01.08.2019
Das Frühstück findet beim Pool statt. Das Essen ist nichts Besonderes, aber es ist schön zum Sitzen. Ich reinige wieder einmal meine Scheiben und fahre dann um 10.30h los. Zuerst ist es wieder bewölkt, aber bei Machalilla kommt die Sonne zum Vorschein. Beim Mirador El Rocio halte ich kurz an um die schöne Aussicht auf die Küste festzuhalten. Die Strasse führt mal der Küste entlang, dann geht sie wieder ins Hinterland, abwechslungsreich. Auch die Vegetation, mal Urwald, dann wieder karge Büsche. Wenn man an der Küste in der Luft viele Kormorane und Pelikane sieht, heisst das es hat hier Fischer. Die Strecke die das Navi vorschlägt nach San Lorenzo vorschlägt führt zu einer Raffinerie und ist gesperrt, offen nur für Mitarbeiter. Aber der Umweg hält sich in Grenzen. Manta umfahre ich grossräumig. Bei Crucita verlasse ich die E15 und biege auf eine ziemlich schlechte Strasse ab. Die letzten 8km sind ziemlich holprig. Um 13.15h bin ich in La Boca. Meine Unterkunft "Cabañas Vistamar" hat den richtigen Namen. Von meinem Zimmer sehe ich direkt auf das nur 20m entfernte Meer. Der Besitzer ist Ecuadorianer, spricht aber sehr gut Englisch, weil seine Frau aus New York kommt. Er organisiert für mich ein Zimmer im Nachbar-Hotel. Ich richte mich ein und geniesse das Ankunftsbier auf der Terrasse vor meinem Zimmer. Es gibt hier viele Kormorane und Pelikane, faszinierend denen zuzuschauen wie sie im starken Wind scheinbar ohne Aufwand fliegen. Nachher erkunde ich den Strand. Der ist voll mit Schwemmholz vom nahen Rio Portoviejo. Am Ende der Strasse hat es einen grossen Parkplatz, da stehen einige Busse die Badegäste aus Portoviejo hierher bringen. Es gäbe 10 Restaurants, aber nur 2 sind offen. Kein Problem, ich bekomme das Nachtessen in meiner Unterkunft. Später schaue ich mir die Unterkunft im "Boca Beach" an, sie ist gut, kostet aber auch 50 USD inkl. Frühstück. 10 USD mehr als ich jetzt bezahle. Apero auf der Terrasse mit einem schönen Sonnenuntergang. Zum Nachtessen bringen sie mir Poulet-Brust gebraten mit Gemüse und Reis. Schmeckt sehr gut. Ich esse in meinem Zimmer, weil es draussen mit dem starken Wind doch zu kühl ist. Um 22h bin ich im Bett.
(162km, 2¾h unterwegs)

Fr 02.08.2019
Schon vor dem Frühstück die gute Nachricht, der angekündigte Gast für mein Zimmer hat abgesagt, ich kann bleiben. Das Frühstück ist ziemlich mickrig, aber die Aussicht dazu ist gut. Es scheint sogar ein wenig die Sonne. Nachher ist "Büro" angesagt. Ich habe die Bestätigung für die Fähre von Cartagena nach Bremerhaven bekommen. Sie soll am 9.Oktober ablegen und am 1.November ankommen. Nach 13h habe ich Hunger und gehe den Strand entlang zum Restaurant "Don Pepe". Die Poulet-Schnitzel sind sehr dünn aber gut, dazu Patacones, Reis und natürlich ein Bier. Auf dem Rückweg erkunde ich noch ein wenig die andere Seite des Strandes. Die Sonne zeigt sich wieder. Nachher Siesta. Dann versuche ich einen Flug von Cartagena nach Amsterdam zu buchen. Alles klappt, nur kommt am Schluss die Meldung "Es steht keine Zahlungsmöglichkeit zur Verfügung". Ich kontaktiere KLM und bekomme zur Antwort ich solle eine Nummer in Deutschland anrufen. Die Buchung ist in meinem Profil, darum kann ich keine neue Buchung machen. Eine Weile später schaue ich nochmals nach und siehe da die Buchung ist weg. Neuer Versuch und diesmal klappt es auch mit dem Bezahlen. Ich buche einen Retourflug, weil das nur halb so teuer ist wie ein einfacher Flug??? Zum Nachtessen bekomme ich ein gutes Poulet-Geschnetzeltes mit Reis. Sie verrechnen 5 USD inkl. Bier pro Nachtessen. Um 22h bin ich im Bett.
(2km zu Fuss)

Sa 03.08.2019
Nach dem Frühstück heisst es packen. Um 10.30h verabschiede ich mich und fahre los. Nach ein paar Kilometern tanke ich, diesmal ohne Probleme. Der nächst grössere Ort ist Portoviejo. Da geht es dann auf die E30, die werde ich benutzen bis Quito. Bis San Placido geht es ziemlich flach weiter. Aber dann geht es hoch. Bei San Miguel, nicht dem Bier, bin ich auf 450müM. Die E30 bleibt nun etwa auf dieser Höhe, immer auf dem Grat, von einem Tal zum anderen. Viele Kurven und immer auf und ab. Es geht fast immer auf beiden Seiten der Strasse steil nach unten. Manchmal kann man einen Blick erhaschen, aber meist sieht man nicht weit, weil die Vegetation tropisch ist. Erst bei Pichincha ist man wieder unten im Tal. Da gibt es viele Plantagen, unter anderem auch Palm-Öl-Plantagen. Davon habe ich noch nie etwas gehört. Um 14.15h erreiche ich Quevedo. Das Golden Hostal finde ich auf Anhieb. Ich bin offenbar der einzige Gast. Ich richte mich ein und entsorge meinen Camembert, Butter und anderes, das ich schon lange nicht mehr an der Kühle hatte. Es stinkt fürchterlich. Fürs Waschen verlangen sie hier 1.50 USD/Stück, ich verzichte. Mein Ankunftsbier ist inzwischen kühl. Nachher erkunde ich die Umgebung. Ich bin am Stadtrand, was an dieser Umgebung so gut sein soll, weiss ich nicht, wird aber auf Booking.com gelobt. In einem Club-Restaurant esse ich ein Sandwich, dazu ein grosses Bier, alles für 3.75 USD. Ich habe unterwegs hierher viele Pickups gleicher Art wie im Iran gesehen, sogar oft auch blau wie dort. Bei meinem Hotel steht einer, es ist ein Nissan Junior. Ich finde heraus, dass der seit vielen Jahren nur noch im Iran gebaut wird, von einer iranischen Firma, nicht mehr von Nissan. Im Hotel geniesse ich eine heisse Dusche. Apero vor meinem Zimmer. Zum Nachtessen gehe ich ins nahe "Gordo Glenn", die sind spezialisiert auf Parrillada (Grill). Meine Grillplatte für eine Person ist gross und sehr gut, es hat sogar Blutwurst dabei. Dazu gibt es russischen und normalen Salat sowie frittierte Yuca. Zurück im Hotel habe ich ein ernstes Gespräch mit Maria, erzähle aber nichts von Vivian.
(182km, 3¾h unterwegs)

So 04.08.2019
Maria ruft an, sie hat langsam realisiert, dass es ernst gilt. Normalerweise rastet sie aus, heute nicht. Später ruft Vivian an, ihr Sohn hat im Suff einen Unfall mit ihrem Auto gebaut. Ein bisschen viel vor dem Frühstück. Dieses ist nicht schlecht, es gibt sogar Joghurt und Milch. Nachher gratuliere ich Mami zum Geburtstag, alle sind da versammelt. Ich buche mein Hotel bei der Laguna Quilotoa, einem Kratersee auf 3900müM. Am Nachmittag gehe ich zum Malecon am Rio Quevedo. Da ist nicht viel los, fast alle Geschäfte sind geschlossen. Ich könnte ein Bier trinken, aber sie haben nur 1-Liter Flaschen und das ist mir dann doch zu viel. Zurück im Hotel geniesse ich ein Bier vor meinem Zimmer. Zum Nachtessen gehe ich wieder ins "Gordo Glenn". Diesmal bestelle ich etwas kleineres, dafür noch eine Schweins-Grill-Wurst und einen russischen Salat dazu. Es ist wieder viel zu viel. Während ich noch mein Bier trinke kommt ein Junge und fragt mich etwas, ich verstehe ihn nicht, aber er schaut auf meine Resten. Ich sage ihm er könne das essen wenn er will, und er will und wie, er verschlingt fast den ganzen Rest. Doch noch ein Aufsteller heute. Um 20.30h bin ich zurück und telefoniere noch mit Vivian, später auch mit Maria.
(4km zu Fuss)

Mo 05.08.2019
Vor dem Frühstück noch etwas "Büro". Zum Frühstück gibt es heute ein Schinken-Käse-Eier-Toast. Nachher packen und Scheiben waschen und bezahlen, 69.44 USD in bar. Um 11h fahre ich los, es ist bewölkt. Die ersten 50km fahre ich in der grossen Ebene mit vielen Plantagen. Es steigt leicht aber stetig an bis auf 500müM. Bei Germania geht es dann richtig in die Berge. Die nächsten 50km geht es von 500 auf 4000müM, das sind 7% durchschnittliche Steigung. Es hat kaum Verkehr. Es ist eine schöne Fahrt durch die tropischen Wälder mit unzähligen Kurven. Manchmal muss ich sogar in den 1.Gang schalten, weil es so steil ist und der Turbolader nicht mehr auf die nötige Drehzahl kommt. Am meisten stören die Schwellen. Die gibt es in allen Varianten. Die fieseste ist wenn 2 Schwellen kurz hintereinander folgen mit nur einer Tafel oder gar keine und die zweite ist gut sichtbar angemalt, aber die erste nicht. Einmal hat es mich so richtig erwischt, alles ist herumgeflogen. Auf 3000müM erreiche ich die Wolken, jetzt geht es im Nebel weiter. 10 Minuten später, auf 3600müM komme ich aus den Wolken, blauer Himmel und Sonnenschein. Dafür stürmt es jetzt ziemlich heftig. In Apagua auf 4010müM stoppe ich schnell und mache ein paar Fotos. Nachher geht es bergab bis nach Zumbahua auf 3500müM, da verlasse ich die E30 um nach Quilotoa zu Fahren. Das Runa Wasi Hotel auf 3865müM ist klein und gemütlich. Ich weiss nicht wie lange das Wetter so bleibt, darum mache ich mich bald auf den Weg zum nahen Kraterrand. Von da hat man eine Super-Aussicht auf den 500m tieferliegenden Kratersee Laguna Quilotoa und den Cotopaxi in der Ferne, der reicht auf 5897müM. In einem kleinen Restaurant am Kraterrand mit Aussicht geniesse ich mein Ankunftsbier und ein Sandwich. Alles kostet 4 USD, aber das Mädchen das mich bedient hat kein Rückgeld, so nehme ich ein Souvenir und zahle noch 50 Cent drauf. Ich gehe noch ein Stück dem Kraterrand entlang, imposant, denn 2m neben mir geht es 500m fast senkrecht hinunter. Man könnte runter marschieren oder für 10 USD mit einem Maultier reiten, aber ich verzichte auf 4000müM und bei starkem Wind auf diesen Ausflug. Im Zimmer ist es kalt, mein Elektro-Öfeli funktioniert kaum, weil sie hier 120V satt 230V haben. Ich mache noch etwas "Büro". Zum Apero scheint die Sonne ins Zimmer und wärmt ein wenig. Um 18.30h klopft es und ein Angestellter kommt um den Holzofen in meinem Zimmer anzuheizen und mich zum Nachtessen zu holen. Das Essen ist nichts Besonderes. Ich trinke ein kleines Bier dazu. Es sind noch 2 Paare aus Frankreich da, die kennen sich aber nicht. Um 19.30h bin ich bereits im warmen Bett und warte noch auf einen Anruf von Vivian.
(122km, 2½h unterwegs)

Di 06.08.2019
Das Frühstück ist nichts Spezielles, ziemlich mickrig wie hier allgemein üblich. Das Internet funktioniert nicht, es ist 10C° im Zimmer und draussen stürmt es wie blöd. Ich beschliesse früher loszufahren wie geplant. Es scheint hier üblich zu sein, dass man kein Rückgeld hat. Mein Bier wird darum zum teuersten seit langem, 3.25 USD für eine kleine Flasche, weil er nicht mehr Kleingeld hat. Das Paar aus Frankreich, das gestern mit mir am Tisch sass wollte eigentlich zu Fuss ein Stück weit marschieren und dann mit dem Bus nach Quito. Wegen des starken Windes verzichten sie aber und kommen mit mir bis Pujilí. Die Fahrt bis dahin ist sehr schön, aber stürmisch. Es gibt hier Felder bis auf 4000müM. Nach 35km sind wir auf 4014müM und 24km später wieder auf 3000müM. Das Bus-Terminal in Pujilí finden wir auf Anhieb und verabschieden uns dort. Jetzt geht es flach auf einer bis zu 8-spurigen Autobahn weiter bis zu meinem Ziel. Nur die letzten 1.5km sind schlecht, ein staubiger Feldweg führt zum Hotel Cuello de Luna. Der Weg lohnt sich aber, es ist eine alte Hazienda mit viel Geschmack umgebaut zu einem kleinen Hotel. Ich bin nun "nur" noch auf 3150müM und es ist viel wärmer. Im Zimmer gibt es eine Feuerstelle und einen Elektro-Ofen, zudem hat es im Bett eine Heizdecke die für jede Seite separat geregelt werden kann. Ich geniesse mein Ankunftsbier im "Wohnzimmer" wie sie es nennen. Da ist es angenehm warm und man sieht die Umgebung. Da erledige ich auch die tägliche "Büro" Arbeit. Das Internet funktioniert auch hier nicht, es soll morgen repariert werden. Nachher erkunde ich die Hazienda. Da gibt es Truthähne, Gänse, Pferde, eine Kuh, eine Ziege, ein Lama und zwei Bernhardiner. Richtig idyllisch. Der Vulkan Cotopaxi ist nur 18km entfernt und man sieht ihn gut, allerdings hat es Wolken um den Gipfel. Zwei Frauen aus Deutschland treffen ein, wir plaudern etwas. Ich geniesse die Ruhe im kleinen windgeschützten Garten. Rolf aus der VAW hat mir diesen Ort empfohlen, Ismael ist sein Schwager. Er ist im Moment alleine mit seinem Sohn Adrian hier, der Rest der Familie weilt in der Schweiz. Apero mit den letzten Sonnenstrahlen. Dann zurück ins Wohnzimmer. Dort treffe ich Ismael, er ist Tour-Leiter und kommt von einer Tour zurück. Wir reden ziemlich lang, bis ich zum Nachtessen gerufen werde. Die zwei Frauen aus Deutschland laden mich an ihren Tisch ein. Zum Essen gibt es einen guten Fisch, hat nur etwas viel Gräte. Wir haben einen lustigen Abend zusammen. Um 21h bin ich im Bett.
(101km, 2h unterwegs)

Mi 07.08.2019
Die Heizdecke hat sich bewährt, nur der Trafo direkt unter dem Bett hat etwas gestört. Um 08.30h gehe ich zum Frühstück und verabschiede mich von den beiden Frauen. Das Frühstück ist gut, mit richtigem Kaffee mit Milch aus einer Jura-Maschine. Spiegeleier, gutes Brot, Früchte und Fruchtsaft runden das Angebot ab. Nach dem üblichen Morgen-Prozedere verschiebe ich den Trafo und klemme ich mich nachher hinter den Computer und beginne mit der Auswahl der Bilder für meinen Reisebericht. Heute ist der Himmel bedeckt, darum ist das kein Problem. Bis 17h sind die Bilder ausgesucht und die Orte eingefügt. Zwischendurch eine Pause von etwa 1h, bis die Bilder hochgeladen sind. Das Internet funktioniert wieder, aber sehr langsam. Apero im "Wohnzimmer". Heute sind wir 7 Gäste, ein Paar aus Frankreich und 4 Leute aus Polen. Zum Nachtessen gibt es frisch geschlachtetes Poulet. Ismael setzt sich zu mir und isst ausnahmsweise auch. Er erzählt wie der Ausbruch des Cotopaxi der nur 17km entfernt ist 2015 sein ganzes Geschäftsmodell umgeworfen hat. Der Nationalpark war für 1½ Jahre gesperrt. Die Touren haben andere Ziele angesteuert und sind nachher nicht mehr zurückgekommen, auch weil man mit der neuen Autobahn so schnell hier ist, dass man die Touren ab Quito machen kann. Um 21h bin ich im Bett.

Do 08.08.2019
Das Frühstück ist wieder super. Ich bezahle das Hotel via PostFinance, Ismael hat ein da USD-Konto. Nachher mache ich an meinem Reisebericht weiter. Um 13h sind die Texte für die Bilder bis jetzt drin. Ich plane die Route bis Quito und lade sie aufs Navi. Nachher erledige ich noch dies und das. Zum Apero verschwinden die Wolken am Cotopaxi, da muss ich gleich ein paar Fotos machen. Zufällig meldet sich Bernard genau dann und fragt ob ich den Cotopaxi gesehen habe. Ich verschicke ein Bild an alle. Das Nachtessen ist heute sehr gut, im Ofen gebackenes Rindfleisch mit Kartoffeln und Gemüse und einem guten Tomatensalat. Ein Paar aus Süd-Korea campiert hier. Ich rede mit ihnen am offenen Feuer. Später gesellt sich noch Ismael dazu. Er wird mit Rolf und einigen andern im Dezember Patagonien unsicher machen und die Carretera Austral befahren. Bis ich zurück im Zimmer bin, ist Vivian bereits eingeschlafen.


Fr 09.08.2019
Heute ist der Jahrestag von Maria und mir. Ich weiss nicht ob sie daran gedacht hat. Sie wollen zu "Hallo-Hallo" gehen, aber den gibt es inzwischen nicht mehr, erzählt sie mir später. Nach dem Frühstück packe ich zusammen und erledige noch etwas "Büro-Arbeiten". Ich kann nicht zu früh losfahren, weil Estephan erst heute zurück von der Küste kommt. Ich unterhalte mich noch lange mit Adrian, dem Sohn von Ismail, während er am Kochen ist. Um 14.15h fahre ich los, auf der Naturstrasse bis zur Autobahn Panamericana Sur (E35). Dort hat es ziemlich viel Verkehr. Da die Strasse aber oft 6-spurig ist, ist das kein Problem. Ich bin viel schneller in Cumbaya, einem Aussenquartier von Quito, da wie erwartet. Natürlich ist genau jetzt mein Data-Packet fertig. Ich muss zuerst die SIM-Karte von Ecuador einsetzen und ein Data-Packet aktivieren, bevor ich Estephan anrufen kann. Sie sind noch nicht fertig mit meiner Wohnung, darum gehe ich mit Estephan spazieren. Ich bin da in einem Bonzen-Quartier mit eigenem Park gelandet. Er zeigt mir die Einkaufszentren und Restaurants und vieles mehr in der Nähe. Nur mein Ankunftsbier lässt auf sich warten. Endlich kehren wir in einer Cervecería ein, es heisst sie öffnen in 5 Minuten, wir warten fast ½ Stunde auf unser Bier, dafür ist es dann gut und Happy Hour, 2 für 1. Auf dem Heimweg gehen wir für mein Frühstück einkaufen. Eier habe ich vergessen. Ich frage ob sie mir ein Ei geben können. Seine Mutter bringt gleich 12! Sie sind gerade fertig geworden mit dem Umbau. Die Wohnung ist gross, einfach, aber geschmacklos eingerichtet. WC und Bett sind neu. Die Küche sieht ein wenig provisorisch aus, aber es gibt alles. Estephan zeigt mir noch das Haus und den wunderschönen und grossen Garten. Ich richte mich ein und gehe dann zum Nachtessen ins "Lucia Pie House" in der Nähe. Mein Schweins-Kotelett mit Maccaroni-Gratin und Salat ist gut und teuer. Um 21h bin ich zurück. Estephan feiert mit seinen Freunden seine Abschieds-Party. Er fliegt am Montag zurück nach Buenos Aires, wo ich ihn auch kennengelernt habe. Es geht ziemlich laut zu und her, aber ich schlafe trotzdem ein.
(79km, 1¼h unterwegs und 5km zu Fuss)

Sa 10.08.2019
Es ist ruhig im Haus, nur die Hunde bellen ab und zu. Ich stehe erst um 9h auf und mache mein Frühstück mit Camembert, Emmentaler, Himbeer-Konfi, Toni-Nature-Joghurt und natürlich einem weichgekochten Ei. Auch das gekaufte Brot ist gut. Das Internet funktioniert nicht mehr. Ich erledige Arbeiten für die ich kein Internet brauche. Um 13h ist es zurück. Ich bin zum späten Mittagessen mit der Familie eingeladen. Der Vater von Estephans Mutter hat Geburtstag. Wir sind 12 Personen. Das Essen ist gut und wir haben viel Spass. Einige können ein wenig englisch und ich ein wenig spanisch, alles kein Problem. Gegen 17h verlasse ich die Runde, damit sie alleine reden können. Um 19h bringen wir die Mutter von Estephans Vater nach Hause und fahren dann zur La Virgen de El Panecillo hoch. Das ist eine ziemlich hässliche Statue auf 3030müM, aber man hat eine grossartige Sicht auf das historische Quito 200m weiter unten. Wir brauchen dann ½h um mit dem Auto in die Stadt zu kommen. Da hat es ziemlich viele Leute. Heute ist der National-Feiertag und darum gibt es an verschiedenen Orten Light & Sound Shows. Die erste bei der Basilica Del Sagrado Corazon de Jesus. Sieht sehr kitschig aus. Dank der Führung durch die Eltern von Estephan schlendern wir optimal von einer Sehenswürdigkeit zur andern. Überall werden Esswaren angeboten, aber wir haben viel zum Mittag gegessen. Nur Estephans kleiner Bruder schlägt zu. Der ganze Rundgang dauert mehr als 2h. Nach 23h machen wir uns auf den Heimweg. Der Vater dirigiert Estephan durch die statt. Es ist unglaublich wie viele Tunnels, Unter- und Überführungen es hier gibt. Es gibt nur ganz wenige ebene Stellen im Historischen Teil der Stadt. Um Mitternacht bin ich ziemlich müde im Bett.
(4km zu Fuss)

So 11.08.2019
Spätes Frühstück, dann verarbeite ich die neuen Bilder und setze einige davon in meinen Reisebericht ein. Ein paar verschicke ich per WhatsApp. Estephans Familie ist ausgeflogen. Am späteren Nachmittag gehe ich Einkaufen und geniesse nachher ein Bier an der Sonne vor meiner Wohnung. Das geht dann nahtlos in den Apero über. Zum Nachtessen gehe ich in die "Pizzeria El Hornero", die hat mir Estephan empfohlen. Die Pizza ist auch hier klein, aber gut. Heute ist es viel billiger als am Freitag, 12 USD inkl. Wein und Mineralwasser. Vivian fliegt heute nach New York um ihre Schwester und ihren Sohn zu besuchen.
(2km zu Fuss)

Mo 12.08.2019
Ich stehe um 8h auf, weil heute Estephan zurück nach Buenos Aires fliegt. Nach dem Frühstück buche ich eine Ferienwohnung auf der Riederalp für die nächsten Skiferien. Vivian ist gut in New York angekommen. Dann stelle ich den Reisebericht fertig und veröffentliche ihn. Um 14h ist alles erledigt. Ich geniesse die Sonne vor meiner Wohnung und später den Apero. Dazwischen weihe ich die neue Dusche ein. Zum Nachtessen will ich zum Hauptplatz gehen. Unterwegs sehe ich ein schönes Lokal das voll ist, das "Alitas Benditas". Da gehe ich hinein und bekomme noch einen der letzten Plätze. Es gibt nur Chicken Wings mit verschiedenen Saucen. Ich wähle zum Entsetzen des Kellners die schärfste mit 7 Chili-Symbolen. Sie ist zwar scharf, aber sehr gut. Nach 20h bin ich bereits zurück und gehe bald schlafen.
(2km zu Fuss)

Di 13.08.2019
Nach dem Frühstück klemme ich mich wieder hinter den Computer. Planen der Strecken nach Galapagos ist angesagt. Ich hole die Sachen für den Trip nach Galapagos aus dem Auto und stelle fest, dass der obere Teil der Tür klemmt. Ich kann sie nicht mehr schliessen. Ich versuche das Scharnier zu richten, das geht aber nicht. Zum Glück habe ich Ersatz-Scharniere dabei. Ich baue ein neues ein, das geht ziemlich schnell. Dann geniesse ich das verdiente Bier an der Sonne. Nach weiterer Planung, ist Apero angesagt. Zum Nachtessen komme ich wieder nicht bis zum Hauptplatz, denn ich finde vorher die "La Trattoria De La Francesca". Der Schweinsbraten ist leider sehr trocken, sonst ist alles gut. Zum Dessert gibt es sogar Panna Cotta und Grappa. Wobei der Panna Cotta eher eine Crème ist. Ich unterhalte mich noch mit dem Besitzer. Um 21h gehe ich nach Hause.
(2km zu Fuss)

Mi 14.08.2019
Nach dem Frühstück beginne ich meine Sachen zu organisieren für meinen Trip nach Galapagos. Um 09.30h fahren wir los zur Talstation des Teleferiqo. Eine Gondelbahn die aussieht wie von Caraventa, aber nicht ist. Wir fahren hoch bis auf knapp 4000müM. Wie immer wenn ich einen Vulkan sehen will, hat es Nebel. Wir marschieren etwa 750m weit und 100m hoch zu einem Aussichtspunkt. Der Vulkan Pichincha ist 4776müM, aber im Nebel versteckt. Mit der Gondelbahn wieder zurück. Dann fahren wir zur Basilica de Quito. Dort besteigen wir einen der grossen Türme und den kleinen auf dem Mittelschiff. Da sind die Treppen steil wie Leitern, ziemlich anstrengend. Auf dem Heimweg kaufe ich noch ein. Um 15.30h sind wir zurück. Ich packe jetzt meine Sachen zusammen die ich mitnehmen will. Apero im Garten. Zum Nachtessen schaffe ich es diesmal bis zum Hauptplatz. Die «La Birreria» ist enttäuschend. Der Burger ist zwar gut, aber teuer und das Bier sehr teuer, 3.50 USD die kleine Flasche. Dafür bekommt man sonst eine teure grosse Flasche. Um 20h bin ich bereits zurück. Maria ist am Kochen für Efraims Klasse. Noch mit Vivian telefonieren, dann ins Bett.
(3km zu Fuss, 4km Gondelbahn und 35km mit dem Auto)

Do 15.08.2019
Nach dem Frühstück packe ich zusammen. Um 11.30h bestelle ich einen Cabify und verabschiede mich. Der fährt einen riesigen Umweg. Das Hotel "Sucre Plaza" ist ein schönes kleines Boutique Hotel. Das erste Zimmer ist riesig, geht aber direkt auf die Strasse. Ich kann in ein ruhigeres Zimmer wechseln. Das ist aber viel kleiner. Ich gehe auswärts mein Ankunftsbier trinken. Um 14h treffe ich David, den lokalen Reiseleiter von Intrepid. Es ist noch ein älteres Paar aus Australien hier. Das andere Paar aus England hat Probleme mit dem Flug und wird erst in Galapagos dazu stossen. Dort werden auch noch 5 weitere Personen dazu kommen und eine neue Reiseleiterin. Nachher habe ich mit David eine private City-Tour, weil die andern beiden nicht mitkommen. Ist interessant. Zum Abschluss esse ich eine lokale Glacé. Zurück schreibe ich an meinem Tagebuch. Zum ersten Mal auf dem Tablet, weil ich den Computer nicht mitgenommen habe. Ziemlich mühsam und überhaupt nicht vergleichbar mit dem Computer. Vieles kann man nicht so einstellen wie ich es mich gewohnt bin. Apero im Salon. Das Paar aus Australien ist auch da. Zum Nachtessengehe ich in die gleiche Strasse wie für das Bier, La Ronda. Das Restaurant das ich mir ausgesucht habe ist geschlossen. Ein Wachmann zeigt mir ein kleines Restaurant im Casa del Pozo. Mein Poulet-Schenkel mit Kartoffeln an einer guten Sauce ist gut, dazu ein Salat und ein Bier. Ein Glas Wein würde 9 USD kosten! Dazu gibt es Live-Musik. Gegen 21h bin ich zurück und geniesse die gute Dusche.

Fr 16.08.2019
Aufstehen um 06.00h, dann packen und Frühstück. Um 07.20h sollen wir bereit sein. Wir fahren tatsächlich pünktlich ab. Es hat ziemlich viel Verkehr. Der Flugplatz liegt ausserhalb von Quito. Um 08.30h sind wir bereits eingecheckt. Bruce und Margareth wollen AUD in USD wechseln. Das geht natürlich nicht. Mit Kreditkarte würden sie 30% Gebühren verlangen. Ich zeige ihnen wie sie Geld aus dem Geldautomaten beziehen können, das haben sie noch nie gemacht im Ausland. Das kostet sie 3 USD Gebühren plus die Gebühren ihrer Bank, kein Vergleich zur Wechselstube. Um 10.15h fliegen wir pünktlich ab nach Guayaquil. Da landen wir um 11.00h und fliegen nach ¾h weiter nach San Cristobal, einer der Inseln von Galapagos. Nach 1½h landen wir dort. Die Einreise ist mühsam, nur 2 Schalter für 2 gleichzeitig gelandete Flugzeuge. Bis wir im Hotel sind dauert es fast eine Stunde. Ich bin der einzige alleinreisende Mann, darum habe ich ein Zimmer für mich alleine. Wir sind jetzt 8 Leute, 2 Männer und 6 Frauen. Ein Paar kommt später noch dazu. Wir gehen zusammen zum Mittagessen. Für mich wie üblich nur ein Bier. Nachher zum Ausrüsten. Ich miete einen langen Nassanzug für 60 USD. Die Schnorchel-Ausrüstung ist gratis. Ich nehme nur die Flossen, den Rest habe ich selbst. Danach geht es mit dem Bus zur "La Loberia". Das ist ein Sandstrand mit vielen Seelöwen. Es ist unglaublich, die Viecher haben keine Angst, sie liegen da oder schwimmen zwischen Leuten. Wir ziehen unsere Nassanzüge an und versuchen uns ein erstes Mal im Wasser zu bewegen. Zum Glück habe ich einen Langarm-Anzug, denn das Wasser ist kalt. Wir haben Glück und sehen eine etwa 1m grosse Wasser-Schildkröte. Auch die ist total unbeeindruckt von uns Menschen. Mit dem Bus geht es wieder zurück ins Hotel. Eine warme Dusche ist Gold wert. Nachher das Material reinigen und zum Trocknen aufhängen. Apero im Garten und Meeting mit den neuen Leuten. 4 Frauen aus Australien und eine aus England. Zum Nachtessen gehe ich mit Georgie, Catharina ihrer Mutter und Mary, alle aus Tasmanien. Das "Calypso" hat gute Pizzas. Auf dem Weg dahin und zurück müssen wir Seelöwen ausweichen, die schlafen hier mitten auf den Wegen und Plätzen. Am lokalen Strand sowieso. Um 22h bin ich im Bett.
(8km mit dem Bus und 3km zu Fuss)

Sa 17.08.2019
Zum Frühstück gibt es Empanadas mit Käse, dazu ein hartgekochtes Ei und Fruchtsalat. Kaffee und warme Milch gibt es auch. Um 08.30 treffen wir uns und gehen zu Fuss zum Interpretation Center. Dort erzählt uns Katty etwas über die Geschichte der Galapagos. Nachher geht es weiter hinauf auf den Hügel zum Mirador Tijaretas. Von da hat man eine schöne Aussicht auf die Bucht wo einst Darwin auf den Galapagos angekommen ist. Auf dem Rückweg besuchen wir noch dem Playa Mann, da liegen Menschen und Seelöwen am Strand. Um 11.15h bin ich zurück. Zum Mittagessen gehen wir alle zusammen. Inzwischen sind auch Annie und Ralph zur Gruppe gestossen. Am Nachmittag steht eine Tour zur Isla Lobos auf dem Programm. Um 13h fahren wir mit dem Boot los. Auf der Insel gehen wir zuerst zu Fuss die verschieden Vögel die hier brüten anschauen. Die haben keine Angst vor Menschen. Man sollte 2m Abstand halten, das ist aber manchmal fast nicht möglich. Zurück auf dem Boot, geht es zum Schnorcheln. Das Meer ist hier ruhig und die Sonne scheint, aber zu sehen gibt es nicht viel. Bevor wir zurück fahren, gibt es etwas zu knabbern und Sekt. Zurück im Hotel geniesse ich die warme Dusche, nachher Apero mit Sonnenuntergang auf der Dachterrasse. Zum Nachtessen gehen wir zu einer Fischerfamilie. Der Lobster ist gross und gut. Zum Abschluss noch auf ein Bier an der "Hauptstrasse".
(18km mit dem Boot und 6km zu Fuss)

Teilnehmer:

Silverman Ralph GBR 1956

Silverman Annie GBR 1956

Hardwick Margareth AUS 1944

Hardwick Bruce AUS 1941

Eberle Werner CHE 1950

McCulloch Mary AUS 1956

Boon Catharina AUS 1956
Mutter von Georgie
Carr Georgina AUS 1985

Bower Edwina AUS 1987

Heald Sarah GBR 1988







Celleri Katty ECU 1990
Reiseleiterin
Sanchez Ivanova ECU

"Lehrling"

So 18.08.2019
Frühstück um 07.00h. Um 08.00h sind wir am Hafen und fahren los nach Floreana. Das ist eine Insel auf dem Weg nach Isabela. Wir sind mit 50km/h unterwegs. Es ist eine ziemlich ruppige Fahrt. Um 11h erreichen wir die Isla Floreana. Im Restaurant wo wir später essen werden, können wir uns umziehen und da lassen was wir nicht benötigen. Zu Fuss geht es zum Playa de Lobos. Dort sind wir zuerst alleine, aber schon bevor wir im Wasser sind, kommt eine andere grosse Gruppe. Nichts mit Geheimstrand. Im Wasser gibt es einige grosse Schildkröten. Aber das Beste sind ein paar Seelöwen, die mitten durch unsere Gruppe schwimmen und spielen wollen. Nach einer halben Stunde machen wir uns auf den Rückweg. Im Restaurant gibt es Mittagessen. Diesmal bekomme ich mein Bier, aber es schmeckt mir nicht, es heisst "Endemica" und kommt von hier. Um 15.30h geht es weiter. Etwa auf halbem Weg grosse Aufregung an Bord. Wir sehen zwei grosse Wale nicht weit von uns entfernt. Die tauchen aber viel zu schnell ab. Um 17.30h erreichen wir Isla Isabela. Mit einem Minibus werden wir zum Hotel gefahren. Mein Zimmer ist sehr klein, ich weiss kaum wo ich mein Gepäck lassen soll. Apero im Hof des Hotels. Um 19h treffen wir uns für die neusten Informationen, nachher gehen wir zusammen zur "Hauptstrasse". Da gibt es mehrere Restaurants. Ich bestelle das Tagesmenue für 8 USD. Das ist nicht schlecht, vor allem die Tomatensuppe. Jus und Dessert sind inbegriffen. Um 21.30h bin ich im Bett.
(179km mit dem Boot, 2km mit dem Bus und 4km zu Fuss)

Mo 19.08.2019
Nach dem Frühstück mit Tortilla steht Schnorchel auf dem Programm. Das Wetter passt nicht dazu, es regnet leicht. Mit dem Boot fahren wir eine kurze Strecke, dann geht es ins Wasser. Weil die Sonne nicht scheint, ist die Sicht nicht gut. Wir treffen auf eine Gruppe von 12 Meeresschildkröten. Die lassen sich von uns nicht stören. Nach 1h geht es weiter mit dem Boot zur Islote las Tintoreras. Da sehen wir viele Leguane, die sind auf jeder Insel etwas anders. Am Schluss sehen wir in einem natürlichen Kanal etwa 30 Haie die hier schlafen. Sie sollen für Menschen ungefährlich sein. Mit dem Boot zurück. Am späteren Nachmittag fahren wir zur Aufzuchtstation für die Galapagos-Schildkröten. Die bleiben hier die ersten 10 Jahre, bevor sie im jeweiligen Stammgebiet ausgesetzt werden. Auf dem Rückweg auf einem schönen Weg sehen wir einige Flamingos. Einige drehen fast durch deswegen. Apero am Strand ohne Sonne, dafür mit Besprechung für morgen. Zum Nachtessen gehe ich mit Bruce und Margareth. Um 21h sind wir zurück.
(3km mit dem Boot, 5km mit dem Bus und 4km zu Fuss)

Di 20.08.2019
Aufstehen um 06.30h. Nach dem Frühstück das Material für die Wanderung einpacken. Es regnet leicht. Um 08h fahren wir los. Nur Bruce, Margareth und Mary kommen nicht mit. Nach ¾h sind oben am Startpunkt der Wanderung. Unter uns Wolken, über uns blauer Himmel. Um 09.00h marschieren wir los. Die schwierige, schlüpfrige Strecke stellt sich als breiter befahrbarer Weg heraus. Es geht stetig bergauf, aber nicht steil. Nach 1h erreichen wir den ersten Aussichtspunkt. Man hat eine sehr gute Sicht auf den riesigen Krater des Vulcan Sierra Negra unter uns. Er hat einen Durchmesser von etwa 8km. Von da geht es mehr oder weniger eben aus weiter, dem Kraterrand des aktiven Vulkans entlang. Der letzte Ausbruch war 2018. Nach weiteren 1½h erreichen wir einen Unterstand und machen eine längere Pause am Schatten. Von nun an geht es bergab. Wir durchqueren mehrere Lavafelder. Man muss zwar etwas aufpassen wo man geht, aber so dramatisch wie angekündigt ist es nicht. Typisch australisch/amerikanisch. Bei jedem 2.Schritt heisst es "be carefull…". Um 12.45h erreichen wir unser Ziel, den Vulcan Chico (kleiner Vulkan). Weil das Wetter so gut ist sieht man fast die ganze Isla Isabela nördlich von uns. Nach einer Pause geht es auf dem gleichen Weg zurück. Bis zum Picknick Platz ist es etwas anstrengen, weil es an der prallen Sonne im Lavagestein manchmal ziemlich steil bergauf geht. Um 14h erreichen wir den Platz unter den einzigen grossen Bäumen weit und breit. Das Essen aus der Lunch Box schmeckt sehr gut. Nach dem Essen geht es die letzten Meter hoch zum Kraterrand und dann zügig zurück zum Ausgangspunkt. Da landen wir wieder in den Wolken. Wir haben riesiges Wetterglück gehabt. Um 15.30h sind wir beim Bus der uns zurück ins Hotel bringt. Dort gibt es das wohlverdiente Bier nach der 17km Wanderung. Nach der angenehmen Dusche, Apero vor meinem kleinen Zimmer. Nach der Besprechung für den morgigen Tag gehen wir zum Nachtessen. Die verschieden Grüppchen verteilen sich. Ich bin mit Annie, Ralph, Bruce und Margareth unterwegs. In unserem Restaurant dauert es eine gefühlte Ewigkeit bis wir das Essen bekommen. Um 22h bin ich im Bett und schlafe todmüde sofort ein.
(47km mit dem Bus und 17km zu Fuss)

Mi 21.08.2019
Aufstehen wieder um 06.30h. Nach dem Frühstück heisst es packen. Um 07.45h fahren wir zum Hafen und können unser Gepäck zum Verstauen auf dem Boot abgeben. Es ist eine Kajak-Tour auf dem Programm. Es regnet immer wieder leicht und die Tour führt an Orte wo wir schon waren, darum verzichte ich darauf, meine Kleider wieder nass zu machen. Bruce verzichtet auch. Wir setzen uns ins nahe Kaffee und reden über unsere Ex-Arbeiten. Nach 1h sind die andern zurück, alle nass. Um 10.15h fahren wir los, wieder mit dem gleichen Boot wie bisher. Heute ist das Meer rauer wie letztes Mal, darum ist es eine ruppige Fahrt nach Santa Cruz. Um 12h sind wir da. Die Hotelzimmer sind noch nicht bereit. Wir gehen zum Mittagessen, das heute inbegriffen ist. Es schmeckt gut und ich bekomme diesmal sogar mein Bier. Zurück im Hotel richte ich mich ein. Diesmal ist mein Zimmer riesig und hat 4 Betten. Dafür ist der Internet-Empfang nicht gut. Ich installiere meinen Range-Extender im Gang, nachher habe ich Empfang, darf ihn nur nicht vergessen. Wir haben heute keine geplanten Aktivitäten mehr. Darum führe ich mein Tagebuch nach und geniesse das Nichtstun. Apero auf meinem Balkon, die Sonne geht hinter den Wolken unter. Nach der Besprechung für den morgigen Tag gehe ich mit Ralph und Annie ins "Galapagos Deli" da haben sie sehr gute Sandwiches mit dunklem Brot. Ich esse ein Tuna-Sandwich, dazu ein Bier. Um 22h bin ich zurück.
(1km mit dem Bus, 86km mit dem Boot und 1km zu Fuss)

Do 22.08.2019
Nach dem Frühstück geht es um 08.00h zu Fuss zur Tortuga Bay. Da gibt es einen grossen Sandstrand. Das baden ist wegen starken Strömungen aber verboten. Etwas weiter gibt es einen kleineren Strand, da ist das Meer ruhig, weil es eine Bucht mit Mangroven ist. Einige gehen schwimmen, ich verzichte. Auf dem Rückweg verliert Catharina ihr Handy. Gorgie rennt zurück und findet es. Nach 9km Fussmarsch landen wir alle im "Galapagos Deli". Am Nachmittag steht ein Ausflug aufs Hochland auf dem Programm. Um 14.30h fahren wir los. Auf dem Weg zur "Rancho El Manzanillo" treffen wir schon auf der Hauptstrasse auf eine Riesen-Schildkröte. Auf der Nebenstrasse zur Ranch hat es dann noch viel mehr. Die Ranch hat sich zum Ziel gesetzt, die lokale Pflanzenwelt wieder herzustellen und alle fremden Pflanzen zu eliminieren. Katty ist hier in der Gegend aufgewachsen und erzählt viele Geschichten. Auf diesem Gelände gab es früher viele Brombeeren und keine Schildkröten. Zurzeit hat es sehr viele, weil Paarungszeit ist. Auf unserem Rundgang sehen wir etwa 30 Stück. Zum Abschluss besuchen wir die legale Schnaps-Brennerei. Der Aquardiente (Zahnwasser) ist ein Schnaps aus Zuckerrohr, also Rum. Er schmeckt gut, darum kaufe ich eine kleine Flasche für 5 USD. Apero wieder auf meinem Balkon. Zum Abschiedsessen fahren wir mit dem Taxi ins "Castillo Galapagos". Es gibt Parrillada al Galapagos. Schmeckt alles sehr gut, nur das Bier ist extrem teuer, 5 USD für die kleine Flasche! Gorgie hat heute Geburtstag, darum hat Catharina ihre Mutter einen Schokoladen-Kuchen organisiert. Wir verabschieden uns von den Leuten die morgen nicht nach Quito mitkommen. Ich gehe nachher noch auf ein Bier in die Cervecería in der Nähe. Da treffe ich nochmals Gorgie und Catharina. Um 22h bin ich zurück.
(38km mit dem Bus und 11km zu Fuss)

Fr 23.08.2019
Tagwacht um 06.00h, packen, dann Frühstück. Um 7h fahren wir los zum Flugplatz. Beim "El Canal" müssen wir auf die Fähre umsteigen. Das ist hier gut organisiert. Man gibt das Gepäck ab, fährt mit der Fähre auf die andere Seite und steigt dort in den Bus zum Flughafen. Am Flugplatz bekommt man sein Gepäck wieder. Beim Einchecken ist dann fertig Lustig. Die Fluggesellschaft hat uns umgebucht auf den Flug von 15.40h, satt wie geplant 10.05h. Wir "dürfen" nun 5½h am Flughafen warten. Wir vertreiben uns die Zeit mit reden, essen trinken usw. Ich treffe das Paar aus Zürich wieder, die ich schon in Quilotoa getroffen habe. Wir fliegen sogar etwas früher ab wie geplant. Um 18.30h landen wir in Quito. Bis wir im Hotel sind ist es 20h. Zum Nachtessen gehen wir Übriggebliebenen alle zusammen ins "Leña Quiteña". Meine Wurst mit Tortilla und Salat schmeckt sehr gut. Um 22h sind wir zurück.
(48km mit dem Bus und 1km mit der Fähre)

Sa 24.08.2019
Frühstück um 09h. Dann Abschied von Bruce, Margareth, Ralph und Annie. Nach 10h fahre ich per Cabify nach Cumbaya. Um 11h bin ich da. Ivan hat inzwischen dunkle Vorhänge montiert und ein Nachttisch mit Lampe neben das Bett gestellt. Ich richte mich ein und organisiere meine Bilder. Nachher führe ich das Tagebuch nach. Am Nachmittag gehe ich einkaufen. Damit ich an meinem Geburtstag einen guten Whisky habe, kaufe ich einen Grant's für fast 19 USD, teurer als in der Schweiz. Apero im Garten. Zum Nachtessen gehe ich in die "Pizzeria El Hornero". Da war ich schon einmal. Die Pizza ist wieder gut, dazu 2 Glas Wein für je 2.50 USD. Davon konnte man auf Galapagos nur träumen, da kostete ein Glas 9 USD! Um 22h bin ich zurück.

So 25.08.2019
Frühstück erst im 09h. Der gestern gekaufte Gruyère ist nicht schlecht, aber nicht wie zu Hause. Nachher beginne ich mit der Auswahl der Bilder für meinen Reisebericht. Bis Hans-Peter, ein Freund von Bernard kommt, ist schon vieles des Reiseberichts fertig. Wir haben Apero im Garten. Zum Nachtessen gehen wir ins "Lucia". Da war ich am ersten Tag in Quito. Das Essen ist wieder sehr gut. Weil wir dazu eine Flasche Wein trinken ist es auch ziemlich teuer, aber man gönnt sich ja sonst nichts. Um 22h bin ich zurück.

Mo 26.08.2019
Nach dem Frühstück geht es weiter mit dem Reisebericht. Am frühen Nachmittag ist mehr oder weniger alles bereit. Gegen 15h fahre ich mit Ivan ins Historische Zentrum von Quito. Dort schauen wir zusammen einige Sehenswürdigkeiten an. Beim Centro Cultural Metropolitano steigen wir hoch auf eine Terrasse. Von da hat man eine gute Aussicht auf den Plaza Grande und die umliegenden Kirchen. Die Iglesia de la Compania de Jesus besuchen wir dann auch innen. Im Eintrittsgeld ist eine Führung inbegriffen. Unsere Führerin hat nichts dagegen wenn wir fotografieren, aber ein Aufpasser verbietet es uns. Die Kirche ist sehr "goldig". Zum Abschluss steigen wir noch zur Kuppel hoch, das kostet nochmals 2 USD extra. Die Aussicht von da oben ist es aber wert. Ivan will noch ein weiteres Museum besuchen, das ist aber zum Glück für mich am Montag geschlossen. Wir gehen noch bis zur La Ronda und trinken dort ein Bier im gleichen Restaurant wo ich mein Ankunftsbier am Anfang der Tour getrunken habe. Nach 2¼h fahren wir zurück. Auf dem Heimweg kaufe ich noch Brot ein. Um 18.30h sind wir zurück. Einen kurzen Apero, dann gehe ich zum Nachtessen. Eigentlich will ich in die Trattoria, aber die ist geschlossen. Im "El Chacal" gibt es ein gutes Lomo de Cerdo, dazu Ofenkartoffel mit guter Sauce und Salat. Um 21h bin ich zurück, telefoniere noch mit Vivian und verschicke nachher die Mitteilungen, dass mein Reisebericht fertig ist.
(5km zu Fuss)

Di 27.08.2019
Nach dem Frühstück korrigiere ich noch einige Fehler in meinem Reisebericht. Um 10.30h fahre ich mit Iwan los nach Mitad Del Mundo. Wir landen in einem veritablen Stau. Zuerst fahren wir zum Kraterrand des Vulkans Pululahua, dem einzigen bewohnten aktiven Vulkans der Welt, wie Ivan meint. Da soll der Boden 30C° warm sein. Dann geht es zurück nach Mitad Del Mundo. Da gibt es einen Park, angeblich genau auf dem Äquator. Es stellt sich aber heraus, dass er 250m zu weit südlich angelegt ist! Vom Turm aus sieht man die ganze Anlage, es soll der meist besuchte Ort in Ecuador sein. Meine Begeisterung hält sich in Grenzen. Es gibt da eine Brauerei, das ist fast das interessanteste an diesem Park. Wir trinken unser Bier aber nebenan zum halben Preis. Nach 1½h fahren wir wieder zurück. Diesmal ohne Stau. Um 14h sind wir zurück. Apero im Garten. Zum Nachtessen gehe ich in die Trattoria de Francesca. Diesmal ist sie offen. Der Aubergine-Gratin ist sehr gut. Der Chef erkennt mich wieder und weiss sogar, dass ich auf Galapagos war. Um 21h bin ich zurück.
(75km und 4km zu Fuss)

Mi 28.08.2019
Nach dem Frühstück plane ich meine nächsten Etappen und buche die Hotels. Morgen an meinem Geburtstag werde ich in Mindo sein. In 2 Tagen werde ich in einer Pension bei Rio Verde bei Schweizern gastieren. Da bleibe ich 3 Nächte. In Esmeralda ist alles sehr teuer und ausgebucht, darum lasse ich es links liegen. Ich teile Ivan mit, dass ich morgen abreisen werde und bezahle die Unterkunft. Für das Parkieren während meines Trips nach Galapagos muss ich nichts bezahlen. Am Nachmittag gehe ich einkaufen und organisiere noch Bargeld. Apero im Garten. Zum Nachtessen gehe ich nochmals in die "Pizzeria El Hornero". Diesmal keine Pizza sondern ein gutes T-Bone-Steak. Um 20.30h bin ich zurück.
(4km zu Fuss)

Do 29.08.2019
Schon vor dem Frühstück die ersten Geburtstagswünsche. Stefan ruft aus Dänemark an. Nachher packen. Um 10.15h verabschiede ich mich von Ivan und fahre los. Vor lauter Freude, dass es heute keinen Stau hat, verpasse ich die Abzweigung und muss einen Umweg durch Los Laureles fahren. Das kostet mich 2km Umweg und eine ¼h. In Mitad Del Mundo tanke ich sicherheitshalber. Nachher wir die Strasse zeitweise ziemlich schlecht und es hat auch ziemlich viel Gegen-Verkehr. Manchmal dauert es eine Weile bis man einen langsamen Lastwagen überholen kann. Die Umgebung ist jetzt richtig tropisch, z.T. Nationalpark. Es geht hinunter bis auf 1250müM. Um 13.45h erreiche ich Mindo. Ein kleiner Ort im Urwald. Die "La Bicok EcoLodge" ist klein und sehr schön, ein kleines Paradies mit Pool. Ich geniesse mein Ankunftsbier am Pool. Für den Rest des Nachmittags sitze ich am Pool und geniesse die Ruhe und die Umgebung. Auf dem Campingplatz stehen 2 Camper. Apero am Pool. Ich habe das Nachtessen vorbestellt. Ich bin der einzige Gast im schönen Restaurant. Ein Feuer lodert in der Feuerstelle und mein Tisch ist gleich daneben gedeckt. Der Wein ist im Preis von 25 USD inbegriffen. Ich bekomme als Vorspeise eine Ceviche ohne Fisch, mit Champignons und als Hauptgang ein gutes und grosses Filet Mignon. Schade ist, dass es nicht mehr richtig warm ist, weil es von auswärts angeliefert wird. Ich bestelle noch ein zweites Glas Wein. Zum Dessert gibt es Glacé und Früchte in einer ausgehöhlten Ananas. Ein würdiges Geburtstags-Essen. Um 21h bin ich im Bett. Man hört allerlei Viecher aus dem Urwald.
(109km, 2½h unterwegs)

Fr 30.08.2019
Vor dem Frühstück etwas "Büro". Das Frühstück ist sensationell. Alles schön angerichtet. Es gibt Rührei, selbstgemachtes "Semmeli", Waffel, Pancake, Fruchtsalat, Nature Joghurt und ein richtiges "Chacheli" mit Milchkaffee! Um 09.45h fahre ich los. Zuerst wieder hoch auf die Hauptstrasse, dann Richtung Esmeraldas. Nach etwa ½h wird es bewölkt und regnet sogar zeitweise. Der Strasse entlang gibt es fast immer Siedlungen oder bewirtschaftete Flächen. Die ersten 100km wieder mehr oder weniger auf einem Grat, auf beiden Seiten geht es bergab. Bei La Independencia erreiche ich die E20. Nun geht es bis La Union 4-spurig weiter. Aber dann ist fertig mit der guten Strasse. Es hat nun auch viel mehr Verkehr, aber es geht zügig voran. Es ist jetzt ein Gebiet mit vielen Palmöl-Plantagen. Kurz vor Esmeraldas biege ich auf die E15 ab und umfahre den Ort. Um 13.30h erreiche ich die Pension Quinta El Mamey nahe dem Rio Verde. Ich werde von Belinda und Fernando herzlich empfangen. Er ist von Esmeraldas und sie aus Zürich. Sie besitzen das Haus schon einige Jahre, sind aber erst vor einem Jahr fest hierher gezogen, mit ihren 2 und 6 Jahre alten Kindern. Ich ziehe mich um und geniesse dann mit ihnen mein Ankunftsbier. Sie haben ein kleines Paradies aufgebaut mit einem Restaurant und Pool, wenige Meter vom Strand. Nur die nahe Strasse stört das Idyll ein wenig. Wir reden ziemlich lange, dann richte ich mich ein. Ivan hat mir noch seine Bilder geschickt. Habe wieder etwas Neues gelernt, man kann per WhatsApp Bilder auch im Original verschicken, nämlich als Dokument, dann bleiben alle Informationen und die Qualität erhalten. Apero mit Sonnenuntergang auf meiner grossen Terrasse. Das Nachtessen von Belinda ist sehr gut, Fisch mit Gemüse, ein Patacones-Plätzli aus Kochbananen und Reis. Ich hole meine Flasche Wein aus dem Auto und wir stossen zusammen nachträglich auf meinen Geburtstag an. Der Bruder von Fernando es gekommen und passt auf die Kinder auf. Wir gehen zu dritt nach Esmeraldas in den Ausgang. Das sind etwa 30km pro Weg. Sie haben einen neuen Malecon angelegt, da ist viel los. Die beiden geniessen Glaces. Später gibt es Drinks, für mich einen Mojito. Nach 23h machen wir uns auf den Heimweg. Nach Mitternacht bin im Bett.
(252km, 3¾h unterwegs)

Sa 31.08.2019
Das Paradies hat einen Nachteil, die Strasse ist doch ziemlich laut, vor allem die Lastwagen. Die ersten sind schon um 04.00h unterwegs. Frühstück um 09h, mit gutem selbstgemachtem Brot und Spiegelei. Dazu Milch-Kaffee und Fruchtsaft. Nachher mache ich die Grob-Planung für Kolumbien, keine Etappe länger als 300km. Zwischen Medellin und Cartagena gibt es nur wenige Unterkünfte auf Booking.com. Ich bekomme neue Nachbarn, eine Familie aus Quito. Um 12h schnappe ich mir einen Liegestuhl im "Restaurant", dazu ein Bier und geniesse das Nichtstun. Ein Schweizer der zeitweise in Esmeralda arbeitet kommt mir seiner Freundin vorbei. Wir reden ein wenig, dann zurück in den Liegestuhl. Um 16h will ich an den Strand. Das funktioniert aber nicht, der ist nämlich verschwunden weil Flut ist. Apero mit Sonnenuntergang in den Wolken auf meiner Terrasse. Zum Nachtessen kocht Belinda eine Rösti aus Yuca, dazu Poulet-Geschnetzeltes an einer guten Sauce und Rüebli. Ich bestelle dazu eine Flasche Wein für 15 USD und trinke die Hälfte. Der Rest ist für morgen. Um 21h bin ich im Bett.

So 01.09.2019
Zum Frühstück gibt es heute "Bolón de verde", das traditionelle Frühstück von hier. Eine Kugel aus gekochten und zerstampften Kochbananen mit Käse und Gemüse drin, die frittiert wird. Schmeckt gut zusammen mit der gut gewürzten Sauce aus Chili und Zwiebeln. Nachher versuche ich die vordere Stossstange zu reparieren. Da sind verschiedene Schrauben verloren gegangen. Mehr schlecht als recht bekomme ich es soweit, dass sie nicht mehr klappert. Alles ist aus Plastik und an manchen Stellen ausgefranst, so dass ich mit grossen Unterlagscheiben arbeiten muss. Um 12h bin ich fertig und habe mir ein Bad im Pool und das Bier redlich verdient. Belinda wäscht mir meine schmutzigen Kleider für 3 USD. Später spaziere ich den Strand entlang. Heute genug früh, vor der Flut. Das Meer ist sehr flach, d.h. bei Ebbe ist der Strand einige hundert Meter breit, bei Flut wie gestern bemerkt existiert er nicht mehr. Die beiden Hunde begleiten mich. Nach 1½km kehre ich um. Es gibt nicht viel zu sehen. Nachher döse ich bis zum Apero auf meinem Bett. Der letzte Sonnenuntergang am Pazifik. Zum Nachtessen kocht gulaschähnliches Fleisch, dazu Reis mit Gemüse und Eier vermischt. Schmeckt gut wie immer hier. Nachher sitze ich noch eine Weile mit Fernando zusammen und trinke den lokalen Rum. Um 23h bin ich im Bett.
(3km zu Fuss)

Mo 02.09.2019
Vor dem Frühstück rufe ich Stefan an und gratuliere ihm zum Geburtstag. Nach dem Frühstück packe ich zusammen, reinige die Scheiben und verabschiede mich von Belinda und Fernando. Es war ein schöner und günstiger Aufenthalt, 142 USD für alles. Das Frühstück 3.50, das Nachtessen 8 USD und das Zimmer 25 USD. Um 11h fahre ich los. Zuerst geht es die Küste entlang. An Las Penas dann landeinwärts und ab Calderon dann definitiv ins Landesinnere. Im Flachland hat es viele Palmöl-Plantagen. Nach 120km beginnt es dann anzusteigen. Es hat kaum Verkehr und die Strasse ist bis auf wenige Abschnitte gut. Bei Salinas endet die E10. Die E35 steigt nun von 1600müM ziemlich steil auf 2200müM. Um 15h bin ich in Ibarra. Das Hotel Montecarlo finde ich auf Anhieb. Und Überraschung, mein Auto passt in die Durchfahrt, obwohl man mir das Gegenteil gesagt hat. Das Zimmer geht zur Hauptstrasse, ist aber ziemlich ruhig, weil es Doppel-Fenster hat. Ich richte mich ein und gehe dann in den nahen alten Teil der Stadt auf die Suche nach einem Ankunftsbier. Es gibt einige schöne Gebäude und schlussendlich auch ein Bier. Um 17h bin ich zurück. Ich buche mein Hotel in Ipiales(COL). Das ist gleich nach der Grenze Ecuador-Colombia. Zum Nachtessen gehe ich ins Hotelrestaurant. Da gibt es ein Menu mit Mais-Suppe, Schweins-Kotelett mit Kartoffeln und Salat und als Dessert Schoggi-Kuchen. Das Glas Rotwein ist schlecht, sie tauschen es gegen ein Glas Weisswein, der ist besser. Gegen 20h bin ich zurück im Zimmer. Vivian fliegt heute Abend zurück nach Buenos Aires via Lima. Der argentinische Präsident beschränkt den Handel mit USD, darum sind alle Argentinier besorgt, auch Vivian. Die Situation mit Maria wird nicht einfacher. Sie will in die Halong Bay, keine Ahnung mit wem. Ich sage ihr, aber nicht mit meinem Geld. Sie meint mit Richard, einem alten Verehrer. Später widerruft sie das aber und meint sie denke daran zu Paul zurück zu kehren. Wie immer wenn ihr etwas nicht passt. Nur diesmal würde ich sie nicht davon abhalten, nur weiss sie das nicht. Um 21h bin ich im Bett.
(262km, 4h unterwegs und 3km zu Fuss)

Di 03.09.2019
Vivian ist in Lima zwischengelandet. Um 08h gehe ich zum Frühstück, das Buffet ist nicht schlecht. Zum letzten Mal Toni-Joghurt in Ecuador. Dann packe ich zusammen. Die Abfahrt verzögert sich, weil der Manager der Deutsch spricht noch mit mir redet. Um 10.15h fahre ich dann los. Zuerst noch tanken, falls man kurz vor der Grenze nicht mit Kreditkarte bezahlen kann, dann den gleichen Weg zurück bis nach Salinas. Es stürmt wie blöd. Bis El Juncal geht es relativ flach weiter. Es stürmt weiter und hat viel Staub in der Luft. Dann beginnt der Aufstieg auf einer sehr guten 4-spurigen Strasse, 1000m Höhenanstieg auf 22km. Bei Bolivar beginnt eine hügelige Hochebene mit viel Viehwirtschaft. Die nächsten 40km steigt es "nur" noch von 2600müM auf 3300müM an. etwa 40km vor der Grenze sehe ich eine Gruppe Leute mit Rucksäcken. Wanderer denke ich mir. Später merke ich dass es Flüchtlinge sind die hier zu Fuss unterwegs sind. In Tulcán kurz vor der Grenze tanke ich nochmals. Prompt kann man nur bar bezahlen. Der Grenzübertritt verläuft wieder ziemlich chaotisch. Vor der Grenzbrücke gibt es keinen Hinweis für die Ausreise. Ich fahre über die Brücke, da hat es viele Geldwechsler und Versicherungsverkäufer. Beim letzten halte ich an. Er begleitet mich zu einem Schalter. Die Dame schaut meine Papiere an und schickt mich mit dem alten Mann zum Kolumbianischen Zoll. Die meinen ich müsse zuerst nach Kolumbien einreisen. Da meinen sie ich müsse zuerst aus Ecuador ausreisen. Also zurück über die Brücke, zuerst durch ein Lager der Hilfsorganisatoren die hier Flüchtlingen aus Venezuela helfen. Ich bekomme meine Ausreisestempel und muss nun noch mein Fahrzeug ausreisen lassen. Das geht ohne Probleme. Er fragt wo mein Fahrzeug sei, auf der andern Seite der Brücke sage ich ihm. Ok, Stempel und Tschüss. Keine Kontrolle. Nun kann ich in Kolumbien einreisen. Das geht auch ziemlich zügig. Dann stehe ich an für mein Fahrzeug. Der Schalter öffnet um 13.30h. Es ist zwar schon später, aber einer der wartenden mein wir sind hier in Südamerika. Er sagt mir auch, was für Kopien ich brauche. Also zurück zur Versicherung, sie macht mir die Kopien und ich gehe wieder zurück. Kaum da bin ich an der Reihe. Auch hier keine Kontrolle, weder Fahrzeug noch Versicherung. Für die Versicherung geht es dann etwas länger, weil die Dame nicht so genau weiss wie das geht. 48 USD kostet die Versicherung für 2 Monate und alle Kopien. Nach 1¼h habe ich es geschafft. Ein Polizist meint ich solle jetzt aber schnell abfahren, ich stünde schon viel zu lange hier. Ich fahre los, kein Mensch kontrolliert mich. Ich hätte auch einfach durchfahren können. Nach 3km bin ich um 14.15h bereits in Ipiales auf 2900müM. Das Hotel Avanty finde ich auf Anhieb. Nur kann ich da nicht parkieren. Ich richte mich ein und parkiere dann mein Auto um. Auf dem Rückweg kaufe ich Crackers und suche ein Platz für mein Ankunftsbier. Zurück im Hotel buche ich ein Zimmer für morgen und plane die Route. Vivian ist inzwischen todmüde in Buenos Aires angekommen. Zum Nachtessen gehe ich ins La Terraza. Rindsfleisch an einer Weinsauce, dazu Kartoffelstock schmeckt sehr gut. Auf dem Heimweg hole ich noch Geld aus dem Automaten. Um 21h bin ich zurück.
(137km, 4h unterwegs, davon 1¼h am Zoll)

Mi 04.09.2019
Das Frühstück ist nicht schlecht. Nachher gehe ich zum Claro-Shop. Da erfahre ich zwei Sachen, erstens, dass die Claro-SIM von Ecuador trotz gegenteiliger Beschreibung in Colombia nicht funktioniert und zweitens, dass das System abgestürzt ist. So ziehe ich unverrichteter Dinge von dannen. Ich habe somit 10 USD in den Sand gesetzt, das Geld das noch auf der SIM-Karte ist. Ich hole mein Auto vom Parkplatz. Der Wächter kommt extra mit mir, falls ich das Auto nicht starten könne, weil es in der Nacht kalt war. Er ist sehr erstaunt als mein Auto innert Sekunden anspringt. Ich verlade mein Gepäck und fahre um 10.15h los. Es geht zuerst flach, dann teilweise ziemlich steil bergab auf einer schönen Strasse. Sie führt entlang steiler Hänge. Besser nicht von der Strasse abkommen, es geht steil bergab. Nach 40km, am tiefsten Punkt auf 1800müM ist fertig lustig. Ich stecke in einem veritablen Stau. Für die nächste Stunde komme ich gerade 3km weit! Sie bauen die Strasse aus und die Verkehrsregelung ist sehr chaotisch. Erst ab Pedregal geht es einigermassen normal weiter. Aber durch den Stau sind nun alle Lastwagen an einem Haufen und es ist wegen den vielen Baustellen schwierig sie zu überholen. Es geht nun wieder hoch bis auf 3200müM. Die letzten 15km dann wieder hinunter nach Pasto auf 2540müM. Das Hotel Los Balsos finde ich auf Anhieb. Es ist ein kleines modernes Hotel. Ich entscheide mich für eine Zimmer nach innen, weil die Strasse ziemlich laut scheint. Parkieren muss ich in der Nähe. Ich fülle fast den ganzen Parkplatz und muss darum meine Schlüssel da lassen. Nachher mache ich mich auf den Weg zum Claro-Shop. Der ist riesig und es hat viele Leute, aber nach ½h habe ich alles erledigt und meine neue SIM-Karte funktioniert 46'000 COP = 13 CHF für 30 Tage mit 2GB Data und WhatsApp gratis. Auf dem Rückweg will ich noch Geld abheben. Der einzige Automat der ersten Bank ist leer. Bei der zweiten habe ich mehr Glück, muss dafür aber anstehen. Zurück im Hotel trinke ich endlich mein Ankunftsbier und buche meine nächste Unterkunft in Popayán. Kurzer Apero im Zimmer, dann gehe ich zum Nachtessen. Die Weg-Beschreibung zum Restaurant Merced ist nicht so klar. Ich frage einen Herrn nach dem Weg und er bringt mich gleich persönlich hin. Mein paniertes Schweinskottelet ist riesig und sehr gut. Nach 20h bin ich zurück.
(83km, 3h unterwegs, davon 1h im Stau und 5km zu Fuss)

Do 05.09.2019
Zum Frühstück muss ich auswärts gehen, aber auf Kosten des Hotels. Zurück im Hotel noch etwas "Büro". Um 10h fahre ich los. Die Rezeptionistin meint ich brauche 6h, ich plane nur 4h. Zuerst geht es wieder etwas bergauf, von 2550müM auf 2800müM. Dann geht es 40km lang bergab, hinunter bis auf 835müM. Die Strasse ist am Anfang gut, wird dann aber immer schlechter. Am Schluss herrschen fast indisch/indonesische Verhältnisse. Dafür ist die Aussicht schön, wenn man Zeit hat vor lauter Schlaglöcher. Zum Glück gibt es zwischendurch immer wieder gute Stücke. Nach 30km wird die Strasse wieder besser. Gegen 12.30h habe ich die Hälfte der Strecke geschafft und mache in Mojarras Mittagspause. Eine gute Wurst vom Grill mit Kartoffeln und ein Mineralwasser für 4900 COP = 1.50 CHF. Nach ½h fahre ich weiter. Es ist inzwischen sehr heiss. Die Gegend scheint ausgetrocknet, ist es aber offenbar nicht, denn der Strasse entlang wachsen grüne Büsche und Bäume. Bei El Bordo beginnt die Strasse wieder anzusteigen. Es geht in mehreren Stufen bergauf und das schlimme ist, es hat sehr viele Lastwagen unterwegs und die Strasse ist schmal. Es wird richtig mühsam. Manchmal stehen wir still, weil die Sattelschlepper sich in den Kurven in die Quere kommen. Es geht hoch bis knapp 2000müM. Von da sind es nur noch 20km bis Popayán auf 1750müM. Nach 5½h bin ich da. Das Hotel "Los Portales" finde ich auf Anhieb trotz des Verkehrs-Chaos. Ich kann in der Nähe anhalten und ausladen. Dann muss ich aber umparkieren. Es gibt einen Parkplatz extern für 10000 COP/Tag und ich habe ihnen mitgeteilt wie gross mein Auto ist. Aber es kommt wie üblich hier in Südamerika, sie haben meine Angaben nicht gelesen. Ich würde zwar reinpassen, aber der Betreiber will keinen Lastwagen auf seinem Gelände und weist mich schroff weg. Ich parkiere gleich um die Ecke beim Hotel und die Rezeptionistin sagt mir, dass ich später das Auto vor dem Hotel parkieren soll. Mein Zimmer ist sehr klein und dunkel. Heute kann ich aber nicht wechseln. Für ein Bier verweist man mich ins nahe Zentrum. Da ist viel los, weil heute das 3-tägige Gourmet-Festival startet. Da bekomme ich auch ein teures Bier. Ein Band richtet sich ½h lang ein. Das Konzert dauert dann aber nur knapp ¼h. Ich gehe zurück ins Hotel und richte mich ein. Zum Apero in den Innenhof. Da treffe ich Ingo und Ingomar, Vater und Sohn aus Deutschland. Ingomar ist hier als Fussball-Trainer und Talentsucher tätig. Um 19.15h gehen wir zusammen zum Festival. Dort esse ich Lechona, das ist zerrissenes Schwein (Pulled Pork) gemischt mit Gemüse und diversem anderem, dazu einen Papa rellena, das ist eine Kugel aus Kartoffeln gefüllt mit einem Ei und dann frittiert. Beides sehr gut. Nebenan spielt eine Gruppe von der Pazifik-Küste heisse Rhythmen. Wir schauen eine Weile zu und gehen dann ausserhalb des Festivals auf ein Bier. Um 22h sind wir zurück. Ich habe extra mein Portemonnaie zu Hause gelassen und nur Geld eingepackt. Das habe ich auf dem Bett gelassen und finde es jetzt nicht mehr. Ich stelle alles auf den Kopf, nichts. Schlussendlich gehe ich zur Rezeption und erzähle dort meine Geschichte. Die Dame kommt mit mir ins Zimmer und meint es sei schon komisch, Computer und Kamera sind hier, nur mein Portemonnaie sei weg. Das habe ich mir auch gedacht. Auch die 2.Kamera liegt auf dem Bett, die habe ich aber erst nachträglich aus dem Rucksack genommen und zeige ihr den Rucksack. In dem Moment sehe ich mein Portemonnaie, es steckt hinter dem Rücken-Netz des Rucksacks! Ende gut, alles gut. Nachher noch eine warme Dusche, dann todmüde ins Bett.
(247km, 5½h unterwegs)

Fr 06.09.2019
Um 08h zum Frühstück. Das ist nichts Besonderes, für den 2.Kaffee müsste man extra bezahlen. Ich verzichte aus Prinzip. Ich könnte in ein Zimmer näher beim Eingang wechseln, aber da ist es mir zu laut. Ich bleibe wo ich bin und erledige mein "Büro". Gegen 12h setze ich mich zu Ingo und Ingomar, der zurück vom Training ist. Er empfiehlt seinem Vater das Restaurante Italiano für das Mittagessen. Ich gehe mit Ingo hin, eigentlich wollte ich nichts essen, aber das Menu sieht gut aus, darum bestelle ich es doch. Suppe, Fisch mit Reis und Salat und einen Dessert und Jus. Es schmeckt und kostet nur 13'000 COP = 4 CHF. Zurück im Hotel etwas Siesta. Gegen 17h gehen wir zusammen in ein Café und treffen dort Daniel und seine Freundin aus Popayán. Auch er hat mit Fussball zu tun. Wir besuchen nochmals das Food-Festival. Die andern suchen sich etwas zum Nachtessen. Ich habe noch keinen Hunger, aber es gibt genug zu essen von den andern. Nach 19h brechen wir auf, weil das Freundschaftsspiel Colombia gegen Brasilia um 19.30h startet und die Fussball-Experten das unbedingt sehen wollen. Im Hotel öffnen sie extra den Raum des Restaurants für uns, damit wir das Spiel dort anschauen können. Wir sind unter uns, nur ein Angestellter schaut sich das Spiel zusammen mit uns an. Das Bier müssen wir gegenüber kaufen. Das Spiel ist unterhaltsam und endet 2:2 unentschieden. Um 23h bin ich um Bett

Sa 07.09.2019
Nach dem Frühstück frage ich nochmals nach einem anderen Zimmer. Ich glaube nicht dass das klappt. Nachher suche ich eine Unterkunft für morgen. Von Cali raten mir alle ab. Danach gehe ich mit Ingo eine SD-Card kaufen. Sein Handy ist voll. Wenn wir das Hotel verlassen, stehen zwei Polizisten bei meinem Auto. Ich gehe zurück zur Rezeptionistin und sage ihr das. Sie spricht mit den Polizisten und nachdem sie beim Parkplatz-Verwalter angerufen hat und der ihr bestätigt hat, dass er keinen Kleinlaster will, sind die Polizisten einverstanden, dass ich mein Auto beim Hotel stehen lassen kann. Ich muss nur 5m näher zum Eingang fahren. Dann können wir losziehen. Ingo ist überglücklich nachdem ich seine Bilder und Film auf die SD-Card kopiert habe und er wieder nach Lust und Laune Videos aufnehmen kann. Danach buche ich die Unterkünfte für die nächsten beiden Nächte. Einmal in der Stadt Palmira und einmal auf einer Finca in "La Suiza" bei Armenia. Der Umzug in ein anderes Zimmer verzögert sich und schlussendlich lande ich nicht im vorgesehenen Zimmer. Das neue Zimmer ist grösser und heller. Um 14.30h ziehe ich los. Komme aber nicht weit. Im Restaurant "Pio Pio" kehre ich ein. Nach dem mickrigen Frühstück habe ich Hunger. Ich bestelle ein halbes Schweinsschnitzel und bekomme eine Suppe mit Hühnerfüssen und ein riesiges Schnitzel mit Pommes und Salat. Die Pommes sind kalt, aber ich bekomme frische und heisse. Nach ½h geht es weiter. Mein Rundgang führt mich hinunter zum Fluss Molino. Da gibt es einen kleinen Park. Um 16h bin ich zurück. Ich dusche und rüste mich um auf Sommertemperaturen, denn ab morgen wird es vermutlich heiss werden unten auf 1000müM. Danach Apero vor meinem Zimmer im Innenhof. Es sind einige Studenten hier die "studieren" Koch. Heute studiert man ja alles. Sie besuchen das Gourmet-Festival. Das Restaurant das ich besuchen will ist geschlossen. Darum gehe ich nochmals ins Restaurante Italiano. Die Lasagne ist gut und riesig. Weil ich noch 2 Gläser Wein und einen Aquardiente trinke, kommt alles ziemlich teuer (60'000 COP = 18 CHF). Zurück zu Hause treffe ich Ingomar, seine Mannschaft hat gewonnen, aber nicht hoch genug, darum sind sie ausgeschieden im U17 Cup von Colombia. Aber er hat mir das schon am Mittag prophezeit und ist trotzdem zufrieden mit seiner Mannschaft. Efraim ist wieder einmal im Spital, wieder hohes Fieber, Husten und Magenprobleme. Ich telefoniere noch mit Vivian. Ihr Mann ist heute vor 4 Jahren gestorben, darum ist sie etwas traurig. Nach 22h bin ich im Bett.
(5km zu Fuss)

So 08.09.2019
Die Chefin des Restaurants ist wirklich sehr geizig. Sie bringt mir einen schwarzen Kaffee. Anstatt mir einfach noch Milch zu bringen nimmt sie den Kaffee mit und bringt mir die Tasse mit Milch-Kaffee zurück. Nachher "Büro" und packen. Um 10.15h fahre ich los. Die ersten 20km sind eher flach aber immer auf und ab. Dann beginnt der Abstieg von 1900müM auf 1000müM. Auch da immer bergauf und bergab. Zeitweise hat es viele Lastwagen und es ist mühsam diese zu überholen, weil die Strecke sehr kurvenreich ist. In diesem Abschnitt hat es viele Kaffee-Plantagen. Nach 80km ist es geschafft, ich bin unten in der Ebene. Die Strassen sind breit und gerade, somit keine Probleme mit dem Überholen. Jetzt hat es vor allem riesige Zuckerrohrfelder und immer wieder Warnschilder vor den "Tren Cañero", Zuckerrohrzüge. Das sind Lastwagen mit in der Regel 4 Anhängern die das Zuckerrohr in die Verarbeitungszentren fahren. Es ist nun richtig heiss, mehr als 30C°. Um 13h bin ich in Palmira. Das Hotel Los Remansos finde ich auf Anhieb, kann aber nicht in die Strasse fahren weil sie am Abladen eines Stahlträgers sind. Nach einer Ehrenrunde durch das Quartier fahre ich von der anderen Seite ein. Es ist ein schönes kleines Hotel. Mein Zimmer ist noch nicht bereit, darum gehe ich direkt zum Ankunftsbier. Das empfohlene Restaurant ist geschlossen, aber am Ende unserer Strasse gibt es einen Chinesen. Da das Frühstück so mickrig war bestelle ich Fried Noodles zum Bier und bekomme eine riesige Portion und erst noch eine Portion Fried Rice dazu. Es schmeckt gut. Ich beschliesse alle Nudeln zu essen und dafür auf das Nachtessen zu verzichten. Zurück im Hotel ist dann Siesta angesagt. Mein Zimmer hat sogar eine kleine Küche. Darum hole ich meine Kühlbox und fülle alles in den Kühlschrank. Der Apero auf einem kleinen Balkon mit bequemem Sofa dauert etwa 2h. Telefoniere noch mit Maria, Efraim ist wieder wohlauf und zu Hause. Bevor ich schlafe ruft Vivian an, sie war mit ihrem Sohn zum Nachtessen.
(153km, 2¾h unterwegs)

Mo 09.09.2019
Zum Frühstück bekomme ich 2 weichgekochte Eier, einen Fladen, vermutlich aus Reis, Maisbrötchen, Fruchtsalat, Orangen Jus und Kaffee mit Milch. Ich bekomme sogar noch eine zweite Tasse, nicht wie im letzten Hotel. Aber der Kaffee ist auch hier schlecht. Kolumbien ist das Kaffeeland schlechthin und man bekommt hier den schlechtesten Kaffee weit und breit, das verstehe ich nicht ganz! Um 10h fahre ich los, zuerst müssen einige Motorräder weggeräumt werden, damit ich aus dem Parkplatz fahren kann. Die ersten 100km führt die Strasse durch die grosse Ebene mit vielen Zuckerrohrfeldern. Die Strasse ist meistens 4-spurig und es hat wenig Verkehr, dafür ist es teuer. Strassengebühren heute: 37'000 COP = 11 CHF. Mein Hotel heute kostet 54'000 COP = 16 CHF inkl. Frühstück! Am Schluss geht es wieder in die Hügel mit Kaffee-, Bananen- und Yuca-Plantagen. Das Hotel Pueblo Bello liegt auf 1200müM in La Suiza bei Armenia. Um 12.30h bin ich da. Es ist eine schöne Anlage und ich der einzige Gast bis jetzt. Im Restaurant geniesse ich mein Ankunftsbier mit Salchipapas, Pommes mit geschnittenen Würstchen. Es ist sehr warm, darum verschiebe ich das Umfüllen der Kanister in den Tank auf den späteren Nachmittag. Zum Verschiffen müssen die Kanister leer sein und hier ist der Diesel ziemlich teuer, 2.70 USD/Gallone, 0.50 USD teurer als an der Grenze zu Ecuador. An der Karibikküste soll er wieder billiger sein. Aber viel tanken muss ich sowieso nicht mehr. Es sind nun "nur" noch etwa 1000km bis Cartagena und ein Tank reicht für etwa 700km. Telefoniere noch mit Stefan, er ist zurück aus den Ferien und hat mir die definitive Steuerrechnung geschickt. Ich zahle die 150 CHF gleich ein. Es ziehen dunkle Wolken auf, darum beschliesse ich die Umfüll-Aktion jetzt zu starten. Eine ziemlich schmutzige Aktion. Darum brauche ich nachher eine Dusche. Apero auf meiner Terrasse. Zum Nachtessen bekomme ich Lomo de Cerdo. Lomo ist eigentlich ein Filet, aber hier ist alles Lomo. Es schmeckt aber gut. Bereits um 21h bin ich im Bett.

Di 10.09.2019
Nach dem wie hier üblichen mickrigen Frühstück verlängere ich meinen Aufenthalt um eine Nacht. Nachher plane ich meine weitere Route und buche zuerst eine Unterkunft in Manizales. Bis dort sind es 110km. Dann suche ich eine Unterkunft in Medellín. Um 12h ist alles erledigt und ich gehe etwas kleines Essen im Restaurant. Ich habe meine persönliche Köchin, da ich der einzige Gast bin. Nachher ist Siesta angesagt. Die wird aber jäh unterbrochen, meine gebuchte Unterkunft in Medellín ist nicht verfügbar, weil die Besitzer gar nicht da sind und vergessen haben den Kalender auf Airbnb nachzuführen. Also nochmals von vorne. Nach einigem Suchen finde ich eine andere Unterkunft. Aber nach dem Buchen stellt sich heraus, dass sie an einem nicht sehr schönen Ort ist. Ich werde sie vermutlich morgen stornieren. Zwischenzeitlich hat es ein wenig geregnet. Apero auf meiner Terrasse. Zum Nachtessen bestelle ich Lomo de Res (Rindsfilet), nicht schlecht, aber natürlich kein Filet. Vivian hat ihren Flug nach Cartagena gebucht. Während ich mit Vivian telefoniere versucht Maria mich anzurufen. Wenn ich zurückrufe will sie wissen mit wem ich telefoniert habe. Ich sage es ihr und sie rastet wieder einmal aus. Mal sehen wie das weiter geht. Um 22h bin ich im Bett.

Mi 11.09.2019
Maria hat mich auf WhatsApp gesperrt, aber noch vor dem Frühstück versucht sie mich anzurufen. Ich nehme aber nicht ab. Nach dem Frühstück eröffnet sie mir, dass sie von Endang eine Bestätigung holen werde, dass ihre Bankunterlagen gestohlen wurden, damit sie das Bankschliessfach mit dem Gold räumen kann, das da als Pfand für die Schulden von Miando liegt. Und auch sonst wirft sie mir und Vivian allerlei Gehässigkeiten an den Kopf. Ich lasse sie eine Weile reden, dann klemme ich ab. Ich verstehe sie ja, mir macht das ja auch keinen Spass. Aber diese ewigen Unwahrheiten und die Drohungen mit Paul sind mir einfach zu viel. Ich packe, reinige meine Scheiben, bezahle die Rechnung und fahre dann um 10.45h los. Zuerst über schmale Strassen nach Armenia. Die Stadt ist grösser wie erwartet. Nachher geht die Strasse von 1200müM immer bergauf und –ab, aber stetig steigend bis auf über 2100müM. Die Landschaft ist schön. Bei Pereira bin ich wieder auf 1400müM. Der Verkehr ist hier recht mühsam. Ich brauche für 1.5km 15 Minuten. Nachher geht es wieder bergauf auf 1800müM, unterwegs gibt es ein "Kehrtunnel", eine 360° Kurve, teilweise im Tunnel. Bei Chinchina beginnt der letzte Anstieg von 1300müM auf 2150müM nach Manizales. Meine Unterkunft liegt ausserhalb und etwas weiter unten auf 1950müM. Um 13.45h bin ich da. Der Name Mirador Finca Morrogacho sagt schon alles. Es ist tatsächlich ein Aussichtspunkt den ich da nach einer Fahrt durch enge, steile Strässchen erreiche. Der Besitzer ist ein Kanadier. Er zeigt mir zuerst sein kleines aber steiles Reich. Es ist alles sehr schön gemacht. Mein Ankunftsbier trinke ich auf einer der vielen Terrassen. Maria ruft an und will nicht mehr aufhören mit Vorwürfen an mich und Vivian, ich lasse sie mehr als eine halbe Stunde reden. Sie hat offenbar versucht mein Tagebuch zu lesen. Nachher richte ich mich ein und erledige das "Büro". Zum Apero kaufe ich eine Flasche Weisswein und setze mich zu Melanie und Andreas aus Deutschland. Um 19.30h gibt es Nachtessen, mein erstes vegetarisches Nachtessen in Südamerika, dazu kaufe ich eine Flasche Rotwein. Es schmeckt gut. Um 21h bin ich im Bett.
(112km, 3h unterwegs)

Do 12.09.2019
Das Frühstück ist sehr gut, allerdings ohne Brot. Ich buche eine Unterkunft in Medellin und storniere die vorherige. Wieder das gleiche Spiel wie oft hier. Wenn ich endlich weiss wo genau die Unterkunft liegt, stellt sich heraus, dass die Einfahrt zu niedrig ist. Was mir Isabel später auch bestätigt. Ich kann hoffentlich auf der Strasse parkieren. Maria ruft wieder unzählige Male an und erzählt wie üblich wieder Unwahrheiten u.A. über Paul. Diesmal wird aber offenbar Efraim wütend. Ich plane meine weitere Route. Am Morgen ist das Wetter schön, dann ziehen Gewitter auf, aber es regnet nicht viel. Apero mit Weisswein auf der Terrasse mit wunderbarem Ausblick. Melanie fährt morgen auch nach Medellin, ich lade sie zum Mitfahren ein. Das Nachtessen ist wieder gut, aber sehr ähnlich wie gestern, dazu den restlichen Rotwein. Es ist ein Familie aus Holland da, die morgen die Hochzeit ihres Sohnes im Ort feiern werden. Um 21h bin ich im Bett. Maria versucht es jetzt mit Schmusekurs.

Fr 13.09.2019
Nach dem Frühstück ändere ich die Route, damit ich Melanie bei ihrem Hotel ausladen kann. Packen und bezahlen, er berechnet mir keinen Zuschlag für die Bezahlung mit Kreditkarte, weil ich ja die Buchung storniert habe und er so die Gebühren für Booking.com gespart hat. Um 10.40h fahren wir los. Es geht von knapp 2000müM hinunter auf 1000müM. Sehr viele Kurven und manchmal ziemlich steil, aber die Strasse ist gut und es hat wenig Verkehr. Aber nach 21km geht es los. Wir stehen volle 50 Minuten still wegen einer Baustelle. Das geht nachher noch gegen 10 Mal so weiter auf den nächsten 90km. Von den 2 ½ h die wir dafür brauchen, stehen wir nochmals während mehr als 50 Minuten still. Kurz vor La Pintada gönnen wir uns um 14.30h eine Pause, wir haben erst etwas mehr als die Hälfte der Strecke geschafft. Melanie lädt mich zum Essen ein. Das Menu kostet 16'000 COP und schmeckt gut. Nach 40 Minuten fahren wir weiter. Nun geht es von 600müM hoch auf 2500müM. Baustellen hat es jetzt keine mehr, dafür viele langsame Lastwagen. Wenigstens kann man so die schöne Aussicht geniessen. Vom Pass bis nach Medellin geht es wieder hinunter auf 1500müM und es wird nochmals sehr mühsam. Wir stecken im Feierabend-Stau. Für die 10km von der Stadtgrenze bis zu Melanies Hotel brauchen wir 50 Minuten. Für die restlichen 5km brauche ich dann nochmals 25 Minuten. Um 18.45h bin ich endlich da. Mein Airbnb finde ich auf Anhieb. Es liegt an einer sehr steilen Strasse, mit mehr als 15% Steigung! Parkieren kann ich da nicht. Isabela, ihre Mutter und ihr Onkel zeigen mir einen Parkplatz für Lastwagen. Ich kann kaum losfahren so steil geht es bergauf und nachher wieder genauso steil bergab. Es sind nur 1.1km aber steile Kilometer. Ich kann mein Auto da für 15'000 COP = 4.40 CHF pro Tag stehen lassen. Auf dem Rückweg mit ihrem Auto kaufen wir noch mein Nachtessen und ein paar Sachen für mein Frühstück ein. Um 19.45h bin ich zu Hause und essen das eingekaufte Nachtessen. Lomo de Cerdo, riesengross, aber gut. Dazu zwei Dosen Bier aus Peru aus meinem Notvorrat. Nachher Duschen und telefonieren mit Vivian. Ihr Sohn Adriano will sich ein Haus kaufen und hat darum USD von Amerika auf seine Bank in Buenos Aires überwiesen. In Argentinien werden Immobilien immer in USD bar bezahlt. Als er das Geld abheben wollte, hiess es er bekomme nur Pesos, keine USD. Das hätte ihn etwa 20'000 USD gekostet wenn er es auf dem Schwarzmarkt umtauschen müsste. Am nächsten Tag bekam er von der Bank die Mitteilung, dass diese Vorschrift bereits wieder aufgehoben wurde und er nun doch USD abheben könne. Später ruft Maria auch noch an. Um 22h falle ich todmüde ins Bett und schlafe sofort ein.
(200km, 8h unterwegs)

Sa 14.09.2019
Vor dem Frühstück kaufe ich im kleinen Laden gegenüber Eier und ein Joghurt ein. Käse habe ich keinen. Es schmeckt aber trotzdem. Die Brötchen ohne Zucker haben dafür Weinbeeren drin. Mein selbst gekochter Kaffee ist der beste in Kolumbien bis jetzt. Nachher wasche ich meine Wäsche. Anschliessend bringt mich Isabels Mutter in die Stadt zum Einkaufen. Im Supermarkt Exito finde ich alles was ich brauche. Das Nature Joghurt allerdings nur in einer riesigen Packung, 1.75 Liter. Einen Grant's finde ich auch und da ist es mir egal, dass es eine 1-Liter-Flasche ist. Ziemlich schwer beladen geht es zu Fuss wieder zurück. Meine Wäsche ist inzwischen zum grossen Teil trocken und ich erledige nachher das "Büro". Ich plane die weitere Route und buche die Unterkünfte in Caucasia und in Coveñas. Von Coveñas bekomme ich auch bald die Bestätigung, dass ihr Parkplatz gross genug ist. Apero mit Grant's vor meiner Unterkunft. Zum Nachtessen gehe ich ins "Lienzo Roof top". Ein cooles Restaurant mit Live Musik. Mein Burger ist auch gut, dazu 2 Glas Wein und gute Musik. Um 21h bin ich zurück. Ich storniere die Unterkunft in Caucasia, weil sie mir nicht geantwortet haben und ich nur bis Mitternacht gratis stornieren kann. Heute ist hier Valentinstag, überall gibt es laute Musik. Zum Einschlafen brauche ich meine eigene Musik nicht. Es ist zum Glück lokale Musik, die mir auch gefällt. Das ist der "Nachteil" wenn man in einem Wohn-Quartier wohnt, man bekommt das Leben hautnah mit. Irgendwann schlafe ich dann ein. Um 04h erwache ich kurz, es gibt immer noch Musik.
(4km zu Fuss)

So 15.09.2019
Heute gibt es Frühstück mit allem. Emmentaler, Roquefort, Baguette, 4-Minuten-Ei und gutem Milch-Kaffee. Ich telefoniere mit Markus, sie sind zurück aus den Ferien in Irland. Stefan kommt gerade von einer Velo-Tour zurück, hat sein neues "Last-Velo" ausgeführt. Ich buche ein anderes Hotel in Caucasia und bekomme auch prompte Antwort wegen des Parkplatzes. Gegen 14h mache ich mich auf den Weg zur Stadtbesichtigung. Zuerst zur Iglesia de San Antonio. Der Weg führt durch eine Gegend mit vielen Randständigen, ein bisschen ein mulmiges Gefühl habe ich schon. Die Kirche ist nichts Besonderes. Der nachfolgende Plaza de San Antonio schon eher, da ist viel los. Vorbei an der modernen Tramendstation San Antonio geht es zum Parque de las Luces. Der ist aber im Umbau, da gibt es eine Lichtinstallation und viel Bambus. Weiter durch die Fussgängerzone/Einkaufsstrasse Carrera 52. Die meisten Geschäfte sind geschlossen, dafür hat es sehr viele Strassenhändler. Auf der "Plazoleta de Las Esculturas" gibt es viele Skulpturen des Künstlers Fernando Botero zu sehen. Die Proportionen der menschlichen Figuren sind sehr speziell. Weiter zum Parque Bolivar. Da die Touristen-Saison vorbei ist, wird überall umgebaut. Der Park ist geschlossen, auch der Zugang zur anschliessenden Basilica Metropolitana de Medellin ist gesperrt. Vor den Rückweg genehmige ich mir ein Bier. Via 2 weiteren Fussgängerzonen/Einkaufsstrassen komme ich zum Plaza San Ignacio. Da ist viel los. Es läuft ein Salsa Platz-Konzert und viele Leute sind am Tanzen. Nach 16h bin ich zurück. Es ist heiss und ging steil bergauf, darum sofort unter die Dusche. Apero vor dem Zimmer. Zum Nachtessen gehe ich in der Umgebung. Das ausgesuchte Lokal befindet sich wieder einmal nicht da wo eingezeichnet. Ich finde das "Taller Gourmet", ein kleines lokal mit vielen Leuten. Die Mehrheit nimmt das Essen mit. Die zwei Frauen kochen sehr gut und billig. Mein Essen sollte eine Schweinshaxe sein laut Übersetzer, ist es aber nicht, sondern es sind Schweinsplätzchen vom Grill. Sie schmecken aber sehr gut. Das Bier muss ich im Laden nebenan kaufen, dafür ist es billig, 4000 COP für 750ml. Das ganze Essen kostet mich gleich viel wie gestern ein Glas Wein. Um 21h bin ich zurück. Heute ist es viel ruhiger wie gestern, keine Musik.
(7km zu Fuss)

Mo 16.09.2019
Nach dem Frühstück heisst es wieder einmal packen. Um 10h bin ich bereit. Isabels Mutter bringt mich mit dem Auto zum Parkplatz und verabschiedet sich dann. Für die 3 Tage bezahle ich 45'000 COP = 13 CHF. Dann fahre ich los. Der Verkehr rollt viel besser als bei mein er Ankunft. Etwas ausserhalb von Medellin tanke ich noch. Das sollte reichen bis Cartagena. Die ersten 36km geht es mehr oder weniger bergab, von 1600müM auf 1350müM. Bei El Hatillo steigt es wieder ziemlich steil an. Auf den nächsten 12km geht es hoch auf 2300müM. Da es viele Lastwagen hat, geht es oft nur langsam vorwärts. Nachher geht es weiter nach dem Motto "Mal ufe, Mal abe, Mal rächts, Mal links …" durch eine schöne grüne Gegend mit vielen Kühen, fast wie in der Schweiz nur wesentlich höher. 50km später erreiche ich den letzten hohen Pass auf meiner Südamerika-Reise, 2800müM. Ab nun geht es bergab. Zwischendurch sogar im Nebel. 90km später überquere ich den Rio Cauca auf 150müM. Die Strasse bergab ist zeitweise sehr schlecht, weil wir Erdrutschgebiete durchqueren. Nun im Flachland ist sie wieder besser. Man muss allerdings immer auf der Hut sein, denn plötzlich hat es wieder ein grosses Schlagloch, ohne Vorwarnung. Die letzten 100km sind ziemlich flach, aber mit vielen Kurven. Nach 6h erreiche ich Caucasia. Mein Hotel liegt ausserhalb, direkt an der Hauptstrasse. Das habe ich gewusst und darum ein Zimmer mit "Garden View" gebucht. Das geht nach hinten mit schöner Sicht in die Palmen. Zum Ankunftsbier setze ich mich an den Pool, der direkt neben der Strasse liegt. Das Internet ist sehr schlecht und nur bei der Rezeption einigermassen brauchbar. Apero auf meinem kleinen Balkon. Die Balkontür hat einen ziemlich idiotischen Schliessmechanismus. Prompt schnappt der ein und ich bin ausgesperrt. Ich muss das Hotel anrufen, damit sie mir die Tür öffnen kommen. Da sie kein WhatsApp haben muss ich das via meine CH-Nummer machen. Das Churrasco schmeckt gut, dazu Reis, Patacones und Salat. Ich bin wieder der einzige Gast im Hotel. Um 21h bin ich im Bett. Die Klima-Anlage schalte ich aus und öffne die Balkontür. Obwohl mein Zimmer nach hinten geht, hört man die Strasse ziemlich gut und es gibt eine Pumpe die sich beim Abschalten fast überschlägt. Das passiert ziemlich oft. Ich schlafe trotzdem gut.
(295km, 6h unterwegs)

Di 17.09.2019
Erwache bereits um 06h und schlafe nicht mehr ein, weil es warm und laut ist. Die Lastwagen fahren die ganze Nacht durch. Um 07.30h gehe ich zum Frühstück. Das ist nichts Besonderes wie üblich. Bereits um 09h bin ich bereit und fahre los. Es ist jetzt mehr oder weniger eben. Der höchst Hügel ist 175müM. Es hat viele Kühe in dieser Gegend. Die Strasse ist gut und es hat kaum Verkehr ausserhalb der Städte. Dafür kostet es viel Geld, 54600 COP = 16 CHF für 200km, halb so viel wie das Hotel letzte Nacht! Am längsten brauche ich durch Monteria, ¼h für 5km. Nach Lorica wird die Strasse für 10km ziemlich schlecht, dann wieder besser. Vor Coveñas gibt es ein riesiges Tanklager und einen Marine-Stützpunkt. Das Hotel Green liegt 8km ausserhalb, direkt am Strand. Von weitem sieht alles perfekt aus, bei näherem Hinsehen sieht man, dass viel Pfusch ist. Das Personal ist aber zuvorkommend. Mein Zimmer ist gross, aber ohne Tisch und Stuhl, wie oft. Es ist heiss, darum bin ich für den Moment froh um die Klimaanlage. Das Internet ist schlecht, nur im Restaurant einigermassen gut. Ich richte mich ein und trinke mein Ankunftsbier am Strand. Es ist ziemlich stürmisch, aber die Sonne scheint. Ich esse ausnahmsweise etwas zu Mittag. Ich wähle das Menu mit Schwein. Nicht schlecht. Nachher hole ich meinen Computer und suche und buche das nächste Hotel in Tolú, nur 20km von hier. Da werde ich 3 Nächte bleiben, es soll fabelhaft sein laut booking.com. Apero am Strand. Die Sonne verschwindet in den Wolken, nicht im Meer. Zum Nachtessen das Menu mit Fisch, auch nicht schlecht. Um 20h bin ich bereits im Bett.
(212km, 3½h unterwegs)

Mi 18.09.2019
Um 03h erwache ich, irgendein tiefes Brummen ist zu hören. Tönt wie vom Bau, aber um diese Zeit? Zudem zieht ein Gewitter auf und es beginnt ziemlich heftig zu regnen. Der Strom fällt auch mehrmals aus. Ich habe die Fenster offen und die Klimaanlage abgestellt, darum stört mich das nicht. Irgendwann schlafe ich dann wieder ein. Das Frühstück ist besser als auch schon. Das Ei ist in einem Teig frittiert, keine Ahnung wie sich das nennt, aber es ist gut. Nachher gehe ich im Supermarkt gleich nebenan Bier und Mineralwasser einkaufen. Maria eröffnet mir, dass sie mit Miando beim Scheidungsrichter gewesen sei. Der habe sie aber wieder nach Hause geschickt. Sie sollen sich das nochmals überlegen. Wieso sie das ausgerechnet jetzt macht weiss ich nicht. Erzählt hat sie mir vorher nichts. Vielleicht steckt da Paul dahinter, keine Ahnung. Am Strand durchsuche ich Airbnb für meinen Aufenthalt, buche aber noch nichts. Heute ist es fast windstill und darum drückend warm. Gegen Mittag gehe ich zurück ins Zimmer und erledige das Büro. Ich bekomme eine Mitteilung vom Hotel das ich für morgen gebucht habe, dass es eine Brücke gebe die nur 2.40m hoch sei. Ich bitte sie die Buchung gratis zu stornieren und beginne mit der Suche nach einem anderen Hotel und verlängere meinen Aufenthalt hier um eine Nacht. So geht der Nachmittag dahin. Kein Problem, denn es regnet immer wieder leicht. Auch beim Apero am Strand fallen ein paar Tropfen. Zum Nachtessen bestelle ich Salchipapas, es ist eine grosse Portion, aber ich habe ja nicht zu Mittag gegessen. Nachher telefoniere ich mit Vivian, ihr Sohn Adriano hat heute ein Haus gekauft und mit den USD bezahlt die er plötzlich fast nicht mehr bekommen hätte. Das feiern sie zusammen mit Wein uns so. Um 21.30h bin ich im Bett.

Do 19.09.2019
Heute nehme ich ein amerikanisches Frühstück mit sehr gutem Rührei. Meine Anfrage zum Parkplatz beim nächsten Wunsch-Hotel wird wie hier üblich nicht beantwortet. Es ist ein kleiner Ort, das Parkieren sollte kein Problem sein. Ich buche das Hotel ohne auf die Antwort zu warten. Nachher nehme ich den Computer an den Strand, weil dort das Internet funktioniert und erledige das "Büro", wie planen der Route, Buchhaltung usw. Dann geniesse ich das Nichtstun, bis ein stürmischer Wind aufkommt. Siesta im Zimmer. Ich habe Hunger und gehe in den Exito nebenan. Da gibt es "Perro Caliente", einen heissen Hund, wörtlich übersetzte. Dazu kaufe ich zum ersten Mal auf meiner Reise Caramels, ich habe Lust darauf. Zum Apero setze ich mich an den Strand. Die Sonne zeigt sich nicht, aber es gibt eine schöne Abendstimmung. Zum Nachtessen heute Pollo (Huhn), schmeckt gut wie immer hier. Maria erzählt mir, dass Miando das mit der Scheidung eingefädelt habe. Keine Ahnung ob das wahr ist. Telefoniere noch mit Vivian. Um 21.30h bin ich im Bett.

Fr 20.09.2019
Vor dem Frühstück gratuliere ich Karin, der Schwester von Vivian, zu ihrem Geburtstag und schicke ihr das Lied von Udo, "Mit 66 Jahren…". Frühstück wieder amerikanisch. Nachher zusammenpacken. Um 10.45h fahre ich los. Die Strasse ist weiterhin ziemlich schlecht, trotzdem verlangen sie gleich viel wie auf den guten Strassen, 11'300 COP = 3.30 CHF. In Santiago de Tolú halte ich um Einzukaufen und Bargeld zu beschaffen. Es gibt keine BBVA-Bank, darum muss ich Gebühren bezahlen, aber wenigstens gibt es für 14'520 COP dann 600'000 COP, das sind 2.4% Aufschlag. Ich habe schon schlimmeres erlebt. Nach ½h fahre ich weiter. Zur schlechten Strasse kommen nun noch Baustellen dazu. Ab Toluviejo wird die Strasse noch schlechter. Ich fahre hinter einem Tanklaster her. Der ist zügig unterwegs und kennt die Schlaglöcher, denn die sind im Schatten kaum erkennbar. Unterwegs treffe ich auf einen Pickup, dem hat es die Vorderrad-Aufhängung in einem Graben quer über die Strasse demoliert. Muss kurz vorher passiert sein. Bei San Onofre verlasse ich die Hauptstrasse. Jetzt wird es noch schlimmer. Die Strasse war mal geteert, jetzt ist es nur noch ein Flickenteppich. 7km vor dem Ziel verlasse ich auch diese Strasse. Ab jetzt ist es eine unbefestigte Strasse mit vielen Wasserlöchern. Bei Regen ist das vermutlich ziemlich mühsam. Um 13.45h bin ich in Rincón beim Beach House. Das liegt wirklich direkt am Strand. Mein Zimmer geht allerdings nach hinten raus, ist aber nicht schlecht, sogar mit Klima-Anlage. Ich muss mein Auto noch umparkieren, dann mein Ankunftsbier vor dem Hotel am Strand. Nachher richte ich mich ein. Mein Range-Extender kommt wieder zum Einsatz, damit habe ich sogar Internet im Zimmer. Apero am Strand mit Sonnenuntergang im Meer. Zum Nachtessen gehe ich gleich nebenan. Die Geschwister aus Deutschland aus unserem Hotel sind auch da, ich setze mich zu ihnen an den Tisch. Die Neuseeländerin die Deutsch spricht, setzt sich auch dazu. Meine Pizza Chorizo ist nicht schlecht, dazu 2 Glas Rotwein. Um 20.30h bin ich zurück.
(85km, davon 7km ungeteert, 3h unterwegs)

Sa 21.09.2019
Wenn ich aufwache regnet es in Strömen, kein Grund zum Aufstehen. Um 08.30h sammle ich mein Sachen fürs Frühstück zusammen und gehe in die Gemeinschaftsküche um mein Frühstück zuzubereiten. Wegen des Regens hat es dort nicht viel Platz, aber ich kann mich gut einrichten und werde um meinen Käse beneidet. Es bleibt bewölkt und regnet immer wieder, aber nicht mehr stark. Gut um mein "Büro" zu erledigen. Ich suche ein Airbnb in Cartagena. Es läuft ab wie meistens in Südamerika. Auf meine Anfrage mit den Massen meines Autos und der Aufforderung die Dimensionen zu überprüfen, bekomme ich die Buchungseinladung. Ich buche und frage sicherheitshalber nochmals wegen des Parkplatzes. Nun ist es  plötzlich nicht mehr klar und sie muss das mit der Verwaltung klären. Nach einigem hin und her ist dann alles klar, ich kann parkieren. Apero am Strand, heute ohne Sonne. Zum Nachtessen gehe ich ins Restaurant "Che", das wurde mir empfohlen. Da treffe ich Pan aus Taiwan, sie wohnt im gleichen Hostel und lädt mich an ihren Tisch ein. Jeremy der Koch und Besitzer kommt aus Frankreich und ist gelernter Koch. Die Pate zur Vorspeise und der Burger zum Hauptgang sind sehr gut. Dazu 3 Glas Wein! Tuya die amerikanische Partnerin ist für den Service und die Bar zuständig. Es ist ein lustiger Abend. Tuya lädt uns für morgen auf einen Rundgang ums Dorf ein. Um 21.30h bin ich zurück.

So 22.09.2019
Heute scheint die Sonne, darum hat es mehr Platz beim Frühstück. Ich verlängere meinen Aufenthalt um eine Nacht. Um 12h treffen Pan und ich Tuya zum Rundgang. Es ist sehr heiss. Beim Strand am Dorfanfang hat es sehr viele Leute und sehr laute Musik. Die sind mit 22 Bussen aus Cartagena angereist! Weil es gestern geregnet hat, ist unser Weg manchmal ziemlich schlammig. Wir wandern durch Felder, vorbei an zum Teil ärmlichen Unterkünften und sehr schönen Fincas zum ehemaligen Flugplatz. Hier sind früher die Reichen eingeflogen und haben sich am Strand vergnügt. Es gibt immer noch schöne Villen in einem nicht zugänglichen Park. Zurück am Strand kehren wir im Hotel Casa Sattva ein. Zwei Frauen führen dieses schöne Hotel direkt am Strand. Nach einer guten Stunde gehen wir weiter bis zum Hotel. Ich gehe gleich ins Meer zum Schwimmen. Richtig abkühlen kann man nicht, denn das Wasser ist auch etwa 30C° warm. Dann Siesta in der Hängematte bis zum Apero. Der Sonnenuntergang ist heute sehr schön. Zum Nachtessen treffe ich Pan wieder im "Che". Chorizo Argentino mit Kartoffelstock und Bohnen ist sehr gut. Pan wird morgen mit mir nach Cartagena mitfahren. Um 22h bin ich zurück.
(5km zu Fuss)

Mo 23.09.2019
Nach dem Frühstück packe ich zusammen und hole mein Auto vom Parkplatz. Sie wollen nun plötzlich 35'000 COP, abgemacht waren 30'000. Ich zahle nur den abgemachten Preis. Pan ist auch bereit, so fahren wir um pünktlich um 10h los. Die ersten 7km ist die Strasse wie beim Hinweg schlecht. Zum Glück hat es gestern nicht geregnet, sonst wäre das eine Schlammschlacht. Die anschliessenden 10km bis San Onofre sind auch schlecht, aber grösstenteils geteert. Es beginnt leicht zu regnen, aber nur für kurze Zeit. Auf der Hauptstrasse geht es dann zügig voran. Wir haben offenbar eine Lücke erwischt. Erst nach 40km stehen wir zum ersten Mal für längere Zeit vor einer Baustelle, 8 Minuten, dann geht es weiter. Richtig mühsam wird es bei Cruz Del Viso, wir brauchen für 2km 36 Minuten, weil sie die Zahlstelle umbauen und darum der Verkehr wechselseitig durchgelassen wird. Dafür geht es nachher zügig weiter bis Turbaco. Ab da gibt es viele Lichtsignale. Entsprechen langsam geht es vorwärts. Ich bringe Pan zu ihrem Hostel, das liegt ganz in der Nähe meines neuen Zuhauses in Cartagena. Um 14.15h bin ich da. Es ist eine geschlossene Überbauung. Ich kann mein Auto direkt vor dem Haus parkieren. Elvira und ihr Sohn Carlos empfangen mich. Mein Zimmer ist klein, hat aber Klimaanlage. Das ist gut so, denn es ist 30C° und feucht, 95%. Als erstes trinke ich mein Ankunftsbier auf der Terrasse mit Aussicht auf einen kleinen Park mit einem Basketball-Feld. Nachher gehe ich einkaufen. Wenn ich zurückkomme sitzt Patrizia auf der Terrasse. Sie kommt aus Mannheim (DEU) und ist auf ihrer Sabbatical-Reise. Sie will sofort mein Auto sehen. Während des Aperos reden wir, sie will vieles wissen. Es beginnt leicht zu regnen. Ich kann hier essen. Schweinfleisch aus dem Backofen mit Kartoffeln, sehr gut. Ich spendiere meine letzte Flasche Wein. Nachher sitzen wir noch eine Weile zusammen. Um 20.30h bin ich im Bett und schlafe bald ein. Ich öffne das Fenster ein wenig und stelle die Klimaanlage ab.
(130km, 4¼h unterwegs)

Di 24.09.2019
Alle Leute scheinen um 06.00h aufzustehen. Ich bleibe im Bett bis 08h, dann bereite ich mein Frühstück zu. Elvira und Patrizia sind gerade fertig. Ich bekomme guten Kaffee. Nachher erledige ich mein "Büro". Es regnet zeitweise. Ich stelle fest, dass meine Fähre nach neustem Fahrplan nicht mehr nach Bremerhaven fährt. Ich schicke meinem Agenten vor Ort eine E-Mail. Carlos fragt bei Nissan an wo sie mein Licht reparieren können. Die einzige Garage die das kann ist gleich hier in der Nähe. Nach seinem Mittagessen fahren wir zusammen hin. Es ist wie erwartet ziemlich mühsam die Birne zu wechseln, aber der Mechaniker schafft es. Das Standlicht funktioniert auch nicht mehr, das habe ich noch gar nicht bemerkt. Das Material kostet 12'000 COP und ich gebe ihm noch ein Trinkgeld von 9'000 COP, macht zusammen 6 CHF! Auf dem Rückweg zeigt mir Carlos noch 2 Autowaschplätze. Um 15.45h sind wir zurück und geniessen ein Bier auf der Terrasse. Apero später auch auf der Terrasse. Zum Nachtessen gehe ich ins nahe Barbacoa. Spare Rips ist die Spezialität. Schmeckt gut, ist aber wenig Fleisch und viel Knochen. Am Nebentisch sitzen Vater und Sohn aus England. Wir unterhalten uns eine Weile. Zurück zu Hause ist Patrizia gerade fertig mit dem Nachtessen und schlägt vor, dass wir zum Laden an der Ecke auf ein Bier gehen. Das kann man ja nicht ausschlagen. Um 21.30h sind wir zurück.
(2.5km zum Nissan Service)

Mi 25.09.2019
Ich habe heute Nacht das Fenster zu gelassen, es ist warm im Zimmer am Morgen. Nach dem Frühstück stellt es sich heraus, dass meine Fähre tatsächlich nicht mehr bis Bremerhaven fährt. Seabridge hat aber bereits umgebucht. Neu kommt mein Auto darum erst am 6.November in Bremerhaven an. Es gibt aber die Möglichkeit bereits in Zeebrugge/BEL auszuladen. Das ist näher und vielleicht die bessere Variante. Ich kläre ab wie das wäre mit Flug von Amsterdam in die Schweiz und zurück nach Brüssel. Kostet im Moment etwa 240 EUR. Die andere Variant ist mit dem TGV nach Brüssel und dann einige Tage da bleiben. Nur der TGV kostet bereits 85 EUR. Ich buche aber noch nichts. Im Zimmer bekomme ich einen leiseren Ventilator. Am Nachmittag gehe ich in die Mall "El Castillo" zum Einkaufen. Ich finde Gruyère, Cambozola und griechisches Joghurt. Den BBVA-Bankomaten finde ich erst nach mehrmals fragen, er ist sehr gut versteckt. Apero auf der Terrasse mit Patrizia. Sie will viel über Ecuador ihr nächstes Ziel wissen. Zum Nachtessen gehe ich ins "El buen Gusto", ein kleines lokales Restaurant. Man kann nur wählen zwischen Schwein, Rind, Fisch …, ich wähle Schwein. Es ist ein wenig zäh und das Messer schneidet gar nicht, aber es schmeckt. Dazu ein grosses Bier(1l). Alles zusammen kostet 13'000 COP = 4 CHF. Um 20.30h bin ich zurück.

Do 26.09.2019
Nach dem Frühstück lasse ich die Verschiffung nach Zeebrugge umbuchen und stelle nachher fest, dass der Fahrplan bereits wieder geändert wurde. Die Ankunft ist in Zeebrugge nun erst am 8.November. Das ist ein Freitag und das heisst, dass ich mein Auto frühestens am Montag 11.November bekomme. Darum buche ich einen Flug von Amsterdam nach Zürich am 2.November und dann weiter nach Brüssel am 10.November. Das kostet mich 234 EUR. Maria hat mit Lewy und Miando gestritten und ist zu einer Freundin gezogen mit Efraim und dem Hund. Sie sagt mir nicht worüber sie gestritten haben. Ich bezahle die Unterkunft bis am 11.Oktober. Elvira gibt mir keinen Rabatt, im Gegenteil, sie will zuerst sogar mehr verlangen als ich bei Airbnb bezahlt habe. Wir einigen uns auf 45'000 COP/Nacht = 13 CHF. Ich bringe ihr meine restlichen Lebensmittel und Waschpulver usw. die ich nicht verschiffen will. Dafür "muss" ich dann Mittagessen, ob ich will oder nicht. Es ist sehr gut. Danach räume ich meine Sachen um, damit ich alles habe wenn mein Auto verschifft wird. Es ist heiss und feucht, sehr schwitzig. Am Schluss regnet es sogar. Ich montiere am Fenster meinen Vorhang aus dem Auto als Moskitonetz. Maria schläft in meinem Haus in Medan, sie ist nicht bei der Freundin geblieben. Der Streit ging um den Hund. Apero auf der Terrasse ohne Regen. Carlos kennt keine Restaurants in der Nähe, die Hausangestellte nur einen Chinesen. Da will ich hin. Auf dem Weg sehe ich noch innerhalb der Siedlung die Pizzeria Amadia. Die Pizza ist nicht schlecht, dazu ein Glas Wein und Mineralwasser. Zurück zu Hause gehe ich noch auf ein Bier mit Patrizia an der Ecke. Um 22h sind wir zurück.

Fr 27.09.2019
Nach dem Frühstück wird mein Zimmer gereinigt. Nachher erledige ich das "Büro" und mache verschiedene Zahlungen und beantworte E-Mails. Maria ruft immer wieder an und will mich überzeugen, dass niemand unsere Beziehung stören kann. Wer das versucht sei ein schlechter Mensch, sie meint Vivian damit. Sie weiss inzwischen, dass mich Vivian in Mendoza und Lima besucht hat, aber noch nicht, dass sie mich hier besuchen wird in 2 Wochen. Gegen 15h mache ich mich auf den Weg in die Stadt. Blauer Himmel und viel Sonne heisst es ist heiss! Nahe bei uns liegt das Castillo San Felipe de Barajas. Das sei nicht interessant, ich spare das auf, falls Vivian das anschauen will. Nach 15 Minuten bin ich bei der Stadtmauer. Dahinter gibt es viele schön herausgeputzte alte Häuser und vor allem Schatten. Ich schlendere ziellos durch die Gassen, immer den Touristen nach. Von denen hat es ziemlich viele. Auffallend sie die farbig angezogenen Frauen die Früchte verkaufen, resp. sich gegen Bezahlung fotografieren lassen. Ich gehe bis zur Stadtmauer auf der Westseite der Stadt und dann ein Stück weit auf der Mauer. Von da sieht man die verschiedenen Kirchen gut. Die Mauer stand vermutlich früher nahe am Strand. Jetzt hat es da eine Umfahrungsstrasse. Nach 800m auf der Mauer an der Sonne, flüchte ich wieder in die Gassen in den Schatten. In der Nähe der Kathedrale trinke ich ein kleines teures Bier (267ml = 4000 COP). Dann mache ich mich auf den Heimweg. Ein "Subway" stellt sich mir in den Weg und ich muss ein Tuna-Sandwich essen. Bei einem Waschplatz erkundige ich mich, ob ich den Innenraum meines Autos selber mit dem Staubsauger reinigen darf und sie nur aussen waschen. Das sollte gehen meinen sie. Nach 17h bin ich zurück und stürze mich direkt unter die Dusche. Um 18h telefoniere ich mit Vivian, sie hat ein paar schwere Tage hinter sich. Die Schulfreundin ihrer Schwester Debby ist bei einem Liftunfall ums Leben gekommen. Sie hat sie auch gut gekannt. Im Haus steigt eine Party, viele Besucher kommen. Apero auf der Terrasse. Ich rufe nochmals kurz Vivian an um sie aufzuheitern, nachher gehe ich zum Nachtessen. Vor dem "El buen Gusto" gibt es Street Food, das man am Tisch des nun geschlossenen Restaurants essen kann. Dazu ein grosses Bier aus dem Laden nebenan. Heute kostet es mich aber 6000 statt 5000 COP wie beim letzten Mal im Restaurant. Die Salchipapas sind gut, ich muss aber mehr als ½h warten, weil sie so viele Betellungen haben. Um 22h bin ich zurück. Maria ruft nochmals an und erzählt eine wirre Geschichte von einem Auto dass ihr Endang der Polizei-General vor die Tür gestellt habe. Nachher schlafe ich ein, trotz der Party.
(7km zu Fuss)

Sa 28.09.2019
Spätes Frühstück mit Strom-Ausfall. Ohne Ventilator ist es drückend heiss. Nach ½h gibt es wieder Elektrizität. Ich klemme mich hinter den neuen Reisebericht, suche die Bilder aus und trage die Orte ein. Um 17.30h bin ich rechtzeitig zum Apero fertig. Zum Nachtessen gehe ich ins chinesische Restaurant "Lindo King". Das Essen ist sehr gut und sehr viel, einfach nicht richtig chinesisch. Zurück zu Hause gehe ich noch mit Patrizia auf einen Schlummertrunk zur nächsten Ecke. Um 21.30h bin ich zurück und telefoniere noch mit Vivian.

So 29.09.2019
Spätes Frühstück, es ist ja Sonntag. Maria hat ihr WhatsApp Profil-Bild geändert. Es zeigt nun ein Bild mit ihr und Paul. Ich telefoniere mit Brigitte, später mit Markus und Stefan. Ich buche ein Hotelzimmer in der Alt-Stadt für Vivian und mich, wenn sie am 11.Oktober ankommt. Die Reederei hat schon wieder den Fahrplan geändert, ist langsam mühsam. Dann klemme ich mich wieder hinter den Reisebericht. Bis zum Apero bin ich fast fertig. Zum Nachtessen gehe ich ins "Moon Blue" ein kleines Restaurant von einem älteren Ehepaar geführt. Picada ist ein Gericht mit verschiedenen Fleischstückchen die man mit einem Zahnstocher isst. Schmeckt sehr gut. Die halbe Portion ist gross genug für mich alleine. Nachher zum obligaten Schlummertrunk mit Patrizia. Sie will beim Haus nicht rauchen und sie hat gerne ein Bier. Um 20.30h bin ich zurück und telefoniere mit Vivian.

Mo 30.09.2019
Noch vor dem Frühstück kontaktiere ich Seabridge um zu erfahren was jetzt gilt. Sie haben inzwischen auch gemerkt, dass wieder etwas geändert hat. Ich werde nun am 8.Oktober auf ein anderes Schiff verladen. Das ist mir recht, dann ist hoffentlich alles erledigt wenn Vivian kommt. Ich stelle noch meinen Reisbericht fertig. Jetzt fehlen nur noch wenige Teile. Um 14h fahre ich zum Autowaschen. Zuerst versuche ich dem hinteren Teil vom Staub zu befreien. Ziemlich mühsam, sie haben keine Bürste zum Staubsauger und es ist heiss und feucht, ich schwitze gewaltig. Nach 1½h bin ich fertig und sie können anfangen mit dem Rest. Ich gehe einkaufen im nahen Jumbo und bringe die Sachen zurück ins Auto. Zum Glück, denn sie haben offenbar den Motor mehr als 5 Minuten laufen lassen und dann hat meine Sicherheits-Elektronik den Motor abgestellt. Ich deaktiviere sie und gehe auf ein Bier. Gegen 17h bin ich zurück, aber sie haben eben erst angefangen. Unten wird gereinigt wie wild, oben bleibt es ziemlich dreckig. Ich muss zum Schluss selbst auf den Schmutz aufmerksam machen. Ich habe schon bessere Resultate gesehen, aber für 50'000 COP = 14 CHF inkl. Trinkgeld kann man nicht viel sagen. Auf dem Heimweg merke ich, dass die Hupe nicht mehr geht. Muss ich morgen kontrollieren. Ich habe Glück, der Parkplatz vor dem Haus ist noch frei. Zuerst ein Bier, dann eine Dusche und neue Kleider. Man fühlt sich wie neu zum Apero. Zum Nachtessen gehe ich nur zur Ecke. Der Hamburger für 8'000 COP ist gut, das Bier sowieso. Patrizia kommt auch noch vorbei. Um 21h bin ich zurück und telefoniere noch mit Vivian. Maria hat sich heute den ganzen Tag nicht gemeldet, dafür ihr Profilbild wieder geändert. Es zeigt nun eine Rose und die Britische Flagge.
(4km zum Autowaschen)

Di 01.10.2019
Beim Frühstück regnet es in Strömen. Efraim versucht mich anzurufen. Ich rufe zurück, er ist alleine zu Hause und macht Hausaufgaben. Maria hat auch sein Profilbild geändert auf ein Bild mit Paul und ihr. Er ändert es nachher postwendend auf ein Bild einer Mumie. Er fragt mich noch ob ich Paul nicht gern habe und schreibt dass Maria böse mit ihm ist, weil er mit mir telefoniert hat. Später schreibt sie dass ich ihren Sohn nicht anrufen soll, auch nicht wenn er darum bittet. Danach mache ich am Reisebericht weiter. Zwischendurch teste ich meine Auto-Hupe, sie funktioniert wieder. Vermutlich war sie einfach voll mit Wasser. Gegen 16h ist der ganze Bericht fertig. Noch vor dem Apero verschicke ich die Mitteilungen. Während des Aperos telefoniere ich mit Vivian. Zum Nachtessen gehe ich ins Barbacoa, diesmal aber zum letzten Mal, denn was ich bekomme ist fast das Gleiche wie gestern, aber fast nur Wurst, dafür doppelt so teuer und zu guter Letzt waren noch 3000 COP auf der Rechnung für ich weiss nicht was. Um 20.30h bin ich zurück und telefoniere nochmals mit Vivian. Nachher gehe mit Patrizia noch auf einen Schlummertrunk.

Mi 02.10.2019
Das Brot das ich gekauft habe ist viel besser als das vorherige, obwohl es das gleiche sein sollte. Ich setze einen Brief an Miando auf. Ich teile ihm mit, dass er die Schulden bis Ende Jahr zurückzahlen muss, wie es der Vertrag vorsieht falls meine Beziehung zu Maria ändert. Zudem will ich von ihm auch das Geld das ich für Mama einbezahlt habe zurück, weil ich nicht mehr in mein Haus in Medan zurück zu kehren gedenke. Bei der SBB bestelle ich ein Halbtax-Abo. Für mein Navi will ich die neuste Europa-Karte installieren. Das geht aber nicht, weil ich 16GB freien Speicherplatz auf dem System-Laufwerk haben müsste. Ändern kann man nur den Installations-Ort, aber nicht den Ort für den Download. Ich breche die Übung ab. Die nächste Übung ist einen Cabify zu buchen. Das geht noch, aber er kommt einfach nicht. Ich sehe, dass er wieder zurück fährt zum Flugplatz und frage was das soll. Er meint es sei zu weit, ich solle stornieren. Ich versuche es nochmals, aber es ist hier offenbar sinnlos. Ich gehe zur Hauptstrasse. Das Taxi kostet sogar weniger wie bei Cabify. Bei meinem Agenten fürs Verschiffen gibt es vieles zu kopieren und nachher zum Unterschreiben. Nach 1h bin ich fertig und fahre mit dem Taxi zurück und kaufe noch eine riesige Flasche Mineralwasser ein. Das aufbereitete Wasser in meiner Unterkunft schmeckt scheusslich. Zurück helfe ich während des Aperos Patrizia beim Buchen ihrer Flüge. Sie vergisst bei der Kreditkarte den Nachnamen einzugeben. Aber es klappt trotzdem mit dem vorgegebenen Namen "Müller". Zum Nachtessen gehe ich wieder in die Pizzeria Amadia. Kaum beginne ich mit dem Essen, fällt der erste Regen, der wird immer stärker. Schlussendlich sitze ich im Wohnzimmer und warte bis es weniger stark regnet. Dann mache ich mich auf den Heimweg, bin aber trotzdem durchnässt bis ich zu Hause bin. Ein langes Gespräch mit Vivian, dann gehe ich schlafen. Es regnet immer noch.

Do 03.10.2019
Um 04h gibt es nochmals ein kräftiges Gewitter. Nach dem Frühstück etwas "Büro", der Termin zum Abgeben des Fahrzeugs wird bereits wieder verschoben. Es soll jetzt am Samstagmorgen sein. Bis jetzt habe ich weder von Maria noch von Miando etwas gehört. Ich suche im Internet die Möglichkeit mit dem Boot von Cartagena nach Rincon zu reisen. Nach langem Suchen finde ich etwas das funktionieren könnte. Es gibt ein Boot zum Archipelago de San Bernardo, das liegt etwa 25km westlich Rincon. Die Hotels dort sind aber ziemlich teuer. Wenn ich zur Shopping Mall gehen will, beginnt es zu regnen. Ich nehme einen Schirm mit, darum hört es wieder auf. Ich hebe Bargeld ab um die Kosten der Agentur zu bezahlen und geniesse wieder einmal ein Soft Ice von McDonalds. Apero auf der Terrasse, Patrizia kommt von der Schule zurück und setzt sich dazu. Zum Nachtessen gehe ich wieder ins Moon Blue. Der "Pincho de Cerdo" (Spiess mit Schwein) stellt sich als Kotelett heraus, ist aber trotzdem gut. Zurück zu Hause telefoniere ich mit einer sehr müden Vivian, nachher gehe ich mit Patrizia auf einen Schlummertrunk. Vermutlich der letzte, denn morgen ist ihr letzter Schultag und am Samstag reist sie ab.

Fr 04.10.2019
Bereits vor dem Frühstück meldet sich Miando. Ich versuche ihm klar zu machen, dass er jetzt bezahlen muss. Maria meldet sich zum ersten Mal seit 2 Tagen und meint nur, vergiss dein Geld. Das hin und her mit Miando zieht sich über Stunden. Nach dem Frühstück beginnt er dann mir einige Details zu erzählen. Er ist der Ansicht, dass Maria erst nachdem sie von Vivian erfahren hat mit Paul Kontakt aufgenommen hat. Was ich allerdings nicht glaube, denn Efraim hatte seine neue Uhr schon vorher und die soll von Paul sein. Er meint auch, dass er einmal einen Fehler gemacht hat den er bereue, aber Maria sei bis jetzt hart geblieben. Maria werde Paul in Pakistan besuchen und Efraim bleibe bei ihm in Medan. Später werde er wahrscheinlich nach Java zum Arbeiten gehen. Paul wolle Efraim in die alte Schule zurück schicken, der wolle aber nicht und weine nur. Das ist genau das was ich vorausgeahnt habe und darum so lange bei Maria geblieben bin. Aber jetzt ist es entschieden. Vielleicht besuche ich sie und Efraim später einmal. Aber nicht in nächster Zeit. Ich ziehe mein Ring vom Finger und versorge ihn. Weil wir morgen mehrere Fahrzeug sein werden kann ich nicht unterwegs tanken. Darum fahre ich zur nächsten Tankstelle. Es ist unglaublich wie lange es dauert bis ich die 5 Gallonen im Tank habe. Ich räume noch die restlichen Sachen aus der Kabine weg, damit niemand in Versuchung kommt. Miando hat mir noch mehr geschrieben. Es scheint als sei er froh dies auch einmal jemandem zu erzählen. Um 12h ist Siesta angesagt. Ich bin müde ob der Diskussionen. Später durchsuche ich noch booking.com und TripAdvisor nach Insel-Paradiesen. Apero auf der Terrasse. Patrizia setzt sich später auch dazu. Zum Nachtessen gehe ich in ein inoffizielles Restaurant. Das Essen mit Rindfleisch ist nicht schlecht und das Bier ist billig, nur 2000 COP. Später gesellt sich Patrizia auch noch dazu. Um 21.30h bin ich zurück. Vivian ist bereits eingeschlafen, dafür ruft Maria an. Es soll plötzlich wieder alles ganz anders sein, wie üblich. Aber im Moment habe ich keine Lust das alles nochmals durchzumachen.
(2km zum Tanken)

Sa 05.10.2019
Frühstück schon vor 07h, dann Abschied von Patrizia, sie reist ab. Um 07.45h mache ich mich auf den Weg zu meinem Agenten. Wir sind 3 Schweizer- und ein Deutsches Fahrzeug die zusammen verschiffen. Um 08.15h fahren wir im Konvoi los. Nicht zu schnell, den wir haben einen Oldtimer dabei. Einen 63 Jahre alter Mowag, der als Postfahrzeug eingesetzt war. Kurt hat ihn zu einem Wohnmobil umgebaut. Zuerst fahren wir zur Zollabfertigung. Das geht schnell, nach 10 Minuten fahren wir bereits weiter. 4km vor dem Hafen werden wir von der Polizei gestoppt und sie wollen alle Papiere sehen. Die Versicherung von Kurt ist Ende September abgelaufen. Er wollt ursprünglich auf eine frühere Fähre und hat vergessen sie zu verlängern. Bis das mit etwas Geld geregelt war mussten wir etwa 20 Minuten warten. Im Hafen werden dann die ersten beiden Fahrzeuge relativ bald losgeschickt. Ich bin der erste, Erik mit dem VW LT der zweite. Drei Mal werden unsere Papiere geprüft und wir müssen unterschreiben. Beim letzten Posten wird das Fahrzeug auf Schäden kontrolliert und in einem Rapport festgehalten. Dann müssen wir die Fahrzeugschlüssel abgeben und können zu Fuss zurück. Es ist jetzt 11.30h und sehr feucht und heiss. Die Kurt und Reto können erst jetzt zur Prozedur starten. Bei ihnen geht es dafür etwas schneller. Nach 13h machen wir uns auf den Rückweg. Wir werden am Montag oder Dienstag nochmals hierher kommen, weil die Drogenpolizei unsere Fahrzeuge durchsuchen will. Das geschieht max. 24h vor dem Verschiffen. Die meisten fahren nicht zurück bis zum Büro. Ich gehe zu Fuss noch im Einkaufszentrum vorbei. Bargeld gibt es keines, Sorry es ist ein Fehler aufgetreten, das war schon beim letzten Versuch vor 2 Tagen so. Ich kaufe noch Bier ein. Zu Hause zuerst unter die Dusche, dann ein kühles Bier. Auf dem Spielfeld spielen sie "Bate Tapitas", die Mini-Baseball-Version von hier. Gespielt mit Flaschen-Deckeli als Ball und Besenstiel als Schläger in einem 3 x 3m grossen Feld. Da geht richtig die Post ab. Plötzlich sehe ich Reto, den Mercedes-Wohnmobil-Fahrer von heute Morgen. Er wohnt etwa 100m weg von mir. Wir trinken etwas Bier und verabreden uns fürs Nachtessen. Inzwischen ist eine neue Sprachschülerin angekommen. Anna aus Volketswil ist 21 Jahre alt. Der Schlummertrunk ist also gerettet. Zum Nachtessen gehe ich mit Reto ins Moon Blue. Um 22h bin ich zurück. Vivian ist wie versprochen tapfer wach geblieben. Maria ruft auch noch an und erzählt, dass Paul Efraim in die alte Schule schicken will. Das weiss ich bereits, sage ihr das aber nicht. Ich gebe ihr nur den Rat, Paul zu überzeugen, dass es sinnlos ist ein Kind in eine Schule zu schicken in die es nicht will. Ich nehme an er meint, dass ich diese Schule ausgesucht habe, was aber nicht stimmt. Er wirft bereits wieder mit Geld um sich wie ein Idiot um Maria zu beeindrucken, was ihm auch gelingt. Aber das ist jetzt nicht mehr mein Problem. Nur schade für Efraim, falls er sich nicht überzeugen lässt, dass die neue Schule besser für ihn ist. Um 23h bin ich im Bett und schlafe sofort ein. Es gibt ein Gewitter in der Nacht, aber von dem höre ich nichts.
(32km bis zum Hafen)

So 06.10.2019
Ausschlafen ist angesagt. Nach dem Frühstück noch die letzten Arbeiten am Reisebericht. Ich vervollständige den Track noch bis zum Hafen. Am späteren Nachmittag gehe ich einkaufen. Anna kommt mit und ist überrascht so ein grosses und modernes Einkaufszentrum zu finden. Apero auf der Terrasse. Carlos will wissen, was eigentlich in dieser Flasche ist, die ich immer mitbringe, ob das Apfelsaft sei. Es ist tatsächlich eine Schorle-Flasche, aber mit Whisky nachgefüllt. Später kommt Reto und bringt Bier. Zum Nachtessen wünscht sich Reto eine Pizza, darum gehen wir in die Pizzeria Amadia. Zusammen trinken wir eine Flasche Merlot. Um 22h bin ich zurück und telefoniere noch mit Vivian und gehe dann schlafen.

Mo 07.10.2019
Aufstehen um 05.00h! Frühstück machen und um 06.45h treffe ich Reto beim Tor. Wir fahren mit dem Taxi zur Agentur und treffen dort die anderen. Dann fahren wir um 07.15h los. Es hat weniger Verkehr als erwartet. Nach 1h sind wir am Hafen und bekommen diesmal einen Batch und müssen den Rucksack in einem Schliessfach lassen. Zu Fuss geht es zu unseren Fahrzeugen. Die Polizei fährt mit Hund vor, der kommt aber dann nicht zum Einsatz. Es ist nur ein einzelner junger Polizist der unsere Fahrzeuge inspiziert. Zuerst Kurts Mowag, dann mein Auto. Er durchsucht nur sehr oberflächlich. Er will auch den Durchgang zum Motorrad öffnen, schafft es aber nicht. Ich bin gerade am Schliessen einer der Boxen und sage ihm, dass ich gleich komme. Er meint dann ist OK, nicht wichtig und wieder wurde mein Motorrad nicht entdeckt. Es beginnt heftig zu regnen, darum kommen Reto und Erik erst später dran. Um 10.15h sind wir alle durch und gehen zu Fuss zurück zum Eingang. Dort müssen wir noch ein letztes Formular unterschreiben. Bis es aber soweit ist, vergehen fast zwei Stunden dafür heisst es dann sogar auf Deutsch "Gute Reise" und wir können zurück ins Büro fahren. Da müssen wir dann noch die ganze Sache bezahlen. Für mich sind es 2'400'000 COP = 700 CHF. Dann ist alles erledigt. Ich fahre mit Reto mit dem Taxi zurück. Zuerst unter die Dusche. Dann ein Bier auf der Terrasse, nachher Siesta. Apero auf der Terrasse, Reto kommt auch dazu. Zum Nachtessen gehen wir wieder ins Moon Blue. Diesmal schmeckt es Reto nicht besonders, nach dem Rindsfleisch bestellt er noch einen Burger, der ist aber auch nicht sein Favorit. Um 21h bin ich zurück und telefoniere mit Vivian.

Di 08.10.2019
Spätes Frühstück. Maria erzählt, dass sie nach Kuala Lumpur und dann nach Pakistan zu Paul reisen werde und erst am 06.November zurück sein wird. Efraim bleibt zu Hause, was dem natürlich gar nicht passt und er meint er werde nicht zur Schule gehen wenn Mama nicht da ist. Christina kommt nach Medan und soll auf Efraim und Marias Mutter aufpassen. Ich erledige viele kleine Sachen am Computer. Wie üblich ist der Tag dann schnell vorbei. Ich gebe meine Schmutzwäsche zum Waschen. Apero auf der Terrasse mit Anna, später kommt Reto auch noch dazu. Zum Nachtessen gehe ich mit Reto ins Barbacoa, diesmal gibt es eine Promo ähnlich wie Salchipapas aber mit Fleisch in einer Kasserolle. Schmeckt gut und kostet nur 12'000 COP = 3.60 CHF. Um 21h bin ich zurück und gehe bald schlafen.

Mi 09.10.2019
Meine Fähre ist um 03.36h ausgelaufen. Ich hoffe mein Auto ist mit dabei. Maria ist offenbar wirklich nach Kuala Lumpur geflogen. Efraim schreibt, dass ich ihn anrufen soll. Eigentlich sollte Miando auf ihn aufpassen, aber der musste wieder einmal mit Fieber ins Spital. Efraim hat den Test für den Übertritt in die höhere Schule bestanden. Er meint, dass Maria ihn aber nicht in diese Schulen gehen lassen wird. Er wirkt ziemlich traurig und fragt mich wann ich nach Medan kommen werde. Vielleicht im April sage ich ihm. Maria hätte ihm gesagt, Vivian und ich seien nun ein Paar. Auf jeden Fall sehr gut befreundet sage ich ihm. Er meint Maria werde bald zurückkommen weil Miando im Spital sei. Zum Schluss hat er wenigstens wieder etwas gelacht und ich habe ihm gute Nacht gewünscht. Frühstück mit Anna, ich muss ein Ei ausleihen, habe vergessen neue zu kaufen. Danach "Büro" und Nichtstun. Ich gehe kurz zum Einkaufen an der Ecke, Eier und Butter. Bei Elvira buche ich das Zimmer nochmals vom 27.Oktober bis zu meinem Heimflug am 01.November. Um 16h kommt mich Anna holen um auf der Terrasse ein Bier zu trinken, das kann man ja nicht ablehnen. Es geht dann nahtlos über in den Apero. Auf dem Baum vor dem Haus lebt ein grosser Leguan, ich sehe ihn heute zum ersten Mal. Zum Nachtessen gehe ich zum Grillstand. Der Hamburger ist sehr gut. Während ich aufs Essen warte meldet sich Efraim per WhatsApp. Er fragt viel während er mit Grab zur Schule fährt und von da mit der Schule im Bus zum Sporttag. Er versteht natürlich nicht was da vor sich geht und Maria tut ihr bestes ihn noch zusätzlich zu verwirren und redet sehr schlecht über Vivian, immer von der alten hässlichen Frau. Das macht sie auch zu andern. Das geht bis er am Sporttag ankommt. Um 21h bin ich zu Hause und erzähle das alles Vivian. Nach einer Stunde meldet er sich wieder, Maria ist in Medan gelandet und er ist glücklich. Aber das Paul am Freitag nach Medan kommen wird passt ihm gar nicht. Er meint, dass Maria und Paul ihm jeden Kontakt zu mir verbieten werden. Da hat er vermutlich leider Recht.

Do 10.10.2019
Nach dem Frühstück meldet sich Efraim nochmals. Es ist genau das eingetreten was wir befürchtet haben. Maria verbietet ihm jeden Kontakt zu mir. Ich hoffe, dass er das ignoriert und einen Weg findet mir zu schreiben. Ich habe Vivian die Konversation mit Efraim zugeschickt und sie ist auch ziemlich traurig über das was da nun abläuft. Vor allem versteht sie, wie ich auch, Maria nicht. Sie weiss gar nicht, was sie Efraim mit ihrem Gerede antut. Ich kann einige Sachen bei Elvira lassen bis ich wieder komme. Ich sortiere alle warmen Kleider aus und verpacke sie in einem Plastiksack. Es regnet während des ganzen Tages immer wieder. Das Gute daran, es ist nicht so heiss. Ich mache den ganzen Tag nicht viel. Apero wie üblich auf der Terrasse. Maria meldet sich nochmals und zieht über Vivian her. Solange bis ich auflege. Das ist wohl das letzte Telefon mit ihr gewesen. Zum Nachtessen gehe ich nochmals ins Moon Blue. Ist wieder gut und günstig. Um 20h bin ich zurück. Ich telefoniere noch mit Vivian. Sie muss noch einiges erledigen und früh Schafen gehen, weil sie morgen früh zum Flugplatz muss. Mit Anna und dem Cousin von Carlos geniessen wir noch einige Biere auf der Terrasse. Nachher meldet sich Efraim wieder. Paul kommt heute in Medan an und macht in Bezug auf Efraim so ziemlich alles falsch und Efraim versteht nicht was jetzt alles passiert. Einmal schreibt er sogar, dass er sich lieber umbringen werde. Ich versuche ihn zu beruhigen. Es ist nach Mitternacht wenn ich ins Bett gehe.

Fr 11.10.2019
In Buenos Aires gibt es ein starkes Gewitter. Der Flug von Vivian wird verschoben mehrmals verschoben. Nach dem Frühstück ist klar, sie wird den Anschlussflug von Lima nach Cartagena verpassen. Efraim meldet sich auch wieder, er ist im Marriott Hotel, alleine am Pool, weil Paul und Maria "schlafen". Er beschreibt ziemlich detailliert was alles so passiert und mag das gar nicht was er sieht. Lewy holt ihn ab und er muss alleine nach Hause, ohne Maria, sie bleibt im Hotel. Bei Vivian geht auch alles drunter und drüber. Schlussendlich startet sie mit mehr als 7h Verspätung! Ich packe zusammen und fahre mit dem Taxi ins Hotel Santa Alejandra. Das Zimmer ist gross und hat wenigstens Tageslicht, aber es ist sehr laut von den gefühlten 1000 Klimaanlagen rundherum. Ich gehe Bargeld abheben und besuche die Firma mit dem Boot nach dem Archipelago de San Bernardo. Sie sähen es lieber wenn wir 2 kleine Gepäckstücke à 8kg hätten, als ein grosses à 16kg. Nachher spaziere ich zum Touristen-Hafen und sammle Informationen wie ich zu den andern Inseln fahren könnte. Auf dem Rückweg setze ich mich im Parque de Bolivar auf eine Bank und schaue dem Treiben zu. Es hat viele fliegende Händler, einer hat sogar ein teures Bier. Weil ich nicht genügend Kleingeld habe, bekomme ich sogar Rabatt 4'200'000 satt die geforderten 5'000'000 COP. Apero auf einem kleinen Balkon mit Sicht auf die belebte Strasse vor dem Hotel. Vivian ist in Lima gelandet und wird im Holiday Inn beim Flugplatz einquartiert. Wenigstens ist Hotel, Nachtessen und Frühstück durch Latam bezahlt. Sie ist todmüde. Ich gehe ins "Montmartre", ein kleines schönes Restaurant. Der Besitzer ist Franzose, aber das wichtigste ist, sie haben Cordon Bleu. Das habe ich im Internet gesehen. Heute ist Freitag, darum bin ich hier. Es schmeckt sehr gut, hat allerdings wie erwartet nicht mit einem schweizerischen Cordon Bleu zu tun. Zum Dessert genehmige ich mir eine Crème brûlée nach diesem frustrierenden Tag. Zurück im Hotel versuche ich Vivian anzurufen, aber sie schläft bereits. Dafür merke ich, dass mich Maria auf allen WhatsApp-Konten blockiert hat, sogar bei Miando. Ich schicke Lewy eine Mitteilung zum Weiterleiten an Miando, bei ihm bin ich im Moment noch nicht gesperrt. Efraim schicke ich auch noch eine E-Mail. Dann gehe ich schlafen.
(3½km zu Fuss)

Sa 12.10.2019
Ich schlafe trotz der Geräuschkulisse gut. Efraim hat meine E-Mail gelesen und antwortet mir, wenigstens das. Er beschwert sich über Paul. Der kommt wie eine Dampfwalze ins Leben von Efraim, kein bisschen Einfühlungs-Vermögen und Maria tut den Rest dazu. Um 8h gehe ich zum Frühstück. Das ist nichts Spezielles, ausser, dass der Kaffee gut ist und man genug bekommt. Nachher telefoniere ich mit Vivian, sie hat 10h geschlafen. Dann ist sie hoffentlich frisch, wenn sie schon mit 24h Verspätung ankommt. Ihr Flug sollte um 13.27h abfliegen. Nachher klemme ich mich hinter das Tagebuch, das habe ich vernachlässigt in den letzten Tagen. Um 12h ist alles erledigt. Anna meldet sich, sie fragt mich ob ich Lust auf eine Cola hätte. Wir treffen uns später in einem kleinen Restaurant. Sie isst einen ganzen Fisch, ich trinke nur Bier wie üblich. Später geht sie zurück und ich dusche und rasiere mich für den Empfang von Vivian. Mit dem Taxi fahre ich zum Flugplatz. Ich bin ½h zu früh da. Ihr Flug scheint pünktlich zu sein. Es gibt nur 5 Flüge bis Mitternacht. Um 17.30h ist sie durch den Zoll und wir fahren mit dem Taxi zum Hotel. Ich hole im Exito nebenan eine Flasche Weisswein, damit wir ihre Ankunft gebührend feiern können. Zum Nachtessen gehen wir gleich nebenan. Das  "El Zaguan" ist ein schönes Restaurant und das Essen ist auch gut. Vivian hat Fisch und ich vom Schwein. Gegen eine Bewertung auf TripAdvisor gibt es in gratis Dessert. Nachher machen wir noch einen Verdauungs-Spaziergang durch das historische Cartagena. Um 21.30h sind wir zurück und geniessen den Rest des Abends.
(2km zu Fuss)

So 13.10.2019
Frühstück gegen 08.30h. Nachher planen wir unseren Trip und buchen das nächste Hotel auf einer kleinen Insel neben der Isla Grand und das Boot dorthin und zurück. Wir werden 2 Nächte dort bleiben. In unserem Hotel verlängern wir um eine Nacht und für unsere Rückkehr buchen wir ein anderes Hotel. Gegen 13h machen wir uns auf den Weg um das Boor zur Isla Mucura zu buchen. Wir buchen erst die Hinfahrt, weil wir nicht wissen wann wir zurück fahren werden. Von da wollen wir mit dem Boot nach Rincon und nach 1-2 Nächten wieder zurück nach Mucura, um von dort per Boot wieder nach Cartagena zurück zu fahren. Vivian hat Hunger, darum gehen wir ins Quartier Getsemani. Da essen wir etwas, nachher machen wir einen Rundgang durch dieses Quartier. Im Parque Centenario ruhen wir uns dann von den Strapazen aus und beobachten die Leute. Um 16.30h sind wir zurück. Wir haben unterwegs noch Wasser eingekauft. Apero mit Weisswein auf "unserem" Balkon. Nachher buchen wir das Hotel auf der Isla Mucura. Zum Nachtessen wollen wir in eine Pizzeria beim Parque Fernandez de Madrid. Die haben da unverschämte Preise, wenn ich beim Bestellen feststelle, dass ein Aguila Bier 14'000 COP = 4.20 CHF kostet, brechen wir die Übung ab und verlassen das Lokal. Nicht weit davon entfernt liegt die "Pizza en el Parque". Die ist zwar auch teuer, kostet aber nur etwas ½ so viel wie die andere. Nach dem Essen spazieren wir wieder durch die Altstadt. Ich habe meine Kamera mitgenommen um bessere Bilder zu machen wie gestern. Um 21.30h sind wir zurück …
(5km zu Fuss)

Mo 14.10.2019
Heute ist hier Feiertag, die Ankunft von Columbus wir gefeiert. Spätes Frühstück. Nachher kontaktieren wir die Bootsfirma für morgen, wir haben keine Antwort bekommen. Jetzt geht es schnell. Sie werden uns morgen um 08.30h abholen. Das Hotel Isla Mucura hat komplizierte Vorauszahlungs-Bedingungen. Wir kontaktieren sie darum nochmals. Wir gehen zu Fuss zur Stadt-Mauer. Dort treffen wir Kurt den Mowag-Fahrer. Er nervt sich ob den vielen Verkäufern. Auch Vivian "muss" ein Armband kaufen. Sie hat nachher Hunger, darum kehren  wir ein. Der Gelateria Paradiso kann sie auf dem Heimweg nicht widerstehen und isst eine grosse Glacé. Apero wieder wie gewohnt auf "unserem" Balkon, danach zum Nachtessen ins "Muralla". Vivian Fisch, ich Schwein, beides sehr gut. Um 21h sind wir zurück.
(2km zu Fuss)

Di 15.10.2019
Nach dem Frühstück packen und Check Out. Um 08.30h sollten wir abgeholt werden. Es wird jedoch fast 09h bis der Fahrer kommt. Im Hafen besteigen wir das Boot und fahren um 09.30h los Richtung Isla Grande. Dort treffen wir nach einer knappen Stunde ein. Wir stoppen mehrmals um Leute bei ihren Hotels oder am Public Beach aussteigen zu lassen. Um 10.45h erreichen wir die Isla Erizo, "unsere" kleine Insel. Wir sind die einzigen Gäste. Wir richten uns ein, dann ein erstes Bad im Meer. Bald hat Vivian Hunger. Kartoffelsalat für mich und Ceviche für Vivian, beides sehr gut. Nachher ist Siesta angesagt. Vor dem Apero ist nochmals schwimmen angesagt. Ein schöner Sonnenuntergang rundet den Tag ab. Zum Nachtessen für mich Reis mit Crevetten, Vivian isst Muscheln. Um 20h sind wir bereits im Bett.
(42km mit dem Boot, 1¼h unterwegs)

Mi 16.10.2019
Zum Frühstück gibt es Arepa, für mich mit Ei drin und Wurst, für Vivian mit Käse drin. Schmeckt gut. Den Rest des Tages verbringen wir mit schwimmen, essen und Siesta. Es hat 6 neue Gäste gegeben, schon fast Massentourismus! Heute ist der Sonnenuntergang zum Apero nicht so eindrücklich. Zum Nachtessen gibt es Fisch-Filet. Schmeckt gut. Wir sind wieder früh im Bett.

Do 17.10.2019
Nach dem Frühstück müssen wir das Zimmer räumen. Darum packen wir zusammen und gehen danach schwimmen. Zum Mittagessen nimmt Vivian "Rüebli-Salat" und ich einen Tomatensalat. Vivian geht nochmals schwimmen und ich geniesse die Ruhe. Um 14.30h werden wir abgeholt und sammeln dann fast 1h lang die anderen Gäste ein. Kaum fahren wir richtig los, stoppt das Boot und sie hantieren etwas an den Motoren bevor es weiter geht. Das passiert noch 2 weitere Male. Beim 3. Stopp steigen 4 Passagiere in ein anderes Boot um und wir fahren nachher zum Tanken in ein kleines Dorf. Nicht sehr professionell, wie ein Spanier meint, wenn man zu wenig Benzin mitnimmt. Kann zudem auch gefährlich sein. Auch der Taxifahrer zum Hotel Artilleria ist nicht professionell. Ich muss ihm den Weg zeigen. Das Hotel ist sehr schön und ziemlich neu. Wir müssen uns beeilen um den Sonnenuntergang auf der Dachterrasse nicht zu verpassen. Danach müssen wir umpacken. Ich habe im alten Hotel 2 Klammern vergessen. Die gehe ich holen und kaufe noch Whisky, Weisswein und Crackers ein. Fast hätte ich vergessen Bargeld zu beziehen. Zum Nachtessen gehen wir ins kleine Restaurant wo ich Anna getroffen habe. Das Essen ist typisch kolumbianisch und sehr günstig. Auf dem Heimweg kaufen wir noch Wasser ein und geniessen nachher das schöne ruhige Zimmer.
(47km mit dem Boot, 2¼h unterwegs)

Fr 18.10.2019
Um 07h aufstehen und dann ein gutes Frühstück. Um 08h Check Out. Wir können unser Restgepäck im Hotel lassen. Dann gehen wir zu Fuss zum Hafen. Unser Boot ist viel bequemer als das letzte. Pünktlich um 09h fahren wir los. Es ist bewölkt und es geht ein starker Gegenwind. Unser Boot hat 2 Aussenborder à 250PS. Wir sind mit 40km/h unterwegs. Vorbei an Isla Grande und Baru mehr oder weniger der Küste entlang. Dann aufs offene Meer Richtung Archipelago de San Bernardo. Es spritzt und regnet manchmal leicht. Nach 2h sind wir da. Beim Casa en el Agua steigen viele aus und es wird viel Bier und anderes ausgeladen. Nach einer Weile fahren wir ein paar hundert Meter weiter zur Isla Mucura. Unser Hostal Isla Mucura ist der letzte Stopp. Wir werden mit Blumenkranz und einem Drink empfangen. Unser Bungalow liegt gleich neben dem Restaurant. Ich habe Bedenken wegen des Lärms. Man verspricht uns, dass das kein Problem sei. In den Bewertungen haben sich viele Leute darüber beschwert. Wir richten uns ein. Der Regen hat aufgehört und wir erkunden die schöne weitläufige Anlage. Auf dem Rückweg gehen wir ins Restaurant. Das Mittagsmenu ist Fisch für Vivian und Huhn an Tomatensauce für mich. Schmeckt gut, nur sind die Pommes und der Reis nicht richtig warm. Nachher ist Siesta angesagt. Gegen 16h wird es laut, die Strandparty beginnt und wir gehen schwimmen. Die Sonne scheint wieder und wir geniessen das warme Meer. Zum Apero schnappen wir uns 2 Stühle und setzten uns ans Ufer. Die Sonne verschwindet hinter den Wolken schon bevor sie untergeht. Es ist trotzdem wunderbar romantisch. Zum Nachtessen kaufe ich eine gute Flasche Rotwein. Dazu gibt es für Vivian Paella und für mich Boeuf Bourguignon. Beides sehr gut. Um 21.30h sind wir im Bett und geniessen den Rest des Abends.
(85km mit dem Boot, 2¾h unterwegs)

Sa 19.10.2019
In der Nacht hat es Gewitter gegeben und am Morgen regnet es leicht. Kein Grund um früh aus dem Bett zu gehen. Um 08.30h gehen wir zum Frühstück. Das ist sehr gut und viel. Vivian setzt sich an den Strand und lernt für die Uni. Ich schreibe wieder einmal Tagebuch. Zum Mittagessen wählen wir das vegetarische Menu. Nachher ist Siesta angesagt. Ein langes Bad im sehr warmen Meer schliesst den schönen Nachmittag ab. Apero wieder an "unserem" Platz. Zum Nachtessen gibt es Live-Musik wie gestern und für mich Poulet Brust an guter Sauce. Vivian bekommt panierten Fisch, dazu trinken wir den Rest des Weines. Wir sind bereits früh im Bett. Irgendwo gibt es ziemlich laute Musik, aber wir wollen sowieso nicht schlafen.

So 20.10.2019
Das Frühstück ist gut, fast das gleiche wie gestern. Nachher packen wir zusammen. Um 10h werden wir abgeholt und fahren mit dem Boot ins kleine Dorf. Dort steigen zwei Frauen mit Kindern zu. Dann geht es gemütlich Richtung Küste. Um 11h sind wir in Rincon del Mar und werden direkt beim Hostel Beach House ausgeladen. Beim Einchecken vergeht eine Weile bis sie merkt, dass ich schon einmal hier war. Wir bekommen das gleiche Zimmer wie letztes Mal. Wir kaufen ein für das Frühstück und etwas für das Mittagessen. Die Frau mit dem guten Brot ist nicht zu Hause. Wir bereiten einen Thonsalat mit Tomaten und Zwiebeln zu und essen ihn am Strand unter dem Strohdach. Die Brotfrau kommt vorbei und verkauft uns das Brot. Danach sind wir für lange Zeit im Wasser. Das macht müde, darum ist eine lange Siesta angesagt. Irgendwo läuft immer das gleiche Musik-Stück und das sehr laut. Wir schlafen trotzdem ein. Apero am Strand bei schöner Abendstimmung. Zum Nachtessen gehen wir in der Nähe. Fisch und Pouletbrust sind angesagt. Es dauert ziemlich lange bis wir das Essen bekommen. Um 21h sind wir zurück. Ich chate noch mit Efraim. Es ist unglaublich was Maria ihm alles Schlechtes über mich erzählt. Er nennt Vivian nur die hässliche alte Hexe. Ich lasse mich gar nicht auf Diskussionen ein. Ich sage ihm nur, dass Maria im Moment sehr verärgert ist und dass sich das vielleicht mal wieder ändern wird. Sie liess ihn nie alleine, aber jetzt ist er fast immer alleine zu Hause und sie ist mit Paul unterwegs. Er tut mir leid, er versteht das Ganze nicht und möchte mich wieder treffen. Ich vertröste ihn auf später.
(27km mit dem Boot, 1h unterwegs)

Mo 21.10.2019
Es regnet wieder, kein Grund früh aufzustehen. Um 09h bereiten wir das Frühstück in der Gemeinschaftsküche zu. Danach etwas "Büro". Einkaufen für das Mittagessen und das Frühstück. Brot gibt es heute keines bei der Brotfrau. Vivian macht Guacamole, ich griechischen Salat. Dazu ein kühles Bier. Danach spazieren wir etwa 1km den Strand entlang und wieder zurück. Ein langes Bad im warmen Meer hilft beim Abkühlen, wenn auch nur ein bisschen. Vor dem Apero noch eine kurze Siesta. Der Sonnenuntergang ist heute spektakulär, mit vielen Wolken. Zum Nachtessen bestellen wir im "Mar Blanco" zwei Hummer mit Reis, Patacones und Salat und im Hostel dazu eine gute Flasche Wein. Es schmeckt sehr gut.  Schlussendlich ist die Flasche leer, dafür sind wir leicht beschwipst. Ich schlafe danach mitten in einem Kuss ein. Erwache aber später wieder und Vivian "la Brujita", meine kleine Hexe lacht mich aus. Diesen Namen hat sie von Efraim, er nennt sie nur die hässliche alte Hexe, weil Maria so über sie spricht. Nachher schlafe ich nicht mehr so schnell ein und wir geniessen den Rest des Abends.
(2km zu Fuss)

Di 22.10.2019
Um 02h geht ein heftiges Gewitter nieder. Es regnet heftig und blitzt und donnert während etwa 2h. Dabei fällt dann auch der Strom aus. Und kommt nicht mehr zurück. Um 06h starten sie den Generator direkt unter unserm Zimmer. Ans Schlafen ist nicht mehr zu denken. Vivian hat sich vor 2 Tagen die Rippe gestossen und hat nun heftige Schmerzen. Alles muss sehr vorsichtig angegangen werden. Um 9h machen wir unser Frühstück. Wir verlängern unseren Aufenthalt um 2 Nächte. Danach verbringen wir den Tag mit schwimmen, einkaufen, essen und Siesta. Apero mit Sonnenuntergang in den Wolken. Zum Nachtessen bestellen wir im "Mar Blanco" Fischsuppe und gegrillten Fisch für mich. Schmeckt beides gut. Dazu wieder Wein, aber heute schlafe ich nicht ein.

Mi 23.10.2019
Heute ist wieder schönes Wetter. Der Tagesablauf bleibt der gleiche, ausser dass es zum Nachtessen selbst gemachten Kartoffelsalat und grillierte Chorizo-Würste gibt. Schmeckt alles gut und die Flasche Wein ist auch wieder fast leer.

Do 24.10.2019
Auch heute ist das Wetter wieder gut. Die Brotfrau hat endlich wieder Brot gebacken und wir verlängern nochmals um einen Tag. Vivian liebt diesen Ort. Wir werden mit dem Taxi zurück nach Cartagena fahren. Unsere Aufenthalte im Meer werden immer länger, quasi als Therapie für die lädierte Rippe von Vivian. Zum Abschied bestellen wir nochmals Hummer im "Mar Blanco" und geniessen nachher unsere letzte Nacht in diesem schönen Ort.

Fr 25.10.2019
Nach dem Frühstück heisst es packen und nochmals das warme Meer geniessen. Um 12h fahren wir los. Eine Französin fährt auch mit uns mit, so können wir die 250'000 COP durch 3 Teilen. Die Fahrt ist weniger anstrengend wie erwartet. Die Staus sind weniger und kürzer als bei meiner Fahrt vor einem Monat. Nach 3½h erreichen wir Cartagena. Der Fahrer bringt uns bis zum Hotel Artilleria. Da haben wir noch ein Zimmer bekommen, obwohl es auf booking.com ausgebucht war. Unser Zimmer ist im 2.Stock, gleich beim Pool. Der einzige Wermuts-Tropfen, es gibt eine Wasserpumpe die läuft oft und ist laut. Zum Nachtessen gehen wir ins "Vive". Da gibt es eine grosse, gute Pizza. Um 21h sind wir im Bett und geniessen das grosse Bett.
(135km mit dem Taxi, 3½h unterwegs)

Sa 26.10.2019
Nach dem wieder sehr guten Frühstück erledigen wir diverse Sachen. Einkaufen, Bargeld und Schmerztabletten für Vivian. Ihre Rippe tut ihr immer noch weh. Danach lasse ich mir für 20'000 COP = 6 CHF die Haare schneiden. Zum Mittagessen gibt es sehr gute Tuna-Sandwiches. Der Pool ist frei und wir können ihn ausgiebig geniessen. Bis zum Apero ist dann Siesta angesagt. Zum Nachtessen gehen wir ins "Casa della Pasta". Es ist ein schönes Restaurant. Meine Lasagna ist etwas trocken, aber gut. Der Wein ist unbezahlbar und auch das Bier ist sehr teuer. Um 21h sind wir zurück.

So 27.10.2019
Nach dem guten Frühstück müssen wir packen. Vor allem Vivian, sie verlässt mich heute leider. Mit dem Taxi fahren wir zu Elvira, meinem Airbnb von früher. Ich muss noch einkaufen, darum gehen wir ins Einkaufszentrum. Nach dem Einkauf gibt es da eine guten Salat. Im Regen gehen wir zurück. Eine kurze aber intensive Siesta, dann muss sich Vivian bereit machen. Mit dem Taxi fahren wir zum Flugplatz. Der Check In geht sehr schnell, so haben wir noch etwas Zeit um uns zu verabschieden. Um 16.30h heisst es definitiv Abschied nehmen. Ich fahre mit dem Taxi zurück, dann Apero auf der Terrasse. Zum Nachtessen gehe ich ins "Moon Blue". Weil heute Wahltag ist, gibt es offiziell keinen Alkohol. Ich bekomme aber mein Bier in einer Milo-Tasse!  Maria hat sich Efraims Handy geschnappt und findet ein Arschloch von einem Tourist der mir dann Sprachnachrichten auf Deutsch schickt. Es ist unglaublich wie tief sie sich herablässt. Jetzt unterstellt sie mir sogar, dass ich pädophil sei und darum mit Efraim Kontakt suche. Ich hoffe Efraim ist clever genug um das Spiel zu durchschauen. Vielleicht findet er einen Weg um mich zu kontaktieren, denn wie es aussieht, hat sie das Handy konfisziert. Vivian ist gut in Lima angekommen. Um 23h schlafe ich ein.

Mo 28.10.2019
Vivian ist gut in Buenos Aires angekommen, braucht aber 3h bis sie zu Hause ist. Dann ruft sie mich um 07.30h an. Ich erzähle ihr die Geschichte von Maria und sende ihr die Sprachnachrichten. Sie kann es kaum glaube und meint ich solle die WhatsApp-Chats sichern. Das habe ich bereits gemacht, aber wichtige Teile wurden von Efraim oder Maria bereits früher gelöscht. Maria hat inzwischen auch alle Zugangsdaten von Efraim geändert. Nach dem Frühstück vervollständige ich mein Tagebuch, das hat diverse Lücken weil ich nicht dazu kam, es nachzuführen. Auch die Track-Aufzeichnungen müssen bearbeitet werden. Es ist bereits Zeit für den Apero wenn ich fertig bin. Zum Nachtessen gehe ich nur bis zur Ecke. Der Hamburger schmeckt gut und kostet nur 8000 COP. Anna leistet mir später noch Gesellschaft beim Schlummertrunk. Um 21h bin ich zurück und gehe bald schlafen.

Di 29.10.2019
Bereits um 07.30h beginnt mich Efraim mit WhatsApp zu bombardieren. Er ist wieder alleine zu Hause. Während und nach dem Frühstück geht es weiter. Irgendwann höre ich auf zu antworten, weil er schlafen sollte. Ich bin nicht sicher aber ich glaube am Schluss war es Maria die geschrieben hat wie er. Sie löscht nachträglich alles was sie geschrieben hat. Ich habe dann eine Zeit lange Ruhe. Aber um 16.30h, 04.30h in Indonesien, lässt sie die nächste Bombe platzen und schickt mir ein Bild auf dem ich mit Efraim in der Badewanne sitze und schreibt sie werde mich wegen Pädophilie anzeigen. Eine ziemlich verschissene Situation. Ich kontaktiere zwei Stellen in der Schweiz, vielleicht können die mir sagen was ich am besten tue. Vivian kann es nicht fassen, dass jemand so abscheulich sein kann. Apero auf der Terrasse, nachher zum Nachtessen die Strasse hinunter zu den beiden Frau. Maria ruft mich an und redet ohne zuzuhören die ganze Zeit während ich esse. Das Essen ist wieder gut und sie erinnern sich sogar an mich. Ich telefoniere nochmals mit Vivian, sie kann es immer noch nicht fassen. Sie will nichts mehr von Maria hören. Ich verstehe sie, aber manchmal ist es gut, wenn man mit jemandem reden kann. Um 21.30h gehe ich ins Bett, kann aber nicht schlafen.

Mi 30.10.2019
Ich schlafe schlecht, ich habe Maria über Nacht blockiert. Efraim, Lewy, Maria und Paul sind nun in Jakarta. Am Morgen meldet Maria sich nur kurz. Dann meldet sich Efraim, er hat sein Handy das ich gestern zurückgesetzt habe wieder in Betrieb genommen. Ich schreibe ihm, dass er das Passwort ändern soll und es niemandem weitergeben soll, damit Maria es nicht überprüfen und benutzen kann. Dann geht es los. Er beschreibt alles was abläuft. Maria macht offenbar ernst mit der Anzeige. Da sind Miando's Bruder, ein Jurist beim Staat, ein Psychiater, Polizisten und alle reden auf Efraim ein. Sogar Lewy meldet sich bei mir, alle meinen, dass Maria nicht zu stoppen sei. Wenn das nur gut geht. Zwischendurch gratuliere ich Walti zum Geburtstag. Er ist auch verwundert über diese Geschichte. Es geht weiter bis um 14h, 02h in Indonesien. Am Schluss sind alle am Weinen schreibt er mir. Er ist sehr traurig und alleine mit Lewy im Zimmer, aber der weint auch. Ich bin fast die ganze Zeit am Antworten, komme kaum dazu etwas anderes zu machen. Aber ich kann ihn in dieser Situation nicht alleine lassen wie Maria es tut. Jetzt verstehe ich den Schauspieler der sagte, dass er nie mehr mit seiner Tochter ins Badzimmer gehen werde ohne dass seine Frau dabei ist. Wobei auch dies nicht hilft wie ich nun feststellen muss. Maria macht alles um mich schlecht zu machen, sie schickt wirre WhatsApp an Sylvia und Bruno. Beide haben sie umgehend gesperrt. Ich telefoniere mit Stefan und erzähle ihm die Geschichte. Markus ist im Kino, darum erreiche ich ihn nicht. Mir tut vor allem Efraim leid, er fragt immer wieder wann ich ihn besuchen komme, er sei so traurig. Inzwischen hat er Fieber und muss sich übergeben und weint nur noch. Apero auf der Terrasse wie immer, dann ins Moon Blue. Die haben jedes Mal Freude wenn ich komme. Um 20.30h bin ich zurück und telefoniere mit Vivian. Sie ist schockiert und fragt sich ob sie schuld daran sei. Ich beruhige sie. Nachher schreibt mir Efraim, dass sie in ein Militär-Spital gehen werden. Wieso weiss ich nicht. Mit Anna und Angela einem neuen Gast, trinke ich noch ein Schlummerbier. Und gehe dann schlafen.

Do 31.10.2019
Ich schlafe gut, war ja auch ziemlich müde. Efraim hat in der Nacht "Helpppp" und er möchte mit mir sprechen, aber könne nicht. Später schreibt mir Lewi, dass er im Spital nur geweint und sich gefürchtet habe. Sie haben die Übung abbrechen müssen. Ich weiss immer noch nicht für was er da war. Zurück im Hotel weint er weiter, schläft nicht und isst nicht. Er bettelt mich an jetzt vorbei zu kommen und ihn zu holen. Das geht aber nicht. Lewy meint ich solle mich bei Maria entschuldigen, vielleicht werde es dann besser. Ich versuche es, aber das löst nur eine neue Tirade aus. Sie macht jetzt mich für Efraims Zustand verantwortlich. Efraim schreibt, dass es einen Kurs für das Abschluss-Examen gebe, alle gehen hin, nur er kann nicht weil Maria den Kurs wegen Paul nicht zahlen will. Ich frage sie wieso. Paul liebe diese Schule nicht und gebe ihr darum kein Geld dafür. Der Herr Professor findet offenbar, das sei der richtige Weg ein Kind zu fördern. Ich glaube das gar nicht. Ich verspreche Efraim. Dass ich einen Weg finden werde. Jetzt beruhigt sich das ganze etwas. Ich überprüfe meinen Kontostand und muss feststellen, dass fast kein Geld mehr da ist. Etwa 5'000'000 IDR = 300 CHF sind weg. Ich forsche nach und stelle fest, dass sie offenbar ihre Drohung wahr gemacht hat. Sie hat einmal gesagt, dass sie einfach zu ihrem Freund Endang, dem Polizei-General gehe. Der werde ihr die nötigen Papiere beschaffen, die bestätigen, dass ihre Papiere und Safe-Schlüssel gestohlen wurden. Ich habe nämlich für dieses Konto alle Unterlagen und die Safe-Schlüssel. Sie hat nichts. Ich sehe, dass sie am 30.09.2019 eine neue Debit-Karte bekommen hat und damit den Rest des Geldes abgehoben hat. Was übrig blieb, nachdem sie die "gestohlenen" Safe-Schlüssel bezahlt hat. Somit ist auch mein Gold-Pfand weg. Sie hat mich bestohlen, was ich ihr nie verzeihen werde. Jetzt hat sich die Chance, dass ich mein Geld je wieder zurück bekomme noch weiter verringert. Ich habe es zwar innerlich schon lange abgeschrieben, aber es ärgert doch, vor allem die Art und Weise. Denn Miando blockiert mich auch immer noch. Ich kann ihn nur via Lewy erreichen. Später erinnere ich mich, dass Maria bereits am 26.August mich gefragt hat ob ich eine Kopie des Bankbüchleins habe. Ich Idiot habe ihr das Bild geschickt. D.h. sie hat das schon damals geplant. Mein letzter Apero auf meiner Südamerika-Reise findet bei schönem Wetter auf der Terrasse statt. Alle bereiten sich auf Halloween vor. Überall verkleidete Leute. Anna hat sich hingegen ganz fein angezogen, sogar neue Schuhe gekauft. Sie hofft auf ein Date. Ich telefoniere noch mit Vivian. Sie hat Angst vor dem was da noch kommen könnte. Ich versuche sie zu beruhigen, was aber nur beschränkt wirkt. Zum Nachtessen gehe ich nochmals ins Moon Blue. Das Essen ist wie immer gut. Ich verabschiede mich vom Ehepaar und sage ihnen, dass ich morgen in die Schweiz zurück fliegen werde. Es ist viel los auf den Strassen. Überall sitzen die Leute draussen und festen. Anna ist noch zu Hause und wir trinken noch ein Glas zusammen. Dann gehe ich ins Bett und sie in den Ausgang. Gegen 22h ruft Maria an, ich lasse sie reden. Sie hat redet 1½h auf mich ein. Ich sage vielleicht 10 Sätze. Sie weint wegen Efraim und wegen mir. Sie weiss dass alles nur erfunden ist, aber sie will nicht aufhören solange ich bei Vivian bleibe. Ich sage und schreibe ihr später, dass sie selbst vor Gericht kommen wird, wenn sich herausstellt, dass sie alles nur aus Rache inszeniert hat. Ich hoffe dass sie darüber nachdenkt und gehe dann schlafen.

Fr 01.11.2019
Heute ist mein letzter Tag in Südamerika auf dieser Reise. Während des Frühstücks melden sich alle, Efraim, Lewy, Maria und sogar Miando. Der scheint von der ganzen Sache gar nichts mitbekommen zu haben. Ich versuche es ihm zu erklären und sage ihm, dass er vor allem Efraim anrufen soll. Der konnte ihn nämlich nicht erreichen. Efraim scheint sich ein wenig beruhigt zu haben. Er hat eine Infusion und bekommt Beruhigungsmittel. Er tönt ganz schläfrig wenn wir telefonieren, aber es ist ja auch schon 22h in Jakarta. Er will nochmals wissen ob ich im April kommen werde und dass er mich liebe. Ich sage ihm, dass ich mein Bestes tun werde und dass er mich nun nicht mehr erreichen kann bis ich zu Hause bin. Maria ruft später noch an und meint Efraim habe jetzt Hunger. Auch sie tönt wie unter Drogen. Vielleicht haben sie bemerkt, dass sie das Problem ist. Ich telefoniere mit Markus und erzähle ihm die ganze Geschichte. Auch er kann es kaum fassen. Dann führe ich mein Tagebuch nach, dusche und packe. Nach 16h verabschiede ich mich und fahre mit dem Taxi zum Flughafen. Das Einchecken geht sehr schnell und ich bin viel zu früh. Ich wechsle noch alle COP in USD um. Es bleiben noch 11000 COP. Die investiere ich in mein letztes sehr teures Aguila-Bier. Wir fliegen ziemlich pünktlich ab. Es ist eine Boeing 787. Hat 3 x 3 Sitze pro Reihe. Ziemlich bequem.

Sa 02.11.2019
Ich schlafe etwa 4h. Nach gut 9h landen wir um 10.30h in Amsterdam. Ich muss mein Gepäck holen, weil ich mit Swiss weiter fliege. Das geht aber sehr schnell. Ich habe viel Zeit und esse eine Wurst, dazu ein Bier und einen gute Kaffee. Mein Anschluss-Flug nach Zürich startet mit ¼h Verspätung. Deshalb müssen wir dann in Zürich noch ¼h lang kreisen, bis wir landen können. Dann streikt auch noch das Gepäcksortiersytem. Bis ich mein Gepäck habe, ist es bereits 17.30h. Ich bin also 17h unterwegs von Flugplatz zu Flugplatz. Dann erwartet mich aber eine schöne Überraschung. Andrea, Stefan und mein Enkel Lian erwarten mich. So bin ich nun ein wirklicher Grossvater, nicht nur ein virtueller wie bisher. Wir fahren mit der Bahn nach Oerlikon und gehen zum Nachtessen in die Metzgerhalle. Dort unterhält Lian die ganze Beiz und ich geniesse mein erstes richtiges Cordon Bleu seit mehr als einem Jahr. Später kommen noch Vermicelles und ein Kafi Zwetschgen-Luz dazu. Um 20.30h verabschieden wir uns und fahren nach Hause. Um 21.15h ist meine Südamerika-Reise zu Ende. Ich telefoniere noch mit Vivian und muss dann meine Wohnung einrichten. Bett, Kaffee-Maschine und andere wichtige Sachen. Stefan hat heute die Wohnungs-Übergabe gemacht und mir alles für das Frühstück eingekauft. Ein super Service. Es ist fast Mitternacht bis ich im Bett bin.

So 03.11.2019
Meine erste Nacht ohne Hunde-Gebell. Ich erwache etwa um 07h, bleibe aber noch bis fast 10h im Bett. Dann gibt es wieder einmal so ein richtiges Frühstück mit Zopf. Maria meldet sich wieder über Efraims WhatsApp und schreibt wieder unglaubliche Sachen. Ich beschliesse die beiden zu blockieren. Sie sind wieder in Medan. Ich teile das Miando und Lewy mit. Kurz darauf meldet sich Miando, er ist mit Efraim auf einen Spielplatz gegangen, damit er mit mir telefonieren kann. Efraim sperrt sein Mobile für Maria, darum gebe ich seine WhatsApp wieder frei. Um 16h mache ich mich auf den Weg zum Konzert des Musikvereins Seebach. Andrea spielt da Querflöte. Nach dem Konzert gibt es einen Apero mit viel Gebäck. So muss ich mir keine Sorgen wegen des Nachtessens mehr machen. Die Eltern von Andrea sind auch da, so lerne ich ihren Vater auch mal kennen, die Mutter habe ich schon einmal beim Skifahren getroffen. Maja meine frühere Frau ist auch da. Sie bringt mich dann mit dem Auto nach Hause und ich erzähle ihr was Maria da so anstellt. Sie ist entsetzt wie alle die diese Geschichte hören. Ich schaue noch etwas F1-Rennen und gehe dann schlafen.

Mo 04.11.2019
Nach dem Frühstück meldet sich Efraim wieder. Er schreibt und fragt ohne Ende. Das geht über Stunden. Ich richte mich dazwischen weiter ein und gehe einkaufen. Zum Apero gibt es die letzten Galletas (Crackers) aus Südamerika. Zum Nachtessen gibt es Cervelat, Thomy-Senf, Gruyère, Butter, Ruchbrot und ein Bier. Fazit des Tages, Maria wird ihre Aktionen unterbrechen bis Efraim das Examen bestanden hat (Mai 2020). Ich habe aber auch vieles erfahren, das ich geahnt habe und darum immer misstrauisch war. Sie hat mich schon früh hintergangen und mich belogen. Z.B. hat sie mir am 30.07.2016 erzählt, dass Paul ihr ein Auto kaufen wolle. Sie das aber abgelehnt habe. Stimmt nicht, ich habe gemeint Miando hätte das mit meinem Darlehen gekauft anstatt es mir zurück zu bezahlen und war ziemlich verärgert. Sie hat es genommen. Jemand hat sie einmal Edel-Prostituierte genannt. Ich muss nun feststellen, dass das leider zutrifft. Wobei von edel keine Rede sein kann. Der Leidtragende ist nun leider Efraim. Ich telefoniere noch mit Vivian. Sie meint ich solle mit Efraim nicht mehr über Maria sprechen resp. schreiben und einfach einen Schlussstrich ziehen. Sie hat Recht, ich werde das morgen Efraim beibringen.

Di 05.11.2019
Ich schlafe lange, Frühstück erst um 10h. Nach seiner Schule meldet sich Efraim wieder. Ich versuche ihm zu erklären, dass wir nicht mehr über Maria reden sollten, nur wenn es für ihn sehr wichtig sei. Aber für ihn ist eben vieles wichtig. Ich gehe mit dem Bus zum Einkaufen. Kaufe Wein aus Mendoza, ich bin heute bei Markus zum Nachtessen eingeladen. Efraim macht Maria wütend weil er mit ihr über mich spricht. Er versteht das nicht. Ich versuche verschiedene Tricks um mein Navi auf den neusten Stand zu bringen. Aber es hilft alles nichts, es müssen 16GB frei sein auf dem System-Laufwerk, sonst versucht die Software gar nicht erst zu installieren. Um 17.30h fahre ich mit dem Bus nach Dällikon. Nach 18h bin ich da. Sie sind gerade knapp fertig mit den Vorbereitungen. Beim Apero will Markus etwas mehr Informationen über das Vorgehen von Maria. Er hat mehr Bedenken als ich selbst habe. Um 19.30h kommt auch Stefan mit dem Velo angerauscht. Es gibt Spaghetti mit Bolognese-Sauce oder Pesto. Schmeckt gut, dazu Wein. Wir reden und reden, Martina geht zu Bett und wir geniessen noch einen Schlummertrunk. Kurz vor Mitternacht fährt mein Bus. Nach ¼h bin ich zu Hause und telefoniere noch mit Vivian.

Mi 06.11.2019
Ich schlafe wieder lange. Versuche nach dem Frühstück noch ein paar andere Tricks um die Navi-Karten zu installieren. Irgendwann gebe ich auf und installiere die neusten OSM-Karten für die Fahrt von Zeebrugge nach Zürich. Das klappt einwandfrei. Später installiere ich die neusten Europa-Karten direkt auf das Navi. Das geht ewig, so dass ich zwischendurch zum Einkaufen gehe. Nachdem die Karte auf dem Navi funktioniert versuche ich die Karte auf den Computer zu installieren. Und siehe da, es funktioniert. Nur wird die Karte nicht entsperrt. Ich versuche einige Tricks, aber es bleibt dabei. Legal kann ich die Karte nicht entsperren, aber man kennt ja so einige illegale Tricks und so funktioniert es dann auch. Sind ziemliche Idioten die die Software von Garmin programmieren. Efraim ruft an und möchte, das ich mit Maria spreche. Ich sage ihr, dass ich im Moment keine Lust habe mit ihr zu sprechen. Vielleicht in ein paar Wochen. Sie will wissen warum. So eine blöde Frage. Efraim entschuldigt sich nachher und meldet sich den Rest des Tages nicht mehr. Zum Nachtessen koche ich Tortellini an Gorgonzola-Sauce, dazu Salat. Bevor ich schlafen gehe, telefoniere ich mit Vivian.

Do 07.11.2019
Nach dem Frühstück gratuliere ich Efraim zum Geburtstag. Er meldet sich für den Rest des Tages nicht mehr. Am Nachmittag mache ich einen Spaziergang zur Schützenstube Höngg. Theresa freut sich riesig mich wieder zu sehen. Um 17h bin ich zurück, rechtzeitig vor dem Regen. Zum Nachtessen gibt es Chäs-Chüechli und Salat. Denn Apero mit Brigitte und Manfred haben wir auf morgen verschoben.

Fr 08.11.2019
Heute ist der obligate Besuch in der Rheinfelder Bierhalle angesagt und da gibt es natürlich ein Cordon Bleu! Emil und Gottlieb sind auch da. Nachher fahre ich zum Letzipark um neue Rollen für mein Gestell und Wein für den Apero zu kaufen. Um 18h kommen Brigitte und Manfred zum Apero. Ich serviere dazu Flamme-Chueche und erzähle ihnen von Vivian und wie es mit Maria geendet hat. Nach 23h telefoniere ich noch mit Vivian, sie ist gerade fertig mit arbeiten. Dann gehe ich schlafen.

Sa 09.11.2019
Nach dem Frühstück kann ich die neue SIM-Karte von BNEsim in Betrieb nehmen. Sie funktioniert dann auch. So habe ich Daten auch in Belgien. Ich fahre mit dem Bus zu Stefan, er hat mich zum Bierbrauen eingeladen. Ist interessant. Er nimmt es ganz genau. Kaum ist mein Enkel Lian wach gibt es Action. Er will natürlich immer dorthin wo er nicht sollte, weil es zu gefährlich ist. Am Nachmittag gehe ich mit Andrea spazieren, damit Stefan in Ruhe das Bier zum Vergären umfüllen kann. Zum Nachtessen gibt es mein erstes Raclette seit langem. Um 21h bin ich zu Hause und geniesse ein Vollbad. Danach heisst es wieder einmal Packen. Ich telefoniere noch mit Vivian, dann gehe ich schlafen.

So 10.11.2019
Aufstehen um 07.30h. Frühstück und fertig packen. Dann fahre ich zum Flughafen. Nach 20 Minuten bin ich durch, viel zu früh. Ich kaufe noch Reiseproviant (Whisky) ein und muss dann eine Stunde warten bis zum Einsteigen. Andrea schickt mir ein Video, Lian ist am Laufen. Gestern hat es nur fast geklappt. Ich habe es darum verpasst. In Brüssel scheint die Sonne. Leider habe ich einen Zug knapp verpasst und muss ½h warten auf den Nächsten. Mein Hotel ist ideal gelegen. 5 Minuten vom Gare Central und gleich viel vom Marktplatz. Ich richte mich kurz ein und gehe dann auf eine kleine Tour, solange noch Tag ist. Es sind viele Leute unterwegs und es ist ziemlich kalt. Fotografiere den Marktplatz mir seinen schönen Gebäuden und gehe dann zum "Manneken pis", der berühmten Brunnenfigur. In der Umgebung gibt es überall Kopien aus Schokolade und anderem Material. Auf dem Rückweg kaufe ich Chips für den Apero. Im Hotel telefoniere ich kurz mit Vivian, sie ist in ihrem Club. Zum Nachtessen gehe ich ins "Mozart(more than just rips)". Das ist voll und fast alle essen Spar rips as much you can eat. Da mache ich auch mit. Schmeckt sehr gut und es gibt Supplement! Dazu Wein per cm. Zum Dessert einen warmen Apfelkuchen mit Rahm. Die Glacé verschenke ich an die Kinder vom Nebentisch. Zum Abschluss einen Calvados. Um 21.30h bin ich zurück und telefoniere noch mit Vivian.

Mo 11.11.2019
Ich habe bemerkt, dass etwas mit meinen E-Mails nicht stimmt. Der Server meines Providers ist abgestürzt. Wir versuchen die verschwundenen Mails wiederherzustellen. Das meiste funktioniert, aber meine gesendeten Mails sind unauffindbar. So vergeht der Tag. Zwischendurch wechsle ich zum Hotel Aris, weil sie im Amra kein freies Zimmer mehr haben. Später mache ich einen Rundgang im Regen. Es ist kalt, darum muss ich bald einkehren und etwas Kleines essen. Zurück im Hotel geht das Spiel weiter. Um das ganze noch etwas ärgerlicher zu machen, haben sie im Hotel verschiedene Ports blockiert, so dass ich mit dem E-Mail-Programm auf den Computer gar nicht arbeiten kann. Ich muss die Mobile-Data-Option dafür verwenden. Efraim ist wieder einmal am Schreiben. Gegen Schluss beginnt er aber wieder alles was Maria gesagt hat zu wiederholen. Ich schreibe ihm, dass er damit aufhören soll, sonst müsse er mir nicht mehr schreiben. Apero im Zimmer. Zum Nachtessen gehe ich in die Brasserie la Reine. Boulette Chicon, eine belgische Spezialität mit überbackenem Chicorée (Brüsseler) und Meat Ball (Knödel) schmeckt gut. Um 21h bin ich zurück und telefoniere noch mit Vivian.

Di 12.11.2019
Noch vor dem Frühstück schreibe ich die Reederei an. Nach dem Frühstück bekomme ich die Mitteilung, dass ich mein Auto abholen könne. Ich packe und gehe zum nahen Bahnhof. Der nächste Zug fährt erst um 10.20h. Ich muss fast ½h warten. Gegen 12h bin ich in Heist. In einem Kiosk bestellen sie mir ein Taxi. Für 18 EUR fährt er mich zur Reederei. Da geht es viel einfacher zu und her wie erwartet. Ich muss nur meinen Pass zeigen und ein Formular ausfüllen und dann warten. Sie finden meinen Autoschlüssel nicht. Ich gebe ihnen meinen Reserveschlüssel, damit es schneller geht. Um 13.00h habe ich mein Auto zurück und überprüfe ob nichts fehlt oder beschädigt ist. Dann richte ich alles wieder ein. Inzwischen haben sie auch meinen Schlüssel gefunden und ich kann um 13.30h losfahren. Nach 10km bin ich bereits am Ziel, dem Hotel Butler. Sie haben ein Zimmer für mich. Ich richte mich ein und plane die Heimreise. Ich buche zwei weitere Hotels. Die letzte Nacht werde ich bei Sylvia im Elsass verbringen. Mein Provider hat inzwischen meine E-Mails gefunden und zurück kopiert. So kann ich in Ruhe meinen Apero geniessen und mit Vivian telefonieren. Zum Nachtessen fahre ich mit dem Auto weil es regnet. Im Einkaufszentrum B-Park haben sie mir das "Lunch Garden" empfohlen. Ist so etwas wie ein Migros-Restaurant mir Selbstbedienung. Wildschwein mit Kartoffelstock schmeckt gut, das Bier sowieso. Nachher schaue ich mich noch etwas im Carrefour um und fahre dann zurück. Um 20h bin ich bereits im Hotel und erledige noch etwas "Büro". Vivian ist nicht zu Hause, darum ohne Telefonanruf ins Bett.
(16km mit dem Auto und etwa 120km mit Zug und Taxi)

Mi 13.11.2019
Das späte Frühstück ist sehr gut. Efraim schickt mir Bilder von Sibaganding, dem Heimatort von Maria. Später löscht es alles wieder weil er Angst hat, dass Maria sie sieht. Um 11.15h fahre ich im strömenden Regen los und fahre zuerst zum Tanken. Nach Südamerika ein Preis-Schock, 1.40 EUR/Liter = 1.54 CHF/Liter gegenüber 0.28 CHF/Liter in Ecuador! Es geht zügig vorwärts auf der Autobahn. Es hat viel Verkehr und es regnet immer wieder. Das Garmin-Navi hat wieder wie schon bei der Hinfahrt Mühe mit den Original-Karten von Belgien. Es zeigt keine Distanzangaben bis zur nächsten Abzweigung an. Kaum zu glauben. Ich halte kurz an und deaktiviere die neuste Original-Karte und aktiviere die OSM-Karte. Siehe da, nach einer Weile funktioniert alles wie es sollte. Um 13.45h mache ich in Gerpinnes eine Pause. Esse ein gutes Sandwich und ein kleines Glas Bier für 5.50 EUR. Nach 1h fahre ich weiter. Um 15h bin ich bereits in Mariembourg. Ich kann mein Zimmer im B&B "La Cle des Sens" bereits beziehen. Es ist aber kalt, sie starten die Heizung erst jetzt. Draussen ist es 5C°. Ich stelle fest, dass ich im Reifen hinten links zu wenig Luft habe und fahre darum zu einer Tankstelle. Da haben sie einen schwachen Kompressor für 1 EUR pro 5 Minuten. Damit schaffe ich es gerade alle 4 Räder zu pumpen. In Südamerika war es besser mit wenig Druck zu fahren, wegen den schlechten Strassen. Nachher mache ich einen Rundgang durchs Dorf und trinke im einzigen offenen Restaurant mein Ankunftsbier. Zurück im B&B hole ich mein Elektro-Öfeli von Chile aus dem Auto. Der Stecker passt sogar, das ist mir in den Sinn gekommen beim Bier. "Büro" und Apero im jetzt langsam warmen Zimmer. Zum Nachtessen gehe ich in die "Friterie Chez Marie". Die ist gut besucht. Mein Kotelett an Roquefort-Sauce ist gross und schmeckt sehr gut. Dazu ½ Liter Wein. Um 21h bin ich zurück und telefoniere noch mit Vivian.
(210km, 3¾h unterwegs und 2km zum Reifen pumpen)

Do 14.11.2019
Das späte Frühstück ist sehr gut und schön angerichtet. Sie haben hier viele alte Gegenstände, die z.T. noch im Einsatz sind. Um 10.15h fahre ich los. Es ist kalt und regnerisch. Mein Navi will wieder nicht wie ich will. Aber diesmal bringe ich es nicht dazu die Abzweigungen anzuzeigen. Da das meiste Autobahn ist, ist das kein Problem. Es regnet immer wieder und hat oft viel Verkehr. Ich komme zügig voran. Nach 2½h und 218km mache ich in Mondelange eine Pause. Das ist bereits Frankreich, darum esse ich einen Kebap? Ich bringe nun auch mein Navi dazu die Abzweigungen wieder anzuzeigen. Nach ½h geht es weiter. Um Nancy herum hat es viel Verkehr aber ich komme Problemlos ans Ziel in Neuves-Maisons. Nach 1h bin ich da. Natürlich regnet es jetzt stark beim ausladen. Ich muss noch mein Auto umparkieren, dann erledige ich das übliche "Büro" und gehe dann auf mein Ankunftsbier. Vor dem Apero im Zimmer telefoniere ich mit Vivian. Zum Nachtessen gehe ich ins "Terminus" gleich gegenüber dem Hotel. Kalbs-Rahmschnitzel mit Teigwaren schmecken gut. Dazu Wein und zum Dessert Apfel-Kuchen mit Kaffee und Calvados. Mein letztes Auswärts-Essen auf dieser Reise ist aber ziemlich teuer, 48 EUR und das in einem Provinz-Nest. Um 21h bin ich zurück und warte noch auf einen Anruf von Vivian. Der kommt aber erst sehr spät um 23.30h,
(302km, 4½h unterwegs)

Fr 15.11.2019
Das Frühstück ist gut. Ich habe eine Idee, wieso es mit der Anzeige der Abzweigungen Probleme gibt. Ich verschiebe die OSM-Karte weg aus dem aktiven Ordner, so dass sie für das Navi nicht mehr sichtbar ist. Vielleicht hilft das. Es regnet wieder und es ist 5C° kalt. Um 10.15h fahre ich los. Es ist tatsächlich so, dass das Navi jetzt einwandfrei funktioniert. Es lässt sich durch andere Karten beeinflussen, auch wenn sie deaktiviert sind. Ziemlich doof so etwas. Zu Beginn regnet es immer wieder. Nach 55km verlasse ich die Hauptstrasse bei Deneuvre um zu Tanken. Das hätte ich mir sparen können. Der Diesel ist teurer als auf der Autobahn. Das Wetter wird besser, aber es bleibt kalt. Auf den Höhen der Vogesen liegt bereits Schnee. Ich fahre über den Col de Sainte Marie um keine Tunnelgebühren bezahlen zu müssen und zur Abwechslung. Der ist mit 655müM zu niedrig für Schnee, zum Glück. In der Rheinebene meide ich die Autobahn und fahre mehr oder weniger den Rhein entlang. Um 14h bin ich in Michelbach-le-Haut bei Sylvia und Bertrand. Der ist aber auf dem Feld am Mais Ernten. Ich sitze mit Sylvia in der Küche und wir reden über vieles. Es ist bereits dunkel wenn Bertrand zurückkommt. Zum Nachtessen gibt es gute gefüllte Peperoni nach einem kroatischen Rezept. Daniel, ein Nachbar-Bauer kommt noch vorbei. Bertrand und Daniel reden und trinken bis spät. Da sie Elsässer-Dialekt reden verstehe ich fast alles. Es ist nach Mitternacht wenn ich im Bett bin.
(230km, 3¾h unterwegs)

Sa 16.11.2019
Spätes Frühstück mit Sylvia. Nachher montiere ich wieder die Original-Nummernschilder für die Fahrt zurück in die Schweiz. Myriam kommt noch auf Besuch. Bevor Sylvia das Mittagessen für Bertrand und seine Kollegen auf das Feld bringt, verabschiede ich mich und fahre um 12.30h bei schönstem Wetter los. Nach 12km stehe ich kurz vor der deutschen Grenze im Stau. Ich denke, dass sie an der Grenze kontrollieren, aber es ist nur ein Lichtsignal nach der Grenze, das den ganzen Schlammassel auslöst. Ich brauche für 2.4km mehr als ½ Stunde. Nachher geht es zügig weiter. Ich bleibe auf der deutschen Seite, da ich keine Autobahn-Vignette für die Schweiz habe. In Doggern tanke ich nochmals, da in Deutschland der Diesel viel billiger ist als in der Schweiz. Um 14.45h überquere ich bei Waldshut den Rhein und bin wieder zurück in der Schweiz. Nach ¾h bin ich um 15.30h zurück zu Hause. Ich entlade fast alles aus dem Auto und parkiere es dann. Ich habe Glück, sie sind am Bauen, darum hat es weniger Parkplätze wie sonst, aber mein "Stamm-Parkplatz" ist frei, weil er durch die Bauerei sehr eng ist. Aber ich schaffe es trotzdem da zu parkieren. Um 17h ist meine Südamerika-Reise nach 413 Tagen endgültig Geschichte! Nachher Einkaufen, ein heisses Voll-Bad, Apero und Nachtessen mit einer Rösti, die ich auf meiner ganzen Reise im Auto mitgeführt habe. Dazu gebratener Cervelat, Spiegelei und ein Glas Schweizer Rotwein. Nach der Tagesschau um 22h, schaue ich noch den James Bond Film "Golden Eye" und gehe dann ziemlich müde ins Bett.
(116km, 3h unterwegs)